{"id":18037,"date":"2021-05-05T16:33:09","date_gmt":"2021-05-05T14:33:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18037"},"modified":"2021-05-05T16:33:09","modified_gmt":"2021-05-05T14:33:09","slug":"lebendiges-wasser-in-nigeria","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18037","title":{"rendered":"Lebendiges Wasser in Nigeria"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Daniel Zagi und seine Frau Victoria stehen wie immer um 04:45 Uhr auf. Ein weiterer Tag \u201eJ\u00fcngerschaft\u201c wartet auf sie. Sie gehen in die Kapelle, um mit den Menschen in ihrer Obhut Gott zu loben. Ein volles Tagesprogramm schlie\u00dft sich f\u00fcr die jungen Christen aus muslimischen Familien an. Es geht bei der \u201eJ\u00fcngerschaft\u201c darum, Jesus besser kennenzulernen. Nachfolge einzu\u00fcben. Destruktive Verhaltensweisen und negatives Denken zu \u00fcberwinden. Ziel ist es, Christus \u00e4hnlicher zu werden.<\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daniel ist in einzigartiger Weise qualifiziert, junge Christen mit muslimischem Hintergrund zu betreuen. W\u00e4hrend er im nigerianischen Bundesstaat Bauchi aufwuchs, litt Daniel unter den vier muslimischen Ehefrauen seines Vaters. Seine leibliche Mutter war Christin. Im Alter von 19 Jahren kam Daniel zum Glauben an Jesus. Er hatte erkannt, dass er Jesus braucht. In seiner Gemeinde lernte er Victoria kennen. Victoria war eine Beterin und folgte Jesus ernsthaft nach. Die beiden heirateten und beschlossen, gemeinsam Jesus zu dienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie Samariter in Nigeria <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den sp\u00e4ten 1990er Jahren sp\u00fcrte Daniel, dass Jesus ihn in eine Richtung rief, in die er nicht gehen wollte. \u201eIch erkannte, dass Jesus mich zu den Muslimen berief\u201c, sagte Daniel. Aber er wollte nicht. \u201eHerr, nicht die Muslime\u201c, betete er. \u201eIch w\u00fcrde ja mit anderen Menschen arbeiten, aber nicht mit Muslimen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4ter las Daniel die Geschichte von der Samariterin am Brunnen. Der Bericht traf ihn. Wie Jesus das Gespr\u00e4ch am Brunnen f\u00fchrte, widersprach der Gepflogenheit der Juden. Sie pflegten keine Gemeinschaft mit Samaritern. Daniel wurde nachdenklich. Ihn erinnerte das an die Beziehung zwischen Christen und Muslimen in Nigeria. So begann seine Lebenswende: Er beschloss, als Evangelist und Gemeindegr\u00fcnder unter Muslimen zu arbeiten. Im Bundesstaat Bauchi fing er an, in den D\u00f6rfern zu predigen. In einem Dorf fanden f\u00fcnf Menschen zum Glauben. Sie wollten eine Gemeinde gr\u00fcnden. Daniel stellte kurzerhand einen frischgebackenen Bibelschulabsolventen als Pastor ein und bezahlte ihn aus eigener Tasche. \u201eIch war so aufgeregt\u201c, sagte Daniel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Es funktioniert nicht <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei Wochen sp\u00e4ter reiste Daniel wieder in das Dorf. Dort erfuhr er, dass die f\u00fcnf zum Islam zur\u00fcckgekehrt waren. Was war geschehen? Der Pastor hatte die jungen Christen im Glauben angeleitet. Er hatte alles so gemacht wie mit jeder anderen Gruppe von Christen auch. Nur hier hatte es nicht \u201efunktioniert\u201c. Warum nicht? Weil diesen Jungbekehrten die Grundlagen fehlten. Was auch immer der Pastor erkl\u00e4rte, sie verstanden es gar nicht richtig. Vor allem konnten sie nicht mit der Verfolgung umgehen, die sie durch ihre Familien und das Dorf erfuhren. Darauf waren sie nicht vorbereitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem R\u00fcckschlag erkannte Daniel Gottes Reden. \u201eWenn du das Neue nicht am Leben erhalten kannst, fange nichts Neues an.\u201c Daniel verstand, dass er sich auf J\u00fcngerschaft f\u00fcr Christen aus muslimischem Hintergrund konzentrieren musste. Jesus wurde ihm zum Vorbild. Nachdem er die Frau am Brunnen getroffen hatte, war Jesus zwei Tage bei den Samaritern geblieben. So wollte Daniel es jetzt machen: Mit Victorias Einverst\u00e4ndnis blieb er f\u00fcr mehrere Tage in dem Dorf und nahm dann sieben Neubekehrte mit nach Hause. Drei von ihnen gaben auf. Vier der jungen Christen blieben bei ihnen. Durch sie wurde der Dienst insgesamt effektiver. Denn nachdem die vier fester im Glauben geworden waren, halfen sie dabei, andere zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach ein paar Jahren wurde klar, dass sie und die jungen Gl\u00e4ubigen den Bundesstaat Bauchi aus Sicherheitsgr\u00fcnden verlassen mussten. Das Gebiet, das bereits mehrheitlich muslimisch war, wurde zu einer islamistischen Hochburg. Eine Gruppe von Extremisten \u00fcberfiel Victoria in ihrem Haus. Das Ehepaar wusste nicht, wohin sie gehen sollten, aber sie vertrauten darauf, dass Gott sie leiten w\u00fcrde. Sie beteten f\u00fcr ein sicheres Grundst\u00fcck