{"id":18353,"date":"2021-10-13T12:30:40","date_gmt":"2021-10-13T10:30:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18353"},"modified":"2021-10-13T12:30:40","modified_gmt":"2021-10-13T10:30:40","slug":"wer-rettet-die-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18353","title":{"rendered":"Wer rettet die EKD?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Klimaschutz-Aktivistin von \u201eFridays for Future\u201c Luisa Neubauer h\u00e4lt auf Einladung der Evangelischen Kirche eine Kanzelrede im Berliner Dom, endend mit der Aussage: \u201eGott wird uns nicht retten, das werden wir tun!\u201c; richtig w\u00e4re: \u201eora et labora\u201c. Gewiss: Die Funktion\u00e4re der Evangelischen Kirche in Deutschland sehen keinen Anlass, \u00fcber die Rettung der EKD nachzudenken; sie wirken recht selbstzufrieden. So bek\u00fcmmern sie die massenweisen Austritte nur wenig \u2013 die Gemeinden k\u00f6nnen ja zusammengefasst und Kirchengeb\u00e4ude verkauft werden, hingegen die B\u00fcrokratie darf ausgeweitet werden. Eine Image-Verschlechterung in Politik und Medien muss die Evangelische Kirche nicht f\u00fcrchten, denn es sind ihr ja noch an die 20 Millionen \u201eSch\u00e4flein\u201c verblieben.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was soll sie irritieren, wenn ihre weitgehende Zur\u00fcckhaltung in der Corona<em>&#8211;<\/em>Krise missbilligt wird? Was st\u00f6rt die Kirchenleitungen, wenn Mitglieder gegen die faktische Entlassung von Bischof Rentzing protestieren? Was bedr\u00fcckt das Kirchenvolk, wenn sich die EKD nicht gegen den faktischen Rausschmiss von Pastor Latzel durch die Bremer Kirchenleitung wehrt? M\u00fcssen nicht Kirchenf\u00fchrer dagegen aktiv werden, dass so gut wie nur der \u201eKampf gegen rechts\u201c und nicht auch der der \u201eKampf gegen links\u201c gef\u00fchrt wird? Muss akzeptiert werden, dass der Hessische Kulturpreis mit expliziter Billigung der Kirchen an einen Muslim verliehen wird, den die zentralen Weisheiten der Bibel anekeln? M\u00fcssen die Gemeindeglieder hinnehmen, dass der christliche Glaube im \u00d6ffentlichen Rundfunk regelm\u00e4\u00dfig diskreditiert wird und die EKD zuschaut? Ist dem Kirchenvolk zuzumuten, dass sich in den Gremien \u00fcberwiegend Klima-Ideologen befinden? Muss das schlichte Gemeindeglied ein Ja dazu finden, dass Vertrauen in Gottes Wort, aber auch systematisches Denken der Kirchenoberen seit Luther sichtbar abnimmt? Muss schlie\u00dflich die Kirche nicht f\u00fcr Ordnung sorgen, wenn der Kern des Evangeliums weitestgehend aus Predigten und Synoden verschwindet? Das wirkt f\u00fcr die Evangelische Kirche hoffnungslos; gleichwohl darf mit Gottvertrauen die Hoffnung aufrecht erhalten bleiben.<\/p>\n<p><strong>1. Schmerzliche Kirchenaustritte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der kirchliche Aderlass in den vergangenen Jahrzehnten kann durchaus bek\u00fcmmern. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren mehr als 90 % der Deutschen Mitglieder in den gro\u00dfen Kirchen, heute sind es unter 50 %. \u00a0Es werden noch gen\u00fcgend Kirchensteuern eingenommen, um das kirchliche Gesamtgef\u00fcge samt Wasserkopf zu finanzieren; den Gemeinden werden als Ausgleich Pastorenstellen gestrichen. Hingegen sollen die Verwaltungsstellen mit teilweise \u00fcberfl\u00fcssig erscheinenden Aufgaben sichtbar zunehmen; etwa Organisationen, die sich f\u00fcr Schiffe im Mittelmeer einsetzen oder die Gender-Ideologie verbreiten. Gerade diese hat in den Kirchen inzwischen den Rang des Evangeliums eingenommen; der bekennende Atheist Sarazin hat ein Buch geschrieben mit dem Titel \u201e\u00dcber Deutschlands Zukunft und die Grenzen des Tragbaren\u201c. Besonders leiden m\u00fcssen unter dem neuen Zwangskorsett Vertreter der Geisteswissenschaften. So hat der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) scharfe Kritik an dem Genderzwang in den Universit\u00e4ten ge\u00fcbt. Anlass ist eine Erkl\u00e4rung der Kasseler Hochschule, wonach Professoren die Arbeiten von Studenten schlechter bewerten k\u00f6nnen, wenn sie nicht in der sogenannten geschlechtergerechten Sprache verfasst werden. Ein besonders negatives Beispiel ist die Universit\u00e4t Wien (Deutsche Sprachwelt 2\/2021). Begr\u00fcndet wird es mit der Wissenschaftsfreiheit der Hochschullehrer. Der Hamburger Liedermacher Rolf Zuckowski hat folgende Bef\u00fcrchtung: \u201eWenn Verwaltungen, Schulen und Regierungen sich diesem Druck beugen, wird man diesen Prozess nie wieder umkehren k\u00f6nnen\u201c (Schleswig-Holsteinische Landeszeitung 15.06.2021). Die Jungdemokraten stellten klar, dass Studenten nicht zum Gendern gezwungen werden d\u00fcrfen, zumal dadurch Sprache zur politischen Umerziehung durch links-gr\u00fcne Ideologen unter dem Deckmantel der Gleichstellungspolitik missbraucht werde. An anderen Hochschulen seien Studenten sogar durch Pr\u00fcfungen gefallen, weil sie keine geschlechtergerechte Sprache verwendet h\u00e4tten. Es ist nicht zu fassen, dass h\u00f6chste Bildungsanstalten sich dazu herablassen, um letztlich die deutsche Sprache zu verhunzen. Und die Kirchen schweigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deren Verantwortliche tragen erheblich dazu bei, dass ein christliches Denken in unserer Gesellschaft nach und nach verschwindet. So wurde gerade wieder eine Gelegenheit vers\u00e4umt, n\u00e4mlich w\u00e4hrend der Corona-Pandemie f\u00fcr die weitestgehende \u00d6ffnung der Kirchen zu sorgen. Nicht einmal die Nazis hatten die Gottesdienste verboten. Es gibt doch eine F\u00fclle von Geb\u00e4uden mit \u00fcberdurchschnittlicher Raumgr\u00f6\u00dfe, in denen von M\u00e4rz 2020 die Gottesdienste h\u00e4tten aufrechterhalten bleiben m\u00fcssen. Die Bisch\u00f6fe h\u00e4tten sich in einer ganz anderen Gr\u00f6\u00dfenordnung als geschehen f\u00fcr Seelsorge und Trost zugunsten der Trauernden einsetzen m\u00fcssen. Selbst in evangelischen Altersheimen wurde viel zu sp\u00e4t etwas getan, um Familienbesuche zu erm\u00f6glichen. Die Bibel ist voller kluger Gedanken, welche bek\u00fcmmerten Menschen Ermutigung zukommen lassen und das Familienleben f\u00f6rdern k\u00f6nnen. Zweifellos ist dies hin und wieder geschehen; in manchen Kirchengemeinden wurden auch neue Ideen realisiert, um die Gemeindeglieder nicht allein zu lassen und ihnen das Evangelium zu bringen. Aber die Kirche h\u00e4tte viel mehr bieten m\u00fcssen, um mit christlichem Gedankengut zur L\u00f6sung der Coronakrise beizutragen; dazu geh\u00f6rt die Pflicht, in Bezug auf potenzielle Grundrechtsverletzungen zu differenzieren. Ja, es breiten sich Sorgen aus, dass die Coronakrise sich durchaus als \u201eSargnagel der Demokratie\u201c (Schubert) erweisen k\u00f6nnte. Politiker k\u00f6nnen versucht sein, moderne digitale \u00dcberwachungssysteme und Ausnahmezust\u00e4nde zu \u201enormalisieren\u201c (vgl. Julian Nida-R\u00fcmelin). Man kann sich aber letztlich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die zust\u00e4ndigen Kirchenverantwortlichen \u201edes Evangeliums sch\u00e4men\u201c, weil ihnen einerseits der Kern der biblischen Botschaft peinlich ist und anderseits sie die biblischen Weisheiten durch Studium und Praxis derart in ihrer umfassenden Bedeutung reduziert haben, dass nur noch \u201eKr\u00fcmel\u201c davon \u00fcbrig sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch die Mindereinnahmen lassen sich verschmerzen, eine