{"id":18065,"date":"2021-05-22T22:00:57","date_gmt":"2021-05-22T20:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18065"},"modified":"2021-05-21T15:50:41","modified_gmt":"2021-05-21T13:50:41","slug":"pfingsten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18065","title":{"rendered":"Pfingsten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das Pfingstfest wird von manchen als der Geburtstag der Kirche angesehen. Manche Christen feiern Pfingsten als Fest der Geisterf\u00fcllung. Wieder andere feiern es als ein liebliches Fr\u00fchlingsfest, wie es Goethe tat. Die Frage ist, was ist Pfingsten nach dem biblischen Zeugnis wirklich. Was bedeutet dieses Fest? Inwiefern gibt es uns Anlass zur Freude? Das Ziel dieser Betrachtung ist, dass wir neu verstehen, wie unverzichtbar das Pfingstgeschehen f\u00fcr den christlichen Glauben ist.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine These zum Einstieg: Ohne Pfingsten bleibt das Christentum Religion. Religion definiert sich bekanntlich als Suche des Menschen nach Gott. Mit Pfingsten wird das Christentum zu einer gelebten, lebensver\u00e4ndernden Wirklichkeit. Pfingsten ist unverzichtbar, wenn wir nach dem Kern des Glaubens und seiner lebensver\u00e4ndernden Kraft fragen. Manche haben noch die Auffassung, Christentum sei eine Religion, eine unter vielen anderen Religionen. Seit Pfingsten ist diese Auffassung \u00fcberholt. Pfingsten bezeugt die lebensver\u00e4ndernde Kraft des christlichen Glaubens. Dar\u00fcber wollen wir jetzt nachdenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ank\u00fcndigungen des Pfingstgeschehens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rufen wir uns zun\u00e4chst einmal die vielf\u00e4ltigen Ank\u00fcndigungen des Pfingstgeschehens in Erinnerung. Pfingsten bricht nicht nur einfach ein in die Lebenswelt und den Glauben der J\u00fcnger und der ersten Schar als ein unerwartetes Himmelswunder, sondern Pfingsten war angek\u00fcndigt. Die Apostel wussten ganz genau, dass Pfingsten auf sie zukommt. Die wichtigsten Ank\u00fcndigungen sind:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Johannes der T\u00e4ufer k\u00fcndigt Pfingsten an, indem er sagt: \u201eIch taufe euch mit Wasser, aber es kommt jemand nach mir, der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen\u201c (Mt 3,11). Jesus hat in den bekannten und ber\u00fchmten Abschiedsreden des Johannes-Evangeliums (Joh 13-17) oft und intensiv vom Pfingstgeschehen gesprochen, nat\u00fcrlich in andeutender Weise, denn die J\u00fcnger hatten den Heiligen Geist vor Pfingsten noch nicht. Sie waren unf\u00e4hig, die Geheimnisse des Glaubens und des Pfingstfestes zu verstehen. Jesus musste in Andeutungen mit ihnen reden. In den Abschiedsreden k\u00fcndigt er den Heiligen Geist an unter dem Bild des Tr\u00f6sters, des Parakleten, der ihn, Jesus, vertritt. Der Heilige Geist wird hier als eine Person in den Blick genommen und geschildert, eine Person, die in der Vollmacht Gottes und des Sohnes Gottes auftreten und handeln wird. Der Heilige Geist ist also nicht nur eine Kraft. Er ist eine Person.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Missionsbefehl (Mt 28,20) sind wir schon bei der Kraft des Heiligen Geistes und bei der Ank\u00fcndigung, dass Jesus alle Tage bis zur Vollendung dieses \u00c4ons bei den Seinen sein wird. \u201eIch bin bei euch alle Tage.