{"id":18682,"date":"2022-02-07T10:32:07","date_gmt":"2022-02-07T09:32:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18682"},"modified":"2022-02-07T17:07:41","modified_gmt":"2022-02-07T16:07:41","slug":"bibellesen-gott-spricht-zu-dir-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18682","title":{"rendered":"Bibellesen \u2013 Gott spricht zu Dir!\u00a0 (Teil 3)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Glauben an Jesus ist eine pers\u00f6nliche Beziehung. Jede Beziehung braucht Gespr\u00e4ch \u2013 sonst geht sie ein. Im Gebet sprechen wir mit unseren Worten zu Gott. In der Bibel spricht Gott mit seinen Worten zu uns. Darum es ist f\u00fcr unseren Glauben so wichtig, die Worte der Bibel in uns aufzunehmen. Doch wie k\u00f6nnen wir die Bibel richtig verstehen? Im Folgenden wollen wir entdecken: Was sagt die Bibel \u00fcber sich selbst? Wie will die Bibel richtig gelesen und verstanden werden? <\/em><em>Die Punkte 1 bis 14 fanden sich in <a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18571\">Teil 1<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18636\">Teil 2<\/a>. Wir fahren fort mit den Punkten 15 bis 19.<\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>15. <\/strong><strong>Lege nicht hinein sondern lege aus.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet. <\/em><em>(2. Petrus 1,20-21)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auslegung bedeutet, dass man nur aus dem Wortlaut der Bibel herausholen kann, was auch wirklich darinnen ist. Darum m\u00fcssen wir uns h\u00fcten, unsere W\u00fcnsche, Erwartungen, Ideen, Vorurteile oder andere au\u00dferbiblische Vorstellungen und \u201eErkenntnisse\u201c beim Lesen der Bibel in sie hineinzulegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>16. <\/strong><strong>Lege die Bibel durch die Bibel aus.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Da f\u00fchrte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben (Psalm 91,11-12): \u201eEr wird seinen Engeln f\u00fcr dich Befehl geben; und sie werden dich auf den H\u00e4nden tragen, damit du deinen Fu\u00df nicht an einen Stein st\u00f6\u00dft.\u201c Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5. Mose 6,16): \u201eDu sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.\u201c <\/em><em>(Matth\u00e4us 4,5-7)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indem der Teufel hier einen Vers aus Psalm 91 aus dem Zusammenhang rei\u00dft, will er Jesus auf scheinbar \u201ebiblische\u201c Art verf\u00fchren. Indem Jesus hierauf mit einem andern Bibelvers antwortet, stellt er Psalm 91 in den Zusammenhang der ganzen Bibel und r\u00fcckt dadurch die falsche \u201eAuslegung\u201c des Teufels wieder zurecht. Jesus zeigt uns, dass wir die Bibel durch die Bibel auslegen m\u00fcssen. An diesen Grundsatz hat auch Martin Luther erinnert, wenn er gesagt hat: \u201eScriptura <em>sui ipsius interpres\u201c (die Heilige Schrift ist ihr eigener Ausleger). Darum ist es so wichtig, dass wir die Bibel als Ganzes immer besser kennenlernen.<\/em><\/p>\n<p><strong>17. Nimm es, wie es da steht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Jesus <\/em><em>aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? (Lukas 10,26)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Paulus schreibt: Wir schreiben euch nichts anderes, als was ihr da lest und versteht; <\/em><em>(2. Korinther 1,13)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Regel jeder Verst\u00e4ndigung ist, dass man etwas normalerweise so meint, wie man es sagt oder schreibt. Nur so hat mein Gegen\u00fcber eine Chance, es zu verstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum weist uns Jesus auf den geschriebenen Wortlaut der Bibel hin und fordert auf, genau zu lesen, was dort steht. Und Paulus stellt klar, dass das, was da steht und wie es jeder, der es liest, verstehen kann, auch so gemeint ist; ohne \u201edoppelten Boden\u201c und Hintergedanken. Martin Luther hat darum zurecht immer wieder daran erinnert, dass beim Lesen der Bibel normalerweise der \u201eeinfache Schriftsinn\u201c gilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Heilige Geist ist der aller einfachste Schreiber. Darum k\u00f6nnen seine Worte nicht mehr als einen einfachen Sinn haben, welchen wir den buchst\u00e4blichen Sinn nennen. (Martin Luther)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich gibt es in der Bibel auch bildhafte Texte (z.B. Gleichnisse, Bilder und Zahlensymbolik in den Visionen der Offenbarung). Doch ob ein Bild vorliegt, muss klar aus dem Zusammenhang der Bibel hervorgehen: <em>\u201eIn keiner Schrift, schon gar nicht in der g\u00f6ttlichen, darf man aus blo\u00dfem Belieben eine bildhafte Redeweise annehmen, sondern man muss auf die einfache, reine und urspr\u00fcngliche Bedeutung der Worte sehen, solange nicht der Zusammenhang selbst zwingt, eine Bildrede zu erkennen.\u201c <\/em>(Martin Luther)<\/p>\n<p><strong>18. Beachte den Zusammenhang.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Es ist kein Gott! <\/em><em>(Psalm 14,1)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liest man diesen Satz so, k\u00f6nnte man meinen, in der Bibel st\u00fcnde, dass es Gott nicht gebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch liest man diesen Satz im Zusammenhang, wird alles klarer: <em>Die Toren sprechen in ihrem Herzen: \u201eEs ist kein Gott.