Reduzierung der Geh\u00e4lter von Theologen und anderen Mitarbeitern steht derzeit nicht zur Diskussion. Beeintr\u00e4chtigt werden sollen am ehesten die Gemeinden, etwa durch Reduktion der Theologen. Den Managern ist bewusst, dass Proteste gegen Kirchen-Zusammenlegungen ins Leere laufen. Dass ein kirchentreuer Christ trauert, wenn seine Kirche verkauft wird, wird zur Kenntnis genommen, aber diese Art Sparpl\u00e4ne bleibt aufrechterhalten. In Kirchenkreisen wird auch selten konstruktiv dar\u00fcber diskutiert, auf welche Weise man f\u00fcr den Bestand oder gar den Eintritt werben k\u00f6nnte. In den vergangenen 40 Jahren gab es gerade eine einzige Synode, in welcher der Missionsauftrag zentrales Thema war. Deren konkrete Fr\u00fcchte sind \u00fcberschaubar. Und das wird weiter so gehandhabt, obgleich ja bereits seit langem der R\u00fcckgang des Gottesdienstbesuchs deutlich ist. Gebildete Menschen wissen, was das Christentum in Europa bedeutet, n\u00e4mlich die ma\u00dfgebliche Grundlage f\u00fcr unsere vorz\u00fcgliche Kultur. Nat\u00fcrlich steht schon in den Geschichtsb\u00fcchern der Sch\u00fcler, dass f\u00fcr unseren Fortschritt die Aufkl\u00e4rung entscheidend gewesen sei. Insoweit lohnt es sich, mit dem Literaturnobelpreistr\u00e4ger und ehemaligen KZ-H\u00e4ftling Imre Kert\u00e9sz zu konstatieren: \u201eAuschwitz und Humanismus sind auf die Aufkl\u00e4rung zur\u00fcckzuf\u00fchren\u201c (so im SWR). Die Philosophen der Aufkl\u00e4rung werden sichtbar \u00fcberbewertet; gewiss haben sie Einiges an Positivem geboten wie etwa die Abschaffung des ver\u00e4ngstigenden Teufelsglaubens, aber die Leistungen der Protagonisten sind eher bescheiden. Die damaligen Weisheiten sind nicht fundamental neu (einschlie\u00dflich Kants Kategorischen Imperativs) und letztlich auf biblisches Gedankengut zur\u00fcckzuf\u00fchren. Das gilt vor allem f\u00fcr die Einordnung des Christentums, das ja f\u00fcr viele \u201eAufgekl\u00e4rte\u201c durch die Vernunft beendet worden sei. Das ist ein fataler Fehler, den wir heute noch sp\u00fcren. Es gibt kaum eine geistig fortschrittliche Leistung, die nicht mehr oder weniger auf das Christentum zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p><strong>2. Zunehmende Defizite<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kirche hat viele Millionen Mitglieder und erh\u00e4lt auch heute noch immer wieder Zeichen der Anerkennung und Achtung \u2013 so am 9. Mai 2021 in der ZDF-Sendung \u201ePrecht\u201c, in welcher die Gespr\u00e4chspartner die Bedeutung der Kirche f\u00fcr die heutige Moral verbal akzeptiert hatten. So fragt die Politik auch die Kirchen, wie sie zu potenziellen Gesetzesvorgaben stehen. Allerdings h\u00e4lt heute nur jeder sechste Deutsche die Kirche f\u00fcr eine wichtige moralische Instanz (INSA-CONSULERE, Erfurt). Es l\u00e4sst sich seitens der Kirchenf\u00fchrer auch verkraften, dass deren gesellschaftlicher Einfluss zunehmend verschwindet; allzu schnell wird als \u201eL\u00f6sung\u201c eine Anpassung an den Zeitgeist realisiert. So schmerzt es nicht mehr, dass kirchliches Gedankengut als \u00fcberholt erscheint und die Weisheiten der Bibel, die einige Jahrtausende das kulturelle Leben bestimmt hatten, durch vermeintlich wissenschaftliche Erkenntnisse abgel\u00f6st worden seien. Es ist zu differenzieren zwischen Wissenschaft und Weisheit: Bei Weisheit wird von Lebenswissen oder von einem tiefen Verstehen \u2013 auch von Werten \u2013 gesprochen, bei Wissenschaft spielt Lebenserfahrung keine gro\u00dfe Rolle. Die Auffassung, Wissenschaft allein k\u00f6nne Religion ersetzen, wird z. B. von Anh\u00e4ngern Brunos verbreitet. Besonders deutlich wird dies bei einem anderen Bereich der Wissenschaft, n\u00e4mlich der historischen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles andere als wissenschaftlich ist: Sich f\u00fcr Deutschland verantwortlich f\u00fchlende Personen weiden sich am \u201eSchuldkult\u201c. Es fehlen weitgehend die abw\u00e4gende Auseinandersetzung und das Differenzierungsverm\u00f6gen. Dabei geht es vor allem um die \u201eAlleinschuld\u201c am Zweiten Weltkrieg (ohne den geistig anspruchslosen Versailler Vertrag zu desavouieren). Der zentrale biblische Gedanke der Vergebung wird verdr\u00e4ngt und damit auch die Konsequenz: Es soll die Erinnerung an die Gr\u00e4ueltaten der Deutschen weiter bestehen, andererseits aber die dauernde Betonung der alleinigen Schuld eliminiert werden. Zu empfehlen ist, den einseitigen Behauptungen von Au\u00dfenminister Heiko Maas und dem Direktor des Instituts f\u00fcr Zeitgeschichte Andreas Wirsching zu widersprechen, soweit es bei ihnen hei\u00dft: \u201eAllein Deutschland tr\u00e4gt die Verantwortung f\u00fcr den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust. Wer daran Zweifel hat und andere V\u00f6lker in eine T\u00e4ter-Rolle dr\u00e4ngt, der f\u00fcgt den Opfern Unrecht zu.\u201c Hierdurch wird die Problematik verdreht, n\u00e4mlich von der Alleinschuld zu Fremdschuld anstatt zu gemeinsamer Schuld; das g\u00f6ttliche Angebot der Vergebung von Schuld wird vollkommen ausgeklammert. Unabh\u00e4ngig davon stellt die Einseitigkeit einen erheblichen Eingriff in die Freiheit des Geistes, letztlich von Art. 2 Grundgesetz, dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Alleinschuld-Gedanke soll dem deutschen Volk auch das Recht nehmen, mit Freude an die nationale Einheit 1871 zu denken. Auch wenn die deutsche Geschichte sehr viel l\u00e4nger zur\u00fcckreicht, speist sich aus dem Akt der damaligen Reichsgr\u00fcndung bis heute unsere staatliche Souver\u00e4nit\u00e4t und Identit\u00e4t. Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier allerdings verwarf anl\u00e4sslich des Festakts zum Tag der Deutschen Einheit 2020 diese Denkweise: \u201eDie nationale Einheit 1871 wurde erzwungen mit Eisen im Blut, nach Kriegen mit unseren Nachbarn, gest\u00fctzt auf preu\u00dfische Dominanz, auf Militarismus und Nationalismus.\u201c Das wirkt einseitig, letztlich ungebildet, weil ein Bundespr\u00e4sident wissen muss, dass viele deutsche Staatsb\u00fcrger \u2013 durchaus weise \u2013 das Jahr 1871 als Beginn der Einheit ansehen; das verdient zumindest Respekt. Es ist eines Staatsoberhaupts nicht w\u00fcrdig, zumal das f\u00fcr ihn ma\u00dfgebliche Grundgesetz dies an Fanatismus grenzende Gerede nicht teilt. Man erinnere sich an den gro\u00dfen Verfassungsrechtler Ernst-Wolfgang B\u00f6ckenf\u00f6rde, der festh\u00e4lt: \u201eEs gibt keine stabile kulturelle Orientierung ohne historische Erinnerung. Die Erinnerung st\u00fctzt die Werte und stabilisiert dabei die Normen\u201c (so Prof. Egon Flaig, Tele-Akademie 05.05.2021). Zu gelten hat mit dem Verfassungsrechtler Ulrich Vosgerau der im V\u00f6lkerrecht geltende Grundsatz der Staatenkontinuit\u00e4t, nach welchem die heutige Bundesrepublik nicht nur die Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reichs, sondern mit diesem als dem einheitlichen Nationalstaat identisch ist. Immerhin erscheint das Deutsche Reich in sozialpolitischer Hinsicht als das damals modernste Land der Welt, so dass Briten und Franzosen gar neidisch geworden waren. In diesen Kontext passt die Sorge manch deutscher B\u00fcrger, dass im Zusammenhang mit der Fl\u00fcchtlingskrise Deutschland vollst\u00e4ndig internationalisiert und jegliches Nationalbewusstsein ausgel\u00f6scht werden soll. Wenn Habeck bekennt, dass ihn das Vaterland \u201eankotzt\u201c, und Merkel nicht von den \u201eDeutschen\u201c redet, sondern von \u201edenen, die schon l\u00e4nger hier leben\u201c, dann zeigt das um ein gespaltenes Verh\u00e4ltnis zur Heimat. Man halte sich vor Augen: das V\u00f6lkerrecht gebietet keine Selbstaufl\u00f6sung! Das erinnert an Martin Luther, der bekennt, er wolle \u201ef\u00fcr mein liebes Deutschland beten\u201c (Weimarer Ausgabe 30 II, 584). Der EKD f\u00e4llt nichts Origin\u00e4res zu diesen Problematiken ein; sie sollte zumindest eine gewisse Dankbarkeit Gott gegen\u00fcber f\u00fcr die positiven Seiten des Nationalstaats aufbringen.