{"id":18770,"date":"2022-03-23T09:30:37","date_gmt":"2022-03-23T08:30:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18770"},"modified":"2022-03-23T09:30:37","modified_gmt":"2022-03-23T08:30:37","slug":"was-unser-gott-geschaffen-hat-das-will-er-auch-erhalten1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18770","title":{"rendered":"Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten\u201c[1]"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a><\/strong>Die Klimakatastrophe ist \u00fcber uns hereingebrochen. In aller Munde sind auf einmal Worte wie \u201aKlimaneutralit\u00e4t\u2018, Klimaschutz, Klimabotschafter, Klimaf\u00fchrerschein, Transformationskonzept, Carbon Footprint, Birth-Strike-Movement, Nettonull etc. Das Zauberwort \u201aNachhaltigkeit\u2018 tritt in allen Lebensbereichen als Wunderwaffe auf: es gibt auf einmal scheinbar kein anderes Problem auf Erden mehr. Es wird allenthalben Weltuntergangsstimmung verbreitet. Sogenannte Aktivisten ohne Amt und Mandat treten als neue Werkheilige<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> mit selbsterdachten Prophetien und Weisheiten auf und werden medial hochgespielt als ob sie reale L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die beklagten Missst\u00e4nde h\u00e4tten.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pauschal werden aktuell Lebensformen und Gewohnheiten verteufelt. So ist der Dieselantrieb eines Kfz nahezu diabolisch und fossile Brennstoffe werden zu Teufelswerk ernannt, die mit inquisitorischem Eifer verfolgt und ausgemerzt werden m\u00fcssen. Klimaaktivisten schwingen das gro\u00dfe Wort und kreieren neue Feindbilder, die bek\u00e4mpft und zur Einsicht gezwungen werden sollen. Die Medien \u00fcberschlagen sich in der Berichterstattung \u00fcber Schulstreiks und anderen merkw\u00fcrdigen Entwicklungen, die man fr\u00fcher nicht geduldet h\u00e4tte. \u201aDie Jugend\u2018 sieht ihre Zukunft durch den aktuellen Lebensstil \u201ader Alten\u2018 gef\u00e4hrdet und erhebt abstruse Forderungen in anklagendem Stil, dass sich jeder Ottonormalverbraucher wie ein umweltpolitischer Schwerverbrecher f\u00fchlen muss, wenn er denn noch \u00fcber ein \u00f6kologisches Gewissen verf\u00fcgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch im kirchlichen Bereich hat diese neue Form der Gesellschaftspolitik bzw. der Ersatzreligion der sog. Zivilgesellschaft Einzug gehalten und man bem\u00fcht sich, hier modern und zeitgem\u00e4\u00df aufzutreten. Arbeitskreise, Konvente und Synoden bearbeiten das Thema und ersinnen Pl\u00e4ne und Konzepte. Viel Zeit, Geld und Energie werden aufgewendet, um nur nicht unmodern oder r\u00fcckst\u00e4ndig zu erscheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier tritt uns eine grunds\u00e4tzliche Gefahr vor Augen, die Friedrich von Bodelschwingh in schwerer Zeit klar analysiert hat: \u201a<em>immer sind wir in Gefahr, die Verk\u00fcndigung, die Seelsorge, den Liebesdienst, die missionarische Arbeit der Kirche nach unseren Ma\u00dfst\u00e4ben zu gestalten. Dann geraten wir in eigenm\u00e4chtige Konstruktionen, in schw\u00e4rmerische Leidenschaften oder starre Gesetzlichkeit<\/em>\u2018.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Genau dies ist gegenw\u00e4rtig der Fall. Vor vielen Jahren hat Helmut Thielicke vor der \u201a<em>Konjunkturkirche<\/em>\u2018 gewarnt, die ihr F\u00e4hnlein nach dem Zeitgeist h\u00e4ngt.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Dabei bedient man sich der \u201aPanikmache\u2018: es wird zur Eile und zu schnellem Handeln aufgerufen und es werden Szenarien herbeigeredet, die den baldigen Weltuntergang beschw\u00f6ren und Eines verbreiten, was wir aus der Pandemiekrise Corona sehr gut kennen: Angst und Unsicherheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Konzepte der Verunsicherung sind nicht neu und haben sich bereits auf anderen ethischen Handlungsfeldern \u201abew\u00e4hrt\u2018: es sei auf die Aktionen der kirchlichen Friedensbewegung verwiesen, die theologisch zur Ausformung der \u201aLehre vom gerechten Frieden\u2018 gef\u00fchrt hat. Gerhard Maier verweist zurecht auf den Missbrauch der Bergpredigt durch die \u201aFriedensbewegung\u2018 in den 80er Jahren. Durch die Panikmache \u201aEs ist f\u00fcnf vor zw\u00f6lf\u2018 wollte man ein v\u00f6llig irratonales politisches Handeln der einseitigen Wehrlosmachung ausl\u00f6sen.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Bereits 1947 warnte Thielicke vor der verantwortungslosen \u201apazifistischen Laisser-faire Haltung\u2018.