{"id":19042,"date":"2022-07-11T17:41:35","date_gmt":"2022-07-11T15:41:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19042"},"modified":"2022-07-11T17:53:15","modified_gmt":"2022-07-11T15:53:15","slug":"predigt-ueber-2-mose-1320-22-wenn-jemand-eine-reise-tut-so-kann-er-was-erzaehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=19042","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber 2. Mose 13,20-22: Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erz\u00e4hlen."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Worauf kommts an, wenn ich eine Zugreise durchs Land antrete? Brauche ich da ein Sachbuch \u00fcber das Kochen? Damit kann ich erfahren, wie man einen guten Sp\u00e4tzleteig macht. Man nehme 300gr Mehl, der Schwabe leihe sich dann 3 Eier und gebe 150 ml Wasser dazu. Die z\u00e4he Masse wird ins Wasser geschabt. Aber das ist doch ein Schlag ins Wasser, wenn es um Abfahrts- und Ankunftszeiten geht. Sp\u00e4tzle sind hier fehl am Platz. Worauf kommts an, wenn ich eine Zugreise durchs Land antrete? Brauche ich ein Lehrbuch \u00fcbers Sternegucken? Damit kann ich lernen, wie man Sternbilder erkennt. In der Ekliptik liegt der ganze Tierkreis. An Adler, Sch\u00fctze, Wassermann sollen k\u00fcnftige Vorkommnisse vorhergesagt werden. Aber das ist doch ein reiner Witz, wenn es um Umsteige- und Zielbahnh\u00f6fe geht. Wer nach den Sternen schaut, guckt in den Mond.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was brauche ich, wenn ich eine Zugreise durchs Land antrete, wenn es um Regio und ICE Z\u00fcge geht? Ganz schlicht und einfach einen Fahrplan, ein Kursbuch. Darin finde ich den Weg, darin finde ich das Ziel. Darin finde ich alles, was ich zur Reise wissen muss. F\u00fcr die Zugreise durchs Land brauche ich einen Fahrplan, und f\u00fcr unsere Lebensreise auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist das f\u00fcr ein Irrsinn, um die k\u00fcnftigen Geschehnisse zu erfahren verr\u00e4t uns zwar das Kochbuch manche kulinarischen Geheimnisse, aber mehr nicht? Was ist das f\u00fcr ein Schwachsinn, am in die Sterne zu gucken, um die Zukunft vorherzusagen? Einen Fahrplan braucht man und dieses gibt&#8217;s hier bei Mose.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manche meinen, es sei ein Tagebuch des Mose, der dem m\u00e4chtigen Pharao respektlos entgegengetreten ist und die Freiheit des versklavten Volkes verlangt hat. Das ist es auch, aber es ist mehr. Manche meinen, es sei das Erinnerungsbuch der Kinder Israel, das nach 430 Jahren Sklaverei mit Sack und Pack und Mann und Maus aus \u00c4gypten ausgezogen ist. Das ist es auch, aber es ist mehr. Manche meinen, es sei ein Geschichtsbuch des j\u00fcdischen Volkes, das \u00fcber den unvergessenen und bis heute gefeierten Exodus berichtet. Das ist es auch, aber es ist mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Mosebuch ist das Kursbuch der Gemeinde Gottes. Darin \ufb01nden wir unseren Weg. Darin \ufb01nden wir unser Ziel. Darin finden wir alles, was wir f\u00fcr unsere Lebensreise wissen m\u00fcssen. Also lassen wir uns von diesem Buch den Kurs angeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Ortsangabe \u2013 Sukkot:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Zelten ist des Christen Lust,<br \/>\n<\/strong><strong>das muss ein schlechter J\u00fcnger sein,<br \/>\n<\/strong><strong>dem niemals fiel das Zelten ein.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sukkot bedeutet soviel wie \u201eZelte\u201c, \u201eLager.