{"id":18016,"date":"2021-04-26T16:11:59","date_gmt":"2021-04-26T14:11:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18016"},"modified":"2021-04-26T16:11:59","modified_gmt":"2021-04-26T14:11:59","slug":"transsexualitaet-geschlechtsumwandelnde-operationen-als-loesung-fuer-einen-psychischen-konflikt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=18016","title":{"rendered":"Transsexualit\u00e4t: \u201eGeschlechtsumwandelnde\u201c Operationen als L\u00f6sung f\u00fcr einen psychischen Konflikt?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Transsexuell empfindende Menschen, die sich \u201egeschlechts\u00ad\u00ad\u00ad\u00adumwandelnde\u201c Operationen w\u00fcnschen, erleben einen Widerspruch zwischen ihrem tats\u00e4chlichen Geschlecht und ihrer empfundenen Geschlechtszugeh\u00f6rigkeit. Die Frage ist: Wie soll der Widerspruch aufgel\u00f6st werden? Durch chirurgische Eingriffe oder durch therapeutische Behandlung der Psyche?\u00a0 Bef\u00fcrworter der operativen Eingriffe bestehen darauf, dass eine Person nach den Operationen nicht mehr das Geschlecht ihrer Geburt hat, sondern chirurgisch in das andere Geschlecht \u201eumgewandelt\u201c, an das andere Geschlecht \u201eangeglichen\u201c<sup>1<\/sup> wurde.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Wirklichkeit k\u00f6nnen chirurgische Eingriffe das Geschlecht nicht ver\u00e4ndern. Es ist genetisch festgelegt (XX f\u00fcr M\u00e4dchen, XY f\u00fcr Junge). In jede einzelne Zelle des menschlichen K\u00f6rpers ist die genetische Struktur eingeschrieben. Operationen k\u00f6nnen weder das genetische Skript \u00e4ndern, noch die vorgeburtliche Wirkung der Hormone auf die Gehirnentwicklung r\u00fcckg\u00e4ngig machen. Operationen k\u00f6nnen das \u00e4u\u00dfere Erscheinungsbild ver\u00e4ndern. Dadurch k\u00f6nnen bestimmte Organe des anderen Geschlechts, die beim sexuellen Akt eine Rolle spielen, nachgeahmt werden. Die biologische Fruchtbarkeit geht aber immer verloren. George Burou, ein Arzt, der \u00fcber siebenhundert M\u00e4nner operiert hat, erkl\u00e4rte einmal: \u201eIch wandle keine M\u00e4nner in Frauen um. Ich wandle m\u00e4nnliche Genitalien in weiblich aussehende Genitalien um. Alles andere spielt sich im Kopf der Patienten ab.\u201c<sup>2<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Johns Hopkins Universit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den USA war das Universit\u00e4tskrankenhaus der <em>Johns Hopkins Universit\u00e4t<\/em> in Baltimore ein Zentrum f\u00fcr \u201egeschlechtsumwandelnde\u201c Operationen. Als 1975 der Psychiatrieprofessor Paul McHugh Leiter der psychiatrischen Abteilung wurde, begann er, die Anwendung der operativen Eingriffe zu hinterfragen. Er bestand darauf, mehr Informationen von den Patienten vor und nach den chirurgischen Eingriffen einzuholen und beauftragte den Psychiater und Psychoanalytiker Jon Meyer mit einer Nachsorgestudie. Paul McHugh schreibt \u00fcber die Studie:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie meisten Patienten, die [Jon Meyer] einige Jahre nach ihrer Operation ausfindig machte, waren zufrieden mit dem, was sie getan hatten&#8230; nur wenige bereuten es. Doch in jeder anderen Hinsicht hatte sich an ihrem psychischen Zustand kaum etwas ver\u00e4ndert. Im Grunde hatten sie noch dieselben Probleme mit ihren Beziehungen, ihrer Arbeit und ihren Gef\u00fchlen wie zuvor. Die Hoffnung, dass sie nun ihre emotionalen Probleme hinter sich lassen und ein psychisch ausgeglichenes Leben f\u00fchren k\u00f6nnten, hatte sich nicht erf\u00fcllt. Die Ergebnisse zeigten uns: So wie die M\u00e4nner vor den Operationen Gefallen hatten am cross-dressing [Kleidung des anderen Geschlechts anziehen], so hatten sie jetzt Gefallen am cross-living [Leben als Person des anderen Geschlechts]. Aber die Integration ihrer Psyche hatte sich nicht verbessert und es war nicht einfacher geworden, mit ihnen auszukommen.\u201c3<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist wichtig zu unterscheiden zwischen operativen Eingriffen bei deformierten, besch\u00e4digten Geschlechtsorganen (angeborene Defekte, Unf\u00e4lle etc.) und operativen Eingriffen bei gesunden Organen. Bei der Transsexualit\u00e4t (nur dann darf diese Diagnose gestellt werden) handelt es sich um gesunde, funktionsf\u00e4hige Geschlechtsorgane, die das Potential zur Lebensweitergabe in sich tragen. Die Operationen zerst\u00f6ren also voll funktionsf\u00e4hige Organe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einer der Chirurgen, der an der <em>Johns Hopkins Universit\u00e4t<\/em> an den Operationen beteiligt war, bemerkte einmal: \u201eStellen Sie sich vor, Sie stehen morgens auf und denken daran, dass Sie den Tag damit verbringen werden, mit dem Messer perfekt geformte Organe zu zerschlitzen, nur weil die Psychiater nicht verstehen, was das Problem ist, und hoffen, die Chirurgie wird\u2019s schon richten.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlussendlich kamen Paul McHugh und seine Kollegen zu der \u00dcberzeugung, dass die Operationen keine Behandlung, sondern ein Mitwirken an psychischen St\u00f6rungen darstelle. An der <em>Johns Hopkins Universit\u00e4t<\/em> wurde das Operationsprogramm eingestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Die chirurgischen Eingriffe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die operativen Eingriffe an den Geschlechtsorganen sind nur einer von vielen Schritten bei dem Versuch, im anderen Geschlecht zu leben. Zun\u00e4chst m\u00fcssen die M\u00e4nner sich in der \u00d6ffentlichkeit als Frau kleiden, die Frauen umgekehrt ebenso. Dann beginnt die Einnahme gegengeschlechtlicher Hormone. Sie f\u00f6rdern Bartwuchs und Wachstum der K\u00f6rpermuskeln bei den Frauen, und f\u00fchren zu einer Brustvergr\u00f6\u00dferung bei den M\u00e4nnern. Die Hormone m\u00fcssen lebenslang eingenommen werden, was zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen f\u00fchren kann. Insbesondere bei Frauen k\u00f6nnen diese Auswirkungen unwiderruflich sein.<sup>4<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei M\u00e4nnern werden mit Hilfe von Elektrolyse Gesichts- und Genitalbehaarung entfernt. Neben Entfernung von Penis und Hoden werden Brustimplantate eingesetzt, eine Pseudo-Vagina geschaffen und eine neue Harnr\u00f6hren\u00f6ffnung. Nicht selten kommen kosmetische Operationen hinzu, um den Adamsapfel zu verkleinern oder Silikonimplantate an H\u00fcften und Ges\u00e4\u00df einzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Frauen beinhalten die Operationen die Entfernung der Br\u00fcste, der Eierst\u00f6cke und der Geb\u00e4rmutter. Durch die Entfernung der Geb\u00e4rmutter h\u00f6rt die Menstruation auf\u00a0\u2013 f\u00fcr viele betroffene Frauen ein Beleg f\u00fcr das Ende ihres Frauseins und das Ende ihrer Verwundbarkeit. Nur wenige Frauen entscheiden sich f\u00fcr den letzten Schritt: die Schaffung eines Pseudo-Hodens und Pseudo-Penis. Zwar kann der Penis so aufgebaut werden, dass eine mechanische Erektion m\u00f6glich ist, eine Ejakulation ist aber nicht m\u00f6glich. Die Chirurgen versuchen, sexuelle Empfindungen in den Pseudo-Organen zu erhalten, allerdings gelingt das nicht immer.<\/p>\n<p><strong>3. Transsexualit\u00e4t: Drei Grundformen <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Psychiatrieprofessor Ray Blanchard vom <em>Clark Institute<\/em> f\u00fcr Psychiatrie in Toronto hat \u00fcber viele Jahre hin transsexuell empfindende Menschen untersucht und behandelt. Er unterscheidet bei den M\u00e4nnern zwei Grundformen: a) homosexuell-Transsexuelle und b) autogynophil-Transsexuelle.<sup>5<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den Frauen findet man nur eine Grundform, die weiter unten besprochen wird.<\/p>\n<p><strong>a) Homosexuell-transsexuell empfindende M\u00e4nner<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Homosexuell-transsexuelle M\u00e4nner<sup>6<\/sup> werden in ihrem Aussehen, ihren Gesten und Sprechweisen als \u201eweiblich\u201c wahrgenommen. Sie f\u00fchlen sich zu sehr m\u00e4nnlich aussehenden M\u00e4nnern hingezogen. Sie glauben, wenn sie als \u201eechte Frauen\u201c auftreten, k\u00f6nnen sie f\u00fcr diese M\u00e4nner attraktiv sein und sie anziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nahezu alle homosexuell-Transsexuellen hatten schon im Kindesalter eine Geschlechts\u00adidentit\u00e4tsst\u00f6rung (siehe unten). Sie konnten sich in ihrer Entwicklung nie mit ihrem Vater, ihren Br\u00fcdern oder mit gleichgeschlechtlichen Gleichaltrigen identifizieren. Entweder hielten sie sich f\u00fcr ein M\u00e4dchen, zumindest w\u00fcnschten sie sich, eines zu sein. In der Regel verachteten sie in der Kindheit ihr m\u00e4nnliches Geschlechtsorgan; sie versuchten, es zu verstecken; sie weigerten sich, im Stehen zu urinieren; sie bestanden darauf, M\u00e4dchen\u00adkleidung zu tragen und spielten oft ausschlie\u00dflich mit M\u00e4dchen. In der Folge wurden sie von den m\u00e4nnlichen Gleichaltrigen geh\u00e4nselt und abgelehnt. Obgleich einige homo\u00adsexuell empfindende Erwachsene in der fr\u00fchen Kindheit die gleichen Verhaltensmuster zeigen, verschwinden diese bei ihnen im Lauf ihrer Entwicklung. Bei homosexuell-transsexuellen M\u00e4nnern bleibt die Identifikation mit dem Weiblichen bestehen. H\u00e4ufig sieht man bei ihnen eine \u00fcbertriebene \u201eWeiblichkeit\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele homosexuell-Trans\u00adsexuelle gehen sexuelle Kontakte zu homosexuellen M\u00e4nnern ein. Die Beziehungen sind f\u00fcr sie aber nicht befriedigend. (M\u00e4nnlichkeit hat unter homosexuell lebenden M\u00e4nnern einen hohen Stellenwert, weiblicher wirkende M\u00e4nner sind meist weniger begehrt.) Homosexuell-Transsexuelle m\u00f6chten eine sexuelle Beziehung zu einem heterosexuellen Mann und sind der Auffassung, dass sie sich diesen Wunsch erf\u00fcllen k\u00f6nnen, wenn sie selbst eine attraktive Frau werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Psychiater Paul McHugh ist der Auffassung, dass homosexuell-Transsexuelle \u201eeinen inneren Konflikt bez\u00fcglich ihrer Homosexualit\u00e4t haben und mit Schuldgef\u00fchlen k\u00e4mpfen. In der Geschlechtsumwandlung sehen sie die L\u00f6sung f\u00fcr ihren Konflikt, denn die Operation erm\u00f6glicht es ihnen, als Frauen mit M\u00e4nnern einen sexuellen Kontakt aufzunehmen.