{"id":18216,"date":"2021-07-19T15:36:00","date_gmt":"2021-07-19T13:36:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18216"},"modified":"2021-07-21T08:32:55","modified_gmt":"2021-07-21T06:32:55","slug":"aufwachen-vom-schlaf-eine-biblische-besinnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18216","title":{"rendered":"&#8222;Aufwachen vom Schlaf&#8220;- eine biblische Besinnung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><sup>11<\/sup><\/strong><strong> Und das tut, weil ihr die Zeit erkennt, n\u00e4mlich da\u00df die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt n\u00e4her als zu der Zeit, da wir gl\u00e4ubig wurden. <sup>12<\/sup> Die Nacht ist vorger\u00fcckt, der Tag aber nahe herbeigekommen. So la\u00dft uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. <sup>13<\/sup> La\u00dft uns ehrbar leben wie am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Hader und Eifersucht; <sup>14<\/sup> sondern zieht an den Herrn Jesus Christus und sorgt f\u00fcr den Leib nicht so, da\u00df ihr den Begierden verfallt. (R\u00f6m 13,11-14)<\/strong><\/p>\n<p>(V. 14 bei Menge: \u201esondern ziehet den Herrn Jesus Christus an, und seid dem Fleisch (= dem Leibe) nicht so zu Diensten, da\u00df b\u00f6se Begierden dadurch erregt werden!\u201c)<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0\u201eAufwachen vom Schlaf\u201c: Der Zusammenhang <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus spricht dies \u201eerweckliche\u201c Wort im Anschlu\u00df an seine Besinnung auf die Rolle der Obrigkeit und die Erinnerung an die 10 Gebote aus, die durch die Liebe erf\u00fcllt (und nicht aufgehoben) werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erich K\u00e4stner: <em>\u201eNie aber d\u00fcrft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.\u201c<\/em> Der biblische Weckruf bewahrt uns davor. Paulus sagt es mit dem Bild vom Schlafen und Aufwachen. La\u00df das Tr\u00e4umen hinter dir, komm an in der Wirklichkeit! Werde aufgeweckt! Werde herausgerissen aus den Tr\u00e4umen, werde hereingezogen ins Echte, Wahre, Bewu\u00dfte. (Bewu\u00dft passive Formulierungen, um deutlich zu machen, da\u00df durch den biblischen Weckruf etwas an uns geschieht, etwas mit uns m\u00f6glich wird, was wir selbst gar nicht bewerkstelligen k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Wort Gottes, die Bibel, weckt uns auf. Die Bibel erweist ihre Sprachf\u00e4higkeit immer wieder aufs neue. Es geh\u00f6rt zu meinen immer neu freudigen Entdeckungen, wie beredt und auskunftsfreudig die Bibel zu den aktuellen Fragen ist, jetzt etwa zum Verh\u00e4ltnis von Christ und Welt, Kirche und Obrigkeit u.a.\u2013 Vortr\u00e4ge, die ich dazu bei der ABG gehalten hatte und im Informationsbrief der Bekenntnisbewegung abgedruckt waren, f\u00fchrten letztlich zur Berufung in den Gemeindehilfsbund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem ich 2019 die B\u00fccher von Karl Richard Ziegert und Karl Baral gelesen habe, denke ich, kann ich den Horizont dieser Themen noch klarer beschreiben. R\u00f6m 13 spricht, was viele lange \u00fcbersehen haben<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>, nicht nur von der Einsetzung der Obrigkeit durch Gott, sondern auch von der Bestimmung ihrer Aufgabe, n\u00e4mlich Gute zu belohnen und B\u00f6se zu bestrafen. Nicht aber soll sie (wie ich im Mai des Jahres in Krelingen sagte) selbst definieren, <em>was<\/em> gut und <em>was<\/em> b\u00f6se ist. Paulus schreibt dann weiter von den Geboten als der inhaltlichen Abgrenzung von Gut und B\u00f6se, und drittens unseren Abschnitt von der zeitlichen Abgrenzung des jetzigen \u00c4ons.