{"id":18561,"date":"2022-01-03T18:00:35","date_gmt":"2022-01-03T17:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18561"},"modified":"2022-01-03T18:00:35","modified_gmt":"2022-01-03T17:00:35","slug":"die-kaum-zu-glaubende-und-doch-gut-belegte-weihnachtsgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18561","title":{"rendered":"Die kaum zu glaubende und doch gut belegte Weihnachtsgeschichte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wusstest du, dass die Weihnachtsgeschichte, die ich hier in zw\u00f6lf kurzen Episoden nacherz\u00e4hle, etwa 20 Wunder beinhaltet? Diese Wunder findet man in allen drei Phasen dieses mehrschichtigen Berichts. Zuerst sind es Hinweise, dass sich Weihnachten, obwohl so nicht genannt, n\u00e4hert. Dann passiert&#8217;s. Und danach, und w\u00e4hrend Joseph und Maria zuerst Windeln wechseln und dann sp\u00e4ter erziehen, setzen sich diese \u00fcbernat\u00fcrlichen Ereignisse fort. Sie best\u00e4tigen dem jungen Ehepaar, dass ihr Sohn in der Tat Gottes Sohn ist und dass sie gerade Teil des gr\u00f6\u00dften Wunders der ganzen Menschheitsgeschichte geworden sind. Als fast am Ende des 1. Jahrhundert n. Chr. (wie wir inzwischen z\u00e4hlen), der betagte Apostel Johannes die Weihnachtsgeschichte wiedergab, ben\u00f6tigte er nur acht Worte, um das Geschehen auf den Punkt zu bringen:<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201cDas Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns\u201c (Joh 1,14)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu dem, was hier folgt, gibt es eine kleine \u201eback story\u201c: Mit wiederkehrender Regelm\u00e4\u00dfigkeit versp\u00fcre ich jede Adventszeit einen inneren Drang meine bescheidenen Erz\u00e4hlgaben zu b\u00fcndeln, um die alte Geschichte von der Geburt meines Heilands selber zu Papier zu bringen. So wie mir der Schnabel gewachsen ist. Heute m\u00f6chte ich wiedergeben, was unsere Eltern und unsere kleinen, l\u00e4ndlichen Gemeinden Lucille und mir diesbez\u00fcglich lehrten. Wir habens ihnen nat\u00fcrlich gutgl\u00e4ubig abgenommen und lebenslang \u00fcberzeugt f\u00fcr wahr gehalten. Oft in unseren Gebeten haben meine Frau und ich Gott f\u00fcr unsere Erziehung im christlichen Glauben gedankt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In letzter Zeit und aus reiferer Perspektive ist mir beim Nachdenken \u00fcber die wundervolle Weihnachtsgeschichte bewusst geworden, dass das, was wir damals intuitiv verinnerlichten, kaum zu glauben ist, n\u00e4mlich dass Gott Mensch wurde, einer von uns. Und das, ohne aufzuh\u00f6ren, Gott zu sein. Mit euch dar\u00fcber nachzugr\u00fcbeln, wie sowas sein kann, ist jetzt nicht mein Ziel, obwohl ich mich sehr gr\u00fcndlich damit besch\u00e4ftige. Heute m\u00f6chte ich lediglich, so gut ich kann, mit eigenen Worten wiederholen, was uns die Bibel \u00fcber die Weihnachtswunder berichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei hoffe ich, du wirst nachvollziehen k\u00f6nnen, warum ich diese gro\u00dfartige Geschichte, in der so viel \u00dcbernat\u00fcrliches vorkommt, f\u00fcr bare M\u00fcnze halte. Falls du diesbez\u00fcglich Fragen hast, k\u00f6nnen wir gern dar\u00fcber miteinander ins Gespr\u00e4ch kommen. Weihnachten setzte als erstes Glied die unglaublichste Ereigniskette aller Zeiten in Gang. Dazu der Apostel Paulus: \u201eAls die Zeit erf\u00fcllt war, sandte Gott seinen Sohn, von einer Frau geboren\u201c (Gal 4,4).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So, aber jetzt wollen wir loslegen. Mich dr\u00e4ngt es m\u00f6glichst schnell mit euch in jenen dreckigen Kuhstall zu gelangen, wo sich dieses wichtigste Geschichtsereignis zutrug, damals im l\u00e4ndlichen Jud\u00e4a vor etwa 2000 Jahren. Ich bin \u00fcberzeugter denn je, dass das, was Ken und Violet Bridger und Dan und Katie Klaassen Lucille und mir erz\u00e4hlten, keine Fake News sondern die wahre Weihnachtsgeschichte ist!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die autorisierten Geschichtenerz\u00e4hler<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Geschichte der Geburt Jesu haben wir von Matth\u00e4us, Lukas und Johannes, die selbst entweder Augenzeugen der Jesus Story waren, &#8211; nat\u00fcrlich nicht von seiner Geburt -, oder wie im Falle Lukas, alles sorgf\u00e4ltig erforschten und dabei die Beteiligten interviewten. Diese \u201eReporter\u201c waren so von der Wahrheit und Wichtigkeit dieser Dinge \u00fcberzeugt, dass sie sp\u00e4ter lieber f\u00fcr das Evangelium starben, als sich davon loszusagen. Von ihnen haben die V\u00e4ter der Fr\u00fchkirche berichtet, dass der J\u00fcnger und Apostel Petrus sehr wahrscheinlich in Rom selber gekreuzigt wurde. Johannes, den ich kurz zitierte, wurde zwar nicht umgebracht, aber wegen Jesus auf eine abgelegene Mittelmeerinsel verbannt. Und dennoch &#8211; trotz ungeheuren Widerstands und Verfolgung &#8211; breitete sich die Gute Nachricht von Jesus wildfeuerartig \u00fcberall aus, so dass wenige Jahre sp\u00e4ter zornige Juden im entfernten Griechenland zugeben mussten, dass diese Jesus-Leute die ganze Welt in Aufruhr versetzten (Apg 17,6).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, als verzauberndes M\u00e4rchen kann die Weihnachtsgeschichte nicht unter Wert verkauft werden, etwa dadurch, dass wir die B\u00fchnenmitte Nickolaus und Rudolph samt Schlitten \u00fcberlassen. \u00dcbrigens, wenn ich in der Adventszeit nachts durch die dekorierten Stra\u00dfen von Abbotsford hier im Westen Kanadas fahre, gewinne ich den Eindruck, dass sich unser Feiern um Santa Claus dreht, dem wir dann f\u00fcr angenehme Winterferien zu danken haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Geschichte vor DER Geschichte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch eines vorweg: \u00dcber eine tausendj\u00e4hrige Zeitspanne hatte sich eine Literatursammlung namens \u201eTanakh\u201c gebildet, die die Grundlage j\u00fcdischen Glaubens darstellt und das Alte Testament unserer christlichen Bibel bildet. Paulus, ein frommer Jude, der sie von Berufs wegen studierte, und sp\u00e4ter zum Christentum konvertierte \u2013 auch eine spannende Geschichte \u2013 nannte sie die \u201eAusspr\u00fcche Gottes\u201c (R\u00f6m 3,2). Ganz in diesem Sinne haben uns unsere unbedarften Eltern aus ihnen gelehrt. (Wenn ich das Alte Testament erw\u00e4hne, muss ich aufpassen, dass ich nicht vom Hundertsten ins Tausende \u00fcbergebe, denn hier habe ich mein ganzes Berufsleben als Lehrer verbracht.) Bezogen auf meine Erz\u00e4hlabsicht ist es wichtig zu wissen, dass das AT die Hauptaspekte der Weihnachtsgeschichte mit verbl\u00fcffender Genauigkeit voraussagte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darauf werde ich wiederholt zur\u00fcckkommen. Eigentlich geh\u00f6ren diese Prophezeiungen auch zu den Wundern der Weihnachtsgeschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dcberf\u00e4llig bald!