{"id":18021,"date":"2021-04-27T11:47:29","date_gmt":"2021-04-27T09:47:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18021"},"modified":"2021-04-27T11:47:29","modified_gmt":"2021-04-27T09:47:29","slug":"paulus-und-die-evangeliumspredigt-auf-dem-areopag-apg-1716-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18021","title":{"rendered":"Paulus und die Evangeliumspredigt auf dem Areopag (Apg 17,16-34)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Als aber Paulus in Athen auf sie wartete, ergrimmte sein Geist in ihm, da er die Stadt voller G\u00f6tzenbilder sah. 17 Und er redete zu den Juden und den Gottesf\u00fcrchtigen in der Synagoge und t\u00e4glich auf dem Markt zu denen, die sich einfanden. 18 Einige Philosophen aber, Epikureer und Stoiker, stritten mit ihm. Und einige von ihnen sprachen: Was will dieser Schw\u00e4tzer sagen? Andere aber: Es sieht aus, als wolle er fremde G\u00f6tter verk\u00fcndigen. Denn er verk\u00fcndigte das Evangelium von Jesus und von der Auferstehung. 19 Sie nahmen ihn aber mit und f\u00fchrten ihn auf den Areopag und sprachen: K\u00f6nnen wir erfahren, was das f\u00fcr eine neue Lehre ist, die du lehrst? 20 Denn du bringst etwas Neues vor unsere Ohren; nun wollen wir gerne wissen, was das ist. 21 Alle Athener n\u00e4mlich, auch die Fremden, die bei ihnen wohnten, hatten nichts anderes im Sinn, als etwas Neues zu sagen oder zu h\u00f6ren.<!--more--> <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>22 Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr M\u00e4nner von Athen, ich sehe, dass ihr die G\u00f6tter in allen St\u00fccken sehr verehrt. 23 Denn ich bin umhergegangen und habe eure Heiligt\u00fcmer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verk\u00fcndige ich euch, was ihr unwissend verehrt. 24 Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit H\u00e4nden gemacht sind. 25 Auch l\u00e4sst er sich nicht von Menschenh\u00e4nden dienen wie einer, der etwas n\u00f6tig h\u00e4tte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. 26 Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, 27 dass sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl f\u00fchlen und finden k\u00f6nnten; und f\u00fcrwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. 28 Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts. 29 Da wir nun g\u00f6ttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht. 30 Zwar hat Gott \u00fcber die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Bu\u00dfe tun. 31 Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er richten will den Erdkreis mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat. 32 Als sie von der Auferstehung der Toten h\u00f6rten, begannen die einen zu spotten; die andern aber sprachen: Wir wollen dich dar\u00fcber ein andermal weiterh\u00f6ren. 33 So ging Paulus weg aus ihrer Mitte. 34 Einige M\u00e4nner aber schlossen sich ihm an und wurden gl\u00e4ubig; unter ihnen war auch Dionysius, einer aus dem Rat, und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen.\u00a0<\/em> (Apg. 17, 16-34)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor genau einer Woche war es 500 Jahre her, dass Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms vor dem Kaiser und vor der ganzen kirchlichen Obrigkeit treu und standhaft geblieben ist, indem er sich allein auf die Heilige Schrift gegr\u00fcndet und sich auf sein Gewissen vor Gott berufen hat. Ohne diesen gro\u00dfen Reformator h\u00e4tte es eine biblische Pr\u00e4gung unseres Volkes und Kulturkreises, sowie ein freies Bekennen des Glaubens nicht gegeben. Die Reformation als R\u00fcckkehr zu den biblischen Grundlagen hat epochale Ver\u00e4nderungen in Kirche und Staat hervorgebracht. Und dies alles hat hineingewirkt bis in unser Grundgesetz. Die V\u00e4ter und M\u00fctter des Grundgesetzes wussten noch sehr wohl, dass die Demokratie in der Bundesrepublik nur auf dem Grundpfeiler des Christentums tragf\u00e4hig und lebensf\u00e4hig sein