{"id":19079,"date":"2022-07-27T22:53:42","date_gmt":"2022-07-27T20:53:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19079"},"modified":"2022-07-27T22:53:42","modified_gmt":"2022-07-27T20:53:42","slug":"predigt-zu-jesaja-19-am-6-sonntag-nach-trinitatis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19079","title":{"rendered":"Predigt zu Jesaja 19 am 6. Sonntag nach Trinitatis"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es war einmal vor vielen Jahren ein junges Paar, das wollte eine Reise machen ins gelobte Land. Gro\u00df war ihre Freude darauf, alles vorbereitet, aber die Umst\u00e4nde lie\u00dfen es nicht zu. Jahre vergingen bis zum n\u00e4chsten Versuch, aber auch dieser wollte ihnen nicht gelingen. Wieder gingen die Jahre dahin, da scheiterte auch der dritte Anlauf, weil wegen einer Seuche die Einreise nach Israel nicht erlaubt war. Nun aber f\u00fchrte sie Gott nach \u00c4gypten, obwohl die Beiden von sich aus gar kein Herz f\u00fcr dieses Land hatten.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Na ja, es waren ja schon andere unfreiwillig in \u00c4gypten, in ganz fr\u00fcher Zeit Abraham und Sara. Ebenso Josef, seine Br\u00fcder und sein Vater Jakob. Und viele Jahrhunderte sp\u00e4ter mussten Josef und Maria mit dem neugeborenen Jesus wiederum nach \u00c4gypten fliehen. Hunger oder Verfolgung trieb immer wieder Israeliten in das Land am Nil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben Israel hat kein Land gr\u00f6\u00dfere Bedeutung in der Bibel als \u00c4gypten. Es wird 560-mal erw\u00e4hnt. Schauen wir uns dieses Land heute einmal etwas n\u00e4her an. Dadurch wollen wir unseren Blickwinkel weiten. Manchmal haben Christen ja die verengte Sichtweise nur auf die Gemeinde Jesu und beachten dabei zuwenig den Zusammenhang mit den Bundesschl\u00fcssen Gottes mit seinem Volk Israel. Oder wir haben die Gemeinde Jesu und das erstw\u00e4hlte Volk der Juden im Blick, aber zuwenig die Nationen, also die V\u00f6lkerwelt insgesamt. Und selbst, wenn wir Gemeinde, Israel und Nationen im Blickfeld haben, kommt \u00c4gypten und seine spezielle Bedeutung nur sehr am Rande vor. Auch uns mussten durch diese Reise im M\u00e4rz und durch Literatur erst die Augen daf\u00fcr ge\u00f6ffnet werden. Wir haben gelernt, auf den Nil zu achten. Daran wollen wir Euch Anteil geben.<\/p>\n<p><strong>1. \u00c4gypten: Macht, Reichtum und G\u00f6tzendienst<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4gypten stellt die Landverbindung zwischen dem afrikanischen und asiatischen Kontinent her. \u00c4gypten ist ein Geschenk des Nils. Dieser l\u00e4ngste Fluss der Welt ist die Lebensader f\u00fcr heute \u00fcber 100 Millionen \u00c4gypter. Es ist ein besonderes Land, dessen Kultur vor \u00fcber 5.000 Jahren seinen Anfang nahm und damit weiter zur\u00fcckreicht als die Geschichte Israels. Neben Babylon war \u00c4gypten das erste Weltreich, das nach der Sintflut entstand. Die biblische Geschichte \u00c4gyptens beginnt direkt nach der Sintflut. \u00c4gypten bzw. Mizrajim wird als einer der Enkel Noahs und als Sohn Hams vorgestellt (1Mos10,6). Als Gott sp\u00e4ter Abram aus Ur in Chald\u00e4a (Assur\/Irak) herausrief, reiste er in das verhei\u00dfene Land. Als kurz darauf in Kanaan aber eine Hungersnot ausbrach zog er \u201ehinab nach \u00c4gypten\u201c (1Mos12,10). Die Pyramiden von Gizeh, die bis heute noch nicht ganz erforscht sind, waren schon Jahrhunderte vor Abrams Ankunft gebaut worden. Als Abram und Sarai \u00c4gypten wieder verlie\u00dfen, brachten