\u201c <\/em><em>Sie taugen nichts; ihr Treiben ist ein Gr\u00e4uel; da ist keiner, der Gutes tut. (Psalm 14,1)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An diesem schlichten Beispiel wird deutlich, wie wichtig es ist, die Bibel immer im Zusammenhang zu betrachten. Das gilt f\u00fcr den engeren Zusammenhang eines Verses, Kapitels und biblischen Buches wie auch f\u00fcr den Gesamtzusammenhang der biblischen Lehre.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Steht z.B. eine Aussage im Zusammenhang eines geschichtlichen Tatsachenberichtes, dann will und muss das auch als Tatsachenbericht gelesen werden. Steht ein Vers in einem Psalm oder im Hohenlied Salomos, muss ich mit poetischer Sprache rechnen. Habe ich prophetische Visionen vor mir wie z.B. bei Daniel, Hesekiel oder der Offenbarung gibt es viele bildhafte Ausdr\u00fccke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist auch wichtig, zu schauen, wem wurde was, wann, wo, warum und wozu gesagt? Wer hat was, wann, wo, warum und wozu getan? Und wie darf und muss ich das auf mein Leben und meine Situation sinngem\u00e4\u00df \u00fcbertragen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Beispiel: Bestimmte Aussagen und Berichte des Alten Testaments galten f\u00fcr das Volk Israel oder f\u00fcr bestimmte Personen in einer ganz konkreten Situation. Auch diese Teile der Bibel sind als Gottes Wort f\u00fcr uns nicht unwichtig sondern g\u00fcltig. Gott m\u00f6chte uns etwas dadurch sagen. Doch gelten sie oft nicht direkt, sozusagen eins-zu-eins f\u00fcr uns sondern m\u00fcssen sinngem\u00e4\u00df auf unsere Situation \u00fcbertragen und angewendet werden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nehmen wir den Bericht von David und Goliath. Wir leben zurzeit im Frieden und nicht in einem Verteidigungskrieg wie damals Israel. Daher k\u00f6nnen wir den Bericht nicht direkt auf uns anwenden und Davids Verhalten einfach kopieren, indem wir unsere Gegner mit Steinschleudern niederstrecken. Dennoch k\u00f6nnen wir etwas daraus f\u00fcr uns lernen, indem wir ermutigt werden, dass wir wie David im Vertrauen auf Gott und mit seiner Hilfe und Kraft auch scheinbar unbezwingbare Widrigkeiten und aussichtslose Situationen meistern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wir m\u00fcssen schauen, an welcher Stelle in der Geschichte Gottes mit seinem Volk und seiner Gemeinde (Heilsgeschichte) ist etwas geschehen bzw. gesagt worden. Zum Beispiel: Vor seiner Kreuzigung und Auferstehung hatte Jesus den Auftrag, sich zun\u00e4chst nur auf das Volk Israel zu konzentrieren. Deshalb fordert Jesus seine J\u00fcnger ausdr\u00fccklich auf, nicht den Heiden zu predigen. Nach seiner Auferstehung \u00e4ndert sich das. Nun gilt ausdr\u00fccklich der Auftrag, das Evangelium auch den Heiden zu predigen.<\/p>\n<p><strong>19. Lies die Bibel im rechten Verh\u00e4ltnis von Altem und Neuem Testament.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Jesus sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erf\u00fcllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose und in den Propheten und Psalmen. Da \u00f6ffnete er ihnen das Verst\u00e4ndnis, dass sie die Schrift verstanden. (Lukas 24,44-45)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Da erkl\u00e4rte und bezeugte Paulus ihnen das Reich Gottes und predigte ihnen von Jesus aus dem Gesetz des Mose und aus den Propheten. (Apostelgeschichte 28,23)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Neue Testament baut auf dem Alten Testament auf und ist ohne dies nicht zu verstehen. Aber weil das Neue Testament die neue und abschlie\u00dfende Offenbarung der Botschaft Gottes an uns ist, geben uns Jesus und seine Apostel im Neuen Testament die richtige Erkl\u00e4rung, wie das Alte Testament zu verstehen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wieder tauchen mit der Formulierung \u201ewie geschrieben steht\u201c alttestamentliche Zitate oder Anspielungen im Neuen Testament auf mit dem Hinweis auf das rechte Verst\u00e4ndnis und die Erf\u00fcllung dieser Aussagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Neuen Testament her verstehen wir, wieweit bzw. in welcher Weise das Alte Testament f\u00fcr uns bindend ist und auch wie sich die alttestamentlichen Prophezeiungen erf\u00fcllt haben und erf\u00fcllen werden. Es ist also \u00e4u\u00dferst wichtig, sehr genau zu schauen, wo und wie werden alttestamentliche Aussagen im Neuen Testament aufgegriffen, zitiert und erkl\u00e4rt oder wo auch nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eins haben Altes und Neues Testament als gro\u00dfen, \u201eroten Faden\u201c gemeinsam: Es geht um den Retter Jesus Christus. Das Alte Testament k\u00fcndigt auf vielf\u00e4ltige Weise an: Der Retter wird kommen. Das Neue Testament bezeugt: Der Retter ist gekommen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0Pfr. Matthias K\u00f6hler, Ev. Kirchengemeinde N\u00fcmbrecht, Gemeindebrief Juli-August 2021<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Glauben an Jesus ist eine pers\u00f6nliche Beziehung. Jede Beziehung braucht Gespr\u00e4ch \u2013 sonst geht sie ein. Im Gebet sprechen wir mit unseren Worten zu Gott. In der Bibel spricht Gott mit seinen Worten zu uns. 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