{"id":18665,"date":"2022-01-26T08:53:04","date_gmt":"2022-01-26T07:53:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18665"},"modified":"2022-01-26T08:55:22","modified_gmt":"2022-01-26T07:55:22","slug":"wie-genau-nimmt-gott-es-mit-unserem-gehorsam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18665","title":{"rendered":"Wie genau nimmt Gott es mit unserem Gehorsam?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wenn sich jemand zu Jesus bekehrt, dann sind vier Punkte wichtig, um in der Spur Jesu bleiben: Gottes Wort: \u201eLasset das Wort Christi reichlich unter euch wohnen!\u201c (Kolosser 3,16). Gebet: \u201eBetet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Christus an euch\u201c (1. Thessalonicher 5,17-18). Gemeinschaft: \u201eSie blieben aber best\u00e4ndig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet\u201c (Apostelgeschichte 2,42). Gehorsam ist die vierte S\u00e4ule der Nachfolge.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist das Wesen des Gehorsams und des Ungehorsams? Dabei wollen wir von dem Text ausgehen, den wir in 1. Samuel 15,1-23 finden:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Samuel sprach zu Saul: Der Herr hat mich gesandt, dass ich dich zum K\u00f6nig salben sollte \u00fcber sein Volk Israel; so h\u00f6re nun auf die Worte des Herrn!<\/li>\n<li>So spricht der Herr Zebaoth: Ich habe bedacht, was Amalek Israel angetan und wie es ihm den Weg verlegt hat, als Israel aus \u00c4gypten zog.<\/li>\n<li>So zieh nun hin und schlag [das Volk] Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und an allem, was das Volk hat; verschone die Amalekiter nicht, sondern t\u00f6te Mann und Frau, Kinder und S\u00e4uglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.<\/li>\n<li>Da bot Saul das Volk auf, und er musterte sie zu Telem: Es waren 200 000 Mann Fu\u00dfvolk und 10 000 Mann aus Juda.<\/li>\n<li>Und als Saul zu der Stadt der Amalekiter kam, legte er einen Hinterhalt im Tal.<\/li>\n<li>Und Saul lie\u00df den Kenitern sagen: Geht, weicht und zieht weg von den Amalekitern, dass ich euch nicht mit ihnen aufreibe; denn ihr tatet Barmherzigkeit an allen Israeliten, als sie aus \u00c4gypten zogen. Da zogen die Keniter fort von den Amalekitern.<\/li>\n<li>Da schlug Saul die Amalekiter von Hawila bis nach Schur, das vor \u00c4gypten liegt,<\/li>\n<li>und nahm Agag, den K\u00f6nig von Amalek, lebendig gefangen, und an allem Volk vollstreckte er den Bann mit der Sch\u00e4rfe des Schwerts.<\/li>\n<li>Aber Saul und das Volk verschonten Agag und die besten Schafe und Rinder und das Mastvieh und die L\u00e4mmer und alles, was von Wert war, und sie wollten den Bann daran nicht vollstrecken; was aber nichts taugte und gering war, daran voll\u00acstreckten sie den Bann.<\/li>\n<li>Da geschah des Herrn Wort zu Samuel:<\/li>\n<li>Es reut mich, dass ich Saul zum K\u00f6nig gemacht habe; denn er hat sich von mir abgewandt und meine Befehle nicht erf\u00fcllt. Dar\u00fcber wurde Samuel zornig und schrie zu dem Herrn die ganze Nacht.<\/li>\n<li>Und Samuel machte sich fr\u00fch auf, um Saul am Morgen zu begegnen. Und ihm wurde angesagt, dass Saul nach Karmel gekommen sei und sich ein Siegeszeichen aufgerichtet habe und weitergezogen und nach Gilgal hinab gekommen sei.<\/li>\n<li>Als nun Samuel zu Saul kam, sprach Saul zu ihm: Gesegnet seist du vom Herrn! Ich habe des Herrn Wort erf\u00fcllt. [das aber war geheuchelt].<\/li>\n<li>Samuel antwortete: Und was ist das f\u00fcr ein Bl\u00f6ken von Schafen, das zu meinen Ohren kommt, und ein Br\u00fcllen von Rindern, das ich h\u00f6re?<\/li>\n<li>Saul sprach: Von den Amalekitern hat man sie gebracht; denn das Volk verschonte die besten Schafe und Rinder, um sie zu opfern dem Herrn, deinem Gott; an dem andern haben wir den Bann vollstreckt.<\/li>\n<li>Samuel aber antwortete Saul: Halt ein, ich will dir sagen, was der Herr mit mir diese Nacht geredet hat. Er sprach: Sag an!<\/li>\n<li>Samuel sprach: Ist&#8217;s nicht so: Obschon du vor dir selbst gering warst, so bist du doch das Haupt der St\u00e4mme Israels; denn der Herr hat dich zum K\u00f6nig \u00fcber Israel gesalbt.<\/li>\n<li>Und der Herr sandte dich auf den Weg und sprach: Zieh hin und vollstrecke den Bann an den Frevlern, den Amalekitern, und k\u00e4mpfe mit ihnen, bis du sie vertilgt hast!