{"id":18024,"date":"2021-04-29T17:47:30","date_gmt":"2021-04-29T15:47:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18024"},"modified":"2021-04-29T17:47:30","modified_gmt":"2021-04-29T15:47:30","slug":"die-ehe-fuer-alle-im-licht-der-biblischen-ehelehre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18024","title":{"rendered":"Die \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c im Licht der biblischen Ehelehre"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Als der Deutsche Bundestag am 30. Juni 2017 mit deutlicher Mehrheit (393 Jastimmen, 226 Neinstimmen, 4 Enthaltungen) die sog. \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c einf\u00fchrte, war der Jubel bei den Bef\u00fcrwortern gro\u00df. Die drei Parteien SPD, Gr\u00fcne und Linke hatten geschlossen daf\u00fcr gestimmt und von CDU\/CSU 75 Abgeordnete. Bei Befragungen unter der Bev\u00f6lkerung im Anschluss an das neue Gesetz \u00e4u\u00dferten sich viele positiv. Der Tenor bei den Bef\u00fcrwortern war: Jeder solle doch sein Leben so gestalten, wie er es f\u00fcr richtig h\u00e4lt. Wenn M\u00e4nner M\u00e4nner lieben und Frauen Frauen, dann sollten sie ihrem gemeinsamen Leben auch einen rechtlichen Rahmen geben k\u00f6nnen, der keinerlei Unterschied mehr mache zur traditionellen Ehe von Mann und Frau.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegner des Gesetzes meinten allerdings, dass der Bundestag mit diesem Gesetz gegen das Grundgesetz versto\u00dfen habe, das ausdr\u00fccklich die Ehe von Mann und Frau und die daraus erwachsene Familie unter den besonderen staatlichen Schutz stelle. Auch Bundeskanzlerin Merkel erkl\u00e4rte im Anschluss an die Abstimmung, dass das Grundgesetz allein die Ehe von Mann und Frau unter die staatliche F\u00fcrsorge stelle und dass sie gegen das Gesetz gestimmt habe. 2018 haben etwa 37 000 gleichgeschlechtliche Paare vom \u201eGesetz zur Einf\u00fchrung des Rechts auf Eheschlie\u00dfung f\u00fcr Personen gleichen Geschlechts\u201c Gebrauch gemacht. F\u00fcr 2019 und 2020 konnte ich keine statistischen Angaben finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutschland hat sich mit diesem Gesetz einer Reihe mittel-, west- und nordeurop\u00e4ischer L\u00e4nder angeschlossen, die ebenfalls das Rechtsinstitut \u201eGleichgeschlechtliche Ehe\u201c eingef\u00fchrt haben. Das erste Land in dieser Hinsicht waren die Niederlande, die bereits 2001 ein entsprechendes Gesetz verabschiedet haben. Einen nicht zu untersch\u00e4tzenden Werbeeffekt f\u00fcr die \u201egleichgeschlechtliche Ehe\u201c bewirkte der fr\u00fchere franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Hollande, der in seinem Wahlkampf 2012 die Einf\u00fchrung der von ihm so genannten \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c versprach. Die meisten ost- und s\u00fcdeurop\u00e4ischen L\u00e4nder bieten mittlerweile gleichgeschlechtlichen Paaren das Rechtsinstitut \u201eEingetragene Partnerschaft\u201c an, verzichten aber auf die Rechtskonstruktion \u201eGleichgeschlechtliche Ehe\u201c. Einige L\u00e4nder wie Polen, Ungarn und Kroatien haben in ihrer Verfassung verankert, dass eine Ehe nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden kann. Weltweit gesehen ist die gleichgeschlechtliche Ehe in der westlichen Hemisph\u00e4re weitgehend rechtlich anerkannt (in Kanada seit 2005, in Argentinien seit 2010, in