{"id":18301,"date":"2021-09-16T16:15:28","date_gmt":"2021-09-16T14:15:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18301"},"modified":"2021-09-16T16:15:28","modified_gmt":"2021-09-16T14:15:28","slug":"die-erklaerung-von-abu-dhabi-und-das-abrahamic-family-house","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18301","title":{"rendered":"Die Erkl\u00e4rung von Abu Dhabi und das \u201eAbrahamic Family House\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Am 4. Februar 2019 unterzeichneten Papst Franziskus und Imam Ahmed el-Tayeb, das geistliche Oberhaupt der Al-Azhar-Universit\u00e4t in Kairo, das \u201eDokument \u00fcber die Br\u00fcderlichkeit aller Menschen f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben in der Welt\u201c. Das Dokument wird auch \u201eErkl\u00e4rung von Abu Dhabi\u201c genannt, wo die Unterzeichnung w\u00e4hrend einer Reise des Papstes in die Vereinigten Arabischen Emirate stattfand. Es ist vom Geist des interreligi\u00f6sen Dialogs durchdrungen und ruft Christen und Muslime als Br\u00fcder und Freunde im Glauben sowie alle Menschen guten Willens zu einer Kultur des Dialogs auf, um \u201eals Br\u00fcder und Schwestern miteinander zu leben, die Erde zu bev\u00f6lkern und auf ihr die Werte des Guten, der Liebe und des Friedens zu verbreiten\u201c.(1)<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im September 2019 wurde dann das \u201eHohe Kommissariat f\u00fcr die Br\u00fcderlichkeit aller Menschen\u201c (Higher Committee of Human Fraternity) mit dem Ziel gegr\u00fcndet, alle Menschen zu motivieren, die \u201eWerte der menschlichen Br\u00fcderlichkeit\u201c im Sinne der Erkl\u00e4rung von Abu Dhabi zu leben. Dem Hohen Kommissariat geh\u00f6ren Vertreter des Christentums, des Judentums und des Islams an. Einen Monat zuvor stellte Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan, der Kronprinz von Abu Dhabi, ein St\u00fcck Land auf der Insel Saadivat zur Verf\u00fcgung, auf dem der interreligi\u00f6se Geist des Dokuments \u00fcber die \u201eBr\u00fcderlichkeit aller Menschen\u201c architektonisch umgesetzt werden soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geplant ist ein gro\u00dfz\u00fcgig angelegter und modern gestalteter Komplex, in dem die drei sogenannten abrahamitischen Religionen durch jeweils ein \u201eGotteshaus\u201c vertreten sind. Dieses sogenannte \u201eAbrahamic Family House\u201c (Haus der abrahamitischen Familie) vereint eine Kirche, eine Synagoge und eine Moschee, die in einem Dreieck um einen \u201egemeinsamen Boden\u201c, einem Garten, angeordnet sind. Ein viertes, flacheres Geb\u00e4ude ist f\u00fcr alle anderen Menschen \u201eguten Willens\u201c gedacht. Die Fertigstellung ist f\u00fcr 2022 geplant.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Star-Architekt Sir David Adjaye beschreibt das Projekt auf der Internetseite seines Architekturb\u00fcros: \u201eIch habe diese drei Religionen stets als sehr unterschiedlich betrachtet. Das ist es, was zu glauben wir gelernt haben. Doch dann entdeckt man diese unglaublichen Verbindungen und \u00dcberschneidungen.\u201c Diesen \u201eLernprozess\u201c habe er dann architektonisch umzusetzen versucht. Die \u201eEntdeckungsreise\u201c setze sich mit dem \u00f6ffentlichen Raum fort, wo sich die Unterschiede aufh\u00f6ben: \u201eIch habe den Garten als kraftvolle Metapher gesehen. Diesen sicheren Bereich, in dem sich Gemeinschaft, Verbundenheit und H\u00f6flichkeit verbinden\u201c, erkl\u00e4rt Adjaye.(2) Weiter meint er: \u201eAls Architekt m\u00f6chte ich ein Geb\u00e4ude schaffen, das den Begriff der hierarchischen Differenz aufl\u00f6st. Es sollte Universalit\u00e4t und Totalit\u00e4t repr\u00e4sentieren \u2013 etwas H\u00f6heres, das das menschliche Leben bereichert.