sie \u201eKnechte und M\u00e4gde\u201c mit zur\u00fcck nach Kanaan (1Mos12,16;16,1). Eine von ihnen war Hagar, die Abram den Sohn Ismael gebar. Dieser wurde der Stammvater der arabischen St\u00e4mme im Nahen Osten. Ismael war der mit Menschenverstand gezeugte Sohn. Der Sohn der Verhei\u00dfung Gottes aber war Isaak, den Abraham und seine Frau Sara in hohem Alter noch von Gott geschenkt bekamen. Ein Enkel von Isaak machte sp\u00e4ter gro\u00dfe Karriere in \u00c4gypten. Durch Gottes F\u00fchrung wurde Josef zum wichtigsten Mann im Staat nach dem Pharao selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach vielen Jahren erinnerte sich niemand mehr an ihn. Aber die Israeliten waren in diesen 400 Jahren zu einem zahlenm\u00e4\u00dfig starken Volk in \u00c4gypten geworden. Der Pharao begann deshalb die Israeliten zu unterdr\u00fccken und zu dezimieren. Ihr kennt die Geschichte vom Kindermord und wie Mose in einem K\u00f6rbchen aus dem Nil gerettet wurde. Mit diesem Mose vollzog Gott viele Jahre sp\u00e4ter den Auszug der Israeliten aus der Sklaverei in \u00c4gypten durch die wundervolle Rettung am Schilfmeer. Das war ungef\u00e4hr 1.500 Jahre vor Christi Geburt. Im letzten vorchristlichen Jahrtausend begann dann der Niedergang des gro\u00dfen \u00e4gyptischen Reiches mit seinen vielen Pharaonen, seiner Kultur und Wissenschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4gypten war aber nicht nur Hochkultur und Zufluchtsst\u00e4tte f\u00fcr Israeliten, sondern ihr G\u00f6tterkult war grundlegend und bestimmte Politik und Lebensalltag. Sonneng\u00f6tter, Toteng\u00f6tter der Unterwelt, Lokalg\u00f6tter. Insgesamt gab es \u00fcber 1.500 G\u00f6tter. Sie hatten alle gro\u00dfe oder kleine Tempel. Und der Pharao galt als der <strong>Vermittler <\/strong>zwischen diesen Gottheiten und der Erde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die bekanntesten G\u00f6tter waren Re, Amun, Osiris. Dem Mythos nach soll Osiris als menschlicher Herrscher gewirkt haben. Osiris heiratete seine Schwester Isis, durch deren magische Kr\u00e4fte er sp\u00e4ter zum Herrscher der Unterwelt wurde: Sein Bruder Seth, der auf Osiris&#8216; Beliebtheit neidisch war, lockte ihn in eine Kiste, die er dann in den Nil warf, und ertr\u00e4nkte so Osiris. Isis fand den Leichnam, lie\u00df ihn aber unbewacht, so dass Seth ihn in 14 Teile schneiden und \u00fcber ganz \u00c4gypten verteilen konnte. Isis suchte sie wieder zusammen und lie\u00df sie von Anubis wie eine Mumie zusammenbinden, sie nahm die Gestalt eines Falken an und schlug mit den Fl\u00fcgeln, wodurch sie Osiris durch ihre Magie, wieder zum Leben erweckte und zeugte mit ihm Horus, der sp\u00e4ter seinen Vater r\u00e4chte. Osiris aber wurde oberster Totengott im Jenseits und jeder verstorbene Pharao im alten \u00c4gypten wurde fortan selbst zu einem Osiriswesen. Soviel nur zu den mythischen G\u00f6tterlegenden der \u00c4gypter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was den Glauben der alten \u00c4gypter betrifft, gab es neben dem irdischen Leben im Diesseits ein Leben im Jenseits. Um nach dem Tod daf\u00fcr erhalten zu bleiben, musste der K\u00f6rper f\u00fcr ein Leben nach dem Tode einbalsamiert werden. Auch die G\u00f6tter im alten \u00c4gypten waren sterblich und existierten allesamt in der jenseitigen Welt. Alle, die das Totengericht nicht bestanden haben, endeten im &#8222;Nichtsein&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Keine andere Kultur wie das alte \u00c4gypten hatte eine solange Zeit von 