\u201c<sup>7<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele homosexuell-Transsexuelle sagen, dass sie einfach nur die Frau werden wollen, als die sie sich schon immer gef\u00fchlt haben. Anne Lawrence, ein autogynophil-Transsexueller, der heute als Frau lebt, ist aber der \u00dcberzeugung, dass sexuelles Begehren auch bei homosexuell-Transsexuellen eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt, als viele es zugeben m\u00f6chten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eHomosexuell-Transsexuelle sind nicht frei von sexueller Motivation. Kollegen, die sehr viel Zeit mit der Befragung von homosexuell-Transsexuellen verbracht haben, sagen mir, man k\u00f6nne sie am ehesten als sehr effeminierte homosexuelle M\u00e4nner bezeichnen, die ihre femininen Z\u00fcge w\u00e4hrend der Pubert\u00e4t nicht abgelegt haben. Fast alle haben eine Phase des \u201aschwulen Jungen\u2019 durch\u00adgemacht. Ihre Entscheidung f\u00fcr oder wider eine Geschlechtsumwandlung h\u00e4ngt oft in hohem Ma\u00df davon ab, ob sie meinen, in der weiblichen Rolle ausreichend annehmbar zu sein, um heterosexuelle m\u00e4nnliche Partner anziehen zu k\u00f6nnen. Diejenigen, die meinen, dass sie sowieso nicht als Frau durchgehen werden, unterziehen sich in der Regel keiner Geschlechtsumwandlung, unabh\u00e4ngig davon, wie \u201aweiblich\u2019 ihr Verhalten sein mag. Stattdessen nehmen sie, vielleicht widerwillig, eine schwule m\u00e4nnliche Identit\u00e4t an und bleiben in der Homosexuellenszene, wo sie realistischerweise davon ausgehen k\u00f6nnen, interessierte Partner zu finden. (\u2026) Die Quintessenz lautet, dass auch bei der homosexuellen Transsexualit\u00e4t sexuelles Kalk\u00fcl oft eine Rolle spielt. Bei der Transsexualit\u00e4t geht es zu einem gro\u00dfen Teil um Sex\u00a0\u2013 unabh\u00e4ngig davon, um welche Form von Transsexualit\u00e4t es sich handelt.\u201c<sup>8<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Geschlechtsidentit\u00e4ts\u00adst\u00f6rung im Kindesalter<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Homosexuelle Transsexualit\u00e4t manifestiert sich fast immer zuerst als <em>Geschlechts\u00adidentit\u00e4tsst\u00f6rung im Kindesalter<\/em> (GIS).<sup>9<\/sup> Geschlechtsidentit\u00e4tsst\u00f6rungen im Kindesalter zeigen sich schon fr\u00fch in der Kindheit. Einige meinen deshalb, dass sie biologische, genetische oder hormonelle Ursachen haben m\u00fcsse. Daf\u00fcr gibt es aber bisher keinen Nachweis. Ebenso meinen einige, eine GIS sei unver\u00e4nderbar. Dagegen sprechen die psychotherapeutischen Erfolge. GIS im Kindesalter gibt es bei Jungen und M\u00e4dchen, im Folgenden geht es vor allem um Jungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon sehr fr\u00fch haben Kinder im Normalfall ein Gef\u00fchl daf\u00fcr, dass es zwei Geschlechter gibt und zu welchem sie selbst geh\u00f6ren. Ein positives Selbstbild sollte sich entwickeln: \u201eIch bin ein Junge. Ich bin wie Papa und meine Br\u00fcder. Es ist gut, ein Junge zu sein. Meine Eltern freuen sich, dass ich ein Junge bin.\u201c Entsprechendes gilt f\u00fcr das M\u00e4dchen: \u201eIch bin wie Mama. Es ist gut, dass ich ein M\u00e4dchen bin. Ich bin geliebt und angenommen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Kindern mit GIS verl\u00e4uft die fr\u00fche Entwicklung anders.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kenneth J. Zucker, Psychologe und Psychiater, sowie Susan J. Bradley sind die f\u00fchrenden Experten in der Diagnose und Be\u00adhandlung von Kindern mit GIS.<sup>10 <\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund ihrer langj\u00e4hrigen klinischen Erfahrung gehen sie davon aus, dass GIS bei Jungen in der fr\u00fchen Kindheit mit einer unsicheren Mutter-Kind-Bindung beginnt und vor allem emotional sensible und daher leicht verwundbare Jungen trifft:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Junge, der hochsensibel die m\u00fctterlichen Signale aufnimmt, sp\u00fcrt die Depressivit\u00e4t und die Wut seiner Mutter. Da er selbst ja auch noch unsicher ist, f\u00fchlt er sich durch diese Wut und Feinseligkeit bedroht; er empfindet diese Emotionen als gegen ihn selbst gerichtet. Seine Angst, die Mutter zu verlieren, intensiviert seinen Konflikt mit seiner eigenen Wut und f\u00fchrt zu einem hohen Niveau an Erregung oder Angst.\u201c<sup>11<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn sich \u00c4ngste in dieser fr\u00fchen, empfindlichen Entwicklungsphase einstellen, kann es sein, dass ein Kind Verhaltensweisen \u201ew\u00e4hlt\u201c, die typisch f\u00fcr das andere Geschlecht sind, weil es unbewusst meint, dadurch mehr Sicherheit zu haben oder mehr Wertsch\u00e4tzung von der Mutter zu bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Susan Bradley beschreibt die Zusammenh\u00e4nge sowie die Unterschiede zwischen fr\u00fchen Angstst\u00f6rungen und GIS: \u201eDer Unterschied zwischen GIS und Angstst\u00f6rungen liegt darin, dass in der Familie mit GIS das Geschlecht und die Geschlechtsrolle eine spezielle Bedeutung haben. Insbesondere Jungen mit GIS glauben, dass sie als M\u00e4dchen von ihrer Familie in h\u00f6herem Ma\u00df wertgesch\u00e4tzt werden oder nicht so viele Schwierigkeiten haben werden wie als Junge. Das hat mit den Erfahrungen der Eltern in deren eigenen Herkunftsfamilien zu tun, insbesondere mit Tendenzen bei den M\u00fcttern, sich vor m\u00e4nnlicher Aggressivit\u00e4t zu f\u00fcrchten oder selbst f\u00fcrsorgebed\u00fcrftig zu sein, was als weibliche Eigenschaft gesch\u00e4tzt wird.\u201c<sup>12<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ersten Versuche des Kindes, sich mit dem anderen Geschlecht zu identifizieren, werden dann m\u00f6glicherweise \u2013 subtil oder offen \u2013 mit einem L\u00e4cheln, besonders von der Mutter, belohnt. Sie und andere Frauen in der Familie rufen wom\u00f6glich aus: \u201eIst er nicht niedlich, wenn er Mamas Schuhe tr\u00e4gt? Das g\u00e4be ein h\u00fcbsches M\u00e4dchen!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die positive Reaktion der Mutter auf das m\u00e4dchen\u00adhafte Verhalten des kleinen Sohnes beurteilen Zucker und Bradley so: \u201eDas Bed\u00fcrfnis der Mutter, selber f\u00fcrsorglich umsorgt zu werden und ihre Angst vor [m\u00e4nnlichen] Aggressionen f\u00fchren dazu, dass sie das Verhalten des Kindes toleriert. Wenn die Mutter ihren Sohn damit \u201eattraktiv\u201c findet, kann sich dieses Verhalten verfestigen. Die wohlwollende Toleranz der Mutter kann zu einer positiven Verst\u00e4rkung des cross-dressing f\u00fchren.\u201c<sup>13<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mutter m\u00f6chte ihren Sohn vielleicht nicht \u201eungl\u00fccklich\u201c machen, indem sie ihn vom cross-dressing (Anziehen von Frauenkleidung) abh\u00e4lt, w\u00e4hrenddessen der Vater m\u00f6glicherweise \u00fcberzeugt ist, dass sein Sohn eines Tages homosexuell wird. Erst sp\u00e4ter, wenn die Identifizierung des Jungen mit den M\u00e4dchen dazu f\u00fchrt, dass er geh\u00e4nselt und abgelehnt wird, bekommt die Mutter Bedenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zucker und Bradley fanden heraus: Viele Eltern \u201ezeigen eine ausgesprochene Ambivalenz\u201c, wenn sie bei ihrem Sohn deutliche Anzeichen von GIS sehen und ignorieren das Problem so lange, bis es nicht mehr geht.<sup>14 <\/sup>Ist die Ambivalenz noch st\u00e4rker, suchen sie vermutlich gar keine Hilfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Eltern eigene Probleme haben, sind sie nicht immer in der Lage, die Bed\u00fcrfnisse ihrer Kinder nach Sicherheit, Wertsch\u00e4tzung, Akzeptanz und Liebe zu erf\u00fcllen und ihnen zu einem positiven Selbstbild als Junge oder M\u00e4dchen zu verhelfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4ufig gehen V\u00e4ter eine Beziehung mit den S\u00f6hnen ein, indem sie mit ihnen gemeinsam Sport treiben. Sie wissen aber nicht, wie sie die M\u00e4nnlichkeit ihres Sohnes st\u00e4rken k\u00f6nnen, wenn dieser kreative, k\u00fcnstlerische oder andere nicht-sportliche Talente hat. V\u00e4ter mit kreativ oder k\u00fcnstlerisch begabten S\u00f6hnen m\u00fcssen lernen, diese Begabungen als etwas authentisch M\u00e4nnliches anzusehen und ihre S\u00f6hne darin zu unterst\u00fctzen. Vielleicht wissen die Eltern auch nicht, wie wichtig es gerade f\u00fcr diese Jungen ist, schon fr\u00fch in der Kindheit tragf\u00e4hige Freundschaften zu anderen Jungen, die \u00e4hnliche Interessen haben, aufzubauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einigen F\u00e4llen hatte sich ein Elternteil statt eines Jungen ein M\u00e4dchen (oder umgekehrt) gew\u00fcnscht und zieht es an und behandelt es, als sei es ein M\u00e4dchen. Manche Eltern setzen die Schule unter Druck, damit diese das cross-dressing erlaubt, oder bringen es zu einer Selbsthilfegruppe f\u00fcr Transsexualit\u00e4t\/Transgender, in der das pathologische Verhalten des Kindes zumeist verst\u00e4rkt wird.<sup>15<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die in der Familie bestehenden dysfunktionalen Elemente haben das Kind in seiner Identit\u00e4t verunsichert und verletzlich gemacht: \u201eDie anhaltenden Schwierigkeiten der Eltern, mit dem cross-gender Verhalten des Kindes angemessen umzugehen, k\u00f6nnen die \u00c4ngste und Unsicherheiten des Kindes noch intensivieren. Zugleich f\u00fchrt dieses Verhalten dazu, dass das Kind in eine Fantasiewelt abdriftet, in der es eine gesch\u00e4tzte, geliebte Person des anderen Geschlechts ist. Im Lauf seiner Entwicklung hat das Kind dann immer wieder das Bed\u00fcrfnis, diese andere fantasierte Person zu sein, [denn dadurch kann es vor\u00fcbergehend seine \u00c4ngste und das Gef\u00fchl, als reale Person nicht wertgesch\u00e4tzt zu sein, abwehren]. Das f\u00fchrt dazu, dass das Kind oft einen gro\u00dfen Widerstand hat, diesen Schutzmechanismus der Fantasiewelt aufzugeben.