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Ich erinnere mich sehr gut, wie in Hochzeit der sog. \u201aFriedenspolitik\u2018 die Sch\u00fcler unseres Gymnasiums klassenweise organisiert in die Kinos getrieben wurden, um den Film \u201aThe day after\u2018<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> anzusehen, um endlich zu begreifen, dass das Wettr\u00fcsten das nahende Ende der Welt und der Menschheit heraufbeschw\u00f6re. Es zeigte bei vielen damals gute Wirkung und die \u201aKriegstreiber USA\u2018 wurden an den Pranger gestellt. Pr\u00e4sident Reagan, dem unser deutsches Volk so vieles zu danken hat, wurde d\u00e4monisiert und verteufelt mit seinen b\u00f6sen Pershing-Raketen. Leider \u00fcbersah man, dass die SS-20 Raketen der damals noch existierenden UdSSR auf uns gerichtet waren \u2013 nicht die Waffen unserer Verb\u00fcndeten. Heute wissen wir, wie stark diese gesinnungsethisch verwirrte Situation von den Geheimdiensten der damaligen Gegner unterwandert war.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> In vieler Hinsicht wiederholt sich umweltpolitisch das gleiche politische Strickmuster. Auch heute wird eine irrationale Umwelt-Weltuntergangspanik gesch\u00fcrt und die vermeintlichen aufgezeigten L\u00f6sungsstrategien k\u00f6nnen in die Katastrophe f\u00fchren: gerade wenn diese vermeintlichen L\u00f6sungen schw\u00e4rmerische Z\u00fcge tragen oder auf infantilem Niveau Wahrheitsanspruch erheben.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Das Abschalten der deutschen Kernkraftwerke nach dem St\u00f6rfall Fukushima oder das Schlie\u00dfen des deutschen Kohlebergbaus ist bereits aufgrund gesch\u00fcrter Hysterie erfolgt und k\u00f6nnte fatale Folgen f\u00fcr die Energieversorgung unseres Landes haben. Die EU-Kehrtwende in der Atompolitik zeigt ja den deutschen Umweltideologen schmerzlich, wie kurzfristig politisch gedacht und gehandelt wird.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Kirche Christi haben wir m.E. angesichts der aktuell gesch\u00fcrten Umwelthysterisierung Gelassenheit zu bewahren und diese auch vorzuleben. Die Umweltpropaganda sch\u00fcrt die Lebensangst der Menschen indem sie bewusst Horrorszenarien konstruiert und Krisen herbeiredet, die eine fatale Wirkung haben. Helmut Thielicke hat nach den Katastrophen der Kriegsjahre in einem Sammelband sehr interessante Erfahrungen und Einsichten im Umgang mit der Welt- und Lebensangst der Menschen zusammengestellt und den Standort der christlichen Gemeinde dezidiert dargestellt.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Auch nach vielen Jahren halte ich diese Aufs\u00e4tze in der gegenw\u00e4rtigen Situation f\u00fcr hochaktuell.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welt ging verloren\u2026<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir Christen wissen, dass wir in einer gefallenen Welt leben: das Ende dieser Erde wird kommen. Niemand anders als Jesus Christus selbst hat dies in klaren Worten gesagt (Mt 24,35; Lk 21,33).<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Wenn man diese Tatsache ernst nimmt und darauf vertraut, ist man vor einem gewaltigen Irrtum gefeit: vor dem \u00fcberheblichen Wahn, dass diese Welt von uns Menschen erhalten oder gar gerettet werden kann. Mit Recht hat Gerhard Maier betont, dass sich die Bibelkritik manche Wege h\u00e4tte sparen k\u00f6nnen, \u201ewenn sie Matth\u00e4us 24,35 ernster genommen h\u00e4tte\u201c.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Diese Hybris dr\u00fcckt sich biblisch f\u00fcr mich am deutlichsten im Turmbau zu Babel aus: dem menschlichen Streben, sich selbst einen Namen machen zu wollen (Gen 11,4), wird ein Ende gesetzt, denn Gott l\u00e4sst sich nicht spotten. Ps 2,4 sagt uns deutlich, wie der Sch\u00f6pfer darauf reagiert \u2013 er lacht (\u015b\u1e25q) dar\u00fcber und spottet (l\u02bfg). Der Heiden Rat ist nicht mit dem Rat des Herrn identisch (Ps 33,10f).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die fatale Verwechselung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die biblische Impfung gegen die Verwechselung von Sch\u00f6pfer und Gesch\u00f6pf findet sich m.E. am deutlichsten im R\u00f6merbrief. Paulus warnt in einem f\u00fcr uns Christen zentralen Wort vor der Gefahr, Sch\u00f6pfung und Sch\u00f6pfer, Gabe und Geber zu verwechseln: R\u00f6mer 1,23 \u201aund haben die Herrlichkeit des unverg\u00e4nglichen Gottes vertauscht (allass\u014d) mit einem Bild gleich dem eines verg\u00e4nglichen Menschen und der V\u00f6gel und der vierf\u00fc\u00dfigen und der kriechenden Tiere\u2018. Die Folge dieser fatalen Verwechselung beschreibt er in den kommenden Versen mit dem folgenschweren Verb \u201adahingegeben\u2018 (pared\u014dken), das in den Versen 24, 26 und 28 vor Augen gestellt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aurelius Augustinus dr\u00fcckt es in den \u201aBekenntnissen\u2018 so aus: \u201a<em>Viel Wahres sagen sie von der Sch\u00f6pfung, doch nach der Wahrheit, dem kunstvollen Gestalter der Sch\u00f6pfung, forschen sie nicht \u2026 deshalb entdecken sie sie auch nicht, oder wenn sie sie entdecken und als Gott ansehen, verehren sie ihn nicht als Gott, sagen ihm keinen Dank, sondern ergehen sich in\u00a0 ihren nichtigen Gedanken und behaupten, sie seien weise, indem sie sich zuschreiben, was ihm zugeh\u00f6rt<\/em>\u2018.