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zum Text (V. 11 bis 14)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Nacht ist vorger\u00fcckt, der Tag nahe herbeigekommen. Es d\u00e4mmert. Das Licht wird immer st\u00e4rker, die Nacht wird immer schw\u00e4cher. Der Widerstand des B\u00f6sen bzw. des Teufels ist zwecklos; Gott wird sich durchsetzen. Paulus braucht die Eschatologie, um die Liebe zu st\u00e4rken! Schlatter \u00fcberschreibt den Abschnitt mit \u201eDie reinigende Kraft der Hoffnung\u201c. \u201eSo ist nun die Liebe des Gesetzes Erf\u00fcllung \u2013 und das tut [deshalb], weil ihr die Zeit erkennt, n\u00e4mlich da\u00df die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf\u201c (V. 10f.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer Zeit, in der die autorit\u00e4ren Zugriffe auf die Privatsph\u00e4re und die Staatseingriff und \u2011\u00fcbergriffe auf das gesellschaftliche Leben immer dreister werden<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>, erkaltet die Liebe in besonderem Ma\u00dfe. Denn wenn der Staat sich barmherzig zeigen will, z.B. indem er massenhaft Migranten aufnimmt und sie dann integriert per Gesetz und Verordnung \u2013 also so, da\u00df der Einzelne zur Mitfinanzierung gezwungen ist, ob er will oder nicht, da tut die Mahnung des Paulus not. Seine Mahnung zur Barmherzigkeit gr\u00fcndet nicht auf einem staatlichen Gesetz, sondern auf den Geboten (Vergangenheit, V. 8 bis 10) und auf der Wiederkunft des Herrn zum Heil f\u00fcr alle, die ihn erwarten (V. 11 bis 14).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus ist gewi\u00df, da\u00df die Wiederkunft Christi rascher erfolgen wird, als alle vermuten. \u201eN\u00e4her als zur Zeit, als wir gl\u00e4ubig wurden\u201c: Wenn Paulus um 32\/33 n.Chr. zum Glauben kam und der Brief an die R\u00f6mer um 56 geschrieben wurde, sind ca. 25 Jahre vergangen. Wenn das Heil f\u00fcr Paulus und die R\u00f6mer bereits nach dieser kurzen Phase n\u00e4her ger\u00fcckt ist, um wieviel n\u00e4her ist es dann f\u00fcr uns, 2000 Jahre sp\u00e4ter? Phil 4,5: \u201eDer Herr ist nahe!\u201c Adolf Schlatter: \u201eSie wollen die Zeit nicht festhalten; denn je mehr von ihr vergeht, um so n\u00e4her ist ihnen das Heil; denn um so n\u00e4her ist die Erscheinung des Christus.\u201c[4]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die engste Parallele zu unserer Stelle steht in 1.Thess 5,5\u20138: &#8222;Ihr alle seid S\u00f6hne des Lichts und S\u00f6hne des Tages. Wir geh\u00f6ren nicht der Nacht und nicht der Finsternis. Darum wollen wir nicht schlafen wie die anderen, sondern wach und n\u00fcchtern sein. Denn wer schl\u00e4ft, schl\u00e4ft bei Nacht, und wer sich betrinkt, betrinkt sich bei Nacht. Wir aber, die dem Tag geh\u00f6ren, wollen n\u00fcchtern sein und uns r\u00fcsten mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Johannes beschreibt den neuen Himmel und die neue Erde und das neue Jerusalem als Wirklichkeit, in der Gott in der Mitte der Menschen wohnt, eine Wirklichkeit, in der es keine Nacht mehr gibt und in der Gottes Volk \u201eweder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne\u201c braucht, \u201edenn der Herr, ihr Gott, wird \u00fcber ihnen leuchten und sie werden herrschen in alle Ewigkeit\u201c (Offb 21,5; 22,5). Die \u201eFinsternis\u201c, die Paulus f\u00fcr das unverst\u00e4ndige Herz der Menschen konstatiert, die die Wahrheit Gottes durch Ungerechtigkeit niederhalten (R\u00f6m 1,21) und die die Juden f\u00fcr alle Heiden postulieren (2,19), ist sowohl theologisch-ethisch als auch heilsgeschichtlich gemeint.