<\/p>\n<p><strong>3. Merkw\u00fcrdige Vielfalt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur angedeutet werden weitere Bem\u00fchungen der Evangelisch Kirche in Deutschland. So geht es um die \u201eBibel in gerechter Sprache\u201c; die aufw\u00e4ndige Neu-\u201e\u00dcbersetzung\u201c soll den Geschlechtern und dem christlich-j\u00fcdischen Dialog gerechter werden. Es handelt sich um einen Versuch, fremdreligi\u00f6se Ideen mit Mode-Ideologien zu vernetzen. Der L\u00fcbecker Altbischof Ulrich Wilckens nennt in einem Gutachten die \u00dcbersetzung \u201ebekenntniswidrig\u201c. Nur nebenbei: Der Teufel bleibt m\u00e4nnlich, aber zur Weihnachtsgeschichte hei\u00dft es: \u201eEs waren Hirtinnen auf dem Felde\u201c. Das ist anachronistisch. Was auff\u00e4llt: Es ist nicht zu einem Aufstand der M\u00e4nner gekommen, es fehlt ihre Gegenwehr. Zumindest w\u00e4ren diese unn\u00f6tigen Sexualisierungen und abenteuerlichen Sprech- und Schreibvorschriften engagiert zu kritisieren. Dem Feminismus wurde in der EKD die T\u00fcr weit ge\u00f6ffnet, so dass es tats\u00e4chlich zu einem mit Kirchensteuern finanzierten \u201eGenderzentrum \u201c gekommen ist. Konsequenterweise wehrt sich die EKD kaum gegen die Abtreibung, unterst\u00fctzt nicht den verbesserten Lebensschutz Ungeborener in Polen, wirbt auch nicht f\u00fcr den kritischen US-Film \u201eUnplanned\u201c. Umgekehrt hat die Diakonie Bayern mit dem Faltblatt \u201eSchwanger \u2013 und jetzt?\u201c faktisch f\u00fcr den Schwangerschaftsabbruch geworben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich f\u00fchlte sich die EKD auch nicht bem\u00fc\u00dfigt, zum \u201eLoveparade-Ungl\u00fcck\u201c 2010 zu fragen, ob es f\u00fcr junge Menschen vielleicht auch opportun gewesen w\u00e4re, auf die Teilnahme unter Ber\u00fccksichtigung unserer Kultur und unseres Eheverst\u00e4ndnisses zu verzichten (abgesehen von den M\u00fcllmassen, die regelm\u00e4\u00dfig zur\u00fcckbleiben). Im Sinne einer Kritik an den modischen Ideologien ist den Kirchenf\u00fchrern nichts Wegweisendes eingefallen, etwa an der modischen antichristlichen Ideenwelt wie \u201eCancel-Culture\u201c, \u201eWoke capitalisme\u201c oder \u201eBlack Lives Matter\u201c bis \u201eGreat Reset\u201c. Die Ursprungsideen sind durchaus akzeptabel, nur haben sie sich leider zum Negativen entwickelt. Was den Streit um die Sterbehilfe betrifft, so gibt es tats\u00e4chlich evangelische Theologen, die sich f\u00fcr den assistierten professionellen Suizid aussprechen, selbst Bisch\u00f6fe wie Ralf Meister und Nikolaus Schneider. Dabei gen\u00fcgt doch eine deutlich formulierte Patientenverf\u00fcgung. Ersch\u00fctternd ist, dass der Politiker Volker Beck \u2013 nicht gerade ein engagierter Vertreter des Christentums \u2013 an die \u00d6ffentlichkeit treten musste, um den Berliner Jerusalemsverein (geh\u00f6rig zur Berliner Evangelischen Kirche) scharf wegen antisemitischer Aktionen zu kritisieren; die EKD schritt nicht ein, ebensowenig wie gegen die antisemitische und israel-feindliche Boykottbewegung BDS.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Keine Zivilcourage zeigt die Evangelische Kirche, soweit es die Homo-Ehe betrifft: Anstatt die vom Staat gef\u00f6rderte \u00c4nderung von Art. 6 Grundgesetz, der die klassische Ehe und Familie eindeutig privilegiert, zu kritisieren, f\u00fchrte die EKD selbst \u2013 entgegen den biblischen Bestimmungen (zum Beispiel 3. Mose 18,22 und R\u00f6mer 1, 27) \u2013 die Homo-Trauung, zumindest die Homo-Segnung ein. In kaum einem anderen Bereich hat sich die EKD dem Zeitgeist unterworfen wie bei der Homosexualit\u00e4t; das beweist die monatelange Amtsenthebung des Bremer Pastors Latzel, der durchaus Deftiges gegen\u00fcber Homosexuellen, die seine Kirche beschmutzt hatten, ge\u00e4u\u00dfert hat. Unfassbar sind auch die Vorw\u00fcrfe gegen\u00fcber Pfarrer Marcus Piehl, der die Auseinandersetzung \u00fcber Geschlechtervielfalt als Angriff auf Gottes Ordnung kritisiert hatte und daraufhin von kirchenleitenden Personen der Homophobie bezichtigt, praktisch f\u00fcr vogelfrei erkl\u00e4rt wurde. Dabei hat er nur auf die g\u00f6ttliche und biblische Ordnung hingewiesen, dass die traditionelle Familie aus Mutter, Vater und Kind besteht. Es sieht geradezu nach einer Vergottung der Homosexualit\u00e4t aus, deren J\u00fcnger mit gro\u00dfem Eifer diejenigen diskriminieren, die am traditionellen biblischen Familienbild festhalten. Papst Franziskus sprach von einer \u201eideologischen Kolonisation\u201c der Gesellschaft durch die LGBTQ-Minderheit und beurteilte sie als \u201ed\u00e4monisch\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derartige Merkw\u00fcrdigkeiten h\u00e4ngen nat\u00fcrlich auch damit zusammen, dass an die Stelle des christlichen Glaubens zu einem gro\u00dfen Teil das politische Denken der Gr\u00fcnen Partei getreten ist. Besonders deutlich wird dies in der Klimafrage. Es ist ganz und gar unfassbar, dass bibelfeindliche Vorschl\u00e4ge unterbreitet werden wie etwa von der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg, Politiker und B\u00fcrger sollten zur Rettung des Klimas Panik sch\u00fcren. Das passt \u00fcberhaupt nicht zu Hunderten von Bibelstellen, deren Kernaussage ist: F\u00fcrchtet Euch nicht! Hinzu kommen neuerdings antisemitistische Verlautbarungen der teils \u201eAngebeteten\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem Impulspapier der Rheinischen Kirche wird gefordert, die Kirche solle mit anderen Religionsgemeinschaften und zivilgesellschaftlichen Akteuren gemeinsame Sache machen, etwa die Klimaschutzbewegung \u201eFridays for Future\u201c st\u00fctzen und \u00f6ffentlich f\u00fcr den h\u00f6rbaren Muezzin-Ruf eintreten als \u00c4quivalenz f\u00fcr das Glockengel\u00e4ut der Kirchen. Es tut weh, wenn man den Unfug in intellektueller Hinsicht sich vor Augen h\u00e4lt. Nat\u00fcrlich muss respektiert werden, dass Klimaforscher die Gesellschaft auffordern, Einschr\u00e4nkungen in der Lebensf\u00fchrung f\u00fcr sich und die Gesellschaft hinzunehmen, um die Sch\u00f6pfung langfristig aufrecht zu erhalten. Die Warnungen sind grunds\u00e4tzlich sehr ernst zu nehmen. Es ist gar nicht so schwer, die Klimafrage auf unideologische Weise zu regeln \u2013 eine Mixtur aus exakter Wissenschaft und biblischem Sch\u00f6pfungsdenken; dabei st\u00f6rt das \u00fcberhebliche Auftreten der Klimaaktivisten. Man denke etwa an die erw\u00e4hnte \u201edeutsche Greta\u201c Frau Neubauer, die trotz christlich-sozialisierter Jugendzeit im Gotteshaus Atheismus predigt. Selbst Greta Thunberg bezichtigt Israel, Kriegsverbrechen zu begehen und unterst\u00fctzt die bezeichnete BSD-Kampagne zum Boykott israelischer Waren. In der Kirche nichts zu suchen haben aggressive Organisationen wie \u201eExtinction Rebellion\u201c. Sowohl die ma\u00dfgeblichen Politiker als auch Gerichte wie das Bundesverfassungsgericht sollten die erforderliche Zur\u00fcckhaltung \u00fcben, um jeglichen Gedanken des Ideologischen Fanatismus zu exkludieren.