kann. Das wird deutlich am Gottesbezug in der Pr\u00e4ambel des Grundgesetzes: \u201e<em>Im Bewusstsein seiner <u>Verantwortung vor Gott<\/u> und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und all die im Grundgesetz formulierten Grundrechte haben ihre Entfaltungskraft nicht auf dem Papier, sondern nur, indem sie beherzigt, gelebt und immer wieder neu verteidigt werden \u2013 auch heute \u2013, gegen alle zeitgeistlichen Anpassungen und vor obrigkeitlichen Zugriffen und Einschr\u00e4nkungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber unser Kulturkreis ist nicht nur durch das Christentum gepr\u00e4gt, sondern ma\u00dfgeblich auch vom Denken der Griechen und von der Geisteswelt der R\u00f6mer. Auch die Ideale der Antike haben in Kunst und Bildung nachhaltige Wirkung bis in die Neuzeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Bundespr\u00e4sident unserer Republik, Theodor Heuss, fasste dies 1950 so zusammen: \u201e<em>Es gibt drei H\u00fcgel, von denen das Abendland seinen Ausgang genommen hat: Golgatha, die Akropolis in Athen, das Capitol in Rom. Aus allen ist das Abendland geistig gewirkt, und man darf alle drei, man muss sie als Einheit sehen.<\/em>\u201c<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>In Athen entstand die griechische Philosophie. Platons Schrift \u201epoliteia\u201c war die erste umfassende Staatsphilosophie. Aristoteles hat die Grundformen der Demokratie entwickelt und mit der \u201eNikomachischen Ethik\u201c beschrieben wie man als guter Mensch leben und handeln kann.<\/li>\n<li>Der zweite H\u00fcgel war Rom. Ihm verdanken wir das Rechtsstaatsprinzip und die b\u00fcrgerlichen Rechte, also Staats- und Zivilrecht. Unsere demokratischen Prinzipien sind ohne Rechtssicherheit nicht durchzuhalten.<\/li>\n<li>Und zum dritten H\u00fcgel: nach Jerusalem. Golgatha ist die Wiege des Christentums. Die dynamische Entfaltung des Evangeliums, der frohe Botschaft vom Sterben und Auferstehen des Sohnes Gottes, hat seit dem ersten Pfingstfest in Jerusalem einen Lauf genommen \u00fcber die ganze Welt.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">So weit so gut. Das Problem war nur, dass das Christentum seit dem 18. Jahrhundert seine Pr\u00e4gkraft aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden immer mehr verloren hat. In der Zeit der Aufkl\u00e4rung und des Humanismus hat man angefangen, Gott immer mehr bei Seite zu schieben und den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Und die Kirchen waren zu schwach, dieser falschen Grundlegung entgegen zu halten bzw. sie haben sich teilweise von dieser falschen Ideologie gefangen nehmen lassen und daran mitgewirkt. Und auch wenn Theodor Heuss mit seinen drei H\u00fcgeln Recht hat, so haben wir das neuzeitliche Problem, dass immer mehr Geistesstr\u00f6mungen und Ideologien sich verselbst\u00e4ndigen und der Gottesbegriff sehr unklar und bla\u00df geworden ist. Was das f\u00fcr die Kirche Jesu Christi bedeutet und auch f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis der Kirche zum Staat, dar\u00fcber k\u00f6nnten wir jetzt stundenlang diskutieren. Aber f\u00fcr die Predigt an diesem Sonntag m\u00f6chte ich Euch die Augen daf\u00fcr \u00f6ffnen, dass trotz 2000 Jahre Christentum manches bei uns gar nicht so un\u00e4hnlich ist, wie damals in Athen. Zumindest k\u00f6nnen auch wir heute davon lernen, wie Paulus den Menschen damals das Evangelium nahegebracht hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir bedenken das in drei Punkten:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Dem unbekannten Gott<\/li>\n<li>Keinem ist Gott fern<\/li>\n<li>Kehre um und glaube<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>1. Dem unbekannten Gott<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn vieles von dem Athen damals mit der Situation heute bei uns nicht vergleichbar ist, so stellen auch wir fest, dass unsere Gesellschaft auf ihre Art und Weise gott-los geworden ist. Es gibt