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Papst, Imam Ahmed el-Tayeb, Rabbi Bruce Lustig, der Star-Architekt aus Ghana und viele andere mit ihnen arbeiten an einem gemeinsamen Weltethos, das die Unterschiede zwischen den Religionen einebnet und die Wahrheit relativiert. Das wird schon daran deutlich, dass das besagte Grundlagendokument \u00fcber die Br\u00fcderlichkeit aller Menschen den Namen Jesus Christus nicht einmal erw\u00e4hnt. Der biblische Patriarch Abraham muss bei dem Projekt als gemeinsamer kleinster Nenner dienen, um Christentum, Judentum und Islam trotz aller Unterschiede zu einen. Hier wird eine religi\u00f6se Vorstellung umgesetzt, wie sie Friedrich Schiller in seiner \u201eOde an die Freude\u201c (1785) zum Ausdruck gebracht hat: \u201eSeid umschlungen Millionen! Diesen Kuss der ganzen Welt! Br\u00fcder \u2013 \u00fcberm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen.\u201c Ja, es gibt einen Vater im Himmel, doch es gibt nur einen Weg zu ihm: \u201eIch bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich\u201c (Joh 14,6). Dieser Anspruch Jesu sprengt den Rahmen einer weltweiten Br\u00fcderlichkeit \u00fcber alle Religionsgrenzen hinweg. Jesus ebnet die Wahrheiten nicht ein, sondern er ist die Wahrheit. Jesus ist nicht eines unter vielen religi\u00f6sen Angeboten, sondern er ist das Ende der Religion. Auf einem anderen Weg will der Vater nicht geehrt und erkannt werden: \u201eWer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat\u201c (Joh 5,23).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Vorstellung einer abrahamitischen \u00d6kumene, wie sie im \u201eAbrahamic Family House\u201c zum Ausdruck kommen soll, ist aus biblischer Sicht unhaltbar. Durch Abraham sollten alle V\u00f6lker der Erde Segen und Heil empfangen (1 Mose 12,1-3). Doch diese Heilszusage sollte ausdr\u00fccklich \u00fcber den Sohn der Verhei\u00dfung laufen: nicht \u00fcber Ismael, sondern \u00fcber Isaak (1 Mose 17,19; 18,18; 26,4), dann Jakob (1 Mose 28,14) und dann Juda (1 Mose 49,10). Auf Grund dieser Zusagen sagte Jesus zur Frau am Jakobsbrunnen: \u201eDenn das Heil kommt von den Juden\u201c (Joh 4,20). Als \u201eJesus, der Juden K\u00f6nig\u201c (Mt 27,37) von Juden und R\u00f6mern ans Kreuz geschlagen wurde, bezahlte er f\u00fcr die S\u00fcnden der Welt (Joh 1,29). Durch seinen Opfertod und die Auferstehung von den Toten wurde Jesus zum Heiland der Welt (Joh 4,42). Durch ihn allein kommt der Segen Abrahams zu den V\u00f6lkern der Erde (Gal 3,16). Das traditionelle Judentum und der Islam lehnen Jesus Christus als Sohn Gottes und Heiland der Welt ab. Damit gibt es in diesen Religionen keinen Zugang zu Gott. Projekte wie das \u201eAbrahamic Family House\u201c in Abu Dhabi oder das \u201eHouse of One\u201c in Berlin sind eine satanisch-antichristliche L\u00fcge, die Menschen in die Irre f\u00fchrt (1 Joh 2,22-23). Nicht der interreligi\u00f6se Dialog bringt den Menschen Frieden mit Gott, sondern allein der Jesusname, \u201edenn in keinem andern ist das Heil, ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden\u201c (Apg 4,12).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Johann Hesse<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/aufbruch_2_2021.pdf\">Aufbruch \u2013 Informationen des Gemeindehilfsbundes (Juli 2021)<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wenn Sie den Aufbruch kostenlos abonnieren m\u00f6chten, schreiben Sie bitte an info@gemeindehilfsbund.de.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">(1) <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/travels\/2019\/outside\/documents\/papa-francesco_20190204_documento-fratellanza-umana.pdf\">https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/travels\/2019\/outside\/documents\/papa-francesco_20190204_documento-fratellanza-umana.pdf<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">(2) <a href=\"https:\/\/www.ubm-development.com\/magazin\/friedensprojekt-abrahamic-family-house\/\">https:\/\/www.ubm-development.com\/magazin\/friedensprojekt-abrahamicfamily-house\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 4. 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