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luther hat diese Fehlentwicklung in seiner R\u00f6merbriefvorlesung 1515\/1516 auf den Punkt gebracht und verweist auf die vier Stufen des fortschreitenden Irrtums: \u201e<em>Erkenne also die Ordnung und die einzelnen Stufen des Verderbens. Die erste ist die Undankbarkeit oder das Unterlassen der Dankbarkeit. So war etwa Luzifer undankbar gegen\u00fcber seinem Sch\u00f6pfer, bevor er fiel. So etwas erw\u00e4chst aus eitler Selbstgef\u00e4lligkeit, in der man sich an Empfangenem freut als sei es nicht empfangen und den vergisst, der es schenkte. Die zweite Stufe ist die Eitelkeit, denn da freut man sich an sich selbst und an der Sch\u00f6pfung und genie\u00dft, was n\u00fctzlich ist und wird so notwendig eitel \u00bbin seinen Gedanken\u00ab, d.h. in allen Absichten, M\u00fchen und Bestrebungen. Denn was man auch immer damit und dadurch bezweckt, es ist doch alles eitel, weil man nur sich selbst sucht, d.h. seinen Ruhm, seine Freude und seinen Nutzen. Die dritte Stufe ist die Verblendung, denn einer, der der Wahrheit bar und mit allen Sinnen und mit allen Gedanken der Eitelkeit verfallen ist, wird notwendigerweise blind, weil er vollst\u00e4ndig (von Gott) abgewandt ist. Und wenn man so schon im Finstern wandelt, was kann man dann anderes tun als das, nach dem ein Irrender und T\u00f6richter her stolpert. Denn der Blinde geht sehr leicht irre, ja er tut es immer. Die vierte Stufe ist deshalb Irrtum in Bezug auf Gott, und das ist die schlimmste, denn sie schafft G\u00f6tzendiener. Hierhin gekommen zu sein bedeutet in den tiefsten Abgrund gest\u00fcrzt zu sein. Denn wenn man Gott verloren hat, dann bleibt nichts \u00fcbrig, als dass man nach dem Willen des Teufels aller Sch\u00e4ndlichkeit ausgeliefert ist<\/em>\u201c.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luther nennt dies einen \u201ageistigen und ausgekl\u00fcgelten G\u00f6tzendienst\u2018, da nicht der Gott verehrt wird, der sich in Bibel bezeugt, sondern vielmehr der G\u00f6tze, den man sich selbst zurechtbastelt. In der Bibel werden diese G\u00f6tzen als die \u201aG\u00f6tter, die vor unserem Angesicht hergehen\u2018 (Ex 32)<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a>, bezeichnet. Mit anderen Worten: das goldene Kalb. Dies trifft in der aktuellen Entwicklung der Umweltvergottung meiner Beobachtung nach voll zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Helmut Thielicke hat auf die Gefahr der Weltanschauungen verwiesen, wenn Sch\u00f6pfung und Sch\u00f6pfer verwechselt werden. Er sieht darin die Urs\u00fcnde des Menschen, die er vom ersten Gebot herleitet.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> In einer messerscharfen Analyse zeigt er, dass diese \u201e<em>sehr tiefgreifende, alarmierende Gefahr aller Weltanschauungen<\/em>\u201c zu aller Zeit besteht. Hier sieht er die Gefahr des Zerfalls: \u201e<em>wenn die Menschen mit Hilfe ihrer Weltanschauungen eine gesch\u00f6pfliche Gr\u00f6\u00dfe zum letzten Sinn des Weltgeschehens erheben und damit an die Stelle des Sch\u00f6pfers setzen, dann liefern sie die Welt dem Zerfall aus<\/em>\u201c.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> In der Geschichte des Abendlandes sah er in der Verweltlichung (S\u00e4kularisation) eine \u201a<em>einzige Kette von Emp\u00f6rungen<\/em>\u201c, die er als \u201a<em>G\u00f6tzenparade<\/em>\u2018<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> bzw. als \u201a<em>Unheilsgeschichte der Weltanschauungen<\/em>\u2018 bezeichnet. Thielicke weist in verschiedenen seiner Schriften darauf hin, das gerade Luthers Auslegung der Artikel des Glaubensbekenntnisses vor dieser theologisch fatalen Verwechslung von Sch\u00f6pfer und Gesch\u00f6pf sch\u00fctzt. Hier geht es nicht um theologische Beliebigkeiten, sondern vielmehr um die grundlegende Unterscheidung von Glauben und Unglauben, von Wahrheit und Irrtum. An diesem Punkt muss der von Natur aus selbstverliebte Mensch an seiner Hybris scheitern und das Gottvertrauen lernen. So hat es Paulus erfahren und bitter gelernt.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles andere greift theologisch zu kurz und f\u00fchrt zu kirchlich-aktionistischem Geschw\u00e4tz, das im letzten Grunde nichts Anderes ist als eine kirchliche Wiederholung der Mainstream-Medien. Dies braucht niemand und deshalb man\u00f6vriert sich eine so agierende Kirche in das Aus, denn sie braucht letztlich niemand.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Die Austrittswellen der letzten Jahrzehnte spiegeln das schmerzlich wieder und der Niedergang des Christentums in Deutschland spricht hier eine mehr als deutliche Sprache.