2.800 Jahren G\u00f6tzenanbetung betrieben. Dabei war keine andere Nation so nah mit Gottes Plan f\u00fcr sein erw\u00e4hltes Volk Israel und mit den Juden verbunden. Der hartherzige und verstockte Pharao, der trotz der 10 schlimmen Strafplagen Gottes das Volk Israel nicht in die Freiheit ziehen lie\u00df, ist ein Sinnbild f\u00fcr ganz \u00c4gpyten. Sie haben dennoch die wunderbare Befreiung der Israeliten erleben m\u00fcssen, sowie den Untergang ihrer eigenen Armee, dennoch haben sie sich nicht zum einzig wahren Gott bekehrt, sondern sind ihm trotzig geblieben. Im Buch der Offenbarung (11,8) wird sp\u00e4ter der endzeitliche Abfall der Welt von Gott als das geistliche Sodom und \u00c4gypten bezeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser alte G\u00f6tzenglaube der \u00c4gypter ist l\u00e4ngst untergegangen. Dass seit dem 7. Jahrhundert nach Christus der Islam wie ein Krake die arabischen V\u00f6lker und auch \u00c4gypten in Gefangenschaft genommen hat, h\u00e4lt die Menschen in einer fortw\u00e4hrenden Feindschaft zu Gottes Volk Israel und zu dem lebendigen Gott selbst. Wie aktuell das Thema G\u00f6tzendienst f\u00fcr \u00c4gypten ist, sehen wir gleich in der Auslegung von Jesaja 19.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. \u00c4gyptens heilsgeschichtliche Bedeutung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir uns jetzt Jesaja 19 anschauen, dann k\u00f6nnen wir das nur, wenn wir das Gesamtzeugnis der Heiligen Schrift vor Augen haben. Diese prophetischen Worte von Jesaja sind eine Offenbarung Gottes im Hinblick auf den wiederkommenden Messias, auf das gerechte Reich Gottes und die endzeitlichen Gerichte. Und ich sage gleich, ich habe dar\u00fcber keine volle Erkenntnis und die k\u00f6nnen wir auch gar nicht haben, weil die endzeitlichen Schriftstellen, insbesondere die apokalyptischen Schriften Daniel und Offenbarung, nicht zum Ziel haben einen minuti\u00f6sen, chronologischen Ablauf der letzten Dinge zu schildern. Vielmehr wollen sie in der Darlegung der kommenden Ereignisse ein Trostbuch sein f\u00fcr die verfolgte Gemeinde Jesu und das verfolgte Volk Israel vor der Wiederkunft Jesu. Denn es werden nach biblischer Verhei\u00dfung schwerste Zeiten kommen mit Seuchen, Hunger, Naturkatastrophen, Inflation und Kriegen, viel schlimmer als alles bisher Gewesene. Und f\u00fcr diese Zeit brauchen wir geistliche Orientierung, Klarheit und N\u00fcchternheit. Und alles, was wir dazu brauchen hat uns Gott in seinem Wort offenbart. Und durch die verhei\u00dfene Erl\u00f6sung und Vollendung der Gemeinde Jesu und des Volkes Israel, erhalten wir tiefste Glaubensgewissheit. Das ist so wie in einem Ruderboot. Der Ruderer sitzt immer mit dem R\u00fccken in Fahrtrichtung, so kommt er voran. Mit der n\u00e4herkommenden Vollendung des Reiches Gottes im R\u00fccken, k\u00f6nnen wir getrost unser gegenw\u00e4rtiges Leben im Blick haben, unseren Auftrag jetzt und hier erf\u00fcllen und die Dinge, mit denen wir zu k\u00e4mpfen haben, verstehen und deuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit den Visionen Jesajas will Gott daher nicht einfach die Zukunft vorhersagen, sondern den Erl\u00f6sungsplan f\u00fcr Israel und die Nationen beschreiben. Und die prophetischen Stellen in der Bibel sind h\u00e4ufig nicht eindimensional, sondern ereignen sich oft in mehrstufigen Erf\u00fcllungen, die auch eine innere Dynamik haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur\u00fcck auf Anfang. Mit Abraham f\u00e4ngt Gott ja seine Erw\u00e4hlungsgeschichte