\u201c Sie wohnen also nicht mehr in festen H\u00e4usern. Planen spannen sich \u00fcber ihren K\u00f6pfen. Der Wind pfeift durch die Lagerstadt. Ich kann mir das richtig vorstellen. In der Fr\u00fche bl\u00e4st es zum Aufbruch. Zeltp\ufb02\u00f6cke werden herausgerissen, Teppiche zusammengerollt, Kisten verpackt und Tiere beladen. Dann geht der Zug los. Und abends kommt das Signal zum Lagern. Tiere werden entladen, Kisten ausgepackt, Teppiche ausgerollt und Zeltp\ufb02\u00f6cke eingeschlagen. Die Marschierer kommen zur Ruhe, aber nur f\u00fcr eine Nacht. Am n\u00e4chsten Morgen derselbe Trompetensto\u00df und am n\u00e4chsten Abend dasselbe Haltesignal Tag f\u00fcr Tag, Woche f\u00fcr Woche, Jahr um Jahr. Sie sind heimatlos. Sie sind unterwegs. Sie sind immer im Aufbruch. Das Volk Gottes existiert zwischen gestern und morgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei ist es keine Wanderlust, die sich in ihrer Brust regt. Die Golfregion ist wahrlich kein Wandergebiet. Es ist auch kein Unternehmergeist, der sie so mobil macht. \u00d6lgesch\u00e4fte gibt es noch nicht zu t\u00e4tigen. Es ist erst recht kein Fernweh, das sie immer weitertrieb. Nein, der Herr zieht los. Der Herr befiehlt den Marsch. Der Herr macht sie zu Wanderern zwischen zwei Welten. Das Volk Gottes ist Auszugsgemeinde, und dabei bleibt es.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon zu Sukkoth ging die wunderbare F\u00fchrung des Herrn los, sie wichen schon jetzt rechts ab, von der geraden Stra\u00dfe, welche sie durch das Philister Land innerhalb 12 bis 14 Tagen bis nach Kanaan gef\u00fchrt h\u00e4tte. Auf diesem Wege w\u00e4ren keine Berge zu \u00fcberwinden, keine heulende W\u00fcste zu durchwandern, und kein Meer w\u00e4re ihnen im Wege gewesen. Wenn sie selbst die Wahl gehabt h\u00e4tten, w\u00fcrden sie die einfache Stra\u00dfe eingeschlagen haben, aber der Herr f\u00fchrte sie, und so ging&#8217;s oft gegen die Vernunft. Nur so haben sie Gottes G\u00fcte und Treue in vielen\u00a0 Erfahrungen kennengelernt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr wisst, dass es zwei Wege zur Ewigkeit gibt. Der eine ist breit und da gehen viele darauf, aber der f\u00fchrt zur Verdammnis. Der andere, der ist schmal, auf den kommt man nur durch eine enge Pforte, der f\u00fchrt zum Leben und der wird von wenigen gefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Weg, den Christen gef\u00fchrt werden, ist oft ganz anders, als sie sich das gerne w\u00fcnschen. H\u00e4tten wir zu bestimmen, so w\u00fcrde dieser Weg f\u00fcr sie einfach und gem\u00fctlich, und keine dem\u00fctigenden Dornen oder gar Leiden. Des Herrn Weg geht anders. Er macht zunichte, was etwas ist, damit er alles in allem sei. Man verliert nach und nach sogar sein eigenes Leben, und damit auch alle eigene Kraft, und es hei\u00dft dann: An deiner Gnad&#8216; allein ich kleb&#8216;. Wie gro\u00df wollten die J\u00fcnger werden, wie klein wurden sie aber! Nur so haben sie Jesus verherrlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn wir in festen H\u00e4usern wohnen, auch wenn wir Ziegeld\u00e4cher \u00fcber den K\u00f6pfen haben, auch wenn kein Wind durch die Fugen pfeift, in der Fr\u00fche des Tages brechen wir auf und abends suchen wir unser Lager: Tag f\u00fcr Tag, Woche f\u00fcr Woche, Jahr um Jahr. Wir sind heimatlos. Wir sind unterwegs. Wir sind immer im Aufbruch. Gemeinde Jesu existiert zwischen gestern und morgen. Dabei ist es wahrlich keine Wanderlust, die uns weitermarschieren l\u00e4sst. Zu gerne w\u00e4ren wir an manchen Pl\u00e4tzen und Orten geblieben. Es ist wahrlich kein Unternehmergeist, der uns so unruhig macht. Zu gerne h\u00e4tten wir Augenblicke und Stunden festgehalten. Zu gerne w\u00fcrden wir das Altern und Abschiednehmen einfach vergessen. Aber der Herr zieht los. Der Herr be\ufb01ehlt den Marsch. Der Herr macht uns zu Wanderern zwischen zwei Welten. Den Rucksack auf der Schulter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus sagt: \u201eIch vergesse, was dahinten ist, und strecke mich nach dem, was vorne ist\u201c. Da m\u00f6gen wir in einer Stadt aufgewachsen, gelebt, alt geworden sein, so gilt doch: \u201eWir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zuk\u00fcnftige suchen wir.