bei uns zwar in jedem Dorf mindestens einen Kirchturm, aber wie viele gehen sonntags in die Kirche und leben ihren Glauben? Bei Umfragen sind es durchaus nicht wenige, die einen Glauben an Gott bejahen. Aber ist das der eine Gott, der sich in Jesus Christus geoffenbart hat, so wie es die Heilige Schrift bezeugt? Oder sind das nicht oftmals Vorstellungen von einem lieben Gott, die man sich selbst irgendwie zusammengereimt hat? Einen Gott, den man gerne im Himmel sein l\u00e4sst. Einen Gott, den man f\u00fcr bestimmte Anliegen in Anspruch nehmen kann. Aber ja keinen Gott, der die Autorit\u00e4t f\u00fcr unser Leben ist, der unser Denken, Reden und Handeln auf dieser Welt pr\u00e4gen darf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das h\u00e4ngt mit dem S\u00fcndenfall zusammen, als der Mensch ungehorsam geworden ist. Und obwohl Gott danach weiterhin f\u00fcr den Menschen gesorgt hat, der Mensch wollte nicht auf Gott h\u00f6ren. Es kam die Sintflut und Gott hatte mit dem gl\u00e4ubigen Noah und den Seinen einen Neuanfang gemacht. Aber das Herz der Menschen blieb b\u00f6se von Jugend auf. Und so folgt kurz darauf der Turmbau zu Babel. Die Menschen wollten nicht zur Ehre Gottes und nach seinem Willen leben, sondern sie sprachen: <strong>\u201eWohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, <u>damit wir uns einen Namen machen<\/u>.\u201c<\/strong> Der Mensch will selbstbestimmt leben, wir schaffen das. Aber losgesagt von Gott kann sein Leben nicht gelingen. Der Mensch bekommt Angst. Warum? Weil wenn der lebendige Gott abserviert wird, wenn das Leben so leer geworden ist, dann ziehen dort die G\u00f6tter und D\u00e4monen ein. So war es auch im alten Athen. Die Menschen hatten viele G\u00f6tter und doch nicht Gott. Sie hatten viele G\u00f6tter und doch Angst, mit ihren Opfern irgendeinen vergessen zu haben. Deshalb stellten sie in Athen einen gro\u00dfen Altar auf, geweiht \u201edem unbekannten Gott\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Und wie viele Alt\u00e4re gibt es bei uns im privaten und \u00f6ffentlichen Raum<\/u>?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der gott-lose Mensch unseres Kulturkreises baut sich andere Alt\u00e4re und Tempel: Prachtbauten von Unternehmen, der Finanzindustrie und der Politik. Aber auch Theater, Filmpal\u00e4ste, Sportarenen. Auch All-Inklusiv-Reisen und digitale Welten sind f\u00fcr viele zu Alt\u00e4ren geworden. Der Mensch opfert auf diesen modernen \u00bbAlt\u00e4ren\u00ab keine Tiere oder Feldfr\u00fcchte mehr, daf\u00fcr aber viel Zeit, Kraft und Geld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ganz hoch im Kurs steht der <u>Altar der Gesundheit<\/u>: Fitnesskult, Yoga, Vegane Ern\u00e4hrung. Ich spreche dabei \u00fcberhaupt nicht gegen eine gesunde und sch\u00f6pfungsgem\u00e4\u00dfe Lebensweise, im Gegenteil, daf\u00fcr haben wir eine Verantwortung. Wenn aber Gesundheit verabsolutiert wird, losgel\u00f6st von den biblischen Vorgaben, dann wird sie uns zu einem G\u00f6tzen. Und wenn in der aktuellen Situation Gesundheit als das h\u00f6chste Gut betrachtet wird, dem alles andere untergeordnet wird, die Freiheits- und B\u00fcrgerrechte ebenso wie die Bildung und das wirtschaftliche Wohlergehen der n\u00e4chsten Generationen, dann m\u00fcssten eigentlich die Alarmglocken schrillen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und es gibt ja auch noch den <u>Altar der Macht<\/u>: Wer hat das Sagen? Wem dient auch diese Krise oder wer will sie sich zu Nutzen machen, um andere Ziele zu erreichen? Wer die Strukturen von Ehe, Familie, V\u00f6lkern und Nationen aufl\u00f6sen will zugunsten von Globalisierung, Einheitsbestrebungen und einer Weltregierung, der dient nicht dem Willen Gottes, sondern fremden G\u00f6ttern oder eigenen Interessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damals in Athen lautete die Frage: Welches ist der wahre Gott? Weil sie diese Frage nicht befriedigend beantworten konnten, beteten sie viele G\u00f6tter an. Einer w\u00fcrde schon helfen, meinten sie. Neben den falschen Alt\u00e4ren und den vielen G\u00f6tzen, gibt es bei uns heute zus\u00e4tzlich noch die Frage: <u>Gibt es Gott \u00fcberhaupt<\/u>?