{"id":18965,"date":"2022-06-08T08:43:23","date_gmt":"2022-06-08T06:43:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18965"},"modified":"2022-06-08T08:44:35","modified_gmt":"2022-06-08T06:44:35","slug":"24-monate-corona-und-gemeinde-ein-resuemee-und-aufruf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18965","title":{"rendered":"24 Monate Corona und Gemeinde \u2013 Ein Res\u00fcmee und Aufruf"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Daf\u00fcr werde ich nicht beten! <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Drei Tage lang dauerte die Schulung. Am Ende baten die chinesischen Christen Pastor Cordeiro, ob er f\u00fcr sie beten k\u00f6nnte \u2013 und zwar daf\u00fcr, dass sie so werden wie die Christen in Amerika, die sich ganz frei zum Gottesdienst treffen k\u00f6nnen. Cordeiros Antwort war: \u201eNein, daf\u00fcr werde ich nicht beten.\u201c <\/em><em>Auf ihrer sprachlosen Gesichter hin erkl\u00e4rte er ihnen: \u201eIhr seid dreizehn Stunden im Zug hierhergefahren \u2013 in meinem Land kommen die Leute \u00fcberhaupt nicht, wenn sie l\u00e4nger als eine Stunde fahren m\u00fcssen. Ihr habt drei Tage lang auf dem Holzboden gesessen \u2013 wenn die Leute in meinem Land l\u00e4nger als 40 Minuten sitzen m\u00fcssen, gehen sie wieder. <\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ihr habt nicht nur drei Tage auf dem harten Holzboden gesessen, sondern auch noch ohne Klimaanlage \u2013 wenn die Leute in meinem Land keine gepolsterten St\u00fchle und Klimaanlage vorfinden, kommen sie nicht wieder. In meinem Land gibt es durchschnittlich zwei Bibeln pro Familie, wir lesen keine davon. Ihr habt kaum Bibeln und lernt sie von Papierfetzen auswendig. Ich werde nicht daf\u00fcr beten, dass ihr so werdet wie wir, ich werde vielmehr daf\u00fcr beten, dass wir so werden wie ihr! <\/em>(Autor unbekannt)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese kurze Geschichte macht sehr nachdenklich und man erkennt unweigerlich Parallelen zu unserer \u00a0Situation in Westeuropa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein Blick in den Spiegel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ansichten und Auffassungen \u00fcber Corona sind immer noch so vielf\u00e4ltig wie die Farbnuancen des Regenbogens. Kein Thema hat uns in den vergangenen zwei Jahren mehr Zeit, Kraft und Nerven gekostet. Was uns jedoch so vereinnahmt und in Beschlag genommen hat, ist auch gleichsam ein Blick in den Spiegel, in dem wir durch Selbstreflektion auch einen Teil unseres geistlichen Zustandes erkennen k\u00f6nnen. Wie sind wir mit der Situation umgegangen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vier Beispiele sind im Folgenden genannt, die uns in den letzten Monaten umgetrieben haben. Es sind Bereiche, \u00fcber welche die Heilige Schrift deutliche Aussagen macht, die jedoch augenblicklich sehr umk\u00e4mpft sind\/ waren:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Gemeindezusammenk\u00fcnfte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fakt: Gottesdienste wurden untersagt oder zumindest stark eingeschr\u00e4nkt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel: Gott gebietet, dass wir uns als Gemeinde versammeln sollen (z.B. Heb 10,25). Hierbei sei angemerkt, dass die Gemeinde nicht das Geb\u00e4ude ist, in dem wir uns treffen, sondern die Menschen, die Jesus bekennen, ihm vertrauen und ihm nachfolgen. Sie bilden die Gemeinde. Im Neuen Testament wird unterschieden zwischen universeller (Mt 16,18) und \u00f6rtlicher Gemeinde (z.B. 1Kor 1,2). Zu ersterer geh\u00f6rt jeder Mensch auf der Welt, der im Sinne des Neuen Testamentes wiedergeboren und bekehrt ist. Die \u00f6rtliche Gemeinde ist die Gruppe von Wiedergeborenen\/ Bekehrten, die sich an einem bestimmten Ort (Haus) treffen und versammeln. Sie bilden eine Miniaturform des