\u201c<sup>16<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insbesondere Jungen mit GIS erfahren h\u00e4ufig Ablehnung, H\u00e4nseleien, Mobbing. Jungen etwa mit schwacher Hand-Augen-Koordination werden ausgegrenzt oder gnadenlos geh\u00e4nselt, weil sie einen Ball nicht richtig treffen k\u00f6nnen. Wenn ein solcher Junge schon eine unsichere Bindung an die Eltern, insbesondere an den Vater hat, kann diese Ablehnung dazu f\u00fchren, dass er denkt, die anderen hassen ihn. Das wiederum kann zu Selbstablehnung f\u00fchren, wobei die Ablehnung seines Geschlechts im Mittelpunkt stehen kann. (\u201eIch hasse es, ein Junge zu sein.\u201c) Die Selbstablehnung kann sich auch auf bestimmte K\u00f6rperteile, etwa die Genitalien, konzentrieren. Jungen versuchen dann, ihre Genitalien unbedingt zu verbergen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei M\u00e4dchen mit GIS ist vieles anders. Sie sind nicht weniger, sondern st\u00e4rker sportlich talentiert und vom Temperament her eher wettbewerbsorientiert; Spiele, bei denen es rau zugeht, machen ihnen weniger aus als anderen M\u00e4dchen. Dabei erfahren sie aber meist nicht die offene Ablehnung, die Jungen durch Gleichaltrige erfahren. Doch gibt es bei ihnen andere Gr\u00fcnde, die dazu f\u00fchren, dass M\u00e4dchen mit GIS eine sehr gro\u00dfe Verletzlichkeit empfinden, eine \u201eGeschlechtsdysphorie\u201c (tiefes Unbehagen \u00fcber das eigene Geschlecht, den eigenen K\u00f6rper) entwickelt haben und ungl\u00fccklich \u00fcber ihr Weiblichsein sind. Sie f\u00fcrchten sich deshalb auch vor der Entwicklung ihrer biologischen Geschlechtsmerkmale wie dem Wachstum der Br\u00fcste oder dem Einsetzen der Menstruation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ablehnung des eigenen, nat\u00fcrlichen K\u00f6rpers zusammen mit Selbsthass und masochistischen Tendenzen k\u00f6nnen zu dem Wunsch nach Geschlechtsumwandlung f\u00fchren. W\u00fcrde in den Therapien der Schwerpunkt der Arbeit mit den Kindern (und den erwachsenen Patienten) darauf gelegt, die Wut der Kinder auf sich selbst und auf die, von denen sie sich abgelehnt f\u00fchlen, aufzul\u00f6sen, k\u00f6nnten viele Kinder und Erwachsene sich mit ihrem Geburtsgeschlecht auss\u00f6hnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Erkenntnissen anderer Therapeuten k\u00f6nnen sich bei Kindern mit GIS auch chronisches Selbstmitleid und das \u00dcbernehmen einer Opferrolle entwickeln, in der sie ihr pers\u00f6nliches Leid verabsolutieren und das zu ihrer Lebenseinstellung wird. Solche Gewohnheiten sind dann schwer aufzugeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne eine konstruktive therapeutische Intervention im Kindesalter entwickeln sich bei vielen Jungen mit GIS in der Pubert\u00e4t homosexuelle Neigungen, ein kleiner Prozentsatz wird transsexuell.<sup>17<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kinder mit GIS konnten sich nie mit dem Guten und Positiven ihres Geschlechts identifizieren. Das kann dazu f\u00fchren, dass sie andere beneiden, die scheinbar haben, was sie bei sich vermissen. Diejenigen, die sp\u00e4ter homosexuell empfinden, beneiden oft Personen des eigenen Geschlechts um bestimmter Eigenschaften willen, die sie bei sich vermissen \u2013 und begehren sie. Diejenigen, die sp\u00e4ter transsexuell empfinden, beneiden Personen des anderen Geschlechts, ebenfalls um <em>deren<\/em> bestimmter Eigenschaften willen. Personen, die zum anderen Geschlecht geh\u00f6ren m\u00f6chten, erhoffen sich oft: Wenn sie eine Frau werden, statt Mann zu bleiben (oder umgekehrt) k\u00f6nnen sie sich endlich psychisch sicher f\u00fchlen, weil sie dann angenommen und geliebt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die Einordnung der <em>Geschlechtsidentit\u00e4tsst\u00f6rung im Kindesalter<\/em> als psychische St\u00f6rung gibt es Kontroversen. Da GIS h\u00e4ufig ein erster Schritt zur Entwicklung homosexueller Neigungen ist und diese nicht mehr als psychisches Problem gelten, fordern einige Therapeuten, auch GIS als \u201egesunde\u201c und \u201enormale\u201c Entwicklung anzusehen. Zucker und Bradley lehnen das aber ab. Sie verweisen auf die seelischen Probleme und seelische Belastung von Kindern mit GIS und auf die H\u00e4ufigkeit psychischer Erkrankungen bei den Eltern, insbesondere der Jungen.<sup>18<\/sup> Nach Zucker und Bradley sind diese Jungen nicht einfach gl\u00fcckliche, seelisch ausgeglichene Kinder, die nur meinen, sie seien in Wirklichkeit M\u00e4dchen. Sie sind problembelastete Kinder aus problembelasteten Familien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zucker und Bradley untersuchten die Familien von zehn Jungen mit GIS, die nacheinander in ihre Praxis kamen. In s\u00e4mtlichen Familien gab es gravierende Probleme: Acht der zehn M\u00fctter hatten mindestens eine diagnostizierte psychische St\u00f6rung. Von den anderen beiden M\u00fcttern war eine wegen famili\u00e4rer Probleme in psychotherapeutischer Langzeitbehandlung, die andere litt an schwerer, kr\u00e4ftezehrender Migr\u00e4ne.<sup>19<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Konstruktive therapeutische Interventionen sind bei den vorpubert\u00e4ren Kindern mit GIS sehr wohl m\u00f6glich. Zucker und Bradley berichten: \u201eUnsere Erfahrung zeigt, dass zahlreiche Kinder und ihre Familien sich erheblich ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. In diesen F\u00e4llen ist die Geschlechtsidentit\u00e4tsidentit\u00e4tsst\u00f6rung v\u00f6llig verschwunden.\u201c<sup>20<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die Anzeichen einer GIS offenkundig sind, auch f\u00fcr Kinder\u00e4rzte, Erzieherinnen und Lehrer, sollten die Eltern unbedingt ermutigt werden, sich m\u00f6glichst fr\u00fch Hilfe zu suchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider sind Eltern nicht immer gewillt, am therapeutischen Prozess mitzuwirken. Wird die psychische St\u00f6rung in der Kindheit nicht behandelt, so Kenneth Zucker und Susan Bradley, ist es in der Pubert\u00e4t sehr viel schwieriger, sie zu behandeln, insbesondere wenn der Jugendliche glaubt, die Geschlechtsumwandlung sei die L\u00f6sung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eJugendliche in der Adoleszenz mit Geschlechtsidentit\u00e4tsst\u00f6rung haben eine geringe Angsttoleranz. Ihr Wunsch nach Geschlechtsumwandlung ist ein seelischer Abwehrmechanismus, um ihre \u00c4ngste zu kontrollieren. Die Vorstellung, keine \u201aL\u00f6sung\u2018 f\u00fcr ihr inneres Leid zu haben, vergr\u00f6\u00dfert ihre \u00c4ngste; und das macht es sehr schwierig, eine therapeutische Allianz herzustellen. Selbst wenn die Jugendlichen (zumindest an der Oberfl\u00e4che) verstehen, warum sie die W\u00fcnsche nach Geschlechtsumwandlung haben, sind sie oft doch nicht in der Lage, den Abwehrmechanismus aufzugeben. Ohne ihn f\u00fcrchten sie, von ihren \u00c4ngsten \u00fcberw\u00e4ltigt zu werden. Das f\u00fchrt zu einem fordernden Verhalten und zu Ungeduld mit dem Therapeuten, wenn er versucht, mit dem Jugendlichen tiefere Gef\u00fchle und Verhaltensweisen zu explorieren. Viele Jugendliche, die sich geschlechtsangleichende Operationen w\u00fcnschen, ziehen sich aus der Therapie zur\u00fcck, weil sie den Angstpegel nicht aushalten k\u00f6nnen, der sich zeigt, sobald tiefere Ursachen f\u00fcr ihre Operationsw\u00fcnsche erkundet werden sollen.\u201c<sup>21<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts dieser Schwierigkeiten, bei Adoleszenten mit GIS durch Psychotherapien noch positive Ergebnisse zu erzielen, bef\u00fcrworten Zucker und Bradley Hormongaben und Operationen, allerdings nur, wenn die Betroffenen vollj\u00e4hrig sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verf\u00fcgbarkeit der \u201egeschlechtsumwandelnden\u201c Operationen best\u00e4rkt aber die Adoleszenten in der Auffassung, dass ihr Widerstand gegen eine Psychotherapie belohnt wird, n\u00e4mlich damit, dass man ihnen den Wunsch nach den Operationen erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><strong>b) Autogynophil-transsexuelle M\u00e4nner<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Psychiater und Sexualwissenschaftler Ray Blanchard, der den Begriff \u201eautogynophil-transsexuell\u201c pr\u00e4gte, sind dies M\u00e4nner, die in das Bild von sich selbst als Frau verliebt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Blanchard ist der Auffassung:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Alle biologisch gesunden M\u00e4nner mit Geschlechtsdysphorie sind entweder homosexuell (sexuell erregt durch andere M\u00e4nner) oder autogynophil (sexuell erregt durch die Vorstellung von sich selbst als Frau).<\/li>\n<li>Bei Frauen gibt es keine Autogynophilie, d.h. Frauen werden nicht sexuell erregt durch die Vorstellung, dass sie eine Brust und ein weibliches Genitale haben.<\/li>\n<li>Der Wunsch einiger autogynophiler M\u00e4nner nach \u201egeschlechtsumwandelnden\u201c Operationen stellt eine Form der \u201eBindung\u201c an das Liebesobjekt dar (das fantasierte eigene weibliche Selbst) und ist analog zu dem Wunsch heterosexueller M\u00e4nner, eine Frau zu heiraten, oder dem Wunsch homosexuell lebender M\u00e4nner, dauerhafte Beziehungen zu m\u00e4nnlichen Partnern einzugehen.<\/li>\n<li>Autogynophilie ist ein fehlgeleiteter heterosexueller Impuls, der neben normalen heterosexuellen W\u00fcnschen bestehen kann oder mit diesen konkurriert.<\/li>\n<li>Autogynophilie ist ein Beispiel aus einer gr\u00f6\u00dferen Gruppe sexueller Variationen, die sich aus einer Entwicklungsst\u00f6rung bei der erotischen Objektwahl ergeben.