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und liefe der Apostel Paulus heute durch unsere St\u00e4dte und D\u00f6rfer w\u00fcrde er sicherlich genauso <strong>\u201eim Geiste ergrimmen\u201c<\/strong> \u00fcber die G\u00f6tzen der modernen Gesellschaft und deren Gottlosigkeit. Und selbst diejenigen, die der Meinung sind, es g\u00e4be einen Gott, sind oftmals weit weg von einer lebendigen Gottesbeziehung. Wir haben zwar noch den Hintergrund und die Auswirkung des christlichen Abendlandes, aber wir erleben und erleiden gerade ein riesengro\u00dfes Wegbrechen. Deshalb ist es bei uns genauso notwendig wie damals in Athen, den Menschen den lebendigen Gott zu verk\u00fcndigen und nahe zu bringen. Paulus sagte damals in Athen den Menschen ein Wort, das auch heute noch gilt und ihnen zugesprochen werden muss: <strong>Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Keinem ist Gott fern<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Athener haben damals zugeh\u00f6rt, weil sie neugierig waren. Der Mensch unserer Tage k\u00f6nnte noch eine weitere Motivation zum Zuh\u00f6ren haben: Die Angst. Der Mensch des 21. Jahrhunderts hat viele \u00c4ngste: Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Wohlstandsverlust, Angst vor dem Klimawandel, Angst vor Krebs und jetzt Angst vor dem Corona-Virus. Es ist \u00fcberall zu sp\u00fcren, welch eine Last gerade \u00fcber den Menschen liegt. Man hat Angst, dem N\u00e4chsten zu begegnen. Angst verunsichert und l\u00e4hmt. Die Praxen der Psychologen und Psychotherapeuten sind auf Monate hin ausgebucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus kennt uns und wei\u00df, wie es uns geht. In seiner Abschiedsrede zu den J\u00fcngern hat er gesagt: <strong>In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt \u00fcberwunden.<\/strong> Die Welt ist voller Dinge, die uns Angst bereiten. Die bekommen wir nicht los. Der Trost f\u00fcr uns liegt nicht im Kampf gegen die Angst, sondern in Jesus Christus, der die Welt mit ihrer Angst \u00fcberwunden hat. Wenn wir zu ihm geh\u00f6ren und ihm vertrauen, dann bekommen wir den Trost mitten in dieser Welt voller Angst. Als Christen sind wir getr\u00f6stete Menschen, die jeden Tag neu aus Gottes Wort und seinem Heil heraus leben. Und obwohl dieses Evangelium eine alte Botschaft ist, kann sie heute jeder als neu und befreiend erfahren, wenn er nur Ohren und Herz \u00f6ffnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manche sagen ja, in jeder Krise liegt eine Chance. Ich halte diesen Satz nicht immer f\u00fcr tr\u00f6stlich und zielf\u00fchrend, insbesondere nicht bei Menschen, die tief in einem Loch stecken. Was die Corona-Krise allerdings betrifft, die uns ja alle seit \u00fcber einem Jahr im Bann h\u00e4lt, so muss man feststellen, dass einige darin eine riesengro\u00dfe Chance sehen. M\u00e4chtige Vertreter aus Politik und Finanzwelt, Ideologen und Lobbyisten arbeiten gerade an einem Great Reset, an einem gro\u00dfen Neustart, mit dem Ziel einer globalen Ver\u00e4nderung durch eine digitale Revolution. Ich stimme da Pastor Wolfgang Nestvogel zu, der vor einer Woche in seiner Predigt dies als einen neuen babylonischen Turmbau entlarvt hat, als eine Selbsterm\u00e4chtigung des Menschen \u00fcber diese Welt, wo Gott keinen Platz mehr hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch: Die Corona-Krise bietet tats\u00e4chlich die Chance zu einem Great Reset, zu einem Neustart ganz anderer Art. Jeder Einzelne und alle V\u00f6lker <strong>\u201esollen Gott suchen, ob sie ihn wohl f\u00fchlen und finden k\u00f6nnten; und f\u00fcrwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns\u201c<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder einzelne Mensch und alle V\u00f6lker haben die M\u00f6glichkeit zu einem Neustart in ihrer Beziehung zu dem lebendigen Gott, der der Sch\u00f6pfer von Himmel und Erde ist und auch ihr Erhalter und Vollender.