Brasilien seit 2013, in den USA seit 2015). Abgelehnt wird sie von Russland und fast allen L\u00e4ndern Afrikas und Asiens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstaunlich ist das rasante Tempo der rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Verbindungen als \u201eEingetragene Partnerschaft\u201c bzw. als \u201eGleichgeschlechtliche Ehe\u201c in der westlichen Welt. Es sind immerhin erst 20 Jahre vergangen, seit das erste Land (Niederlande) den Weg zur rechtlichen Verankerung der \u201egleichgeschlechtlichen Ehe\u201c frei machte. Christa Meves, die bekannte Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, sprach schon in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von der kommenden \u201eHomosexualisierung Europas\u201c. \u00dcberblickt man die schnelle Anbindung der \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c an die Rechtssysteme Mittel-, West- und Nordeuropas und der beiden amerikanischen Kontinente, wird man ihr recht geben m\u00fcssen, zumindest was die ideengeschichtliche Verbreitung angeht. Das ist Grund genug, zu versuchen, diese Entwicklung im Licht der biblischen Eheauffassung zu betrachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein zentraler biblischer Ausgangstext ist das Streitgespr\u00e4ch Jesu mit den Pharis\u00e4ern \u00fcber die Ehescheidung in Mt 19. Jesus f\u00fchrt hier die Ehe von Mann und Frau unmittelbar auf die Sch\u00f6pfung zur\u00fcck. \u201eHabt ihr nicht gelesen, dass der, der am Anfang den Menschen gemacht hat, sie schuf als Mann und Frau?\u201c (Mt 19,4) Die Bipolarit\u00e4t des Menschen ist also nach Jesu Worten das Ergebnis des Willens Gottes. Es bedarf keiner weiteren \u00dcberlegung, um festzustellen, dass damit die Ehe von Mann und Frau in Jesu Augen als eine unmittelbare Stiftung Gottes anzusehen ist. Es ist v\u00f6llig undenkbar, dass Jesus eine gleichgeschlechtliche Verbindung eines Mannes mit einem Mann bzw. einer Frau mit einer Frau, die auch sexuelle Praxis mit einschlie\u00dft, als ein Sch\u00f6pfungswerk Gottes angesehen h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine weitere biblische Kernaussage zum Thema Ehe ist der Fruchtbarkeitssegen, den Gott nach 1 Mose 1,28 \u00fcber Mann und Frau ausgesprochen hat. Damit ist die Ehe von Mann und Frau au\u00dferordentlich geadelt, denn hier geschieht nichts Geringeres als die \u00dcbertragung g\u00f6ttlicher Sch\u00f6pferintelligenz und Sch\u00f6pferkraft auf den Menschen. Letztlich hat der Fruchtbarkeitssegen aber eine soteriologische Dimension, d.h. er dient dazu, Menschen das Leben zu geben, f\u00fcr die Jesus Christus gekommen ist, um sie von S\u00fcnde, Tod und Teufel zu erl\u00f6sen. Bedenkt man diesen hohen Stellenwert menschlicher Fruchtbarkeit in der Bibel, f\u00e4llt es schwer, sich vorzustellen, dass die \u201egleichgeschlechtliche Ehe\u201c, die keine Nachkommen zeugen kann, ebenfalls dem Zweck des Fruchtbarkeitssegens entspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine dritte biblische Ehewahrheit steckt in der Begrifflichkeit, mit der Mann und Frau beschrieben werden und die das unterschiedliche Wesen und die unterschiedliche Bestimmung der beiden Geschlechter angibt. Die Frau wird beschrieben mit dem Begriff der \u201eHilfe\u201c (1 Mose 2,18) und der Mann mit dem Begriff \u201eHaupt\u201c (1 Kor 11,3). Beide Begriffe m\u00fcssen entstaubt werden, um