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun, mit diesen AT-Schriften im Hinterkopf wenden wir uns der Welt der Juden zu Jesu Zeiten zu. Von ihrer \u201eBibel\u201c herkommend erwarteten die Israelis einen K\u00f6nig, der sie aus der unterdr\u00fcckenden r\u00f6mischen Herrschaft erl\u00f6sen und sie mit Freiheit, Frieden, Reichtum und Gesundheit bescheren w\u00fcrde &#8211; sie und schlie\u00dflich die ganze Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier ein Beispiel daf\u00fcr, wie diese erstaunliche Hoffnung j\u00fcdische Herzen beseelte und ihr Denken lenkte. Daf\u00fcr muss ich f\u00fcr einen Augenblick in meiner Erz\u00e4hlung vorausspringen. Kurz nach Jesu Geburt kommen Weise aus dem Osten nach Jerusalem. Sie suchen den neugeborenen K\u00f6nig der Juden \u2013 um ihn anzubeten. Als Ausl\u00e4nder! Wo der wohl zur Welt gekommen ist, wollen sie wissen. Nun war K\u00f6nig Herodes nicht im Bilde, aber \u201efact checken\u201c, wie die Amis das nennen, das konnte er. Er lie\u00df seine Religionsexperten kommen, und die brauchen nicht einmal nachzuforschen: Bethlehem. Hatte Micha vorausgesagt. (Vor 700 Jahren, f\u00fcge ich hinzu). Wie gesagt, Israel wartete auf sowas wie Weihnachten. Was aber diese politischen und religi\u00f6sen Gr\u00f6\u00dfen &#8211; \u201eHochschnabel\u201c mit Verlaub &#8211; nicht wussten: Weihnachten war schon passiert!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber jetzt geht\u2018s los! \u201eEndlich\u201c w\u00fcrden meine Kinder sagen!<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><strong> Zacharias. Nur einmal im Leben \u2013 h\u00f6chstens! \u2013 Lukas 1,3-25<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cEs war einmal vor langer Zeit\u201d, da lebte im Bergland s\u00fcdlich von Jerusalem in einem nicht genannten Ort ein frommer Priester namens Zacharias mit seiner gleichfrommen Frau Elisabeth. Kinderlos waren sie, denn Elisabeth konnte leider nicht schwanger werden, &#8211; auch trotz ernsthaften Betens nicht. Inzwischen war sie in die Jahre gekommen, wohl etwa 60. Der Priester, noch arbeitst\u00e4tig, war `mal wieder nach Jerusalem weg &#8211; seine Wochenschicht schieben. Dieser Tempeldienst, der t\u00e4glich um die 50 Priester involvierte, fiel etwa zweimal im Jahr an. Viele ihrer T\u00e4tigkeiten wurden durch Los zugeteilt. Und genauso war es mit der wichtigsten Aufgabe, der morgen &#8211; und abendlichen Opferdarbringung. Weil aber Israel etwa 20 000 Priester hatte, war klar, dass viele nie dieses Privileg erleben w\u00fcrden, auch nicht, wenn keiner diesen Dienst zweimal verrichten durfte. Aber dann hat es ihn doch \u201eerwischt\u201c, oder besser umgekehrt gesagt: Er erwischte umgekehrt diese Ehre. \u201eHurra!\u201c Bald sehe ich den alten Priester im Kreis tanzen und h\u00f6re ihn ausrufen: \u201eWart blo\u00df, bis ich\u2018s Lieschen sage!\u201c Aber der einerseits arme Tropf ahnte nicht, was ihm noch alles in K\u00fcrze an Heiliger St\u00e4tte passieren sollte! \u2013 Ich werde euch die vielen Vorbereitungen auf diesen heiligen Dienst ersparen. Aber erstmalig allein sein ganzes Volk in der Anbetung Gottes zu vertreten, wird dem Zacharias neben der Freude sicherlich auch innere Anspannung bereitet haben. Drau\u00dfen warteten seine Priesterkollegen mit den versammelten Anbetern, bis sie den Rauch vom Weihopferaltar emporsteigen sahen, um dann in stiller Ehrfurcht zu Erde zu fallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gabriel zu Besuch auf Erden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann geschah es! Ein Engel des Herrn erschien ihm am Altar. Gabriel! Wahrscheinlich zuckte Zacharias \u00fcberrascht und angespannt zusammen. Was er dann zu h\u00f6ren bekam, war schier \u00fcberw\u00e4ltigend: Keine Angst, Mann, deine Gebete um ein Kind sind erh\u00f6rt worden. Es wird ein Junge sein. Nenn\u00b4 ihn Johannes. Du und viele andere Menschen werden sich sehr freuen. Er wird in besonderer Weise dem Herrn geweiht sein, und deshalb soll er keinen Alkohol trinken. Bereits vorgeburtlich wird ihn Gottes Geist erf\u00fcllen. Viele deiner Landsleute wird er zum Herrn zur\u00fcckf\u00fchren. Er wird die Ankunft des Herrn im Stil und Geist Elias bekanntgeben und die Menschen vorbereiten, Gott zu begegnen.\u201c (meine Formulierung).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Zacharias hat\u2018s fast umgehauen, und ganz ehrlich, er kann\u2018s nicht ganz glauben, und gibt das dann dem Engel zu. \u00dcbrigens, dieser himmlische Bote muss ein ganz wichtiger gewesen sein. Von allen Engeln, die zu biblischen Zeiten unseren Planeten besuchten, sind uns nur von zweien die Namen bekannt: Er, also Gabriel, und Michael. Letzter war 500 Jahre zuvor zweimal zum Propheten Daniel geschickt worden. Dieser Gabriel ist es, der auch bald Maria eine noch wichtigere, noch \u201eunglaubbarere\u201c Nachricht \u00fcberbringen wird. Nun, wie gesagt, Sacharias hatte M\u00fche dem, was ihm mitgeteilt wurde, zu glauben, und bat deshalb um ein best\u00e4tigendes Zeichen. Deswegen ermahnte der Engel ihn seines Unglaubens wegen und gab ihm dann, worum er gebeten hatte. Das wird dem alten Priester nicht gefallen haben, denn er wurde auf der Stelle stumm und konnte, bis der Junge geboren wurde, keinen Pieps von sich geben. Als Zacharias endlich rauskam, herrschte Durcheinander. Gestikulierend und ohne Worte versuchte er der besorgt wartenden Versammlung mitzuteilen, was er im Hause Gottes erlebt hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Rest der Geschichte ist schnell erz\u00e4hlt. Zacharias eilte nach Hause, sobald seine Arbeitswoche vor\u00fcber war, und Elisabeth \u2013 ob ihr es glaubt oder nicht \u2013 wurde schwanger. Daraufhin und verst\u00e4ndlicher Weise versteckte sich diese \u201eOma\u201c, diese werdende Mutter f\u00fcnf Monate lang. H\u00f6rt gerade hin, wie sie das ganze Geschehen wertete: \u201eDer Herr hat mich angesehen, um meine Schmach unter den Menschen wegzunehmen.\u201c (Lukas 1,25).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So, liebe Freunde, f\u00e4ngt die Weihnachtsgeschichte mit zwei Wundern an: Ein Engel erschien und eine alte, unfruchtbare Frau wurde schwanger. Und was Gabriel Zacharias \u00fcber seinen zuk\u00fcnftigen Sohn erz\u00e4hlte, ist eine direkte Prophetie \u2013 also, ein drittes Wunder. Dieser Johannes, wir kennen ihn als den T\u00e4ufer, nicht zu verwechseln mit dem J\u00fcnger\/Apostel, den ich fr\u00fcher anf\u00fchrte, w\u00fcrde der Welt Jesus den Sohn Gottes vorstellen. Auch er sollte bald geboren werden. &#8211; O, und dann noch als viertes Wunder, die Verstummung des Priesters wie erw\u00e4hnt.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li><strong> Maria. DIE Ank\u00fcndigung \u2013 Lukas 1,26-38<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bleiben wir bei der Lukas Erz\u00e4hlung und springen sechs Monate nach vorne. Noch immer in Israel aber jetzt im Norden unweit vom See Genezareth in einer anderen Kleinstadt Nazareth. Auch hier geht es um eine Frau. Sie hei\u00dft Maria und ist mit Elisabeth verwandt, &#8211; nur viel j\u00fcnger. Etwa 15, meinen einige Sachverst\u00e4ndige. Sie entstammte der Linie Davids und war mit Joseph, auch ein Nachkomme dieses K\u00f6nigs, verlobt. Aber K\u00f6nigliches war diesem armen Paar aus dem Arbeitermilieu nicht anzumerken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gabriel wieder<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eines Tages erschien bei Maria ein Engel an der T\u00fcr. Kein anderer als unser Gabriel. Wenn schon Zacharias zuerst kaum mit seiner Himmelsbotschaft zurechtkam, sollte es bei dieser viel gewichtigeren Nachricht der Teenagerin noch schwerer gewesen sein. Dabei gaben beide Ank\u00fcndigungen viel Grund zur Freude. Zuerst beruhigte sie der Engel: Keine Angst, du Begnadigte, Gott ist bei dir. Und dann folgte DIE Ank\u00fcndigung! Maria wird ein Kind geb\u00e4ren, das sie Jesus nennen soll. Er wird Sohn des H\u00f6chsten (also Gottes) hei\u00dfen, und wird den Thron Davids als K\u00f6nig besteigen. Seine Herrschaft \u00fcber Israel wird nie enden. Also muss dieser der Messias sein, von dem das ganze AT spricht. Wow! F\u00fcr Israel \u2013 und f\u00fcr die