{"id":17718,"date":"2020-12-07T17:49:52","date_gmt":"2020-12-07T16:49:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17718"},"modified":"2020-12-07T17:49:52","modified_gmt":"2020-12-07T16:49:52","slug":"wir-warten-dein-o-gottes-sohn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17718","title":{"rendered":"Wir warten Dein, o Gottes Sohn"},"content":{"rendered":"<p>Predigt \u00fcber Jakobus 5,7-11.19 und 20 am 2. Sonntag im Advent 2020<\/p>\n<p>\u00bbWir warten dein, o Gottessohn, \/ und lieben dein Erscheinen. Wir wissen dich schon auf dem Thron \/ Und nennen uns die deinen. \/Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt \/ Und siehet dir entgegen. \/ Du kommst uns ja zum Segen.\u00ab<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das l\u00e4sst sich leichter singen als sagen und auch leichter sagen als leben. Ja, wir freuen uns alle auf Weihnachten, um das Erscheinen des Gottessohnes zu feiern. Freuen wir uns aber auch auf sein zweites sichtbares Kommen, wenn er als Weltenrichter erscheint, die alte Welt vergeht und er seinen neuen Himmel und seine neue Erde aufrichtet? Oder ist das f\u00fcr uns nur ein St\u00f6rfaktor in unserer sch\u00f6nen Vorweihnachtszeit?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Apostel Jakobus lehrt uns heute dar\u00fcber nachzudenken in vier Punkten: 1. Seid geduldig; 2. St\u00e4rkt Eure Herzen; 3. Nehmt zum Vorbild die Propheten; 4. Bekehrt den S\u00fcnder unter euch von seinem Irrweg<!--more--><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><strong> Seid geduldig<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">So seid nun geduldig, liebe Br\u00fcder, bis zum Kommen des Herrn. Geduld bedeutet \u00bbdarunter bleiben\u00ab, eine Last geduldig tragen, in schwierigen Umst\u00e4nden nicht weglaufen, sondern aushalten. Man kann auch sagen \u00bbeinen langen Atem haben\u00ab. Ausdauernd warten. Ohne nachzulassen zu hoffen. Erwartungsvoll gespannt sein. Eine solche Haltung hat dann etwas von der Vorfreude der Braut auf den Br\u00e4utigam. Es ist auch das geduldige, von Vorfreude durchdrungene Warten der Kinder auf das Krippenspiel und die Weihnachtsgeschenke. Eben: sehnsuchtsvoll! Leidenschaftlich! \u00bbSo habt nun einen langen Atem, eine sehnsuchtsvolle Erwartung, bis zum Kommen des Herrn.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche Hoffnung befl\u00fcgelt! Es ist eine Hoffnung, die weiterreicht als der 24. Dezember und ein paar freie Tage. Es ist eine Hoffnung, die weiterreicht als die Corona-Pandemie und die Ma\u00dfnahmen der Regierungen. Es ist die Hoffnung, die sich an zwei Verhei\u00dfungen festmacht: Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch, alle Tage bis an der Welt Ende. Und darauf aufbauend: Wer \u00fcberwindet, der wird dies ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein. Das ist die Verhei\u00dfung eines neuen Himmels und einer neuen Erde, wie in der Offenbarung geschrieben steht. Diese gro\u00dfe Hoffnung ist nicht nur ein Trost auf das Jenseits. Sie ragt jetzt schon hinein in mein Heute. Sie befl\u00fcgelt. Sie ordnet die Priorit\u00e4ten meines Lebens. Sie verleiht Freude.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei k\u00f6nnen wir uns bei dem Vergleich mit dem Bauern etwas abschauen: Siehe der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Fr\u00fchregen und den Sp\u00e4tregen. \u2013 Nachdem ein Landwirt den Samen auf das Feld geworfen hat, muss er warten, hoffen und geduldig sein bis die Saat keimt, w\u00e4chst, Fr\u00fcchte bringt, und er die Ernte einfahren kann. Der Bauer ist dabei nicht unt\u00e4tig. Hoffnung und Vorfreude machen flei\u00dfig und kreativ! Und doch muss er im Vertrauen auf die Frucht warten. An Gottes Segen ist alles gelegen. &#8211; Dagegen hatten die Sozialisten in der DDR die Parole ausgegeben: \u201eOhne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein.&#8220; Daraufhin hat der fromme und lebensfrohe Pfarrer Oskar Br\u00fcsewitz mit seinem Pferdefuhrwerk ein Transparent durch seinen Ort gefahren mit der Aufschrift: \u201eOhne Regen, ohne Gott, geht die ganze Welt bankrott.\u201c Und wie Recht er hatte und hat. Den wirtschaftlichen und geistigen Bankrott hat die DDR ja dann auch bald erlebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wenn wir meinen, als Staat, Gesellschaft und Kirche, wir k\u00f6nnten die Corona-Pandemie ohne Gott selbst in den Griff kriegen, droht uns das gleiche Schicksal wie der DDR. Yes, we can! Wir schaffen das! Alles wird gut! \u2013 Das sind alles menschliche Parolen, Durchhalteparolen, die nicht zum Ziel f\u00fchren. Sie bezeugen vielmehr die menschliche Hilflosigkeit, den menschlichen Hochmut und die Gottlosigkeit. Wer nicht mehr von Gott das Wachsen und Gedeihen erwartet, der macht die menschliche Machbarkeit zum G\u00f6tzen. Und meinen wir wirklich, wir k\u00f6nnten die Welt retten, den Klimawandel stoppen, die Kriege beenden und alle Viren und Krankheiten besiegen? \u2013 Menschliches Tun und Wissenschaft sind wichtig und notwendig, aber es ist doch Irrsinn zu meinen, wir bekommen die Welt in den Griff und k\u00f6nnen unsere Zukunft selbst sichern!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Folge davon beschrieb Helmut Thielicke: \u201eWer Gott abgesetzt hat, erkennt auch in unserer Zeit nicht mehr das Gericht Gottes \u2026, die eine Blindheit zieht die andere nach sich. Das ist das Geheimnis der Verstockung.\u201c Wir sollen vielmehr in Geduld auf Gott vertrauen und mit Hoffnung auf unseren Herrn leben, das macht uns gelassener! Und diese Gelassenheit brauchen wir als Gemeinde Jesu dringend, damit wir uns \u00fcber die Ma\u00dfnahmen gegen das Corona-Virus nicht entzweien. Welche Ma\u00dfnahmen sind notwendig und welche schr\u00e4nken zu sehr unsere Grundrechte ein? Das sind alles politische Entscheidungen der Abw\u00e4gung, das sind aber keine Heilsfragen. Deshalb k\u00f6nnen wir auch unterschiedlicher Meinung dazu sein und heftig diskutieren. Aber wir sind und bleiben Br\u00fcder und Schwestern des einen HErrn. Und so sollen wir uns verhalten und auch den anderen so betrachten. Und unser gemeinsamer Auftrag ist, die Menschen zur Umkehr und Bu\u00dfe zu rufen und das Evangelium zu verk\u00fcndigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir in der Gemeinde Jesu liebevoll miteinander umgehen und gelassen bleiben in der Krise, weil wir auf Gott vertrauen und uns in Geduld \u00fcben, dann sind wir dadurch zugleich widerst\u00e4ndig gegen den Mainstream und geben ein gutes Beispiel. Denn der Zeitgeist will Macht und Kontrolle. Der Zeitgeist will immer alles schnell und sofort. Ungeduld ist aber kurzatmig, keucht, k\u00e4mpft. Sie verzweifelt, wenn sie nicht das Ziel erreicht. Aber dass unsere Erde immer noch besteht, verdankt sie allein der Geduld unseres Gottes. Er hat nach der Sintflut verhei\u00dfen: Solange die Erde steht, soll nicht aufh\u00f6ren Saat und Ernte, Frost und Hitze, \u2026 Tag und Nacht. Und wir? Wir Menschen haben Gottes Sch\u00f6pfung und Gaben immer wieder missbraucht. Mit Martin Luther singen wir zurecht: \u201eMit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren, \/ es streit\u2018 f\u00fcr uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Leben kann nur in Geduld und Vertrauen auf Jesus Christus gemeistert werden. Die Schulzeit dauert eben. Die Lehrzeit oder das Studium lassen sich nicht verk\u00fcrzen. Ein guter Arbeitsplatz fliegt einem nicht immer gleich zu. Und auch die Liebe zwischen zwei jungen Menschen muss warten k\u00f6nnen, um dann in der Ehe die Erf\u00fcllung zu finden und das Ein-Fleisch-werden genie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, unser ganzes Leben ist in Gottes Hand. Wenn wir uns voller Vertrauen und mit Geduld unter Gottes Wort und sein Handeln stellen, dann gibt der Herr auch Wachstum und Gedeihen. Und wer seines ewigen Heils bei Gott gewiss ist, der sieht diese Welt mit neuen Augen. Er wei\u00df, dass Jesus allein der Retter und Erl\u00f6ser ist. Er wei\u00df, dass Jesus \u201eHeil und Leben mit sich bringt\u201c. Wer mit der Wiederkunft von Jesus rechnet, wird deshalb wach f\u00fcr verlorene Menschen und die verlorene Welt \u2013 aber auch hellwach f\u00fcr Versprechungen von falschen Propheten, die uns nicht den Retter verk\u00fcndigen, sondern meinen, wir k\u00f6nnten diese Welt selbst retten.