ihre eigentliche Aussage zu verstehen. \u201eHilfe\u201c ist biblisch gesehen kein degradierender Begriff, sondern wird oft auf Gott selbst angewendet (z.B. Ps 121,2 \u201eMeine Hilfe kommt vom Herrn\u201c). \u201eHaupt\u201c bezeichnet biblisch keine \u00fcbergeordnete Befehlszentrale, sondern eine v\u00e4terliche und f\u00fcrsorgliche Haltung (z.B. 1 Kor 11,3 \u201eGott aber ist das Haupt Christi\u201c). \u201eHilfe\u201c und \u201eHaupt\u201c bezeichnen in der Bibel das Wesen und die Bestimmung bzw. Verantwortung der Frau und des Mannes. Die Frau hat die Begabung und die Pflicht, ihrem Mann zu helfen, ein Mann nach dem Willen Gottes zu werden. Der Mann hat die Begabung und die Pflicht, f\u00fcrsorgliche Verantwortung f\u00fcr seine Frau und seine Kinder zu \u00fcbernehmen. Das biblische Konzept f\u00fcr das Miteinander von Mann und Frau kann man am besten mit sich erg\u00e4nzender Unterschiedlichkeit beschreiben. Es liegt auf der Hand, dass eine \u201egleichgeschlechtliche Ehe\u201c die biblische Konzeption des Miteinanders von \u201eHaupt\u201c und \u201eHilfe\u201c gar nicht oder nur sehr begrenzt praktizieren kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Konstrukt der \u201egleichgeschlechtlichen Ehe\u201c widerspricht also in mindestens dreifacher Hinsicht der biblischen Ehekonzeption. 1.) Sie entspricht nicht der von Gott gewollten bipolaren Gesch\u00f6pflichkeit des Menschen. 2.) Sie missachtet den Sinn und Zweck des g\u00f6ttlichen Fruchtbarkeitssegens. 3.) Sie vermag die Potentiale, die in der Unterschiedlichkeit der beiden Geschlechter angelegt sind, nicht oder nur sehr begrenzt auszusch\u00f6pfen. Christen, die sich in ihrer Ehe- und Sexualethik an der Offenbarung des Willens Gottes in der Bibel orientieren, k\u00f6nnen in der \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c keinen gesellschaftlichen Fortschritt erkennen. Im Gegenteil, sie tragen Sorge, dass durch die staatliche Propagierung solcher Verbindungen die g\u00f6ttliche Stiftung der Ehe von Mann und Frau in unserer Gesellschaft mehr und mehr verdunkelt und diskreditiert wird. Dem Zusammenhalt der Gesellschaft wird nicht gedient, wenn ihre Kernzelle, die aus der Ehe von Mann und Frau erwachsende Familie, immer mehr ausgeh\u00f6hlt wird. Auf die christlichen Familien kommen schwere Zeiten zu. Desto mehr sind sie aufgrund ihres Glaubens berufen, mit Gottes Hilfe ihre Ehen zu st\u00e4rken und ihren Kindern die Vorz\u00fcge einer gesegneten Ehe vorzuleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pastor Dr. Joachim Cochlovius<\/em><\/p>\n<p><em>Aus: Aufbruch \u2013 1\/2021 (M\u00e4rz)<\/em><\/p>\n<p><em>Die <a href=\"https:\/\/www.gemeindehilfsbund.de\/fileadmin\/Aufbruch\/aufbruch_1_2021.pdf\">aktuelle Ausgabe<\/a> des Aufbruchs kann hier heruntergeladen werden. Wenn Sie den Aufbruch kostenlos abonnieren m\u00f6chten, schreiben Sie bitte an info@gemeindehilfsbund.de.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als der Deutsche Bundestag am 30. Juni 2017 mit deutlicher Mehrheit (393 Jastimmen, 226 Neinstimmen, 4 Enthaltungen) die sog. \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c einf\u00fchrte, war der Jubel bei den Bef\u00fcrwortern gro\u00df. Die drei Parteien SPD, Gr\u00fcne und Linke hatten geschlossen daf\u00fcr gestimmt und von CDU\/CSU 75 Abgeordnete. 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