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Friedrich von Bodelschwingh hat in schwerer Zeit dezidiert darauf hingewiesen, dass in Zeiten der \u201aSichtung und Ersch\u00fctterung\u2018 alles darauf ankommt, neu auf das Wort Gottes zu h\u00f6ren und sich hier auf Wesentliche und Eigentliche zu konzentrieren.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Diese Konzentration ist unserer Kirche weithin verloren gegangen und ich pl\u00e4diere deshalb f\u00fcr ein neues Fragen nach der \u201aZuversicht des Anfangs\u2018 wie es in Hebr 3,14 so klar hei\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anstatt an neuen T\u00fcrmchen Babels zu basteln, wie dies in den Bereichsethiken seit Jahrzehnten so fruchtlos erfolgt, muss uns die gegenw\u00e4rtige Krise neu zu den Grundlagen und Fundamenten unseres christlichen Glaubens f\u00fchren. Das Hadern gegen den Sch\u00f6pfer hat keine Verhei\u00dfung wie Jes 45,9 klar sagt. Wie dieses fruchtlose Hadern (\u1e25tt) endet, sagt 1 Sam 2,10 in erschreckender Deutlichkeit: \u201e<em>Die mit dem HERRN hadern, m\u00fcssen zugrunde gehen<\/em><sup>\u201c.<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade dies halte ich f\u00fcr das Gebot der Stunde. Mit Recht warnt Paulus die Gemeinde Christi davor, sich ein schlechtes Gewissen machen zu lassen in Fragen der Vorl\u00e4ufigkeit (Kol 2,16).<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Sonst wird das Ziel des Glaubens \u201averr\u00fcckt\u2018 (Kol 2,20) und ein G\u00f6tze wird auf den Thron Gottes gesetzt. \u201eEs entstehen immer G\u00f6tter, wenn man Gott absetzt\u201c<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a>. Genau dies passiert m.E. gegenw\u00e4rtig in der \u00dcberh\u00f6hung der Umweltfrage. Mit Recht nennt Paulus dies eine Aufgeblasenheit im fleischlichen Sinn. Als Kirche Christi haben wir eine andere und bessere Botschaft zu bezeugen als selbsternannte Hilfsumweltminister mit ihrer moralisierenden Ideologie. Der moderne Richtgeist<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> wird hier in seiner vollen Konsequent sichtbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der aktuell herbeigeredeten Klimakrise, die nach meiner Beobachtung genau dieser Gefahr erliegt, bedarf es deshalb einer biblischen Besinnung, um Klarheit in dieser Frage zu bekommen. Das Parolendenken einer verk\u00fcrzten theologischen Debatte, wie wir dies auch aus der Friedensethik kennen, f\u00fchrt nach Absurdistan: die Tr\u00fcmmer der Lehre des gerechten Friedens sind uns angesichts des desastr\u00f6sen Endes des Afghanistaneinsatzes um die Ohren geflogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Besinnung muss theologisch letztlich den Ausschlag geben und zu einer christlichen Gelassenheit f\u00fchren in dieser Frage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was sagt uns dazu die Schrift?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wissen als Christen gem\u00e4\u00df der biblischen Botschaft, dass diese Welt so lange bestehen wird, wie Gott sie erhalten wird. Der Anbruch seiner neuen Welt, die uns in den Schriften des Alten wie des Neuen Testamentes klar bezeugt ist, bedeutet das Ende der alten Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Erhaltungszusage dieser alten Welt finden wir ausdr\u00fccklich im noachitischen Bund (Gen 8,22): \u201asolange die Erde steht\u2018.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> Gott sagt das Bestehen zu. Es geht hier um \u201aalle Tage der Erde\u2018. Wenn wir diesem Wort Gottes trauen, k\u00f6nnen wir als Christen in die allgemeine Hysterisierung nicht einstimmen, sondern d\u00fcrfen Gott danken, dass er diese Welt bis hierher und heute erhalten hat und dies auch weiterhin tun wird bis zum zweiten Kommen seines Sohnes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man diesem Wort Gottes nicht glaubt, macht man ihn zum L\u00fcgner (pseust\u0113s; 1 Joh 5,10). Wenn man es so konsequent zu Ende denkt, ist die Erhebung der selbsternannten Weltretter nichts weniger als ein klares Zeichen des Unglaubens: man traut dem Herrn der Welt nicht und will es nun selbst in die Hand nehmen, um es besser zu machen als er &#8211; oder biblisch gesprochen: man will sich einen Namen machen (Gen 11,4). Das babylonische Ergebnis ist bekannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass diese jetzt bestehende Welt vergehen wird und wie das geschehen wird, sagt uns die Bibel v\u00f6llig eindeutig: hier sei ausdr\u00fccklich auf Ps 102,26-28; Jes 34,4; 51,6; 54,10; 65,17; 66,22; Jer 31,35f; Dan 12,13; Mt 5,18; 13, 39.40.49; Lk 16,17; Hebr 1,11f; 2 Petr 3,7-12; Off 6,14; 20,11 verwiesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist also nicht so, dass man das nicht wissen k\u00f6nnte. Hier ist an die Warnung Jesu zu denken, dass man in diesen Fragen irrgef\u00fchrt werden kann: er sagt eindeutig: \u201aPasst auf, dass euch nicht jemand irref\u00fchrt\u2018 (Mt 24,4). Das an dieser Stelle verwendete