\u201c Ja, wie ist er denn bei uns, in welcher Weise? In Form unserer Erinnerung, die immer mehr verblasst? In Form eines Beispiels, eines Vorbildes, wie wir es leider heute oft h\u00f6ren? Wie ist Jesus bei uns? Er ist im Heiligen Geist als der Sohn Gottes gegenw\u00e4rtig bei denen, die ihm glauben. Der Vater, der Sohn, der Geist nehmen Wohnung bei all denen, die im Geheimnis des Glaubens leben (Joh 14,23). Die Bibel unterscheidet zwischen einem Zelt, das ist eine \u00dcbergangswohnung, und einer festen Wohnung. Der dreieinige Gott lebt fest, unk\u00fcndbar, in uns und wir in ihm. Das ist Pfingstglaube. Also ist der Missionsbefehl eine Ank\u00fcndigung des Pfingstgeschehens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Auferstehung Jesu finden wir einige sehr interessante Schilderungen, wie sich Jesus den J\u00fcngern gen\u00e4hert hat und wie er mit ihnen gesprochen hat und wie sie mit ihm gesprochen haben. Auch in Joh 20,21-23 finden wir eine deutliche Ank\u00fcndigung des Pfingstgeschehens, denn dort spricht Jesus den J\u00fcngern Frieden zu. Er spricht ihnen ebenso die Vollmacht zu, gesendet zu sein und als Gesendete das Werk Gottes auszurichten, und er nimmt Pfingsten vorweg, indem er sie anhaucht und ihnen sagt: \u201eNehmt hin den Heiligen Geist.\u201c Das ist eine ganz massive k\u00f6rperliche Ank\u00fcndigung des Pfingstgeschehens, verbunden mit der Bevollm\u00e4chtigung zur S\u00fcndenvergebung: \u201eWelchen ihr die S\u00fcnden erlasst, denen sind sie erlassen, und welchen ihr die S\u00fcnden behaltet, denen sind sie behalten.\u201c Kurz vor der Himmelfahrt (Apg 1,8) spricht Jesus noch einmal von Pfingsten, und zwar konkret von der Kraft, die sie empfangen w\u00fcrden, und von der inneren Bevollm\u00e4chtigung, Zeugen dieses Christus zu sein, der den Tod \u00fcberwunden hat, der sich vor der unsichtbaren Welt bezeugt hat und der nun zur Rechten Gottes sitzt. Das waren viele Ank\u00fcndigungen, so dass die J\u00fcnger auf alles vorbereitet waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun k\u00f6nnte man sagen, damals als Initialz\u00fcndung f\u00fcr die J\u00fcnger war das Pfingstfest wichtig. Sie mussten ja neu aufgerichtet und aufgebaut werden. Ihnen musste der Glaube noch ins Herz geschrieben werden. Man k\u00f6nnte auch sagen, f\u00fcr Prediger, f\u00fcr Missionare, f\u00fcr Seelsorger ist der Heilige Geist wichtig. Von denen muss ja etwas ausgehen. Die m\u00fcssen \u00dcberzeugungskraft haben. Die m\u00fcssen schlie\u00dflich das erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, woran sie glauben und warum der Glaube wichtig ist f\u00fcr andere. Aber warum f\u00fcr uns? Warum ist der Heilige Geist f\u00fcr jeden Christen absolut wichtig?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Warum braucht jeder Christ den Heiligen Geist? Vier Antworten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Antwort ist vierf\u00e4ltig und damit vielleicht noch nicht vollst\u00e4ndig, aber diese vier Gr\u00fcnde sprechen f\u00fcr sich. Warum hat Paulus, als er seine Missionsreisen durchf\u00fchrte und Menschen begegnete, die schon etwas von Jesus geh\u00f6rt hatten, bei denen er sich aber unsicher war, ob sie gl\u00e4ubige Christen waren \u2013 warum hat er die nicht nach ihrer Bekehrung gefragt, sondern nach dem Heiligen Geist? \u201eHabt ihr den Heiligen Geist empfangen?\u201c Weil der Heilige Geist Signum, unverkennbares Zeichen und Kennzeichen gelebten Christseins ist. Darf ich ganz pers\u00f6nlich fragen: \u201eHabt ihr den Heiligen Geist empfangen? Hast du den Heiligen Geist empfangen?\u201c Das sollte jeder Christ wissen. \u201eGab es eine solche Ver\u00e4nderung in deinem Leben?