<\/p>\n<p><strong>4. Leichtsinnige Religionsvermischung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Sonderbare nimmt kein Ende. Ein aufschlussreiches Beispiel ist die Verleihung des Hessischen Kulturpreises 2009. Neben einem evangelischen und katholischen Bischof war daf\u00fcr vorgesehen der deutsch-iranische und muslimische Publizist Narvid Kermani, der zuvor das christliche Kreuz als barbarisch und die Kreuzestheologie als Gottesl\u00e4sterung beschrieben hatte (epd-Wochenspiegel 21\/2009). Die beiden Kirchenverantwortlichen lehnten den Preis konsequent ab. Kirchenobere wie Bischof Huber und der Beauftragte f\u00fcr christlich-islamischen Dialog Detlef G\u00f6rrig kritisierten die Unterst\u00fctzung des Preises durch Kirchenpr\u00e4sident Steinacker und Bischof Lehmann. Kermani war nicht bereit, in der \u00d6ffentlichkeit seine \u201eBildbetrachtung\u201c abzuschw\u00e4chen. R\u00fchmlich war das Verhalten der EKD letztlich nicht. Der damalige Ratsvorsitzende sollte eigentlich in seinem Theologiestudium den Koran mit der umfassenden Christentumsfeindlichkeit kennengelernt haben; sein Fazit ist hingegen, sich dem Islam offiziell zu n\u00e4hern. Das gilt auch f\u00fcr den derzeitigen F\u00fchrer der EKD Bischof Bedford-Strohm. So ist er in den M\u00fcnchener Muslimverein eingetreten, er l\u00e4sst es zu, dass in Gottesdiensten Vertreter der islamischen Religion das Gebet sprechen d\u00fcrfen \u2013 wie zuletzt beim Gottesdienst zum Gedenken der mit Corona Verstorbenen. Schaut man ein wenig in die Weltlage, so l\u00e4sst sich in Bezug auf islamisch gepr\u00e4gte Staaten kaum etwas Ermutigendes konstatieren. Mehr beeintr\u00e4chtigt als die Deutschen sind derzeit unsere franz\u00f6sischen Nachbarn; Tausende Milit\u00e4rs warnen vor einem B\u00fcrgerkrieg. Sie verweisen darauf, dass die Tricolore verbunden wird mit Ehre und Vaterland. Die Ehre des Landes bestehe heute darin, die Spaltung anzuprangern, denn Islamismus bewirke, dass viele Teile der Nation Werten unterworfen w\u00fcrden, die im Widerspruch zur franz\u00f6sischen Verfassung st\u00fcnden. Es sei ein Verfall, wenn Demonstranten Polizisten S\u00fcndenb\u00f6cken machten und Hass pl\u00f6tzlich Vorrang vor Br\u00fcderlichkeit h\u00e4tte. Oft w\u00fcrde ausreichen, wenn die bereits bestehenden Gesetze angewendet w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">V\u00f6llig abwegig erscheint den Kirchenf\u00fchren ein Denken, dass Muslime einer besonderen, ja einer kraftvollen Religion angeh\u00f6rten, die auff\u00e4llig intolerant und aggressiv sei. Das sp\u00fcren deutsche Polizisten, ganz besonders wenn sie gegen Clans vorgehen. Der Konflikt zwischen Israel und der Hamas im Mai 2021 beweist die Bedrohung, da nunmehr B\u00fcrger Israels einander bek\u00e4mpfen, n\u00e4mlich muslimische und j\u00fcdische. F\u00fcr die Fl\u00fcchtlingspolitik in Deutschland ist das alles andere als eine Ermutigung. Wir m\u00fcssen letztlich bekennen, dass wir dieser v\u00f6llig alternativen Religion und Kultur mit unseren freundlichen Ideen der N\u00e4chstenliebe \u00fcberhaupt nicht gewachsen sind. Von wenigen missionarischen Erfolgen abgesehen sind es die Muslime, die die Welt nach und nach erobern und letztlich auch das Denken auf der Erde bestimmen \u2013 wenn man etwa an die Resolutionen der UNO denkt. Die europ\u00e4ische Grenzschutzagentur Frontex ist v\u00f6llig \u00fcberfordert, um das Fl\u00fcchtlingsproblem auch nur einigerma\u00dfen in den Griff zu bekommen. Die christlichen Staaten in Europa und Amerika haben so gut wie nichts zu bieten, um dem einsamen christlichen Staat Armenien beizustehen \u2013 man l\u00e4sst die T\u00fcrken \u00fcber ihr Schicksal in Bergkarabach bestimmen. Die Morde in Nigeria erreichen nicht die Weltpresse. Es interessiert nicht einmal die Beh\u00f6rden, wenn Fl\u00fcchtlinge unter dem Muezzinruf leiden wie in Herford; ein Schutz f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung erscheint als \u00fcberfl\u00fcssig. Die EKD scheut sich gar, antisemitische Parolen und das Verbrennen von Israel-Flaggen zu brandmarken. Es sind Emissions-Reduktionsziele zu setzen, weltweites Handeln ist erforderlich. Dazu k\u00f6nnte die EKD mit Wissen und Verstand aufmerksam machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind in Deutschland so weit heruntergekommen, dass Kritik am Islam als Rassismus gedeutet wird. Immer mehr B\u00fcrger k\u00f6nnen es nicht ertragen, sofort als Rassist bezeichnet zu werden, wenn sie auch nur andeuten, gewisse Probleme mit muslimischen Einwanderern zu haben. Es besteht die Intention, den Begriff \u201eRasse\u201c aus dem Grundgesetz zu streichen und sich auf die Ablehnung des \u201eRassismus\u201c zu beschr\u00e4nken. Die Vorstellung, dadurch werde der Rassismus ausgemerzt, ist naiv. Nicht wenige B\u00fcrger machen sich Sorgen dar\u00fcber, dass gewisse Gruppen die Errichtung eines islamischen Staats auf deutschem Boden intendieren und mit den Vorbereitungen begonnen haben. Ein Vorbild insoweit ist der Philosoph J\u00fcrgen Habermas, der verzichtet hat auf ein mit 225.000 Euro dotierten Buchpreis aus den Vereinigten Arabischen Emiraten \u2013 eine mutige Zeichensetzung. Es ist wichtig, dass es in Deutschland noch Menschen gibt, die sich nicht scheuen, islamische Ideen in Frage zu stellen. So konnte es bereits passieren, dass in Dresden ein Islamist zwei M\u00e4nner niederstach, obwohl er vom Geheimdienst \u00fcberwacht worden war. Noch schlimmer als in Deutschland sieht es in Nachbarl\u00e4ndern wie Frankreich und den Niederlanden aus. Es gibt auch so gut wie keine Institution in Deutschland \u2013 erst recht nicht die Evangelische Kirche \u2013, die in diesem Sinne wenigstens Andeutungen von Warnungen ausspricht. Die EKD schafft es auch nicht, den muslimischen Antisemitismus anzuprangern, es ist f\u00fcr sie offenbar ein zu hei\u00dfes Thema, worauf die Islam-Expertin Professor Susanne Schr\u00f6ter verweist. Mit pers\u00f6nlichen Gef\u00e4hrdungen m\u00fcssten die Kirchenverantwortlichen insoweit nicht zwingend rechnen. Man wird geradezu ermutigt, im Sinne der Philosophin Hannah Arendt von der \u201eBanalit\u00e4t des B\u00f6sen\u201c zu sprechen, zumindest dar\u00fcber nachzudenken. Sie meint damit das Allzumenschliche, gerade die pers\u00f6nliche Sorge im Hinblick auf die gesellschaftliche Akzeptanz und den pers\u00f6nlichen Einfluss. Intelligente Mahner wie der franz\u00f6sische Schriftsteller Houellebecq werden gern \u00fcberh\u00f6rt oder, was Kritikern als bequemer erscheint, als Rassist hingestellt. Man sp\u00fcrt, wie Denkweise und Schwankungen der vermeintlichen muslimischen Opfer in den Sprachgebrauch \u00fcbernommen werden. Erfreulicherweise gibt es tapfere Muslime, die sich mit dieser Unterwerfung unter den Islam nicht abfinden k\u00f6nnen. Man denke an so manche islamische Psychologen und Politologen, welche sich in politischer und gesellschaftlicher Hinsicht vom Koran sichtbar gel\u00f6st haben, wie z. B. der Psychologe Ahmad Mansour.