globalen, universellen Leibes Christi, mit Jesus selbst als Haupt (Kol 1,18). Zu dieser \u201eOrts-Gemeinschaft\u201c fordert uns die Bibel ausdr\u00fccklich auf, ja sie geht von ihrer Selbstverst\u00e4ndlichkeit aus. Allein diese Tatsache zeigt uns, dass die Bibel keine Distanzgemeinschaft kennt, keine virtuelle Gemeinde. Was wir in den letzten beiden Jahren als Errungenschaft gefeiert haben, ist eigentlich ein R\u00fcckschritt. Mehr noch: Ein Schritt weg von der Bibel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freilich ist es gut und n\u00fctzlich, sogenannte \u201eHybrid-Veranstaltungen\u201c umzusetzen, um diejenigen, die aus bestimmten Gr\u00fcnden (z.B. Krankheit oder Alter) nicht zur Gemeinschaft kommen k\u00f6nnen, zu erreichen. Und so mancher bis dahin Ungl\u00e4ubige kam auf diese Weise erst mit dem Evangelium in Kontakt. Manchmal wohnen Christen in Gegenden, in denen es weit und breit keine bibeltreue Gemeinde gibt. Hier sind \u00dcbertragungen ins Internet ganz sicher eine Hilfe. Wir preisen Gott f\u00fcr die technischen Mittel, um sein Wort verbreiten zu k\u00f6nnen. Wenn die Online-Kirche jedoch die Ortsgemeinde ersetzt, ist Gefahr im Verzug. Leider ist der rechtm\u00e4\u00dfige Gebrauch der digitalen Medien auch von Missbrauch durchsetzt. Die Grenze ist dann \u00fcberschritten wenn Gl\u00e4ubige, die bis dato selbstverst\u00e4ndlich die Gemeindestunden aufgesucht haben, pl\u00f6tzlich nicht mehr kommen und die Wohnzimmercouch und den Flachbildschirm gegen den Stuhl im Gemeindehaus eintauschen und sich obendrein noch einreden, es best\u00fcnde kein Unterschied, ob man physisch oder digital anwesend sei. Dann hat man das Kind mit dem Bade ausgesch\u00fcttet. Das Neue Testament legt den Schwerpunkt von Gemeinde auf physische Gemeinschaft, will hei\u00dfen, dass die Menschen zu echten Gemeindestunden zusammenkommen. Dort ist Jesus in der Mitte. Dort wird gemeinsam gebetet, in der Schrift gelesen, der Predigt zugeh\u00f6rt und miteinander gesprochen. Es wird Zeit miteinander verbracht und aufeinander geachtet. Man tauscht sich aus, ist nicht allein. Es wird ermutigt und ermahnt, nach dem pers\u00f6nlichen Ergehen gefragt und geantwortet. Dies alles ist rein online nicht m\u00f6glich und auch nicht biblisch. Vielmehr ger\u00e4t unser geistliches Leben \u201eataktos\u201c (griechisch: aus dem Takt), wenn wir uns vom rein virtuellen \u201eGemeindeleben\u201c blenden lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sind wir hier vielleicht in eine Schieflage geraten? Haben wir das Echte gegen das Virtuelle eingetauscht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Gemeindegesang <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fakt: Singen wurde verboten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel: Das gemeinsame Singen ist keine Folkloreeinlage, sondern Gebot des Herrn. Wir singen nicht in erster Linie, weil es uns Freude bereitet (wenngleich das ein legitimes Motiv ist), sondern um Gott zu ehren. Unsere Stimmen erheben den Namen des Herrn. Wenn wir denken, wir k\u00f6nnen doch als Ersatz in unseren Herzen singen und spielen, dann schlittern wir an der Grundaussage der Bibel in punkto Gesang vorbei. Nat\u00fcrlich singen wir mit unserem Herzen, so wie wir auch mit unserem Herzen beten, denn aus der F\u00fclle des Herzens redet, bzw. singt der Mund. Aber der Gesang des Herzens soll \u00fcber unsere Lippen h\u00f6rbar werden. Gott wohnt unter den Lobges\u00e4ngen Israels (Ps 22,4). Das dies zur Zeit des Alten Testamentes kein stummer Herzensgesang war, ist offensichtlich. Wir finden durch die Heilige Schrift durchg\u00e4ngig das Zeugnis des Volkes Gottes, dass es dem lebendigen Gott lauthals zur Ehre sang. Lieder sind Verk\u00fcndigungen. Lieder sind gesungene Predigten. Lieder sind Opfer der Lippen, die aus anbetenden Herzen kommen und seinen Namen bekennen (vgl. Heb 13,15). Gott wird erh\u00f6ht, geehrt, angebetet und schlie\u00dflich wird dadurch das Evangelium verbreitet. Wenn wir diesen Grundsatz vergessen, stehen wir in Gefahr die Grundaussagen und Zielsetzungen des Gesangs innerhalb der Heiligen Schrift zu negieren und in die Beliebigkeit zu setzen. Gab es Momente, wo wir das Singen unterlassen haben? Mancherorts wurde ein ziemlich seltsamer Kompromiss gefunden. Um der Beschr\u00e4nkung zu folgen, sang man nicht, las jedoch die Liedtexte gemeinsam laut vor. Ohne Kommentar!