Verb plana\u014d kann auch sch\u00e4rfer als <em>verf\u00fchren, t\u00e4uschen, betr\u00fcgen<\/em><a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a><em> \u00fcbersetzt werden. Deshalb<\/em> gilt es wachsam zu sein gegen\u00fcber einer Irrlehre, die sich unter der Tarnkappe der vermeintlichen Weltrettung einschleicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Noahbund verweist Gott auf den Bogen in den Wolken (Gen 9,13: hq\u0161t b\u02bfnn, to toxon mou en t\u0113 nephel\u0113) als Zeichen dieses ewigen Bundes (Gen 9,16: bryt \u02bf\u014dwl\u0101m, diath\u0113k\u0113n ai\u014dnion). Dieser Bund gilt allen Menschen (Gen 9,17 l-b\u015br, pas\u0113s sarkos). Diese tr\u00f6stliche Zusage, die Gott seit dieser Zeit treulich eingehalten hat, muss uns von der Existenzangst befreien. Diese Erde wird erst dann vergehen, wenn er es will. Wir wissen weder Zeit noch Stunde. Bis zu diesem Zeitpunkt gilt die Erhaltungszusage, die sich in der Schrift immer wieder findet. So wird immer wieder darauf verwiesen, dass der Erdkreis fest steht und nicht wankt (z.B. 1 Chr 16,30).<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> Hier ist also folglich die Grenze zwischen Glauben und Unglauben: vertraue ich dieser Zusage Gottes oder nicht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus Christus hat uns in dieser Frage den entscheidenden Weg gewiesen, der uns Sicherheit gibt und uns von der Weltangst befreit: er hat diese Welt \u00fcberwunden (Joh 16,33) und uns die T\u00fcr zur neuen Welt Gottes aufgemacht (Joh 10,9). Die Verengung auf die Tage dieses Lebens und dieser Welt hat die fatale Folge, dass die schnell enteilende Zeit unseres Lebens verabsolutiert wird. Der fatale Transzendenzverlust, den wir heute weithin beobachten k\u00f6nnen, macht den eigentlichen Grund des christlichen Glaubens zunichte. Man befasst sich dann nur noch vorwiegend mit den Dingen des Allotrias<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> und verk\u00fcrzt die entscheidende christliche Hoffnung der Rettung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Formen des Allotrias sind nach Mt 13,22 \u201adie Sorgen der Zeit\u2018 (h\u0113 merimna tou ai\u014dnos) und der \u201aBetrug des Reichtums\u2018 (h\u0113 apat\u0113 tou ploutou). Jesus spricht hier vom Ersticken des Wortes (sympnigei ton logon) und hier liegt die bleibende Gefahr, der Teile der Christenheit immer wieder zu erliegen drohen. Wenn Jesus vor der Fruchtlosigkeit warnt, kann man dies f\u00fcr die Entwicklung unserer Kirche in dem vergangenen halben Jahrhundert nur besch\u00e4mt bejahen. Der Judasbrief warnt ausdr\u00fccklich vor \u201airdisch gesinnten Menschen\u2018 (Jud 19: psychikoi).<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> Die Begegnung Jesu mit Maria und Martha (Lk 10,38-41) weist auf die Gefahr hin, \u00fcber allem M\u00fchen und Sorgen das \u201agute Teil\u2018 (t\u0113n agath\u0113n merida) zu vergessen. Friedrich von Bodelschwingh hat gesagt, dass \u201aKinder des Geistes Menschen sind, denen die Augen f\u00fcr die Ewigkeit aufgeschlossen sind\u2018.<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a> Sehende Augen und h\u00f6rende Ohren k\u00f6nnen f\u00fcr die entscheidende Botschaft untauglich sein, sagt Jesus in den Worten vom Sinn seiner Gleichnisse (Mt 13,13-15).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An diesem Punkt verrennt man sich sehr schnell in einen fromm garnierten G\u00f6tzendienst, der das eigentliche Ziel des christlichen Glaubens, das ewige Leben (Jud 21: z\u014d\u0113n ai\u014dnion), verfehlt. In lautstark propagierten Zielen der Vorl\u00e4ufigkeit wird das Eigentliche aus dem Blick verloren. Mit anderen Worten: \u00fcber den Scharm\u00fctzeln der tagespolitischen Nebenkriegsschaupl\u00e4tze wird die eigentliche Hauptkampflinie aus dem Auge verloren. Hierin sehe ich die tiefere Ursache unserer schwindenden Salzkraft des christlichen Glaubens. Jesus hat es sehr scharf ausgedr\u00fcckt in dem Wort der Verdummung (Mt 5,13) des Salzes der Erde.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> Der weithin eingezogene Sorgengeist l\u00e4hmt die froh- und freimachende frohe Botschaft \u2013 das Evangelium &#8211; und f\u00fchrt dazu, dass die Gemeinde Jesu zu einer Stimme im allgemeinen Choral der zeitgeistlichen Jammerlappen wird, die kaum jemand noch wahrnimmt und die deshalb immer schw\u00e4cher wird und schlie\u00dflich verhallen wird. Man h\u00f6rt oft das Wort der gelebten Freudlosigkeit des Protestantismus, der sich hier hat unterwandern lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese sorgenerstickte Verk\u00fcrzung macht im letzten Grunde alle christliche Hoffnung zunichte: Paulus nennt solche Christen \u201adie elendesten unter allen Menschen\u2018 (1 Kor 15,19).