<sup>22<\/sup><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Autogynophilie geh\u00f6rt zum Transvestitismus<sup>23<\/sup> und damit zur Gruppe der Paraphilien. Paraphilien sind psychische St\u00f6rungen, bei denen die sexuelle Erregung zwanghaft mit etwas anderem als mit einer realen, ganzen Person verkn\u00fcpft ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manche autogynophil-Transsexuellen wehren sich gegen die Einordnung ihres Problems als Paraphilie, da sie (zumindest anfangs) nicht darauf beschr\u00e4nkt sind, eine bestimmte Fantasie zu inszenieren, um zu einer sexuellen Erregung zu gelangen. Sie empfinden eher, dass die Fantasien mit ihren realen sexuellen Beziehungen konkurrieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lawrence, selbst autogynophil-transsexuell, der nach den Operationen heute als Frau lebt, schreibt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas die Sache kompliziert macht, ist der Umstand, dass Autogynophilie nicht unbedingt die Anziehung zu anderen Menschen ausschlie\u00dft. Deshalb kann man sagen, dass einige Transsexuelle zwar autogynophil sind, sich aber zugleich als heterosexuell oder bisexuell oder ohne Anziehung zu anderen Menschen einordnen\u2026 Autogynophile Erregung scheint aber oft mit der Anziehung zu anderen Menschen zu konkurrieren. So berichten heterosexuell oder bisexuell empfindende Autogynophile oft, dass die autogynophilen Fantasien in den Hintergrund treten, wenn sie einen neuen Sexualpartner haben und sich ihre Aufmerksamkeit auf den Partner konzentriert. Doch mit der Zeit, wenn der Reiz des Neuen nachl\u00e4sst, kehren sie h\u00e4ufig zu den autogynophilen Fantasien zur\u00fcck. F\u00fcr biologische M\u00e4nner ist der Reiz des Neuen vielleicht sowieso ein wichtiger Faktor bei ihrer Entscheidung, wohin die sexuelle Erregung geht.\u201c<sup>24<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Macht der Fantasien kann so gro\u00df sein, dass der reale Partner zu einem Mitspieler in den Fantasien reduziert wird. Noch einmal Lawrence:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEine weitere Beobachtung, die autogynophile Personen h\u00e4ufig machen, ist folgende: Zwar m\u00f6gen sie Sex mit einem Partner, aber so, dass der Partner fast \u00fcberfl\u00fcssig wird oder nur Requisite im Drehbuch autogynophiler Fantasien ist. Blanchard hat beobachtet, dass dies insbesondere f\u00fcr autogynophile Fantasien zutrifft, in denen m\u00e4nnliche Partner eine Rolle spielen. Die m\u00e4nnliche Figur ist oft gesichtslos oder abstrakt. Sie dient dazu, die Weiblichkeit der autogynophilen Person zu best\u00e4tigen, ist aber kein eigenst\u00e4ndiger, begehrenswerter Partner. Das liegt auch daran, dass Autogynophilie die Anziehung zu anderen, realen Menschen nicht ausschlie\u00dft, sondern eher damit zu konkurrieren scheint. Blanchard hat bisweilen Autogynophilie als eine \u201aOrientierung\u2019 und nicht als Paraphilie bezeichnet.\u201c<sup>25<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In ihren Fantasien stellen autogynophil-transsexuelle M\u00e4nner sich vor, dass sie sexuell penetriert werden. Sie sehen sich also selbst als heterosexuelle Frau. Viele leben eine Zeitlang als Transvestiten [ziehen Frauenkleidung an], einige heiraten und haben vielleicht Kinder. Erst sp\u00e4ter im Leben entscheiden sie sich, dauerhaft als Frau leben zu wollen. Andere f\u00fchlen sich auch nach den Operationen weiterhin zu Frauen hingezogen und beharren dann darauf, lesbisch zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die meisten heterosexuell empfindenden Transvestiten begn\u00fcgen sich mit cross-dressing, nur einige haben den Wunsch nach \u201egeschlechtsumwandelnden\u201c Operationen. Roy Blanchard stellt die Hypothese auf, dass ein Mann, der \u201eseine Impulse durch gelegentliches cross-dressing im Privaten oder in der Gesellschaft anderer Transvestiten befriedigen kann\u201c, in der Regel keine Geschlechtsumwandlung sucht. Ein Mann, \u201edessen Fantasie sich in erster Linie darum dreht, ein weibliches \u00e4u\u00dferes Genitale zu besitzen\u201c, sucht die Geschlechtsumwandlung.<sup>26<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Blanchard schreibt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAutogynophilie nimmt unterschiedliche Formen an. Manche M\u00e4nner f\u00fchlen sich bei dem Gedanken, Frauenkleider zu tragen, sexuell erregt. Daran sind sie am meisten interessiert. Andere M\u00e4nner haben die st\u00e4rkste sexuelle Erregung bei der Vorstellung, den K\u00f6rper einer Frau zu haben, und so ist ihr erstes Interesse, den K\u00f6rper einer Frau zu erhalten.\u201c<sup>27<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Psychiater Paul McHugh beschreibt aus seiner Erfahrung, weshalb autogynophil-transsexuelle M\u00e4nner sich zu den Operationen entschlie\u00dfen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSie finden beim Tragen von Frauenkleidern intensive sexuelle Erregung. Mit zunehmendem Alter sind sie begierig, ihren Verkleidungen mehr Glaubw\u00fcrdigkeit zu verleihen. Deshalb haben sie Operationen gesucht oder es wurde ihnen dazu geraten\u2026, um dadurch einer Frau \u00e4hnlicher zu sehen. Studien in der psychiatrischen Abteilung des <em>Clark Institute<\/em> in Toronto fanden heraus, dass diese M\u00e4nner sexuelle Erregung versp\u00fcren, wenn sie eine sexuell verf\u00fchrerische Frau nachahmen. Viele von ihnen stellen sich vor, ihre Darstellungen k\u00f6nnten f\u00fcr Zuschauer, insbesondere f\u00fcr Frauen, sexuell erregend sein.\u201c<sup>28<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Autogynophil-Transsexuelle hatten in der Regel <em>in der Kindheit<\/em> keine GIS. Meist beginnen sie in der Pubert\u00e4t mit transvestitischem Fetischismus, bei dem sie weibliche Kleidung, h\u00e4ufig weibliche Unterw\u00e4sche, tragen, sei es in der Fantasie oder in der Realit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lawrence best\u00e4tigt zwar die erotischen Aspekte der Autogynophilie, ist aber der Ansicht, dass es auch andere wesentliche Punkte gibt: \u201eAutogynophilie kann man besser als sexuelle Orientierung, als eine Spielart romantischer Liebe beschreiben. Es geh\u00f6ren erotische, emotionale und Bindungselemente dazu.\u201c<sup>29<\/sup> Nach Auffassung von Lawrence m\u00f6chte der autogynophil-Transsexuelle zu dem <em>werden<\/em>, was er liebt: \u201eZu werden, was man liebt, hat gew\u00f6hnlich h\u00f6chste Priorit\u00e4t. Andere Aspekte des Lebens\u00a0\u2013 Familie, Freunde, Arbeit\u00a0\u2013 sind meist von nachgeordneter Bedeutung, zumindest vor\u00fcbergehend. Bei der Einteilung seiner Zeit, Energie und Ressourcen r\u00e4umt der transsexuell Lebende dem geschlechtsumwandelnden Prozess die Vorrangstellung ein.\u201c<sup>30<\/sup> Die Art von romantischer Liebe, die Lawrence beschreibt, hat einen ungesunden, zwanghaften, obsessiven Aspekt, insbesondere wenn das \u201eLiebesobjekt\u201c das fantasierte Bild von sich selbst als Frau ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lawrence erkennt aber auch, dass autogynophil-Transsexuelle \u201ewahrscheinlich\u00ad ein \u00adgr\u00f6\u00dferes Risiko f\u00fcr die Entwicklung einer narzisstischen St\u00f6rung\u201c haben, weil sie \u201ebesonders anf\u00e4llig sind, Gef\u00fchle der Scham zu haben, und auf empfundene Beleidigungen mit narzisstischer Wut zu reagieren.\u201c<sup>31<\/sup> Lawrence schreibt dies der Tatsache zu, dass diese Menschen seelisch verwundet sind, weil man sie behandele als \u201eM\u00e4nner, die vorgeben, Frauen zu sein\u201c. Lawrence zieht daraus aber nicht den Schluss, dass aufgrund des Narzissmus und der damit einhergehenden Wut eine Therapie sinnvoll sein k\u00f6nnte. Vielmehr legt Lawrence den \u00c4rzten nahe, den Betroffenen keine narzisstischen Verletzungen mehr zuzuf\u00fcgen. Doch genau das ist schwierig, wie Lawrence zugibt, denn viele autogynophil-transsexuelle M\u00e4nner seien als Frauen eben doch nicht \u00fcberzeugend. Selbst wenn andere Menschen Akzeptanz ausdr\u00fcckten, so w\u00fcrden ihre tats\u00e4chlichen Gef\u00fchle in Mimik und K\u00f6rpersprache sichtbar \u2013 und Transsexuelle k\u00f6nnten das als Zur\u00fcckweisung erleben.<\/p>\n<p><strong>c) Die Grundform bei Frauen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wunsch nach \u201egeschlechtsumwandelnden\u201c Operationen, der urspr\u00fcnglich bei Frauen selten vorkam, wird immer h\u00e4ufiger. Fast alle Frauen empfinden zun\u00e4chst lesbisch. Sie k\u00f6nnen eine starke maskuline Identifikation haben, das muss aber nicht sein. Die meisten Frauen mit starker m\u00e4nnlicher Identifizierung litten schon als Kinder an einer Geschlechtsidentit\u00e4tsst\u00f6rung (GIS). Sie konnten sich in ihrer Kindheit nicht mit ihrem K\u00f6rper und ihrem M\u00e4dchensein als etwas Gutem und Sch\u00f6nem identifizieren. Viele hatten von Anfang an eine unsichere Bindung an die Mutter, die sie als schwach und verletzt wahrnahmen. H\u00e4ufig glaubten die M\u00e4dchen, wenn sie Jungen w\u00e4ren, w\u00fcrde ihr Vater sie anerkennen, zumindest aber k\u00f6nnten sie sich und ihre M\u00fctter dann vor m\u00e4nnlicher Aggressivit\u00e4t sch\u00fctzen. Wie auch Jungen mit GIS hatten sie zumeist keine engen gleichgeschlechtlichen Freundschaften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">GIS bei M\u00e4dchen ist etwas anderes als die viel h\u00e4ufiger vorkommende \u201eJungenhaftigkeit\u201c bei M\u00e4dchen (\u201eWildfang\u201c). Bei GIS weigern sich die M\u00e4dchen <em>zwanghaft<\/em>, M\u00e4dchenkleidung zu tragen oder sich an M\u00e4dchenspielen zu beteiligen. Jungenhafte M\u00e4dchen m\u00f6gen f\u00fcr M\u00e4dchen untypische Interessen haben, sind aber insgesamt in ihrem Verhalten flexibler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zucker und Bradley beschreiben das M\u00e4dchen, das eine GIS entwickelt, als \u201eein von seinen Anlagen her leicht verletzbares Kind, das schnell ein hohes Ma\u00df an \u00c4ngsten entwickelt\u201c. Hinzu kommt eine Mutter, die Schwierigkeiten mit ihrem Gef\u00fchlsleben hat und m\u00f6glicherweise w\u00e4hrend des ersten Lebensjahres des M\u00e4dchens depressiv ist. H\u00e4ufig liegen Familienkonflikte vor, das M\u00e4dchen erlebt den Vater als respektlos gegen\u00fcber der Mutter oder gegen\u00fcber Frauen allgemein. Das M\u00e4dchen \u201eerlebt im Konflikt der Eltern eine Mutter, die nicht f\u00fcr sich selbst einstehen kann\u201c. Wenn das M\u00e4dchen dann \u201emit cross-gender Verhalten beginnt, um seine \u00c4ngste zu verringern\u201c, reagiert die Mutter meist positiv, da sie glaubt, das m\u00e4nnliche Verhalten wird ein Schutz f\u00fcr die Tochter sein. M\u00f6glicherweise ermutigt auch der Vater zu cross-gender Verhalten. \u201eDurch Identifikation mit dem Aggressor kann das M\u00e4dchen die Fantasie entwickeln, Mutters Besch\u00fctzerin zu sein.