an (1.Mos12,3). <strong>Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum gro\u00dfen Volk machen und will dich segnen und dir einen gro\u00dfen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Israel ist also zu einer heiligen Nation berufen, zu einem Priestervolk f\u00fcr alle Nationen. Damit dieser Segen auch in den Nationen Wirklichkeit wird, ist es notwendig, dass diese den Bund Gottes mit Israel verstehen und darin einstimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir m\u00fcssen nun die ganze Geschichte Israels \u00fcberspringen, ebenso das Kommen Gottes auf die Erde in seinem Sohn Jesus Christus. Mit der Kreuzigung und Auferstehung Jesu, mit seiner Himmelfahrt und der Sendung seines Heiligen Geistes an Pfingsten hat Gott alles f\u00fcr sein Ziel getan, n\u00e4mlich, dass sein Reich komme im Himmel und auf Erden! Er hat dadurch einen neuen Bund geschlossen in Christus, an dem alle Anteil haben, die an Christus glauben und in seiner Nachfolge leben. Und der auferstandene und verherrlichte Christus wird am Ende dieser Weltenzeit ein zweites Mal sichtbar auf diese Erde kommen, dann, um Gericht halten. Und nach Vollendung seiner Gerichte wird er regieren im neuen Himmel und auf der neuen Erde. Der Thron des Herrn wird im Himmel sein und Christus wird zugleich bei den Bewohnern der neuen Erde in der heiligen Stadt, dem neuen Jerusalem sein (Offb 21).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist Gottes Ziel und deshalb sagt Jesus auch in der Bergpredigt (Mt6,33) zu seinen J\u00fcngern: <strong>\u201eTrachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit.\u201c<\/strong> Denn Gottes Reich ist Friede, Freude und Gerechtigkeit in Vollkommenheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor es aber soweit ist, m\u00fcssen noch die 70 Jahrwochen, die dem Prophet Daniel offenbart wurden, vollendet werden. 69 sind bereits erf\u00fcllt, die letzte und 70. Jahrwoche steht noch bevor. Eine Jahrwoche sind 7 Jahre. Und die letzte ist unterteilt in zwei Mal dreieinhalb Jahre. Es werden grauenvolle Jahre, wie nie zuvor gewesen. Und in der Mitte dieser Jahrwoche, also nach dreieinhalb Jahren wird die schreckliche Fratze des Antichristen deutlich und er setzt sich auf den Thron im wiedererbauten Tempel in Jerusalem. Jesus mit seinem Reich wird gegen ihn k\u00e4mpfen, Jesus wird alles B\u00f6se richten und sein messianisches Reich zum v\u00f6lligen Durchbruch bringen. Gottes ewiges Reich im Himmel und auf Erden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Bereich dieser 70. Jahrwoche zielt auch die Prophetie von Jesaja im 19. Kapitel. Diese Vorausschau beschreibt ein f\u00fcrchterliches Gerichtshandeln Gottes an \u00c4gypten \u2013 jedoch mit einer heilenden Zielrichtung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Jesaja (26,9) durfte auch die Begr\u00fcndung erkennen: <strong>Denn wenn Gottes Gerichte \u00fcber die Erde gehen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4gypten steht hier also exemplarisch f\u00fcr alle V\u00f6lker. Und das ist kein Zufall, denn keine Nation dieser Welt hat so lange und hart G\u00f6tzendienst betrieben wie \u00c4gypten. Das hat die \u00c4gypter daran gehindert, mit Gottes Pl\u00e4nen f\u00fcr das j\u00fcdische Volk \u00fcbereinzustimmen und den HErrn anzubeten. Es gab zwar eine gewisse Zeit in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt, da haben sich viele in \u00c4gpyten zu Christus bekehrt, es gab starke christliche Gemeinden und hervorragende Theologen. Aber