{"id":17969,"date":"2021-04-04T08:27:10","date_gmt":"2021-04-04T06:27:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17969"},"modified":"2021-04-04T08:27:10","modified_gmt":"2021-04-04T06:27:10","slug":"pfr-erich-schnepel-christus-in-uns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17969","title":{"rendered":"Pfr. Erich Schnepel, &#8222;Christus in uns&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es ist eine ungeheuerliche Aussage, dass Jesus Christus in denen wohnt und gegenw\u00e4rtig ist, die ihn aufnahmen. Das gibt es niemals sonst, dass einer im anderen wohnen und gegenw\u00e4rtig sein kann. So tief k\u00f6nnen sich Menschen nie miteinander verbinden, und wenn sie sich noch so gut verstehen und noch so lieb haben. Das konnte auch Jesus nicht, als er auf Erden als unser Bruder unter uns lebte. Das vermag er erst, seitdem er der lebendige Herr wurde, der Geist ist wie Gott. Dies wurde er am Auferstehungsmorgen. In einem geheimnisvollen, sch\u00f6pferischen Akt machte Gott ihn zu dem lebendigen Herrn. Niemand war Zeuge, als Gott dieses neue, einzigartige, h\u00f6here Leben Jesus Christus gab. Aber als der Lebendige konnte er sich vielen als der bezeugen, der bei ihnen ist und lebt. Das tut er durch die Jahrhunderte bis heute.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott hat Jesus nicht nur zum lebendigen Herrn gemacht, sondern zum verborgenen Herrscher der Welt und zum lebendigen Haupt seiner neuen Gemeinde. Damit er das sein konnte, stellte ihm Gott seinen Geist in der ganzen F\u00fclle zur Verf\u00fcgung. Die F\u00fclle des Heiligen Geistes hat nur Jesus ganz allein. Aus dieser seiner F\u00fclle gibt er uns jeweils, was wir ben\u00f6tigen. Das kann bald mehr, bald weniger sein, je nachdem unsere Lage und unser Dienst f\u00fcr Christus es erfordert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch den Geist, den Gott ihm in so umfassender Weise zur Verf\u00fcgung stellte, kann Jesus mit jedem in Verbindung treten, der sich ihm \u00f6ffnet. Er kann mit ihm eine volle Lebensgemeinschaft eingehen. Er kann durch den Geist sich so tief im Innersten mit uns verbinden, dass er wirklich in uns gegenw\u00e4rtig ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum ist Jesus das einzigartige Geschenk Gottes an uns. Er ist dann selbst in uns das neue Leben. So konnte Jesus sich mit niemand verbinden, als er auf der Erde war. Das kann er erst seit der Auferstehung und Pfingsten. Das ist es, was einen Menschen zu einem Kind Gottes macht, wenn Christus in einem S\u00fcnder Wohnung nimmt und fortan in ihm gegenw\u00e4rtig ist. Weil Christus in ihm ist, hei\u00dft dieser Mensch ein Christ. Das bedeutet nicht, dass dieser Mensch besonders hohe menschliche Qualit\u00e4ten hat. Vielmehr hat sich Christus seiner gerade deshalb erbarmt, weil er diese nicht besitzt und so bed\u00fcrftig ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christus selbst ist das neue Leben, das in diesem Menschen an die Arbeit geht, um etwas Neues in ihm zu gestalten. Davon hat er nichts verdient. Das ist ganz allein das Geschenk Jesu, der sich dieses Menschen annahm und nun in ihm gegenw\u00e4rtig ist. Es ist eine schwere Last und Aufgabe, die Jesus sich damit aufl\u00e4dt. Wir k\u00f6nnen uns nur wundern, dass er es nicht leid wird, sich unser anzunehmen und in uns gegenw\u00e4rtig zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDer Leib ist tot wegen S\u00fcnde\u00ab. In ihm herrscht in \u00a0k\u00f6rperlicher und seelischer Hinsicht eine Todessituation. Wie es dazu kam, hat Paulus in R\u00f6mer 5,12-14 ersch\u00fctternd dargestellt. Die Ursache ist der Einbruch jener \u00fcbermenschlichen, d\u00e4monischen Weltmacht \u203aS\u00fcnde\u2039. Nicht wegen einzelner S\u00fcnden, die wir tun, befindet sich unser Leib in dieser Todessituation. Diese einzelnen pers\u00f6nlichen S\u00fcnden sind vielmehr die Folge davon, dass jene Weltmacht \u203aS\u00fcnde\u2039 in die Menschheit einbrach und die unumschr\u00e4nkte Herrschaft \u00fcber sie gewann. Dieser Vorgang und die Existenz dieser unheimlichen Macht geh\u00f6ren zu den Weltr\u00e4tseln, die kein Mensch zu l\u00f6sen vermag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Christ und der Nichtchrist stehen in gleicher Weise vor diesem unl\u00f6sbaren R\u00e4tsel. Die Todessituation des Leibes wirkt sich nicht nur im k\u00f6rperlichen Gebiet aus, sondern auch im seelischen. Wir sind auf allen Lebensgebieten durch diese Todeslinien gef\u00e4hrdet. Das bleibt so, bis unser eigentlicher Mensch im sogenannten Tode von diesem Leib geschieden wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Masse