{"id":18443,"date":"2021-11-18T13:27:52","date_gmt":"2021-11-18T12:27:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18443"},"modified":"2021-11-19T20:48:47","modified_gmt":"2021-11-19T19:48:47","slug":"gender-fibel-das-lexikon-zur-sprachverwirrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18443","title":{"rendered":"Gender-Fibel: Das Lexikon zur Sprachverwirrung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eIst der Begriff Mutter in Gesetzestexten noch zeitgem\u00e4ss?\u201c, fragt die Berner Zeitung vom 1. November 2021 im Zusammenhang mit der vom Bund gegenw\u00e4rtig diskutierten Frage eines \u201edritten Geschlechts\u201c. Elter 1, geb\u00e4rende Person oder Mensch mit Geb\u00e4rmutter? Die von Gleichstellungsaktivisten vorgeschlagenen, neuen Wortkreationen muten emotionslos an, die deutsche Sprache wird durch Genderismus zunehmend sinnentleert und faktenfremd. Wer nicht mitgendert, muss mit Sanktionen rechnen. Mit seiner im August im Verlag Fontis erschienen Gender-Fibel bringt Autor Eckhard Kuhla Orientierung ins Dunkel zunehmender Sprachverwirrung. Im Interview mit Regula Lehmann von Zukunft CH erkl\u00e4rt der bekannte Redner und Autor, warum er zum aktiven Widerstand gegen den \u201eGender-Neusprech\u201c einl\u00e4dt.<\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zukunft CH: Herr Kuhla, Was ist die Idee hinter der Gender-Fibel?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kuhla: \u201eRettet das generische Maskulinum\u201c. So k\u00f6nnte man die jahrelange Kritik an der Gendersprache beschreiben. Es waren haupts\u00e4chlich Texte von Sprachexperten, die kaum Resonanz in der breiten \u00d6ffentlichkeit fanden. \u00c4hnlich ging es mir mit mehr sprachpolitischen Texten. Erst das Zitat eines kanadischen Professors brachte es f\u00fcr mich auf den Punkt: \u201eWenn Du genderst, sprichst Du die Sprache einer Ideologie\u201c. Gemeint sind Ideologien wie der Kulturmarxismus oder die Gendertheorie. Beide eint ihre destruktiven Ziele: die Zerst\u00f6rung westlicher Werte mit der Sprache, besonders der Familie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir starteten neulich den ersten Aufruf zur Gendersprache. Rund 38\u2019000 Unterschriften wandten sich gegen den Gebrauch der Gendersprache. Und erste Umfragen best\u00e4tigten ebenso ein starkes Emp\u00f6rungspotential in der Gesellschaft: \u00fcber 60 Prozent lehnten in Umfragen die Gendersprache ab. Unbeachtet des Volkes Meinung f\u00fchren die Medien aber dennoch die Gendersprache weiter ein, ohne einen akzentuierten Widerstand in der \u00d6ffentlichkeit. Eine klassische kognitive Dissonanz. Daf\u00fcr gibt es eine Erkl\u00e4rung: zum Widerstand geh\u00f6rt (Vor-)Wissen. Deswegen m\u00fcssen wir aus Unwissenden Betroffene machen. Eine entscheidende \u00dcberlegung half uns dabei: Eine Kunstsprache wie das Gendern birgt Elemente einer Fremdsprache in sich, f\u00fcr die muss ich \u2013 neben dem neuen Wort \u2013 die deutsche Bedeutung lernen. Die Idee eines Vokabelheftes war geboren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zukunft CH: Was ist das Ziel des Buches?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kuhla: Wir wollen damit unseren Beitrag zur Aufkl\u00e4rung leisten, aber keinen Beitrag mit einem moralischen Zeigefinger, sondern mit einem Format, das einen Schuss Humor vertragen kann. Auf die Art und Weise kann man vielleicht viel \u201eeffizienter\u201c f\u00fcr die drohende Gefahr der Gendersprache Aufmerksamkeit erlangen. Gedacht haben wir dabei auch an die B\u00fcrger, die die Gendersprache abtun mit einer \u201eVerr\u00fccktheit, die sowieso bald vor\u00fcbergeht\u201c. Das alles konnte nur gelingen, weil mir dabei Birgit Kelle und der fontis Verlag mit Rat und Tat zur Seite standen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle m\u00f6chte ich noch ein pers\u00f6nliches Anliegen in aller gebotenen Bescheidenheit erw\u00e4hnen: Martin Luther hat durch seine Bibelsprache die christliche Botschaft jedem B\u00fcrger zug\u00e4nglich gemacht. In diesem Zusammenhang ist es f\u00fcr mich g\u00e4nzlich unverst\u00e4ndlich, ja fast sogar Blasphemie, warum Vertreter einer Kirche es k\u00fcrzlich f\u00fcr dringend geboten hielten, eine zweite Auflage der \u201e<em>Bibel in gendergerechter Sprache<\/em>\u201c zu starten. Dadurch verkehren sie Luthers Manifest der deutschen Sprache in sein Gegenteil, ihre ideologisch orientierte Bibel wird kaum den \u201enormalen\u201c B\u00fcrger als Leser gewinnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zukunft CH: Worin sehen Sie das gr\u00f6sste Problem beim \u201eGender-Neusprech?