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pastor Heinrich Kemner, dessen Mitarbeiter im Geistlichen R\u00fcstzentrum Krelingen ich ja lange war, fragte immer: \u201eWas hat sich in deinem Leben ver\u00e4ndert, als du Christ geworden bist? Irgendetwas hat doch ganz bestimmt der Heilige Geist in deinem Leben bewirkt.\u201c So darf man doch fragen. Und was \u00e4ndert sich, wenn wir den Heiligen Geist bekommen? Um noch einmal Heinrich Kemner zu zitieren: \u201eWenn du ein Spatz gewesen bist, wirst du nat\u00fcrlich keine Nachtigall, aber du wirst ein echter Spatz.\u201c Also: Du wirst ein authentischer Mensch, der wei\u00df, woher er kommt und wohin er geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum brauchen wir den Heiligen Geist, wenn wir als Christen leben wollen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1.) Nur durch den Heiligen Geist kann ich Jesus wirklich als Herrn erkennen, als Herrn dieser Welt, der sichtbaren und unsichtbaren Welt, und als meinen pers\u00f6nlichen Gott und Heiland. Und ebenso als Sch\u00f6pfer der Welt, durch dessen Hand alles gegangen ist. Dem ich mich und mein Leben verdanke. Der den Makrokosmos und den Mikrokosmos in seiner Hand h\u00e4lt. Dessen Wort Inbegriff aller Information, alles Lebens ist. Nur durch den Heiligen Geist kann ich das erkennen und bekennen. \u201eNur durch den Geist k\u00f6nnen wir Jesus den Herrn nennen.\u201c (1 Kor 12,3) Dabei geht es nicht um Lippenbekenntnisse, sondern um die Erkenntnis, dass ER wirklich der Herr ist und wir seine Diener, seine Nachfolger, denn Jesus den Herrn nennen hei\u00dft immer, sich selbst als Diener zu bekennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2.) Nur durch den Heiligen Geist gibt es die Gewissheit, ein Kind Gottes zu sein, die Gewissheit, nach der ja viele Religionen Ausschau halten, und die es woanders nicht gibt und nicht geben kann, denn nur der Heilige Geist gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind (R\u00f6m 8,16). Nur wenn ich den Heiligen Geist habe, wei\u00df ich, dass ich ein erl\u00f6stes und errettetes Kind Gottes bin. Mit allen Gebrechen, das ist klar. Wir sind noch nicht im Himmel angekommen. Aber das sagt mir der Geist Gottes: Christus ist f\u00fcr dich da. Er ist f\u00fcr dich gestorben. Er ist f\u00fcr dich auferstanden, und er lebt in dir. Du darfst unbesorgt in die Zukunft gehen. Er umschlie\u00dft dein ganzes Leben, die Zeit deines Lebens, die Umst\u00e4nde \u2013 Er ist der Hirte, der dich auf rechter Stra\u00dfe f\u00fchrt. Das ist das Werk des Geistes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3.) Nur wer den Heiligen Geist hat, empf\u00e4ngt den Leib der Herrlichkeit. Das ist die Aussage von R\u00f6mer 8. Ein ganzes Kapitel widmet Paulus diesem Herrlichkeitsleib. Das ist ihm so wichtig, dass wir einen Leib empfangen sollen ohne Krankheit, ohne Tod, ohne Tr\u00e4nen, ohne Gebrechlichkeit und vor allem ohne S\u00fcnde. Einen Leib, in dem wir die Sch\u00f6nheit Gottes schauen werden und ihm in freier Dankbarkeit und Hingabe dienen werden von Ewigkeit zu Ewigkeit. Paulus sagt (R\u00f6m 8,23): \u201eWer das Angeld des Heiligen Geistes hat, der darf auch auf diesen Leib, auf die gro\u00dfe Restzahlung warten und sich freuen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4.) Nur im Heiligen Geist gibt es wahre und wirkliche Freude und wahren und wirklichen Frieden (R\u00f6m 14,17). Paulus sch\u00e4tzt die Freuden des Lebens keineswegs gering ein. Er ist kein Kostver\u00e4chter. Aber an dieser Stelle unterscheidet er. Die Herrschaft Gottes besteht nicht darin, dass wir viel und gut essen und trinken k\u00f6nnen. Das d\u00fcrfen wir selbstverst\u00e4ndlich. Aber die Herrschaft Gottes gibt dir noch