ganze Welt \u2013 war noch nie eine wichtigere Person geboren worden als Jesus. Wie in aller Welt soll dieses unbedarfte M\u00e4del sowas erfassen und verarbeiten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>DIE Frage<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber Maria \u2013 man muss sie einfach m\u00f6gen \u2013 hatte eine sehr intime und zugleich nat\u00fcrliche Frage, mit der sie sofort herausplatzt: Wie soll ich schwanger werden ohne Geschlechtsverkehr mit einem Mann? Bestimmt hat sie dabei an ihren Verlobten Joseph gedacht. Offensichtlich warteten die zwei bis zur Hochzeit, sonst h\u00e4tte sich die Frage er\u00fcbrigt. Gabriels Antwort will genau gelesen und so verstanden werden. H\u00f6r `mal hin: Der Heilige Geist wird \u00fcber dich kommen und die Kraft des H\u00f6chsten wird dich \u00fcberschatten. Darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn hei\u00dfen. Also, Geschlechtsverkehr nicht n\u00f6tig; Jesus wird keinen menschlichen Vater haben. Vielleicht sind Maria Jesajas Worte durch den Kopf gegangen: \u201eDie Jungfrau wird schwanger werden\u201c. Nun, das passt ebenso wie der Name, den Jesaja sonst wo f\u00fcr der Messias gebraucht: Immanuel, zu Deutsch, Gott mit uns. Eigentlich schreibt Jesaja noch mehr \u00fcber dieses Kind. Ich bin sicher, Maria kannte diese Stellen: Die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seine Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig-Vater, Friedef\u00fcrst. \u2013 Solche Bezeichnungen w\u00e4ren grobe \u00dcbertreibungen, ja, eigentlich L\u00fcgen, wenn der Tr\u00e4ger nicht selbst Gott w\u00e4re. Aber wir m\u00fcssen noch weiter zur\u00fcck, bis zum Garten Eden, zur Schlange (denk Satan), der Eva zum Ungehorsam Gott gegen\u00fcber verf\u00fchrte. Es sollte der Same der Frau sein, nicht des Mannes, der eines Tages dem Teufel den Kopf zertreten w\u00fcrde. Pl\u00f6tzlich passen diese Prophezeiungen alle! Und vielleicht rufen sie bei meinen werten, geduldigen Lesern gar ein \u201eaha\u201c hervor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wollen wir f\u00fcr einen Augenblick Maria mit Gabriel allein lassen. Wir m\u00fcssen jetzt fragen: Verstehe ich dieses richtig? Wie kann ein Mensch zugleich Gott UND Mensch sein? Das macht ja gar keinen Sinn, oder? Ich erinnere mich, damals noch keine zwanzig &#8211; Sch\u00fcler an dem Millar Memorial Bible Institute &#8211; wie ich wegen \u00e4hnlicher Fragen in eine Glaubenskrise geriet. Wie kann Jesus sowohl ganz Gott und zugleich ganz Mensch sein? Geht doch nicht. Wenn das Zentrum christlichen Glaubens mir abverlangt, dass ich f\u00fcr wahr halte, was eigentlich unm\u00f6glich ist, sollte ich dann nicht lieber alles aufgeben, was mir meine Eltern und meine hinterw\u00e4ldlerische Gemeinde gelehrt hatten? &#8211; Jetzt beim Lesen wirst du vielleicht denken, warum bin ich mehr als ein halbes Jahrhundert sp\u00e4ter noch Christ &#8211; und ein sehr \u00fcberzeugter dazu? Nun, in meiner gestressten Gr\u00fcbelei \u00fcber diese zentrale, christliche Lehre stie\u00df ich auf einen einzigen Satz aus der Feder des gro\u00dfen Apostels Paulus, der meine Frage zwar nicht beantwortete, mich aber innerlich zu Ruhe kommen lie\u00df: \u201eAnerkannt gro\u00df ist das Geheimnis der Gottesfurcht: Gott ist geoffenbart worden im Fleisch\u2026\u201c(1Tim 3,16a). Hier gesteht der wohl gr\u00f6\u00dfte Apostel aller Zeiten, dass die Inkarnation ein Geheimnis ist. Er kann es auch nicht begreifen. Es ist logisch nicht fassbar. Und so paradox es auch klingt, das machte mir Sinn. Wie sollte ein begrenztes und dazu s\u00fcndhaftes Wesen wie ich \u2013 und eigentlich du auch \u2013 einen unbegrenzten und dazu heiligen Gott g\u00e4nzlich verstehen? Ich kann nicht einmal sein ewiges Sein in den Kopf kriegen, geschweige denn zu begreifen, dass Er Mensch wurde \u2013 und das ohne aufzuh\u00f6ren, Gott zu sein. Aber anderseits, wenn ich sage, das ist unm\u00f6glich, deshalb existiert Gott nicht &#8211; kann gar nicht existieren &#8211; werden meine Probleme nur noch gr\u00f6\u00dfer. Wo komme ich, das Gesch\u00f6pf her, wenn\u00b4s keinen Sch\u00f6pfer gibt? Haben mich Zeit plus Zufall plus Materie plus nichts \u201egeschaffen\u201c? Das ist noch unm\u00f6glicher!! Mit solcher Logik operieren wir Homosapiens f\u00fcr gew\u00f6hnlich nicht\u201c!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nehmen wir `mal dieses simple Beispiel: Wenn ich sage, dass dieser Mac, in den ich jetzt klobig meine Gedanken hineintippe, ein Zufallsprodukt ist, ganz von selber entstanden &#8211; irgendwie &#8211; dann w\u00fcrdest du wohl denken, der hat nicht alle Tassen im Schrank, oder? Aber ist das nicht genau, was wir machen, wenn wir Gott au\u00dfenvorlassen? Sagen, Ihn gibt\u2018s nicht? (Versucht bin ich jetzt, etwa l\u00e4nger hier zu kampieren und mein Argument gegen Atheismus etwas genauer darzustellen, aber ich werde es dabei belassen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df, dass das hebr\u00e4ische Wort \u201ealmah\u201c auch lediglich \u201ejunge Frau\u201c bedeuten kann, obwohl es nie so im AT vorkommt, es sei denn hier. Aber die m\u00f6gliche Ambiguit\u00e4t verschwindet durch Gabriels Worte hier und durch die Erkl\u00e4rung des Engels an Joseph sp\u00e4ter. Nein, ich bleibe bei dem Gott, der sich mir in der Natur und in der Bibel geoffenbart hat. Es macht mir einfach mehr Sinn als irgendetwas anderes, was mir in bald 80 Jahren begegnet ist. \u2013 Randnotiz: Ich lese gerade, dass zwei leitende Atheisten, Francis Collins und Anthony Flew, \u201eSeiten\u201c gewechselt haben. Unbekannt? Siehe Wikipedia.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zur\u00fcck zur Weihnachtsgeschichte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir h\u00f6rten gerade zu, wie Maria mitbekommt, dass der Junge, den sie zur Welt bringen w\u00fcrde, Sohn des H\u00f6chsten hei\u00dfen soll. Und dass der Heilige Geist \u00fcber sie kommen w\u00fcrde, damit dies geschehe. Das Kind w\u00fcrde also nicht biologisch von Joseph oder von irgendeinem anderen Mann abstammen. Wie hat Maria auf diese Ank\u00fcndigung durch den Engel reagiert? Nun, sie hat nicht wie Zacharias um ein best\u00e4tigendes Zeichen gebeten. Nein, ihre Erwiderung zeigt vorbildlichen Glauben: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort.\u201c Vergessen kann ich nicht, dass Schwangerschaft ohne Mann ein gr\u00f6\u00dferes Wunder verlangt, als was Elisabeth im hohen Alter ben\u00f6tigte, um zusammen mit Ehemann Zacharias ein Kind zu bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch einen anderen Aspekt der Geburt Jesu finde ich total verbl\u00fcffend. Als sich Gott entschied, Mensch zu werden, und genau so wie ich das Erdenleben im Mutterleib einer Frau zu beginnen, hat Er daf\u00fcr ein einfaches, sogar armes M\u00e4dchen aus l\u00e4ndlicher Gegend ausgesucht. Ich denke nicht, dass ich gen\u00fcgend Weihnachten hier unten erleben werde, um dar\u00fcber hinwegzukommen!<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"3\">\n<li><strong> Zwei werdende M\u00fctter treffen sich zum Kl\u00f6nen \u2013 Lukas 1,39-56<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber was jetzt? Wie verarbeitet Maria Gabriels Mitteilung, dass sie ein Baby bekommt \u2013 nur sie, ohne Joseph? Mit wem kann sie dar\u00fcber reden? Ich rate einmal \u2013 ja, rate nur \u2013 dass sie es zun\u00e4chst nicht Joseph mitteilte. Was w\u00fcrde ein Verlobter, der mit Eheintimit\u00e4ten bis nach der Hochzeit wartet &#8211; so schwer das auch ist &#8211; denken, wenn er merkt, wie seine zuk\u00fcnftige Frau einen runden Bauch bekommt? Oder wenn sie pl\u00f6tzlich komischerweise Appetit auf Gurken hat? (Ihr M\u00fctter werdet besser wissen, wie Schwangerschaft manchmal Hei\u00dfhunger nach exotischem hervorruft.) Nein, sie braucht jemand anders als Joseph jetzt. \u201cElisabeth! Ich werde Elisabeth besuchen!