\u201c Da m\u00f6gen wir die Uhr anhalten und zum Augenblick sagen: \u201eVerweile doch, du bist so sch\u00f6n!\u201c so gilt doch: \u201eEin Tag, der sagts dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur gro\u00dfen Ewigkeit\u201c. Sicher hat das franz\u00f6sische Lied recht: Partir c\u2018est mourir en peu, Abschiednehmen ist ein bisschen Sterben, aber weil der Herr losschickt, will ich mich darein schicken. Sukkot meint: Der Herr zieht los.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Weg zum himmlischen Kanaan ein ein ganz anderer, als die Vernunft es vermutet. Es geht nach Ps. 32: \u201eIch will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst.\u201c Wenn ein Einheimischer die Kinder Israel von Raemses nach Sukkoth, von da nach Etham und von da sogar nach Hachirot ziehen sah, der musste sie f\u00fcr unsinnig halten. Der h\u00e4tte gerufen: \u201eHalt! Links abbiegen!\u201c Aber nein, Gott befahl den Umweg durch nach Kanaan, denn es ging immer weiter von der gebahnten Stra\u00dfe ab in die W\u00fcste. Und werden nicht Jesusnachfolger oftmals als Narren angesehen, weil sie nicht von dieser Welt sind und nicht nach dem Mainstream der Welt handeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Sukkoth haben sie noch vom mitgenommenen Vorrat aus \u00c4gypten gelebt. Sie brauchten noch nicht so v\u00f6llig im Glauben zu leben. Aber dieser Vorrat war bald verbraucht und was dann? Im Anfang des Christentums kann man gew\u00f6hnlich noch viel selber. Petrus g\u00fcrtete sich, so lange er jung war, selbst und ging, wohin er wollte; sp\u00e4ter aber musste er seine H\u00e4nde ausstrecken, und ein anderer g\u00fcrtete ihn und f\u00fchrte ihn, wohin er nicht wollte. Sp\u00e4ter h\u00f6ren wir keine so gro\u00dfen T\u00f6ne mehr, wohl aber sagt er: \u201eHaltet fest an der Demut!\u201c Das eigene K\u00f6nnen verliert und verzehrt sich, wie Israels \u00e4gyptischer Vorrat, je l\u00e4nger je mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ach, liebe Gemeinde, wie wirst du im Glauben leben m\u00fcssen, wenn du erst in die W\u00fcste kommst, wo nicht einmal Wasser ist! Doch der Herr ist mit dir, und das ist genug. So wirst du endlich auf die Frage: Habt ihr je Mangel gehabt? antworten: Herr, keinen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Ortsangabe \u2013 Etham:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gott wei\u00df, zu dir geht stets mein Sinn,<br \/>\n<\/strong><strong>Doch jetzt zieht mich&#8217;s nach Etham hin!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etham hat mehrere Bedeutungen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erste Bedeutung: \u201eGrenzfeste\u201c<\/strong>. Sie leben also nicht mehr innerhalb gesicherter Grenzen. Der Weg geht hinaus in unbekanntes Land. W\u00fcste beginnt. Sie wissen, was das bedeutet. W\u00fcste hei\u00dft Durst. Im Sand versickert das Wasser. Die Feld\ufb02aschen werden bald leer sein. W\u00fcste hei\u00dft Hunger. Im Sand w\u00e4chst kein Getreide. Brotbeutel werden bald leer gegessen sein. W\u00fcste hei\u00dft Hitze. Im Sand brennt