{"id":18325,"date":"2021-09-24T14:48:20","date_gmt":"2021-09-24T12:48:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18325"},"modified":"2021-09-24T14:48:20","modified_gmt":"2021-09-24T12:48:20","slug":"glaubenspruefung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18325","title":{"rendered":"Glaubenspr\u00fcfung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wir westlichen Christen im 21. Jahrhundert m\u00fcssen uns in unserem Glauben erst noch bew\u00e4hren. Die aktuellen Entwicklungen in der Welt stellen uns alle vor gro\u00dfe Herausforderungen. Welche Entscheidung ist richtig und welche falsch? Gibt es \u00fcberhaupt eindeutige Antworten? Ca. 250 n. Chr. schrieb Dionysius, ein Leiter der Gemeinde Jesu in Alexandrien, anl\u00e4sslich der Diskussionen \u00fcber die Feier des Osterfestes einen Brief an viele Gemeinden. Aufgrund neuer Gesetze und vieler gesellschaftlicher Diskussionen gerieten die Gemeinden erneut in eine Christenverfolgung. Dazu kam eine Pandemie, durch die mehr als ein Viertel(!) der Bev\u00f6lkerung im R\u00f6mischen Reich starb. Mich stimmen die Worte von Dionysius vor \u00fcber 1700 Jahren nachdenklich:<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDen Nichtchristen d\u00fcrfte die gegenw\u00e4rtige Lage nicht als Festzeit erscheinen. \u2026 Jetzt ist alles voll Klagen. Alle trauern, und Wehgeschrei hallt wider in der Stadt wegen der Menge der Toten und derer, die noch t\u00e4glich sterben. Viel Schreckliches haben wir zuvor schon erlitten. Zun\u00e4chst hat man uns vertrieben, und nur wir wurden von allen verfolgt und dem Tode ausgeliefert. Aber gleichwohl begingen wir auch damals unser Fest. Jeder Ort, wo einer zu leiden hatte, ein Feld, eine W\u00fcste, ein Schiff, eine Herberge, ein Gef\u00e4ngnis, wurde f\u00fcr uns zum Festplatz. Das allerfr\u00f6hlichste Fest aber feierten die vollendeten M\u00e4rtyrer, die zum himmlischen Mahle geladen wurden. Nach der Verfolgung kamen Krieg und Hunger, die wir gemeinsam mit den Heiden zu tragen hatten. Allein trugen wir all die Schmach, die sie uns zuf\u00fcgten; aber auch an dem, was sie sich selbst gegenseitig antaten und litten, hatten wir Anteil. Dann freuten wir uns wiederum des Friedens Christi, den er uns allein gegeben. Aber sehr kurz war die uns und ihnen geg\u00f6nnte Ruhepause. Es brach die gegenw\u00e4rtige Krankheit aus. F\u00fcr die Heiden ist sie ein Ungl\u00fcck, das alle Schrecken und jede Drangsal \u00fcbertrifft. F\u00fcr uns jedoch ist sie kein solches Ungl\u00fcck, f\u00fcr uns bedeutet sie vielmehr Erziehung und Pr\u00fcfung gleich den fr\u00fcheren Drangsalen. Wenn auch die Krankheit uns nicht verschonte, aber ihr ganzer Schrecken zeigte sich doch nur bei den Heiden.\u201c (aus Eusebius, VII 22,1-7)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kann es sein, dass Jesus Christus uns gegenw\u00e4rtig pr\u00fcfen m\u00f6chte oder gar erziehen will (Hebr\u00e4er 12,4.5)? Sind wir als Christen in unserem tagt\u00e4glichen Verhalten gepr\u00e4gt von einer \u201eHeidenangst\u201c (Hebr\u00e4er 2,14.15) oder richten wir uns in unserem Verhalten an Gottes Wort aus? Pr\u00fcfungszeiten sind nicht leicht. Aber in diesen Zeiten entscheidet sich unser Leben hier auf der Erde und unser Weg in die Ewigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ehrfurcht schenkt Erkenntnis<\/strong><\/p>\n<p>Wer sich als Christ heute zum Thema \u201eCorona\u201c \u00e4u\u00dfert, der wird schnell in eine bestimmte Ecke gedr\u00e4ngt. Und so finden sich viele Christen, die unruhig geworden sind und Fragen stellen oder die \u201efalschen\u201c Antworten geben, entweder rechts oder links wieder. Gebraucht werden aber Christen, die weder rechts noch links denken, sondern von \u201eoben\u201c her das Leben betrachten. Alle irdischen Richtungsweiser geben uns zu wenig Orientierung. Wir brauchen die Leitung durch Gott selbst. Das geschieht durch sein Wort. Gott und sein Wort sind wie ein Leuchtturm mitten in der Brandung. Entscheidungen unseres Lebens, die sich allein an der diesseitigen Welt ausrichten, f\u00fchren ins Verderben. \u201eDie Ehrfurcht vor dem HERRN ist der Anfang der Erkenntnis; nur Narren verachten Weisheit und Zucht!