unendlich mehr: Frieden und Freude. Freude und Frieden im Heiligen Geist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese vier Gr\u00fcnde sollten eigentlich gen\u00fcgen, um jeden Christen davon zu \u00fcberzeugen, dass er den Heiligen Geist dringend ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Pfingstgeschehen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun steuern wir auf das Pfingstgeschehen zu (Apg 2). Wir k\u00f6nnen dieses gro\u00dfartige Kapitel hier nicht ausf\u00fchrlich betrachten und auslegen, aber die wichtigsten Elemente wollen wir doch in den Blick nehmen. F\u00fcnfzig Tage nach dem j\u00fcdischen Passahfest, also nach Tod und Auferstehung Jesu, kommt der Heilige Geist vom Himmel herab \u00fcber die ersten Christen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist eine unerh\u00f6rte Botschaft. Dazu muss man das Alte Testament etwas kennen. Dann wissen wir, dass es an dem f\u00fcnfzigsten Tag nach dem Passahfest ein weiteres Fest gab, ein Hingabe-, Dank- und Opferfest. Da wurden die Erstlingsbrote der neuen Ernte Gott geweiht. Das erste Brot durfte Gott betrachten und als sein Eigentum bewerten. Zu Pfingsten geht es auch um die Erstlinge. Die, die hier mit dem Heiligen Geist erf\u00fcllt werden, sind die Erstlingsschar der Gemeinde Jesu. Eine wunderbare Botschaft. Denn wo es Erstlinge gibt, da gibt es auch noch andere, weitere, viele, sehr viele, die ganze Gemeinde aller R\u00e4ume und aller Zeiten folgt diesen Erstlingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was machen denn die Erstlinge? Sie r\u00fchmen Gott und geben damit ein Zeichen, ein Vorbild f\u00fcr jede christliche Predigt. Jede Predigt hat zun\u00e4chst einmal und zuallererst Gott zu r\u00fchmen und seine Wohltaten in den Mittelpunkt zu stellen. Wenn man sich die Predigtfragmente aus der Apostelgeschichte ansieht, da wird immer und \u00fcberall Gott ger\u00fchmt und gepriesen. Wenn Sie ein Kriterium brauchen f\u00fcr die Predigt Ihres Verk\u00fcndigers in Ihrer Gemeinde \u2013 hier ist das Kriterium. Wird Gott ger\u00fchmt? Werden Gottes Wohltaten in den Mittelpunkt gestellt? Das ist das untr\u00fcgliche Kennzeichen einer neutestamentlich orientierten Predigt. Auch in 1 Petr 2,9, dieser Stelle, die die Vorrechte der christlichen Gemeinde zusammenfasst, ist von den Wohltaten die Rede, die zu verk\u00fcndigen wir berufen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie machen die Erstlinge das denn? Wie predigen die denn? Wie dr\u00fccken sie sich aus? Das griechische Wort <em>glossa<\/em> kann man mit \u201eSprache\u201c und mit \u201eZunge\u201c \u00fcbersetzen. Ich empfehle hier die \u00dcbersetzung \u201eZunge\u201c. \u201e\u2026und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie allen an einem Ort beieinander. Und es geschah pl\u00f6tzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erf\u00fcllte das ganze Haus, in dem sie sa\u00dfen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer, und er setzte sich auf einen jeden von ihnen. Und sie wurden alle erf\u00fcllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu reden in anderen Zungen, wie der Geist ihnen gab, auszusprechen\u201c (Apg 2,1-4).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie sprachen also mit anderen Zungen. Was soll denn das bedeuten? Unsere Zunge ist das Organ, mit dem wir reden, artikulieren, mit dem wir eine Sprache sprechen. Wenn ich eine andere Zunge habe, kann ich also eine andere Sprache sprechen. Das ist wohl hier gemeint. Aber was war das f\u00fcr eine Sprache, die hier pl\u00f6tzlich gesprochen wurde?