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li><strong> St\u00e4rkt Eure Herzen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">St\u00e4rkt eure Herzen, denn das Kommen des Herrn ist nahe. Im ganzen Advent geht es ja um dieses Kommen des Herrn. Wir feiern Advent in der Gewissheit, wie es der fr\u00fchere Bundespr\u00e4sident Gustav Heinemann 1950 beim Evangelischen Kirchentag in Essen in markante Worte gefasst hatte. Er sagte: \u201eDie Herren dieser Welt gehen, aber unser Herr kommt.&#8220; Wo sind heute Staatsoberh\u00e4upter und Politiker, die das noch wissen und auch \u00f6ffentlich bekennen? Die all ihr Regierungshandeln in der Verantwortung vor Gott tun und im Vertrauen auf die Verhei\u00dfung unseres Herrn? Es ist daher umso mehr wichtig, dass wir f\u00fcr unsere Regierung und die Parlamente beten, insbesondere f\u00fcr die bekennenden Christen in Politik und Gesellschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Kommen des Herrn ist nahe! Wo h\u00f6rt man diese Botschaft noch in unseren Kirchen, von den Bisch\u00f6fen, Kirchenpr\u00e4sidenten, den Pfarrern und den Presbytern? Aber der Herr ist nahe! Sein Kommen ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Schon jetzt kommt unser HERR in seinem Wort durch die Propheten und Apostel, in der heiligen Taufe, im Freispruch der Beichte und in den Opfergaben seiner Liebe im heiligen Mahl. So kommt der Herr in das Leben eines Menschen und in seine Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und es ist nahe an der Zeit, da kommt der Herr wieder sichtbar auf diese Welt. Zu den J\u00fcngern wurde gesagt (Apg. 1,11): Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen. Und dann wird er alle, die in ihm gestorben sind und die in ihm leben gleicherma\u00dfen entr\u00fccken in die Herrlichkeit Gottes. Und danach wird sich alles so erf\u00fcllen, wie geschrieben steht. Als Weltenrichter wird er im J\u00fcngsten Gericht dann \u00fcber alle \u00fcbrigen Menschen sein gerechtes Urteil sprechen. Auf jene Begegnung mit ihm ist die Geschichte der Welt und der Menschheit unweigerlich ausgerichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als seine Gemeinde, als Leib Christi, muss uns das nicht schrecken, ganz im Gegenteil. Uns gilt die Verhei\u00dfung aus dem Wochenspruch: Seht auf und erhebt eure H\u00e4upter, weil sich eure Erl\u00f6sung naht. Mit wachen Sinnen und Herzen wollen wir dem Kommen unseres Herrn entgegengehen. In gro\u00dfer Vorfreude auf die Begegnung mit meinem Herrn und Heiland Jesus. ER ist unsere tiefe Freude und unser Friede, jetzt und auch in Ewigkeit!<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Nehmt zum Vorbild die Propheten<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem die J\u00fcnger damals und wir heute zur Geduld und zur St\u00e4rkung der Herzen aufgefordert wurden, sollen sie nun auch nicht widereinander seufzen, damit sie nicht gerichtet werden. Denn der Richter steht vor der T\u00fcr. Was ist mit dem gegeneinander seufzen gemeint? Weil wir in Christus ein Leib sind, sollen wir nicht gegeneinander in Stellung gehen. Die Reichen nicht gegen Armen und die Armen nicht gegen die Reichen. Ebenso nicht die Intellektuellen gegen einfache Gem\u00fcter und umgekehrt. Auch nicht Jung und Alt gegeneinander. Und auch nicht diejenigen, die im Hinblick auf das Corona-Virus und die Verordnungen unterschiedliche Meinungen haben. Also auch nicht die Vorsichtigeren gegen die Mutigeren und umgekehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das mit dem Seufzen ist ja keine Kleinigkeit, sondern ein Mensch, der anf\u00e4ngt zu seufzen, zu st\u00f6hnen und zu murren, der verdunkelt sein Herz und seine Seele und die anderer. Das kann innerhalb der Gemeinde die Einheit verletzen und den Segen Gottes blockieren. Statt des Wirkens des Heiligen Geistes herrscht dann schnell ein Richtgeist in der Gemeinde. Richter allein aber ist Jesus Christus, er steht vor der T\u00fcr, er ist nahe!