{"id":18273,"date":"2021-08-27T12:40:47","date_gmt":"2021-08-27T10:40:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18273"},"modified":"2021-08-27T12:40:47","modified_gmt":"2021-08-27T10:40:47","slug":"israel-der-liebliche-weinberg-predigt-ueber-jesaja-272-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18273","title":{"rendered":"&#8222;Israel, der liebliche Weinberg&#8220; &#8211; Predigt \u00fcber Jesaja 27,2-9"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Warum feiert die christliche Gemeinde eigentlich jedes Jahr einen Israel-Sonntag? Eigentlich geht es doch jeden Sonntag um Israel. Denn jeden Sonntag geht es um Jesus. Und Jesus war Jude. Und auch alle biblischen B\u00fccher wurden von Juden geschrieben, mit Ausnahme es Lukas-Evangeliums. Es ist also klar, dass es christlichen Glauben ohne Bezug zu Israel gar nicht geben kann. Man kann nicht Christus lieben an den Juden vorbei. Auf diesem Hintergrund kam Dietrich Bonhoeffer 1938 zu der Erkenntnis und der Aussage: &#8222;Nur wer f\u00fcr die Juden schreit, darf gregorianisch singen.&#8220; Du kannst also nicht Gott loben und ihm christliche Lobpreislieder singen, ohne Gottes erw\u00e4hltes Volk Israel zu lieben und f\u00fcr es einzutreten.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb ist es gut und richtig, dass sich die Kirchen jeweils am 10. Sonntag nach Trinitatis ganz besonders mit Israel und mit Gottes Verhei\u00dfung an dieses Volk besch\u00e4ftigen. Der Israel-Sonntag hat damit zeitlich und inhaltlich seinen festen Platz. Bevor wir uns allerdings mit dem heutigen Gotteswort besch\u00e4ftigen, ist es hilfreich, zuvor die &#8222;Erw\u00e4hlung Israels&#8220; etwas genauer anzuschauen. Denn es gibt manchmal das Missverst\u00e4ndnis, dass dadurch die anderen V\u00f6lker abgewertet seien. Gottes Erw\u00e4hlung gr\u00fcndet aber nicht in einer Bestenauswahl. Israel war nicht besser als seine Nachbarv\u00f6lker. Im \u00dcbrigen hat Gott Israel erw\u00e4hlt, als es dieses Volk noch gar nicht gab. Er hat sich dieses Volk geschaffen, beginnend mit der Berufung des Abraham. So hei\u00dft es in Jesaja 44,21: &#8222;Gedenke Israel, ich habe dich bereitet.&#8220; Gott hat sich dieses Volk bereitet, um damit nach dem S\u00fcndenfall und der Ausweisung des Menschen aus dem Paradies, seine Heilsgeschichte zu beginnen. Er hat mit Israel begonnen und es zum Licht der Heiden gemacht (Jesaja 42,6).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dennoch hat dieses Volk, trotz aller wundervollen Gottestaten, immer wieder auch versagt. Sie wurden ungehorsam gegen die Gebote Gottes, ihr Gottesdienst geschah mitunter nicht mehr als Mittelpunkt einer lebendigen Gottesbeziehung und sie wurden anf\u00e4llig f\u00fcr G\u00f6tzendienst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch das alles soll sich in der Endzeit \u00e4ndern. Was das f\u00fcr Israel bedeutet beschreibt das heutige Gotteswort zur Predigt, das wir in zwei Abschnitten beleuchten: 1.)9 Israel, der liebliche Weinberg. 2. Israel, von Gott gerichtet und geheiligt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1.) &#8222;Zu der Zeit wird es hei\u00dfen: Lieblicher Weinberg, singet ihm zu!&#8220; Also nicht zur alttestamentlichen Zeit des Jesaja, auch nicht zur Zeit Jesu, auch nicht in unserer Zeit, sondern &#8222;zu der Zeit&#8220;. \u00c4hnliche biblische Begriffe sind &#8222;In den letzten Tagen&#8220;, am Ende der Zeit&#8220;, die letzte Zeit&#8220;, alle diese Formulierungen stehen in Zusammenhang mit der Wiederkunft Jesu auf Erden. Vorher m\u00fcssen und werden noch einige Dinge geschehen, das Evangelium wird zum Zeugnis f\u00fcr alle V\u00f6lker werden, der Gr\u00e4uel der Verw\u00fcstung wird auf dem Tempelberg in Jerusalem errichtet und die R\u00fcckkehr des Volkes Israel ins verhei\u00dfene Land wird geschehen sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der letzte Punkt ist in unserem Zusammenhang besonders wichtig. Denn es ist sowieso ein Wunder, dass es das Volk Israel noch gibt. Als die R\u00f6mer im Jahre 70 nach Christus Jerusalem zerst\u00f6rt und den Tempel platt gemacht hatten, da wurde die Juden zerstreut in aller Herren L\u00e4nder. Sie h\u00e4tten leicht in der Weltgeschichte untergehen k\u00f6nnen. Und wenn man bedenkt, dass die gro\u00dfen Weltreiche der Assyrer, der Babylonier und