{"id":18070,"date":"2021-05-27T10:29:32","date_gmt":"2021-05-27T08:29:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18070"},"modified":"2021-07-26T14:35:46","modified_gmt":"2021-07-26T12:35:46","slug":"kirche-corona-und-staat-man-muss-gott-mehr-vertrauen-als-den-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18070","title":{"rendered":"Kirche, Corona und Staat: Man mu\u00df Gott mehr vertrauen als den Menschen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/youtu.be\/oGuLXkUBow4\">Sehen Sie hier die Videoaufzeichnung des Vortrages.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Die \u201eOberen\u201c in der Bibel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eEs ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf F\u00fcrsten\u201c <\/em>(Ps 118,9). <em>\u201eVerlasset euch nicht auf F\u00fcrsten; sie sind Menschen, die k\u00f6nnen ja nicht helfen. Denn des Menschen Geist mu\u00df davon, und er mu\u00df wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine Pl\u00e4ne\u201c<\/em> (Ps 146,3; vgl. Jes 31,3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcrsten sind Menschen. Ihre Pl\u00e4ne sind verg\u00e4nglich wie von allen Normalsterblichen. Auch F\u00fcrsten sind auf Hilfe angewiesen. Sie sind sterblich und werden vor demselben Richter stehen wie alle Menschen. Das mag selbstverst\u00e4ndlich klingen. Es war aber die biblische Offenbarung, die uns zu diesem Realismus geholfen hat. Ein realistischer, und d.h. immer auch: ein kritischer Blick auf die Obrigkeiten ist n\u00e4mlich \u00fcberhaupt nicht selbstverst\u00e4ndlich. Und je mehr die Kenntnis der biblischen Offenbarung verloren geht, desto vertrauensseliger sind viele Menschen gegen\u00fcber der Obrigkeit. Je st\u00e4rker das Christentum in Europa zur\u00fcckweicht, desto st\u00e4rker wird der Staat.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der franz\u00f6sische Philosoph Michel Foucault (1926\u20131984) sprach von der <strong>wachsenden Pastoralmacht des Staates<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/strong>: Im 19. Jh. waren die Bildungs- und Sozialeinrichtungen meist noch in kirchlicher Hand. Im 20. Jh. hat der Staat diese nach und nach \u00fcbernommen. Der Sozialstaat wird st\u00e4rker, die freien Tr\u00e4ger schw\u00e4cher. Mutter Kirche hat abgenommen, Vater Staat hat zugenommen. Doch ist es weise, da\u00df wir unsere Bildung, unsere Absicherung in die H\u00e4nde von Vater Staat legen? Dieter Nuhr, der ZDF-Kabarettist, meinte k\u00fcrzlich, Angela Merkel h\u00e4tte die Bezeichnung \u201eMutti\u201c wohl zu w\u00f6rtlich verstanden, denn jetzt d\u00fcrfe er, obwohl erwachsen, nach 22 Uhr nicht mehr raus. Und wenn Annalena Baerbock nachfolge, so f\u00fcrchtet Dieter Nuhr, dann wird auch noch das Taschengeld gek\u00fcrzt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Spa\u00df beiseite. Es ist dem Psalmbeter h\u00f6chster Ernst und zugleich h\u00f6chste Freude zu bekennen: <em>\u201eEs ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf F\u00fcrsten.\u201c <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich war vergangenen Montag und Dienstag bei einer Tagung der Theologischen Fakult\u00e4t Basel zum Verh\u00e4ltnis von Religion und Politik. Da sagte ein Nationalrat, ein hoher Politiker der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz: Unsere Freiheit ist menschengemacht \u2013 entsprechend gro\u00df ist unsere Verantwortung. Mit anderen Worten: Es liegt alles am Menschen. Das Problem ist: Wenn der Mensch sich selbst frei macht, dann kann er sich auch wieder unfrei machen. Wer wollte ihn daran hindern? Diese Konsequenz war dem Nationalrat offenbar nicht bewu\u00dft. In einer kurzen Publikumsdiskussion verwies ich darauf, da\u00df die Freiheit des Menschen ihre Wurzeln im Christentum, letztlich bei Gott hatte und hat. Keine der 57 islamisch gepr\u00e4gten Nationen, keine hinduistisch gepr\u00e4gte, schon gar keine sozialistisch gepr\u00e4gte Nation gew\u00e4hrt dem Einzelnen so viel Entfaltungsfreiheit wie die christlich gepr\u00e4gten L\u00e4nder!<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Darauf sagte der Nationalrat: Es gibt schon <em>religi\u00f6se<\/em> Wurzeln unserer Freiheit, aber die seien auch menschengemacht \u2026 Mit anderen Worten: Ist einmal unsere Freiheit, unser Friede, unser Wohlstand bedroht, dann mu\u00df ich doch wieder auf Menschen hoffen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, liebe Geschwister, NEIN! <em>\u201eEs ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf F\u00fcrsten!\u201c \u201eVerlasset euch nicht auf F\u00fcrsten; sie sind Menschen, die k\u00f6nnen ja nicht helfen. Denn des Menschen Geist mu\u00df davon, und er mu\u00df wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine Pl\u00e4ne.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Blick der Bibel auf alle Obrigkeit ist viel kritischer und irdischer, als man das von der Umwelt Israels her erwarten w\u00fcrde<\/strong>. H\u00e4tte Gott nicht zu Mose und den Propheten des Alten Testaments gesprochen, so w\u00e4ren auch Israels F\u00fcrsten zu stolzen, goldbeh\u00e4ngten Halbg\u00f6ttern geworden. So war es n\u00e4mlich \u00fcberall in der Umwelt Israels. Denn wie tickten die K\u00f6nige, die das junge Volk Israel in \u00c4gypten kennenlernte? \u00dcber 3000 Jahre hinweg priesen sich die \u00e4gyptischen Pharaonen als Verk\u00f6rperung des Hauptgottes Amun-Re. Die \u00e4gyptischen K\u00f6nige beanspruchten, von oben nach unten zu kommen. Bei jeder Thronbesteigung wurde \u00f6ffentlich verk\u00fcndet: Ein Sohn des Re hat den Thron bestiegen! Die Pharaonen sahen sich an als gezeugt aus der himmlischen Welt und sie glaubten, am Ende ihres Lebens in die himmlische Welt erhoben zu werden. Dann wurden sie als G\u00f6tter verehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das also, liebe Freunde, war das Land, das war der geistige Horizont, aus dem Gott das Volk Israel erl\u00f6st und herausgef\u00fchrt hat. Gerade diese K\u00f6nigsideologie bot den Rahmen der Knechtschaft in \u00c4gypten. <em>\u201eIch bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus \u00c4gyptenland, aus der Knechtschaft, gef\u00fchrt habe. Du wirst\/sollst keine anderen G\u00f6tter haben neben mir\u201c<\/em> (2.Mose 20,1f.). Wenn wir uns vor Augen halten, was f\u00fcr ein hochentwickeltes System von Staatsreligion die \u00c4gypter pflegten, wird klar, wie befreiend das Mosegesetz f\u00fcr das Volk Israel gewirkt hat. Und es wird klar, warum die Psalmen dieses Gesetz als so wunderbar befreiend und belebend, erfreuend und erleuchtend preisen. Es wird klar, warum auch das Neue Testament uns dieses Gesetz nicht madig, sondern lieb und erst verst\u00e4ndlich macht, ja zeigt, wie es recht zu gebrauchen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schauen wir einmal ins K\u00f6nigsgesetz, 5.Mose 17! Das Israel, das gerade die \u00e4gyptische Obrigkeit und ihre Selbststilisierung zur Gen\u00fcge kennengelernt hatte, h\u00f6rte vor dem Einzug nach Kanaan im Mosegesetz: Wenn du einen K\u00f6nig haben willst, sollst du <u>einen von deinen Br\u00fcdern<\/u> zum K\u00f6nig machen, <em>\u201enicht irgendeinen Ausl\u00e4nder, der nicht dein Bruder ist\u201c<\/em> (V. 15). Das war nicht Rassismus, sondern Realismus: Es mu\u00dfte einer sein, der mit Israel aufgewachsen ist, der seine Traditionen und seinen Glauben kannte und teilte. Also einer von deinen