\u201c (Spr\u00fcche 1,7)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Gesundheit des Glaubens<\/strong><\/p>\n<p>Die aktuellen Diskussionen \u00fcber unsere Gottesdienste in \u201eCorona-Zeiten\u201c, \u00fcber die Bedeutung der physischen Gemeinschaft unter uns Christen und die Ausf\u00fchrung unseres Auftrages in der Welt, offenbaren unseren geistlichen Zustand. Seit vielen Jahren schon sp\u00fcren wir, dass irgendetwas nicht stimmt. Mehr als durch jeden Virus in der Welt sind wir in der Gesundheit unseres Glaubens bedroht und gef\u00e4hrdet. Auch Gemeinden k\u00f6nnen krank werden und sterben, und jede Hilfe kommt zu sp\u00e4t. Entscheidend ist, wie Jesus Christus uns beurteilt.<\/p>\n<p>Was bedeutet es f\u00fcr uns als Mission, als Teil der Gemeinde, im politischen Ausnahmezustand und mit vielen staatlichen Beschr\u00e4nkungen unseres Dienstes zu leben? In vielen unserer Arbeitsgebiete leben die Christen in den Gemeinden seit Langem in Konfrontation zur weltlichen Gewalt. In unserem Teil der Welt werden zumeist drei Gr\u00fcnde angef\u00fchrt, warum Gemeinden Pr\u00e4senzveranstaltungen reduzieren oder darauf sogar ganz verzichten: Gesundheitsschutz, Gehorsam gegen\u00fcber der Obrigkeit und Solidarit\u00e4t mit weltlichen Gruppen, um ein positives Zeugnis zu sein. Alle diese Gr\u00fcnde sind weltlich und kein Ausdruck von Gottesfurcht und Gottvertrauen. Es ist hier nicht der Platz, die biblischen Argumente zu erl\u00e4utern. Aber die Zeugnisse der Geschwister, die vor unserer Zeit Glauben gelebt und sich darin bew\u00e4hrt haben, und die aktuellen Zeugnisse aus unseren Arbeitsgebieten machen mich nachdenklich und fragend. Kann es sein, dass wir uns Gemeinde oder Kirche nennen und es in Jesu Augen gar nicht sind? Kann es sein, dass wir uns Christen nennen und in seinem Urteil gar nicht bestehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eKommt her, alle \u201a3G\u2018!\u201c<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich diese Zeilen schreibe, beginnen Diskussionen in Gemeinden, ob ab Herbst nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete Zugang bekommen sollen zur Gemeinschaft mit Jesus Christus. Wer solche Gedanken \u00e4u\u00dfert, sollte die Einladung Jesu (Matth\u00e4us 11,28) ab\u00e4ndern und schreiben: \u201eKommt nur her zu mir, alle, die ihr \u201a3G\u2018 seid!\u201c Wer so denkt und handelt, hat nichts mehr mit einem Heiland zu tun, der seine Nachfolger auffordert: \u201eGeht schnell hinaus auf die Stra\u00dfen und Gassen der Stadt und bringt die Armen und Kr\u00fcppel und Blinden und Lahmen hier herein \u2026 dass mein Haus voll werde!\u201c (aus Lukas 14) Wenn ich die Zeugnisse unserer Mitarbeiter lese, dann ber\u00fchrt es mich, wie Gemeinden jeden Tag ihre T\u00fcren \u00f6ffnen f\u00fcr Menschen von der Stra\u00dfe, die in unseren klinisch sauberen Gemeinden kein Hygienekonzept erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Wir folgen einem Herrn, der Auss\u00e4tzigen die Hand gereicht hat und mit jedem Gemeinschaft suchte. Gerne erinnere ich mich an Abendmahlfeiern mit Geschwistern, die viele Krankheiten mitbrachten. Es gab kein poliertes Silbergeschirr, sondern eine alte \u00d6ldose und dreckiges Brot. Und alle tranken aus einem Kelch und sa\u00dfen eng beieinander, weil sie Jesus liebten und Jesus vertrauten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bibellesen schenkt Orientierung<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIch will nicht zwei Jahre ins Gef\u00e4ngnis!\u201c, schrieb vor einigen Tagen einer unserer Mitarbeiter aus dem Osten. Es ging dabei um die Frage, ob er eine Jugendfreizeit planen sollte oder nicht. Neue Gesetze verbieten es, solche Freizeiten durchzuf\u00fchren. Kinderfreizeiten werden verboten \u2013 angeblich aus \u201eGesundheitsgr\u00fcnden\u201c! Und die Mitarbeiter f\u00fchren diese Veranstaltungen trotzdem durch, weil ihnen das Leben und die Ewigkeit von Kindern und Jugendlichen wichtiger sind als staatliche Gesetze. Der Gehorsam dem Staat gegen\u00fcber endet immer beim Wort Gottes. An so vielen Orten gibt es keine M\u00f6glichkeit, sich staatlich genehmigt zu versammeln. Noch nie habe ich geh\u00f6rt, dass Nachfolger Jesu deshalb auf die Zusammenk\u00fcnfte der Gemeinde \u2013 wo auch immer \u2013 verzichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fremdworte f\u00fcr die Gemeinde<\/strong><\/p>\n<p>\u201eLockdown\u201c und \u201eSocial Distancing\u201c