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu ist es aber notwendig, dass die Kirchen und wir Christen landauf und landab, den auferstandenen Gottessohn Jesus Christus verk\u00fcndigen. Warum ist aber so wenig von dem Evangelium zu h\u00f6ren, gerade in dieser schweren Zeit? Warum fehlt in weiten Teilen der Kirchen eine geistliche Beurteilung der Corona-Krise? &#8211; Weil Kirchen von Anfang an gesagt haben, die Corona-Krise h\u00e4tte nichts mit Gott zu tun. Dazu w\u00e4re theologisch viel zu sagen, nur soviel: Wenn Gott der Allm\u00e4chtige und Barmherzige ist, dann hat er diese Krise zumindest zugelassen oder sie gar als Bu\u00df- oder Gerichtsruf \u00fcber diese Welt kommen lassen. Und dann ist neben allen m\u00f6glichen menschlichen Hilfsma\u00dfnahmen das beste Mittel gegen diese Krise die Hinwendung zum lebendigen Gott. In aller Krankheit, im Sterben, in den \u00c4ngsten, der Einsamkeit und den Hoffnungslosigkeiten ist es wichtig, Gott zu suchen, ihn anzurufen, zu ihm zu beten. Viel wichtiger als Gedenkkerzen im Fenster w\u00e4ren Bu\u00dfrufe und Bu\u00dfgottesdienste, um Gott zu suchen und ihm mit unseren N\u00f6ten in den Ohren zu liegen und zu h\u00f6ren, was er uns in und mit dieser Pandemie sagen will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und das gilt gerade auch, wenn so viele Menschen in unserem Land, in der Politik und in den Kirchen die lebendige Beziehung zu Gott verloren haben oder ihn gar nicht kennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Apostel Paulus ist damals auf den Areopag gegangen, also auf den gro\u00dfen Ratsplatz von Athen und hat zu den Menschen gepredigt und sie aufgefordert: <strong>Diesen Gott m\u00fc\u00dft ihr suchen.<\/strong> Er wu\u00dfte ja, was der Herr Jesus Christus den Menschen versprochen hat: <strong>Suchet, so werdet ihr finden<\/strong> (Mt 7,7). Damit die Menschen Gott erkennen k\u00f6nnen, deshalb ist er ja in Jesus Christus Mensch geworden, hat f\u00fcr die Menschen am Kreuz das Heil erworben und wirkt mit seinem Heiligen Geist bis heute. Gott hat nichts lieber, als die Menschen in seiner N\u00e4he. Menschen, die ihn lieben, die das Heil in Christus annehmen, die Gott die Ehre geben und ihr Leben mit ihm und in seinen Geboten gestalten. Und der Apostel Paulus war in den Auftrag berufen, das Evangelium zu verk\u00fcndigen und die Menschen zu Christus zu f\u00fchren. Damit sind wir beim dritten Punkt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Kehre um und glaube<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott hat gewollt, da\u00df Menschen ihn suchen, damit sie ihn finden k\u00f6nnen, denn er ist jedem Menschen nahe. <strong>Denn in ihm leben, weben und sind wir.<\/strong> Gott will uns nicht nur helfen in den vielleicht 70, 80 Jahren unseres Lebens. Er will uns bei sich haben, auch \u00fcber den Tod hinaus. Warum? Weil er uns liebt! Und weil er wei\u00df, da\u00df Menschen ohne ihn verloren sind: <strong>denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er das Erdreich richten will mit Gerechtigkeit.<\/strong> Christus, der Auferstandene, kann und will alle, die ihm vertrauen, vor dieser Stunde des Gerichts bewahren. So spricht Christus im JohEv: <strong>Wer mein Wort h\u00f6rt und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit Jesus Christus hier auf Erden war, ist die Zeit der Unwissenheit vorbei. Jesus wird \u00fcberall verk\u00fcndigt. Die Menschen k\u00f6nnen ihn suchen und finden. Und Paulus sagt den Athenern: <strong>Gott hat \u00fcber die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen &#8211; nun aber gebietet er den Menschen, da\u00df sie alle an allen Enden Bu\u00dfe tun sollen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Leben hinkehren zu Gott, umkehren und Bu\u00dfe tun. Was hei\u00dft das praktisch? Bu\u00dfe tun hei\u00dft:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Gottes Gr\u00f6\u00dfe anerkennen und meine Gottferne erkennen.