Br\u00fcdern, einer aus deinem Volk. Mit anderen Worten: Die K\u00f6nige fielen nicht vom Himmel, sondern wurden von unten nach oben berufen. Und so kam es: K\u00f6nig <strong>Saul<\/strong> wurde berufen, als er die Esel seines Vaters suchte. \u201aVon einem, der auszog, Esel zu suchen, und ein K\u00f6nigtum fand\u2018 (1.Sam 9)! K\u00f6nig <strong>David<\/strong> empfing seine Berufung, als er die Schafe h\u00fctete. Er, der kleinste in der Familie, w\u00e4re beinahe von allen anderen vergessen worden, als der Prophet Samuel zur Familie kam und den Auserw\u00e4hlten suchte. David spricht sein Volk an mit <em>\u201eMeine Br\u00fcder und mein Volk\u201c<\/em> (1.Chronik 28,2). Er wurde von der Schafherde geholt und als der kleinste \u2013 <em>\u201ees ist noch \u00fcbrig der j\u00fcngste\u201c<\/em> (1.Samuel 16,11) \u2013 ins K\u00f6nigshaus berufen. <em>\u201eIch habe dich von der Weide hinter den Schafen weggenommen, da\u00df du ein F\u00fcrst \u00fcber mein Volk Israel sein solltest\u201c<\/em>: Das steht zweimal in der Bibel (2.Sam 7,8; 1.Chr 17,7), au\u00dferdem gibt es noch Echos davon in den Psalmen, im Buch Exodus, in den Samuelb\u00fcchern, bei Hesekiel, Micha und Amos<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> \u2013 Stellen, die wir allzu leicht \u00fcberlesen, weil uns die Menschlichkeit des K\u00f6nigs so selbstverst\u00e4ndlich geworden ist. Die unabh\u00e4ngigen Propheten ermahnten die K\u00f6nige des Nordreiches Israel zur Bescheidenheit, z.B. K\u00f6nig Bascha: <em>\u201eWeil ich dich <u>aus dem Staub<\/u> <\/em>[also nicht nur von der Herde, sondern noch tiefer!]<em> erhoben habe und zum F\u00fcrsten gemacht \u00fcber mein Volk Israel und du doch wandelst in dem Wege Jerobeams und mein Volk Israel s\u00fcndigen machst, da\u00df sie mich erz\u00fcrnen durch ihre S\u00fcnde, siehe, so will ich ausrotten Bascha und sein Haus und will dein Haus machen wie das Haus Jerobeams \u2026\u201c <\/em>(1.K\u00f6n 16,2f.; vgl. 14,7).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zwischenergebnis:<\/strong> Der K\u00f6nig Israels war ein normales Mitglied des Volkes. Kein \u00dcbermensch!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>M\u00f6glicher Einwand:<\/strong> Auch im Alten Testament finden wir eine Vorstellung von der Gottessohnschaft des K\u00f6nigs, und auch dort an prominenter Stelle. Es ist die sogenannte Nathanweissagung an David:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2.Sam 7,14\u201315: <em>\u201eIch will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Wenn er s\u00fcndigt, will ich ihn mit Menschenruten und mit menschlichen Schl\u00e4gen strafen; aber meine Gnade soll nicht von ihm weichen, wie ich sie habe weichen lassen von Saul, den ich vor dir weggenommen habe.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Haben sich die K\u00f6nige seit David also doch zu so einer Art G\u00f6ttlichkeit aufgeschwungen wie die \u00e4gyptischen Kollegen? Keineswegs. Denn was lesen wir hier? Im gleichen Atemzug, in dem die Adoption des Inthronisierten zum Sohn Gottes verhei\u00dfen wird, taucht auch schon das Problem seiner S\u00fcnde und die Notwendigkeit seiner Z\u00fcchtigung auf. Es wird von vornherein erwartet, da\u00df das Leben des K\u00f6nigs bis zum Tod ganz in irdischen Bahnen verl\u00e4uft und auch irdisch endet. Der Pharao kehrt nach seinem Tod zu seinem himmlischen Vater zur\u00fcck und wird dann g\u00f6ttlich verehrt. Im Alten Testament hingegen findet sich nichts von <em>postmortaler Verkl\u00e4rung oder Anbetung <\/em>des K\u00f6nigs. Schon gar nicht finden wir eine h\u00f6fliche <em>Zur\u00fcckhaltung der Propheten oder<\/em> <em>Priester<\/em>, weil der K\u00f6nig wegen seiner \u201eG\u00f6ttlichkeit\u201c nicht kritisierbar w\u00e4re. Und wenn sie zur\u00fcckhaltend waren, dann vers\u00fcndigten sich Propheten und Priester, wie u.a. die B\u00fccher Hosea und Jeremia zeigen! Also ganz im Gegenteil! <strong>Die S\u00fcnden und Torheiten der K\u00f6nige Israels werden schamlos protokolliert.<\/strong> David schreibt sogar selbst dar\u00fcber (Bu\u00dfpsalm Ps 51, vgl. 32). Auch die besten K\u00f6nige (man denke nur an Salomo) sind von Fleisch und Blut, gieren nach Geld und Sex, f\u00fcrchten die Feinde mehr als den Herrn, waren voller Angst und voller Sorge um ihr Image. Deshalb konnten sie ja so gef\u00e4hrlich werden \u2013 und deshalb hatten die Propheten alle H\u00e4nde voll zu tun, sie zum Gesetz Gottes zur\u00fcck zu f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt noch mehr Gr\u00fcnde, die uns n\u00f6tigen, das kritische Bild der Obrigkeit, das wir von der Bibel empfangen, von ihren heidnischen Gegenst\u00fccken scharf zu unterscheiden. Ich nenne noch drei! Den ersten habe ich bereits angedeutet, m\u00f6chte ihn aber noch ein wenig ausf\u00fchren: Die Sohn-Gottes-Beziehung des K\u00f6nigs ist ihm nicht von Geburt an gegeben. Das \u201e<strong>Heute<\/strong> habe ich dich gezeugt\u201c in Ps 2,7 bezieht sich auf die Einsetzung des K\u00f6nigs in sein Amt (V. 6). Der K\u00f6nig darf seine besondere Beziehung zu Gott erst mit seiner Einsetzung glauben, dann aber auch bezeugen. In Ps 2,6\u20137 h\u00f6ren wir, wie Gott spricht (ausdr\u00fccklich gegen das Toben der V\u00f6lker gerichtet):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u00bbIch aber habe meinen K\u00f6nig eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.\u00ab\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann \u2013 ein Dialog zwischen Gott und K\u00f6nig! \u2013 spricht der eingesetzte K\u00f6nig:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eKundtun will ich den Ratschlu\u00df des Herrn. Er hat zu mir gesagt: \u00bbDu bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.\u00ab\u201c (Ps 2,6f.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also: Der Zionsk\u00f6nig ist nur durch Adoption, nicht von Ewigkeit her Sohn Gottes \u2013 das bleibt Jesus Christus vorbehalten, der die Sohneszusage erst im vollen Sinne erf\u00fcllt (Hebr 1,5f.; 5,5f.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Professor f\u00fcr Altes Testament hielt mir dazu entgegen, Psalm 2 habe einen ph\u00f6nizischen Mythos \u00fcbernommen. Ich fragte ihn, ob der unmittelbare Kontext im Psalm f\u00fcr die Deutung nicht relevanter seist als die Hypothese von einem ph\u00f6nizischen Mythos. Seine kurze Antwort lautete: \u201eWeil es mythisch ist\u201c. Also weil die Rede von einer <em>Zeugung<\/em> auch anderswoher als Mythos bekannt sei, m\u00fcsse es in Ps 2 ebenfalls mythisch \u2013 Gott als physischer Vater des K\u00f6nigs \u2013 gemeint sein. Nun, ich halte das nicht f\u00fcr \u00fcberzeugend. Der Zusammenhang spricht klar von der Einsetzung, der Inthronisation des K\u00f6nigs auf dem Zion. Der K\u00f6nig hat das \u201eHeute\u201c der Einsetzung als Wort \u00fcber sich \u2013 also als h\u00f6r- und sprachf\u00e4higer Mensch (nicht als F\u00f6tus oder gar vorgeburtlich) \u2013 selbst geh\u00f6rt und kann es nun bezeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist das \u201eHeute\u201c, und damit ist auch die \u201eZeugung\u201c an dieser Stelle zu verstehen wie das Zum-Glauben-Kommen durch das Wort Gottes, das ja im Neuen Testament ebenfalls als zeugender Same bezeichnet wird (1.Petr 1,23\u201325).