mit der M\u00f6glichkeit einer einfachen Unterbringung in Mehrbettzimmern und einem Klassenraum. Sie hatten keine Ahnung, wie das Wirklichkeit werden k\u00f6nnte. Sie beteten einfach weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das lebendige Wasser finden <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie zogen nach Jos. Die Stadt liegt im Plateau State. Dieser Bundesstaat liegt in der \u00f6stlichen Mitte des Landes und grenzt im Norden an den Bundesstaat Bauchi. Irgendwo hier verl\u00e4uft inzwischen die Bruchlinie zwischen dem christlich gepr\u00e4gten S\u00fcden Nigerias und dem mehrheitlich muslimisch gepr\u00e4gten Norden. Hier entdeckte Daniel eine Bibelstelle f\u00fcr sich, die wegweisend f\u00fcr seinen Dienst wurde: \u201eJeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr durstig sein. Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zu einer Quelle werden, die unaufh\u00f6rlich flie\u00dft, bis ins ewige Leben.\u201c (Johannes 4,13\u201314).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daniel wurde klar: Er sollte neu bekehrten Christen aus muslimischem Hintergrund helfen, dieses lebendige Wasser zu finden. Er wollte diesen jung Bekehrten nicht nur Zuflucht bieten, sondern sie zu J\u00fcngern ausbilden. Dann k\u00f6nnten sie das Evangelium mit anderen Muslimen teilen. Als Daniel und Victoria ein Grundst\u00fcck mit einem Tor, Mehrbettzimmern und einem Klassenraum fanden, wussten sie: Das ist es. Gott hatte f\u00fcr sie gesorgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir haben erlebt wie Menschen wegen ihrer Bekehrung ermordet wurden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Training ist wichtig <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und heute, 22 Jahre sp\u00e4ter, geht dieser Dienst weiter. Daniel und Victoria haben in den Jahren eine Menge gelernt. \u201eEs war nicht einfach. Wir haben erlebt, wie Menschen wegen ihrer Bekehrung ermordet wurden&#8220;, sagte Daniel. \u201eAber das J\u00fcngerschaftstraining ist wichtig. Nicht nur, weil wir die Christen an einen sicheren Ort bringen k\u00f6nnen, sondern auch, weil sie hier Jesus besser kennen lernen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daniel wei\u00df, wie wichtig es ist zu betonen, dass Jesus Gottes Sohn ist. Gem\u00e4\u00df der muslimischen Lehre hat Gott keinen Sohn (Koran, Sure 112). Aber ohne diesen Sohn Gottes, ohne Jesus gibt es keine Rettung. Daniel wei\u00df, wie wichtig es ist, dass ehemalige Muslime das verstehen. Nur so k\u00f6nnen sie lernen, ihren Glauben allein an Jesus festzumachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die J\u00fcngerschaftsschule folgt einem strikten Plan. Dazu geh\u00f6rt zun\u00e4chst ein Alphabetisierungstraining, um sicherzustellen, dass die jungen Christen die Bibel auch selbst lesen k\u00f6nnen. Und dann studieren sie die Bibel und geben das Gelernte weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Freitage sind dem Gebet und Fasten gewidmet. Die jungen Christen beten f\u00fcr die Menschen, die an diesem Feiertag der Muslime in einer Moschee zusammenkommen. Sie beten besonders darum, dass Gottes Geist ihre Herzen \u00f6ffnet f\u00fcr Jesus, f\u00fcr das Evangelium. Nach einigen Monaten der Vorbereitung schlie\u00dfen sie sich dann einer Gemeinde an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gott macht keine Fehler <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Laufe der Jahre hat Daniel ganz unterschiedliche Reaktionen auf seinen Dienst erhalten. In Gro\u00dfbritannien bot ihm ein besorgter Christ an, ihm und seiner Familie zum Asyl zu verhelfen. \u201eDenken Sie, dass Gott einen Fehler gemacht hat, dass er mich in Nigeria berufen hat?\u201c fragte Daniel den Mann. \u201eIn Nigeria ist unser Platz. Meine Frau und ich sind da, Gott sei Dank, einer Meinung. Aber bitte beten Sie f\u00fcr uns, dass der Herr uns sch\u00fctzt, damit wir das dort Evangelium verk\u00fcndigen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott kann sogar noch durch den islamistischen Terror Menschen zu sich ziehen. \u201eViele Muslime kommen so zu Jesus.\u201c Daniel erkl\u00e4rt: \u201eDer Terror schreckt auch viele Muslime ab. Die fragen sich dann, was das mit dem Islam ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daniels Bitte an uns: \u201eWenn Sie etwas f\u00fcr uns tun wollen, beten Sie, dass wir diese Verfolgung aushalten und hier f\u00fcr Jesus arbeiten k\u00f6nnen. Wir k\u00e4mpfen hier f\u00fcr die Sache des Evangeliums.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Hilfsaktion M\u00e4rtyrerkirche, April 2021 (www.verfolgte-christen.de)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Daniel Zagi und seine Frau Victoria stehen wie immer um 04:45 Uhr auf. Ein weiterer Tag \u201eJ\u00fcngerschaft\u201c wartet auf sie. 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