\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kuhla: \u201eMan sp\u00fcrt die Absicht und ist verstimmt\u201c (aus \u201eTasso\u201c von J.W. von Goethe). Die \u201eAbsicht\u201c, um die es hier geht, ist die Entf\u00fchrung des B\u00fcrgers \u00fcber Gehirnw\u00e4sche in die Gender Gedankenwelt. Und wie kann ich dann seine notwendige \u201eVerstimmung\u201c erreichen? Ein kurzer Ausflug in die Neurologie: Es gibt zwei unterschiedliche Wahrnehmungen der Gendersprache: einmal \u00fcber die sofortige, optische oder akustische Erkennung, wie z.B. die \u201eHeteronormalit\u00e4t\u201c. Solche W\u00f6rter kann jedes auch unge\u00fcbte Auge (oder Ohr) als unnormal bzw. als Fremdwort erkennen und dann in der Genderfibel das normaldeutsche Wort nachschlagen \u2013 sofern es das \u00fcberhaupt gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schwieriger wird es bei den Begriffen mit einer verborgenen Bedeutung eines g\u00e4ngigen Wortes wie \u201eFamilie\u201c. Die Mehrdeutigkeit, das Unnormale, erschliesst sich einem Normalb\u00fcrger in seiner Wahrnehmung nicht sofort; denn dazu br\u00e4uchte er ein Vorwissen und ein Gesp\u00fcr f\u00fcr ein Minenfeld des Unnormalen, was vor ihm liegen k\u00f6nnte. Das Gesp\u00fcr k\u00f6nnte man durch mehrfaches Lesen der Genderfibel erreichen \u2026 Dadurch k\u00f6nnte auch eine nur vermutete Mehrdeutigkeit den ersehnten \u201eAha-Effekt\u201c herbeif\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Tappen im Dunkel der Mehrdeutigkeiten liegt die Perfidie der Gendersprache. Sie gewinnt noch an Bedeutung, ber\u00fccksichtigt man die m\u00f6glichen Einfl\u00fcsse der Politischen Korrektheit. Sie erm\u00f6glicht gerade \u2013 vor dem Hintergrund eines schwindenden Wertekonsenses \u2013 bei Mehrdeutigkeiten das Verallgemeinern individueller Moralvorstellungen. Beim Nennen des Begriffs \u201eFamilie\u201c ist die Bedeutung beispielsweise stark abh\u00e4ngig von dem Umfeld, in dem der Sprecher sich grade befindet. In der oben beschriebenen Perfidie und in der Toleranz der Beliebigkeit liegt mein Hauptproblem mit der Gendersprache.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zukunft CH: Viele Organisationen, Firmen und Beh\u00f6rden gendern und auch Schulen oder Universit\u00e4ten fordern, dass Arbeiten in Gendersprache eingereicht werden. Wie soll man reagieren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kuhla: Mit dem \u201eMarsch durch die Institutionen\u201c haben die \u201eGleichstellungsbeauftragtInnen\u201c der \u00f6ffentlichen Einrichtungen ihre Anbefohlenen Schritt f\u00fcr Schritt mit \u201eSprachleitf\u00e4den\u201c begl\u00fcckt oder konkreter: Sie haben die Gendersprache \u2013 teilweise sogar \u00fcber den B\u00fcrgermeister \u2013 als \u201eAmtssprache\u201c verordnet. Und die jeweiligen Chefs, Professoren und Lehrer? \u00dcber eventuelle Sanktionen gelingt wenig an die \u00d6ffentlichkeit. Was tun? Im Falle der sofortigen Erkennbarkeit von \u201eFremdw\u00f6rtern\u201c kann man nur empfehlen: Reden Sie Deutsch, so wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist! Daran kann man sich gew\u00f6hnen. Und in gegenderten Kreisen? Einfach die Genderfibel zur Hand nehmen und demonstrativ darin bl\u00e4ttern \u2026 Im Falle der m\u00f6glichen Mehrdeutigkeit eines Begriffes: Entweder man hat bereits ein \u201eGender-Gesp\u00fcr\u201c daf\u00fcr entwickelt, dann erschliesst sich dieses zumeist im Kontext. Und als \u201eNormaldeutscher\u201c w\u00fcrde ich ganz bewusst in meinem Kontext weiterreden. Ihr Gegen\u00fcber macht das sowieso in seinem Kontext. Verst\u00e4ndnisverluste sind in diesem Falle auf beiden Seiten aber nicht ganz ausgeschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kann man sich gegen unsinnige Gender-Vorschriften wehren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das h\u00e4ngt vom jeweiligen Umfeld ab, konkreter: Wie sieht das jeweilige Chef-Untergebenen Verh\u00e4ltnis aus? In Verwaltungen und Firmen ist eine Klage gegen die Anwendung der Gendersprache schwierig. Beispiele f\u00fcr erfolgreiche Klagen gegen eine entsprechende Verordnung sind noch nicht bekannt geworden. Ausser im Falle der Firma Audi, da ist eine dementsprechende Klage noch anh\u00e4ngig. Im Gegensatz dazu ist an den Hochschulen eine Anpassung an die W\u00fcnsche des jeweiligen Lehrpersonals durch die Studenten handhabbar. Eine Klage gegen die Herabsetzung der Benotung durch Nicht-Gendern hat in Einzelf\u00e4llen Erfolg gehabt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fontis-shop.de\/products\/die-gender-fibel\">Die Gender-Fibel kann hier bestellt werden.<\/a><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-18445\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Gender_fibel.jpg\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"332\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Gender_fibel.jpg 298w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Gender_fibel-179x300.jpg 179w\" sizes=\"(max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIst der Begriff Mutter in Gesetzestexten noch zeitgem\u00e4ss?\u201c, fragt die Berner Zeitung vom 1. November 2021 im Zusammenhang mit der vom Bund gegenw\u00e4rtig diskutierten Frage eines \u201edritten Geschlechts\u201c. 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