<\/p>\n<p><strong>5. Befremdlicher Ideenreichtum<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als \u201eAvantgarde Gottes\u201c hatte der EKD-Vorsitzende Heinrich Bedford-Strom die Evangelische Kirche zur Er\u00f6ffnung der Novembersynode 2020 bezeichnet. Zu merken ist davon allerdings nichts. Denkt man an die fast unterw\u00fcrfige unkritische \u00dcbernahme der von der Politik angeordneten Gottesdienst-Verzichtsleistungen, so erscheint die Kirche als r\u00fcckst\u00e4ndig. So lie\u00df sie sich sagen, dass sie nicht systemrelevant und damit verzichtbar sei. Man kann fast von einem Funktion\u00e4rsdenken sprechen, die Kirchg\u00e4nger werden als dumme Schafe behandelt. Diese deutsche Moralinstanz will offenbar auf ihren F\u00fchrungsanspruch verzichten. Der Ratsvorsitzende unterwarf sich schnell der Politik und den Medien, soweit es die Beschr\u00e4nkungen im Hinblick auf die Pandemie betrifft. Es fehlte an dem notwendigen Engagement f\u00fcr die Aufrechterhaltung der Gottesdienste; selbst Atheisten betrachten die Kirchen immerhin noch als moralische Instanzen, diese selbst nehmen immer mehr Abstand von diesem Ehrentitel. So begeben sich Kirchenf\u00fchrer optimistisch in muslimische Vereine, kaufen Schlepperboote f\u00fcr das Mittelmeer, um mit ihren Rettungsfahrten als Gutmenschen zu agieren. Es bestehen keine Hemmungen, eines der Fahrzeuge mit Symbolen einer gewaltbereiten Organisation zu schm\u00fccken. An dem \u2013 vor allem aus kirchlichen Spenden finanzierten \u2013 Rettungsschiff \u201eSea-Watch 4\u201c befindet sich eine Flagge der \u201eAntifaschistischen Aktion\u201c (Antifa). Im Hinblick auf die Gewaltbereitschaft wird man diese Organisation als kommunistisch einstufen k\u00f6nnen, was auch durch das linksliberale \u00f6ffentliche Fernsehen erfolgt. Dazu f\u00fcgt sich, dass die evangelische Kirche in Hamburg-Lurup am 17.03.2021 einen Themengottesdienst zum 150sten Geburtstag der Mitbegr\u00fcnderin der Kommunistischen Partei Deutschlands Rosa Luxemburg gefeiert hat. Zum Rettungsunternehmen des Schiffs passt noch: Die weit aufw\u00e4ndigere Versorgung und Integration der Geretteten wird dann aber der Politik \u00fcberlassen \u2013 ist das christlich? Hingegen besteht kaum Interesse, sich f\u00fcr verfolgte Christen weltweit einzusetzen, die unter der Herrschaft von Muslimen \u2013 die den weitaus gr\u00f6\u00dften Teil der Geretteten ausmachen \u2013 leiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inzwischen sind Gottesdienste mit Auflagen wieder zugelassen, jedoch mit einem weitgehenden Singverbot belegt. Dabei sagen Wissenschaftler, dass ein Singen mit gr\u00f6\u00dferem Abstand keine zus\u00e4tzliche Gefahr birgt, mit Gesichtsmaske allemal. Prinzipiell ist der Gottesdienst f\u00fcr Christen nicht verhandelbar, gerade was das Heilige Abendmahl betrifft; der auferstandene Christus ist gegenw\u00e4rtig in den Gaben von Brot und Wein, er schenkt den Gl\u00e4ubigen in der Kommunion Vergebung der S\u00fcnden, Leben und Seligkeit. Glaubensgemeinschaft \u00fcber Funk und Fernsehen ist schwer praktizierbar, den Mediengottesdiensten fehlt die Leiblichkeit. In formaler Hinsicht verlieren Altar, Orgel und Kanzel an Gewicht; Beamer, Keyboard und Laptop sollen Zeitn\u00e4he bringen. Darum geht es aber nicht, sondern Gott in Wort und Sakrament in seiner Gemeinde wirken zu lassen. Insoweit bestehen zunehmend Vorbehalte; die Kirchenverantwortlichen m\u00fcssen sich aus anderen Lebensbereichen etwas sagen lassen, etwa von Sportlern. Der sechsfache Sieger mit Bayern M\u00fcnchen in der Saison 2019\/2020 David Alaba hatte den Mut zu einem Aufkleber in gro\u00dfen Lettern mit dem Inhalt: \u201eMeine Kraft liegt in Jesus\u201c. Ferner lieben die Engl\u00e4nder den deutschen Trainer J\u00fcrgen Klopp, der in kurzer Zeit den FC Liverpool zum Fu\u00dfballmeister in England gef\u00fchrt und \u00fcberdies noch die Champions League gewonnen hat. So kann man von prominenten Christen lernen, um die Kirche zu erneuern. Dazu geh\u00f6ren ein offenes Ohr und Herz, Freude am Denken, auch das Hervorkehren von bedeutenden Christen in der Geschichte. Man denke etwa an Dostojewski, dessen 200. Todestag wir im Jahr 2021 begehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine mutige Frau ist eifrig dabei, den Zeitgeist zu kritisieren: Cora Stephan. In ihrem Buch \u201eLob des Normalen. Vom Gl\u00fcck des Bew\u00e4hrten\u201c wehrt sie sich gegen diverse von der EKD bef\u00fcrwortete \u00c4nderungen in Politik und Gesellschaft. So spricht sie davon, dass die Ehe Konjunktur habe, man erkenne den F\u00fcrsorgeaspekt. Sie konstatiert ferner, dass die Normalen Deutschland nicht als \u201eSiedlungsgebiet f\u00fcr alle m\u00f6glichen Identit\u00e4ten und Parallelgesellschaften, sondern als Ort von Menschen mit einer weitgehend gemeinsamen Vergangenheit, Kultur und Sprache\u201c betrachteten. Mit Alain Finkielkraut spottet sie \u00fcber den \u201eKommunismus des 21sten Jahrhunderts\u201c, wenn man sich das Gerede \u00fcber den Antirassismus vor Augen h\u00e4lt. Unverst\u00e4ndlich ist der Autorin eine Integrations-Staatsministerin, die behauptet, unser Zusammenleben m\u00fcsse \u201et\u00e4glich neu ausgehandelt werden\u201c. Letztlich ist damit Gesetzlosigkeit gemeint. Cora Stephan hat auch Sinn f\u00fcr Humor, wenn sie fragt: \u201eWof\u00fcr ist es wichtig, dass Frauen und M\u00e4nner gleicherma\u00dfen in Parlamenten vertreten sind, wenn doch angeblich zwischen M\u00e4nnern und Frauen kein Unterschied besteht? Wieso machen weibliche Neigungen die Welt zu einem besseren Ort, wenn das Geschlecht lediglich ein Konstrukt ist?\u201c Sie kritisiert stark, dass es heute keinen Unterschied zwischen Chancen- und Ergebnisgleichheit gebe. Albern findet sie schlie\u00dflich das Gerede von Rassismus gegen\u00fcber dem Islam, zumal diese Religion in der Tat keine Rasse darstellt. Eine solche Autorin kann Mut machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, es geht auch um bekenntnisfreudige Christen innerhalb der EKD. Diese sterben aus, so dass es fast nur noch Funktion\u00e4re in Spitzen\u00e4mtern der EKD gibt. Ein Opfer ist der ehemalige s\u00e4chsische Bischof Rentzing, dem mit Vehemenz vermeintliche S\u00fcnden aus der Studienzeit vorgeworfen wurden, so dass er um des Friedens willen von seinem Amt zur\u00fccktrat; es ist nicht bekannt, dass Vertreter der Kirche sich f\u00fcr sein Verbleiben im Amt eingesetzt h\u00e4tten. Wer zu einer brutalen \u00c4u\u00dferung bereit ist, muss konstatieren: Der letzte tiefgl\u00e4ubige Bischof musste sein Amt wegen l\u00e4cherlicher Lappalien aufgeben. Zur Klarstellung: es geht nicht darum, den kirchlich Verantwortlichen den Glauben abzusprechen, aber denkt man an all die Abtreibungsbef\u00fcrworter, die Homofreunde oder die Massen von historisch-kritischen Theologen, so bestehen zumindest nicht unerhebliche<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Glaubensl\u00fccken. Vorbilder f\u00fcr die Gemeinden sowie f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit sind sie damit nicht.