{"id":17834,"date":"2021-01-22T14:12:43","date_gmt":"2021-01-22T13:12:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17834"},"modified":"2021-01-22T14:12:43","modified_gmt":"2021-01-22T13:12:43","slug":"eine-glosse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17834","title":{"rendered":"Eine Glosse?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie spinnen, die R\u00f6mer\u201c, dieses Zitat von Obelix aus den Asterix-Comics, ist zu einem gefl\u00fcgelten Wort geworden, um abgedrehte Meinungen oder Vorstellungen zu kennzeichnen. Diese Redewendung kam mir in den letzten Tagen beim Lesen kirchlicher Nachrichten mehrfach in den Sinn. Da fordert der Pr\u00e4sident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Kammer f\u00fcr \u00f6ffentliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Deutschland, den assistierten Suizid auch in kirchlichen-diakonischen Einrichtungen zu erm\u00f6glichen (FAZ, 11. Januar). Man m\u00f6chte sich die Augen reiben, aber das soll man ja in Zeiten des Corona-Virus nicht tun.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also, liest man weiter und schon wieder wird die Diakonie auff\u00e4llig, dieses Mal in Bayern. In einem Faltblatt zur Schwangerschaftsberatung wird berichtet, wie der \u201eerfolgreichen Gesch\u00e4ftsfrau\u201c Martina verst\u00e4ndnisvoll der notwendige Beratungsschein ausgestellt wird, um ihr Kind abzutreiben, weil \u201esie sich mit der Schwangerschaft nicht anfreunden kann\u201c. Keine Ermutigung zur Schwangerschaft, kein Schutz des ungeborenen Lebens, Diakonie als \u201eServicestelle zum Erlangen des Beratungsscheins, also der Lizenz zur vorgeburtlichen Kindst\u00f6tung\u201c. (idea 3.2021) Geht\u00b4s noch?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun k\u00f6nnte man als Pf\u00e4lzer denken, Hannover, Berlin und auch Bayern sind weit weg. Und sogleich f\u00e4llt mir das Lied ein \u201eWarum ist es am Rhein so sch\u00f6n\u201c. W\u00e4re da nur nicht das Impulspapier der Evangelischen Kirche im Rheinland mit dem Titel \u201eLobbyistin der GOTT-Offenheit\u201c. Es wundert mich nicht, dass mir bei diesem Geschwurbel sogleich wieder Obelix einf\u00e4llt, Ihr wisst schon \u2026<br \/>\nIch lasse mich aber nicht beirren und lese weiter, die rheinische Kirche solle k\u00fcnftig gezielt \u201eKontakt zu anderen Religionsgemeinschaften und zivilgesellschaftlichen Akteuren suchen\u201c, um mit ihnen \u201egemeinsame Sache zu machen\u201c. Sie solle dar\u00fcber hinaus \u201e\u00f6ffentlich genauso f\u00fcr den h\u00f6rbaren Muezzinruf eintreten wie f\u00fcr das Glockengel\u00e4ut der Kirchen\u201c und Initiativen zum staatlichen Schutz muslimischer Feiertage unterst\u00fctzen. (idea online, 18.01.2021) Ist das ein Aufruf zur Religionsvermischung? Oder gar zum G\u00f6tzendienst? Aber nein, das 1. Gebot l\u00e4sst sich trefflich uminterpretieren. Und die Worte Jesu zu diesem Thema sind zeit- und kulturbedingt so auszulegen, dass sie f\u00fcr uns heute keine Relevanz mehr haben. Und unweigerlich frage ich mich, wie der Muezzinruf \u201eAllahu akbar\u201c (Allah ist der Gr\u00f6\u00dfte) jetzt wieder in den Ohren der Jesiden klingt, die vor der Terrorbewegung \u201eIslamischer Staat\u201c nach Deutschland geflohen sind, weil sie im Namen Allahs verfolgt und ihre Kinder verschleppt wurden. Und wie geht es dabei den verfolgten Christen, die aus islamischen L\u00e4ndern bei uns Zuflucht suchten? Geht\u00b4s noch? Es zeigt sich mal wieder, schlimmer geht immer. Ich k\u00f6nnt\u00b4 die Wand hochgehen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist zu tun? Austreten aus der Kirche? Daf\u00fcr h\u00e4tten auch Martin Luther, Dietrich Bonhoeffer, Paul Gerhardt, Wilhelm L\u00f6he, Paul Schneider u.v.a. viele Gr\u00fcnde gehabt. Dann h\u00e4tten sie aber ihr Hirtenamt nicht ausgef\u00fchrt, in Treue zum Wort Gottes und in Liebe zu den Menschen. Ok, vielleicht h\u00e4tten sie sich aber dadurch die Verfolgung bzw. gar den M\u00e4rtyrertod erspart. Was hatte Luther eigentlich bewegt in \u201eEin feste Burg\u201c zu dichten: \u201eDas Wort sie solln lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan, mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: la\u00df fahren dahin, sie haben\u00b4s kein Gewinn, das Reich mu\u00df uns doch bleiben.\u201c?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Demokratiebewegung 1989 in der DDR rief \u201eWir sind das Volk\u201c, gilt f\u00fcr uns \u201eWir sind die Kirche\u201c? In Artikel VII des reformatorischen Augsburgischen Bekenntnisses hei\u00dft es, dass dort \u201eeine heilige, christliche Kirche sein und bleiben muss, die die Versammlung aller Gl\u00e4ubigen ist, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden\u201c. Sind und bleiben wir bereit, uns als Gemeinschaft der Heiligen zu versammeln, gemeinsam mit denjenigen Gl\u00e4ubigen, die aus Gewissensgr\u00fcnden ausgetreten sind, denn es gibt nur einen Eckstein: Jesus Christus (Epheser 2,20)? Lassen wir uns von ihm dienen durch Wort und Sakrament, indem wir uns Sonntag f\u00fcr Sonntag in seinem Namen versammeln? Und sind wir bereit, uns immer wieder in seinen Dienst stellen zu lassen, indem wir treu sein Wort verk\u00fcndigen und der Aufweichung bzw. Umdeutung seines Wortes widersprechen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ulrich J. Hauck, im Morgengrauen des 22. Januar 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie spinnen, die R\u00f6mer\u201c, dieses Zitat von Obelix aus den Asterix-Comics, ist zu einem gefl\u00fcgelten Wort geworden, um abgedrehte Meinungen oder Vorstellungen zu kennzeichnen. Diese Redewendung kam mir in den letzten Tagen beim Lesen kirchlicher Nachrichten mehrfach in den Sinn. 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