\u201c<sup>32 <\/sup>In manchen F\u00e4llen erinnern sich Frauen mit GIS, dass der Vater fortw\u00e4hrend Frauen abwertete, insbesondere die Mutter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Psychische Probleme bei Transsexuellen <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Transsexuell empfindende Personen leiden an schweren innerpsychischen Konflikten, h\u00e4ufig verbunden mit der Ablehnung des eigenen geschlechtlichen Selbst (des M\u00e4dchenseins, des Jungeseins) und mit Depressionen. Viele Therapeuten haben keine entsprechende Ausbildung, um diese tiefen und schweren Konflikte aufdecken zu k\u00f6nnen. Stattdessen werden Operationen als beste, vielleicht sogar als einzige L\u00f6sung vorgestellt. Die Tatsache, dass Operationen zur Verf\u00fcgung stehen, f\u00fchrt Patienten, die in den Operationen <em>die<\/em> L\u00f6sung sehen, dazu, einen hohen Widerstand gegen eine Therapie aufzubauen. Die Verf\u00fcgbarkeit von Operationen kann Patienten und Therapeuten davon abhalten, gemeinsam in Ruhe an einer psychotherapeutischen L\u00f6sung zu arbeiten: am Narzissmus, an der Wut und an der Unf\u00e4higkeit des Patienten, die Realit\u00e4t des eigenen Geschlechts anzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach den Operationen wird eine therapeutische Behandlung der seelischen Probleme noch schwieriger. Der Psychoanalytiker Charles Socarides \u00e4u\u00dferte: \u201eEs gibt keinen Beleg daf\u00fcr, dass eine Geschlechts\u00adidentit\u00e4tsst\u00f6rung\u00a0\u2013 also eine Geschlechtsidentit\u00e4t im Widerspruch zur anatomischen Struktur\u00a0\u2013 angeboren ist. Jeder Versuch, chirurgisch eine Ver\u00e4nderung zu erreichen, nimmt dem Betroffenen die Chance, seine psychischen und psychosexuellen Probleme zu \u00fcberwinden.\u201c<sup>33<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Interessensgruppen, die sich f\u00fcr die chirurgischen Eingriffe einsetzen, wird \u201eGeschlechts\u00adidentit\u00e4tsst\u00f6rung\u201c definiert als \u201eein Zustand, in dem eine Person aufgrund ihres Geburtsgeschlechts ein bestimmtes Geschlecht zugewiesen bekam; diese Person sich dann aber mit dem anderen Geschlecht identifiziert, erheblichen Stress dar\u00fcber empfindet und auch nicht in der Lage ist, damit zurechtzukommen. In der Klassifikationsliste psychischer St\u00f6rungen beschreibt dies die Probleme bei Transsexualit\u00e4t, Transgender-Identit\u00e4t und seltener bei Transvestitismus. Meist wird die Diagnose Transsexualit\u00e4t gestellt. Kernsymptom ist bei allen eine Geschlechtsdysphorie, ein Unbehagen mit dem zugeordneten Geschlecht.\u201c<sup>34<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Impliziert wird hier, dass die auf der Grundlage eines <em>eindeutigen<\/em> biologischen Geschlechts erfolgte Zuordnung als Junge oder M\u00e4dchen falsch war und korrigiert werden sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Glauben Menschen, die die Operationen anstreben, wirklich, dass ihre Geschlechtszuordnung bei der Geburt falsch war, obwohl es daf\u00fcr keine biologischen Hinweise gibt? Der Psychiatrieprofessor Sander Breiner hebt hervor, dass diese Fehlwahrnehmung des eigenen Selbst an sich schon eine psychische St\u00f6rung ist:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn ein Erwachsener mit normalem Aussehen und normaler Funktionsf\u00e4higkeit im Alltag meint, an ihm sei etwas so H\u00e4ssliches oder grundlegend Fehlerhaftes in seinem Aussehen, dass es ver\u00e4ndert werden m\u00fcsse, dann liegt hier ein nicht unbedeutendes psychisches Problem vor. Je allgegenw\u00e4rtiger und umfassender diese Fehlvorstellung von sich selbst ist, desto bedeutender ist das psychische Problem. Je mehr der Patient gewillt ist, ausgedehnte chirurgische Eingriffe, die zerst\u00f6ren, \u00fcber sich ergehen zu lassen, desto schwerwiegender ist das psychische Problem. Es muss keine Psychose sein. Eine station\u00e4re psychiatrische Behandlung mag auch nicht erforderlich sein. Doch das Ausma\u00df des psychischen Problems wird nicht verringert durch die Tatsache, dass der Patient in anderen Bereichen scheinbar sozial und beruflich erfolgreich ist.\u201c<sup>35<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Betroffene glauben, sie seien im falschen K\u00f6rper gefangen, dann meinen sie damit in Wirklichkeit oft: W\u00fcrden sie zum anderen Geschlecht geh\u00f6ren, w\u00e4ren sie gl\u00fccklicher, f\u00fchlten sich sicherer, mehr akzeptiert, mehr wertgesch\u00e4tzt und mehr geliebt \u2013 was aber nicht dasselbe ist. Die Auffassung einer Person, ihre Probleme w\u00e4ren gel\u00f6st, wenn sie sich den Operationen unterzieht, ist eine fixe Idee, ein Zwang, der ihr Denken beherrscht, sich aber Beweisen entzieht. Aus verschiedenen Gr\u00fcnden, die mit ihrer Lebensgeschichte zu tun haben, glauben die Betroffenen, dass die Operationen sie gl\u00fccklich machen werden. Sie sind deshalb gewillt, alles zu tun, um sich f\u00fcr die Operationen zu qualifizieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die hohe Intensit\u00e4t des Wunsches nach Ver\u00e4nderung gilt als Beleg daf\u00fcr, dass der Betroffene wirklich \u201eim falschen K\u00f6rper\u201c steckt. Einige M\u00e4nner mit Operationswunsch \u00e4u\u00dfern: \u201eIch bringe mich um, wenn mir die Operation verweigert wird.\u201c Oder \u201eIch kastriere mich selbst.\u201c Einige haben das tragischerweise in die Tat umgesetzt. Suizidw\u00fcnsche und Selbstverletzung\/Selbstverst\u00fcmmelung sind aber Symptome psychischer Erkrankungen. Therapeutisch sollte untersucht werden, ob betroffene Menschen einen irrationalen Ekel gegen ihre eigenen Geschlechtsorgane oder gegen andere geschlechtsspezifische k\u00f6rperliche Merkmale haben und ob der Wunsch nach den Operationen mitbegr\u00fcndet ist durch fantasiegesteuertes sexuelles Begehren, die Geschlechtsorgane des anderen Geschlechts besitzen zu wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Psychoanalytiker Charles Socarides behandelte einen jungen, transsexuell empfindenden Mann, der von seinem Vater zur Therapie gezwungen worden war. Der junge Mann gab an, im Alter von sieben bis vierzehn Jahren vom \u00e4lteren Bruder sexuell missbraucht worden zu sein. Er \u00e4u\u00dferte den starken Wunsch nach einer Vagina und sagte: \u201eF\u00fcr eine Ver\u00e4nderung w\u00fcrde ich alles geben. Wer eine Vagina hat, kann andere kontrollieren. Er kann sie sexuell kontrollieren. Diese Vorstellung fasziniert mich, und es fasziniert mich, eine solche Vagina einzusetzen. Ich glaube, ich habe Angst vor analem Verkehr. Mit einer Vagina w\u00e4re das Problem gel\u00f6st, und es w\u00fcrde mir keinen k\u00f6rperlichen Schaden zuf\u00fcgen; aber durch analen Verkehr mit M\u00e4nnern habe ich schon Schaden erlitten.\u201c<sup>36<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Sexueller Missbrauch in der Kindheit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verschiedene Studien haben herausgefunden: Mindestens 40\u00a0Prozent der Erwachsenen (M\u00e4nner und Frauen) mit homosexuellen Neigungen haben in der Kindheit sexuellen Missbrauch erfahren, wobei gemeint ist: sexueller Missbrauch vor dem Alter von vierzehn Jahren mit einer Person, die mindestens f\u00fcnf Jahre \u00e4lter ist. Der Anteil homosexuell-transsexueller M\u00e4nner, die sexuellen Missbrauch erfahren haben, liegt m\u00f6glicherweise noch h\u00f6her. Dabei mag ein emotional belastetes Kind den Missbrauch als \u201eeinvernehmlich\u201c betrachten, wenn er mit irgendeiner Art \u201eZuneigung\u201c oder Aufmerksamkeit von Seiten des T\u00e4ters einhergeht. \u2028Eine kleinere Studie ergab: 55\u00a0Prozent der Transsexuellen erlebte sexuellen Missbrauch vor dem Alter von achtzehn Jahren. In einem Artikel berichtet die transsexuell lebende kanadische Soziologieprofessorin Holly Devor (die heute als Mann lebt: Aaron H. Devor) \u00fcber Zusammenh\u00e4nge zwischen sexuellem Missbrauch in der Kindheit und sp\u00e4terer Transsexualit\u00e4t. Sie nennt eine Studie mit 45 Transsexuellen (alle Frau zu Mann), in der 60\u00a0Prozent der Personen von k\u00f6rperlichem, sexuellem oder emotionalem Missbrauch berichten: \u201eDie Probanden berichteten h\u00e4ufig von den \u00fcblichen Sp\u00e4tkomplikationen nach sexuellem Kindesmissbrauch: \u00c4ngste, Depressionen, Essst\u00f6rungen, Substanzenmissbrauch, stark erh\u00f6hte Aggressivit\u00e4t, suizidales Verhalten. Dennoch k\u00f6nnen die Wurzeln dieser Verhaltensweisen in der Kombination von Geschlechtsdysphorie und Missbrauch liegen. Transsexualit\u00e4t ist m\u00f6glicherweise eine adaptive, extrem dissoziative \u00dcberlebensreaktion bei Personen, die in der Kindheit schweren Missbrauch erfahren haben.\u201c<sup>37<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[Dissoziation: Abspaltung bestimmter Gef\u00fchle oder Ged\u00e4chtnisinhalte, oft eine \u00dcberlebensstrategie nach schweren Traumata].