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denken wir einmal an das Alte Testament, an den Turmbau zu Babel. Was hat Gott damals verh\u00e4ngt, nachdem die Menschheit sich erk\u00fchnt hat, sich einen solchen Namen zu machen, der bis in den Himmel reichen sollte? Das war ja im Grunde ein Ausdruck daf\u00fcr, selber wie Gott sein zu wollen. Da hat Gott die Sprachen verwirrt. Da hat Gott die damals noch einheitliche menschliche Sprache verwirrt, und es entstanden viele Sprachen, so dass die Menschen sich untereinander nicht mehr verst\u00e4ndlich machen konnten. Und hier geschieht nun dieses Wunder, dass eine neue Sprache gesprochen wird, eine Sprache, die bleibt. Eine Sprache, in der die Menschen sich verstehen und verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen. Eine Sprache, die im Himmel gesprochen wird. Eine Sprache, die dort vor dem Thron Gottes gesprochen werden wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer die Johannes-Offenbarung kennt, der wei\u00df, dass sich dort Menschen aus vielen V\u00f6lkern und Sprachen vor Gott vereinigen und eine einzige Sprache sprechen und in dieser Sprache Gott r\u00fchmen. Und hier zu Pfingsten geschieht dieses Wunder, dass diese Sprache schon aufblitzt in Zeit und Raum. Und andere Menschen aus allen m\u00f6glichen L\u00e4ndern und Sprachen und Dialekten verstehen diese Sprache, Menschen aus allen m\u00f6glichen V\u00f6lkerschaften. Gemeint sind hier Diaspora-Juden, die sich zu diesem Erntefest zu Pfingsten in Jerusalem versammelt haben. Die verstehen jetzt, dass und wie hier Gott ger\u00fchmt wird. Die werden hineingenommen in diese himmlische Anbetung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie ist das zu verstehen, dass Menschen eine neue Sprache verstehen k\u00f6nnen, die sie noch nie geh\u00f6rt hatten? Die konnten sie doch unm\u00f6glich verstehen. Das l\u00e4sst sich nur deuten als ein H\u00f6rwunder, das neben das Sprachwunder tritt. Der Heilige Geist bef\u00e4higt die ersten Christen, sich hineinnehmen zu lassen in die himmlischen Lobges\u00e4nge, und er bef\u00e4higt gleichzeitig H\u00f6rer, die sich dem nicht verschlie\u00dfen, sich ebenfalls hineinnehmen zu lassen in diese himmlischen Lobpreisges\u00e4nge. Das ist das doppelte Wunder des ersten Pfingstfestes der Gemeinde Jesu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir merken, Pfingsten zieht uns hinein in den Thronsaal Gottes, wo wir in ewiger Anbetung Gott r\u00fchmen und preisen. Pfingsten weist \u00fcber sich hinaus. Wir merken, wenn wir diese Verse lesen und auch das, was Petrus in seiner Pfingstpredigt sagt, dass all die Ank\u00fcndigungen Jesu in seinen Abschiedsreden sich hier schlagartig erf\u00fcllen. Die J\u00fcnger und die anderen Mitglieder der ersten Gemeinde werden mit dem Heiligen Geist getauft. Der Tr\u00f6ster ist da, der sie in alle Wahrheit leitet, der ihnen Verstehen und Verst\u00e4ndnis schenkt. Jesus Christus selbst ist gegenw\u00e4rtig im Heiligen Geist. Es ist Kraft da, und es ist Vollmacht da. Alles, was vor Pfingsten mit Pfingsten verbunden war, das l\u00f6st sich ein und erf\u00fcllt sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Pfingstpredigt des Petrus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehen wir uns die Pfingstpredigt des Petrus an (Apg 2,17-36). Petrus gibt zuerst eine Deutung dieses Pfingstereignisses und hat dann eine besondere Botschaft. Die Deutung bezieht sich auf ein Zitat aus dem Prophetenbuch des Joel im 3. Kapitel, der das schon Jahrhunderte vor Christus angek\u00fcndigt hat, dass Gott seinen Geist allem Fleisch zuteilwerden lassen