\u201c Diese piet\u00e4tvolle, \u00e4ltere Verwandte w\u00fcrde ihr nicht nur glauben, sondern sie auch verstehen. Und hatte nicht Gabriel ihr einen Tipp in diese Richtung gegeben? Sie ist ja auch durch ein Wunder in andere Umst\u00e4nde gekommen. Gedacht, getan. Sie packt ihre Sachen und legt los. Vier oder f\u00fcnf Tage wird sie unterwegs gewesen sein, bis sie an Jerusalem vorbei ins Bergland Jud\u00e4as zu ihrer Cousine(?) gelangte, wo Maria &#8211; sage und schreibe &#8211; drei Monate blieb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ankunft bei Elisabeth<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Ankunft geschieht was \u00dcberraschendes. (Seid ihr auf ein weiteres Wunder gefasst? eigentlich zwei?) Als Elisabeth Marias \u201eGr\u00fc\u00df Gott\u201c h\u00f6rt, (wir sind ja hier im S\u00fcden), h\u00fcpft \u201eLittle John\u201c unter ihrem Kleid und sie selbst wird von Heiligen Geist erf\u00fcllt. Der vorgeburtliche Knabe ist erst 22 Wochen alt. Mit einer Hand \u00fcber ihrem Bauch wohl, umarmt sie die reisem\u00fcde Verwandte und bittet sie herein. Und dann h\u00e4lt Maria gleich eine Rede, auf die ich sp\u00e4ter zur\u00fcckkommen werde. Nur durch ein Wunder kann Elisabeth von der Schwangerschaft gewusst haben. Was muss diese Tatsache f\u00fcr Maria eine Ermutigung gewesen &#8211; und eine Best\u00e4tigung dessen, was Gabriel ihr mitgeteilt hatte! Wahrscheinlich hatten sich bereits die ersten Schwangerschaftsindikatoren eingestellt. (Lucille w\u00fcrde sowas besser erkl\u00e4ren k\u00f6nnen als ich.) Aber zur\u00fcck zum H\u00fcpfen von Klein Johan, als er in die N\u00e4he vom ebenfalls noch nicht geborenen Jesus kam, diesem Verwandten, den er 30 Jahre sp\u00e4ter der Welt vorstellen sollte. Ich denke hier war mehr im Spiel als nur die ersten normalen Bewegungen eines Ungeborenen. Dass Elisabeth Maria als \u201eMutter meines Herrn\u201c anspricht, ist vielaussagend. Es bedeutet: 1) sie wei\u00df, Maria ist schwanger, und 2) dass ihr (Marias) Baby ihr (Elisabeth) Herrn, also der Messias, ist. Die Unterhaltung der unerwartet Schwangeren kann man sich unschwer vorstellen: \u201eWAS?? Der Engel Gabriel ist auch dir erschienen! Gott segne dich, Maria, dass du ihm sofort geglaubt hast! Ich w\u00fcnsche, mein Zacharias h\u00e4tte das auch. Bei uns ist&#8217;s die letzten Monate sehr ruhig gewesen. Und dann \u00fcberhaupt aus dem Zacharias seiner hemds\u00e4rmeligen Zeichensprache was zu verstehen! Das ist so frustrierend!\u201c Kannst du sie nicht sehen, diese zwei Frauen auf dem Sofa abends beim Babysachen Stricken \u2013 blaufarbig nat\u00fcrlich &#8211; und wie sie \u00fcber ihre \u201canderen Umst\u00e4nde\u201c austauschen? Hey Jungs, lassen wir sie lieber allein. Diese Unterhaltung geht uns nichts an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie gn\u00e4dig sich der HERR der jungen, schwangeren Maria erweist. Zweifelsohne w\u00fcrde sie bald das Gespr\u00e4chsstoff f\u00fcr den Dorfklatsch zuhause liefern, wenn hinter vorgehaltener Hand spekuliert wurde, was der Jungschreiner und seine Verlobte so getrieben haben. Maria braucht Elisabeth.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Magnifikat<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viel \u00fcber Marias Rede (Lukas 1,46-55), jetzt als Magnifikat bekannt, werde ich nicht sagen, sondern nur auf zweierlei hinweisen: 1) Sie wei\u00df, dass alle Geschlechter sie gl\u00fcckselig preisen werden\u201c. Das widerspiegelt die gro\u00dfen Dinge, die Gott f\u00fcr sie (durch Jesus) getan hat. 2) Ihre Worte reichen gar \u201evon Geschlecht zu Geschlecht\u201c, denn Jesus wird Gottes Verhei\u00dfungen an Abraham erf\u00fcllen: Segen f\u00fcr die ganze Welt. (Und nochmal nebenbei: Als AT-Lehrer hoffe ich, meine Sch\u00fcler werden das AT wenigstens ann\u00e4hrend so gut kennen wie Maria. Sie scheint in der Lage zu sein, ihre Heilige Schrift ohne nachzuschlagen, zitieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"4\">\n<li><strong> Joseph \u2013 zwischen Hammer und Amboss &#8211; Mt 1,18-25<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Eine Geschichte, die nicht fehlen darf.) Wahrscheinlich kurz nachdem die etwa drei Monate schwangere Maria vom S\u00fcden nach Hause kehrt, bekommt auch Joseph Engelbesuch (nicht von Gabriel). Diesmal im Traum. Die zwei sind erst verlobt und leben noch getrennt, wahrscheinlich jeweils bei ihren Eltern. Wenn je jemand Hilfe vom Himmel ben\u00f6tigte, dann Joseph, und zwar sehr bald. Er wei\u00dft, \u201eMaria erwartet ein Kind \u2013 und nicht von mir.\u201c Mann, o Mann, sitzt der Arme aber in der Klemme! Er ist fromm, lebt nach dem Gesetz Gottes \u2013 genauso wie seine Verlobte. \u00dcbrigens, Verlobung damals in Israel war verbindlicher als bei uns heute. Eine formale Scheidung war n\u00f6tig, um sie zu beenden. Aber Geschlechtsverkehr blieb f\u00fcr die Ehe vorbehalten, und daran haben diese zwei sich auch gehalten. (Wie schwer sowas ist, wissen alle.) Und dann bekommt Joseph mit, dass Maria ein Kind erwartet! Schlussfolgern muss er, sie ist mit einem anderem im Bett gewesen. Wenn die zwei damals schon intim gelebt h\u00e4tten, h\u00e4tte er glauben m\u00fcssen, dass das Kind von ihm sei. Das zu verstehen, ben\u00f6tigt keine h\u00f6here Mathematik. Nein, Joseph muss die tragische Sachlage hinnehmen: Maria hatte eine Aff\u00e4re mit einem anderen Mann gehabt und sie gibt es nicht zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein Traum \u2013 ein Engel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stellt dir seine Schmerzen vor, sein Durcheinander, ja, vielleicht gar seinen Zorn! Aber trotzdem will Joseph die endg\u00fcltige Trennung von seiner geliebten Maria so schmerzlos und still wie m\u00f6glich bewirken, auch wenn sie ihn so ma\u00dflos entt\u00e4uscht hat. Wie sich die Geschichte liest, schlussfolgere ich, dass Maria ihm nicht erkl\u00e4rt hat, wie sie schwanger geworden war. Ich wei\u00df nicht, warum nicht. Oder wenn doch, warum er ihr nicht geglaubt hat. Wie wunderbar, dass Gott jetzt einspringt! Er schenkt Joseph einen Traum, in dem ein Engel ihm alles erkl\u00e4rt. Nicht \u00fcberraschend f\u00fcr uns Bibelleser, best\u00e4tigt er das Wunder mit alttestamentlicher Prophetie: Die Jungfrau soll schwanger werden. (\u00dcbrigens, hier ist das griechische Wort \u2013 wie befinden uns ja im Neuen Testament &#8211; <em>parthenos<\/em> eindeutig \u201eJungfrau\u201c. Was f\u00fcr eine Erleichterung f\u00fcr den jungen Verlobten! Er glaubt dem Engel und bleibt verlobt und heiratet Maria. Jetzt ziehen sie zusammen, aber \u201eer erkannte sie nicht, bis sie ihren erstgeborenen Sohn geboren hatte\u201c \u2013 Mt 1,25. (Dies wird noch schwerer als vorher gewesen sein.) Dass Joseph jetzt glaubte, was Maria gleich von Anfang an als wahr hinnahm, n\u00e4mlich dass ihr Baby keinen menschlichen Vater hatte, ist sehr bedeutungsvoll. Aber auch keiner ben\u00f6tigte dar\u00fcber so dringend Klarheit wie er. Und wenn sich Joseph davon hat \u00fcberzeugen lassen, k\u00f6nnen auch wir getrost die Jungfrauengeburt akzeptieren. Jetzt wird er in der Lage sein, dem standzuhalten, was Nachbarn hinter seinem R\u00fccken und \u00fcber die voreilige Heirat wahrscheinlich gefl\u00fcstert haben: \u201eRechne es mal aus: Vor sechs Monaten die Trauung, und jetzt kann schon jeden Tag das Kind kommen!