<\/li>\n<li>Warum hast du der Stimme des Herrn nicht gehorcht, sondern hast dich an die Beute gemacht und getan, was dem Herrn missfiel?<\/li>\n<li>Saul antwortete Samuel: Ich habe doch der Stimme des Herrn gehorcht und bin den Weg gezogen, den mich der Herr sandte, und habe Agag, den K\u00f6nig von Amalek, hergebracht und an den Amalekitern den Bann vollstreckt.<\/li>\n<li>Aber das Volk hat von der Beute genommen Schafe und Rinder, das Beste vom Gebannten, um es dem Herrn, deinem Gott, zu opfern in Gilgal.<\/li>\n<li>Samuel aber sprach:<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meinst du, dass der Herr Gefallen habe am Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme des Herrn? Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"22\">\n<li>Denn Ungehorsam ist S\u00fcnde wie Zauberei, und Widerstreben ist wie Abg\u00f6tterei und G\u00f6tzendienst. Weil du des Herrn Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen, dass du nicht mehr K\u00f6nig seist.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Befehl Gottes an Saul<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott hatte Saul den Befehl gegeben, die Amalekiter zu schlagen. Die Amalekiter wohnten im S\u00fcden des Landes Kanaan bis an die Grenze zu \u00c4gypten hin. Bald nach dem Auszug Israels aus \u00c4gypten \u00fcberfallen die Amalekiter die Nachz\u00fcgler des Volkes und werden dann von Josua geschlagen. Seitdem liegt der Fluch des Herrn auf den Amalekitern, und es herrscht Todfeindschaft zwischen Israel und Amalek. Bileam hatte in 4. Mose 24,20 das Gericht \u00fcber Amalek vorausgesagt. Saul erh\u00e4lt nun den Auftrag von Gott, das Gericht an den Amalekitern zu vollziehen (1 Sam 15,2-3):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSo spricht der Herr Zebaoth: Ich habe bedacht, was Amalek Israel angetan und wie er ihm den Weg verlegt hat, als Israel aus \u00c4gypten zog.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So zieh nun hin und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und an allem, was er hat; verschone sie nicht, sondern t\u00f6te Mann und Frau, Kinder und S\u00e4uglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Auftrag Gottes lautet also:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Die Amalekiter zu besiegen.<\/li>\n<li>Alles ohne Ausnahme zu verbannen, d. h. es durfte nichts als Beute genommen werden.<\/li>\n<li>Ein ganzes Volk auszurotten. Saul sollte also alles t\u00f6ten: M\u00e4nner und Frauen, Kinder und S\u00e4uglinge und den gesamten Viehbestand.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anmerkung: Deutschland hatte sich w\u00e4hrend des Dritten Reiches in ganz schlimmer Weise an dem Volk Israel vers\u00fcndigt. Ich kann es nur als gro\u00dfe Gnade empfinden, wenn Gott uns nicht mit dem gleichen Gericht bedacht hat wie das Volk der Amalekiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Warum l\u00e4sst Gott ein ganzes Volk ausrotten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Ausleger versuchte diese Frage wie folgt zu erkl\u00e4ren: Es ist wie mit einem Korb voller \u00c4pfel. Wenn ein Apfel faul wird, dann wird dieser auch bald die anderen anstecken, und schlie\u00dflich sind sie alle faul. So ist es besser, den einen Apfel zu entfernen und nicht zu warten, bis alle weggeworfen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das mag eine Erkl\u00e4rung sein, aber leider hat Gott das nicht so gesagt. Vielleicht brauchen wir eine spezielle Bibelauslegung \u2013 ob uns da wohl die \u201eostpreu\u00dfische\u201c weiter hilft? Ich bin selbst noch in Ostpreu\u00dfen geboren, und darum erkl\u00e4re ich Ihnen diese Auslegungsart:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Lehrer einer Dorfschule erkl\u00e4rt den Kindern die Bergpredigt. Als der Sohn eines Bauern zu Hause davon berichtet, ist dieser entsetzt dar\u00fcber. Kurz darauf treffen sich der Lehrer und der Bauer auf dem Feld. \u201eStimmt es\u201c, fragt der Bauer, \u201edass du lehrst \u201aWenn dich jemand auf deine rechte Backe schl\u00e4gt, dem biete die andere auch dar\u2018 (Mt 5,39)?\u201c \u201eJa\u201c, stimmt der Lehrer zu, \u201eso hat es der Herr befohlen.