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6. Entscheidungskompetenz<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unabh\u00e4ngig von den jeweiligen Ursachen f\u00fcr die W\u00fcnsche nach den Operationen ist die Frage der Entwicklung von Entscheidungskompetenz und die Entscheidungsreife des Einzelnen zu bedenken. Forschungen zeigen, dass die Gehirnbereiche, die bei Entscheidungsfindungen, Probleml\u00f6sungen und dem Umgang mit Gef\u00fchlen eine wesentliche Rolle spielen, erst mit etwa 25 Jahren ausgereift sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Adoleszente haben noch nicht die F\u00e4higkeiten von Erwachsenen, komplexe Situationen n\u00fcchtern und klar zu beurteilen und die langfristigen Konsequenzen von Entscheidungen zu \u00fcberblicken. Das gilt insbesondere f\u00fcr Entscheidungen von so weitreichendem Ausma\u00df wie \u201egeschlechtsumwandelnde\u201c Operationen, die den K\u00f6rper unwiderruflich verst\u00fcmmeln und zu lebenslanger Unfruchtbarkeit verurteilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eltern bef\u00fcrworten es meist nicht, wenn ihr Kind sich selbst schneidet oder anderes selbstverletzendes Verhalten zeigt, selbst wenn das Verhalten dazu dient, Gef\u00fchle zu regulieren und Stress abzubauen. Eltern, auch wenn sie es noch so gut meinen, sollten auch der Zerst\u00f6rung gesunder Geschlechtsorgane bei Minderj\u00e4hrigen nicht zustimmen, selbst wenn auf diese Weise der psychische Stress der Geschlechtsdysphorie bet\u00e4ubt wird. Chirurgen und Therapeuten sollten Eltern dabei zugewandt unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Fachzeitschrift <em>Pediatric Annals<\/em> wurde der Wunsch eines dreizehnj\u00e4hrigen Jungen besprochen, der eine Hormonbehandlung beginnen wollte, um sich dann mit 18 Jahren den Operationen zu unterziehen: \u201eIn der Vorgeschichte ist bedeutsam, dass er k\u00f6rperlich misshandelt wurde und deshalb au\u00dferhalb des Elternhauses untergebracht wurde. Ein Jahr zuvor war er auf einer psychiatrischen Station wegen Suizidgefahr. Die Suizidgedanken standen in Zusammenhang mit seiner Wut, die wiederum mit der als konflikthaft erlebten Geschlechtsidentit\u00e4t des Jungen zu tun hatte. Zus\u00e4tzlich hatte er ADHS&#8230; Er ist ausschlie\u00dflich mit m\u00e4nnlichen Partnern sexuell aktiv und sieht sich selbst als heterosexuelle Frau. Bei Analverkehr benutzt er in der H\u00e4lfte der F\u00e4lle ein Kondom. Vor einem Jahr wurde ein HIV-Test durchgef\u00fchrt, der negativ war. Nach eigenen Angaben hat er nur wenige Freunde, denn \u201akeiner ist wie er\u2019.\u201c<sup>38<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00c4rzte, die den Antrag des Dreizehnj\u00e4hrigen beurteilten, gingen leider nicht auf das Offensichtliche ein: Wenn der Junge nicht bereits HIV-positiv ist, wird er es vermutlich bald sein. Stattdessen \u00e4u\u00dferte einer der \u00c4rzte seine Besorgnis dar\u00fcber, \u201edass unsere Gesellschaft geschlechtliche Uneindeutigkeit nicht akzeptiert\u201c. Angemessener w\u00e4re es gewesen, darauf hinzuweisen, dass der Dreizehnj\u00e4hrige Opfer anhaltenden sexuellen Missbrauchs ist und gesch\u00fctzt und therapeutisch behandelt werden sollte \u2013 statt ihn auf den Weg f\u00fcr die \u201egeschlechtsumwandelnden\u201c Operationen zu schicken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>7. Masochismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Begriff Masochismus bedeutet, dass Betroffene durch das Erleiden von Schmerz oder Erniedrigung sexuell erregt werden. In einem Artikel \u00fcber Geschlechtsdysphorie und Transsexualit\u00e4t erw\u00e4gen der Psychoanalytiker Jon Meyer sowie der Chirurg John Hoopes (beide <em>Johns Hopkins Universit\u00e4t<\/em>) die M\u00f6glichkeit, dass Masochismus bei dem Wunsch nach \u201egeschlechtsumwandelnden\u201c Operationen eine Rolle spielen kann: Bei Menschen, die an Masochismus leiden, wird die sexuelle Erregung besser erreicht, wenn vor der sexuellen Aktivit\u00e4t Schmerz zugef\u00fcgt wurde. Betroffene Menschen k\u00f6nnen \u2013 allerdings unbewusst \u2013 die chirurgische Entfernung ihrer Genitalien als eine Form masochistischen Abenteuers mit dem Chirurgen erleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Medizinerin und lesbisch lebende Feministin Janice Raymond beurteilt das in ihrem Buch <em>The Transsexual Empire: The Rise of the She Male<\/em> \u00e4hnlich: M\u00e4nner mit W\u00fcnschen nach \u201egeschlechtsumwandelnden\u201c Operationen k\u00f6nnen m\u00f6glicherweise an einer Form von sehr destruktivem Masochismus leiden. Raymond schreibt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas in vielen Kommentaren zur Transsexualit\u00e4t kaum beachtet wird, ist das immense Ausma\u00df an k\u00f6rperlichen Schmerzen, die mit den Operationen einhergehen. Zumeist wird das komplett heruntergespielt. Die meisten postoperativen Transsexuellen nehmen in Interviews keine Stellung zum Ausma\u00df der Schmerzen, die mit den Eingriffen verbunden waren. Sollen wir annehmen, Schmerzen w\u00fcrden nicht auftreten? Jeder, der auch nur die geringsten medizinischen Kenntnisse hat, wei\u00df, dass Entfernung des Penis, der Br\u00fcste, der Geb\u00e4rmutter, chirurgischer Aufbau von Scheide, von Br\u00fcsten usw. f\u00fcr die Patienten nicht schmerzlos sein k\u00f6nnen&#8230; Das Verschweigen der k\u00f6rperlichen Schmerzen durch die Transsexuellen selbst ist wohl nur mit einer masochistischen Einstellung zu erkl\u00e4ren. Eines der Kernelemente des transsexuellen Ablaufs ist tats\u00e4chlich die Leugnung, nicht nur des eigenen Selbst, sondern auch des k\u00f6rperlichen Schmerzes bis zu dem Punkt, an dem der Schmerz entweder als subjektiv lustvoll oder zumindest als subjektiv unbedeutend empfunden wird.\u201c<sup>39<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00f6glicherweise benutzen also einige M\u00e4nner mit Wunsch nach \u201egeschlechtsumwandelnden\u201c Operationen diese Prozeduren auch dazu, ihr masochistisches Begehren zu erf\u00fcllen und m\u00f6glicherweise darin einen Ausweg aus dem Selbsthass zu finden. Gleichzeitig beklagen sich transsexuell empfindende M\u00e4nner nicht selten \u00fcber negative kosmetische Auswirkungen der Operationen sowie \u00fcber die Behandlung durch Menschen, von denen sie \u2013 ihrer Meinung nach \u2013 nicht ausreichend als Frau akzeptiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>8. Grunds\u00e4tzliche Erw\u00e4gungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinter jedem Wunsch nach Geschlechtsumwandlung liegen eine individuelle Lebensgeschichte und individuelle psychische und emotionale Probleme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Leid der Betroffenen ist offensichtlich, meist beginnt es schon in der fr\u00fchen Kindheit. Viele sind Opfer seelischen, k\u00f6rperlichen oder sexuellen Missbrauchs, seelischer Verwahrlosung oder Opfer von Ablehnung. Grundlegende emotionale Bed\u00fcrfnisse nach sicherer Bindung an die prim\u00e4ren Bezugspersonen, Mutter und Vater, und an die gleichgeschlechtliche peer-group konnten nicht gestillt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was die Betroffenen eint, ist die Vorstellung, dass die Operationen ihre Probleme l\u00f6sen werden. Menschen mit transsexuellen W\u00fcnschen haben ein erotisches Lebens-Drehbuch entwickelt, wonach sie als Person des anderen Geschlechts alle Schwierigkeiten in ihrem Leben \u00fcberwinden k\u00f6nnen. Sie gewinnen die Unterst\u00fctzung von Chirurgen, damit ihre Fantasien Wirklichkeit werden, aber die Fantasien beruhen nicht auf der Wirklichkeit. Die Operationen m\u00f6gen Fantasiew\u00fcnsche erf\u00fcllen, sie k\u00f6nnen den Menschen aber nicht neu erschaffen, er wird nie zu einer voll funktionsf\u00e4higen Person des anderen Geschlechts. In gewisser Weise werden die Betroffenen immer in ihren Fantasien leben \u2013 und sich immer mehr anstrengen, alles zu perfektionieren. Fantasien k\u00f6nnen \u00c4ngste vor\u00fcbergehend beruhigen, aber sie k\u00f6nnen die Wunden der Kindheits\u00adtraumata nicht heilen und unbeantwortete Bed\u00fcrfnisse aus der fr\u00fchen Kindheit nicht stillen. Nach Durchf\u00fchrung der Operationen sind die Betroffenen oft noch verschwiegener als vorher, wenn es um das Eingest\u00e4ndnis geht, dass sie nach wie vor mit ernsthaften emotionalen Problemen k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Therapeuten ist es oft nicht m\u00f6glich, die hohen psychischen Widerst\u00e4nde beim Patienten zu \u00fcberwinden und die tiefer liegenden psychischen Probleme mit dem Patienten gemeinsam anzuschauen: die tiefliegende schmerzhafte Selbstunsicherheit, das geringe Selbstwertgef\u00fchl, Traurigkeit und Wut aufgrund der Tatsache, dass sie in der Kindheit in ihren Beziehungen keine ausreichend sichere Bindung herstellen konnten. Doch r\u00e4umt man das m\u00f6glicherweise nicht ein, sondern neigt dazu, den von ihren psychischen Konflikten bestimmten Forderungen der Patienten nachzugeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eGeschlechtsumwandelnde\u201c Operationen\u2028zu genehmigen, gibt dem \u00c4rzteteam das Gef\u00fchl, etwas zu tun\u00a0\u2013 und die Patienten sind dankbar. Aber oft wird dabei \u00fcbersehen, dass die Operationen gesunde menschliche K\u00f6rper verst\u00fcmmeln, zu erheblichem Schmerz und Leiden f\u00fchren, den Patienten konkreten Risiken aussetzen und die tats\u00e4chlichen psychischen Probleme unangetastet lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das zutiefst menschliche Bed\u00fcrfnis der Betroffenen nach Anerkennung, Wertsch\u00e4tzung und Liebe darf nicht geleugnet werden. Es ist aber eine Sache, das Bed\u00fcrfnis jedes Menschen nach Anerkennung als Person von unverf\u00fcgbarem Wert und unteilbarer W\u00fcrde zu ehren. Und es ist eine andere Sache, die Forderungen eines Menschen auszuf\u00fchren, der will, dass andere (einschlie\u00dflich des medizinischen und psychologischen Fachpersonals) die Tatsachen ignorieren und Fantasien f\u00fcr Realit\u00e4t anerkennen sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Transsexuelle Aktivisten fordern best\u00e4ndig \u00c4nderungen der Gesetze, die die Transsexualit\u00e4t betreffen. Sie wollen, dass Personen nach den chirurgischen Eingriffen ihr Geschlecht und ihren Namen nicht nur in den aktuellen amtlichen Dokumenten, sondern auch in der Geburtsurkunde \u00e4ndern k\u00f6nnen. Zus\u00e4tzlich m\u00f6chten sie, dass Personen, die in der \u00d6ffentlichkeit als Angeh\u00f6rige des anderen Geschlechts auftreten, ihre Geschlechtsbezeichnung in amtlichen Dokumenten \u00e4ndern k\u00f6nnen \u2013 auch ohne vorherige chirurgische Eingriffe. Dagegen wehren sich aber viele Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eTransphobie\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer der Auffassung ist, dass es nicht m\u00f6glich ist, das Geschlecht eines Menschen zu \u00e4ndern, m\u00f6chte anderen gegen\u00fcber nicht unsensibel sein. Es sollte aber niemand gezwungen werden zu l\u00fcgen \u2013 etwa indem man ihn zwingt, einen Mann eine Frau zu nennen oder umgekehrt. Transsexuelle Aktivisten wollen die \u00d6ffentlichkeit zwingen, F\u00fcrw\u00f6rter (er, sie, sein, ihr etc.) und Bezeichnungen f\u00fcr Personen zu benutzen, die dem gew\u00fcnschten Geschlecht, nicht dem tats\u00e4chlichen Geschlecht, einer Person entsprechen, sogar dann wenn diese sich gar keinen chirurgischen Engriffen unterzogen hat. Wer sich gegen \u201egeschlechtsumwandelnde\u201c\u2028Operationen ausspricht oder sie nicht als etwas \u201eNormales\u201c ansehen kann, gilt als \u201etransphob\u201c und soll der Diskriminierung bezichtigt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Brosch\u00fcre einer Studentengruppe der <em>University of Massachusetts<\/em> in Amherst benennt die Auffassungen, die als transphob zu verurteilen seien. Dazu geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Die Annahme, jeder ist entweder eine m\u00e4nnliche oder eine weibliche Person.