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Gemeinde und 3G\/2G<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fakt: Der Zugang zu den Gottesdiensten wurde stark eingeschr\u00e4nkt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00fcrde es jemand von uns in Betracht ziehen, eine Eintrittskarte f\u00fcr den Gottesdienst zu verkaufen? W\u00fcrde dann einem Besucher, der ohne eine solche Eintrittskarte vor der T\u00fcr steht, ihm diese vor der Nase zugeschlagen? Nein, dieser Gedanke w\u00e4re absurd! Zum Gottesdienst kann jeder kommen, ohne Eintrittskarte, ohne Platzreservierung, Buchung oder sonstige Voraussetzung. Darin sind wir uns alle einig. Jesus sagte: \u201eKommet her zu mir alle\u2026\u201c (Mt 11,28).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was aber, wenn grunds\u00e4tzlich genau dieses Absurde geschieht, wenn ich den Zugang zum Gottesdienst an eine 3G, oder gar an eine 2G Regel kn\u00fcpfe? Was, wenn Leute vor der T\u00fcr stehen, die aus Gewissensgr\u00fcnden keines der 3 G`s vorzeigen k\u00f6nnen oder wollen? Was ist mit ungl\u00e4ubigen Menschen, die einer Einladung zum Gottesdienst folgen, nach der sie \u201eeinfach so kommen k\u00f6nnen, weil Jesus niemanden ausschlie\u00dft\u201c? Dann stehen diese Menschen vor der Eingangst\u00fcr zum Gemeindehaus\/ Kirche und m\u00fcssen zun\u00e4chst eine Barriere \u00fcberwinden, bevor man sie einl\u00e4sst, um dem Gottesdienst beiwohnen zu k\u00f6nnen. W\u00e4re dies mit der Aussage Jesu: \u201eKommet her zu mir alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid\u201c und dem Gesamtzeugnis der Heiligen Schrift vereinbar?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun argumentiert man, dass dieser Vers nicht auf die Gemeinde anzuwenden sei, da Jesus hier nicht von Gemeinde spricht, sondern ein grunds\u00e4tzliches Prinzip \u2013 n\u00e4mlich, dass der Zugang zu Jesus im Geist immer m\u00f6glich ist \u2013 anspricht. Letzteres stimmt zweifelsfrei. Doch meinen wir, dass die Aussage gerade auch auf die Gemeinschaft der Christen anzuwenden ist, da dieses \u201ezu Ihm kommen\u201c im Gottesdienst eine besondere Bedeutung erh\u00e4lt. Der Gottesdienst ist die zentrale Ausdrucksform der Gemeinschaft der neutestamentlichen Gemeinde. Dort kommt Jung &amp; Alt gemeinsam zusammen, um Gott zu ehren. Diese Zusammenkunft ist etwas Besonderes und hat eine dreifache Ausrichtung. Nach Oben, um Gott anzubeten, nach Innen, um die Geschwister zu ermutigen, und nach Au\u00dfen, um die Ungl\u00e4ubigen zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein heimliches Christsein kennt die Bibel grunds\u00e4tzlich nicht (auch wenn es bestimmte Situationen, z.B. in Verfolgung gibt, in denen es weise ist, nicht \u00f6ffentlich seinen Glauben zu bezeugen oder auch als Gemeinde in den Untergrund zu gehen). Von daher hinkt das Argument, man kann auch ohne Gemeinde und Gottesdienst zu Jesus kommen. Das stimmt zwar, ist aber nur die eine Seite der Medaille. Ein Leben ohne praktische Gemeinschaft ist f\u00fcr einen Nachfolger Jesu undenkbar und wird, sollte man nach dieser Devise leben, eine geh\u00f6rige geistliche Schieflage nach sich ziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nochmal: H\u00e4tte Jesus eine Zugangsbeschr\u00e4nkung aufgestellt, ohne die man nicht zu ihm, bzw. zum Gottesdienst kommen kann? W\u00fcrde Jesus jemandem den Zutritt verweigern, wenn er keinen G-Schein vorweist? W\u00fcrde Jesus diese Barriere aufrichten?