\u201c<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"5\">\n<li><strong> Die Geburt Jesu \u2013 Lk 2,1-7<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies ist die eigentliche Weihnachtsgeschichte. Vielleicht hast du sie auch wie ich als Kind auswendig gelernt und beim Weihnachtsprogramm in der Gemeinde aufgesagt. Der AT Prophet Micha nennt Bethlehem als genauen Geburtsort des Messias. Die Engel, die Maria und Joseph individuell informierten und instruierten, hatten darauf nicht Bezug genommen. Ihnen wurde nicht gesagt, dass sie f\u00fcr die Entbindung dorthin reisen sollten. Wir wissen heute nat\u00fcrlich, dass Jesus in Bethlehem zur Welt kam. Aber was f\u00fcr ein Zirkus war daf\u00fcr n\u00f6tig, dass er nicht in Nazareth das Licht der Welt erblickte! Wenn es auch keine direkten Wunder waren, so war es doch ein sehr merkw\u00fcrdiger Zufall, wie alles zusammenkam. Lukas erz\u00e4hlt es. Weitab in Rom entscheidet der Kaiser, dass \u201eder ganze Erdkreis sich erfassen lassen sollte\u201c (Schlachter-\u00dcbersetzung). Vermutlich spielten Steuerzwecke dabei eine wichtige Rolle. Daf\u00fcr musste jedes Familienhaupt an seinem Heimatort erscheinen. Die Streitigkeiten der Historiker \u00fcber die geschichtlichen Bezugnahmen in der Lukas Erz\u00e4hlung erspare ich euch, aber seid gewiss: Erdachte Legenden sehen anders aus! Wenn sich die Autoren der Evangelien eine Geburtsgeschichte f\u00fcr den lange erwarteten, j\u00fcdischen Messias\/K\u00f6nig zusammenl\u00fcgen wollten, h\u00e4tten sie nie einen Heidenkaiser involviert, geschweige denn, den entsetzlichen K\u00f6nig Herodes darin zu verwickeln. Und aus einem Kuhstall eine Entbindungskammer f\u00fcr den Gottessohn zu machen, w\u00e4re ihnen in hundert Jahren nicht eingefallen. Hier eine Zusammenfassung, wie die Geburt stattfand:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00fcde von der Reise, besonders Maria nach dreit\u00e4gigem Ritt auf einem holprigen Esel, erreichen sie endlich ihr Ziel. Aber das dringend ben\u00f6tigte Nachtquartier l\u00e4sst sich in Bethlehem nicht finden. Sie m\u00fcssen sich mit Unterkunft in einem Viehstahl zufriedengeben. Und dann geht&#8217;s los. So wird sich Maria die Geburt ganz sicherlich nicht vorgestellt haben! Und doch komme ich nicht umhin, zu meinen, das ist \u201eso Jesus\u201c, auch wenn er hier nicht selbst am Dr\u00fccker sitzt. Entsinnst du dich an seine sp\u00e4teren Worte: \u201eDes Menschen Sohn hat nicht, wo er sein Haupt hinlege\u201c? Oder wo er sich beschrieb als \u201csanftm\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig\u201c? Denk daran, Er ist Gott! Und wie Johannes der Apostel sp\u00e4ter erkl\u00e4ren w\u00fcrde, alles ist durch dasselbe (er redet vom \u201eWort\u201c, womit Jesus gemeint ist) entstanden, und ohne dasselbe ist nichts entstanden, was entstanden ist\u201c \u2013 Joh 1,1-2. Und hier ist er! Sein Menschsein f\u00e4ngt im Stall an und die Futterkrippe ist seine Krippe. Der amerikanische Lieddichter Mark Lowry hilft uns mit seinem Weihnachtslied fragen, \u201eMary did you know? (\u201eGut gemacht, Mark! Klingt fast inspiriert.\u201c)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich w\u00fcnsche, wir h\u00e4tten ein bisschen mehr \u00fcber jene Nacht erfahren. Haben sie noch schnell eine Hebamme gefunden? Vielleicht in Josephs Verwandtschaft? Oder war der total unerfahrene Ehemann ganz auf sich angewiesen? Wie was anpacken? Wann \u201ejetzt schieb, du schaffst es, Maria\u201c rufen? Was macht man mit der Nabelschnur? Wo ist das sauberste Heu? Hey, ihr K\u00fche! Weg da!\u201c Nun, es muss wohl zum Schluss bei dieser Erstentbindung alles gut gelaufen sein. Nur, was sie nicht erwarteten, das war Besuch \u2013 mitten in der Nacht. Halt! Wechselt den Kanal nicht. Gleich kommt\u00b4s!<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"6\">\n<li><strong> Sch\u00e4fer auf Nachtwanderung &#8211; Lk 2:8-20<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht kennst du diese Geschichte am besten! Ich wei\u00df noch, wie man mich f\u00fcr das Kirchen-Weihnachtsprogramm mit Muttis Morgenmantel in einen hemds\u00e4rmlichen Hirten verwandelte. Was f\u00fcr eine Geschichte hatten die atemlosen Hirten den jungen, ihnen unbekannten Eltern im Kuhstall zu Bethlehem mitten in der Nacht zu erz\u00e4hlen! Jesu erste G\u00e4ste. Jawohl, genau wie bei den Jungeltern: Unerwarteter Engelbesuch auf der Weide w\u00e4hrend der Nachtschicht! Gleiche Meldung: Der Retter, der Christus, der HERR. Soeben geboren. Und dann stimmte ein ganzer, Himmelschor Lobpreis Gottes an und zelebrierte Frieden auf Erden unter den Menschen. Und wieder denke ich (Doyle): \u201eSo Jesus\u201c. Die wichtigste Geburtsanzeige in der ganzen Menschengeschichte \u2013 und wer kriegt sie zuerst mitgeteilt? Diese Kerle von der Weide. Arm, ungebildet, unbedarft, ja, sogar \u201eunrein\u201c, was Ber\u00fchrung mit Heiligem anbelangt. Sp\u00e4ter im Leben wurde Jesus als einer bekannt, der sich mit \u2013 Entschuldigung \u2013 P\u00f6bel sehen lie\u00df, &#8211; mit Z\u00f6llnern und S\u00fcndern \u2013 Mt 9,10. Alles schon da \u2013 gleich am ersten Tag! Passender Besuch Muss ich den Wunderaspekt noch betonen? Ein Engel erscheint, begleitet von einem himmlischen Chor. Nicht \u00fcbersehen d\u00fcrfen wir den abschlie\u00dfenden Hinweis, dass Maria, nachdem die Hirten wieder gingen \u201eall diese Worte behielt und sie in ihrem Herzen bewegte\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Gedanken dazu gehen so: Nach den Engelbesuchen bei Zacharias, Maria und Joseph hatten die Dinge so ziemlich normal ihren Lauf genommen. Und wunderartig war zun\u00e4chst aber auch nichts neun Monate sp\u00e4ter. Die schlecht getimte Bethlehem-Reise, dort dann keine vern\u00fcnftige \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit und schlie\u00dflich die Geburt, die Hals-\u00fcber-Kopf im Stall stattfand. Nichts in alledem signalisiert, dass es sich hier um \u201edas Heilige Kind\u201c mit Namen \u201eSohn des H\u00f6chsten\u201c handeln w\u00fcrde. Und dann platzen diese aufgeregten Cowboys, ich meine, Schafhirten, rein und wiederholen im Wesentlichen, was Zacharias \u2013 und Elisabeth und Maria und Joseph vom Himmel geoffenbart bekommen hatten. Als sich der Staub legt, und Maria zu Ruhe kommt, wei\u00df sie \u201ewas der Engel Gabriel mir damals sagte, ist passiert.\u201c Aber wartet! Vier weitere \u00dcberraschungen gleicher Art kommen noch\u2026<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"7\">\n<li><strong> Simeon \u2013 So einen gibt&#8217;s nur einmal &#8211; Lk 2,25-35<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehr wahrscheinlich gab&#8217;s keinen Zweiten auf Erden, der wusste, was Simeon aus verl\u00e4sslicher Quelle mitgeteilt bekommen hatte. Seine kurze Geschichte, wie sie im Lukas Evangelium erscheint, ist absolut faszinierend. Ich w\u00fcnsche, der Arzt\/Autor h\u00e4tte uns \u201eein bisschen mehr Butter bei die Fische gegeben\u201c. Wie ging alles vonstatten? Nun, als Jesus 41 Tage alt ist, reist die Kleinfamilie zum Tempel in Jerusalem; wie gesagt. etwa 10 Kilometer. Jesu erster Eselsritt. 33 Tage sp\u00e4ter war ein Reinigungsopfer f\u00fcr die Mutter f\u00e4llig. Nach mosaischem Gesetz war die Mutter eines Jungen bis zu seiner Beschneidung am achten Tage unrein und auch f\u00fcr die folgenden 33 Tage. Danach war ein besonders Opfer n\u00f6tig. Dass Joseph zwei Tauben anstelle des normalen Opferlammes brachte, widerspiegelt ihre Armut und war vom Gesetz Moses her okay.