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der zweite Beleg daf\u00fcr, da\u00df das Alte Testament es verbietet, den K\u00f6nigen G\u00f6ttlichkeit zuzuschreiben, liegt in den <strong>Namen der K\u00f6nige Israels<\/strong>. Diese Namen dr\u00fccken ein Handeln Gottes <em>am<\/em> K\u00f6nig oder sonst eine frommes Zeugnis aus, aber nie seine G\u00f6ttlichkeit oder Verehrungsw\u00fcrdigkeit. \u201eHiskia\u201c etwa bedeutet \u201eJahwe st\u00e4rkt ihn\u201c, \u201eJoschafat\u201c: \u201eJahwe schafft Recht\u201c, \u201eJotam\u201c: \u201eJahwe ist vollkommen\u201c usw. Am n\u00e4chsten kommen der \u00e4gyptischen Vorstellung noch \u201eAbia\u201c: \u201eJahwe ist (mein) Vater\u201c, vergleiche auch den Heerf\u00fchrer \u201eJoab\u201c: \u201eJahwe ist Vater\u201c. Ganz anders die \u00e4gyptischen K\u00f6nige: Ihre Namen enthielten immer ein \u201eRe\u201c: Re ist im K\u00f6nig erschienen. Ein Beispiel: Um der Zersplitterung des Landes zu wehren, nannte sich der letzte K\u00f6nig der 2. Dynastie \u201eHorus-Seth Chasechemui\u201c (ca. 2684\u20132657 v. Chr.). Er verband die G\u00f6tternamen Seth und Horus mit seinem eigenen Namen und behauptete so: Die beiden M\u00e4chte sind \u2013 in mir! \u2013 erschienen. Entsprechend hie\u00df die K\u00f6nigin \u201eDie Horus und Seth schaut\u201c. Oder: Die bedeutendste Herrscherpers\u00f6nlichkeit der 12. Dynastie war Sesostris I. (ca. 1956\u20131910 v. Chr.), \u201eder Mann der m\u00e4chtigen G\u00f6ttin\u201c usw. usf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und hier der letzte Grund f\u00fcr die Nichtg\u00f6ttlichkeit der Obrigkeitspersonen: Der <strong>\u201eSohn Gottes\u201c-Begriff<\/strong> ist im Alten Testament, bevor er auf den K\u00f6nig Anwendung findet, l\u00e4ngst anderweitig besetzt: Die Beziehung des ganzen Volkes Israel zu Jahwe ist das der Sohnschaft, und Jahwe ist sein Vater. Das kommt in fr\u00fcheren und in weit mehr Belegstellen zum Ausdruck als in denen f\u00fcr den K\u00f6nig!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2.Mose 4,22f.:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eUnd du sollst zu ihm sagen: So spricht der Herr: <strong>Israel ist mein erstgeborener Sohn<\/strong>;<br \/>\nund ich gebiete dir, da\u00df du meinen Sohn ziehen l\u00e4\u00dft, da\u00df er mir diene.<br \/>\nWirst du dich weigern, so will ich deinen erstgeborenen Sohn t\u00f6ten.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Dies wird ausgerechnet dem Pharao ausgerichtet, der sich selbst als Sohn Gottes verherrlichen lie\u00df!)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das reiche Zeugnis des Neuen Testaments von der Kindschaft aller Gl\u00e4ubigen zu Gott, ihrem Vater, und vom k\u00f6niglichen Priestertum der Gemeinde wird hier vorbereitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Joh 1,12f.: <em>\u201eWie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Grund und Grenze der Obrigkeit nach R\u00f6mer 13<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was von diesem Abschnitt sattsam bekannt ist und allzu oft zitiert wird, ist der Gehorsam. Jeder sei untertan \u2026 \u00a0Haben wir uns eine bequeme Untertanenhaltung angew\u00f6hnt? Sehen wir genauer hin, ergibt sich ein differenziertes Bild.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist \u00fcbrigens interessant: Gegen die 68er und die Anarchisten haben die Christen noch den Gehorsam gegen\u00fcber dem Staat verteidigt. Jetzt, wo die 68er in der Regierung sitzen, m\u00fcssen wir uns klar machen, da\u00df man der Regierung eben nicht unkritisch vertrauen kann!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was sagt nun Paulus in R\u00f6mer 13 \u00fcber die Obrigkeit? Ich fasse mich kurz und fokussiere auf zwei Dinge: Er <strong>begr\u00fcndet<\/strong> <strong>die obrigkeitliche Kompetenz<\/strong> (das war Teil unserer Verteidigung gegen diejenigen, die die Regierung umst\u00fcrzen wollten, v.a. von politisch linker Seite) und <strong>grenzt sie zugleich ein<\/strong> \u2013 das brauchen wir heute, wo die 68er an der Macht sind, das brauchte die Bekennende Kirche, als die Nationalsozialisten an der Macht waren.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Die <strong>Begr\u00fcndung<\/strong>: Die Obrigkeiten sind von Gott eingesetzt. Das gilt sogar f\u00fcr Kaiser Nero (regierte 54\u201368 n.\u00a0Chr.). Dessen Greuel geschahen zwar erst nach Abfassung des Briefes (56 oder 58 n.\u00a0Chr., Brand Roms 64 n.\u00a0Chr.), aber zur Macht kam er, nachdem seine Mutter Agrippina seinen Vorg\u00e4nger und Adoptivvater Klaudius hatte vergiften lassen. Er kam also durch Mord zur Macht. Auch der neue Statthalter der Provinz Syrien, der Paulus durch Antiochia verbunden ist, verdankte seine Stellung der Vergiftung des Vorg\u00e4ngers (Tacitus). \u00c4hnliches w\u00e4re von Tiberius u.a. zu berichten. Dennoch: \u201ees sind keine Obrigkeiten au\u00dfer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet\u201c (V. 1). Wenn also diese korrupten und unterdr\u00fcckerischen Regime von Gott sind, dann sind <em>alle<\/em> Regierungen zun\u00e4chst einmal durch den Willen Gottes an die Macht gelangt. Im Sinne der meisten modernen Versuche, die Macht des Staates zu begr\u00fcnden, z.B. durch den Willen des Volkes, ist diese Einsetzung also nicht zu verstehen. Es liegt, sagt Luther, \u201eGott nichts daran, wo ein Reich herkommt, er will\u2019s dennoch regiert haben\u201c!<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/li>\n<li>Die <strong>Eingrenzung<\/strong>: Obrigkeiten sind Diener und erhalten <em>Autorit\u00e4t<\/em> von Gott dazu, da\u00df sie das <em>Recht<\/em> durchsetzen, notfalls mit einem speziellen Werkzeug, das der Kirche nach dem vorangehenden Abschnitt (R\u00f6m 12) gerade nicht zur Verf\u00fcgung steht: dem Schwert (<em>potestas gladii<\/em>). Mit \u201edas Recht\u201c kann nicht jedes beliebige, von Menschen gesetzte (\u201epositive\u201c) Recht gemeint sein. Vielmehr geht es um die objektiven Vorgaben (oder zumindest den Rahmen) der Sch\u00f6pfungsordnung, die in den Zehn Geboten konkretisiert sind (vgl. 13,8\u201310).<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> <strong>Die Obrigkeit hat eben nicht neu zu definieren, welche Handlungen gut oder b\u00f6se seien. Dies ist ihr vielmehr vorgegeben.<\/strong> Sie soll diejenigen belohnen, die Gutes tun, und die bestrafen, die B\u00f6ses tun (13,4). Diese Kompetenz setzt auch Johannes der T\u00e4ufer voraus, wenn er r\u00f6mischen Soldaten sagt: <em>\u201eTut niemandem Gewalt oder Unrecht und la\u00dft euch gen\u00fcgen an eurem Sold\u201c<\/em> (Lk 3,14)<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>, ebenso Jesus, wo er an Recht und Logik appelliert: <em>\u201eHabe ich \u00fcbel geredet, so beweise, da\u00df es \u00fcbel ist; habe ich aber recht geredet, was schl\u00e4gst du mich?\u201c<\/em> (Joh 18,23).<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es w\u00e4re noch vieles aus beiden Testamenten zusammenzutragen! In dem Buch, das nun im Juli beim Freimund-Verlag erscheinen soll, habe ich das auf etwa 60 Seiten eingehender entfaltet (\u201e\u201aKein K\u00f6nig au\u00dfer dem Kaiser\u2018? Warum Kirche und Staat durch Zivilreligion ihr Wesen verfehlen\u201c).