<br \/>\nAls zu Luthers Zeiten die Pest w\u00fctete, stellte sich die Frage der Ansteckung nur in der Weise, dass darin eine <em>Gefahr<\/em> best\u00fcnde \u2013 aber der Dienst am N\u00e4chsten und die N\u00e4chstenliebe stets Vorrang vor der eigenen Gesundheit und der k\u00f6rperlichen Unversehrtheit hat. Wie war unsere Gewichtung hinsichtlich dieser Frage in den letzten beiden Jahren und wie haben wir entsprechend gehandelt, pers\u00f6nlich und als Gemeindeverantwortliche, \u00c4lteste, Pastoren?<br \/>\nEin weiterer wichtiger Gedanke dr\u00e4ngt sich auf:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Obrigkeit und Gemeinde<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sollten uns bei solchen \u00dcberlegungen, wie wir sie in den Punkten 1-3 er\u00f6rtert haben, einmal die grunds\u00e4tzliche Frage nach der Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Gemeindeangelegenheiten stellen. Die Gemeinde des lebendigen Gottes geh\u00f6rt zu einem Reich, das nicht von dieser Welt ist (Joh 17). Genauer gesagt geh\u00f6rt die Gemeinde zum Reich Gottes. In diesem Reich sitzt Christus auf dem Thron. Folglich bestimmt er allein in diesem Reich und dessen Belange. Jesus regiert \u00fcber die Gemeinde. Dazu hat er M\u00e4nner eingesetzt, die in seinem Namen die geistlichen Belange der Ortsgemeinde zu seiner Ehre verantworten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das bedeutet, dass die Reiche dieser Welt (die \u00fcbrigens nur vor\u00fcbergehend existieren und vergehen werden im Gegensatz zum Reich Gottes, welches ewig existieren wird) innerhalb des Reiches Gottes keine Weisungsbefugnis haben, was geistliche Inhalte und Form, sowie Aus\u00fcbung der Gottesdienste betrifft (2). Der Prophet Daniel ist hierin ein leuchtendes Beispiel an Hingabe und Gottvertrauen. Er orientierte sich bei Erlassen des Staates stets daran, was Gott ihm diesbez\u00fcglich sagte. So wurde ihm zum einen etwas verboten, was Gott ihm jedoch ausdr\u00fccklich geboten hatte, n\u00e4mlich den alleinigen Sch\u00f6pfergott anzubeten. Dann wurde ihm etwas geboten, wovon er wusste, dass dies vom Wort Gottes her verboten war, n\u00e4mlich einen fremden Gott anzubeten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei allem Nachdenken und Abw\u00e4gen sollten wir beachten, dass Apostelgeschichte 5,29 uns diesbez\u00fcglich ein Grundsatz in unserem Leben sein sollte: \u201eMan muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.\u201c\u00a0 Dieser Grundsatz gilt stets dann, wenn Obrigkeiten uns etwas verbieten wollen, wo hingegen uns die Bibel ausdr\u00fccklich etwas gebietet zu tun. Gleiches Prinzip gilt, wenn uns die Obrigkeit etwas gebietet, wo hingegen die Bibel uns etwas verbietet. Diese Regel gilt f\u00fcr direkte, als auch indirekte Aussagen der Heiligen Schrift.<br \/>\n\u00dcbrigens hebelt dies R\u00f6mer 13,1 ff nicht aus. Im Gegenteil. Wir unterordnen uns der Regierung in allen Bereichen. Verlangt sie von uns jedoch etwas, was dem Wort Gottes entgegensteht, gilt der Grundsatz aus Apostelgeschichte 5,29.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kommen wir zur\u00fcck zur Frage von 3G \/ 2G.