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und zum Vorbild f\u00fcr die Geduld und f\u00fcr das Leiden sollen wir die Propheten nehmen. Von Mose \u00fcber Jesaja und Jeremia oder Amos und Daniel, ich k\u00f6nnte sie alle als Vorbild aufz\u00e4hlen, bis hin zu Johannes dem T\u00e4ufer. Und warum sollen wir uns die Leiden der Propheten zum Vorbild nehmen? Hier wird nicht das Leid als solches gutgehei\u00dfen oder das allgemeine Leid eines Menschen besch\u00f6nigt. Nein, wir sollen das Leid der Propheten nur deshalb zum Vorbild nehmen, weil es entstanden ist durch die treue Verk\u00fcndigung des Wortes Gottes. Es geht um die Leiden der Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben. Wer Gottes Wort in Klarheit verk\u00fcndigt und Menschen zur Bu\u00dfe und Umkehr ruft, der ist bei den M\u00e4chtigen und Angesehen schnell verhasst. Denn diese wollen keine Ver\u00e4nderung und auch keine Hinkehr zu Gott und seinen Geboten, sondern sie wollen weiterleben wie bisher, denn sie sind ja die Profiteure des bisherigen ungerechten Systems. Weil die Propheten die Ungerechtigkeit, die Gottlosigkeit und den G\u00f6tzendienst angeprangert haben, wollte man sie selbst an den Pranger stellen.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">das sind keine ollen Kamellen, ein Lied davon kann auch Pfarrer Theo Lehmann singen, der von der Staatssicherheit bespitzelt, verleumdet und verfolgt wurde, mit dem Ziel, in mundtot zu machen. Aber Lehmann, getragen und gebunden in der Berufung Gottes, sagt: \u201eEin Prediger muss bereit sein, f\u00fcr das war er auf der Kanzel gesagt hat, sofort aufs Schafott zu gehen. Das war die Einstellung, mit der ich in das Pfarramt gegangen bin. Ich werde predigen. Ich will die Wahrheit sagen, aber ich bin bereit, den Preis zu zahlen, wenn es darauf ankommt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer von Gott in die Verk\u00fcndigung berufen wird, der hat bis heute die wundervolle Aufgabe, Menschen zu retten, indem er sie zu Gott f\u00fchrt. Und zugleich stehen immer andere auf, die ihm den Mund stopfen wollen. Um diese Zwiesp\u00e4ltigkeit und um die Gefahr wussten alle Propheten. Deswegen waren manche gar nicht so begeistert, als Gott sie in den Dienst gerufen hat. Aber alles Str\u00e4uben half nichts, nicht einmal das Weglaufen hat Jona geholfen. Und so mussten die Propheten leiden in ihrem Amt. Sie wurden ausgegrenzt, l\u00e4cherlich gemacht, geschlagen, eingesperrt, ermordet; sie haben Tr\u00e4nen geweint, Entbehrungen erlitten, sind in Depressionen verfallen und wollten am liebsten sterben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Reden Gottes zu Hesekiel sp\u00fcren wir die ganze Dynamik und die Dramatik eines solches Amtes und Auftrages. Wenn Gottes Wort gepredigt und verk\u00fcndigt wird, geht es immer um Leben und Tod. In Hesekiel 33 spricht Gott zu ihm: Dich aber, du Menschenkind, habe ich zum W\u00e4chter gesetzt \u00fcber das Haus Israel. Wenn du ein Wort aus meinem Munde h\u00f6rst, sollst du sie vor mir warnen. Wenn ich nun zu dem Gottlosen sage: Du Gottloser musst des Todes sterben!, und du sagst ihm das nicht, um den Gottlosen vor seinem Wege zu warnen, so wird er, der Gottlose, um seiner S\u00fcnde willen sterben, aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern. Warnst du aber den Gottlosen vor seinem Wege, dass er von ihm umkehre, und er will von seinem Wege nicht umkehren, so wird er um seiner S\u00fcnde willen sterben, aber du hast dein Leben errettet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber diese Geduld im Leid bekennt Jakobus: Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben \u2026; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer. Ganz \u00e4hnlich dem W\u00e4chteramt der Propheten betont der Apostel Paulus gegen Ende seines Dienstes: Aber ich achte mein Leben nicht der Rede wert, wenn ich nur meinen Lauf vollende und das Amt ausrichte, das ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes. \u2026 Darum bezeuge ich euch \u2026, dass ich rein bin vom Blut aller; denn ich habe nicht unterlassen, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verk\u00fcndigen.