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich fasse die biblischen \u00dcberlegungen zusammen:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><em>\u201eIch bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus \u00c4gyptenland, aus der Knechtschaft, gef\u00fchrt habe\u201c <\/em>(2.Mose 20,2): Gott offenbart sich, sein Recht und sein Heil nicht nur einzelnen Menschen, sondern gerade auch im Gegen\u00fcber zum Staat und zu Staaten. Er kann sein Volk preisgeben oder befreien und erretten aus der Hand aller Gro\u00dfm\u00e4chte der biblischen Zeit: der \u00c4gypter, Assyrer, Babylonier, Perser und R\u00f6mer (von den kleineren Nachbarstaaten Israels abgesehen<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>).<\/li>\n<li>Der Glaube, den das Volk Israel, gepr\u00e4gt durch seine Zeit in \u00c4gypten, durch die Erfahrungen der Plagen, des Auszugs, gepr\u00e4gt vor allem durch die Sinai-Offenbarung und die W\u00fcstenwanderung \u2013 bzw. durch die Moseb\u00fccher \u2013 mitbrachte, unterscheidet sich von der \u00e4gyptischen Religion markant: Israel war viel diesseitiger orientiert, pflegte keinen Totenkult, keinen Herrscherkult, kein weibliches Priestertum. Diese (trotz gewisser Gemeinsamkeiten) v\u00f6llig andere Gestalt der israelitischen gegen\u00fcber der \u00e4gyptischen Religion gegen alle religionswissenschaftliche Wahrscheinlichkeit ist ein starkes Indiz f\u00fcr das Eingreifen des redenden Gottes in einem Meer von stummen, aber politisch und religi\u00f6s sehr einflu\u00dfreichen G\u00f6tzen.<\/li>\n<li>Nach dem Neuen Testament sind die dem B\u00fcrger \u00fcbergeordneten M\u00e4chte gottgegebene, aber vorl\u00e4ufige, ja im Argen liegende Gebilde (Eph 6,12; 1.Joh 5,19). Sie werden von Christen also weder prinzipiell negiert noch kritiklos hingenommen. Anders als die Zeloten zahlen Christen Steuern nicht z\u00e4hneknirschend, sondern als Gottesdienst. Die Steuer dem Staat, das Leben Gott: Von Gleichrangigkeit beider kann keine Rede sein, ein staatlicher Totalit\u00e4tsanspruch ist von vornherein abgewiesen.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> \u201eMan mu\u00df Gott mehr gehorchen als den Menschen!\u201c (Apg 4,19; 5,29)<\/li>\n<li>Von Staatsbeamten mu\u00df nicht F\u00f6rderung und Privilegierung irgendeiner Religion erwartet werden, im Gegenteil: Religion ist nicht Aufgabe der Herrschenden! Auch ein heidnischer Staat besitzt ein relatives Wissen um Gut und B\u00f6se. Was das Gute und das B\u00f6se ist, ist dem Staat im Wesentlichen vorgegeben und nicht neu zu erfinden (R\u00f6m 13,3f., Konkretion durch die Gebote des Dekalogs: V. 8\u201310).<\/li>\n<li>Deswegen k\u00f6nnen nur <em>Recht und Gerechtigkeit<\/em> die Legitimationsgrundlage des Staates bilden, nicht ein K\u00f6nig, der angeblich das Heil bringt wie in \u00c4gypten oder bei den Ph\u00f6niziern oder in Assyrien oder in Rom, nicht das Volk, kein Nationalismus und keine Geschichtsphilosophie (wie im Marxismus). Anerkennt der Staat diese Vorgegebenheit, dann kann er sein, was er im Wesen sein soll: <em>Rechts<\/em>staat (wie Augustin betonte) und darin Gottes Diener. F\u00fcr das Recht, f\u00fcr das Gute und gegen das B\u00f6se ist ihm Macht (griech. <em>exousia<\/em>) von oben her gegeben (Joh 19,11; R\u00f6m 13,1), also nicht von unten her, sei es vom Volk oder in der besonderen Eignung einzelner F\u00fchrer. <strong>Das Recht Gottes <em>begr\u00fcndet und begrenzt<\/em> den Staat.<\/strong> Solange der Staat dies anerkennt, haben Christen in ihm jedenfalls f\u00fcr ihr Christsein nichts zu f\u00fcrchten.<\/li>\n<li>Er ist von oben her, aber sein Standort ist nicht oben, sondern unten. Die Moseb\u00fccher erwuchsen in Abgrenzung zur pharaonischen Selbstvergottung, das Neue Testament in Abgrenzung zum r\u00f6mischen Kaiserkult, um dessentwillen ungez\u00e4hlte Christen in den Tod gingen. Man denke auch an den kommunistischen Personen- und Parteikult! Diese Staats\u00fcberh\u00f6hungen waren Versuche, den eigenen Standort ins \u00fcberirdische zu erheben, und sie sind zugleich modellhaft f\u00fcr das Wirken der antichristlichen Tiere von Offb 13ff.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die christliche Erwartung an den Staat wirkt im Vergleich zum antiken wie zum heutigen Gef\u00fcge h\u00f6chst sparsam.<\/strong> Paulus sieht das staatliche Gewaltmonopol begrenzt auf die Durchsetzung von Recht und Frieden. Der Kult geh\u00f6rt definitiv nicht zu den staatlichen Aufgaben. Ein guter Staat ist <em>nicht Wohlfahrts- oder Sozialstaat<\/em>, der eine gleichm\u00e4\u00dfigere Verteilung von G\u00fctern, Bildung oder die Hebung der Gesundheit erzwingt (Nanny- oder Bevormundungsstaat, \u201eNudging\u201c). Hier w\u00fcrde das Gewaltmonopol f\u00fcr alle m\u00f6glichen, auch wechselnden Zwecke mi\u00dfbraucht werden, die willk\u00fcrlich von Obrigkeit oder Volk festgelegt werden.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"7\">\n<li>Christen werden ihrem Staat in kritischer Solidarit\u00e4t zugewandt sein, d.h. ein W\u00e4chteramt wahrnehmen, wie er sich zu den g\u00f6ttlichen Ordnungen verh\u00e4lt. Es ist der Liebesdienst der Kirche am Staat, seinen Vertretern die g\u00f6ttliche Sch\u00f6pfungs- und Erhaltungsordnung mit allem Ernst der Gebote zu sagen, sie \u00fcber das Gesetz staunen (5.Mose 4) oder daran scheitern zu lassen (2.K\u00f6n 17; 24f.). Schon Sokrates hat in seiner Verteidigungsrede (Apologie) \u00e4hnlich argumentiert.<\/li>\n<li>Die Verhaltensweisen des Pilatus und des Judentums beim Proze\u00df Jesu offenbaren Abgr\u00fcnde des Menschseins: Abgr\u00fcnde, die der Religion wie dem Staat m\u00f6glich werden, wenn ihre Vertreter die Verpflichtung zur Wahrheit \u2013 hier: die Unschuld des Angeklagten \u2013 unter die Verpflichtung zum sozialen Frieden stellen. Pilatus f\u00fcrchtet Menschen mehr als er dem Recht Ehre gibt; so wird sein Staat zum Spielball wechselnder Interessen. Nicht mehr das Recht, sondern die Angst und die Gunst regieren.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indem die j\u00fcdischen F\u00fchrer sagen \u2013 ihrerseits sich anbiedernd \u2013 \u201eWir haben keinen K\u00f6nig au\u00dfer dem Kaiser\u201c (Joh 19,15), verabschieden sie sich von der Messias- und Erl\u00f6sungshoffnung des Alten Testaments. Sie legen ihre Zukunft in die Hand eines heidnischen Staates. Jesu Tr\u00e4nen \u00fcber sein Volk und die herannahende Zerst\u00f6rung Jerusalems sind wohlbegr\u00fcndet.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"9\">\n<li>Der Staat \u00fcberschreitet seine Grenzen, wenn er religi\u00f6s-ideologisch auf Glauben und Gewissen seiner B\u00fcrger zugreift (Staatsreligion, Zivilreligion), sein Gewaltmonopol zur Expansion der Landesgrenzen mi\u00dfbraucht oder seine Zust\u00e4ndigkeit auf immer mehr Felder von Gesellschaft, Familie, Rechtschreibung, Genderideologie und erst recht durch Eingriffe in den Gottesdienst ausdehnt. Aus dem Rechtsstaat wird dann der Gewaltstaat. Seien wir wachsam!<\/li>\n<li>Jesu Ank\u00fcndigung, da\u00df die J\u00fcnger vor F\u00fcrsten und K\u00f6nige geschleppt werden \u201eum meinetwillen, ihnen und den V\u00f6lkern zum Zeugnis\u201c (Mt 10,18) besagt nicht, die Kirche werde immer vom Staat verfolgt werden, wohl aber, da\u00df sie immer damit zu rechnen hat. Tut sie es?<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle M\u00e4chte dieser Erde stehen unter dem Auferstandenen, der sie ihrer Macht entkleidet hat (Kol 2,15; vgl. 1.Kor 15). Das durch die Menschwerdung Jesu nahe gekommene Gottesreich stellt alle weltlichen Ordnungen unter einen \u201eeschatologischen Vorbehalt\u201c, ihre Legitimit\u00e4t bleibt vorl\u00e4ufig, ja auf g\u00f6ttlichem Pr\u00fcfstand.