{"id":18062,"date":"2021-05-20T09:16:12","date_gmt":"2021-05-20T07:16:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18062"},"modified":"2021-05-20T09:17:55","modified_gmt":"2021-05-20T07:17:55","slug":"das-kind-wird-zur-ideologischen-knetmasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18062","title":{"rendered":"Das Kind wird zur ideologischen Knetmasse"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Gr\u00fcne und FDP wollen das k\u00f6rperliche Geschlecht per Gesetz aufl\u00f6sen und den Geschlechtswechsel von Kindern beschleunigen. Das Vorhaben ist verantwortungslos. Im Windschatten \u00f6ffentlicher Aufmerksamkeit werden am Mittwoch im Bundestag zum zweiten und dritten Mal zwei Gesetzentw\u00fcrfe verlesen, die Kinder zum Experimentierfeld der Pharmaindustrie und ideologischer Interessen machen, an deren Folgen sie mitunter ihr Leben lang leiden werden. Man muss das so drastisch formulieren, denn die Entw\u00fcrfe zur Reform des Transsexuellengesetzes, den die Gr\u00fcnen und in etwas abgemilderter Form die FDP vorlegen, sind ein koordinierter Angriff auf die medizinische Ethik. Sie schreiben unter der Androhung von Geldstrafen einen ideologischen Geschlechterbegriff fest, der wissenschaftliche Unterscheidungen in den Wind schl\u00e4gt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Willen beider Parteien soll k\u00fcnftig jeder j\u00e4hrlich sein Geschlecht durch einen reinen Sprechakt \u00e4ndern k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus soll die Altersgrenze f\u00fcr den k\u00f6rperlichen Geschlechtswechsel gesenkt werden. Mit vollendetem vierzehnten Lebensjahr sollen Kinder nach dem Entwurf der Gr\u00fcnen auch gegen den Willen ihrer Eltern \u00fcber einen hormonellen und operativen Geschlechtswechsel entscheiden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein experimenteller Akt an Kindern<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Feministinnen, f\u00fcr die Frauen mehr als soziale Konstrukte sind, sehen die Errungenschaften der Frauenbewegung bedroht, weil jeder Mann sich nun durch eine einfache Erkl\u00e4rung zur Frau deklarieren und in deren Schutzzonen eindringen k\u00f6nne. Ma\u00dfnahmen zur Frauenf\u00f6rderung w\u00fcrden ebenso ausgeh\u00f6hlt wie ihr Schutz vor Gewalt. Kindersch\u00fctzer und Elternverb\u00e4nde laufen Sturm, weil Kindern noch vor vollendeter Geschlechtsreife, mitten in den Wirren der Pubert\u00e4t, eine Entscheidung in die H\u00e4nde gelegt w\u00fcrde, deren Folgen sie nicht \u00fcberblicken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sexualmedizinerin Renate F\u00f6rsterling, selbst Transsexuelle, warnt in einer aktuellen Eingabe an beide Parteien vor dem fatalen Irrglauben, Kindern k\u00f6nnten die Tragweite der irreversiblen Entscheidung, die mit Amputationen, lebenslanger Hormongabe und Nachfolgeoperationen sowie f\u00fcr Frauen mit dem Verlust der Geb\u00e4rf\u00e4higkeiten einhergeht, auch nur ann\u00e4hernd einsch\u00e4tzen. Die \u00c4rztin f\u00fchlt sich daran erinnert, wie die Gr\u00fcnen die kindliche Autonomie bei ihrer verh\u00e4ngnisvollen Parteinahme f\u00fcr p\u00e4dophilen Sex \u00fcbersch\u00e4tzten. Besonders auff\u00e4llig sei, wie in den Entw\u00fcrfen das Tempo f\u00fcr die Entscheidung zur Geschlechtsumwandlung forciert werde. Eine unumkehrbare Lebensentscheidung soll offensichtlich im Schnelldurchgang getroffen werden. Mit gutem Grund ist der Geschlechtswechsel von Kindern bisher an einen Eingew\u00f6hnungsprozess, \u00e4rztlichen Rat und die Zustimmung der Eltern gebunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An die Einnahme von Pubert\u00e4tsblockern, die den kindlichen K\u00f6rper massiv ver\u00e4ndern, schlie\u00dft sich einer britischen Studie zufolge in 98 Prozent der F\u00e4lle der operative Geschlechtswechsel an. Kinder, die keine Hormone einnehmen, geben den Wunsch zum Geschlechtswechsel dagegen nach Langzeitstudien zu neunzig Prozent nach der Pubert\u00e4t auf. Die in ihrer Langzeitwirkung kaum erforschten Pubert\u00e4tsblocker sind nicht