{"id":18727,"date":"2022-02-22T16:30:19","date_gmt":"2022-02-22T15:30:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18727"},"modified":"2022-02-22T16:30:19","modified_gmt":"2022-02-22T15:30:19","slug":"bibellesen-gott-spricht-zu-dir-teil-4-und-schluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18727","title":{"rendered":"Bibellesen \u2013 Gott spricht zu Dir!\u00a0 (Teil 4 und Schluss)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Glauben an Jesus ist eine pers\u00f6nliche Beziehung. Jede Beziehung braucht Gespr\u00e4ch \u2013 sonst geht sie ein. Im Gebet sprechen wir mit unseren Worten zu Gott. In der Bibel spricht Gott mit seinen Worten zu uns. Darum es ist f\u00fcr unseren Glauben so wichtig, die Worte der Bibel in uns aufzunehmen. Doch wie k\u00f6nnen wir die Bibel richtig verstehen? Im Folgenden wollen wir entdecken: Was sagt die Bibel \u00fcber sich selbst? Wie will die Bibel richtig gelesen und verstanden werden? Die Punkte 1 bis 14 fanden sich in <a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18571\">Teil 1<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18636\">Teil 2<\/a>. Die Punkte 15 bis 19 in <a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18682\">Teil 3<\/a>. Wir schlie\u00dfen ab mit den Punkten 20 bis 22. <\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>20. Beachte das rechte Verh\u00e4ltnis zwischen dem, was die Bibel berichtet, und dem, was sie Dich lehren m\u00f6chte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel berichtet neben vielen guten Dingen und Ereignissen auch von Ehebruch, Mord, Vergewaltigung, Intrigen, L\u00fcgen, Inzucht, Vielehe, ungerechten Kriegen, Hass, Neid usw. Das irritiert manchen Leser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir m\u00fcssen beachten, dass die Bibel nicht alles, was sie berichtet, zugleich billigt. Denn alle diese genannten Dinge werden in den klaren Lehraussagen der Bibel ausdr\u00fccklich abgelehnt. Doch die Bibel berichtet schlimme Dinge, um uns die tiefe Tragik und die zerst\u00f6rerischen Folgen der S\u00fcnde vor Augen zu malen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie gibt neben Positiv-Bespielen zur Nachahmung bewusst auch Negativ-Beispiele zur Warnung und Abschreckung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Das ist aber geschehen uns zum Vorbild, dass wir nicht am B\u00f6sen unsre Lust haben, wie jene sie hatten. Dies widerfuhr ihnen als ein Vorbild. Es ist aber geschrieben uns zur <\/em><em>Warnung<\/em><em>. (1. Korinther 10,6+11)<\/em><\/p>\n<p><strong> 21. Beachte die unterschiedlichen Arten der Gebote<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Lesen der Bibel f\u00e4llt auf, dass bestimmte Gebote, die im Alten Testament (AT) verbindlich f\u00fcr das Volk Gottes genannt werden, im Neuen Testament (NT) f\u00fcr die Gemeinde Jesu Christi best\u00e4tigt werden, w\u00e4hrend andere \u00a0nicht mehr den gleichen Stellenwert haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum halten wir als Christen bestimmte Gebote aus dem AT und andere nicht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Glaubensv\u00e4ter haben beim Lesen der Bibel drei Gruppen von Geboten erkannt, die sie so benannten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDie einen sind n\u00e4mlich die Moralgesetze, die anderen die Judizialgesetze, wieder andere die Zeremonialgesetze.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>(Philipp Melanchton, Reformator und Mitarbeiter Luthers)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>21.a. Das \u201eZeremonialgesetz\u201c\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Zeremonialgesetz ist sozusagen das Gottesdienstgesetz Israels im AT mit all den Bestimmungen \u00fcber Opfer, Beschneidung, Waschungen und Reinigungszeremonien, speziellen Feiertagen und Essensvorschriften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Es werden da Gaben und Opfer dargebracht, die nicht im Gewissen vollkommen machen k\u00f6nnen den\u2026 Dies sind nur \u00e4u\u00dferliche Satzungen \u00fcber Speise und Trank und verschiedene Waschungen, die bis zu der Zeit einer besseren Ordnung auferlegt sind. (Hebr\u00e4er 9,9+10)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats. Das alles ist nur ein Schatten des Zuk\u00fcnftigen; leibhaftig aber ist es in Christus.