<br \/>\nSo mancher mag einwenden, was an einem kleinen Test so schlimm ist? Man macht ihn einfach und gut! Hier sollten wir bedenken, dass es grunds\u00e4tzlich nicht um einen Test geht, sondern um die obig gestellte Frage, ob wir bereit sind, den Staat in die Belange der Gemeinde hineinregieren zu lassen. Wer nur an einen Test denkt, denkt zu kurz. Es geht hier um ein Prinzip, welches wir verteidigen oder aufgeben. Gleiches gilt f\u00fcr den Gemeindegesang, die Pr\u00e4senzgottesdienste, den sozialen Abstand, etc. Wie dienen dem lebendigen Gott, nicht C\u00e4sar. Wir wollen das tun, was die Bibel uns zu tun gebietet. Anderseits wollen wir nichts tun, was uns die Bibel verbietet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fazit:<\/strong> Viele besorgte Geschwister \u00e4u\u00dferten (und tun es noch immer) ihre Traurigkeit und auch ihren Unmut \u00fcber die Praxis in sehr vielen Gemeinden in unserem Land innerhalb der letzten 24 Monate. Sie verstehen nicht, warum monatelang Gemeindeh\u00e4user geschlossen und die Gemeinschaft auf Eis gelegt wurde. Andere Gemeinden hatten den Gesang unterbunden, die Kinderstunden ausgesetzt oder das Abendmahl entfallen lassen. Andere pr\u00fcften die Option einer Beschr\u00e4nkung durch 3G\/ 2G und f\u00fchrten diese ein, wohlwissend, dass mit einer solchen Entscheidung den Gottesdienstbesuchern eine enorme H\u00fcrde zur gemeinsamen und ungehinderten Anbetung Gottes in den Weg gestellt wurde und somit die Gemeinschaft untereinander empfindlich gest\u00f6rt und belastet wurde. Viele Gemeinden haben sich bisher nicht von den Einschnitten erholt. Andere hat es f\u00f6rmlich zerrissen. Welch bedr\u00fcckendes Ergebnis!<\/p>\n<p>Nochmal: Bei solcherlei \u00dcberlegungen geht es um die grunds\u00e4tzliche Frage, wie schnell wir bereit sind, biblische Dinge zur\u00fcckzufahren oder aufzugeben, die Gott in seinem Wort als selbstverst\u00e4ndlich voraussetzt. Wie schnell geht es dann, die Hoheit der Gemeinde dem Staat zu \u00fcberlassen und somit der uns, von Gott \u00fcbertragenen Verantwortung f\u00fcr das Wohl der Gemeinde zu entziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, wir haben es mit einem Virus zu tun, der unter Umst\u00e4nden t\u00f6dlich sein kann. Und ja, wir haben eine Verantwortung, die wir wahrnehmen sollen. Wir sollen und m\u00fcssen Risikogruppen sch\u00fctzen und die Schwachen tragen. Das ist das Gebot der N\u00e4chstenliebe. Und hier m\u00fcssen wir unser Verantwortung wahrnehmen. Das erste Gebot, welches dem zweiten gleichgesetzt ist, sagt uns aber auch, dass wir Gott zuerst lieben sollen und seine Interessen vor allen anderen Interessen verfolgen sollen. Die Frage nach unserer Gesundheit, unserer Bequemlichkeit oder die Frage, was Nachbarn oder andere Gemeinden von uns denken k\u00f6nnten, sind dem nachgestellt. Es muss immer und zu aller erst um die Frage gehen, was der lebendige Gott m\u00f6chte und wir er im Einklang mit seinem Wort geehrt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Werfen wir einen kurzen Blick in die Zeit, als Charles Spurgeon mit \u00e4hnlichen Umst\u00e4nden zu k\u00e4mpfen hatte, wie wir heute: Die Cholera-Pandemie von 1846-60, die in Russland \u00fcber eine Million Todesopfer brachte, forderte auch in London im Jahr 1854 etwa 14.000 Tote. Die Beh\u00f6rden stellten einige besonders betroffene Stadtteile unter Quarant\u00e4ne. Die Gegend um Spurgeon\u2019s Metropolitan Tabernacle blieb von dieser Ma\u00dfnahme unber\u00fchrt. Spurgeon und seine Mitarbeiter intensivierten ihren Hirtendienst sogar. <em>\u201eNiemand von ihnen kam auf die Idee, die amtlichen Quarant\u00e4ne-Einschr\u00e4nkungen \u00fcberzuerf\u00fcllen und dies als evangelistisches Zeugnis \u2026auszugeben.\u201c <\/em>Gemeindeglieder, die bei den Gottesdiensten nicht erschienen, wurden daheim aufgesucht und betreut. Besonders in dieser schweren Zeit schienen die Londoner wohl besonders auf das Evangelium anzusprechen. Spurgeon sah diese Cholera-Epidemie in London <em>\u201eals eine von Gott geschenkte M\u00f6glichkeit, gerade jetzt das Evangelium den Menschen zu verk\u00fcndigen.