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> In der Finsternis geschehen die Werke, die unbeobachtet bleiben wollen \u2013 Diebstahl, Mord, Hurerei \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenden wir den kleinen Abschnitt auf unsere Lage an!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.) Geduld<br \/>\n<\/strong>Wir, die wir durch biblisch-theologische Arbeit mehr Einsicht in die Tiefenstrukturen von Sch\u00f6pfung und Geschichte empfangen durften als andere, sollten uns dar\u00fcber nicht stolz erheben. Was sind wir, was wir nicht empfangen haben? Wir sind durch Gnade herausgerissen, \u201eversetzt\u201c ins \u201eReich seines (Gottes) lieben Sohnes\u201c (Kol 1,13). Der Gott dieser Welt hat den Kindern der Finsternis den Sinn verblendet, \u201eda\u00df sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes\u201c (2.Kor 4,4). In der Begegnung ist Geduld angesagt: Die Geduld, die auch Gott bisher mit diesen Menschen hatte \u2013 und das Gebet um das kraftvolle, klare Wort, damit der <em>kairos<\/em> f\u00fcr sie eintreten kann.<br \/>\n<strong>2.) Neue Trennungen, neue Verbindungen<br \/>\n<\/strong>Die Zivilreligionsthematik hatte sich bereits vor 2020 zugespitzt, aber in der Corona-Zeit einen neuen Schub erhalten. Vielleicht wird sich diese Zeit r\u00fcckblickend sogar als Segen erweisen, indem sie dazu gef\u00fchrt hat, da\u00df innerhalb der Christenheit Vernetzungen entstanden sind und nat\u00fcrlich auch Trennungen sichtbar wurden, die weniger entstanden w\u00e4ren, h\u00e4tte der Proze\u00df nur schleichend stattgefunden. Corona hat etwas \u201eRuckartiges\u201c mit sich gebracht, das viele aufgeschreckt hat. Das Ruckartige k\u00f6nnte sich positiv in einer breiteren Ern\u00fcchterung \u00fcber die \u00dcberdehnung des Staates zeigen, negativ aber darin, da\u00df die neuen Kontrollm\u00f6glichkeiten von tempor\u00e4ren zu dauerhaften Einrichtungen verstetigt werden.<br \/>\n<strong>3.) Die Offenlegung der Bresche<br \/>\n<\/strong>Die Corona-Ma\u00dfnahmen haben die ungeistliche Haltung derjenigen Verantwortungstr\u00e4ger in Staat und Kirche entlarvt, denen zur Rettung des Leibes, zur Rettung des irdischen Wohlstands fast jedes Mittel recht ist. Es ist die Tyrannei des Wohlstands, die aufgedeckt wurde: Regierungen kommen einem vor wie Affen, die die Hand in eine Dose voller N\u00fcsse gesteckt haben. Mit der Hand umschlie\u00dfen sie die N\u00fcsse, kriegen aber die Hand nicht mehr aus der Dose heraus! \u201eEhrbar leben wie am Tage \u2026 sorgt f\u00fcr euren Leib nicht so, da\u00df ihr den Begierden verfallt\u201c (V. 13). Das Virus f\u00fchrt vor Augen: Wir sind sterblich. Der Aufbau des irdischen Schlaraffenlandes, der Homo Deus (Y.N.Harari) ist Utopie. Wir m\u00fcssen doch sterben und durch Leiden zur Herrlichkeit eingehen. Corona deckt die Bresche in unseren Luftschl\u00f6ssern auf: n\u00e4mlich den unentrinnbaren Tod. Der Staat treibt die Steigerung der Lebenserwartung mit allen noch verf\u00fcgbaren Mitteln voran. Gronemeyer titelte einmal: \u201eDas Leben als letzte Gelegenheit\u201c (Darmstadt 1993, 171 S.). Jetzt mobilisiert man gewaltige finanzielle Ressourcen, f\u00fcr die erst die n\u00e4chste Generation bezahlen mu\u00df.