<\/p>\n<p>Und dann spricht der Apostel weiter: So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist eingesetzt hat zu Bisch\u00f6fen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat. Denn das wei\u00df ich, dass nach meinem Abschied rei\u00dfende W\u00f6lfe zu euch kommen, die die Herde nicht verschonen werden. Auch aus eurer Mitte werden M\u00e4nner aufstehen, die Verkehrtes reden, um die J\u00fcnger an sich zu ziehen.<\/p>\n<p>Damit sind wir beim letzten Punkt angelangt:<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong>Bekehrt den S\u00fcnder unter euch von seinem Irrweg<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Apostel wussten alle um die Gefahren, die der Gemeinde von innen und von au\u00dfen drohten. Rei\u00dfende W\u00f6lfe greifen von au\u00dfen die Gemeinde Jesu an. Und aus ihrer Mitte heraus werden Irrlehrer auftreten, um die Nachfolger von ihren Herrn Jesus wegzuziehen. Und das ist ja noch viel gef\u00e4hrlicher als alle Angriffe von au\u00dfen. Wenn ein Fremder angreift, kann man sich zusammentun und in Gemeinschaft standhalten. Wenn aber von innen heraus einer auftritt und Gottes Wort relativiert, anpasst oder gar \u00fcbergeht, dann gibt es meist Verwirrung, Abfall vom wahren Glauben und Spaltung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie es auch sei, dem Apostel Jakobus geht es in diesen beiden letzten Versen darum, solche, die in der Wahrheit waren und dann wieder abgeirrt sind, wieder zur\u00fcckzugewinnen in die Gemeinschaft der Heiligen. Und darauf liegt eine Verhei\u00dfung: Wer den S\u00fcnder bekehrt hat von seinem Irrweg, der wird seine Seele vom Tode erretten und wird bedecken die Menge der S\u00fcnden. Das ist rechtes Sorgen um die Seele eines Menschen. Menschen die Wahrheit zu sagen, sie liebevoll aber deutlich auf Irrwege hinzuweisen. F\u00fcr sie unter Gebet und mit Gottes Wort Wegweiser zu sein zu Jesus Christus, der allein der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir alle brauchen das Gespr\u00e4ch von Bruder zu Bruder und von Schwester zu Schwester. Wir alle brauchen Seelsorge. Wir alle brauchen Vergebung der S\u00fcnden. Weil wir als Menschen aus Fleisch und Blut an die Erde verhaftet sind, geraten wir nur zu leicht in Gefahr, dass wir uns von den t\u00e4glichen Sorgen und Anforderungen oder von den Angeboten und Verlockungen dieser Welt gefangen nehmen lassen. Ein Zuviel an Drumherum, ein Zuviel an irdischem Ballast, ein Verwobensein mit den Dingen dieser Welt tr\u00fcbt uns den klaren Blick f\u00fcr den Advent unseres Herrn. Er will kommen in unser Leben. Immer wieder von Neuem. Wie wunderbar, dass wir unsere S\u00fcnden bekennen k\u00f6nnen, Vergebung und Gnade erfahren und dadurch befreit f\u00fcr den Himmel. Christus spricht: Wahrlich, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden l\u00f6sen werdet, soll auch im Himmel gel\u00f6st sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer so sein Herz in Ordnung bringen l\u00e4sst, der hat Frieden mit Gott und Heilsgewissheit. Der ist stark in Gott, der kann auch besser mit Versagen und Belastungen umgehen. Der kann auch viel Geduld und einen langen Atem haben. Lasst uns aufeinander achthaben und mit wachen Sinnen und mit aufmerksamem Herzen leben bis zu dem Tag, an dem unser Herr kommt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt \u00fcber Jakobus 5,7-11.19 und 20 am 2. Sonntag im Advent 2020 \u00bbWir warten dein, o Gottessohn, \/ und lieben dein Erscheinen. 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