{"id":17698,"date":"2020-12-02T09:38:59","date_gmt":"2020-12-02T08:38:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17698"},"modified":"2020-12-02T09:40:07","modified_gmt":"2020-12-02T08:40:07","slug":"pastor-olaf-latzel-wegen-volksverhetzung-verurteilt-ein-urteil-das-deutlicher-kritik-bedarf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17698","title":{"rendered":"Pastor Olaf Latzel wegen Volksverhetzung verurteilt &#8211;  ein Urteil, das deutlicher Kritik bedarf"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Pastor Olaf Latzel wurde am 25. November 2020 vom Amtsgericht Bremen wegen Volksverhetzung zu einer Geldbu\u00dfe von 8.100,-\u20ac verurteilt. Dieses Urteil kann durchaus als Fehlurteil und skandal\u00f6s gesehen werden. Die boulevardm\u00e4\u00dfige und rei\u00dferische Berichterstattung auch in vermeintlich seri\u00f6sen Medien ist bemerkenswert.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder, der Olaf Latzel kennt, wei\u00df, dass ihm Hetze, Verleumdungen von Menschen und Hassrede fremd sind. Aber dennoch kam es durch einen Staatsanwalt zur Anklage. Diese Anklage bezog sich prim\u00e4r auf \u00c4u\u00dferungen in einem Eheseminar in der Bremer St. Martini-Gemeinde, wo Latzel sagte: \u201eDer ganze Gender-Dreck ist ein Angriff auf Gottes Sch\u00f6pfungsordnung und zutiefst teuflisch und satanisch. Homosexualit\u00e4t, dass das alles Degenerationsformen von Gesellschaft sind, die ihre Ursache darin haben in der Gottlosigkeit. Diese Homo-Lobby, dieses Teuflische kommt immer st\u00e4rker, immer massiver\u2026 \u00dcberall laufen diese Verbrecher rum vom Christopher Street Day.\u201c \u00dcber YouTube wurde diese Aussage ver\u00f6ffentlicht. Im Prozess machte die Verteidigung deutlich, dass Olaf Latzel nicht Homosexuelle als Verbrecher bezeichnet habe, ebenso wenig Menschen als Genderdreck. Er vertrete den Standpunkt, den auch die katholische Kirche vertrete. Anstatt die Ehe zu sch\u00fctzen, f\u00f6rdere man heute andere Formen des Zusammenlebens wie z.B. die Ehe f\u00fcr alle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Prozess sprach sich Latzel gegen Theologen aus, die f\u00fcr weitere Geschlechter pl\u00e4dieren, dabei h\u00e4tten \u201etransgender\u201c und \u201edivers\u201c mit der Sch\u00f6pfung nichts zu tun. Gott habe den Menschen als Mann und Frau geschaffen. Kinder w\u00fcrden in den Schulen mit der Genderideologie (Genderdreck) indoktriniert. Er betonte, mit zunehmender Gottlosigkeit w\u00fcrden die Gesetze der Bibel aufgel\u00f6st und die Zivilisation zerst\u00f6rt. Er betonte vor Gericht, dass der Begriff \u201eVerbrecher\u201c sich nicht auf homosexuell lebende Menschen bez\u00f6ge, sondern auf militante Aggressoren, \u201edie uns als Gemeinde in den letzten Jahren immer wieder angegriffen und gottesl\u00e4sterlich diffamiert haben. Oder das wiederholte Beschmieren unserer Kirche mit Slogans wie \u201eGod is gay\u201c. Latzel entschuldigte sich mit den Worten: \u201eWenn f\u00fcr einige Au\u00dfenstehende der Eindruck entstanden sein sollte, dass ich generell alle Homosexuellen f\u00fcr Verbrecher hielte, so will ich mich daf\u00fcr entschuldigen und eindeutig klarstellen, dass dieses selbstverst\u00e4ndlich nicht meine Meinung ist.\u201c Er betonte, es sei heute die Aufgabe der Christen, dem Zeitgeist zu widerstehen und bei der Bibel zu bleiben. Er lehne Homosexualit\u00e4t ab, nicht aber Homosexuelle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verteidigung stellte heraus, Latzel habe nichts gegen diese Menschen, habe nie dazu aufgerufen, aktiv gegen sie zu wirken, sei keinesfalls ein Hassprediger oder habe eine Hasspredigt gehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verurteilung durch die Richterin des Amtsgerichts in Bremen ist nicht nachvollziehbar. Die bibeltheologische Begr\u00fcndung seiner Ausf\u00fchrungen wurde so gut wie gar nicht gew\u00fcrdigt. Zugegebenerma\u00dfen ist die Sprache, die er im Eheseminar gew\u00e4hlt hat, nicht gut, derb und unangemessen. Daf\u00fcr hat er sich auch entschuldigt. Aber seine Grundhaltung ist im Worte Gottes gegr\u00fcndet. Das Bundesverfassungsgericht l\u00e4sst einen gro\u00dfen Spielraum f\u00fcr Meinungsfreiheit selbst bei drastischen, zugespitzten und polemischen \u00c4u\u00dferungen. In diesem Urteil war davon keine Rede.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist umso erstaunlicher und unfassbarer, weil ein Kollege von Latzel ein \u201eB\u00fcndnis f\u00fcr Respekt\u201c (ausgerechnet!) mit mehreren Pastoren gr\u00fcndete und Latzels Anh\u00e4nger als \u201ebraunen Mob\u201c und als \u201eMischfeld aus christlichen Fundamentalisten und Faschisten\u201c bezeichnete. Hier stellte die Staatsanwaltschaft Bremen ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung, Beleidigung und \u00fcbler Nachrede ein. Es g\u00e4be keinen Straftatbestand. H\u00f6rt, h\u00f6rt! Da wird offensichtlich mit zweierlei Ma\u00df gemessen. Kirche, gerne auch linksorientierte Pastoren, und Staat sprechen sich unerm\u00fcdlich f\u00fcr Pluralismus und Toleranz aus, aber wehe, wenn es um biblisch-konservative Meinungen und Positionen geht. Mehr Heuchelei als Glaubw\u00fcrdigkeit?!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bekennenden Gemeinschaften stehen hinter Pastor Olaf Latzel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verurteilung von Olaf Latzel trifft auch die bibeltreue Theologie und Verk\u00fcndigung. Man kann nur hoffen, dass die n\u00e4chste gerichtliche Instanz dieses politische Urteil aus einem politischen Prozess kippen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pastor Ulrich R\u00fc\u00df, Hamburg<\/em><\/p>\n<p><em>Konferenz bekennender Gemeinschaften<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pastor Olaf Latzel wurde am 25. November 2020 vom Amtsgericht Bremen wegen Volksverhetzung zu einer Geldbu\u00dfe von 8.100,-\u20ac verurteilt. Dieses Urteil kann durchaus als Fehlurteil und skandal\u00f6s gesehen werden. 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