die Ver\u00e4nderungen waren nicht tief genug, die alten Festungen des G\u00f6tzendienstes wurden nicht ausgerottet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute sind es nicht mehr die alten G\u00f6tzen der Pharaonen, aber es gibt insbesondere im \u00e4gyptischen Islam viele okkulte Praktiken und d\u00e4monische Manifestationen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb hei\u00dft es in Vers 1: <strong>Der HErr wird \u00fcber \u00c4gpyten kommen, die G\u00f6tzen \u00c4gyptens werden beben und das Herz der \u00c4gypter feige werden. Bruder wird gegen Bruder und Stadt gegen Stadt k\u00e4mpfen.<\/strong> Hier gab es in j\u00fcngster Zeit Vorschattungen beim sogenannten \u201eArabischen Fr\u00fchling\u201c, als die Menschen eine Revolution angelegt hatten gegen die autorit\u00e4ren Machthaber. In \u00c4gypten wurde im Jahr 2011 Pr\u00e4sident Mubarak gest\u00fcrzt. In diesen innenpolitischen Auseinandersetzungen kam die Muslimbruderschaft an die Macht, f\u00fchrte die Scharia ein und regierte grausam gegen das eigene Volk. In einem Putsch hat das \u00e4gyptische Milit\u00e4r die Muslimbr\u00fcder gest\u00fcrzt. Seither ist es deutlich ruhiger geworden. Wie gesagt, das sind nur Wehen, es wird wieder zu innenpolitischen K\u00e4mpfen kommen und am Ende wird der HERR \u00c4gypten durch eine fremde, grausame Macht besiegen lassen. So steht es in Vers 4.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und in Vers 5: <strong>Das Wasser im Nil wird vertrocknen.<\/strong> Hier erkennen wir, dass diese prophetischen Visionen des Jesaja sich bisher noch nicht verwirklicht haben, sondern tats\u00e4chlich auf die letzte Jahrwoche in der Endzeit zielen. Denn noch nie in seiner langen Geschichte war der Nil als Lebensader \u00c4gyptens ausgetrocknet. Aber genau das wird geschehen. Achtet auf den Nil, denn dieser wird verschwinden. Das schauen auch die Propheten Hesekiel (Kap. 30) und Sacharja (Kap. 10). Die Austrocknung des Nils wird zu einer Katastrophe f\u00fchren. 95 Prozent der \u00c4gypter leben direkt am Nil auf nur 3 Prozent der Fl\u00e4che \u00c4gyptens. Die restlichen 97 Prozent sind W\u00fcste und fast unbewohnbar. Ohne den Nil wird es kein Wasser und keine Ernten mehr geben. Landwirtschaft, Industrie und Wirtschaft brechen zusammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00c4gypten wird keine weisen Ratgeber mehr haben, sondern ein Taumelgeist wird \u00fcber sie ausgegossen<\/strong>, so dass ihnen in ihrer Verwirrung nichts mehr gelingt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie werden erschrecken vor dem HErrn Zebaoth und vor dem Land Israel. Eine tiefe Furcht wird auf die Herzen der \u00c4gypter kommen. Und aus Spr\u00fcche 9,10 wissen wir: <strong>Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang.<\/strong> Die \u00c4gypter werden in ihrer Not also zu dem Gott Israels um Hilfe schreien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und es folgen weitere sehr interessante prophetische Worte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zu der Zeit werden f\u00fcnf St\u00e4dte in \u00c4gyptenland die Sprache Kanaans sprechen und bei dem HERRN Zebaoth schw\u00f6ren.