\u201c(1)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Daf\u00fcr beten wir:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht ist es an der Zeit, die letzten zwei Jahre zu reflektieren. Statt sie sch\u00f6nzureden und so zu tun, als ob alles in Ordnung ist, sollten wir Bu\u00dfe tun f\u00fcr unser Versagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daf\u00fcr,<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>dass wir Jesus Christus dadurch verunehrten, indem wir Gemeindet\u00fcren einfach verschlossen haben<\/li>\n<li>dass kein Lied mehr erschallte und das singende Lob nicht mehr vor dem Thron Gottes zu h\u00f6ren war<\/li>\n<li>dass wir eine unrechtm\u00e4\u00dfige Barriere f\u00fcr den Zugang zum Gottesdienst aufgestellt haben<\/li>\n<li>dass das Zeugnis verstummte, weil wir das Evangelium f\u00fcr uns behalten haben, statt es zu predigen und zu den Menschen zu bringen<\/li>\n<li>dass Kinder sich selbst \u00fcberlassen blieben, weil die Kinderarbeit zum Erliegen kam<\/li>\n<li>dass Geschwister allein gelassen wurden, die dringend Auferbauung und seelsorgerliche Hilfe ben\u00f6tigten<\/li>\n<li>dass Menschen allein sterben mussten, weil uns unsere Gesundheit wichtiger war, als der geistliche Beistand in der Not<\/li>\n<li>dass unser Licht tr\u00fcbe wurde und das Salz an Geschmack verlor und damit kraftlos wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nichts ben\u00f6tigen wir mehr, als das aufr\u00fcttelnde, offenbarende und heilende Handeln Gottes in unserem pers\u00f6nlichen Leben und dem unser Gemeinden. Wir wollen Bu\u00dfe tun, f\u00fcr unseren Unglauben, unsere Lauheit, die fest sitzenden Traditionen und selbstgemachten Gesetze, die geistliches Leben mehr hindern als f\u00f6rdern, ja es manchmal sogar ersticken. Wir wollen zum HERRN rufen, dass wir zu neuer geistlicher Frische zur\u00fcckkehren. Lasst uns um Erweckung innerhalb der Gemeinden flehen, dass das Schlaffe erstarkt und die m\u00fcden Gliedma\u00dfen neu mit Kraft gef\u00fcllt werden (Heb 12,12). Lasst uns daf\u00fcr beten, dass \u00c4ngste dem Vertrauen auf Jesus weichen. Lasst uns daf\u00fcr beten, dass durch eine Erweckung der Gl\u00e4ubigen auch Ungl\u00e4ubige zum Nachdenken kommen und gerettet werden. Lasst uns daf\u00fcr beten, dass die Gemeinschaften in geistlichem Leben erbl\u00fchen und Jesus dadurch gepriesen wird. Wir wollen daf\u00fcr beten, dass Jesus uns neu f\u00fcllt mit seinem Geist, damit wir ein lebendiges und wirksames Zeugnis sein k\u00f6nnen, unser Licht leuchten lassen k\u00f6nnen und das Salz wieder w\u00fcrzt.<br \/>\nM\u00f6ge der HERR \u00fcber Leben und Tod sich \u00fcber uns erbarmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht k\u00f6nnen dann irgendwann die westlichen Gemeinden auch wieder zum Vorbild f\u00fcr andere Erdteile werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Thomas Lange, Pastor der Christlichen Gemeinde Niesky<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fu\u00dfnoten:<\/p>\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\">Chang, Geoff, 5 Lessons in Spurgeons Ministry in a Cholera outbreak. In: <a href=\"https:\/\/www.thegospelcoalition.org\/article\/spurgeon-ministry-cholera-outbreak\/\">https:\/\/www.thegospelcoalition.org\/article\/spurgeon-ministry-cholera-outbreak\/<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Der Einwand gegen diese Sicht mit dem Argument, dass man ja schlie\u00dflich auch auf die Obrigkeit h\u00f6rt, wenn es beispielsweise um Brandvorschriften geht, ist ein Strohmannargument. Dieser Einwand hat keine Bewandtnis, da es bei Brandvorschriften nicht um geistliche Dinge geht und die Aus\u00fcbung eines Gottesdienstes davon nicht beeinflusst wird.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Daf\u00fcr werde ich nicht beten! Drei Tage lang dauerte die Schulung. Am Ende baten die chinesischen Christen Pastor Cordeiro, ob er f\u00fcr sie beten k\u00f6nnte \u2013 und zwar daf\u00fcr, dass sie so werden wie die Christen in Amerika, die sich ganz frei zum Gottesdienst treffen k\u00f6nnen. 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