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine wartende Welt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber was hat die Einmaligkeit beim Simeon auf sich? Wie schon erkl\u00e4rt, wartete die j\u00fcdische Welt auf die Erscheinung des verhei\u00dfenen Messias \u2013 Lk 2,38. Das wird besonders bei den Frommen der Fall gewesen sein, aber in gewisser Hinsicht auch bei anderen, die ihren Glauben an Gott fast verloren hatten. Seit 500 Jahren war Israel keine selbstst\u00e4ndige Nation mehr. Jetzt war zwar Herodes ihr K\u00f6nig aber nicht ein echter, nicht ein Nachkomme David, nicht einmal, selbst ein ganzer Jude. Und er herrschte auch \u00fcber Nichtjuden im Osten und Norden. Und das letzte Sagen hatte er erst recht nicht, sondern der Kaiser in Rom. Damals verschlang die gesamte Steuerlast f\u00fcr einen Durchschnittsjuden mehr als 50% seines Einkommens. Kein Wunder, diese verbreitete Sehnsucht nach ihrem Messias.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das galt erst recht f\u00fcr den gerechten, frommen Simeon, der \u201eauf den Trost Israels wartete\u201c. Und nun hatte Gottes Heiliger Geist hat ihm offenbart, dass er nicht sterben w\u00fcrde, bevor er des HERRN Messias gesehen h\u00e4tte. Mit eigenen Augen! Die Haupterf\u00fcllung alttestamentlicher Prophetie w\u00fcrde zu seiner Lebzeit passieren \u2013 und dabei war er schon in die Jahre gekommen! Faszinierend, gell? Wir wissen bereits seit etwa sechs Wochen, dass der Messias schon geboren ist, aber er wahrscheinlich nicht! Wie kommt er dahinter?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vom Geist geschubst<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun, eines Tages kommt Simeon \u201eauf Antrieb des Geistes\u201c in den Tempel (Lk 2,27). So ist er auf den Tag genau da, und sieht, wie Joseph und Familie das Reinigungsritual einhalten. Er segnet die junge Familie, nimmt dann Klein Jesus auf den Arm und identifiziert ihn als \u201edes HERRN Heil f\u00fcr alle V\u00f6lker, deren Licht und die Verherrlichung f\u00fcr Israel\u201c. Welch eine Best\u00e4tigung f\u00fcr Joseph und Maria \u2013 und auch f\u00fcr mich! So hat der Heilige Geist sie vergewissert, dass alles, was sie vom ersten Tag an geh\u00f6rt und erfahren hatten, wahr ist. Das Unm\u00f6gliche ist eingetroffen. Gott ist Mensch geworden und jetzt in ihrer Obhut. Welch ein Wunder, dass Simeon das alles wei\u00df und just im richtigen Augenblick erscheint. So geht Gottes Verhei\u00dfung an ihn in Erf\u00fcllung. Aber etwas Trauriges ist auch dabei und muss wie ein Stich ins Herz Marias gefahren sein. Der alte Heilige identifiziert Jesus als Zeichen, dem widersprochen werden wird. Und wie! Sein eigenes Volk w\u00fcrde ihn verkennen und werfen. Der Sohn Gottes kommt auf den Planeten, den Er geschaffen hatte, zu Menschen, die Er in sein Ebenbild kreierte, und die seinem nahmen ihn nicht auf. Durch Simeons Worte taucht schon taucht das Kreuz am Horizont auf.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"8\">\n<li><strong> Anna &#8211; Lk 2, 36-38<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich liebe Anna\u00b4s kurze Geschichte! (Sieht so aus, als w\u00fcrde ich jede Episode in dieser Erz\u00e4hlung m\u00f6gen!) In gewisser Hinsicht identifiziere ich mich mit ihr mehr als mit den anderen. Nicht als Prophetin nat\u00fcrlich, obwohl vom Beruf her, es gewisse \u00dcberlappungen gibt, aber ihre Ahnenlinie war (wie meine) ganz gew\u00f6hnlich. Nicht priesterlich wie die von Zacharias und Elisabeth und erst recht nicht k\u00f6niglich wie die von Joseph und Maria. Und dann noch eines: Wunder wie die, die die Hirten erlebten, so wie auch die Weisen (denen wir in dieser Erz\u00e4hlung noch nicht richtig begegnet sind) und die anderen, kannte Anna nicht. Ihr Ehegatte war sehr jung gestorben, so dass sie schon lange allein lebte. Aber \u2013 und hier wird sie uns zum Vorbild \u2013 sie hatte sich ganz Gott geweiht. Zuhause war sie im Tempel; ihr \u201eJob\u201c: beten und fasten. Und das tat sie, w\u00e4hrend die anderen Akteure in dieser Geschichte Engel empfingen, Tr\u00e4ume tr\u00e4umten und Sterne sahen. Oder wie Simeon, der diese \u201eSchubse\u201c vom Heiligen Geist erlebte. Aber gar nichts \u00dcbernat\u00fcrliches f\u00fcr Anna. Trotzdem und weil sie sich so viel im Tempel aufhielt, war sie gerade zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Sie \u201etrat hinzu\u201c und h\u00f6rte wahrscheinlich, wie Simeon erst mit Joseph und Maria redete und dann Jesus segnete. Daraufhin pries Anna den Herrn und redete von Jesus mit allen, die hoffnungsvoll erwarteten, dass Gott Jerusalem erretten w\u00fcrde. Sie kann es nicht lassen! \u2013 Freunde, ich verneige mich tief vor dieser heiligen Ascheritin. Gern h\u00e4tte ich ein Selfie von uns zweien! Ich m\u00f6chte mehr sein wie sie. Auch ich habe keine Wunder erfahren, wie diejenigen, die wir hier und \u00fcberhaupt in den Evangelien finden \u2013 keine Engel, keine Heilungen, nichts von alledem. Und meine Tr\u00e4ume sind beileibe keine Visionen! (Meistens erscheine ich darin auf der Kanzel in Stallkleidung und habe vergessen, wor\u00fcber ich predigen wollte!)<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"9\">\n<li><strong> Die Weisen &#8211; Mt 2,1-12<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir uns mit den Weisen besch\u00e4ftigen, m\u00fcssen wir uns genau merken, was die Bibel \u00fcber diese prominenten G\u00e4ste in Bethlehem berichtet. Sie sagt nicht \u00fcber ihre Namen oder Zahl aus, und identifiziert sie auch nicht als K\u00f6nige, wie sie in einem popul\u00e4ren, englischen Weihnachtslied vorkommen. Wahrscheinlich waren sie Sternkundige, und haben als solche diese Himmelserscheinung \u00e4u\u00dferst interessant und wichtig gefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Babylon \u2013 vielleicht ihre Heimatstadt \u2013 hatte viel mit Astrologie und Astronomie zu tun, aber beide zusammen h\u00e4tten die Weisen nicht nach Jerusalem gebracht. Es muss wohl auf der einen Seite eine Prophetie aus den B\u00fcchern Moses gewesen sein: 4Mo 24,17. Aber selbst die sagt nichts \u00fcber eine Geburt aus. Dort ist die Rede von 1) der fernen Zukunft, 2) einem Stern, und 3) einem Zepter (also K\u00f6nig), der 4) Israels Feinde bezwingen wird. Aber wie haben sie blo\u00df eine Bibel zwischen die Finger gekriegt, solange bevor die Gideons sie bald weltweit in Schulen und Hotels unters Volk bringen? Vergessen d\u00fcrfen wir nicht, dass seit der babylonischen Gefangenschaft um 600 v. Chr. viele Juden dort im Osten lebten. Ich gehe davon aus, dass die drei Weisen &#8211; durch einen Traum n\u00e4here Information bekamen. Ebenso hat der Herr sie sp\u00e4ter gef\u00fchrt, als sie nach erfolgreichem Besuch Bethlehem verlie\u00dfen. Wir haben\u00b4s hier mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit konvertierten Heiden zu tun. Als solche, n\u00e4mlich als Nichtjuden, wirkten sie mit ihren Fragen bei Ankunft in Jerusalem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Reise<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wenn wir schon dabei sind, Missverst\u00e4ndnisse auszur\u00e4umen, merke, dass sie dort im Osten den Stern lediglich sahen, nicht ihm aber nach Jerusalem folgten \u2013 etwa GPS-artig. Gef\u00fchrt hat er sie lediglich nach Wiedererscheinung in Jerusalem, um sie \u00fcber die letzten zehn km nach Bethlehem zu steuern. Dass sie Jesus in einem Haus, nicht im