\u201c &#8211; \u201eDann will ich es gleich einmal ausprobieren\u201c, sagt der Bauer und drischt heftig auf den Lehrer ein. Darauf kontert der Lehrer mit einer anderen Bibelstelle: \u201eMit welchem Ma\u00df ihr messt, wird man euch wieder messen, und man wird euch noch dazugeben\u201c (Mk 4,24). So schl\u00e4gt der kr\u00e4ftige Lehrer nun auf den Bauern ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Augenblick f\u00e4hrt der Gutsherr mit seinem Knecht Johann auf der Chaussee vorbei und sieht die heftige Pr\u00fcgelei auf dem Feld. Entsetzt schickt er den Johann dorthin: \u201eSchau doch mal schnell dorthin, ehe die beiden sich erschlagen!\u201c Johann l\u00e4uft so schnell er kann, schaut sich alles genau an und kommt dann gem\u00e4chlichen Schrittes zur\u00fcck: \u201eAch Herr, da ist weiter nichts los, die legen sich nur gegenseitig die Bibel aus.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ostpreu\u00dfische Bibelauslegung hilft uns also auch nicht weiter. So m\u00fcssen wir festhalten: Gottes Gerichte sind letztlich f\u00fcr uns unbegreiflich (R\u00f6m 11,33). Und so m\u00fcssen wir auch dieses Gericht Gottes \u00fcber die Amalekiter unkommentiert stehen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott beantwortet uns unsere Warum-Fragen nicht. Auch Jesu Frage am Kreuz blieb unbeantwortet (Mk 15,34): \u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c Gott meldet sich nicht! Es war auch nicht n\u00f6tig, denn Jesus wusste, dass es ohne Kreuz keine Erl\u00f6sung f\u00fcr den Menschen gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die Frage des Leides sind viele B\u00fccher geschrieben worden. W\u00e4hrend das allgemeine Leid in dieser Welt durch den S\u00fcndenfall beantwortbar ist, kann auf das individuelle Leid keiner eine Antwort geben. Auf den ersten Blick scheint das Buch Hiob besonders geeignet zu sein, die Frage des individuellen Leides zu beantworten. Nach l\u00e4ngerem Schweigen f\u00fchrt Gott einen langen Monolog mit Hiob. Man w\u00fcrde erwarten, Gott erkl\u00e4rt darin dem Hiob, warum ihm so tiefes Leid widerfuhr. Bemerkenswert ist, dass Gott auf die Frage des Leides gar nicht zu sprechen kommt. Was aber auff\u00e4llt: Gott selbst stellt 77 Fragen, und diese beziehen sich ausnahmslos auf die Sch\u00f6pfung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWo warst du, da ich die Erde gr\u00fcndete?\u201c (Hi 38,4).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eBist du in den Grund des Meeres gekommen und in den Fu\u00dftapfen der Tiefe gewandelt?\u201c (Hi 38,16).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201e Welches ist der Weg, da das Licht wohnt, und welches ist der Finsternis St\u00e4tte?\u201c (Hi 38,19).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWer ist des Regens Vater?\u201c (Hi 38,28).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWei\u00dft du des Himmels Ordnungen, oder bestimmst du seine Herrschaft \u00fcber die Erde?\u201c (Hi 38,33).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWer bereitet dem Raben die Speise, wenn seine Jungen zu Gott rufen und fliegen irre, weil sie nicht zu essen haben?\u201c (Hi 38,41).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eFliegt der Adler auf deinen Befehl so hoch, dass er sein Nest in der H\u00f6he macht?\u201c (Hi 39,27).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das Tun Sauls<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schauen wir uns das Tun Sauls an. Er f\u00fchrt nur einen Teil des Befehls Gottes aus: Er schl\u00e4gt zwar die Amalekiter und t\u00f6tet das Volk, aber den K\u00f6nig Agag l\u00e4sst er lebendig ergreifen. Er nimmt Agag als Siegestroph\u00e4e mit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich im M\u00e4rz 2003 in Namibia zu Vortr\u00e4gen war, lernten meine Frau und ich auch eine G\u00e4ste- und Jagdfarm kennen. Europ\u00e4er kommen dorthin, um Kudub\u00f6cke, Zebras oder Warzenschweine zu schie\u00dfen. Auf die Frage, ob wir mit einem Jeep mitfahren wollten, der einen J\u00e4ger in die Wildnis hinausbringt, sagten wir spontan zu. Was wir dann aber sahen, entsetze uns sehr. Der J\u00e4ger in seiner Jagduniform wurde per Jeep an die einzige Wasserstelle der Farm gebracht. Dann nahm er in einem Betonbunker mit Schie\u00dfschlitz Platz. Aus geringer Entfernung vom Wasserloch (ca. 20 Meter) konnte er sein Tier beim Trinken \u2013 also keineswegs beim Laufen &#8211; erlegen. Per Handy wurde dann der Jeep angefordert, um das erlegte Tier und den J\u00e4ger zur Farm zur\u00fcckzubringen. Das Fleisch bleibt auf der Farm und das Geweih