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im zweiten Jahrhundert vor Christus muss es bereits solche f\u00fcnf St\u00e4dte gegeben haben, zu diesen geh\u00f6rte auch Leontopolis, die L\u00f6wenstadt und Heliopolis, die Stadt der Verw\u00fcstung bzw. Stadt der Sonne, die auch Jesaja als \u201eIr-Heres\u201c vorhersagte. In Leontopolis gab es sogar einen Jahwe-Tempel. Gab es dort Schlacht- und Speiseopfer? Dies war nun allerdings die Zeit, in der der b\u00f6se Seleukidenk\u00f6nig Antiochus IV. \u00fcber Israel herrschte, den Tempel in Jerusalem entweihte und zu einem Zeus-Tempel umfunktionierte. Dieser Antiochus IV. hatte auch einen \u00c4gyptenfeldzug unternommen. War der Tempel in Leontopolis also eine Frevelhandlung? Als vermeintliches Zugest\u00e4ndis f\u00fcr die dortigen Juden? Gab es dann dort die Schlachtopfer, die in Jerusalem nicht mehr m\u00f6glich waren? Ich wei\u00df es nicht. Antiochus der IV. wird von manchen auch als der altestamentliche Antichristus bezeichnet, quasi als Vorschattung des endzeitlichen Antichristus, der sich einmal in den Tempel in Jerusalem setzen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir Jesaja 19 insgesamt bedenken, n\u00e4mlich dass die \u00c4gypter sich zum Herrn bekehren, indem der Herr sie schlagen und heilen wird und dass es eine wunderbare Stra\u00dfe geben wird &#8211; dazu komme ich gleich -, dann ist klar, in seiner F\u00fclle hat sich diese gewaltige Prophetenschau in der Zeit des Antiochus noch nicht verwirklicht. Gottes Wort erf\u00fcllt sich wie gesagt in mehreren Stufen bzw. Ebenen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer \u00c4gypten heute kennt, mit seiner starken islamischen Pr\u00e4gung und arabischen Sprache, der kann sich das kaum vorstellen. 5 St\u00e4dte mit hebr\u00e4ischer Sprache?! Und dort wo Hebr\u00e4isch gesprochen wird, wird auch der einzig wahre Gott geachtet und verehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Vers l\u00e4sst einiges offen. Werden das \u00c4gypter oder Israeliten sein? Werden diese St\u00e4dte quasi Leuchtt\u00fcrme sein f\u00fcr ganz \u00c4gypten und\/oder Zufluchtsst\u00e4tten f\u00fcr Juden bzw. messianische Juden, die aus Israel fliehen m\u00fcssen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bemerkenswert ist auch, dass es heute einen Stadtteil im Nordosten von Kairo gibt, der hei\u00dft Heliopolis. Und gerade dort gibt es Zuz\u00fcge von Gl\u00e4ubigen, deren Kinder hebr\u00e4isch als Zweitsprache lernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann folgt in Vers 22 noch einmal das Schl\u00fcsselprinzip von Gottes Handeln an der ungerechten Menschheit: <strong>Der HERR wird die \u00c4gypter schlagen und heilen; und sie werden sich bekehren zum HERRN, und er wird sich erbitten lassen und sie heilen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt kommen wir zum Finale! <strong>Zu der Zeit wird eine Stra\u00dfe sein von \u00c4gypten nach Assyrien, damit \u00c4gypter und Assyrer Gott dienen k\u00f6nnen. Und Israel wird mit ihnen die Dritte sein. Ein Segen mitten auf Erden.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese 2.800 Jahre alte Prophezeiung wartet auf Erf\u00fcllung. Diese arabisch-islamischen L\u00e4nder sind untereinander feindlich und zerstritten. Was wird das aber sein, wenn die Menschen dieser L\u00e4nder auf dieser kommenden Stra\u00dfe reisen, sich zu versammeln und gemeinsam den einzig wahren Gott anzubeten!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Israel wird die Dritte sein, dazu war es notwendig, dass Israel \u00fcberhaupt wieder zu einer Nation wird. Dazu handelte Gott durch die Wirrnisse der beiden Weltkriege hindurch, durch den Holocaust begannen gro\u00dfe Zuwanderungsstr\u00f6me von Juden ins verhei\u00dfene Land, das \u00f6de und verlassen brach lag. Nach der Zerst\u00f6rung durch die R\u00f6mer im Jahr 70 nach Christus gibt es nun seit 1948 wieder einen Staat Israel. Ihr seht, in welch spannenden Entwicklungen und Zeiten wir leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und der Herr wird sie alle segnen und sprechen: Gesegnet bis du \u00c4gypten, mein Volk, und du, Assur, meiner H\u00e4nde Werk, und du, Israel, mein Erbe!