<\/li>\n<li>Gott meine Verfehlungen bekennen und dankbar annehmen, da\u00df Jesus Christus zur Vergebung meiner Schuld gestorben ist.<\/li>\n<li>Sich dem auferstandenen Jesus anvertrauen und sich zu ihm \u00f6ffentlich bekennen.<\/li>\n<li>Gott danken, da\u00df wir durch ihn leben und sich von ihm ver\u00e4ndern lassen.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier sind wir am Punkt der Entscheidung und Scheidung. Die Philosophen und Menschen damals in Athen hatten voller Interesse dem Paulus zugeh\u00f6rt, als er aber vom Gericht Gottes und der Auferstehung anfing, da sind sie aus ihren Latschen gekippt. <u>Die einen haben angefangen dar\u00fcber zu spotten<\/u>. Heute gibt es leider auch viele, die den Gedanken eines richtenden Gottes von sich weisen. Menschen lachten auch, als Noah die Flut vorhersagte. Sie lachten \u00fcber Lot, als er die Menschen vor dem Untergang Sodoms retten wollte. Sie lachten \u00fcber Jeremia, als er die Zerst\u00f6rung Jerusalems ank\u00fcndigte. Sie lachten \u00fcber Amos, als er Israel wegen des kommenden Gerichtes warnte. Aber alle diese Gerichte sind dann eingetroffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gibt es heute in der globalen Corona-Pandemie einen Gerichts- und Bu\u00dfruf Gottes? Wer predigt den Menschen die Auferstehung von den Toten? Wer predigt ihnen den Heiland und Retter aus dem Gericht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gelten die allerersten Worte von Jesus, mit denen er seine Wirksamkeit hier auf Erden begonnen hat (Mk 1,15): <strong>\u201eDi<\/strong><strong>e Zeit ist erf\u00fcllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Bu\u00dfe und glaubt an das Evangelium!\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also die einen haben \u00fcber die Predigt damals gespottet. Daneben gab es eine weitere Gruppe von Menschen, die fanden das alles sehr interessant. Aber sie konnten sich nicht f\u00fcr die Annahme des Evangeliums entscheiden. Sie sagten zu Paulus: <strong>\u201eWir wollen dich dar\u00fcber ein andermal weiterh\u00f6ren.\u201c<\/strong> Ein ander Mal. Die typische \u201eVerschieberites\u201c gab es damals und sie gibt es heute. Ob Gott nochmals mit seinem Wort zu ihnen sprach? Ob sie nochmals die Chance bekommen haben, Bu\u00dfe zu tun und das Evangelium zu glauben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und es gab noch eine dritte Gruppe von Menschen: <strong>\u201eEinige \u2026 schlossen sich ihm an und wurden gl\u00e4ubig.\u201c<\/strong> Diese Menschen haben erkannt, da\u00df ihre Schuld und S\u00fcnde sie vom wahren Gott trennt. Sie haben Bu\u00dfe getan und glauben, da\u00df Jesus zur Vergebung ihrer Schuld gestorben ist, da\u00df er aber nicht im Grabe blieb, sondern auferstand und dadurch dem Tod die Macht genommen hat. Es war die Stunde ihrer Bekehrung, der Anfang eines neuen Lebens mit Jesus Christus, das Bestand hat in aller Ewigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie die Reaktion der Menschen damals in Athen so geschieht es auch heute in New York, Berlin und in der S\u00fcdpfalz. Die einen spotten, die anderen wollen sich nicht festlegen, einige aber lassen sich rufen, tun Bu\u00dfe und glauben das Evangelium. Zu welcher Gruppe geh\u00f6rst Du?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a9 Pfr. Ulrich J. Hauck, Sonntag Jubilate, 25.4.2021, NbC-GHB-Gottesdienst LD-M\u00f6rzheim<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als aber Paulus in Athen auf sie wartete, ergrimmte sein Geist in ihm, da er die Stadt voller G\u00f6tzenbilder sah. 17 Und er redete zu den Juden und den Gottesf\u00fcrchtigen in der Synagoge und t\u00e4glich auf dem Markt zu denen, die sich einfanden. 18 Einige Philosophen aber, Epikureer und Stoiker, stritten mit ihm. 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