die Sonne. Die Leute werden bald die Fl\u00fcgel h\u00e4ngen lassen. W\u00fcste hei\u00dft Orientierungslosigkeit. Im Sand verwehen die Wege. Die Anf\u00fchrer werden bald nach Auswegen suchen. In dieser wasserlosen, kargen, hei\u00dfen, unwegsamen W\u00fcste sind sie verloren, wenn, ja wenn ihr Herr nicht mitzieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Gott zieht mit, am Tag in einer Wolkens\u00e4ule und bei Nacht in einer Feuers\u00e4ule. Sie sind nie allein. Sie sind in st\u00e4ndiger Begleitung. Sie sind immer in seiner N\u00e4he. Das Volk Gottes existiert in seiner Gegenwart. Nun brauchen sie keinen fadenscheinigen Optimismus: \u201eAuf jeden Dezember folgt wieder ein Mail\u201c Nun brauchen sie keinen gef\u00e4hrlichen Aberglauben: Das Hufeisen am Wagen bringt nichts. Der Herr marschiert mit. Der Herr bleibt bei seinen Leuten. Das Volk Gottes ist unter besonderen Schutz gestellt. Dabei bleibt es.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Diese S\u00e4ule ist ein Vorbild Christi im AT<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1.) \u008cEr <strong>sch\u00fctzt uns durch sein stellvertretendes Leiden.<\/strong> Er hat uns durch sein Blut mit Gott vers\u00f6hnt und der bu\u00dffertigen S\u00fcnder wird vor allem bewahrt vor der g\u00f6ttlichen Heiligkeit und Gerechtigkeit, die hat er in Jesus. Unter dem Schatten seiner Fl\u00fcgel war David. Was ist bei gro\u00dfer Sonnenhitze lieblicher und erquicklicher, als ein k\u00fchler Schatten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008d2.) Sie ist ein Bild f\u00fcr Jesu <strong>k\u00f6nigliches Amt,<\/strong> denn so wie er leitet, sch\u00fctzt\u00a0 er sie auch gegen die sie umgebenden Gefahren, \u201edenn der Herr beh\u00fctet dich, der Herr ist dein Schatten \u00fcber deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts;\u201c dass dir keine Gefahr schaden kann. \u201eDu leitest mich,\u201c sagt Asaph, \u201enach deinem Rat.\u201c Unser Wille soll sterben, damit der Seinige in uns lebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter des Herrn Leitung geht es gut, aber auch unter keiner andern. Unter derselben geht es bald leichter, bald schwerer, bald so, bald anders, bis man dem Herrn sein Herz gibt und sich seine Wege gefallen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008e3.) \u00dcbrigens hatte die Wolkens\u00e4ule 2 Eigenschaften: Licht und Dunkelheit. Dies sind die <strong>zwei Naturen die Jesus<\/strong> hatte. Seine <strong>g\u00f6ttliche<\/strong> und <strong>menschliche Natur,<\/strong> sowie den Stand seiner <strong>Erniedrigung<\/strong> und <strong>Herrlichkeit.<\/strong> Das hatten sie immer vor Augen. Der <strong>Hebr\u00e4er<\/strong> ruft uns zu: Lasst uns aufsehen auf Jesus, den Anf\u00e4nger und Vollender des Glaubens. Ohne die S\u00e4ule wussten sie weder Weg noch Steg. Und wie w\u00fcssten wir, ohne Jesu Licht, einen Weg, um mit Gott vers\u00f6hnt zu werden, um die Gerechtigkeit zu erlangen, die vor ihm gilt, und von aller Ungerechtigkeit erl\u00f6st zu werden? Wie wollten wir zurecht kommen, wenn er nicht denen erscheinen w\u00fcrde, die in Finsternis und Todesschatten sitzen. Dass er Erkenntnis des Heils, das ist die Vergebung unserer S\u00fcnden. Das er unsere F\u00fc\u00dfe auf den Weg des Friedens leitet? Herr, bleibe deshalb bei uns und leite uns mit deinem Rat, weil wir den Weg nicht wissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Wolkens\u00e4ule wies sie dann von Sukkoth nach Etham. Hier begann die furchtbare W\u00fcste, an deren Eingang Etham lag. H\u00e4tten sie von da nach menschlichem Ermessen weiter ziehen d\u00fcrfen, so w\u00e4re es am kl\u00fcgsten gewesen, sich nach links zu halten, weil sie da nichts mit dem roten Meer zu tun gehabt h\u00e4tten. Aber sie mussten rechts aufs rote Meer zu. Ps. 77,14: \u201eGott dein Weg ist vollkommen!