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"11\">\n<li>Der christliche Gehorsam gegen\u00fcber dem Staat ist unbedingt, aber nicht unbegrenzt: unbedingt hinsichtlich des Staates als <em>Institution<\/em>, aber inhaltlich nicht unbegrenzt, sondern begrenzt durch Gottes Gebote (R\u00f6m 13,8\u201310), ferner zeitlich begrenzt durch den bald wiederkommenden Christus als Herrn aller Herren (V. 11\u201314).<\/li>\n<li>In der Obrigkeit begegnen uns fehlbare und sterbliche Menschen, auf die Juden und Christen nicht vertrauen sollen.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Politik ist ein menschliches, irdisches Gesch\u00e4ft, nicht ein religi\u00f6ses. Beanspruchen Herrscher und Staaten die Stelle Gottes, z.B. indem sie das kirchliche Personal bestimmen, gottesdienstliches Leben inhaltlich f\u00fcllen, reglementieren oder auch verhindern wollen, werden sie zu D\u00e4monen, gewinnen antichristliche Z\u00fcge, und verfallen dem Gericht.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Dann nimmt das Geschehen von Offb 13ff. seinen Lauf.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Die verworrene Lage, aus der unsere Frage \u00fcberhaupt erw\u00e4chst<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit der gro\u00dfen nationalistischen T\u00e4uschung und Entt\u00e4uschung haben wir uns \u00fcber viele Jahre daran gew\u00f6hnt, da\u00df wir eine Obrigkeit haben, die mehr oder wenig verl\u00e4\u00dflich ist. Eine Obrigkeit, die tut, was eine Obrigkeit tun soll: f\u00fcr Recht und Frieden zu sorgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das hat auch gut zu R\u00f6mer 13 gepasst: Die Obrigkeit soll die Guten belohnen und die B\u00f6sen bestrafen. Was gut und was b\u00f6se ist, ist ihr, wie gesagt, vorgegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch Obrigkeiten geraten immer wieder auf Abwege und beginnen, selbst zu definieren, was gut und was b\u00f6se ist. Im Prinzip war das immer so, wie unsere Erinnerung an \u00c4gypten und Rom gezeigt hat. Selbst gewisse Themen, die heute dabei tangiert werden, kamen in der Antike vor: Homosexualit\u00e4t bzw. \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c, Familie, Gender, Rechtschreibreform, materielle und kulturelle Enteignung durch Migration, Enteignung durch Schuldenvergemeinschaftung usw.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu kommt ein geistiger Vorgang, der einem den Atem raubt, wenn man sich die Dimension klar macht: Da die Kirche als selbstbewu\u00dftes Gegenst\u00fcck ausf\u00e4llt, macht sich Obrigkeit zum Selbstversorger bei ihrer Selbstbegr\u00fcndung, ihren Zielen, ihren Mitteln, ihrer Ethik (Hermann L\u00fcbbe sprach von \u201elegitimit\u00e4tspolitischen Selbstversorgern\u201c, mehr hierzu im angek\u00fcndigten Buch). Wer das Falsche r\u00e4t, fliegt aus dem Ethikbeirat (so k\u00fcrzlich in M\u00fcnchen geschehen). Manche wundern sich, warum die Bindekr\u00e4fte in der Gesellschaft schw\u00e4cher werden, die Institutionen wanken, die Politiker schwanken. Doch wer im Bl\u00e4tterwald der Gegenwart etwas herumkommt und die Widerspr\u00fcche sieht, wundert sich nicht:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Im Januar 2020 noch h\u00f6rte man in \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien, da\u00df diejenigen, die das neue Corona-Virus f\u00fcr gef\u00e4hrlich halten, Verschw\u00f6rungstheorien anhingen (27.1.2020 Bayerischer Rundfunk, 30.1.2020 ZDF Heute-Journal). Ab M\u00e4rz 2020 war es genau umgekehrt: Mit der Gef\u00e4hrlichkeit des Virus wurde der Lockdown begr\u00fcndet. Diejenigen, die das Virus f\u00fcr weniger gef\u00e4hrlich hielten als die Regierung, waren nun die Verschw\u00f6rungstheoretiker.<\/li>\n<li><em>Es soll demokratisch zugehen.<br \/>\n<\/em>Doch wenn die Falschen die Richtigen w\u00e4hlen, dann sind die Richtigen pl\u00f6tzlich die Falschen. Th\u00fcringen! (Eine Wahl zum Ministerpr\u00e4sidenten wurde ung\u00fcltig gemacht durch das \u201eUnverzeihlich!\u201c der Kanzlerin).<br \/>\nIn der j\u00fcdischen Rundschau hei\u00dft es: Unser Parlament hat 709 Mitglieder, soll aber am besten nur noch eine Meinung haben \u2013 die der Regierung (nach Dirk Maxeiner, zitiert von Dr. Rafael Korenzecher, J\u00fcdische Rundschau 3.3.2021).<\/li>\n<li><em>Jeder soll seine Meinung frei \u00e4u\u00dfern d\u00fcrfen.<br \/>\n<\/em>Doch Schauspieler, Sportler und Mieter, die sich regierungskritisch \u00e4u\u00dfern, werden gek\u00fcndigt oder mit K\u00fcndigung bedroht. Als der Pr\u00e4sident der renommierten Harvard University, Larry Summers, \u00e4u\u00dferte, die Untervertretung weiblicher Forscher in den mathematisch-naturwissenschaftlichen F\u00e4chern k\u00f6nnte auch auf nat\u00fcrliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zur\u00fcckf\u00fchrbar sein, ert\u00f6nte der Schlachtruf \u201eMale chauvenist!\u201c Eine sachliche Diskussion wurde an den Rand gedr\u00e4ngt, und der Druck wurde so gro\u00df, da\u00df der Pr\u00e4sident schlie\u00dflich zur\u00fccktrat.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Vergebung gibt es in diesem Bereich nicht, nicht einmal im kirchlichen Bereich, denken wir nur an den s\u00e4chsischen ehemaligen Landesbischof Carsten Rentzing.<\/li>\n<li>Bei \u201eBlack Lives Matter\u201c d\u00fcrfen Tausende demonstrieren, aber Demos gegen die Corona-Ma\u00dfnahmen werden verboten. Das gilt f\u00fcr alle drei deutschsprachigen L\u00e4nder. In der Schweiz haben gerade 5000 Fans die Meisterschaft ihres Eissportvereins Zug frenetisch gefeiert. Sie standen eng zusammen, lagen sich in den Armen, bzgl. Gesichtsmasken war Fehlanzeige. Michael Bubendorf vom Verein Verfassungsfreunde fragt zu Recht: \u201eKein Problem f\u00fcr die Beh\u00f6rden. Kein Problem f\u00fcr die Polizei. Kein Problem f\u00fcr die Massenmedien. Wenn solches Verhalten an Demonstrationen gezeigt wird, dann regnet es Tr\u00e4nengas und es hagelt Verbote. Merken die Politiker das nicht?\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Denn gro\u00dfe Demonstrationen wurden in den vergangenen Wochen verboten und von den Veranstaltern daraufhin abgesagt.<\/li>\n<li>Die Deutschen sollen elektrisch fahren, aber zugleich ihre Kraftwerke ausknipsen.<\/li>\n<li>Sie wollen k\u00fcnftige Generationen retten, aber sie kriegen keine Kinder mehr.<\/li>\n<li>Sie glauben, sie seien Vorreiter in ihren Klimaanstrengungen und merken nicht, da\u00df weltweit kaum jemand hinterherreitet.<\/li>\n<li>Die Regierung erh\u00f6ht die Schulden, um Schulden bei sich und anderen L\u00e4ndern begleichen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nMargaret Thatcher (angeblich): \u201eDas Problem am EU-Sozialismus ist, da\u00df ihm irgendwann das Geld der Deutschen ausgeht.\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/li>\n<li>Die Europ\u00e4ische Zentralbank vermehrt das Geld ins Unerme\u00dfliche, wodurch die Aktienkurse der gro\u00dfen Unternehmen steigen, aber die Zombies immer mehr werden, und die Lage der kleinen Unternehmen immer bedrohlicher wird.<\/li>\n<li>Der F\u00f6deralismus wird durch die Ministerpr\u00e4sidenten im Verein mit der Kanzlerin zu Grabe getragen, wie Richter Manfred K\u00f6lsch sagt, der gerade sein Bundesverdienstkreuz zur\u00fcckgegeben hat.<\/li>\n<li>Es besteht angeblich Lehrfreiheit f\u00fcr Wissenschaftler, aber ihre Sprache und \u00c4u\u00dferungsfreiheit wird immer enger reguliert. Der Staat greift nicht durch, wenn die Antifa Vorlesungen verhindert.