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>(Kolosser 2,16+17)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese vorl\u00e4ufigen Regelungen hatten also die Aufgabe prophetisch das Kommen des Erl\u00f6sers vorzubereiten. Mit dem Kommen von Jesus haben sie in ihm ihre Erf\u00fcllung gefunden. Sie gelten daher nicht mehr direkt f\u00fcr uns, haben uns aber immer noch <em>indirekt <\/em>etwas zu sagen. Wenn wir z.B. von den Opferl\u00e4mmer im AT lesen, ist uns das ein Hinweis auf das Opfer Jesu am Kreuz. Aber gerade weil Jesus am Kreuz das endg\u00fcltige Opfer gebracht hat, brauchen wir nun selbst solche Opfer nicht mehr zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>21.b. Das \u201eJudizialgesetz\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Judizialgesetz ist das staatliche Recht Israels im AT. Das Volk Gottes war im AT nicht nur eine Glaubensgemeinschaft sondern zugleich ein staatliche, politische Gemeinschaft. Daf\u00fcr hatte Gott dem Volk Israel konkrete Regelungen und Strafbestimmungen gegeben, die das Zusammenleben als Volksgemeinschaft regeln und sch\u00fctzen sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Jesus sagt: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre V\u00f6lker niederhalten und die M\u00e4chtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch (Matth\u00e4us 20,25+26)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Mein Reich ist nicht von dieser Welt. (Johannes 18,36)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wer unter euch ohne S\u00fcnde ist, der werfe den ersten Stein. (<\/em><em>Johannes 8,7)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit diesen Worten stellt Jesus klar, dass seine Gemeinde im NT anders funktioniert als ein Staatswesen, und damit sind die staatlichen Regelungen und Strafbestimmungen des AT keine direkten Handlungsanweisungen f\u00fcr die christliche Gemeinde. Dennoch haben sie uns immer noch <em>indirekt<\/em> etwas zu sagen. So vermittelt Gott uns z.B. durch die Strafbestimmungen des AT, wie sehr er S\u00fcnde verabscheut, dass er selbst einmal S\u00fcnde und Unrecht richten wird und dass die christliche Gemeinde deshalb den S\u00fcnder zur Umkehr mahnen und zur Annahme der Vergebung einladen soll:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Denn der S\u00fcnde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn. (<a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/LUT\/R%C3%B6mer6%2C23\">R\u00f6mer 6,23<\/a>)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcbrigens: Auch wenn das Judizialgesetz keine direkte Handlungsanweisung f\u00fcr die christliche Gemeinde ist, enth\u00e4lt es viele Regelungen f\u00fcr das soziale und wirtschaftliche Miteinander, die bei sinngem\u00e4\u00dfer und \u00fcbertragener Anwendung <em>indirekt<\/em> auch heute hilfreich, sinnvoll und n\u00fctzlich sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>21.c. Das \u201eMoralgesetz\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Jesus sagte: Du kennst die Gebote: \u201eDu sollst nicht t\u00f6ten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemanden berauben; du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.