sind Fremdworte f\u00fcr die Gemeinde Jesu und stehen immer entgegen der Gebote Gottes. Es gibt keine N\u00e4chstenliebe ohne k\u00f6rperliche N\u00e4he. Es ist dringend geboten, dass wir uns neu mit dem biblisch untrennbaren Zusammenhang von K\u00f6rper und Seele besch\u00e4ftigen, um im Glauben nicht noch kr\u00e4nker zu werden. Gemeinden verfolgen bei ihren Zusammenk\u00fcnften keinen Selbstzweck, sondern kommen vor Gott zusammen, um seine Gegenwart in seinem Wort zu erleben und ihn zu ehren. Das Feiern des \u201eLiebesmahles\u201c ist nicht in unsere Beliebigkeit gestellt, sondern geistlich lebensnotwendig. Wer darauf verzichtet, nimmt geistlichen Schaden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ich will Jesus treu sein<\/strong><\/p>\n<p>Als jemand, der die Gemeinde Jesu liebt und die Gemeinschaft mit Geschwistern im In- und Ausland genie\u00dft, mache ich mir gro\u00dfe Sorgen um den Zustand unserer Gemeinden. Als Kind haben wir ein Lied gesungen, an das ich in diesen Wochen oft erinnert werde und heute verstehe ich den Inhalt besser, als ich ihn als Kind verstehen konnte. \u201eFest und treu, wie Daniel war nach des Herrn Gebot, sei der Kinder Gottes Schar in der gr\u00f6\u00dften Not. Bleibe fest wie Daniel, stehst du auch allein! Wag es treu vor aller Welt, Gottes Kind zu sein! Starke M\u00e4nner voller Licht m\u00f6gen nicht bestehn, wagen Gott zu Ehren nicht in den Tod zu gehen. \u2026 Doch wer stets wie Daniel dort fest am Herrn sich h\u00e4lt, kann im Glauben an sein Wort widerstehn der Welt. Bleibe fest wie Daniel, stehst du auch allein! Wag es treu vor aller Welt, Gottes Kind zu sein!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesen Wunsch hat Jesus mir damals bereits in mein Herz ges\u00e4t: \u201eIch will \u2013 wie Daniel \u2013 Jesus treu sein!\u201c Mein Weg ist mit denen, die gottesf\u00fcrchtig ihren Glauben leben, auch wenn es Nachteile, Leiden und Sterben mit sich bringt. Die Zukunft unserer Gemeinden findet nicht in sch\u00f6nen Gemeindeh\u00e4usern statt, sondern in \u201eW\u00fcsten, H\u00f6hlen und Kl\u00fcften der Erde\u201c (Hebr\u00e4er 11,38). Die Zeugnisse aus der Mission und die vielen Zeugnisse aus der Kirchengeschichte spornen mich an, Jesus treu zu dienen und zu folgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch einmal zur\u00fcck zu Dionysius und seinem Aufruf. Er schrieb: \u201eDa die meisten unserer Br\u00fcder in \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Liebe und Freundlichkeit sich selbst nicht schonten und f\u00fcreinander eintraten, furchtlos sich der Kranken annahmen, sie sorgf\u00e4ltig pflegten und ihnen in Christus dienten, starben sie gleich diesen freudigst dahin, angesteckt vom Leide anderer, die Krankheit der Mitmenschen sich zuziehend, freiwillig ihre Schmerzen aufnehmend. Ganz anders war es bei den Heiden. Sie stie\u00dfen die, welche anfingen krank zu werden, von sich, flohen vor ihren Teuersten, warfen sie halbtot auf die Stra\u00dfe und lie\u00dfen die Toten unbeerdigt im Schmutze liegen. So suchten sie der Auslieferung an den Tod und der Gemeinschaft mit ihm zu entgehen, was jedoch trotz aller Bem\u00fchungen nicht leicht war.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir westlichen Christen im 21. Jahrhundert m\u00fcssen uns in unserem Glauben erst noch bew\u00e4hren. Gegen Ende des 1. Jahrhunderts fallen in der Beurteilung Jesu f\u00fcnf von sieben Gemeinden durch. Test nicht bestanden! Einer der zwei positiven Gemeinden in diesem Test k\u00fcndigt Jesus eine schwere \u2013 wenn auch begrenzte \u2013 Leidens- und Bew\u00e4hrungszeit an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eF\u00fcrchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gef\u00e4ngnis werfen, damit ihr gepr\u00fcft werdet, und ihr werdet Bedr\u00e4ngnis haben zehn Tage. Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben.\u201c (Offenbarung 2,10)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und der uns heute beurteilt ist der HERR, dem allein alle Ehre geh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Friedemann Wunderlich<\/em><br \/>\n<em>Missionsleiter<\/em><br \/>\n<em>Kontakt: Friedemann.Wunderlich@msoe.org<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir westlichen Christen im 21. 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