\u201c Wie wunderbar! Sollte denn menschliches Wissen und K\u00f6nnen so gar nichts gelten und ihnen nichts, als der Herr und der Glaube an ihn \u00fcbrig gelassen werden? Ach, es sollte noch \u00e4rger kommen, denn noch hatten sie Mundvorrat. Aber, wenn nun auch der aufgezehrt war? Dann wusste ja niemand Rat, als Gott allein; und wer kommt wohl gern in solche Umst\u00e4nde?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn wir in gesicherten Grenzen wohnen, m\u00fcssen wir immer wieder hinaus in unbekanntes Land. Vieles wird W\u00fcste sein. Hunger werden wir haben, Hunger nach Leben. Durst werden wir haben, Durst nach Liebe. Hitze werden wir erleiden, Hitze im Gesch\u00e4ft und im Privatleben. Orientierungslosigkeiten werden uns zu schaffen machen, in der gro\u00dfen Politik und im eigenen Leben. In der W\u00fcste der Welt sind wir verloren, wenn der Herr nicht mitzieht. Aber Jesus zieht mit. Wohl haben wir keine Wolkens\u00e4ule mehr, aber wir haben den, der in einer Wolke gen Himmel fuhr und auf den Wolken des Himmels wiederkommen wird und gesagt hat: \u201eIch bin euch alle Tage\u201c. Wohl haben wir keine Feuers\u00e4ule mehr, aber wir haben den, der im Geist, zerteilt wie von Feuer, zugesagt hat: \u201eMein Geist soll unter euch sein\u201c. Wir haben es nicht schlechter als die Israeliten, sondern besser. Wort und Sakrament sind unsere beiden S\u00e4ulen. Wer die Bibel liest und zum Abendmahl geht, und beides sollten wir uns wieder ganz fest vornehmen, der h\u00f6rt und schmeckt es: Du bist nicht allein. Du bist in st\u00e4ndiger Begleitung. Du bist immer in Gottes N\u00e4he.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da mag die Sonne stechen, es wird seine Sonne sein. Da mag Dunkelheit hereinbrechen, es wird seine Dunkelheit sein. Da mag der Sturm toben, es wird sein Sturm sein. Auf dem Weg in das Morgen wird uns nichts zugemutet werden, woran er sich durch seine Gegenwart nicht beteiligt. Dein Weg ist vollkommen! \u201eEs kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen, und was mir n\u00fctzlich ist.\u201c Der Herr zieht mit Ihnen. Der Herr marschiert neben Ihnen. Der Herr bleibt bei Ihnen. Sie m\u00fcssen ihm nur auf den Fu\u00df folgen. Etham meint: Der Herr zieht mit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zweite Bedeutung: vollkommen, aufrichtig.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008cDas <strong>Evangelium<\/strong> bietet die <strong>Vollkommenheit<\/strong> an und zwar haben wir alles in\u00a0 Christus; denn \u201eIhr seid vollkommen in ihm, also dass ihr keinen Mangel habt.\u201c Es ist nicht blo\u00df Vergebung aller S\u00fcnden, sondern noch viel mehr. Es ist eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Vollkommenheit, so dass <strong>Luther<\/strong> sagen kann: Ich wei\u00df nicht, wo ich mit aller der Gerechtigkeit hin soll, die ich habe in Christo Jesu. Die Seele kann sich so in ihrer Vollkommenheit in Christo Jesu erblicken, dass sie nicht nur r\u00fchmen kann: mir sind meine S\u00fcnden vergeben, sondern sagen kann: was fehlet mir noch? ich habe nie irgend eine S\u00fcnde begangen noch gehabt. Ich habe einen Gehorsam geleistet, wogegen die Unschuld Adams im Paradies nichts und die Heiligkeit der Engel ein Schatten ist. Nichts habe ich mehr zu tun. Ich bin schon l\u00e4ngst gestorben und wieder auferstanden; ja, ich bin schon l\u00e4ngst im Himmel, wenn gleich jetzt nur noch im Glauben auf Hoffnung, wo, wenn ich mich ansehe, nichts zu hoffen ist . . .