<br \/>\n<strong>4.) Unversiegliche Freude <\/strong><br \/>\nDie Schrift weckt in uns eine \u201eKraft durch Freude\u201c, wie sie die Welt nicht geben kann. Die Freude <em>am<\/em> Herrn ist eure St\u00e4rke, sagt Esra (Neh 8,10), und es ist eine Freude <em>im<\/em> Herrn (Jes 61,10; Joel 2,23; Phil 4,4 u.a.). <em>Christus in uns \u2013 die Hoffnung der Herrlichkeit<\/em>, sagt Paulus einmal (Kol 1,27), und Johannes: <em>Der in euch ist, ist st\u00e4rker als der, der in der Welt ist<\/em> (1.Joh 4,4). Wir haben den <em>Anker<\/em> der Hoffnung, <em>der hineinreicht hinter den Vorhang<\/em> (Hebr 6,19). Weil den Weltmenschen dieser Anker fehlt, sind sie so verzweifelt, und so leicht von der Panik ansteckbar. So lautet unsere Botschaft: Habt nicht Angst vor dem winzigen Virus, habt nicht Angst vor dem, der den Leib t\u00f6ten kann, sondern Furcht und Respekt vor dem gewaltigen Gott, der Leib und Seele verderben kann in der H\u00f6lle (Mt 10,28)! Vor irgendetwas hat der Mensch immer Angst, auf irgendetwas hofft er immer. Wenn wir noch einen priesterlichen Dienst am Volk vollziehen d\u00fcrfen, dann soll es die Beugung sein \u2013 selbst vollzogene und f\u00fcr andere gepredigt \u2013 vor dem, der den Tod als der S\u00fcnde Sold verh\u00e4ngt, aber die durch das Blut Jesu Erkauften in das ewige Leben rettet.<br \/>\n<strong>5.) Sorgt f\u00fcr den Leib nicht so, da\u00df er den Begierden verf\u00e4llt!<em><br \/>\n<\/em><\/strong>Von einem italienischen Atheisten, dem Philosophen Giorgio Agamben, m\u00fcssen wir uns wieder zurufen lassen: Die Gesellschaft glaubt an nichts mehr au\u00dfer ans nackte Leben; dem wird alles geopfert. \u201eDie Kirche unter einem Papst, der sich Franziskus nennt, hat vergessen, dass Franziskus die Leprakranken umarmte. Sie hat vergessen, dass eines der Werke der Barmherzigkeit darin besteht, die Kranken zu besuchen. Sie hat vergessen, dass die Martyrien die Bereitschaft lehren, eher das Leben als den Glauben zu opfern, und dass auf den eigenen N\u00e4chsten zu verzichten bedeutet, auf den Glauben zu verzichten.\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Wir wissen jetzt: Die gemeinsame Angst, alles zu verlieren, f\u00fchrt nicht zur Verbindung, sondern zur Trennung der Menschen. Gleichzeitig wird vom Staat erhofft, die Krise zu bew\u00e4ltigen. Je getrennter die Menschen sind, desto m\u00e4chtiger ist der Staat. Die Folgen f\u00fcr die Gemeinde liegen auf der Hand: Wenn die Gesundheit des Leibes wichtiger als Gottesdienst ist, werden sich die Reste des lokalen Sonntagsgottesdienstes aufl\u00f6sen (\u201esocial distancing\u201c). Die Wahrnehmung der Stadtkirchen wird sich immer mehr reduzieren darauf, nur noch Veranstaltungsorte f\u00fcr Kasualien zu sein. Der Eindruck wird gef\u00f6rdert, da\u00df die Kirche als <em>Institution<\/em> ebenso wie ihr Kirchen<em>geb\u00e4ude<\/em> nur f\u00fcr Amtshandlungen relevant ist. Damit nimmt die Gemeinschaft unter den Gl\u00e4ubigen ab, weil sie sich nicht begegnen, die Kollekten nehmen ab, die Bereitschaft, f\u00fcr den Schmuck und erst recht f\u00fcr den Bauunterhalt der Kirche zu sorgen. Nicht zuletzt verlieren wir den Blick f\u00fcr den Gottesdienst als Ort des Opfers: Das Opfer eines minimalen Weges unseres Leibes dorthin und das Opfer meines dorthin gebrachten Verm\u00f6gens in ein gr\u00f6\u00dferes Ganzes hinein.