der Menschheit gibt es \u00fcberhaupt keine andere Existenz als diese Todessituation. Das ist auf Schritt und Tritt eindeutig zu sehen. Nur wenn Christus in einem Menschen Wohnung machen darf, wird dieses Todesver-h\u00e4ngnis durchbrochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus durchbricht mit seinem Geist diese Abh\u00e4ngigkeit. Nun befindet sich unser eigentlicher Mensch, unser Geist, nicht mehr in einer Geschichte des Todes, sondern des Lebens. \u00bbDer Geist aber ist Leben wegen Gerechtigkeit\u00ab. Es ist das Leben Jesu, das nun in unserem Geist lebt. Dieses Leben Jesu ist st\u00e4rker als alles. Es setzt sich gegen alle Widerst\u00e4nde durch. Sonst w\u00fcrde das neue Leben nach kurzer Zeit von der alten Todessituation des Menschen \u00fcberw\u00e4ltigt und ausgel\u00f6scht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist ein Wunder, wenn dieses Leben Jesu in einem Menschen Wohnung macht. Damit \u00e4ndert sich seine ganze Lebenssituation. Aber es ist fast ein noch gr\u00f6\u00dferes Wunder, wenn dieses Leben sich durch Jahre und Jahrzehnte behauptet und allen zerst\u00f6renden Einfl\u00fcssen zum Trotz bis zum Tod des Leibes bleibt und diesen sogar noch \u00fcberdauert. Der Geist ist nicht mehr in den Sterbensprozess des Leibes verwickelt. Selbst in den F\u00e4llen, in denen ein Kind Gottes durch k\u00f6rperliche Erkrankung auch geistig in Mitleidenschaft gezogen ist, stirbt das neue Leben Jesu in ihm nicht. Es ist tief eindr\u00fccklich, dass in Menschen, die man nach dem \u00fcblichen Sprachgebrauch als geistig umnachtet bezeichnete, ihr eigentlicher Lebenszusammenhang mit Jesus in gewissen Situationen ganz \u00fcberraschend sichtbar wurde. Sie hatten durch k\u00f6rperliche Defekte die F\u00e4higkeit verloren, sich ihrer Umwelt im vollen Umfang mitzuteilen. Aber in der verborgenen Tiefe ihrer Pers\u00f6nlichkeit war das Leben Jesu weitergegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Kriegsgefangenschaft mussten viele von uns einen Todesweg gehen, der sie an den Rand des Grabes brachte. Der K\u00f6rper und die Seele wurden durch die Entbehrungen so geschw\u00e4cht, dass sie ihre Funktion fast einstellten. Es war wirklich kein Leben mehr, sondern nur ein Vegetieren. Aber die, die mit Jesus Christus im Zusammenhang standen, erlebten etwas ganz \u00dcberraschendes. Ihr Leben mit Jesus Christus starb nicht. Es wurde im Gegenteil in einer geheimen Weise verst\u00e4rkt. Der Christus, der in ihnen wohnte, verst\u00e4rkte sein Leben in ihnen, wie es die Schwere der Situation erforderte. Ihr Leib war wirklich ein Todesleib, aber ihr Geist war klar und frisch, weil das Leben Jesu in ihnen gegenw\u00e4rtig war. Das Leben des Geistes l\u00f6schte mit den Funktionen des Leibes und der Seele nicht aus. Es war wirklich Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gleiche Beobachtung hat man an Kindern Gottes gemacht, die Jahre und Jahrzehnte schwer krank waren und aus denen das Leben Jesu herausstrahlte. Gel\u00e4hmte Kinder Gottes, die kaum ein Glied r\u00fchren konnten, haben mich aufs tiefste durch den Frieden erquickt, der von ihnen ausging. Sie brauchten kein Wort zu sagen. Sie konnten es oft auch gar nicht. Das Leben Jesu sprach unmit-telbar aus ihnen heraus. Der Leib war dem Tode verfallen, aber der Geist war Leben, weil Jesus in ihnen gegenw\u00e4rtig war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das trifft nicht nur f\u00fcr au\u00dferordentliche Situationen zu. Das ist die Normalsituation eines jeden Kindes Gottes. Es ist eine gro\u00dfe Sache, wenn sich das Leben Jesu in uns ungehemmt entfalten kann. Jedes Betr\u00fcben des Geistes bedeutet einen schmerzlichen Verlust und birgt ein St\u00fcck Todessituation in sich. Jesus ist unerm\u00fcdlich am Werke, um in seinen Leuten sein Leben durchzusetzen. Es gibt nichts Eindrucksvolleres als eine Schar von J\u00fcngern Jesu, in denen ihr Herr sein Werk lebendig in Gang hat. Solche Gemeinschaft seiner Leute ist wie eine Oase in der W\u00fcste, in der man erfrischt und erquickt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Erich Schnepel, Gewissheit in Jesus Christus. Bibelstudien \u00fcber den R\u00f6merbrief Kapitel 8. Neudruck Linz 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist eine ungeheuerliche Aussage, dass Jesus Christus in denen wohnt und gegenw\u00e4rtig ist, die ihn aufnahmen. Das gibt es niemals sonst, dass einer im anderen wohnen und gegenw\u00e4rtig sein kann. So tief k\u00f6nnen sich Menschen nie miteinander verbinden, und wenn sie sich noch so gut verstehen und noch so lieb haben. 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