auch der R\u00f6mer komplett verschwunden sind, so ist das \u00dcberleben des kleinen Judenvolkes, 1800 Jahre lang in der Zerstreuung, allein eine Bewahrung und Tat Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und seit Ende des 19. Jahrhunderts kehrten in Wellenbewegungen immer mehr j\u00fcdische Gruppen aus verschiedenen L\u00e4ndern zur\u00fcck nach Israel, um dieses verhei\u00dfene Land wieder aufzubauen. Gott nutzt dabei die Verfolgungen und Pogrome gegen Juden, um bei ihnen die Sehnsucht nach Jerusalem zu wecken und sie zur\u00fcckzuf\u00fchren. Heute lebt schon etwa die H\u00e4lfte der weltweit lebenden Juden in Israel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nach der grausamen Zeit der Nationalsozialisten und 6 Millionen get\u00f6teten Juden, kam es von jetzt auf nachher zur Gr\u00fcndung des Staates Israel am 14. Mai 1948. Gegen den Willen der arabisch-islamischen Nachbarl\u00e4nder erfolgte der Beschluss der UNO mit knapper Mehrheit. Auch dieses Ereignis hat Gott durch Jesaja Jahrhunderte zuvor ank\u00fcndigen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel ist lebendige Geschichtsschreibung in der Vergangenheit, der Gegenwart und f\u00fcr die Zukunft. In Kapitel 66,8 steht geschrieben: &#8222;Wer hat solches je geh\u00f6rt? Wer hat solches je gesehen? Ward ein Land an einem Tage geboren? Ist ein Volk auf einmal zur Welt gekommen?&#8220; Und dass diese Staatsgr\u00fcndung, trotz dreier existenzbedrohender Angriffskriege durch die arabischen Nachbarv\u00f6lker, bis heute Bestand hat, kann nur als Wunder bezeichnet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Bibelkunde und Erkenntnis durch den Heiligen Geist sieht man also, dass wir in rasanten Schritten der Wiederkunft Jesu auf Erden n\u00e4her kommen. In seiner Endzeitrede (Mt 24) hat Jesus von schmerzhaften Wehen gesprochen, bevor er wiederkommt. Und es ist ja augenscheinlich, wie politische, wirtschaftliche und soziale Probleme weltweit zunehmen, ebenso wie Naturkatastrophen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Glaubensgeschwister, es gibt zwei zentrale Ereignisse in der Heilsgeschichte Gottes, das erste und das zweite Kommen Jesu. Das erste Mal kam er, um das Grundproblem der Menschen zu l\u00f6sen, n\u00e4mlich durch seinen Opfertod am Kreuz die Trennung der Menschheit von Gott zu \u00fcberwinden. Wenn er zum zweiten Mal kommt, dann wird er sein herrliches Reich vollenden, dann wird er auch alle Folgeprobleme der menschlichen S\u00fcnde \u00fcberwinden: Ungerechtigkeit, Unfrieden, Armut, Krankheit, Egoismus, Hass, Neid und Streit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weder politische Entscheidungen, noch humanistische Programme, selbst nicht der christliche Liebesdienst k\u00f6nnen diese Probleme l\u00f6sen. Das kann allein der Messias. Wenn er wie[1]der da ist, wird sich f\u00fcr Israel erf\u00fcllen: &#8222;Lieblicher Weinberg, singet ihm zu!&#8220; Dann wird sich alles zum Guten wenden f\u00fcr das erw\u00e4hlte Volk Gottes. Der HErr selbst wird sie, seinen Weinberg, dann beh\u00fcten. Israel wird gr\u00fcnen und bl\u00fchen und mit leckeren Fr\u00fcchten den ganzen Erdkreis versorgen. Seht, wie auch diese Prophezeiung Gottes sich bereits am Verwirklichen ist. Wo noch vor 100 Jahren \u00fcberall W\u00fcste war, &#8211; die Araber spotteten ja \u00fcber die Juden, denen sie W\u00fcste verkaufen konnten -, heute bl\u00fcht und gedeiht es. Israel exportiert herrliche Fr\u00fcchte in viele L\u00e4nder. Aber alles nur ein Vorgeschmack f\u00fcr die Ewigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir kommen zum zweiten Punkt: 2.) Israel, von Gott gerichtet und geheiligt. Wegen seines Ungehorsams und des G\u00f6tzendienstes musste dieses Volk durch viele, auch schwere Gottesgerichte durch. Und noch sind diese Gericht nicht zu Ende. Ihnen allen ist aber gemeinsam, dass es keine sinnlosen Strafen Gottes waren und sind, sondern dass Gott sein Volk im besten Sinne erzieht. Denn er will es immer wieder aus dem Ungehorsam in den Bundesschluss hineinholen. So ein Gericht war auch der raue Sturm am Tage des Ostwinds. Der Ostwind bringt die sengende W\u00fcstenhitze \u00fcber das Land. Und auch im \u00fcbertragenen Sinn ging dies in Erf\u00fcllung, indem die meisten Juden zun\u00e4chst in Richtung Westen in die Zerstreuung vertrieben