<br \/>\n<strong>6.) Legt die Waffen des Lichts an<\/strong> <strong>(V. 12):<\/strong><br \/>\nWas wir verk\u00f6rpern und was wir bezeugen, sind nicht einfach <em>Dinge<\/em>, die f\u00fcr sich bleiben k\u00f6nnten. Wir sind mit Leib, Tat und Wort nicht einmal einfach nur <em>Werkzeuge<\/em>, mit denen an einem leblosen Gegenstand gearbeitet w\u00fcrde. Paulus spricht vielmehr von <em>Waffen<\/em>. Denn in und um und durch uns wird der Kampf gek\u00e4mpft, der \u00fcber die Ewigkeit entscheidet. Dieser Ewigkeitscharakter unseres Kampfes gibt unserem ganzen Leben Gewicht, Sinn, und das neue Lied.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Thema Kampf noch dieses im sog. Kirchenkampf entstandene Lied von Heinrich Vogel (der Text wurde in W\u00fcrttemberg 1953 noch ins damals neue Gesangbuch aufgenommen (EKG, w\u00fcrtt. Regionalteil), sp\u00e4ter aber aus dem neuen Gesangbuch (EG) eliminiert).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir beten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>1. Hie Wort des Herrn und Christenschwert! <\/em><em>Der Feind steht in den Mauern.<br \/>\n<\/em><em>So nehmt den Helm des Heils und wehrt <\/em><em>ihm ohne Furcht und Trauern!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>2. <\/em><em>Zerschlagt das falsche G\u00f6tterbild, <\/em><em>von Menschenwahn erschaffen,<br \/>\n<\/em><em>zerschmettert mit des Glaubens Schild <\/em><em>des Feindes hohle Waffen!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>3. Sie wollen ihres Herzens Wahn <\/em><em>mit Gottes Namen schm\u00fccken;<br \/>\n<\/em><em>Gott lasse des Versuchers Plan <\/em><em>bei unser keinem gl\u00fccken.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>4. Und wenn das Recht wie Rohr zerbricht <\/em><em>und Unrecht Recht will hei\u00dfen,<br \/>\n<\/em><em>so bleibt doch wahr des Herrn Gericht <\/em><em>und straft das falsche Glei\u00dfen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a05. <\/em><em>Nun lasst sie locken oder drohn <\/em><em>und steht nur ungebrochen!<br \/>\n<\/em><em>Im Himmel ist das Urteil schon <\/em><em>dem falschen Geist gesprochen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a06. <\/em><em>So gebt dem Frieden Gute Nacht, <\/em><em>weil Gott den Kampf befohlen;<br \/>\n<\/em><em>Gott wird euch mitten in der Schlacht <\/em><em>in seinen Frieden holen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a07. <\/em><em>Wir m\u00fcssen uns bis in den Tod <\/em><em>mit S\u00fcnd und Satan schlagen.<br \/>\n<\/em><em>O hilf, Herr Christ, uns in der Not, <\/em><em>dass wir nicht gar verzagen!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a08. <\/em><em>Bewahre uns vor falschem Traun <\/em><em>auf Fleisch und Blut und M\u00e4chte;<br \/>\n<\/em><em>sei unser Trost in allem Graun, <\/em><em>erhelle unsre N\u00e4chte.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a09. <\/em><em>O Herr, dem falschen, fremden Wort <\/em><em>lass unser Ohr ertauben,<br \/>\n<\/em><em>und \u00f6ffne, unser Heil und Hort, <\/em><em>uns deinem Wort zum Glauben!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a010. <\/em><em>O lieber Gott, tritt f\u00fcr uns ein, <\/em><em>mach uns zu deinen Zeugen,<br \/>\n<\/em><em>dass wir bis in den Tod allein <\/em><em>vor dir die Kniee beugen!