\u201c (Markus 10,19)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Begriff Moralgesetz beschrieben unsere Glaubensv\u00e4ter die Gebote, die sich als Gottes zeitlos g\u00fcltige Ma\u00dfst\u00e4be durch die ganze Bibel hindurchziehen und bis heute f\u00fcr uns bindend sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie finden sich schon im AT, gehen bis auf die Sch\u00f6pfung zur\u00fcck, sind besonders konzentriert in den 10 Geboten zusammengefasst und werden im NT vielfach best\u00e4tigt und im Doppelgebot der Liebe zu Gott und zum N\u00e4chsten verankert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Beispiel zieht sich die grunds\u00e4tzliche Ordnung der unaufl\u00f6slichen Ehe von einem Mann und einer Frau und der daraus entstehenden Familie seit der Sch\u00f6pfung durch die ganze Bibel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle grunds\u00e4tzlichen Aussagen des AT zu Ehe, Sexualit\u00e4t und Familie werden im NT an zahlreichen Stellen deutlich best\u00e4tigt. Jesus selbst hat ausdr\u00fccklich festgehalten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Habt ihr nicht gelesen, dass der Sch\u00f6pfer sie am Anfang schuf als Mann und Frau und sprach (1. Mose 2,24): \u00bbDarum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau h\u00e4ngen, und die zwei werden ein Fleisch sein\u00ab? So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengef\u00fcgt hat, das soll der Mensch nicht scheiden! Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Unzucht, und heiratet eine andere, der bricht die Ehe. (Matth\u00e4us 19,4-9)<\/em><\/p>\n<p><strong>22. Unterscheide Gesetz und Evangelium <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Durch des Gesetzes Werke wird kein Mensch vor Gott gerecht sein. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der S\u00fcnde. (R\u00f6mer 3,20)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Weil wir wissen, dass der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht <\/em><em>gerecht<\/em><em> wird, sondern durch den <\/em><em>Glauben<\/em><em> an Jesus Christus, sind auch wir zum <\/em><em>Glauben<\/em><em> an Christus Jesus gekommen, damit wir <\/em><em>gerecht<\/em><em> werden durch den <\/em><em>Glauben<\/em><em> an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes. (Galater 2,16)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer S\u00fcnde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden h\u00e4tten. (Jesaja 53,5)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die ganze Bibel (AT und NT) ziehen sich von Anfang bis Ende zwei Botschaften, die klar unterschieden werden m\u00fcssen: Gesetz (Gebote) und Evangelium.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gebote, die im AT gegeben und im NT best\u00e4tigt wurden, lehren, wie wir nach Gottes Willen sein sollten und leben sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDas Gesetz gebietet und fordert von uns, was wir tun sollen: Das tue, das lasse, das will ich von dir haben.\u201c<\/em><em> (Martin Luther)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So erkennen wir an den Geboten, wie sehr wir Erl\u00f6sung brauchen; aber sie k\u00f6nnen uns diese Erl\u00f6sung nicht geben. Erl\u00f6sung finden wir allein im Vertrauen auf das Evangelium von Jesus:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDas Evangelium predigt nicht, was wir tun und lassen sollen, sondern wendet es um und spricht: Siehe, lieber Mensch, das hat dir Gott getan; er hat seinen Sohn f\u00fcr dich Mensch werden, hat ihn um deinetwillen erw\u00fcrgen lassen und dich von S\u00fcnde, Tod und Teufel errettet. Das glaube und nimm es an, so wirst du selig werden.\u201c <\/em><em>(Martin Luther)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Evangelium wurde bereits im AT prophetisch bezeugt und hat sich im NT in Kreuz und Auferstehung von Jesus erf\u00fcllt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus finden wir das Zentrum und die Mitte der Bibel!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em> Pfr. Matthias K\u00f6hler, Gemeindebrief der Ev. Kirchengemeinde N\u00fcmbrecht (September-Oktober 2021)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Glauben an Jesus ist eine pers\u00f6nliche Beziehung. Jede Beziehung braucht Gespr\u00e4ch \u2013 sonst geht sie ein. Im Gebet sprechen wir mit unseren Worten zu Gott. In der Bibel spricht Gott mit seinen Worten zu uns. Darum es ist f\u00fcr unseren Glauben so wichtig, die Worte der Bibel in uns aufzunehmen. 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