<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielmehr m\u00fcssen wir wissen und bezeugen: wir leben heute in der Zeit zwischen dem Gnadenbogen (Gen 9,13) des Noahbundes und dem Triumphbogen Gottes (Off 4,3; 10,1). Der Gnadenbogen der Erhaltungszusage wird so lang w\u00e4hren bis der Triumphbogen sichtbar werden wird. Dieser noachitische Gnadenbogen wird mit Recht als der \u201a<em>treue Zeuge<\/em>\u2018 (Ps 89,38) bezeichnet. Diese Ordnung wird in Ps 148,3-6 gelobt. Vom Ende dieses Gnadenbundes handeln Jer 31,35f und 33,19-26.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser momentanen Zwischenzeit darf die wartende Gemeinde auf die Zusage Gottes vertrauen, dass er die Welt, die er geschaffen hat, vor dem Erscheinen des Triumphbogens am j\u00fcngsten Tage nicht untergehen lassen wird (Jes 46,11)<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist ungemein hilfreich, hier auf die Heilsgeschichte zu verweisen und zu wissen, dass Gott seine Pl\u00e4ne ausf\u00fchren wird (Ps 33,4) \u2013 allem menschlichen Hochmut und Streben zum Trotz. Hier ist unser christlicher Glaube, der sich nicht in umweltpolitischen Betrachtungen und politischem Kalk\u00fcl ersch\u00f6pfen darf, eine wirkliche Alternative zur gegenw\u00e4rtigen \u00fcberall zu beobachtenden Hysterisierung und Dramatisierung der Umweltlage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gegenw\u00e4rtig \u00fcber uns hereinbrechenden Ereignisse rufen zu Bu\u00dfe und Umkehr auf. Der grassierende Gr\u00f6\u00dfenwahn einer Gesellschaft, die weithin die entscheidenden Ma\u00dfst\u00e4be verloren hat und die in der Verehrung des goldenen Kalbes jedes Opfer zu bringen bereit ist, bleibt nach biblischem Zeugnis und den Erfahrungen der Geschichte niemals folgenlos, denn Gott l\u00e4sst sich nicht spotten und wird diesem Treiben irgendwann ein Ende setzen. Thielicke spitzt dies zu auf den entscheidenden Satz: \u201a<em>Es geschieht letzten Endes nur Gottes Wille<\/em>\u2018.<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a> Auch die Gegenspieler werden nolens volens zu seinen Werkzeugen: Dies wird im Handeln der Feinde des Gottesvolkes wie Nebukadnezar deutlich (Jer 43,10 z.B.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle derzeitigen Rettungsversuche der Umweltsch\u00fctzer lassen nach meiner Beobachtung den entscheidenden Faktor au\u00dfer Acht: hier wird die paulinische Aussage wichtig: wir verehren die Sch\u00f6pfung anstelle des Sch\u00f6pfers und dies ist im letzten Grunde nichts Anderes als Unglauben. Wir wollen auf uns und unsere F\u00e4higkeiten und M\u00f6glichkeiten vertrauen und nicht auf das Handeln Gottes, der doch die F\u00e4den in der Hand hat. Diese moderne Form der Werkgerechtigkeit<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a> f\u00fchrt weg vom Glauben und Vertrauen auf den allm\u00e4chtigen Gott. Der selbstverliebte Mensch glaubt in seiner Hybris, er k\u00f6nne sich einen Namen machen und diese Welt, die nach biblischem Zeugnis ihrem Ende entgegengeht, erhalten oder retten. Diese Hybris gr\u00fcndet sich freilich in einer Phase auf die heute scheinbar unbegrenzten F\u00e4higkeiten und M\u00f6glichkeiten des Menschen. Treten dann Katastrophen wie die Flut im Sommer dieses Jahres auf, so zeigt sich, wie weit es mit der menschlichen Herrlichkeit her ist und wie schnell alle so sicher scheinenden Fundamente ins Wanken geraten und sich als Trug erweisen. Der dann auf seine Grundbed\u00fcrfnisse reduzierte Mensch fragt auf einmal ganz anders, wenn er erkennen muss: \u201amit unsrer Macht ist nichts getan\u2018.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier christlich-klar zu sehen, halte ich f\u00fcr das Gebot der Stunde und deshalb m\u00f6chte ich mit zwei Worten der Schrift schlie\u00dfen und auf unseren Auftrag verweisen anstatt der Mainstream-Ohrenbl\u00e4serei nachzulaufen:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Klagelieder 3,37 \u201eWer darf denn sagen, dass solches geschieht ohne des Herrn Befehl?\u201c<\/li>\n<li>Amos 3,6 \u201eIst etwa ein Ungl\u00fcck in der Stadt, das der Herr nicht tut?\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man sich in diesem Punkt weiterf\u00fchrend Klarheit verschaffen will, rate ich zur Lekt\u00fcre des Gro\u00dfen Katechismus von Martin Luther: in der Erkl\u00e4rung des ersten Artikels<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a> ist dies allgemein verst\u00e4ndlich dargestellt, was es bedeutet, dass unser Gott das, was er erschaffen hat, auch erhalten wird: solange ER will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfr. Dr. Ulrich Kronenberg, Speyer<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Johann Jakob Sch\u00fctz: Sei Lob und Ehr dem h\u00f6chsten Gut. EG 326,2.