wird. Das ist die Ursprungsverhei\u00dfung, der wir es heute verdanken, dass auch wir den Heiligen Geist empfangen k\u00f6nnen. Joel spricht zu Israel, zu j\u00fcdischen Menschen: Ihr sollt das vermitteln. Ihr werdet ausgestattet werden mit Vollmacht zur Predigt und Verk\u00fcndigung. Das ist also das Zweite, dass wir empfangen k\u00f6nnen. Erstens den Heiligen Geist, und zweitens die Botschaft, die Israel weitergeben soll, n\u00e4mlich der V\u00f6lkerwelt das Wort Gottes weiterzusagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich w\u00fcrde hier nicht sein und ich k\u00f6nnte nicht in mein Bibelbuch hineinblicken, wenn nicht j\u00fcdische Menschen bevollm\u00e4chtigt gewesen w\u00e4ren, diese Botschaft aufzuschreiben und weiterzusagen. Und in Zukunft, in der neuen Welt Gottes, wird Israel in einem jetzt noch ungeahnten Ausma\u00df diese Ursprungsverhei\u00dfung aus Joel in die Tat umsetzen, wenn es erneuert wird und Christus gekommen sein wird, und wenn es eingesetzt wird in diese Uralt-Verhei\u00dfung, ein Priester- und K\u00f6nigsvolk f\u00fcr die Menschen zu sein. Auch das ist schon hier in der Vision des Joel zu finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder soll errettet werden, der Christus anruft. Auch das ist schon von Joel angek\u00fcndigt. Was ist das f\u00fcr ein Prophet! Was ist das f\u00fcr eine prophetische Botschaft! Und wenn wir dann noch die Botschaft des Petrus h\u00f6ren, dann bekommen wir einen noch gewaltigeren Eindruck. Hier erf\u00fcllt sich das, was das Kernzentrum christlicher Botschaft, der Ruhm Gottes und die Darstellung christlicher Wohltat ist. Denn was macht Petrus in dieser Pfingstpredigt anderes, als dass er die gr\u00f6\u00dfte Wohltat Gottes, die es \u00fcberhaupt gibt, n\u00e4mlich die Bezwingung des Todes f\u00fcr die todesverfallene Menschheit in den Mittelpunkt stellt, und die Auferweckung Christi predigt. Diese Predigt geht vielen durchs Herz. Das ist immer Kennzeichen echter Erweckung, f\u00fcr die wir heute auch t\u00e4glich beten sollten. Dass da Menschen kommen und sagen: \u201eWas sollen wir tun? Wie geht es jetzt weiter in unserem Leben, wenn Gott das gemacht hat?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann kommt der leider sehr kurzgehaltene Bericht \u00fcber die erste Gemeinde (Verse 42-47). Wir kennen die vier ma\u00dfgeblichen Kennzeichen dieser ersten Gemeinde, die damit auch Urbild der christlichen Gemeinde geworden ist. Wir k\u00f6nnen und sollten unsere eigene Gemeinde an diesem Urbild immer wieder messen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1.) Sie hielten unbeirrt an der Lehre der Apostel fest. Wie viele Gemeinden haben hier heute Nachholbedarf. Wie weit hat sich gerade die evangelische Kirche von der lehre der Apostel entfernt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2.) Sie nehmen Anteil aneinander. Sie pflegten praktische Gemeinschaft. Sie nahmen Anteil an den N\u00f6ten, an den Leiden und Freuden der anderen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3.) Sie feierten das Mahl des Herrn und vergegenw\u00e4rtigten sich damit die Auferstehung Jesu immer wieder und lebten in der praktischen Vergebung der Schuld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4.) Sie beteten gemeinsam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist Gemeinde. Das ist Pfingstgemeinde im besten Sinn des Wortes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zusammenfassung: Das Werk des Heiligen Geistes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich fasse das Werk des Heiligen Geistes zusammen. 