<\/li>\n<li>Bei vielen Organspenden wird get\u00f6tet, um Tote zu vermeiden.<\/li>\n<li>Der Mensch soll so frei sein, da\u00df man ihm gerne auch beim Sterben behilflich sein darf. Selbstbestimmt Leben \u2013 fremdbestimmt Sterben?<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Philosoph (Gunnar Kaiser) hat im April 2021 nur in Bezug auf Corona die folgende Reihe von Widerspr\u00fcchen zusammengestellt, um die Unzuverl\u00e4ssigkeit der Politik zu dokumentieren:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Der Gesundheitsminister sagt: Nicht zu viel testen, damit man nicht zu viel falsch positive Ergebnisse hat, ein halbes Jahr sp\u00e4ter werden die Testzahlen verzigfacht, Schnelltests auf den Markt gebracht, Sch\u00fcler sollen sich fast t\u00e4glich selbst testen.<\/li>\n<li>Der Gesundheitsminister sagt: Es war ein Fehler, den Einzelhandel zu schlie\u00dfen, das wird nicht wieder passieren. Und ein paar Monate sp\u00e4ter wird der Einzelhandel erneut geschlossen.<\/li>\n<li>Der Gesundheitsminister sagt: Das Virus macht an geschlossenen Grenzen nicht halt. Ein Jahr sp\u00e4ter sind fast alle Grenzen geschlossen.<\/li>\n<li>Der Staatsvirologe sagt: Mit Masken h\u00e4lt man die Pandemie nicht auf. Ein halbes Jahr sp\u00e4ter tragen sogar die Kinder in den Grundschulen Masken.<\/li>\n<li>Der Staatsvirologe sagt: Als Normalb\u00fcrger soll man nicht mit der st\u00e4ndigen Angst vor Infektionen herumlaufen. Und ein paar Jahre sp\u00e4ter sollen alle Menschen jederzeit so handeln, als w\u00e4ren sie infiziert.<\/li>\n<li>Der Pr\u00e4sident der Bundesbeh\u00f6rde f\u00fcr Gesundheitsfragen sagt: Je mehr wir impfen, um so mehr Varianten werden auftreten.<br \/>\nNachdem man dann massenhaft geimpft hat, treten Varianten auf, mit denen man dann den n\u00e4chsten Lockdown rechtfertigt.<\/li>\n<li>Einer der Ministerpr\u00e4sidenten fordert, Politiker wegen ihrer Vorbildfunktion mit AstraZeneca zu impfen. Und am selben Tag werden die Impfungen mit AstraZeneca vorsorglich ausgesetzt.<\/li>\n<li>Die Kanzlerin sagt im Okt. 2020: Es stehen vier schwere Monate bevor, bis wir es \u00fcberstanden haben. Im M\u00e4rz 2021 sagt sie das gleiche bis Juni!<\/li>\n<li>Die Kanzlerin sagt im Nov. 2020: Nur noch ein paar Wochen anstrengen!<br \/>\nIm Fr\u00fchling jedoch ist immer noch Lockdown. Man spricht nun von einem Dauerlockdown bis Herbst.<\/li>\n<li>Keine \u00dcbersterblichkeit zu haben wird dem Lockdown verdankt.<br \/>\nAber da\u00df zum Beispiel Bayern so hohe Fallzahlen hatte, war <em>trotz<\/em> des Lockdown der Fall.<\/li>\n<li>Wenn du bei der Impfung Begleiterscheinungen hast, ist es ein Zeichen daf\u00fcr, da\u00df sie wirkt. Wenn du aber keine hast, gilt es als Zeichen daf\u00fcr, wie vertr\u00e4glich sie ist.<\/li>\n<li>Wir hatten in diesem Winter weniger schwere Atemwegserkrankungen, angeblich weil die Menschen zu Hause bleiben und brav Masken tragen. Im gleichen Zeitraum stiegen aber die Corona-Fallzahlen und die Inzidenzwerte, angeblich weil die Menschen sich <em>nicht<\/em> an die Ma\u00dfnahmen halten.<\/li>\n<li>Wir haben eine Pandemie mit einem schweren akuten Atemwegssyndrom, aber das Statistische Bundesamt spricht von einem niedrigen Niveau an schweren Atemwegserkrankungen im vergangenen Winter.<\/li>\n<li>Wir impfen Millionen, um bald wieder frei zu sein. Aber die Geimpften m\u00fcssen trotzdem in Quarant\u00e4ne, weil nicht erwiesen ist, ob sie noch infekti\u00f6s sein k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Junge Menschen m\u00fcssen an fast allen Schulen einen Selbsttest machen; Testverweigerer werden isoliert und vom Schulgel\u00e4nde entfernt, die negativ getesteten d\u00fcrfen aber die Maske immer noch nicht ablegen. Ist die Maske zu einer Uniform eines Kults geworden ist, die man nicht mehr ablegen darf, obwohl sie ihre urspr\u00fcngliche Schutzfunktion gar nicht mehr erf\u00fcllt?<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soweit Gunnar Kaiser. Selbst wenn man hier den einen oder anderen Punkt streichen m\u00f6chte, so viel ist klar, der Psalm hat Recht: \u201enicht sich verlassen auf F\u00fcrsten \u2026\u201c!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man k\u00f6nnte die Liste der \u201ekognitiven Dissonanzen\u201c jedoch leicht noch verl\u00e4ngern, und es gibt ja einige Magazine, die diese Dinge flei\u00dfig sammeln. Da\u00df wir an diesen Dingen leiden, zeigt immerhin, da\u00df wir uns noch nicht abgewandt und zur\u00fcckgezogen haben. Es sind Dinge, \u00fcber die ein Dialog gef\u00fchrt werden mu\u00df, ein freier Dialog, nicht einer, bei dem man rasch in die Ecke gestellt wird: \u201eKlimaleugner\u201c und \u201eCoronaleugner\u201c, was ja ein wenig den Beigeschmack von \u201eHolocaustleugner\u201c hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wann merken wenigstens die Christen, da\u00df man dem Staat nicht einfach vertrauen kann? Viele haben es schon gemerkt. Tats\u00e4chlich haben erschreckende 42%, so das Meinungsforschungsinstitut INSA im April, das Vertrauen in die Politik \u201ekomplett\u201c verloren.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Karl Richard Ziegert schrieb 2013 im letzten Satz seiner Studie \u00fcber die deutsche Zivilreligion als Verrat an Luther ganz drastisch: Der \u201eseit l\u00e4ngerem nun auch transnational ausgreifende neue deutsche Staatsidealismus ist nicht einmal einen Schritt weit entfernt vom Abgrund der totalit\u00e4ren Versuchung, in dem jede Art selbstbez\u00fcglicher Hypermoral untergehen muss, die ihre Begrenztheiten nicht mehr wahrnimmt \u2013 und die dann auch kein Hindernis mehr sein kann f\u00fcr Unrecht, Gewalt und Unmenschlichkeit\u201c (S. 406 = Schlu\u00df des Buches).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es haben also schon viele gemerkt. Aber in meinem Umfeld gibt es noch viele, auch Christen, die noch nicht gemerkt haben, da\u00df ihre Freiheit auf dem Spiel steht. Ich erw\u00e4hnte vorhin die akademische Tagung in Basel, veranstaltet von der Theologischen Fakult\u00e4t, zum Verh\u00e4ltnis von Religion und Politik. Die Tagung fand in der Peterskirche und online statt. Zwei Tage lang wurden viele Politikfelder dabei bedacht: Gender, Migration, Klima, Armut, Verteilungsgerechtigkeit, Kirchensteuer und jeweils die Rolle der Kirche. Doch die staatlichen Corona-Ma\u00dfnahmen, die doch die Kirchen einschneidend betroffen haben, wurden von keinem einzigen der etwa ein Dutzend Referenten, die ich geh\u00f6rt habe, \u00fcberhaupt erw\u00e4hnt, geschweige denn problematisiert, obwohl alle mit Masken und mit Abst\u00e4nden verteilt in der Kirche sa\u00dfen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht hilft es, wenn man sich mal vor Augen h\u00e4lt, wie der Staat in den letzten Monaten in den kirchlichen Bereich hineingefunkt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Eingriffe der Obrigkeit in den Gottesdienst <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Staatsorgane einen Gottesdienst st\u00f6ren oder verhindern, zeigt sich am deutlichsten, welche Gefahr droht. Bitte sagen wir nicht: Das sind ja alles Sonderf\u00e4lle, irgendwelche Spezialf\u00e4lle ohne \u00fcberregionale Bedeutung. Ich w\u00e4re mir da nicht so sicher. Sophie Scholl, deren 100. Geburtstag wir gerade gefeiert haben, soll gesagt haben: \u201eDer gr\u00f6\u00dfte Schaden entsteht durch die schweigende Mehrheit, die nur \u00fcberleben will, sich f\u00fcgt und alles