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Trefflich hat Luther \u00fcber diese Werkheiligen geurteilt: \u201a<em>das ist die Natur und Art aller Werkheiligen und Heuchler, die k\u00f6nnen nichts Anderes, als andere Leute schulmeistern und tadeln. Ihre beste Kunst ist, den Splitter aus eines anderen Auge zu ziehen und des Balkens in ihrem Auge nicht gewahr zu werden. Solchen Splitterrichtern und Balkentr\u00e4gern ist der Herr feind. Es ist auch zumal ein verdrie\u00dfliches und feindseliges Volk, welches allein sein Tun kostbar achtet und hochh\u00e4lt, aber was andere Menschen tun, muss alles stinken. In Summa, es sind Menschen, denen nichts gef\u00e4llt, als sie sich selbst allein<\/em>\u2018. Martin Luther: Predigt siebzehnter Sonntag nach Trinitatis. Luk. 14, 1-11. Luther-W Bd. 8, S. 370-371. Luther nennt die Werkheiligen auch \u201a<em>Werktreiber<\/em>\u2018 oder \u201a<em>Gutt\u00e4ter<\/em>\u2018 (Luther-W Bd. 2, S. 101 \u2013 Von den guten Werken).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Friedrich von Bodelschwingh: Der Weg des Christus in die Welt und unser Weg zu ihm. In: Lebendig und frei. Beitr\u00e4ge zur Schriftauslegung. Bd. 3. Bethel 1949. S. 207.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Thielicke, Helmut: Der Glaube der Christenheit. G\u00f6ttingen 1947. S. 213. Thielicke verweist auf das theologische Werk von G\u00f6tz Harbsmeier (Die Verantwortlichkeit der Kirche in der Gegenwart\u2018. M\u00fcnchen 1946).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Maier Gerhard: Das Evangelium des Matth\u00e4us. Kapitel 15-28. HTA. Holzgerlingen 2017. S. 410.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> \u201eWenn das Gebot \u201aDu sollst nicht t\u00f6ten\u2018 hundertprozentig und wortw\u00f6rtlich von einer Gruppe von Menschen erf\u00fcllt w\u00fcrde, dann w\u00fcrde sie damit das Gegenteil von dem erreichen, was dieses Gebot urspr\u00fcnglich will: sie w\u00fcrde n\u00e4mlich selbst das erste Opfer derer werden, die sich nun durch das pazifistische Laisser-faire unter Umst\u00e4nden zu m\u00f6rderischen Exzessen ermuntert f\u00fchlen w\u00fcrden\u201c. Thielicke aaO. S. 441.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/The_Day_After_%E2%80%93_Der_Tag_danach\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/The_Day_After_%E2%80%93_Der_Tag_danach<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/ferngesteuert-oder-ausgenutzt-die-friedensbewegung-der-70er-100.html\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/ferngesteuert-oder-ausgenutzt-die-friedensbewegung-der-70er-100.html<\/a> <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/erschreckend-unterwandert-deutschland_id_1930319.html\">https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/erschreckend-unterwandert-deutschland_id_1930319.html<\/a> <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2014\/05\/28\/juergen-fuchs-und-die-westdeutsche-friedensbewegung\">https:\/\/www.boell.de\/de\/2014\/05\/28\/juergen-fuchs-und-die-westdeutsche-friedensbewegung<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article234878256\/Greta-Thunberg-rechnet-mit-UN-Klimakonferenz-ab-Fehlschlag.html\">https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article234878256\/Greta-Thunberg-rechnet-mit-UN-Klimakonferenz-ab-Fehlschlag.html<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2022-02\/eu-kommission-stuft-atomkraft-und-gas-als-nachhaltig-ein?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F\">Taxonomie: EU-Kommission stuft Atomkraft und Gas als nachhaltig ein |\u00a0ZEIT ONLINE<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Thielicke, Helmut: Die Lebensangst und ihre \u00dcberwindung. G\u00fctersloh 1954.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Vom Ende (synteleia) der Welt spricht Jesus v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich: vgl. Mt 13,39.40.49; 24,3; 28,20.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Maier Gerhard: Das Evangelium des Matth\u00e4us. Kapitel 15 bis 28. HTA. Holzgerlingen 2017. S. 439.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Augustinus, Confessiones 5, 5.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Martin Luther: Vorlesung \u00fcber den R\u00f6merbrief (1515\/1516). Luther-W Bd. 1, S. 115.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> \u02bf\u0103\u015b\u0113-l\u0101n\u00fb \u02be\u0115l\u014dh\u00eem \u02be\u0103\u0161er y\u0113l\u0115k\u00fb l\u0115p\u0101n\u00ean\u00fb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Thielicke, Helmut: Der Glaube der Christenheit. G\u00f6ttingen 1947. S. 279.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Thielicke, aaO. S. 281.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Thielicke, aaO. S. 283.