worden. Sp\u00e4ter dann verteilt in alle Himmelsrichtungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gerichte Gottes hatten aber auch immer ihre Begrenzungen. Das war bei der 40j\u00e4hrigen W\u00fcstenwanderung ebenso, wie im babylonischen Exil. Und auch die weltweite Zerstreuung der Juden wird ein Ende haben. Die S\u00fcnde Jakobs wird ges\u00fchnt sein, die S\u00fcnden des Volkes von ihnen genommen werden. Jesus ist der Messias der Juden und der Heiden. Und wenn Jesus wiederkommt, wird Israel seinen Messias erkennen, wie es in Sacharja 12,10 hei\u00dft: Sie werden sehen, den sie durchbohrt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu der leiblich-irdischen R\u00fcckkehr der Juden in das Land ihrer V\u00e4ter wird dann die geistliche R\u00fcckkehr kommen. Denn noch leben viele Juden in Israel nicht in einer lebendigen Beziehung zu ihrem Gott. Der Unglaube ist auch in Israel gro\u00df. Der Prophet Hesekiel (Kap.37) schreibt ja vom Feld voller Totengebeine. Aber der HErr spricht: Und ich will meinen Odem in euch geben, dass ihr wieder leben sollt, und will euch in euer Land setzen, und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin. Ich rede es und tue es auch, spricht der HERR.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann wird Israel endg\u00fcltig in den Stand versetzt werden, &#8222;Licht der Nationen&#8220; zu sein. Dann wird es nicht nur Friedensvertr\u00e4ge zwischen Israel und einzelnen arabischen Staaten geben, wie es zur Zeit gerade geschieht. Dann wird der ganze Nahost-Konflikt sein Ende finden und auch unter den Feinden Israels wird es solche geben, die sich dem Gott Israels anschlie\u00dfen werden. Sie alle werden &#8222;den HErrn anbeten auf dem heiligen Berg zu Jerusalem&#8220; (V.13). Dann wird auch die Weihnachtsbotschaft aus Jesaja 9,5f vollst\u00e4ndig in Erf\u00fcllung gehen: Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er hei\u00dft Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-F\u00fcrst; auf dass seine Herrschaft gro\u00df werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem K\u00f6nigreich, dass er&#8217;s st\u00e4rke und st\u00fctze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Jesus Christus, der Friedef\u00fcrst f\u00fcr alle Juden und alle Nationen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so sind bereits seit 1882 etwa 3 Millionen Juden aus 140 L\u00e4ndern nach Kanaan zur\u00fcckgekehrt, also etwa die H\u00e4lfte aller Juden. Und das wird sich fortsetzen solange bis dauerhaft in Erf\u00fcllung geht, was sich alle Juden in der Zerstreuung bei ihren gro\u00dfen Festtagen feierlich zurufen: &#8222;N\u00e4chstes Jahr in Jerusalem!&#8220; Und so d\u00fcrfen auch wir Christen uns mit dem Volk Israel freuen \u00fcber alle Entwicklungen, die n\u00e4her zu diesem Ziel f\u00fchren. Trotz und wegen der Geburtswehen mit ihren politisch-wirtschaftlich-sozialen Verwerfungen auf der ganzen Welt und zunehmender Wetter- und Naturkatastrophen, die uns auch Angst machen und Leid bringen. In seiner Endzeitrede (Lk21,25ff) sagt Jesus: &#8222;Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den V\u00f6lkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen \u00fcber die ganze Erde; denn die Kr\u00e4fte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit gro\u00dfer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anf\u00e4ngt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure H\u00e4upter, weil sich eure Erl\u00f6sung naht.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben allen Grund zur Freude bei diesen Entwicklungen, die wir mit eigenen Augen verfolgen k\u00f6nnen. Christus ist im Kommen! Wir d\u00fcrfen uns auch mit Israel freuen und singen: Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit! Lob ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er l\u00e4sst dich freundlich zu sich laden; freue dich, Israel, seiner Gnaden, freue dich, Israel, seiner Gnaden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum feiert die christliche Gemeinde eigentlich jedes Jahr einen Israel-Sonntag? Eigentlich geht es doch jeden Sonntag um Israel. Denn jeden Sonntag geht es um Jesus. Und Jesus war Jude. Und auch alle biblischen B\u00fccher wurden von Juden geschrieben, mit Ausnahme es Lukas-Evangeliums. 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