<\/p>\n<p><strong>6. \u00d6ffentlicher Rundfunk<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das gilt auch f\u00fcr den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk, der bekannterma\u00dfen zur\u00fcckhaltend ist, soweit es den christlichen Glauben betrifft; er engagiert sich sehr f\u00fcr die muslimische Religion, der Einsatz f\u00fcr das Christentum beschr\u00e4nkt sich im Wesentlichen auf die vertragsgem\u00e4\u00dfen Gottesdienste, welche die Kirchen zu verantworten haben. Nat\u00fcrlich kommt Gott auch im Fernsehen vor; so bieten ARD und ZDF religi\u00f6se Sendung (\u201eEchtes Leben\u201c und \u201esonntags\u201c) mit regelm\u00e4\u00dfig sozialen Themen, aber wenn \u00fcber das weltweite Christentum gesprochen wird, dann ganz \u00fcberwiegend negativ. Es nimmt nicht wunder, dass bei einer Werbeveranstaltung f\u00fcr jungen Nachwuchs der Sender sich \u00fcber 90 % der Bewerber politisch zu den Gr\u00fcnen bekannten. Zweifellos gibt es unter Letzteren Christen, doch das Programm ist weitgehend atheistisch. Die \u201eLiebe zur Sch\u00f6pfung\u201c mag imponierend sein; die beiden Gr\u00fcnen-Vorsitzenden k\u00f6nnen mit dem Glauben nichts anfangen. Annelena Baerbock ist formal in die Kirche eingetreten; absto\u00dfend ist ihr Moralismus gegen\u00fcber anderen; sie selbst musste gegen\u00fcber der Fernsehjournalistin Maischberger einr\u00e4umen, dass sie neben ihrem Gehalt als Bundestagsabgeordnete zus\u00e4tzlich eingenommene Gelder nicht vorschriftsgem\u00e4\u00df dem Bundestag gemeldet hatte; Robert Habeck erachtet die Kirche f\u00fcr sich als \u00fcberfl\u00fcssig, weil sein pers\u00f6nlicher Glaube durch die Philosophie begr\u00fcndet sei. Dazu meint der angesehene Philosoph Ludwig Wittgenstein, wer nicht an Gott glaube, habe zu wenig philosophische Literatur gelesen. Die Partei entstand letztlich aus den atheistischen 68ern, denen es weitgehend um die Abschaffung der christlichen Kultur ging, speziell soweit es die traditionelle Familie betrifft. Nat\u00fcrlich wird nicht verkannt, dass die Vertreter der Partei die Natur hochhalten, aber Gott spielt bei ihnen keine Rolle. Die Kirche hat vieles von ihnen \u00fcbernommen, was die Themen bei den Synoden offenbaren. Das gilt auch f\u00fcr die modischen Ideologien wie das Gendern; Kirchengremien vertreten \u2013 wie auch der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk \u2013 links-gr\u00fcnes Gedankengut. Kritik an der \u00f6kologischen Kanzlerkandidatin Baerbock erfolgt kaum, obwohl sie in ihrer Wahlwerbung auf notwendige Pr\u00e4zisionen verzichtet. Wie auch den Sendern ist gr\u00fcnes Denken der Evangelischen Kirche besonders wichtig, so die F\u00f6rderung von Personen, die man heute unter \u201eQueer\u201c einordnet. Es geht um einen Sammelbegriff f\u00fcr homosexuelle, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen. Eine andere die Gr\u00fcnen betreffende Thematik: Der Eindruck dr\u00e4ngt sich auf, dass die Verantwortlichen immer ein wenig nach China schielen, auf die Weltmacht, die \u2013 gegr\u00fcndet auf dem Kommunismus \u2013 entscheidend von antidemokratischem Verhalten und Verboten seitens der Regierung lebt. In jedem Fall haben sie von der ehemaligen DDR die vermeintlichen Frauenrechte, n\u00e4mlich die Abschaffung der Abtreibungsparagrafen, \u00fcbernommen; die Frauenversammlung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (EKBO) bef\u00fcrwortet, die Paragrafen 218 und 219 a des Strafgesetzbuchs ersatzlos zu streichen. Selbst der zust\u00e4ndige Bischof St\u00e4blein widersprach dem nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Kirchen liegt darin kein Problem, im Prinzip genie\u00dfen gerade die evangelischen F\u00fchrer das Treiben der \u00d6kopartei \u2013 gleichwie ob christlichen oder nichtchristlichen Ursprungs. Sie wird dabei unverhohlen vom \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk unterst\u00fctzt. Das wird auch deutlich in der Kirchenmusik. Immer mehr Gottesdienste verzichten, zumindest weitgehend, auf Chor\u00e4le, den kirchlichen Liederschatz. Das h\u00e4ngt mit einer Tendenz zusammen, n\u00e4mlich dem Bem\u00fchen, Musik von Vertretern einer \u201erassistischen, kolonialen\u201c Kultur zu eliminieren, die westliche Notenschrift sei ein \u201ekoloniales Repr\u00e4sentationssystem\u201c, wie Angeh\u00f6rige der Musik-Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Oxford behaupten. So ist man offen f\u00fcr oft rhythmische \u201eLiedchen\u201c, die als \u201eLobpreis\u201c bezeichnet werden. Das gilt auch f\u00fcr die Fernseh-Gottesdienstgemeinde von ARD und ZDF. Inhaltlich geht es haupts\u00e4chlich um das \u201eWohl\u201c, nicht um das \u201eHeil\u201c. Ein diesbez\u00fcglicher H\u00f6hepunkt war der Gottesdienst aus Bremen im Juni 2021 mit dem Thema \u201eJesus ist die T\u00fcr\u201c. Unterschlagen wurde aus dem zentralen Vers 9 des Johannesevangeliums Kapitel 10 der zweite Teil, n\u00e4mlich die T\u00fcr \u201ezur Seligkeit\u201c. Der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk schafft es nat\u00fcrlich nicht, die Kirchen an ihre historischen Grundlagen zu erinnern und ihr dabei behilflich zu sein, biblisches Gedankengut wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Es geht den Sendeanstalten weitgehend darum, die eigene Macht zu erhalten oder auszuweiten; insoweit \u00fcben sie sich gerade in den Nachrichtensendungen, von denen fast jede mit den neuesten Inzidenz- und Todeszahlen beginnt. Selbsterkenntnisse sind eine Seltenheit; die Krise im Hinblick auf die Geb\u00fchrenerh\u00f6hung, die das Bundesland Sachsen-Anhalt abgelehnt hat, macht die Medien nicht etwa nachdenklich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk haben die Kirchen etwas gemein, es geht um den \u201eKampf gegen Rechts\u201c. Gewiss wird von manchen Nachdenklichen korrekter der Kampf gegen \u201eRechtsextremismus\u201c artikuliert; die Ideologen beschr\u00e4nken sich auf das Wort \u201erechts\u201c, wodurch sie zum Ausdruck bringen, dass alles Rechte letztlich extremistisch sei. Der Kampf gegen Rechtsextremismus ist allemal gerechtfertigt und w\u00fcnschenswert wie auch der Kampf gegen den Linksextremismus. Der Verzicht auf das Teilwort \u201eExtremismus\u201c unterstreicht den Fanatismus, das Denken der Menschheit auf einem Sektor zu manipulieren. Das Engagement zeigt deutliche ideologische Z\u00fcge. F\u00fcr Christen und das Rechtswesen ist eigentlich klar, dass nach Bibel und Tradition \u201erechts\u201c regelm\u00e4\u00dfig etwas Gutes war und ist; das gilt besonders f\u00fcr das Recht. In der Bibel wird diese Einteilung bereits deutlich durch das, was im Kontext mit Jesu Worten \u00fcber das J\u00fcngste Gericht gesagt wird; er selbst werde \u201eauf dem Stuhl seiner Herrlichkeit\u201c sitzen und die Menschen nach ihrem Verhalten einteilen: dabei werde er \u201edie Schafe zu seiner Rechten stellen und die B\u00f6cke zur Linken\u201c. Zu den Rechten werde er sagen, dass sie das Reich, das f\u00fcr sie bereitet ist, erben sollen; dann werde er auch sagen zu denen zur Linken: \u201eGehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer! Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben\u201c (Matth\u00e4us 25, 31-46).