1.) Er lehrt uns, die Worte Jesu zu verstehen. Er \u00fcbt sie uns ein. Der Heilige Geist ist unser Trainer. Er ist unser Seelsorger. Er hilft uns. Er nimmt uns an die Hand. 2.) Er f\u00fchrt uns in die Wahrheit, in alle Wahrheit (Joh 16,13). Wahrheit ist immer die Wirklichkeit, wie Gott sie sieht und wie Gott sie erschafft. Wir bekommen durch den Heiligen Geist einen Blick, die Welt, uns selbst, andere Menschen so zu sehen, wie Gott sie sieht. Das ist Ein\u00fcbung in eine neue Sicht der Dinge, die der Heilige Geist uns schenkt. Die ist voller Hoffnung, blickt hinter die Kulissen, versteht den Menschen besser als er sich selber. Das ist dieses Lehren und Erinnern. Das ist dieses Hineingenommen sein in die Wahrheit. 3.) Er verherrlicht Christus. Er macht Christus gro\u00df, und das kann er nur so machen, indem er uns auf den Boden der Tatsachen, auf den Teppich zur\u00fcckholt. Er macht uns realistisch. Wenn der Heilige Geist an uns wirkt, beginnen wir an unseren M\u00f6glichkeiten zu verzagen und an Gottes M\u00f6glichkeiten zu glauben, seine Allmacht und unsere Ohnmacht einzukalkulieren in unser Leben. Das ist Werk des Heiligen Geistes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie bekommt man den Heiligen Geist?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn nun jemand fragen will, wie bekomme ich den Heiligen Geist, dann gibt es nur eine Antwort: Indem du Jesus Christus einl\u00e4dst, dein Herr und dein Erl\u00f6ser zu sein. Denn er bringt den Heiligen Geist mit, so wie er es angek\u00fcndigt hat (Joh 7,37): \u201eWen da d\u00fcrstet, der komme zu mir und der an mich glaubt, trinke. Wie geschrieben steht: Str\u00f6me lebendigen Wassers werden von ihm flie\u00dfen.\u201c Das \u201eihm\u201c meint Jesus. Jesus ist die Quelle des Heiligen Geistes. Von ihm gehen diese Lebensstr\u00f6me aus. Das hat schon Jesaja angek\u00fcndigt. \u201eIch will Wasser gie\u00dfen auf das Durstige und Str\u00f6me auf das D\u00fcrre\u201c (Jes 44,3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich w\u00fcnsche allen Lesern ein Pfingstfest, das uns aus der Zeit in die Ewigkeit hineinnimmt, das uns aus der Verg\u00e4nglichkeit in die Unverg\u00e4nglichkeit f\u00fchrt, und das unser Glaubensfundament wird, ist und bleibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pastor Dr. Joachim Cochlovius<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dieser Text ist eine etwas \u00fcberarbeitete Fassung meines Vortrags \u00fcber das Pfingstfest, den ich f\u00fcr die Bibel TV-Reihe \u201eFestzeiten des Glaubens\u201c aufgezeichnet habe. Diese 7-teilige Vortragsreihe \u00fcber das Kirchenjahr mit TV-Seminaren zu den Themen Advent, ,,Wie soll ich dich empfangen?\u201c, Weihnachten, \u201eGnadenbringende Weihnachtszeit\u201c, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten ist als DVD-Set in der Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes f\u00fcr 20,00 Euro zzgl. Versandkosten erh\u00e4ltlich. Bestellungen bitte an <a href=\"mailto:info@gemeindehilfsbund.de\">info@gemeindehilfsbund.de<\/a> schicken oder \u00fcber den Link Bestellungen auf <a href=\"http:\/\/www.gemeindehilfsbund.de\">www.gemeindehilfsbund.de<\/a>. <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Pfingstfest wird von manchen als der Geburtstag der Kirche angesehen. Manche Christen feiern Pfingsten als Fest der Geisterf\u00fcllung. Wieder andere feiern es als ein liebliches Fr\u00fchlingsfest, wie es Goethe tat. Die Frage ist, was ist Pfingsten nach dem biblischen Zeugnis wirklich. Was bedeutet dieses Fest? 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