\u201c So kann eine Seele reden, die in Etham, in der Vollkommenheit, wohnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008dEtham: <strong>Vollkommenheit<\/strong> auch im Blick auf meinen <strong>Weg,<\/strong> auch wenn es der Umweg ist. Das ist nicht der k\u00fcrzeste Weg von West nach Ost. Die endlose Karawane aus Mensch und Tier schl\u00e4gt einen gro\u00dfen Bogen. Der Treck wird umgeleitet. Mose und seine Stabsleute m\u00f6gen den Kopf gesch\u00fcttelt haben: Warum denn solch ein Umweg, wenn es einen Schnellweg, n\u00e4mlich die viel begangene Handelsstra\u00dfe zwischen \u00e4gyptischem Nildelta und pal\u00e4stinensischer K\u00fcstenebene gibt? Warum denn so ein Zick-Zack-Kurs, wenn eine Directissima vorhanden ist? Warum den solch eine Zeitverschwendung, wenn es auch viel k\u00fcrzer geht? Sie k\u00f6nnen nicht wissen, dass Gott sie vor dem Kriegsgebiet der Philister bewahren will. Sie m\u00fcssen beim Glauben bleiben: Der Herr f\u00fchrt an, der Herr zieht voran. Der Herr gibt die Richtung an, und dabei bleibt es. Ps. 77,14: \u201eGott dein Weg ist vollkommen!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben auf diese F\u00fchrung zu achten, auch wenn wir immer wieder den Kopf sch\u00fctteln: Warum dieser Umweg in meinen Leben? Eigentlich wollte ich Arzt werden, und jetzt bekomme ich keinen Studienplatz. Es ist alles so sinnlos. Warum dieser Zick-Zack-Kurs in meinem Leben? Eigentlich wollte ich eine Familie gr\u00fcnden, und jetzt tappe ich allein durchs Leben. Ich kann nicht mehr. Warum denn diese Zeitverschwendung in meinem Leben? Eigentlich wollte ich meinen Beruf ausf\u00fcllen, und jetzt jagt eine Krankheit die andere. Ich bin am Ende.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle, die mit diesem \u201eWarum\u201c durchs Leben ziehen, m\u00fcssen es neu h\u00f6ren: Wenn der Herr voranzieht, dann ist es immer der richtige, der vollkommene Weg. Auch der Umweg ist Gottes Schnellweg. Auch die Umleitung ist Gottes Leitung. Auch die durchkreuzte Stra\u00dfe ist Gottes Kreuzstra\u00dfe. Nur auf ihr werden wir vor Schrecken bewahrt und zum richtigen Ziel geleitet. Von Sukkot nach Etham meint immer: Der Herr zieht voran.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von dem gro\u00dfen r\u00f6mischen Feldherrn Caesar las ich, dass er auf vielen M\u00e4rschen, die er f\u00fchrte, seinen Soldaten niemals den Befehl gegeben hat: Ite! Geht! Caesar schickte seine Leute nicht in den Kampf, sondern er ging ihnen voran, und sie folgten ihm. Sein Kommando lautete stets: Venite! Kommt! Auch unser Herr schickt uns nicht mit einem Ite weiter. Er zieht los. Er zieht mit. Er zieht voran. Er ruft mit v\u00e4terlicher, liebender, werbender Stimme: Kommt! Einer, der es geh\u00f6rt hatte, machte sich auf und sang: \u201eJesus, geh voran auf der Lebensbahn! \/ Und wir wollen nicht verweilen, \/ dir getreulich nachzueilen; \/ f\u00fchr uns an der Hand \/ bis ins Vaterland. Das ist der richtige Kurs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pr\u00e4dikant Thomas Karker, Predigt in Apenburg, 10.7.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Worauf kommts an, wenn ich eine Zugreise durchs Land antrete? Brauche ich da ein Sachbuch \u00fcber das Kochen? Damit kann ich erfahren, wie man einen guten Sp\u00e4tzleteig macht. Man nehme 300gr Mehl, der Schwabe leihe sich dann 3 Eier und gebe 150 ml Wasser dazu. Die z\u00e4he Masse wird ins Wasser geschabt. 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