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Heinrich Vogel, 1902\u20131989. W\u00fcrttembergischer Teil des EKG 1953, Nr. 474; EG: \u2013)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Zum Imperativ Passiv vgl. St\u00e4hlin, Wilhelm: Eine griechische Verbalform und ihre Tragweite, in: K\u00f6berle, Adolf (Hg.): Symbolon. Bd. 1: Vom gleichnishaften Denken: zum 75. Geburtstag, Stuttgart 1958, 80\u201389; Felber, Stefan: Der Christ:\u00a0In der Welt, doch nicht von der Welt. Vortrag bei der Arbeitsgemeinschaft Bekennende Gemeinde [Bielefeld 27.10.2018], in: Informationsbrief der Bekenntnisbewegung 315\u00a0(April) und 316\u00a0(Juni) (2019), 13\u201320 bzw. 13\u201316.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Sogar schon sehr lange! Vgl. Konrad Adenauer: \u201eDas deutsche Volk krankt seit vielen Jahrzehnten in allen seinen Schichten an einer falschen Auffassung vom Staat, von der Macht, von der Stellung der Einzelperson. Es hat den Staat zum G\u00f6tzen gemacht und auf den Altar erhoben. Die Einzelperson, ihre W\u00fcrde und ihren Wert hat es diesem G\u00f6tzen geopfert. [&#8230;] Deutschland ist eines der religionslosesten und unchristlichsten V\u00f6lker Europas. Das war es schon vor 1914. Obwohl die Berliner manche wertvollen Eigenschaften aufwiesen, habe ich damals schon immer in Berlin das Gef\u00fchl gehabt, in einer heidnischen Stadt zu sein.\u201c (Konrad Adenauer. Rede am 24. M\u00e4rz 1946 in der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Ausz\u00fcge.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. Roland Baader: \u201eEin Staat, der neben dem Milit\u00e4r, der Polizei und der Justiz \u2013 also neben seinen origin\u00e4ren Machtinstrumenten \u2013 das gesamte Gesundheitswesen, das gesamte Erziehungs- und Bildungswesen, die Altersversorgung der Bev\u00f6lkerung, einen gro\u00dfen Teil der Arbeitspl\u00e4tze und die H\u00e4lfte der Einnahmen- und Ausgabenstr\u00f6me der Volkswirtschaft unter seiner Regie hat, der hat so gut wie das ganze Leben der B\u00fcrger unter Kontrolle und Kuratel. Hinter dem Etikett \u201aSozialstaat\u2018 verbirgt sich der reine Machtstaat, der sozial maskierte Totalitarismus und der freiheitlich camouflierte Sozialismus.\u201c Roland Baader, Fauler Zauber, 1997, S. 146.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Adolf Schlatter, Gottes Gerechtigkeit: Ein Kommentar zum R\u00f6merbrief, Stuttgart: Calwer Verlag, <sup>6<\/sup>1991, 359.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Nach Eckhard J. Schnabel <em>nur<\/em> theologisch-ethisch (Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer: Kapitel 6\u201316, Witten\/Giessen 2016, 718\u2013719), aber V. 11b hat deutlich auch die heilsgeschichtliche Dimension im Blick.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/coronavirus-giorgio-agamben-zum-zusammenbruch-der-demokratie-ld.1551896\">https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/coronavirus-giorgio-agamben-zum-zusammenbruch-der-demokratie-ld.1551896<\/a> (26.04.2020).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>11 Und das tut, weil ihr die Zeit erkennt, n\u00e4mlich da\u00df die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt n\u00e4her als zu der Zeit, da wir gl\u00e4ubig wurden. 12 Die Nacht ist vorger\u00fcckt, der Tag aber nahe herbeigekommen. 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