neutral, sie f\u00f6rdern den Wunsch nach Geschlechtswechsel. Der Londoner High Court bezeichnete ihren Einsatz als experimentellen Akt an Kindern. Die Schauspielerin Ellen Page, die Ende 2020 den Namen Elliot annahm und seither eine Ikone der Transgender-Bewegung ist, bezeichnete all diejenigen als &#8222;M\u00f6rder&#8220;, die vom Einsatz von Pubert\u00e4tsblockern im Kindesalter abraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Per Gesetz auf eine Ideologie verpflichtet<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun hat niemand Einblick in das innere Erleben eines Kindes, das sich in seinem angeborenen Geschlecht unwohl f\u00fchlt. Nicht zu \u00fcbersehen sind dagegen die ideologischen Kr\u00e4fte innerhalb der Transgenderbewegung, die, wie Page, eine offene Debatte mit allen Mitteln verhindern wollen. Gr\u00fcne und FDP bieten sich ihnen als Erf\u00fcllungsgehilfen an. Ihre Entw\u00fcrfe vermischen die Belange von Transsexuellen und Intersexuellen unter dem diffusen Begriff der Geschlechtsidentit\u00e4t, ganz nach dem Motto des internationalen Transgenderverbands, man m\u00f6ge sich an eine popul\u00e4re Reform (Intersexualit\u00e4t) anh\u00e4ngen, um unter diesem Deckmantel Positionen durchzufechten, f\u00fcr die es keinen Konsens in der Bev\u00f6lkerung gibt. Kritische Stimmen wie der Transmann Till Randolf Amelung werden von \u00f6ffentlichen Debatten ausgeladen, wie j\u00fcngst an der Universit\u00e4t Vechta zu erleben. Die Freien Demokraten scheinen sich an dieser Form der Freiheitsbeschr\u00e4nkung nicht zu st\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun t\u00e4uscht das Konzept der Geschlechtsidentit\u00e4t aber nur dar\u00fcber hinweg, dass es bei der Geschlechtsumwandlung nicht nur um Sprechakte, sondern auch um folgenreiche Eingriffe in den K\u00f6rper geht. Das Konzept, das k\u00f6rperliche Tatsachen wie die Unterscheidung von Ei- und Samenzellen in einem sprachmagischen Akt aufhebt, folgt einer ideologischen Sichtweise, die Geschlecht rein von der sozialen Seite in den Blick nimmt und die nat\u00fcrliche Basis unterschl\u00e4gt. F\u00fchrende Vertreter dieser Ideologie wie Judith Butler gehen davon aus, man k\u00f6nne Materie, also auch Keimzellen, rein durch Sprache verwandeln. Den praktischen Nachweis sind sie bislang schuldig geblieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So kommt es zu der Paradoxie, dass medizinische Expertise im Kampf gegen den Virus hoch gesch\u00e4tzt, in der Gesellschaftspolitik dagegen ignoriert wird. Medizinische Vertreter wurden von Gr\u00fcnen und FDP erst gar nicht in den Expertenausschuss des Bundestags geladen. So erspart man sich die Aufkl\u00e4rung dar\u00fcber, dass die Reform, die Geschlechterrollen aufl\u00f6sen soll, in der operativen Praxis eine umso h\u00e4rtere Festschreibung auf das neue Wunschgeschlecht bringt, das man als Transperson doch nicht ganz, bis in die Keimzellen hinein, erreicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Transition ist eine nur unter gro\u00dfen Schmerzen umkehrbare Lebensentscheidung. Liberal sind diese Reformanstrengungen nur dem Namen nach. Beide Entw\u00fcrfe versuchen, die Bev\u00f6lkerung per Gesetz auf eine Ideologie zu verpflichten. Wer das vergangene Geschlecht einer geschlechtsumgewandelten Person benennt, kann nach dem Entwurf der Gr\u00fcnen zu einer Strafzahlung von 2500 Euro verurteilt werden. Die Pflicht zum Beschweigen der Vergangenheit kennt man aus autorit\u00e4ren Regimen. Was ist von Parteien, die B\u00fcrger unter Strafandrohung zur L\u00fcge auffordern, noch zu erwarten?<\/p>\n<p class=\"moz-quote-pre\"><em>Thomas Thiel, FAZ.NET, 17.05.2021<\/em><\/p>\n<p class=\"moz-quote-pre\"><em>\u00a9 Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verf\u00fcgung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gr\u00fcne und FDP wollen das k\u00f6rperliche Geschlecht per Gesetz aufl\u00f6sen und den Geschlechtswechsel von Kindern beschleunigen. Das Vorhaben ist verantwortungslos. 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