<\/li>\n<li>Auch nach entsprechender Berichtigung immer noch das \u201efalsche\u201c Personalf\u00fcrwort gebrauchen oder \u201ees\u201c zu einer Person sagen.<\/li>\n<li>Die Auffassung, transsexuelle oder transgender Personen seien keine \u201erichtigen Frauen\u201c oder \u201erichtigen M\u00e4nner\u201c.<\/li>\n<li>Transsexualit\u00e4t als psychische St\u00f6rung sehen.<\/li>\n<li>Erwarten, dass alle transgender Personen transsexuell in dem Sinne sind, dass sie eine komplette Geschlechtsumwandlung w\u00fcnschen.<\/li>\n<li>Die Auffassung, transgender Jugendliche k\u00f6nnten noch keine eigenen Entscheidungen treffen \u00fcber ihre gew\u00fcnschte Geschlechts\u00adidentit\u00e4t.<sup>40<\/sup><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Organisation <em>Dignity<\/em> in den USA, die sich f\u00fcr eine rechtliche und moralische Gleichstellung homosexueller, bisexueller, transsexueller und transgender Lebensformen einsetzt, hat Richtlinien f\u00fcr Medienberichte \u00fcber transgender Personen herausgegeben. Darin hei\u00dft es: \u201edie Bezugnahme auf transgender Personen mit den Personalf\u00fcrw\u00f6rtern und Adjektiven, die dem Geburtsgeschlecht der Person entsprechen\u201c ist \u201e<em>extrem<\/em> beleidigend\u201c.<sup>41<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Colleges kommen zunehmend den Forderungen von Studenten und Studentinnen nach, die dem anderen Geschlecht angeh\u00f6ren m\u00f6chten und entsprechend behandelt werden wollen. Aktivisten setzen Kinderg\u00e4rten und Schulen unter Druck, damit Kindern schon ab dem Kindergarten-Alter erlaubt wird, cross-dressing zu praktizieren, ihren Vornamen (von m\u00e4nnlich zu weiblich oder umgekehrt) zu \u00e4ndern und die sanit\u00e4ren Einrichtungen des anderen Geschlechts zu benutzen. Die Eltern der anderen Kinder wehren sich oft vehement, wenn \u201eBildungsprogramme\u201c von allen Kindern verlangen \u2013 manchmal schon ab dem Alter von sechs oder sieben \u2013 ein Kind, das biologisch eindeutig ein Junge ist, als M\u00e4dchen anzusehen und anzusprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige homosexuell Trans\u00adsexuelle k\u00f6nnen ihr Umfeld bez\u00fcglich ihres angeborenen Geschlechts t\u00e4uschen. Dennoch sp\u00fcren die meisten Menschen eine Irritation, wenn sie eine Person treffen, die vorgibt, sie geh\u00f6re zum anderen Geschlecht. Viele sind zu h\u00f6flich, um etwas zu sagen, vielleicht unterst\u00fctzen sie auch die Auffassung, Menschen k\u00f6nnten ihr Geschlecht \u00e4ndern. Aber unbewusst und ungewollt vermitteln sie dem anderen doch, dass sie das neue Geschlecht nicht ganz glauben. Das hat Auswirkungen auf die transsexuell lebende Person, die sich verunsichert und nicht ganz akzeptiert f\u00fchlt oder meint, sich in der neuen Rolle st\u00e4ndig beweisen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>9. Wir haben den Irrsinn mitgemacht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eGeschlechtsumwandelnde\u201c Operatio\u00adnen zerst\u00f6ren gesunde Geschlechtsorgane, nehmen dem Menschen unwiderruflich seine biologische Fruchtbarkeit, sein Potential zur Weitergabe des Lebens, und bergen gesundheitliche Risiken. Die chirurgischen Eingriffe k\u00f6nnen das Geschlecht nicht \u00e4ndern, nur die Illusion von Ver\u00e4nderung erzeugen. Lawrence, der selbst die Operationen hinter sich hat, schreibt: \u201eEs wird allgemein anerkannt, dass Transsexualismus eine grundlegende St\u00f6rung in der Selbstwahrnehmung des Betroffenen ist.\u201c<sup>42<\/sup> Die Operationen behandeln diese St\u00f6rung aber nicht, sie kooperieren mit ihr, und sie kapitulieren vor ihr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wunsch nach einer \u201egeschlechtsumwandelnden\u201c Operation ist ein Symptom f\u00fcr tiefliegende, schmerzhafte psychische Probleme. Da es schwer ist, sie in der Adoleszenz und beim Erwachsenen zu behandeln, sollte der Fokus auf der <em>Pr\u00e4vention<\/em> liegen: Aufkl\u00e4rung und fr\u00fche therapeutische Intervention in der Kindheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit Kinder in eine gesunde, sichere m\u00e4nnliche oder weibliche Identit\u00e4t hineinwachsen k\u00f6nnen, brauchen sie:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>eine fr\u00fche sichere Bindung an Mutter und Vater und an die Geschwister. Das ist von hoher Bedeutung;<\/li>\n<li>eine zugewandte Best\u00e4tigung und F\u00f6rderung ihrer jeweiligen nat\u00fcrlichen Identit\u00e4t als Junge oder als M\u00e4dchen;<\/li>\n<li>wenn sie geschlechtsuntypische Begabungen und Interessen haben, besondere Zuwendung<sup>43<\/sup>;<\/li>\n<li>\u00fcber viele Jahre hinweg gleichgeschlechtliche Freundschaften, schon ab der fr\u00fchen Kindheit.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wunsch nach \u201egeschlechts\u00ad\u00adum\u00adwandelnden\u201c Operationen wird in der Regel als Problem der Geschlechtsidentit\u00e4t (bin ich ein Junge oder ein M\u00e4dchen?) dargestellt. Doch gibt es umfangreiche Belege daf\u00fcr, dass dies eine Rationalisierung ist, ein Abwehrmechanismus, mit dem tiefe, schmerzhafte Pers\u00f6nlichkeitskonflikte verdeckt werden sollen. Und auch der sexuell gef\u00e4rbte Wunsch einiger, bestimmte sexuelle Fantasien ausleben zu k\u00f6nnen, soll damit verdeckt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folgende Themen sollten von Therapeuten immer evaluiert werden: starke Wut des Betroffenen gegen sich selbst, oft mit selbstzerst\u00f6rerischen Impulsen, starke Wut auf andere, Depressionen, chronisches Selbstmitleid, Traumata in der Kindheit, suchthafte Masturbation und suchthafte Fantasien, Neid \u2013 dies alles spielt in der Entwicklung von homosexueller und autogynophiler Transsexualit\u00e4t eine Rolle. Zudem sollte auf Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rungen wie narzisstische und Borderline-St\u00f6rungen geachtet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bem\u00fchungen zur Entwicklung wirksamer Therapien f\u00fcr Jugendliche und Erwachsene sollten erheblich verst\u00e4rkt werden. Die Tatsache, dass solche Therapien in der wissenschaftlichen Literatur nicht ausf\u00fchrlich beschrieben sind und daher nicht ohne Weiteres zur Verf\u00fcgung stehen und Patienten erhebliche Widerst\u00e4nde gegen Therapien aufgebaut haben, sollte nicht als Rechtfertigung daf\u00fcr gelten, therapeutisch nicht weiter zu forschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Therapeuten, Psychiater und Chirurgen, die sich mit Fragen medizinischer Ethik auseinandersetzen, tun gut daran, den Rat des Psychiaters Paul McHugh zu h\u00f6ren: \u2028\u201eIch zog den Schluss, dass die Johns Hopkins Universit\u00e4t grundlegend mit einer psychischen St\u00f6rung kooperierte. Wir Psychiater sollten uns darauf konzentrieren zu helfen, die Psyche von betroffenen Menschen ins Lot zu bringen und nicht ihre Genitalien zu ver\u00e4ndern.\u201c<sup>44<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">McHugh f\u00fcgte noch hinzu:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas die Erwachsenen angeht, die zu uns kamen mit der Behauptung, sie h\u00e4tten jetzt ihre \u201awahre\u2019 geschlechtliche Identit\u00e4t entdeckt und h\u00e4tten von den geschlechtsumwandelnden Operationen geh\u00f6rt: Indem wir Psychiater diese M\u00e4nner und Frauen auf die Operationen und ein Leben im anderen Geschlecht vorbereiteten, haben wir uns selbst davon abgehalten, die Ursachen und das Wesen ihrer psychischen Fehlleitung wirklich zu untersuchen. Wir haben wissenschaftliche und technische Ressourcen vergeudet und der Glaubw\u00fcrdigkeit unseres Berufsstandes Schaden zugef\u00fcgt, indem wir mit dem Irrsinn kooperierten, statt zu beobachten, zu untersuchen, zu heilen und letztendlich auch zu verhindern.\u201c<sup>45<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Originalartikel:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Fitzgibbons-Sex-Reasssignment-Surgery.pdf\">Richard Fitzgibbons, Philip Sutton, Dale O&#8217;Leary, The Psychopathology of Sex-Reassignment Surgery, 2009.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">K\u00fcrzung und Ver\u00f6ffentlichung im Deutschen mit frdl. Erlaubnis der Autoren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1<\/sup> Neben dem Begriff \u201egeschlechtsumwandelnde\u201c Operationen wird zunehmend der Begriff \u201egeschlechtsangleichende\u201c Operationen verwandt. Bei Transsexualit\u00e4t ist damit das chirurgische \u201eAngleichen\u201c der Geschlechtsorgane an das Wunschgeschlecht des Patienten gemeint. Dabei werden gesunde, funktionsf\u00e4hige Organe zerst\u00f6rt und die Geschlechtsorgane des jeweils anderen Geschlechts nachgeahmt. Fu\u00dfn. hinzugef\u00fcgt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>2<\/sup> Siehe Raymond, Janice, The Transsexual Empire: The Making of the She-Male. New York 1994, S. 10.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>3<\/sup> McHugh, Paul R., Surgical Sex, First Things 147, November 2004, S. 35.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>4<\/sup> Lawrence, Anne, Transgender Health Concerns, in: The Health of Sexual Minorities: Public Health Perspectives on Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender Populations, ed. Ilan H. Meyer und Mary E. Northridge, New York 2007, S. 473\u2013505. Siehe auch Lawrence, Anne, Patient-Reported Complications and Functional Outcomes of Male-to-Female Sex Reassignment Surgery, Arch Sexual Behavior 35, 2006, S. 717\u2013727.