Stall, fanden, zeigt, dass sie nicht in der ersten Nacht eintrafen. Aber all die Bilder von ihnen mit den Hirten zusammen? Fall\u00b4 blo\u00df nicht darauf ein! Die sind photogeshopped!! Und noch eines: Als die Eltern mit dem siebenw\u00f6chigen Jesus f\u00fcr die Reinigungszeremonie zum Tempel kamen, waren sie noch arme Leute, wie wir bereits am Ersatzopfer merkten \u2013 zwei Tauben statt Lamm. Richtig arm waren sie aber nach dem Besuch der Weisen nicht mehr! Was mich aber an diesen G\u00e4sten aus dem Osten am Meisten beeindruckt, ist, dass sie diese Reise \u00fcberhaupt gemacht haben! Kl\u00fcgere Bibellehrer als ich denken, dass sie aus Babylon kamen. Heute geben Google Maps die Entfernung zwischen Bagdad und Jerusalem mit 2583 Km an, und Babylon lag noch 100 Km weiter. Mit gesunden Kamelen hat man vielleicht 40 km pro Tag schaffen k\u00f6nnen. Wir reden also von zweieinhalb Monaten Reisezeit. Einen Weg. Die Entscheidung, den Messias aufzusuchen, war beileibe nicht so ganz ohne. Und merke auch: Sie kommen nicht blo\u00df als Wissenschaftler oder Astrologen, wenn man so will, oder nur als politisch Interessierte. Nein, anbeten wollen sie den neugeborenen K\u00f6nig der Juden. \u2013 Ich rechne fest damit, diese Br\u00fcder eines Tages im Himmel anzutreffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ankunft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun aber, stell dir deren Ankunft in Jerusalem vor. Wo ist blo\u00df die feiernde Menge? Endlich ist der wirklich berechtigte K\u00f6nig der Juden geboren! \u00dcber 500 Jahre waren vergangen, seitdem Israels letzter K\u00f6nig (der \u00fcbrigens nicht viel taugte) entthront und mit Augen ausgestochen nach Babylon verschleppt worden, der Zedekia. Aber jetzt gibt&#8217;s einen neugeborenen K\u00f6nig. Da m\u00fcsste doch \u00fcberall in den Stra\u00dfen der Hauptstadt Party sein, oder? Aber nix dergleichen. \u00dcberall nur tote Hose. Also fragen sie nach. &#8211; Es ist fast l\u00e4cherlich, dass Ausl\u00e4nder monatelang unterwegs sein m\u00fcssen, um den hiesigen K\u00f6nig vor Ort samt Volk zu informieren, was nebenan passiert war. Die Nachricht l\u00e4sst ihn und ganz Jerusalem zittern. Schnell l\u00e4sst Herodes die Religionsexperten kommen, die ihm aus dem Stand den vorausgesagten Geburtsort nennen: Bethlehem!. Sie wussten, dass das \u00b4mal so werden w\u00fcrde, aber dass die Schrift schon erf\u00fcllt worden war, scheint ihnen unbekannt zu sein. Herodes l\u00e4sst die Weisen heimlich kommen, t\u00e4uscht Interesse und Glauben vor und schickt sie nach Bethlehem los. Was er mit ihnen im Schild f\u00fchrt, werden wir noch sehen. Wie passend, dass Gott jetzt Jesu Stern erscheinen l\u00e4sst, was die Weisen unheimlich erfreut und ermutigt. Stracks folgen sie ihm nach Bethlehem, in die richtige Stra\u00dfe und direkt zum Haus, wo sie Joseph, Maria und das Kind Jesus vorfinden. Was machen sie als erstes? Sie fallen zu Erden und beten Jesus an &#8211; und schenken ihm dann Gold, Weihrauch und Myrrhe. Welch ein Glaube! Was sie zu sehen kriegen, ist lediglich das Kind Jesus mit seinen einfachen, gar armen Eltern! Nichts im Entferntesten riecht nach K\u00f6niglichem! Sie bekommen nicht das Vorrecht, ihn lehren h\u00f6ren und ihn Wunder tun sehen, wie seine Landsleute es sp\u00e4ter erlebten, aber das h\u00e4lt sie nicht von Anbeten ab! Noch einmal zu den Geschenken: Die fr\u00fchen Kirchv\u00e4ter verstanden das Gold als Sinnbild auf Jesu Gottheit, den Weihrauch auf seine Reinheit und Myrrhe als Hinweis auf seinen Tod, weil es f\u00fcr Einbalsamierung gebraucht wurde. Ja, dies ist ein bedeutungsvoller Besuch. Als die Weisen zur Heimreise ansetzen, erleben sie ein weiteres Wunder. Gott warnt sie in einem Traum, ihren verabredeten Besuch bei Herodes zu streichen, was sich gleich als sehr weise erweisen sollte.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"10\">\n<li><strong> Flucht nach \u00c4gypten &#8211; Mt 2,13-23<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die Weisen nichtsahnend den K\u00f6nig Herodes in das Jesus-Geschehen hineinbrachten, h\u00e4tte mit Bestimmtheit f\u00fcr den Kleinen den Tod bedeutet. Das macht Matth\u00e4us ganz klar. Aber Gott schenkte auch Joseph in derselben Nacht einen Traum, wo ihn ein Engel instruiert, mitsamt Maria und Kind nach \u00c4gypten zu fl\u00fcchten, und schon bei Sonnenaufgang sind sie gut unterwegs. Sie bleiben dort im S\u00fcden, bis Gott ihnen zusichert \u2013 wieder durch einen Traum \u2013 dass die Gefahr vorbei ist, weil Herodes gestorben war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W\u00e4hrenddessen in Bethlehem\u2026<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem die Weisen nach Osten ziehen und Joseph und Familie Richtung S\u00fcden fl\u00fcchten, f\u00e4llt Herodes dar\u00fcber in Rage, dass die Sternkundigen ihn ausgetrickst hatten. Er hatte ja nie im Sinn gehabt, wie er vorgab, Jesus anzubeten. Nein, t\u00f6ten wollte er ihn und denkt, dass er noch in der Gegend ist. Um sicher zu stellen, dass das ihm auch gelingt, sch\u00e4tzt er Jesu Alter ein \u2013 sicherheitshalber gewiss gro\u00dfz\u00fcgig, und l\u00e4sst dann alle m\u00e4nnlichen Kinder unter zwei Jahren im Bethlehemer Raum t\u00f6ten; wahrscheinlich zwischen 30 und 60 Jungs. \u00dcbrigens, das Matth\u00e4us Evangelium verbindet den Kindermord mit einer alten Prophetie aus Jer 31,15. Wie total \u00fcbel Herodes war, l\u00e4sst sich an den vielen Morden erkennen, die er in Laufe seines Lebens begehen lie\u00df, einschlie\u00dflich an einer seiner Frauen und zwei ihrer (also auch seinen eigenen) S\u00f6hnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie Matth\u00e4us die Geschichte ausklingen l\u00e4sst, sieht es so aus, dass Joseph und Maria vorhatten ihren Sohn in Bethlehem zu erziehen, aber als dann Archelaus, Sohn des Herodes, die Herrschaft \u00fcbernahm, f\u00fchlten sie sich in Jud\u00e4a unsicher und zogen nach Nazareth zur\u00fcck; dorthin, wo wir sie vor ein paar Jahren kennengelernt hatten. Dass sie dabei eine Prophetie erf\u00fcllten, ist ihnen vielleicht gar nicht bewusst gewesen &#8211; Jes 11,1. (Das ist aber nicht gleich von jener Stelle zu erkennen, aber ich bin jetzt schon weit \u00fcber meine \u201cerlaubte\u201c Zeit hinaus!)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Anstifter &#8211; SATAN!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe auch nicht die Zeit, mich \u00fcber die Teufelseinmischung auszubreiten, aber vielleicht m\u00f6chtest du Offenbarung 12 lesen, wo ich dies herhabe. Da wird klar, dass Satan die Entbindung Jesu abwartete, um ihn zu t\u00f6ten. Er war es also, der hinter dem Massaker von Bethlehem steckte. Hier zeigt sich mehr als nur menschliche Bosheit. Eigentlich meine ich, dass dies nur bis damals der letzte von vielen Versuchen darstellt, die Messias-Linie auszurotten. Satan versuchte verzweifelt, dass nicht \u201eder Same der Frau\u201c ihm wirklich noch \u201eden Kopf zertritt\u201c (1Mo 3,15).