<\/p>\n<p><strong>7. Geistvolles \u201erecht\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch sonst ist der Begriff \u201erechts\u201c eher positiv besetzt. Das ergibt sich bereits aus dem Wort \u201eRecht\u201c. So ist bereits am Anfang der Bibel der positive Grundgedanke sichtbar; es hei\u00dft (1. Mose 20, 16): \u201e\u2026damit ist dir bei allen Recht verschafft\u201c. Es geht in diesem Sinne weiter, etwa dass Abraham die Rechte Gottes gehalten habe (2. Mose 26, 5). So existieren mehr als 100 Verse, in denen Rechtes positiv bezeichnet wird; \u201erechts\u201c wird niemals negativ besetzt. Daraus resultieren auch Begriffe wie \u201erechtschaffen\u201c und \u201erechtfertigen\u201c. Anders steht es um Links, etwa in Prediger 10,2: \u201eDes Narren Herz ist zu seiner Linken\u201c. Das findet die Evangelische Kirche aber als langweilig und uninteressant, es gelte politisch mitzumischen, wenn es um den \u201eKampf gegen Rechts\u201c geht. So wurde dem langj\u00e4hrigen Chefredakteur von IDEA (eine Art konkurrierende Wochenzeitung zum Evangelischen Pressedienst) nahegelegt, den f\u00fcr seine gro\u00dfartigen, Jahrzehnte langen Leistungen erhaltenen L\u00f6wenthal-Preis (gewiss konservativ) zur\u00fcckzugeben. Die Auszeichnung berge die Gefahr, dass die Tabugrenze im Graubereich zum Rechtsextremismus weiter nach unten verschoben werde (so der Bildungsdezernent Christian Wagner). Wenn es ihr entgegenkommt, beruft sich die EKD durchaus auf ihre \u00fcbergeordnete Rolle; sie mischt sich in viele Probleme der Politik ein. In der 11. Synode am 29. Oktober 2010 kam es zu folgendem Beschluss: \u201eDie Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland ist beunruhigt, dass rechtsextremes Gedankengut, das sich vermehrt in brutalen Gewalttaten \u00e4u\u00dfert, in ganz Deutschland vorzufinden ist&#8230; Wir beklagen sowohl rechtsextreme Einstellungen in unserer Kirchengemeinde als auch zunehmende antichristliche Ressentiments und Vorf\u00e4lle von Seiten Rechtsextremer\u201c. Man wird an die Synode in Barmen 1934 erinnert: \u201eWir verwerfen die falsche Lehre, als d\u00fcrfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft oder ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen \u00dcberzeugungen \u00fcberlassen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur ist eben ein politisches Urteil in einer konkreten politischen Situation nicht das Wort Gottes. Die Theologie hat streng dar\u00fcber zu wachen, dass keine Vermischung christlichen Glaubens mit einem politischen Programm eintritt, wie es der renommierte Theologe Karl Barth bereits 1933 ge\u00e4u\u00dfert hat. Aus einer solchen Vermischung w\u00fcrde konsequent folgen, dass politisch Andersdenkende von denjenigen, die meinen, eine christliche Politik zu machen, als unchristlich stigmatisiert werden. Darum geht es im EKD-Beschluss. Das ist auf keinen Fall eine Auslegung des Wortes Gottes im Sinne der Heiligen Schrift. Es handelt sich um folgende Konklusion: Im Gegensatz zum Nationalsozialismus und Sozialismus habe es die Zivilgesellschaft geschafft, der Evangelischen Kirche eine neue Letztorientierung zu geben (Dr. Erik Lehnert). Gegr\u00fcndet werden sollen Arbeitsgemeinschaften gegen Rechtsextremismus; zur Mitwirkung wurde f\u00fcr die erste Informationsveranstaltung Uli Jentsch vom linksextremistischen antifaschistischen Pressearchiv in Berlin eingeladen; im Gegensatz zu rechtsextremer Gewalt sei nach Auffassung der Kirche linksextreme Gewalt in Deutschland kaum existent. Unbekannt ist den Aktivisten offensichtlich Botho Strau\u00df\u2018 \u201eBocksgesang\u201c, der \u2013 durchaus rechts \u2013 Mitte der 90er Jahre in einer Abhandlung auf politische Probleme aufmerksam gemacht hatte, wie es Jahrzehnte vor und Jahrzehnte nachher auf demselben hohen Niveau nie erfolgt ist. Man k\u00f6nnte zu Recht meinen, dass Deutschland eine neue Reformation ben\u00f6tige. Derzeit hat es die EKD bereits geschafft, in der Gesellschaft als nur eine von vielen \u00e4hnlicher Gruppen wahrgenommen zu werden. Beliebt erscheint das Wohlf\u00fchl-Christentum oder gar der damit verbundene Infantilismus. Eine Kirche, die sich selbst aufgibt, nur weil sie den M\u00e4chtigen oder der \u00f6ffentlichen Meinung gefallen will, verliert sich am Ende selbst (Dr. Theo Lehmann). Man kann sprechen von einer Mutation, und zwar von einer Volkskirche zu einer linksgr\u00fcnen NGO. Zu erinnern ist an den Schriftsteller und Philosophen Jean Paul Sartre, der behauptet hat: \u201eWer die Dummk\u00f6pfe gegen sich hat, verdient Vertrauen\u201c. Der \u201eKampf gegen Rechts\u201c ist und bleibt ein intellektuelles Problem \u2013 sei es die Einseitigkeit oder sei es die fehlende rationale Begr\u00fcndung. Der \u201eZeit\u201c-Kolumnist Harald Martenstein hat einen Vorschlag f\u00fcr die EKD: Sie m\u00fcsste N\u00e4chstenliebe auch gegen\u00fcber Rechtsextremisten fordern; jeder bleibe Mit-Mensch; das m\u00fcsste auch f\u00fcr Vertreter der von der Evangelischen Kirche verhassten AfD gelten, welche von der Kirche weit gef\u00e4hrlicher als die Antifa eingeordnet wird. Gefordert wird viel Kampf, aber mit falscher Richtungsangabe; es sollte ja um das biblische Anliegen gehen: \u201eSeid m\u00e4nnlich (heute: mutig) und seid stark!\u201c. Die EKD kann sich auf die deutsche Fu\u00dfballnationalmannschaft bei der Europameisterschaft in den letzten Wochen gr\u00fcnden, denn der erforderliche Kampfgeist fehlte. Die deutsche \u201eMannschaft\u201c hat ihr fr\u00fchzeitiges Ausscheiden aus dem europ\u00e4ischen Fu\u00dfballwettbewerb verdient. Sie hat nicht nur unter ihren M\u00f6glichkeiten gespielt, sondern auch \u2013 nach dem damaligen Fauxpas gegen\u00fcber Erdogan \u2013 neue merkw\u00fcrdige Zeichen gesetzt. Zum einen mied sie krampfhaft den Begriff \u201eNationalmannschaft\u201c \u2013 eine Dummheit im Vergleich zu den Schweizern, die bravour\u00f6s mit ihrer \u201eNati\u201c den Weltmeister niedergerungen haben. Zum anderen hatte sie den traditionell j\u00fcdisch-christlichen \u201eRegenbogen\u201c f\u00fcr kolorierte homosexuelle Werbung missbraucht. Schlie\u00dflich kam es zu dem ideologiebehafteten \u201eKniefall\u201c, um \u2013 generell lobenswert \u2013 gegen Rassismus und f\u00fcr Gerechtigkeit und Menschenw\u00fcrde zu demonstrieren. Eine solche Unterwerfung unter modisches Denken verhilft offenbar dazu, sich ohne robusten Widerstand dem Fu\u00dfball-Schicksal zu ergeben, und nicht wie Tschechien, Ukraine oder Ungarn den mannhaften Kampf aufzunehmen. Diese Gedanken gelten entsprechend f\u00fcr die EKD, wenn man an die biblische Mannhaftigkeit denkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>8. Zentrales Evangelium<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stelle man sich vor, es gebe einen universellen Christen, der vorbildlich ist in seiner Denkweise und auch im Glaubensleben. Es gab diesen Mann, n\u00e4mlich Gerd-Klaus Kaltenbrunner (1939-2011). Er war Philosoph und Mystiker, der sich ausschlie\u00dflich religi\u00f6sen Themen widmete. Er publizierte in Zeitungen wie \u201eWelt\u201c, \u201eFAZ\u201c und \u201eZeit\u201c. Seine Erkenntnis ist, dass die gesamte Geistesgeschichte auf Jesus Christus und seine Kirche zulaufe, etwa in seinem Buch \u201eJohannes ist sein Name\u201c (1993). Er ist ein Vorbild f\u00fcr die Kirchen, leider spielte er aber im Hinblick auf seinen Kampf f\u00fcr das Kernevangelium keine Rolle f\u00fcr die EKD. Diese legt gro\u00dfen Wert auf die \u201eZivilgesellschaft\u201c mit der Versimplifizierung des politischen Diskurses und offen ist f\u00fcr Gesinnungsschw\u00e4tzer. Eine gro\u00dfe Bedeutung hat die Unterst\u00fctzung des Betroffenheitskults (gegen den der Autor mit seinem Buch \u201eHilfe, wir werden diskriminiert\u201c angegangen ist), der Realit\u00e4tsverbiegung und der Autovictimisierung. Widerspruch wird nicht geduldet, im Gegenteil werden Andersdenkende katalogisiert. Gegner sind etwa die Zweifler am Sinn der kirchlichen Rettungsaktionen im Mittelmeer, am deutschen Vorpreschen gegen den Klimawandel oder am Desavouieren der klassischen Familie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derartige