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> 2. Korinther 1,8\u201311 Denn wir wollen euch nicht verhalten, liebe Br\u00fcder, unsre Tr\u00fcbsal, die uns in Asien widerfahren ist, da wir \u00fcber die Ma\u00dfen beschwert waren und \u00fcber Macht, also, dass wir auch am Leben verzagten<strong>9<\/strong> und bei uns beschlossen hatten, wir m\u00fcssten sterben. <strong><em>Das geschah aber darum, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst sollen stellen, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt<\/em><\/strong>,<strong>10<\/strong> welcher uns von solchem Tode erl\u00f6st hat und noch t\u00e4glich erl\u00f6st; und wir hoffen auf ihn, er werde uns auch hinfort erl\u00f6sen,<strong>11<\/strong> durch Hilfe auch eurer F\u00fcrbitte f\u00fcr uns, auf dass \u00fcber uns f\u00fcr die Gabe, die uns gegeben ist, durch viel Personen viel Dank geschehe. Luther zeigt dies mehr als deutlich in einer Predigt \u00fcber Lk 2,42ff. WA 17 II, 22,31 \u2013 23,7.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Peter Hahne hat diese Entwicklung scharf auf den Punkt gebracht: \u201aKirche, die keiner mehr braucht\u2018. <a href=\"https:\/\/www.kath.net\/news\/75757\">kath.net<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Bodelschwingh, Friedrich von: Das Geheimnis und die F\u00fclle Christi in der Heilsgeschichte. Nach dem Kolosserbrief. Bethel 1936. S. 3.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> \u00dcbersetzung nach Luther<sup>1984<\/sup>. In der Lutherbibel von 1545 hei\u00dft es \u201aein Gewissen machen lassen\u2018. So auch Luther<sup>1912<\/sup>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Thielicke, aaO. S. 437.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Man k\u00f6nnte es so formulieren: \u201adu wagst es noch einen Diesel zu fahren?\u2018 oder \u201adu wirst doch nicht mehr dein \u00d6fchen daheim mit Holz oder Braunkohle befeuern\u2018.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a>\u02bf\u014dd kl-ymy h\u0101\u02be\u0101re\u1e63, pasas tas h\u0113meras t\u0113s g\u0113s.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a> Kass\u00fchlke, R., &amp; Newman, B. M. (1997). <a href=\"https:\/\/ref.ly\/logosres\/kwzntgd?ref=Page.p+152&amp;off=274&amp;ctx=%CF%80%CE%BB%CE%B1%CE%BD%CE%B1%CC%81%CF%89+irref%C3%BChren%2c+~verf%C3%BChren%2c+t%C3%A4uschen%2c\">Kleines W\u00f6rterbuch zum Neuen Testament: Griechisch-Deutsch<\/a> S. 152.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> TSK verweist auf Ps. 33:9; 93:1; 148:5, 6. Jes. 49:8. Jer. 10:12. Kol. 1:17. Hebr. 1:3.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Definition Allotria (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Altgriechische_Sprache\">altgriechisch<\/a> <em>all\u00f3tria<\/em>, \u201efremdartige, nicht zur Sache geh\u00f6rige Dinge\u201c) steht in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Philosophie_der_Antike\">griechischen Philosophie<\/a> der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kyniker\">Kyniker<\/a> und der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stoa\">Stoa<\/a> f\u00fcr alles, was den Menschen vom Eigenen, Eigentlichen, dem <em>idion<\/em>, ablenkt und ihn im Grunde nichts angeht, beispielsweise Besitz, Ruhm, Macht, Leid, Krankheit und Leidenschaften. (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Allotria\">Allotria \u2013 Wikipedia<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Dazu: 1 Kor 2,14; 15,44.46; Jak 3,15.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Bodelschwingh, Friedrich von: Getrost allzeit. Hamburg 1958. S. 18.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> \u201c<em>Ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man\u2019s salzen? Es ist hinfort zu nichts n\u00fctze, denn das man es hinaussch\u00fctte und lasse es die Leute zertreten.<\/em>\u201d (Matth\u00e4us 5,13, LUT1912) Genau dieses Hinaussch\u00fctten und Zertreten erleben wir in dem Verfall unserer Kirche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> eleeinoteroi pant\u014dn anthr\u014dp\u014dn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> \u201awas ich geplant habe, das tue ich auch\u2018, Vgl. dazu exemplarisch den Rat des Gamaliel (Apg 5,38f) oder Eph 3,11.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Thielicke, Glaube S. 447.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Luther warnt ausdr\u00fccklich vor den \u201aunverst\u00e4ndigen, unerfahrenen und aufgeblasenen Werklehrern\u2018 WA 17 II 26,28f. Diese Sorte ist bis heute nicht ausgestorben und hat gerade wieder einmal Hochkonjunktur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> WA 30 I 183,13-185,28.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Klimakatastrophe ist \u00fcber uns hereingebrochen. In aller Munde sind auf einmal Worte wie \u201aKlimaneutralit\u00e4t\u2018, Klimaschutz, Klimabotschafter, Klimaf\u00fchrerschein, Transformationskonzept, Carbon Footprint, Birth-Strike-Movement, Nettonull etc. Das Zauberwort \u201aNachhaltigkeit\u2018 tritt in allen Lebensbereichen als Wunderwaffe auf: es gibt auf einmal scheinbar kein anderes Problem auf Erden mehr. Es wird allenthalben Weltuntergangsstimmung verbreitet. 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