mitmacht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier also ein paar Beispiele! Wir alle kennen die neuen Reglementierungen des Obs und des Wies von Gottesdiensten: Teilweise gar kein Gottesdienst vor Ort, teilweise nur per Online-\u00dcbertragung. Teilweise werden die Zahlen der Teilnehmer beschr\u00e4nkt, das Singen verboten oder eingeschr\u00e4nkt auf Profi-S\u00e4nger oder eingeschr\u00e4nkt auf Singen mit Gesichtsmaske. Untersagt oder abgesagt sind Kirchenkaffee, Seniorennachmittage, Gemeindeausfl\u00fcge usw. Zur\u00fcck zum Gottesdienst: Gesangb\u00fccher werden nicht ausgeteilt, Abst\u00e4nde werden gefordert, Desinfektion von H\u00e4nden und B\u00e4nken, und zu allem \u00dcbel werden die Namen der Teilnehmer noch aufgeschrieben und im Notfall ans Gesundheitsamt weitergereicht usw. Und hier bitte ganz konkret:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Essen: Polizei l\u00f6st freikirchlichen Gottesdienst auf (20.12.2020)<\/li>\n<li>Herford: Gottesdienst einer Freikirche von Polizei aufgel\u00f6st (2.1.2021)<\/li>\n<li>Lingen\/Papenburg: Gebetsstunde mit 15 Personen aufgel\u00f6st (5.1.2021)<\/li>\n<li>Lahr: Polizei beendet Gottesdienst in Freikirche (17.1.2021)<\/li>\n<li>Essen: Gottesdienst einer Freikirche aufgel\u00f6st (21.1.2021)<\/li>\n<li>Freudenstadt: Gottesdienst einer freien Gemeinde aufgel\u00f6st (31.1.2021)<\/li>\n<li>Zimmern ob Rottweil: Gottesdienst einer Freikirche aufgel\u00f6st (7.2.2021)<\/li>\n<li>Edmonton, Kanada: Corona-Regeln missachtet \u2013 Pastor im Gef\u00e4ngnis (10.3.2021)<\/li>\n<li>Balham, Gro\u00dfbritannien: Polizei beendet Karfreitagsgottesdienst unter Strafandrohung (03.04.2021)<\/li>\n<li>Hannover: Gerichtsurteil best\u00e4tigt Singverbot (gegen Klage der Gemeinde von Wolfgang Nestvogel).<\/li>\n<li>Minden-L\u00fcbbecke: Gottesdienst nur noch mit Corona-Test und max. 60 min, Anmeldung und R\u00fcckverfolgbarkeit auch bei privaten Treffen (27.4.2021)<\/li>\n<li>Minden: Eilantrag von 16 Gemeinden gegen strenge Auflagen f\u00fcr Gottesdienste abgewiesen (6.5.2021)<\/li>\n<li>Schlo\u00df Holte-Stukenbrock Baptistengemeinde: Ordnungsamt bricht Bethaus-T\u00fcr auf nach einer Denunziation (5.5.2021)<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die meisten dieser Beispiele habe ich aus idea notiert. Die Einzelheiten der Vorg\u00e4nge vor Ort spare ich mir hier. Die Interpretation aber, die ich aus der Summe erhebe, ist die: Die Versammlungs-, Demonstrations-, Bewegungs- und vor allem die Religionsfreiheit ist nicht mehr uneingeschr\u00e4nkt gegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Grundgesetz, Artikel 4:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religi\u00f6sen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>(2) Die ungest\u00f6rte (!) Religionsaus\u00fcbung wird gew\u00e4hrleistet.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Namen der Sicherheit schr\u00e4nkt der Staat Grundfreiheiten ein oder gew\u00e4hrt sie wieder \u2013 je nach Gutd\u00fcnken einer bestimmten Expertenschicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was nun?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Auf welche Weise gehorchen wir Gott mehr als den Menschen? Welche Aufgaben ergeben sich f\u00fcr den Gemeindehilfsbund?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige Gedanken dazu hat der GHB bereits in den letzten Ausgaben des \u201eAufbruch\u201c ver\u00f6ffentlicht (November 2020 und M\u00e4rz 2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mich bewegen insbesondere die folgenden Punkte:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><em>Der Gottesdienst darf nicht ausfallen, jedenfalls nicht ersatzlos.<\/em><a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><br \/>\nAusgerechnet bei diesem zentralen Bereich der Gemeindearbeit haben die staatlichen Ma\u00dfnahmen der letzten Monate bei den Kirchen in der westlichen Hemisph\u00e4re eine unglaubliche Tr\u00e4gheit, Faulheit, ja Konformismus und, wie Laschet sagte, eine Art Staatsfr\u00f6mmigkeit ans Licht gesp\u00fclt. Man will systemrelevant sein \u2026 doch es kommt Systemkonformismus heraus.<\/li>\n<li><em>Die Arbeit an der biblischen Gr\u00fcndung<br \/>\n<\/em>Das ist ein weites Feld, aber unerl\u00e4\u00dflich, wenn eine Gemeinde gemeinsam und mit Klarheit und Gewi\u00dfheit vorw\u00e4rts gehen will: Gute biblische Lehre pflegen, um unsere Sicht von Staat und Kirche bis hin zur endzeitlichen \u00dcberh\u00f6hung des Staates zu festigen. Ebenso eine biblische Gr\u00fcndung unserer Sicht vom Gottesdienst als dem zentralen und einzigartigen Vollzug, in dem sich Kirche ereignet. Doch die Themen Liturgie, Gottesdienst und das Verh\u00e4ltnis von Kirche und Staat sind in der theologischen Ausbildung vielfach unterbelichtet.<\/li>\n<li><em>Unsere Verk\u00fcndigung<br \/>\n<\/em>Wir bezeugen nach innen und au\u00dfen, da\u00df die W\u00fcrde des Menschen nicht nur in seiner irdisch-leiblichen Gesundheit bestehen kann.<br \/>\nWir bezeugen nach innen und au\u00dfen, da\u00df auf dem Opferaltar der neuen Corona-Religion unsere grundgesetzlich garantierten Grundfreiheiten nicht geopfert werden d\u00fcrfen: Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Freie Berufsaus\u00fcbung, Religionsfreiheit, Medizinische und soziale Selbstbestimmung.<br \/>\nWir bezeugen nach innen und au\u00dfen, da\u00df der Staat nach dem Willen Gottes und den Worten der ersten Barmer Theologischen Erkl\u00e4rung die Aufgabe hat, f\u00fcr Recht und Frieden zu sorgen, da\u00df er dabei den Geboten Gottes untertan bleiben mu\u00df und nicht selbst neu zu definieren hat, was z.B. Ehe ist.<br \/>\nDamit erteilen wir jeder staatlich oder gesellschaftlich gelenkten Zivilreligion eine entschlossene Absage.<\/li>\n<li><em>Unser Lebenszeugnis<br \/>\n<\/em>Wir sind bereit, f\u00fcr unser Zeugnis und unsere Freiheit zu leiden. W\u00e4re von vornherein ein klarer und breiter(er) Widerstand gegen die Gottesdienst-Verbote und \u2011einschr\u00e4nkungen erfolgt, dann w\u00e4ren vielleicht ein paar Dutzend Pastoren im Gef\u00e4ngnis gelandet, Bu\u00dfgelder w\u00e4ren gezahlt worden usw. Aber es w\u00e4ren deutlich mehr Menschen deutlich schneller wach ger\u00fcttelt worden.<\/li>\n<li><em>Kontakte und Beziehungen pflegen<br \/>\n<\/em>Ein Hirte mu\u00df unterwegs sein, alt und jung besuchen, sammeln, verf\u00fcgbar sein, Hauskreise bilden und neu zusammensetzen, anleiten und begleiten. Brechen andere Kontakte weg, darf er sich und d\u00fcrfen die Gemeinde\u00e4ltesten sich um so weniger zur\u00fcckziehen. Nehmen wir uns Luther und Zwingli zu Pestzeiten zum Vorbild!<br \/>\nGerade die Kinder- und Jugendarbeit darf nicht ersatzlos immer weiter verschoben werden. Wir vers\u00fcndigen uns an der n\u00e4chsten Generation!<\/li>\n<li><em>Ziviler Ungehorsam<br \/>\n<\/em>Entschlossener und gemeinsam durchgehaltener Widerstand an den Stellen, an denen der Staat mit Zwangsma\u00dfnahmen den Gottesdienst regulieren will, ist geboten. Entsprechend 1.Kor 6 ist zu sagen: Wenn der Staat schon daf\u00fcr unzust\u00e4ndig ist, innergemeindliche Streitigkeiten zu regeln, hat er erst recht keine Kompetenz, den Lobpreis der Gemeinde zu regulieren. Wenn irgendwo, dann mu\u00df die Gemeinde in ihrem Gottesdienst frei bleiben. Ist sie das dort nicht, so ist es mit der Freiheit \u00fcberhaupt vorbei. Die verfolgten Christen weltweit wissen es. Wir werden es vielleicht in unserer Generation noch in gr\u00f6\u00dferer Breite erleben.