wird zum Pr\u00e4parator geschickt. Dieser schickt dann die Troph\u00e4e per Seefracht nach Hause. Zu Hause wird dann die Troph\u00e4e an einem gut sichtbaren Ort platziert und legt Zeugnis von einem \u201emutigen Gro\u00dfwildj\u00e4ger in Afrika\u201c ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Saul zeigt seinem Volk die Siegestroph\u00e4e \u201eK\u00f6nig Agag\u201c. Damit demonstriert er seine Macht und \u00dcberlegenheit, wenn er den gefangenen Agag vorweist. Das Volk wird ihm zujubeln. Saul geht es um die eigene Ehre. Er bucht auf Menschenansehen. Saul ist dem Worte Gottes ungehorsam, und darum verwirft Gott ihn. H\u00fcten wir uns als Gemeinde und auch als Einzelne davor, uns Siegestroph\u00e4en zu verschaffen, um Ansehen vor Menschen zu erlangen. Wer im Reich Gottes eigene Ehre sucht und auf Ansehen bedacht ist, der lebt im Ungehorsam gegen\u00fcber Gott. Manch einer, der Vollmacht im Reiche Gottes hatte, ist gerade an dieser Stelle gefallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was geschieht mit dem Vieh?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Saul verschont die guten Schafe und die gem\u00e4steten Rinder. Nur die untauglichen Tiere l\u00e4sst er t\u00f6ten. Saul hat eigene Ideen, die er \u00fcber Gottes Gedanken stellt. Er dachte, es ist doch zu schade, diese gem\u00e4steten Rinder und die gesunden Schafe einfach zu t\u00f6ten. Ich werde sie als Beute von meinem Feldzug mitbringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier wird Sauls Ungehorsam sichtbar. Es ist nicht so, dass er gar nichts tut von dem, was Gott ihm aufgetragen hat. Er erf\u00fcllt Teilauftr\u00e4ge. Den Rest tut er nach eigenem Gutd\u00fcnken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie halten wir es mit dem Gehorsam gegen\u00fcber Gott? Stehen wir nicht auch in der Gefahr, dass wir zu Teilauftr\u00e4gen bereit sind und den Rest nach eigenem Wunsch und Willen tun? Unser Ungehorsam wird vor den Menschen oft gar nicht offenbar, weil wir ja scheinbar eine gute Sache tun. Auch Saul war in den Augen des Volkes gut angesehen, weil er viel wertvolles Vieh mitbrachte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Gott aber sieht das v\u00f6llig anders aus: \u201eDa geschah des Herrn Wort zu Samuel: Es reut mich, dass ich Saul zum K\u00f6nig gemacht habe; denn er hat sich von mir abgewandt und meine Befehle nicht erf\u00fcllt\u201c (V. 10-11).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier sehen wir, welch gro\u00dfen Wert Gott auf den Gehorsam seinem Wort gegen\u00fcber legt. \u201eEs reut ihn!\u201c &#8211; Schon einmal hatte es Gott gereut. Das war vor der Sintflut. In 1. Mose 6,5-6 hei\u00dft es: \u201eAls der Herr aber sah, dass der Menschen Bosheit gro\u00df war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur b\u00f6se war immerdar, da reute es ihn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bek\u00fcmmerte ihn in seinem Herzen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnen es uns schwer vorstellen, dass Gott etwas reut. Aber Gott l\u00e4sst uns hier in sein Herz schauen. Bei Saul geschieht es hier zum zweiten Mal. Gott hatte Saul zum K\u00f6nig gesetzt, aber wegen Sauls Ungehorsam gereute es ihn. Das gibt es also: Je\u00acmand ist von Gott eingesetzt und berufen. Er hat eine besondere Stellung im Reiche Gottes. Aber wenn er ungehorsam wird, verliert er alle Vollmacht. So kann es uns auch ergehen. Ja, es kann sogar sein, dass es Gott reut, dass er uns berufen hat. Darum wollen wir acht darauf haben, dass wir seinem Wort in allen Dingen glauben und vertrauen und gehorsam sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist erstaunlich, wie manchmal Ungl\u00e4ubige ein feines Gesp\u00fcr daf\u00fcr haben, was Christen tun sollen und was nicht. Wie oft habe ich von Nichtchristen geh\u00f6rt: \u201eAls Christ m\u00fcssten Sie doch jetzt so und so handeln.