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lass mich noch kurz ein Beispiel daf\u00fcr reinmogeln, wo allerdings, genauso wie in Bethlehem, Satan nicht in Erscheinung tritt: Etwa 840 v. Chr. wurde die Linie Davids, aus der Jesus hervorgeht, fast ausgel\u00f6scht. Athalja, eine b\u00f6se, verwitwete K\u00f6niginmutter hat ihre eigenen Nachkommen abgeschlachtet, um selbst auf den Thron zu gelangen. Ihre gottseidank fromme Schw\u00e4gerin Joscheba, mit einem guten Priester verheiratet, rettet die einzige noch \u00fcberlebende k\u00f6nigliche Person, den einj\u00e4hrigen Joasch, und versteckt ihn und seine Amme sechs Jahre lang in einem Schlafzimmer im Tempelkomplex! Danach verhalf sein Onkel den siebenj\u00e4hrigen Knaben auf den Thron und begleitete ihn als Mentor, bis er erwachsen war. Bis dann war \u201eOhm Jojada\u201c fast 130 Jahre alt! Das ist bald ein Wunder f\u00fcr sich. Damals betrug die Lebenserwartung siebzig plus. Also fast wie heute. Es scheint, Gott habe dieses Ehepaar \u201eben\u00f6tigt\u201c, und deswegen Jojadjas Lebensl\u00e4nge fast verdoppelt, um mit seinem Einsatz die Linie Davids am Leben zu halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt gerade schmunzele ich ein wenig in mich hinein, weil ich gern f\u00fcr diejenigen von euch, die ernsthaftes Studium im Tanakh umschiffen, kleine AT-Leckerbissen dazwischen mische. (Siehst du, was du verpasst? &#8211; Schreibe mir, wenn du die Geschichte nicht finden kannst!)<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"11\">\n<li><strong> Abschluss \u2013 und dann noch eine kurze Geschichte<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erinnerst du dich noch, wie ich anfing? Ich bewunderte die vielen Wunder der Weihnacht; diese direkten Eingriffe Gottes in das Geschehen auf Erden. Die Berichte dar\u00fcber sind umso glaubhafter, weil sie von Menschen verfasst wurden, die ihr Leben daf\u00fcr aufs Spiel setzten. Sie schrieben und predigten, was sie glaubten, n\u00e4mlich, dass dieser Jesus der Sohn Gottes und Retter dieser Welt war. Freunde, wie sollten wir auf diese Weihnachtsgeschichte reagieren, wo wir sie eben noch einmal geh\u00f6rt haben? Nun,.. lasst uns es dem alten Zacharias, wie wir vor etlichen Seiten lasen, nachmachen, n\u00e4mlich die wirkliche Weihnachtsgeschichte verstehen und sie als wahr annehmen, auch wenn wir zun\u00e4chst von Zweifeln geplagt werden. \u2026 lasst uns ein stilles Pl\u00e4tzchen und etwa Zeit finden \u2013 sollte in dieser COVID-Zeit nicht so schwer sein -, und dann wie Maria \u201ealle diese Worte behalten und in unseren Herzen bewegen\u201c (Lk 2,19). \u2026lasst uns tun, was die Hirten taten (Lk 2,20 \u2013 mach schon, schlags schnell nach).\u00a0\u00a0 und lasst uns nicht Simeon vergessen, der die Verbindung zwischen Krippe und Kreuz erkannte. Die gleichen \u201eReporter\u201c, n\u00e4mlich Matth\u00e4us, Lukas und Johannes (und Markus, der die Weihnacht auslie\u00df) machen deutlich, dass Gott deswegen Mensch wurde, um unsere S\u00fcnde auf sich zu nehmen und an unserer Stelle zu sterben. \u2026lasst uns es Hanna nachmachen und von Jesus zu allen reden, die auf die Erl\u00f6sung warten (Lk 2,38), und \u2026 \u2026lasst uns anbeten wie die Weisen (Mt 2,11).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 19 Dezember erschien nachstehendes Zitat als meine Losung. Du erinnerst dich: Zacharias hatte diese wunderbare Begegnung mit dem Engel Gabriel gehabt und obwohl er fast von Erz\u00e4hldrang platzte, neun Monate lang keinen Mucks von sich geben konnte. Als ihm Gott endlich den Mund wieder auftat, rief er hinaus: \u201eUnd du, Kindlein, wirst ein Prophet des H\u00f6chsten genannt werden, denn du wirst vor dem Angesicht des Herrn hergehen, um seine Wege zu bereiten, um seinem Volk Erkenntnis des Heils zu geben, [das ihnen zuteilwerden wird] durch die Vergebung ihrer S\u00fcnden, um der herzlichen Barmherzigkeit unseres Gottes willen, durch die uns besucht hat der Aufgang aus der H\u00f6he\u201c. Lk 1,76-78.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das, meine Freunde, ist die eigentliche Weihnachtsgeschichte<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"12\">\n<li><strong> Familienausflug nach Jerusalem (Lk 2,39-52)<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies ist eine Art Nachtrag zur Weihnachtsgeschichte. Es ist alles, was wir aus Jesu Leben erfahren, bis er etwa 30j\u00e4hrig wieder erscheint und anf\u00e4ngt das zu tun, wozu er vom Himmel herabkam. \u201eUnd Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.\u201c Klingt so ziemlich normal, was wir hier in Vers 39 lesen, oder? Genau was allen Eltern Freude bereiten w\u00fcrde, n\u00e4mlich zu sehen, wie sich ihr Kind gut entwickelt und aufw\u00e4chst. \u201eGnade bei Gott\u201c basiert nicht auf Jesus S\u00fcndlosigkeit, obwohl er das war. Diese gleichen Worte lasen wir auch von Maria (du entsinnst dich doch, oder?) und auch ganz vorne in unseren Bibeln wird das von Noah auch gesagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Suche nach vermisster Person<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser Geschichte ist Jesus zw\u00f6lf Jahre alt und die Familie befindet sich auf dem Heimweg nach Besuch des Passahfests in Jerusalem. Nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches an diesem Teenie zu merken; jetzt pubert\u00e4r und mit zunehmender Selbst\u00e4ndigkeit. Wahrscheinlich reisen sie in gr\u00f6\u00dferen Gruppen aufgeteilt und genie\u00dfen dabei die Gemeinschaft mit Nachbarn und Verwandten. Das junge Volk auch. So werden sich Joseph und Maria nichts dabei gedacht haben, als sie den ganzen ersten Tag \u00fcber Jesus nicht sahen. Aber als er dann abends nicht an ihrem Zelt (?) auftauchte, werden sie schon alarmiert gewesen sein. Ihre sofortige Suche bring keinen Erfolg. Keiner hat ihn den ganzen Tag lang gesehen. So machen sie kehrt und eilen nach Jerusalem zur\u00fcck. Und hier nimmt ihre Sorge nur noch zu, denn dort, wo sie ihn vermuteten, war er auch nicht. Erst nach fast ganzt\u00e4gigem Suchen finden Joseph und Maria Jesus endlich im Tempel, voll verwickelt in theologischer Diskussion mit den Religionsf\u00fchrern. Wie die m\u00e4chtig erleichtere Mutter ihren Frust \u00e4u\u00dfert, ist sehr verst\u00e4ndlich. Ich rate \u00b4mal: So dicht vorm Ausschimpfen ihres \u00c4ltesten ist sie wohl nie vorher gekommen. Richtig Verkehrtes gab es ja bei Jesus nicht. Sicherlich hat er die normalen Wachstumsstadien bis zum Erwachsensein durchlaufen. Wer immer in jenem popul\u00e4ren englischen Weihnachtslied von Jesus dichtete, \u201eno crying he makes\u201c (hat nie geweint) hat m.E. vor Bewunderung ein wenig \u00fcbertrieben. Wie sonst h\u00e4tte der Kleine Hunger oder \u201evolle Windel\u201d signalisieren k\u00f6nnen? (Aber das alles nur nebenbei). Das Wichtigste an diesem Passahfestbesuch au\u00dfer, dass hier das wirkliche Menschsein des Gottessohnes durchschimmert, ist dass Jesus, wenn er von \u201emeinem Vater\u201c redet, Gott und nicht Joseph meint. Obwohl noch kein Teenager, wei\u00df Jesus, wer er ist. Dies ist ein weiterer \u201eBeweis\u201c in der fast nicht zu glaubenden doch so gut belegten Weihnachtsgeschichte, die Paulus mit dem knappen, eingangs von mir zitierten Satzes, zusammenfasst: \u201cDas Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns. \u201d (Gal 4,4) Und falls du dich noch fragst, wie es mit Jesus weiterging, lesen wir im letzten Vers, dass der Zw\u00f6lfj\u00e4hrige mit seinen Eltern \u201chinabging und nach Nazareth kam und sich ihnen unterordnete und&#8230; \u201eer nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.\u201c (Lk 2,52).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doyle Klaassen, Kanada (langj\u00e4hriger Leiter der Bibelschule Brake)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1.1.2022<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wusstest du, dass die Weihnachtsgeschichte, die ich hier in zw\u00f6lf kurzen Episoden nacherz\u00e4hle, etwa 20 Wunder beinhaltet? Diese Wunder findet man in allen drei Phasen dieses mehrschichtigen Berichts. 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