<br \/>\nZiviler Ungehorsam kann m.E. bedeuten, da\u00df wir gewisse Bestimmungen nicht einhalten: Teilnehmerregistrierung, Teilnehmerzahlbeschr\u00e4nkung, Einschr\u00e4nkung des Singens.<br \/>\nWo Denunzianten zu erwarten sind, m\u00fcssen Gemeinden Wege finden, dennoch physisch zusammen zu kommen, um ohne die Gegenwart staatlicher Aufpasser Gottes Wort zu h\u00f6ren und die Sakramente zu feiern. Geschieht dies nicht mehr, hat sie als Gemeinde aufgeh\u00f6rt zu existieren.<\/li>\n<li><em>Pastoren<br \/>\n<\/em>\u2026 stehen in einer anstrengenden, herausfordernden Zeit. Sie tragen die gr\u00f6\u00dfte Verantwortung und m\u00fcssen auch bereit sein, daf\u00fcr zu leiden.<br \/>\nSie m\u00fcssen sich nicht nur mit digitalen Formaten befassen, sondern auch damit, ihre Sch\u00e4fchen zu sammeln, die sich im digitalen Bereich verlieren und deren Zugeh\u00f6rigkeit zur lokalen Gemeinde einschl\u00e4ft. Eine ebenso enge Ersatz-Bindung an eine Online-Gemeinde wird sich nicht einstellen, allenfalls aus einem Gef\u00e4ngnis heraus, sollte von dort her \u00fcberhaupt Internet-Verkehr m\u00f6glich sein. (Siehe meine Thesen im November-Heft des Aufbruchs 2020.)<\/li>\n<li>F\u00fcr den GHB empfiehlt sich die Ausarbeitung einer Handreichung mit Hinweisen, auf welche Weise Gemeindeleitungen in der Zeit des immer kontrollbed\u00fcrftigeren Staates ihr Gemeindeleben au\u00dferhalb der staatlichen Kontrolle aufrecht erhalten k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eEs ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf F\u00fcrsten\u201c <\/em>(Ps 118,9).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eVerlasset euch nicht auf F\u00fcrsten; sie sind Menschen, die k\u00f6nnen ja nicht helfen. Denn des Menschen Geist mu\u00df davon, und er mu\u00df wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine Pl\u00e4ne\u201c<\/em> (Ps 146,3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann bleibt nur noch der Plan Gottes. Wir m\u00fcssen vor Gott erscheinen, vor dem Richterstuhl Christi. Und dann wird sich zeigen, was gut und was b\u00f6se war, soweit es hier noch nicht ans Licht gekommen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man mu\u00df Gott mehr gehorchen, mehr vertrauen als den Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bleiben Sie gesegnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfr. Dr. S. Felber (<a href=\"http:\/\/www.stefan-felber.ch\">www.stefan-felber.ch<\/a>), Krelingen 15.5.2021<\/em><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/youtu.be\/oGuLXkUBow4\">Hier kommen Sie zur Video-Fassung dieses Vortrages auf Youtube.<\/a><br \/>\n________________<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zum Weiterdenken: <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>H\u00f6r-Tipp: <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nestvogel, Wolfgang: Weltherrschaft als neue Weltordnung (Vortrag vom 13.5.2021), unter\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=vFcF-cBWttM\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=vFcF-cBWttM<\/a> oder zum Herunterladen unter <a href=\"https:\/\/www.dropbox.com\/s\/cl4cue9zxqzby6g\/Nestvogel%20W.%2C%205%20brisante%20Entwicklungen%2C%2013.5.2021.mp4?dl=0\">https:\/\/www.dropbox.com\/s\/cl4cue9zxqzby6g\/Nestvogel%20W.%2C%205%20brisante%20Entwicklungen%2C%2013.5.2021.mp4?dl=0<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lese-Tipp: <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dreher, Rod: Live not by Lies. A Manual for Christian Dissidents, New York 2020 (vgl. hier\u00fcber <a href=\"https:\/\/theoblog.de\/rod-dreher-ein-handbuch-fuer-christliche-dissidenten\/36679\/?highlight=dreher\">https:\/\/theoblog.de\/rod-dreher-ein-handbuch-fuer-christliche-dissidenten\/36679\/?highlight=dreher<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. M. Foucault: Sicherheit, Territorium, Bev\u00f6lkerung. Vorlesung am Coll\u00e8ge de France, 1977\u20131978, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft Bd. 1808, Frankfurt am Main <sup>6<\/sup>2019, bes. 173\u2013200 (Literaturangabe aus H. Hempelmann: Schwache Kirche unter den Verhei\u00dfungen eines starken Gottes. Wie die Kirche Zukunft gewinnen kann, in: ThBeitr 52, 2\/2021, 78\u201397, hier 84).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Genaueres bei H. St\u00fcckelberger: Demokratie, Freiheit und christliche Werte. Liebe heilt die Gesellschaft, Niederb\u00fcren, Winterthur 2020.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Ps 78,70f.; 113,7f.; Ex 3,1ff.; 1.Sam 2,7f.; 17,15; 2.Sam 5,1f.; Hes 34,23f.; Mi 5,2\u20134; Amos 7,15; Mt 4,18\u201322.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> M. Luther, An den christlichen Adel, in: WA 6, S. 464, Z. 4.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. S. Felber, Gesetz der Freiheit, Neuendettelsau 2020.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Die akademische Exegese ist m.W. zur\u00fcckhaltender, in R\u00f6m 13 Begrenzungen f\u00fcr staatliche Rechtsetzung bzw. Rechtsprechung zu erkennen. Mir scheint es jedoch nicht nur vom Text her, sondern auch sachlich geboten zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Vgl. Ps 136,10\u201324; die Geschichtspsalmen (bes. 78; 105; 106) und die weitgespannten und kritischen Blicke der Propheten \u00fcber die Nachbarn Israels.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Cullmann aaO. 25f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Ps 62,10; 118,8\u20139; 146,3; Jes 2,22; 30,2; 31,1; 36,6; Hes 29,7; Hos 5,13; Hiob 12,21; 34,18.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Vgl. Dan 3+6; 2.Thess 2; Offb 13.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> L\u00fcscher, Thomas F.: Political Correctness oder das Ende der Aufkl\u00e4rung, in: Kardiovaskul\u00e4re Medizin 21, 11\/2017, S. 270\u2013273.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> <a href=\"https:\/\/verfassungsfreunde.ch\/Der-EVZ-ist-Meister?mc_cid=4dc5dea8d8&amp;mc_eid=f74b936bce\">https:\/\/verfassungsfreunde.ch\/Der-EVZ-ist-Meister?mc_cid=4dc5dea8d8&amp;mc_eid=f74b936bce<\/a> (12.05.2021.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> \u201cThe trouble with Socialism is that eventually you run out of other people\u2019s money.\u201d Genaueres unter <a href=\"https:\/\/falschzitate.blogspot.com\/2018\/06\/das-problem-eu-sozialismus-ist-dass-ihm.html\">https:\/\/falschzitate.blogspot.com\/2018\/06\/das-problem-eu-sozialismus-ist-dass-ihm.html<\/a> (13.05.2021).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Idea Spektrum 14\/2021, S. 6.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Lux, Friedemann: Untergang oder Neustart. Die Evangelikalen in Deutschland nach einem Jahr Corona, 2021, S. 3: \u201eWer oder was herrscht denn in einer Gemeinde, die auf die leibhafte \u201eGemeinschaft der Heiligen\u201c verzichtet und ihre Mitglieder auf das Internet verweist? Christus oder der Staat? Gottvertrauen oder Angst vor dem neuen Gott, der sich COVID-19 nennt?\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehen Sie hier die Videoaufzeichnung des Vortrages. 1. Die \u201eOberen\u201c in der Bibel \u201eEs ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf F\u00fcrsten\u201c (Ps 118,9). \u201eVerlasset euch nicht auf F\u00fcrsten; sie sind Menschen, die k\u00f6nnen ja nicht helfen. 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