\u201c Erstaunlich: Sie wussten, was ein Christ tun oder lassen sollte, aber selbst haben sie es nicht umgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor einiger Zeit las ich das Buch \u201eHaben oder Sein\u201c von Erich Fromm, wobei der Name keineswegs f\u00fcr seine Geisteshaltung spricht. Als Psychoanalytiker fordert er den neuen, humanistischen Menschen mit einer Religion ohne Gott. Als Wegbereiter sieht er die nicht-theistischen Bewegungen vom Buddhismus bis zum Marxismus. Erich Fromm weist sich in seinen Schriften deutlich als Nicht-Christ aus, aber was er zur Kennzeichnung des so genannten christlichen Abendlandes sagt, ist sehr treffend. Ich zitiere w\u00f6rtlich, was er z. B. zum Thema \u201eOlympiade\u201c sagt, und das sollten wir selbst einmal bedenken (S. 138):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Popularit\u00e4t der Olympiade ist an sich schon Ausdruck des westlichen Heidentums. Sie ist eine Feier zu Ehren der heidnischen Helden: des Siegers, des St\u00e4rksten, des Durchsetzungsf\u00e4higsten, wobei das Publikum bereit ist, die schmutzige Mischung aus Gesch\u00e4ft und Publizit\u00e4t zu \u00fcbersehen, die die heutige Version der griechischen olympischen Spiele kennzeichnet. In einer christlichen Kultur w\u00fcrde das Passionsspiel an die Stelle der Olympiade treten; doch das einzige ber\u00fchmte Spiel dieser Art auf der Welt ist die Touristenattraktion in Oberammergau.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Drei Formen des Ungehorsams<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das Aufgeben von Einzelwahrheiten der Bibel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist nicht so, dass wir die ganze Bibel verwerfen. In christlichen Kreisen besteht vielmehr die Gefahr, dass wir wichtige Teilwahrheiten aufgeben. Spurgeon hat diesen Effekt einmal an einer bildhaften Geschichte deutlich gemacht (in: \u201eEs steht geschrieben\u201c, S. 37):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir fahren mit einem Karren \u00fcber die Steppen Russlands. Die Pferde werden w\u00fctend angetrieben, aber die W\u00f6lfe sind dicht hinter uns. Da sind sie! K\u00f6nnt ihr nicht ihre feurigen Augen sehen? Die Gefahr ist dringend. Was m\u00fcssen wir tun? Es wird vorgeschlagen, dass wir ein oder zwei Kinder hinauswerfen. Bis sie das Baby gefressen haben, werden wir einen kleinen Vorsprung gewonnen haben; aber sollten sie uns wieder einholen, was dann? Nun, tapferer Mann, wirf deine Frau hinaus! \u201aAlles, was ein Mann hat, l\u00e4sst er f\u00fcr sein Leben (Hiob 2,4)\u2018 [Wir m\u00fcssen hier bedenken \u2013 das hat der Teufel gesagt!]. Gebt fast jede Wahrheit auf in der Hoffnung, eine zu retten. Werft die Inspiration hinaus und lasst die Kritiker sie verzehren, werft&#8230; Hier wird es ein sch\u00f6nes Fest f\u00fcr die W\u00f6lfe geben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir will scheinen, dass das erste \u201eKind\u201c, das den W\u00f6lfen zugeworfen wurde, die ersten Seiten der Bibel sind. In manch christlichen Kreisen habe ich festgestellt, dass man oft nicht mehr glaubt, dass Gott in sechs Tagen Himmel und Erde und alle Lebewesen geschaffen hat. An Stelle dieser Botschaft hat man mit Leichtigkeit Gedanken der Evolution akzeptiert und denkt nur noch in Zeitr\u00e4umen von Millionen von Jahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ein h\u00e4ufiges Argument des Ungehorsams: \u201eDas ist nicht heilsnotwendig\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manche Christen haben eine Taktik entwickelt, um vom Gehorsam frei zu sein. Sie diskutieren und interpretieren so lange, bis kein Handlungsbedarf mehr besteht. Bonhoeffer hat das so formuliert: \u201eBleibe im Fragen, so bist du frei vom Gehorsam.\u201c Das tun schon Kinder. Sie fragen so lange, ob das denn sein muss&#8230; usw., bis sie dann nicht mehr zu gehorchen brauchen. In christlichen Kreisen befreit man sich oft dadurch vom Gehorsam gegen\u00fcber Gott, dass man sagt, diese oder jene Frage sei nicht so wichtig, da sie nicht heilsnotwendig sei. Mose und der Felsen: Es war f\u00fcr Mose nicht heilsnotwendig, dass er bei der gro\u00dfen W\u00fcstenwanderung zum Felsen sprechen sollte (4. Mose 20,8). Aber sein Ungehorsam &#8211; er schlug den Felsen (4. Mose 20,11) entgegen dem Befehl Gottes &#8211; bewirkte, dass er das verhei\u00dfene Land nicht betreten (4. Mose 20,12), sondern nur aus der Ferne sehen durfte. Ungehorsam bringt immer Segensverlust. Gott wollte schon damals auf Christus, den Fels, hinweisen, der wegen unserer S\u00fcnde am Kreuz nur einmal geschlagen wurde. Wegen der S\u00fcnde wird er nie mehr geschlagen. Nun reden (beten) mit ihm wegen unserer S\u00fcnde. Dieses Prinzip wollte Gott gleichnishaft mit dem Felsen, der Wasser gibt, deutlich machen. Aus diesem Grunde sollte der Felsen nur beim ersten Mal geschlagen werden und fortan sollte mit ihm geredet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht m\u00f6chte Gott gerade dich f\u00fcr einen besonderen Dienst haben, aber du bist ungehorsam. Du l\u00e4sst dich nicht gebrauchen. Jemand sagte einmal treffend: \u201eWir bekommen S\u00fcndenvergebung, nicht um mit einer reinen Weste in den Himmel zu kommen, sondern um bef\u00e4higt zu sein, Menschen f\u00fcr Jesus zu gewinnen.