Kritiker sind schon sehr unangenehm f\u00fcr die Kirche; erst recht kommen aber diejenigen hinzu, die von der EKD die Beachtung des zentralen Auftrags der Kirche fordern, n\u00e4mlich sich f\u00fcr das Heil der Menschen zu engagieren. Gerade die kirchlichen Feste wie Ostern und Pfingsten zeigen, wie gewichtig die Verk\u00fcndigung der frohen Botschaft f\u00fcr die Menschheit ist. Es geht ganz schlicht um liebevolle Hinweise auf Gottes Angebot von S\u00fcndenvergebung und neuem Leben. Der Theologe Dr. Theo Lehmann konnte in der DDR trotz staatlichen Widerstands immer wieder mehrere 1000 Jugendliche zu Gottesdiensten versammeln, in denen es nicht um Politisches ging, etwa die Abschaffung des Unrechtstaates, sondern um das Evangelium. Immerhin hat der EKD-Ratsvorsitzende Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in seinem Bericht vor der EKD-Synode in Dresden gefordert, sich konsequent danach auszurichten, dass Menschen das Evangelium h\u00f6ren und daraus Kraft und Orientierung gewinnen k\u00f6nnen. Der biblische Kerngedanke wird also nicht vergessen, aber es bleibt regelm\u00e4\u00dfig bei gewissen Absichtserkl\u00e4rungen. Es entsteht der Eindruck, dass die bibelgl\u00e4ubigen evangelischen Christen heimatlos geworden sind, nachdem sich faktisch herauskristallisiert hat eine Institution im Dienste einer antichristlichen Diesseitstheologie. \u00dcbersehen wird das \u201eSowohl-als-Auch\u201c in Bezug auf einerseits das Heil und andererseits das Wohl! Widerstand gegen\u00fcber dem unbiblischen Denken wird kaum beachtet, nicht einmal die \u201eSalzburger Erkl\u00e4rung\u201c, die von renommierten Theologen unterzeichnet worden ist, oder die dezidierte Anklage des erfolgreichen Evangelisten Pfarrer Ulrich Parzany.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch kritische \u00c4u\u00dferungen der Schwesterkirchen erscheinen als einflusslos, etwa der russisch-orthodoxen; selbst der umstrittene russische Pr\u00e4sident Putin hatte den Mut, die Behauptung aufzustellen, die Evangelische Kirche in Deutschland sei faktisch leblos, die Orthodoxen m\u00fcssten das christliche Erbe in Europa aufrechterhalten. Auch hier in Deutschland gibt es noch ermutigende Stimmen: der CDU-Kanzlerkandidat Laschet bleibt seiner Beziehung zur Katholischen Kirche von Jugend an treu; sein Konkurrent von der CSU S\u00f6der bekennt sich zum t\u00e4glichen Gebet und der Teilnahme an einem evangelikalen Hauskreis. Ganz anders die Rheinische Kirche: Nach ihrem Impulspapier soll Kirche eine \u201eLobbyistin der Gott-Offenheit\u201c sein, also sich stark machen f\u00fcr die Einbeziehung von Juden und Muslimen, Esoterikern und Gewohnheitsgl\u00e4ubigen, Schamanen und Agnostikern sowie Wissenschaftsgl\u00e4ubigen und Buddhisten. Zentral ist letztlich Folgendes: Die Identit\u00e4t der evangelischen Kirche geht verloren. Der Zeitgeist geht auf eklatante Weise am Kern des christlichen Glaubens vorbei; Jesus Christus hat mit allen Menschen den Dialog gesucht, ist dabei keinem Konflikt aus dem Weg gegangen, selbst dann nicht, wenn seine Gespr\u00e4chspartner irgendwelche Exoten waren. Deshalb haben die Reformatoren die Kirche als \u201eLobbyisten f\u00fcr die Frohbotschaft von Jesus Christus und f\u00fcr die Sakramente Taufe und Abendmahl\u201c umschrieben (vergl. \u201eConfessio Augustana\u201c, Art. 7). Dies ist zweifellos nicht so ohne Weiteres vermittelbar, wenn man an andere Religionen denkt, aber genug, um Trost im Leben und im Sterben zu finden (Pfarrer Zorn, M\u00fchlheim). Die Kirche hat versucht, mit der \u201eBasis Bibel\u201c Lust zum Bibellesen zu machen (so der Generalsekret\u00e4r der Deutschen Bibelgesellschaft Christoph R\u00f6sel). Das ist lobenswert, wird aber nichts an der derzeitigen kirchlichen Misere \u00e4ndern. Die Kritik daran geht in eine ganz andere Richtung: Die \u201eEvangelischen Frauen in Deutschland\u201c beschimpfen die Verantwortlichen der Deutschen Bibelgesellschaft, weil der hebr\u00e4ische Gottesname Jahwe im Deutschen mit \u201eHerr\u201c \u00fcbersetzt wird; sie vermissen das neuzeitliche \u201eGottesbild\u201c. Es haben kirchlich Engagierte etwas Konstruktives in die Welt gesetzt \u2013 sofort muss dagegen gemeckert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eChristen sind um Gottes Willen Querdenker, die nicht bequem horizontal, also im gesellschaftlichen Mainstream, sondern vertikal, n\u00e4mlich von Gott her denken und zu handeln suchen. Christlicher Glaube schafft nicht eine moralische Zivilreligion mit dem Menschen als Ma\u00df aller Dinge, sondern eine Kontrastgesellschaft mit Gott als dem Herrn des Lebens. Der gekreuzigte Gott ist der wahre heilige Gott &#8230; Der Teufel hat Freude an der Macht. Die Macht liegt \u201alinks\u2018, seit selbst der globale Kapitalismus sich nach \u201alinks\u2018 dreht (siehe Forum Davos), n\u00e4mlich seit die \u201aLinke\u2018 die Identit\u00e4tspolitik in den Fokus r\u00fcckt und den linken Gerechtigkeitsbegriff auf der politischen Tagesordnung nach hinten schiebt. Leider neigt der Mensch dazu, Wahrheitsfragen in Machtfragen zu verwandeln, und die Wahrheit verliert immer. Gott wurde nicht aus Versehen gekreuzigt\u201c (Pastor i.R. Dr. Dieter M\u00fcller).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider kann diese Abhandlung nicht von der evangelischen Kirche in Deutschland schw\u00e4rmen. Es gibt nur relativ Bescheidenes, was man zugunsten der EKD ins Feld f\u00fchren k\u00f6nnte. In der Tat bedarf es einer gr\u00fcndlichen Reformierung, man kann durchaus von einer notwendigen neuen \u201eReformation\u201c sprechen. Rettung der deutschen Evangelischen Kirche kann letztlich nur durch Gottes Gnade erfolgen, wobei von Menschenseite aus tiefgr\u00fcndige biblische Theologie und intelligente \u00dcbertragung auf unsere politische und gesellschaftliche Situation vonn\u00f6ten sind. Dem Zeitgeist sich unterzuordnen \u2013 wie in den letzten Jahrzehnten geschehen \u2013 hat jedenfalls nicht den Mitgliederschwund gebremst. Es ist Zeit f\u00fcr einen neuen Ansatz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Christian Hausen<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Rechtsanwalt<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Neum\u00fcnster, den 02.09.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Klimaschutz-Aktivistin von \u201eFridays for Future\u201c Luisa Neubauer h\u00e4lt auf Einladung der Evangelischen Kirche eine Kanzelrede im Berliner Dom, endend mit der Aussage: \u201eGott wird uns nicht retten, das werden wir tun!\u201c; richtig w\u00e4re: \u201eora et labora\u201c. Gewiss: Die Funktion\u00e4re der Evangelischen Kirche in Deutschland sehen keinen Anlass, \u00fcber die Rettung der EKD nachzudenken; sie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":200,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18353"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/200"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18353"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18353\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18354,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18353\/revisions\/18354"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18353"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18353"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18353"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}