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist aber nicht Israel Gottes Volk? Ja, und doch m\u00fcssen wir Hosea 2,25 bedenken, dass auch die Nationen zu Gottes Volk werden k\u00f6nnen. Und in Bezug darauf, dass Menschen aus allen V\u00f6lkern zu Christus finden sollen, zitiert der Apostel Paulus in R\u00f6mer 9,25 genau diesen Vers aus Hosea.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott hatte schon bei der Berufung des Abrahams einen weiten Blick, er wird das alles verwirklichen. Mit Saras Sohn Isaak hat Gott die Verhei\u00dfungslinie und den Bund weitergef\u00fchrt. Aber Gott legte auch Segen auf Hagars Sohn Ismael. Und Hagar war eine <u>\u00e4gyptische<\/u> Sklavin, wurde Abrahams Nebenfrau. Darauf d\u00fcrfte zur\u00fcckgehen, dass \u00c4gypten zum Prototyp f\u00fcr alle heidnischen Nationen wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Assur als Werk Gottes ist leicht zu verstehen. Das gottlose Assur gebrauchte Gott bereits als Gericht \u00fcber das Nordreich Israel. Wie souver\u00e4n kann Gott sie jetzt in seinen Dienst und seine Anbetung rufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4gypten und Assyrien anbeten den lebendigen Gott, das wird Israel zur Eifersucht reizen. Die Sehnsucht nach ihrem Messias wird gro\u00df werden und wenn Jesus sichtbar auf Zion erscheinen wird, werden die Juden ihn erkennen. Jesus Christus wird als Br\u00e4utigam kommen, um seine geliebte Braut zu nehmen, um sein Erbteil Israel zu regieren. So wie er dann auch \u00fcber die gesamte V\u00f6lkerwelt regieren wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. \u00c4gypten und wir Christen<\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>\u00c4gypten hatte und hat also eine lange Geschichte mit Israel.<\/li>\n<li>\u00c4gypten war zudem das einzige Land neben Israel, in dem Jesus gelebt hat.<\/li>\n<li>\u00c4gypten hat eine reiche Kirchengeschichte. Die dortige koptische Kirche geht vermutlich auf den Evangelisten Markus als Gr\u00fcnder zur\u00fcck und ist die \u00e4lteste existierende Kirche der Welt.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir die Zusammenh\u00e4nge verstehen wollen, m\u00fcssen wir zwei unterschiedliche Berufungen Gottes unterscheiden. Die Christen aus allen Kirchen dieser Welt haben wir eine himmlische Berufung. Israel und durch sie auch die V\u00f6lkerwelt haben eine irdische Berufung. Dazu finden wir ganz viel in R\u00f6mer 9-11, im Buch Daniel und in der Offenbarung. Als Christen werden wir in der kommenden letzten Jahrwoche gemeinsam mit dem Volk Israel schlimmste N\u00f6te erleben und das Auftreten des Antichristus auf der Weltb\u00fchne. Dieser falsche Christus wird sich in den Tempel Gottes setzen und vorgeben, selbst Gott zu sein. Aber bevor die in der Offenbarung geschilderten Plagen und Gerichtsakte Gottes \u00fcber diese Welt, den falschen Christus, die Menschen und \u00fcber Satan selbst ergehen, wird unsere Entr\u00fcckung in den Himmel stattfinden. Wir werden also nicht im J\u00fcngsten Gericht gerichtet. Wer neu geboren ist aus Wasser und Geist, der geh\u00f6rt zu Christus und ist versiegelt mit dem Heiligen Geist. \u00dcber deren Zukunft ist bereits entschieden, wie uns die Evangelien, die Apostelgeschichte und die neutestamentlichen Briefe bezeugen. So schreibt Paulus in 1. Thessalonicher 5: <strong>Ihr aber seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb \u00fcber euch komme. Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. \u2026 Denn Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, die Seligkeit zu besitzen durch unsern Herrn Jesus Christus, der f\u00fcr uns gestorben ist, damit, ob wir wachen oder schlafen, wir zugleich mit ihm leben.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gemeinde Jesu hat also eine himmlische Berufung, das Volk Israel hat eine irdische Berufung. Wenn Gottes Reich der Gerechtigkeit vollkommen ist, werden wir also im neuen Himmel sein und das gl\u00e4ubige Israel und die gl\u00e4ubigen Nationen auf der neuen Erde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was wir heute geh\u00f6rt haben aus Jesaja 19 und sich ereignen wird \u201e<strong>zur der Zeit<\/strong>\u201c bzw. \u201e<strong>an jenem Tage<\/strong>\u201c bezieht sich also auf das Erscheinen des Reichs Gottes auf Erden. Damit muss kein 24-Stunden-Tag gemeint sein, sondern viel eher eine Zeitspanne, genau ist das nicht offenbart.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da wir als Christen in diese letzte 7. Jahrwoche noch mit hineingehen, sind wir selbst auch von den Ereignissen aus Jesaja 19 noch mit ber\u00fchrt. Unsere Aufgabe ist es, das Evangelium zu verk\u00fcndigen, damit Menschen zu Christus finden. Unsere Aufgabe ist es, f\u00fcr Israel und die Nationen zu beten. Zu beten, dass Gottes Reich komme im Himmel und auf Erden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und unsere Aufgabe ist wachsam zu sein, also habt auch Acht auf den Nil! Vor allem aber auf das, was Jesus in seiner Endzeitrede (Mt 24f) gesagt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ach ja, und unser Paar vom Anfang. Das ist inzwischen \u00e4lter geworden. Und es ist auch weiser geworden. So war es n\u00e4mlich Gottes Wunsch, dass sie nicht direkt nach Israel reisen, sondern zuerst nach \u00c4gypten. Und da Gott keine Fehler macht, freuen wir uns dar\u00fcber und bleiben erwartungsvoll gespannt auf die Reise in das gelobte Land. Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfarrer Ulrich J. Hauck<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Predigt am sechsten Sonntag nach Trinitatis \u2013 24.07.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal vor vielen Jahren ein junges Paar, das wollte eine Reise machen ins gelobte Land. Gro\u00df war ihre Freude darauf, alles vorbereitet, aber die Umst\u00e4nde lie\u00dfen es nicht zu. Jahre vergingen bis zum n\u00e4chsten Versuch, aber auch dieser wollte ihnen nicht gelingen. Wieder gingen die Jahre dahin, da scheiterte auch der dritte Anlauf, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":480,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[12],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19079"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/480"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19079"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19079\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19082,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19079\/revisions\/19082"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19079"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19079"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19079"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}