\u201c Jesus m\u00f6chte jedem von uns eine Hauptaufgabe in seinem Reich zuweisen. Welches ist deine Hauptaufgabe? Wo engagierst du dich wirklich? Wo l\u00e4sst du dich einsetzen und bist mit ganzem Herzen dabei?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir in Polen waren, hat mich eine Polin sehr beeindruckt, die sich erst vor kurzem bekehrt hatte. Sie pachtete ein St\u00fcck Land an einer sehr befahrenen Autostra\u00dfe in S\u00fcdpolen und lie\u00df dort ein 4 x 2 Meter gro\u00dfes Schild anbringen mit der Aufschrift: \u201eGlaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig!\u201c (Apg 16,31). T\u00e4glich missioniert sie auf diese Weise 24 Stunden pro Tag, und Tausende von Autofahrern lesen das. Damit der Verp\u00e4chter ihr nicht eines Tages die Erlaubnis dazu entziehen kann, hat sie inzwischen das Land gekauft. Sie hat eine gute Idee umgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ersatzgehorsam<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Samuel zu Saul kam, begr\u00fc\u00dft er ihn in frommer Rede. Er sagt: \u201eGesegnet seist du vom Herrn! Ich habe des Herrn Wort erf\u00fcllt\u201c (V. 13). Aber Samuel erkannte die fromme L\u00fcge und \u00fcberf\u00fchrte ihn: V14: \u201eWas ist das f\u00fcr ein Bl\u00f6ken von Schafen, das zu meinen Ohren kommt, und ein Br\u00fcllen von Rindern, das ich h\u00f6re?\u201c (V. 14). Saul betreibt nun Ersatzgehorsam, wenn er sich rechtfertigt: \u201eDas Volk verschonte die besten Schafe und Rinder, um sie zu opfern dem Herrn, deinem Gott; an dem andern haben wir den Bann vollstreckt\u201c (V. 15). Der Ungehorsam Sauls erh\u00e4lt eine fromme Tarnfarbe. In den Augen des Volkes erscheint Saul als ein frommer Mann. Er kommt gerade vom Siegeszug zur\u00fcck, und nun beginnt er zu opfern. Alles Volk denkt jetzt: Was ist unser K\u00f6nig doch f\u00fcr ein frommer Mann!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel lehrt uns, dass Gott den liebt, der aus reinem und frohem Herzen gibt (2 Kor 9,7): \u201eEinen fr\u00f6hlichen Geber hat Gott lieb.\u201c Aber es steht auch geschrieben \u2013 in Spr\u00fcche 21,3: \u201eRecht und Gerechtigkeit tun ist dem Herrn lieber als Opfer.\u201c Das wird auch dem Saul durch Samuel gesagt: \u201eMeinst du, dass der Herr Gefallen habe am Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme des Herrn? Siehe Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern\u201c (V. 22).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer in Deutschland zum Wehrdienst eingezogen wird, kann ersatzweise einen Dienst ohne Ausbildung an der Waffe ableisten. Zu dem Befehl Gottes hingegen gibt es keinen Ersatzdienst. Er nimmt es sehr genau mit dem Gehorsam. Vom Gehorsam kann man sich nicht durch andere Dinge freikaufen. Gott sucht Menschen, die ihm ganz gehorsam sind und die bereit sind, ihm sieben Tage der Woche die Herrschaft \u00fcber ihr Leben zu geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Folgen des Ungehorsams<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Verlust der Vollmacht: Saul wurde verworfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Verlust der N\u00e4he Gottes: Adam und Eva wurden ungehorsam und dadurch von Gott verworfen. Wenn ein Christ ungehorsam ist, so wird er die Herrlichkeit Gottes gar nicht oder nur nebelhaft wahrnehmen. Ich m\u00f6chte es einmal gleichnishaft deuten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend unseres Urlaubs auf der Nordseeinsel Langeoog war aus Anlass des 150\u00acj\u00e4hrigen Bestehens als Seebad ein Brillantfeuerwerk angesetzt. Viele hundert Menschen hatten sich am Strand eingefunden, um das Riesenfeuerwerk zu erleben. Aber pl\u00f6tzlich zog vom Meer ein Nebel herauf, der von Minute zu Minute dichter wurde. Als man begann, die Feuerwerksk\u00f6rper zu z\u00fcnden, h\u00f6rte man zwar noch den dumpfen Knall, aber der erwartete bunte Funkenregen war nur