{"id":18410,"date":"2021-11-03T12:34:03","date_gmt":"2021-11-03T11:34:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18410"},"modified":"2021-11-04T13:19:36","modified_gmt":"2021-11-04T12:19:36","slug":"buchempfehlung-kein-koenig-ausser-dem-kaiser-warum-kirche-und-staat-durch-zivilreligion-ihr-wesen-verfehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18410","title":{"rendered":"Buchempfehlung: Stefan Felber, Kein K\u00f6nig au\u00dfer dem Kaiser? Warum Kirche und Staat durch Zivilreligion ihr Wesen verfehlen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-18412\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/felber_zivilreligion.jpg\" alt=\"\" width=\"137\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/felber_zivilreligion.jpg 316w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/felber_zivilreligion-190x300.jpg 190w\" sizes=\"(max-width: 137px) 100vw, 137px\" \/>Stefan Felbers erhellendes Buch zur unheiligen Vermischung von Staat und Kirche empfehle ich dringend. Es ist klar formuliert und gut nachvollziehbar strukturiert. Es diagnostiziert kenntnisreich in klarer Gedankenf\u00fchrung und Sprache den Krebsschaden vor allem des gegenw\u00e4rtigen landeskirchlichen Protestantismus, der sich als Megaphon der medial-politischen Mehrheitsmeinung in Staat und Gesellschaft anbietet, und zur notwendigen biblisch-prophetischen Staats- und Gesellschaftskritik nicht mehr f\u00e4hig ist, weil er nicht mehr wagt, in Gottes Namen und Autorit\u00e4t zu sagen: \u201eSo spricht der Herr\u201c. Schon in dieser Diagnose bietet Felber Schritte zur Therapie. Das gut gegliederte Buch ist \u00fcberzeugend, aber auch mutig.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberzeugend, weil Dr. Felber unter der Pr\u00e4misse, da\u00df Gott spricht, unverk\u00fcrzt und unverf\u00e4lscht in die Mitte das sola scriptura, die biblischen Kriterien zum Urteilen, ger\u00fcckt hat und in der evangelischen Kirche vermi\u00dfte biblische Lehrklarheit einfordert. Luthers Lehre der zwei Regierweisen Gottes (in den zwei Reichen) erweist sich ihm erneut als Hilfe zur Klarheit.Felbers Buch ist mutig, weil er es beispielsweise wagt, Ziegerts Einsichten zum sogenannten Stuttgarter Schuldbekenntnis als Erkenntnis f\u00f6rdernd und den theologisch pr\u00e4zis analysierten Fall des Bremer Pastors Latzel als exemplarisch aufzunehmen. Beides sind sehr hei\u00dfe Eisen, die Felber sachgem\u00e4\u00df anpackt und diskutiert. Ziegerts Beschreibung des in der Nazigeschichte verankerten Schuldkomplexes als dem zivilreligi\u00f6sem Gr\u00fcndungsmythos der BRD ist nicht nur erhellend, er rei\u00dft schmerzende Wunden auf und verunsichert beruhigende Gewi\u00dfheiten. Felber hat den Mut, dieses zivilreligi\u00f6s-moralisch hei\u00dfe Eisen geistlich-theologisch abgewogen zu diskutieren. Er fragt z.B. zur Stuttgarter Schulderkl\u00e4rung theologisch: \u201eSteht dieser Charakter der Erkl\u00e4rung in Zusammenhang mit der liberal-theologischen Entleerung der S\u00fchnetheologie, insofern Absolution nur von der Welt erteilt werden soll statt vom Wort vom Kreuz?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Latzels Fall ist ein Paradebeispiel f\u00fcr die unheilige Allianz von Gesellschaft und Kirche, in der einerseits die Kirche Gott den Mund zu verschlie\u00dfen sucht und andererseits das staatliche Gericht sich theologische Urteile \u00fcber wahre und falsche Lehre anma\u00dft, die ihm nicht zustehen. Latzel, der Mensch, S\u00fcnder und Gerechter zugleich, stammelte verletzt, zornig, erregt, verwirrt, lieblos, als er sprach, aber er sprach als Pastor materialiter Gottes Wort, denn Rechtfertigung von Homosexualit\u00e4t und Gender widersprechen dem eindeutigen Wort und Sch\u00f6pferwillen Gottes und suchen das Menschenbild des Sch\u00f6pfers anma\u00dfend gottlos zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Felbers Gender-Beispiele sind bei der Beschreibung gegenw\u00e4rtiger Zivilreligion hervorragend geeignet. Sie betreffen keineswegs Adiaphora. Beeindruckend ist die F\u00fclle von Literatur, die er heranzieht und auswertet, um die gewonnenen Einsichten abzusichern. Seine Zitate sind gut gew\u00e4hlt. Wichtig ist der Epilog \u201eMartyrium\u201c. Er weist darauf hin, da\u00df Felbers Buch nicht ein weiterer interessanter Beitrag auf der theologischen Spielwiese ist, sondern ein geistlicher Warnruf: Zivilreligion, in der zweifellos totalit\u00e4re Tendenzen angelegt sind, k\u00f6nnte Christus treue Christen durchaus ins Martyrium zwingen. Der Latzelproze\u00df l\u00e4\u00dft aufhorchen. Auch der Kommentar des hellsichtigen Journalisten Kissler zur theopolitischen Lage der Republik bereichert das Buch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dr. theol. Dieter M\u00fcller, 03.10.2021 <\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gemeindehilfsbund.de\/index.php?id=24\"><em><strong>Das Buch kann hier bestellt werden.<\/strong><\/em><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Informationsblatt der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Norddeutschland (Oktober 2021)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stefan Felbers erhellendes Buch zur unheiligen Vermischung von Staat und Kirche empfehle ich dringend. Es ist klar formuliert und gut nachvollziehbar strukturiert. 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