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>5<\/sup> Blanchard, Ray, Clinical Observations and Systematic Studies of Autogynephilia. J. of Sex and Marital Therapy, 17\/4, 1991, S. 235-251.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>6<\/sup> Mit den Begriffen Mann und Frau, er und sie, sind jeweils biologischer Mann und biologische Frau gemeint. Homosexuell-transsexueller Mann meint einen Mann, der eine Frau sein m\u00f6chte. Fu\u00dfn. hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>7<\/sup> McHugh, Surgical Sex, S. 35.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>8<\/sup> Lawrence, Anne, Men Trapped in Men\u2019s Bodies: An Introduction to the Concept of Autogynephilia, Transgender Tapestry 85, Winter 1998.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>9<\/sup> Geschlechtsidentit\u00e4tsst\u00f6rung im Kindesalter ist nach dem in Deutschland g\u00fcltigen ICD-10 Code so definiert: \u201eDiese St\u00f6rung zeigt sich w\u00e4hrend der fr\u00fchen Kindheit, immer lange vor der Pubert\u00e4t. Sie ist durch ein anhaltendes und starkes Unbehagen \u00fcber das zugefallene Geschlecht gekennzeichnet, zusammen mit dem Wunsch oder der st\u00e4ndigen Beteuerung, zum anderen Geschlecht zu geh\u00f6ren. Es besteht eine andauernde Besch\u00e4ftigung mit der Kleidung oder den Aktivit\u00e4ten des anderen Geschlechtes und eine Ablehnung des eigenen Geschlechtes. Die Diagnose erfordert eine tief greifende St\u00f6rung der normalen Geschlechtsidentit\u00e4t; eine blo\u00dfe Knabenhaftigkeit bei M\u00e4dchen und ein m\u00e4dchenhaftes Verhalten bei Jungen sind nicht ausreichend.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prospektive Studien zeigen: Kinder mit diagnostizierter Geschlechtsidentit\u00e4tsst\u00f6rung (GIS) werden im Erwachsenenalter in etwa 60-80 Prozent homosexuell oder bisexuell empfinden, in 20-30 Prozent heterosexuell und in 6-8 Prozent transsexuell empfinden. Fu\u00dfn. hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>10<\/sup> Zucker, Kenneth J., Bradley, Susan J., Gender Identity Disorder and Psychosexual Problems in Children and Adolescents. New York 1995. Einen \u00dcberblick \u00fcber Zuckers Arbeit zu Geschlechtsidentit\u00e4tsst\u00f6rungen gibt die National Association for Research and Therapy of Homosexuality (NARTH) Scientific Advisory Committee, Gender Identity Disorders in Children and Adolescence: A Critical Inquiry and Review of the Kenneth Zucker Research, M\u00e4rz 2007.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>11<\/sup> Zucker et al., Gender Identity Disorder, New York, 1995, S. 262-263.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>12<\/sup> Bradley, Susan J., Affect Regulation and the Development of Psychopathology, New York 2003, S. 201.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>13<\/sup> Zucker et. al., Gender Identity Disorder, a.a.O., S. 263.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>14<\/sup> Ebd., S. 72-73.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>15<\/sup> \u201cBrave New Schools 8-Year-Old Boy Returning to Class As Girl, Teachers Making Accomodations, Preparing to Counsel Other Students.\u201d WorldNetDaily Feb. 8, 2008. Fitzgibbons, Richard P., Desire for a Sex Change: Clinical Observations and Advice. Ethics &amp; Medics Okt. 2005, S. 1-2.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>16<\/sup> Zucker et al., Gender Identity, S. 263. Text in Klammern im Deutschen hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>17<\/sup> Siehe Hinweis auf die Studien in Fu\u00dfn. 9. Fu\u00dfn. hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>18<\/sup> Bradley, Susan, und Zucker, Kenneth J., Drs. Bradley and Zucker Reply, Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry, 37\/3, 1998, S. 244-245.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>19<\/sup> Zucker, Kenneth J. et al., Psychopathology in the Parents of Boys with Gender Identity Disorder, Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry 42\/1, Januar 2003, S. 2-4.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>20<\/sup> Zucker et al., Gender Identity Disorder, S. 282.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>21<\/sup> Ebd, S. 315-316.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>22<\/sup> Blanchard, Ray, Origins of the Concept of Autogynephilia, Februar 2004.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>23<\/sup> Transvestitismus gibt es nach dem ICD-10 Diagnose-Code in verschiedenen Formen, alle unter der Rubrik \u201ePers\u00f6nlichkeits- und Verhaltensst\u00f6rungen\u201c:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>\u201eTragen gegengeschlechtlicher Kleidung, um die zeitweilige Erfahrung der Zugeh\u00f6rigkeit zum anderen Geschlecht zu erleben. Der Wunsch nach dauerhafter Geschlechtsumwandlung oder chirurgischer Korrektur besteht nicht; der Kleiderwechsel ist nicht von sexueller Erregung begleitet.\u201c www.icd-code.de\/icd\/code\/F64.-.html<\/li>\n<li>Fetischistischer Transvestitismus: \u201eZur Erreichung sexueller Erregung wird Kleidung des anderen Geschlechts getragen; damit wird der Anschein erweckt, dass es sich um eine Person des anderen Geschlechts handelt. Fetischistischer Transvestismus unterscheidet sich vom transsexuellen Transvestitismus durch die deutliche Kopplung an sexuelle Erregung und das starke Verlangen, die Kleidung nach dem eingetretenen Orgasmus und dem Nachlassen der sexuellen Erregung abzulegen. Er kann als eine fr\u00fchere Phase in der Entwicklung eines Transsexualismus auftreten.\u201c www.icd-code.de\/icd\/code\/F65.1.html Fu\u00dfn. hinzugef\u00fcgt.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>24<\/sup> Lawrence, A., Men Trapped in Men\u2019s Bodies, a.a.O.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>25<\/sup> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>26<\/sup> Zitiert nach Bailey, Michael J., The Man Who Would Be Queen, Washington 2003, S. 165.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>27<\/sup> Blanchard, R., Clinical Observations, S. 245-246, zitiert in Lawrence, Men Trapped in Men\u2019s Bodies, a.a.O.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>28<\/sup> McHugh, Surgical Sex, S. 35.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>29<\/sup> Lawrence, Anne, Becoming What We Love, Perspectives in Biology and Medicine 50\/4, 2007, S. 506.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>30<\/sup> Ebd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>31<\/sup> Lawrence, Anne, Shame and Narcissistic Rage in Autogynephilic Transexualism, Arch Sexual Behavior, 37\/3, Juni 2008, S. 457-461.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>32<\/sup> Zucker et al., Gender Identity Disorder, S. 263-264.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>33<\/sup> Socarides, Charles W., The Desire for Sexual Transformation: A Psychiatric Evaluation of Transsexualism. Am. J. of Psychiatry 125\/10, 1969, S. 1419-1425.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>34<\/sup> www.genderdysphoria.org\/genderdysphoria_medical.html Diese Seite ist im Oktober 2013 nicht auffindbar. Ein fast identisches Zitat findet sich unter: <a href=\"http:\/\/transunity.com\/gender-identity-disorder\">transunity.com\/gender-identity-disorder<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>35<\/sup> Breiner, Sander, Transsexuality Explained. www.narth.org\/docs\/transexpl.html<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>36<\/sup> Socarides, Charles W., A Psychoanalytic Study of the Desire for Sexual Transformation (Transsexualism): The Plaster-of-Paris Man, International Journal of Psychoanalysis 51\/3, 1970, S. 341-349, 344.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>37<\/sup> Devor, Holly, Transsexualism, Dissociation, and Child Abuse: An Initial Discussion Based on Nonclinical Data. J. of Psychology and Human Sexuality, 6\/3, 1994, S. 49-72.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>38<\/sup> Listernick, Robert, A 13-Year-Old Boy Who Desires Gender Reassignment, Pediatric Annals, 32\/6, Juni 2003, S. 378\u2013382.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>39<\/sup> Raymond, The Transsexual Empire, a.a.O., S. 143.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>40<\/sup> \u201cWhat Does Transphobia Look Like?\u201d Stonewall Center of the University of Massachusetts Amherst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>41<\/sup> Transgender Nation: \u201eTransgendered Persons: A Primer to Better Understanding\u201c, Dignity USA, Juli 2008, Hervorhebung im Original.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>42<\/sup> Lawrence, Anne A., Shame and Narcissistic Rage in Autogynephilic Transsexualism, Arch Sexual Behavior, 37, April 2008, S. 458, unter Bezugnahme auf Beitel, Allan, The Spectrum of Gender Identity Disturbances: An Intrapsychic Model, in Steiner, Betty W., ed., Gender Dysphoric Development Research Management (Perspectives in Sexuality), New York, 1985, S. 189-206; und U. Hartmann und H. Becker, C. Rueffer-Hesse, Self and Gender: Narcissistic Pathology and Personality Factors in Gender Dysphoric Patients, Preliminary Results of a Prospective Study, International J. of Transgenderism, 1\/1, Juli-September 1997.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>43<\/sup> Jungen brauchen insbesondere die Zuwendung des Vaters. Fu\u00dfn. hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>44<\/sup> McHugh, Surgical Sex, S. 35.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>45<\/sup> McHugh, Surgical Sex, S. 35.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Transsexuell empfindende Menschen, die sich \u201egeschlechts\u00ad\u00ad\u00ad\u00adumwandelnde\u201c Operationen w\u00fcnschen, erleben einen Widerspruch zwischen ihrem tats\u00e4chlichen Geschlecht und ihrer empfundenen Geschlechtszugeh\u00f6rigkeit. Die Frage ist: Wie soll der Widerspruch aufgel\u00f6st werden? 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