verschwommen wahrnehmbar. Die Brillanz war dahin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir die Herrlichkeit Gottes in unserem Leben nicht mehr wahrnehmen und wenn wir beim Lesen des Wortes Gottes \u201ekeine Beute mehr machen\u201c (Ps 119,162), wie es der Psalmist sagt, dann sollten wir pr\u00fcfen, ob wir uns im Nebel des Ungehorsams befinden, der die Sicht auf das Wesentliche vernebelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das Wesen des Gehorsams\/Ungehorsams<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sollten wir eine kurze Formel daf\u00fcr suchen, die das Wesen des Gehorsams und des Ungehorsams beschreibt, so ist das leicht m\u00f6glich. Ungehorsam ist: \u201eSo wie ich will, d. h. mein Wille geschehe!\u201c Gehorsam finden wir bei Jesus, als er im Garten Gethsemane trotz des bevorstehenden Kreuzestodes zum Vater betet: \u201eNicht, was ich will, sondern was du willst\u201c (Mk 14,36), d. h. dein Wille geschehe!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von dieser Art finden wir viele Vorbilder in der Bibel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Noah hei\u00dft es in 1. Mose 6,22: \u201eEr tat alles, was ihm Gott gebot.\u201c Gott verlangt von uns nur die Dinge, die wir auch in der Lage sind zu tun. Noah konnte nicht die Tiere herbeiholen. Das h\u00e4tte er im ganzen Leben nicht geschafft, darum \u00fcbernahm Gott das. Noah konnte es nicht regnen lassen, das tat Gott. Aber Noah konnte eine Arche bauen, nachdem Gott ihm die Bauanleitung gab. Und das verlangte Gott auch von ihm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem Balken eines nieders\u00e4chsischen Bauernhauses las ich eine treffende Inschrift: \u201eDau du dat din, Gott daut dat sin.\u201c (Tu du das Deine, dann tut Gott das Seine.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">David vereint beides, Gehorsam und Ungehorsam. Zur Zeit seines Ungehorsams lud er viel Schuld auf sich. Nach seinem Bu\u00dfgebet erfuhr er Vergebung (Ps 32). Als er gehorsam wurde, nannte ihn der Herr einen Mann nach dem Herzen Gottes (Apg 13,22).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abraham verlie\u00df seine Heimat auf Befehl Gottes. In Hebr\u00e4er 11,8 hei\u00dft es von ihm: \u201eDurch den Glauben ward Abraham gehorsam.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Petrus auf das Wort Jesu hin seine Netze auswarf (Lk 5,1-8), wurde es ihm durch einen reichen Fischfang zum Segen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das Vorbild des Gehorsams<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir von Vorbildern des Gehorsams sprechen, dann m\u00fcssen wir den Einen nennen, der in vollkommenem Gehorsam zu Gott lebte. In Philipper 2,8-9 hei\u00dft es von Jesus: \u201eEr erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erh\u00f6ht und hat ihm den Namen gegeben, der \u00fcber alle Namen ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein sehr wichtiges Wort ist hier das \u201eDARUM\u201c. Weil Jesus gehorsam war,<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>darum hat Gott ihn erh\u00f6ht,<\/li>\n<li>darum hat er ihm den h\u00f6chsten Namen gegeben,<\/li>\n<li>darum werden sich alle Knie vor ihm beugen,<\/li>\n<li>darum hat er alle Vollmacht.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist eine gute Sache, wenn wir im Reiche Gottes um Vollmacht f\u00fcr einen Dienst be\u00acten. Das ist richtig und auch gottgewollt. Aber das Geheimnis der Vollmacht liegt an anderer Stelle: \u201eVollmacht gibt es nur \u00fcber den Gehorsam.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gro\u00dfe M\u00e4nner und Frauen im Reiche Gottes waren in erster Linie Gott und seinem Wort gehorsam. Im Gehorsam k\u00f6nnen wir die Liebe zu Gott ausdr\u00fccken: \u201eDenn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten\u201c (1. Joh 5,3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem Jesus einem Blindgeborenen die Augen aufgetan hatte, sprach er sp\u00e4ter zu ihm: \u201eIch bin zum Gericht in diese Welt gekommen, auf dass, die da nicht sehen, sehend werden, und die da sehen, blind werden\u201c (Joh 9,39).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer ist diese zweite Gruppe von Menschen, \u201edie da sehen und blind werden\u201c? Aus dem Textzusammenhang von Johannes 9 wird es deutlich. Es sind Menschen, denen durch das Wort Jesu ein Licht aufging, sodass sie Schuld und Unrecht erkennen konnten, die aber nicht danach handelten. Da sie nicht gehorsam waren, wurden sie wieder blind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann es auch so ausdr\u00fccken: Jesu Botschaft ist eine Botschaft zum Tun, sie ruft zum Gehorsam: \u201eDarum, wer diese meine Rede h\u00f6rt und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf den Felsen baute\u201c (Mt 7,24). Oder auch: \u201eWas ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Br\u00fcdern, das habt ihr mir getan\u201c (Mt 25,40). Am eindringlichsten ist der Ruf zum Gehorsam, wenn es um die ewige Rettung des Menschen geht. Gott will unsere Errettung: \u201eSo wahr ich lebe, spricht Gott der Herr: ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe\u201c (Hes 33,11).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Ruf in die Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Du hast von Jesus geh\u00f6rt, dass eine Entscheidung erforderlich ist. Sei nicht ungehorsam, sondern folge ihm, und du wirst einen gro\u00dfen Segen erleben. Auf unterschiedliche Art und Weise ruft uns Gott durch sein Wort:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kehrt um, bekehrt euch!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eRinget darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht!\u201c (Lk 13,24).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eTut Bu\u00dfe, denn das Himmelreich ist nahe herbei gekommen\u201c (Mt 4,17).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eGeht ein durch die enge Pforte. Denn der Weg ist breit, der zur Verdammnis f\u00fchrt, und viele sind&#8217;s die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben f\u00fchrt, und wenige sind&#8217;s die ihn finden!\u201c (Mt 7,13-14).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eN\u00f6tigt sie hereinzukommen!\u201c (Lk 14,23).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eErgreife das ewige Leben, dazu du berufen bist\u201c (1 Tim 6,12).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eHeute, wenn ihr seine Stimme h\u00f6ren werdet, verstockt eure Herzen nicht\u201c (Hebr 3,15).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eLasst euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht\u201c (Apg 2,40).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eGlaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig!\u201c (Apg 16,31).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist die Umkehrung (Umkehrung = Ungehorsam) dieses Satzes erlaubt? \u201eWer nicht an den Herrn Jesus glaubt, der wird auch nicht selig?\u201c JA \u2013 diese Umkehrung gilt auch, denn in 1. Johannes 5,12 steht: \u201eWer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sind alles sehr eindringliche Mahnungen. Man sp\u00fcrt ihnen den Ernst, die Entschiedenheit und die Dringlichkeit ab. Mit dem folgenden Liedtext m\u00f6chte ich schlie\u00dfen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir rufen die Letzten zu Jesus, so lange die Gnade noch w\u00e4hrt, so lange die Sonne noch scheint und Liebe den S\u00fcnder begehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir rufen die Letzten zu Jesus, und tragen die Botschaft ins Land. Es dr\u00e4ngt uns die Liebe des Christus. Er hat uns als Boten gesandt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir rufen die Letzten zu Jesus und k\u00fcnden es laut dieser Zeit. Nur einzig das Blut seines Kreuzes die Herzen von S\u00fcnde befreit! Wir rufen die Letzten zu Jesus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verschlie\u00dft nicht Auge noch Ohr; schon steigt aus dem Abgrund der Schatten der k\u00fcnftgen Gerichte empor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir rufen die Letzten zu Jesus, weil Gnade den S\u00fcnder noch l\u00e4dt. Wir bitten dich herzlich: Komm heute! Bald ist es f\u00fcr ewig zu sp\u00e4t!<\/p>\n<p><em>Quelle: https:\/\/wernergitt.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn sich jemand zu Jesus bekehrt, dann sind vier Punkte wichtig, um in der Spur Jesu bleiben: Gottes Wort: \u201eLasset das Wort Christi reichlich unter euch wohnen!\u201c (Kolosser 3,16). Gebet: \u201eBetet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Christus an euch\u201c (1. Thessalonicher 5,17-18). 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