{"id":17290,"date":"2020-05-25T10:45:24","date_gmt":"2020-05-25T08:45:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17290"},"modified":"2020-05-25T10:47:48","modified_gmt":"2020-05-25T08:47:48","slug":"kurzfassung-des-theologischen-gutachtens-zum-gespraechspapier-christen-und-muslime-der-evangelischen-landeskirche-in-baden-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17290","title":{"rendered":"Kurzfassung des Theologischen Gutachtens zum Gespr\u00e4chspapier \u201eChristen und Muslime\u201c der Evangelischen Landeskirche in Baden (2018)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Mein Ausgangspunkt ist das vom Vatikan, vom \u00d6kumenischen Rat der Kirchen (\u00d6RK) und von der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) 2011 verabschiedete und 2014 von allen Kirchen in Deutschland angenommene Papier zur Ethik der Mission \u201eChristliches Zeugnis in einer multireligi\u00f6sen Welt\u201c. Das Papier wurde von den drei Dialogabteilungen der drei globalen christlichen K\u00f6rperschaften erarbeitet und betont, dass Mission zutiefst zum Wesen der Kirche geh\u00f6rt, w\u00e4hrend der Dialog mit Menschen anderer Religionen und Kulturen zugleich unverzichtbar ist. Dabei vertrauen Christen darauf, dass Gott sich selbst durch den Heiligen Geist Menschen offenbart und zu Menschen spricht, was wir nicht erzwingen k\u00f6nnen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr mich als Gutachter ist ein Dialog von Christen mit allen Menschen, auch mit muslimischen Mitb\u00fcrgern, eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, die viel zu wenig praktiziert wird. Wir haben als Christen nichts zu verheimlichen und m\u00fcssen vor keinem Gespr\u00e4ch Angst haben. Unser Glaube wird \u2013 wie schon bei Jesus selbst \u2013 durch das Gespr\u00e4ch, den Dialog zwischen Menschen, vermittelt, <em>nicht<\/em> durch Demagogie oder Propaganda, nicht durch Zwang oder Schrecken, Bestechung oder Ausnutzung von Notlagen, Drohung oder staatliche Verordnungen. Wir k\u00f6nnen deswegen jedes Gespr\u00e4ch in \u201eSanftmut und Ehrerbietung\u201c (1Petr 3,15) f\u00fchren. Die Wahrheit, die sich in Jesus Christus offenbart hat, gewinnt nicht, weil wir unangenehm eifern, uns als unfehlbar geb\u00e4rden oder nicht zuh\u00f6ren k\u00f6nnen oder wollen, sondern weil wir im Gespr\u00e4ch mit Mitmenschen freundlich und ehrlich Zeugnis von diesem Jesus ablegen (der selbst die Wahrheit ist und durch seinen Geist die Wahrheit verstehen l\u00e4sst) und zugleich gerne zuh\u00f6ren, sowohl welche Probleme, Fragen und Sorgen unsere Gespr\u00e4chspartner bewegen als auch was sie glauben und was sie aus ihrer eigenen Sicht ausmacht und bewegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nichts, was im Folgenden kritisch gesagt wird, soll und darf irgendwem als Argument dienen, seltener oder gar nicht oder auch unduldsamer, gar aggressiver mit Muslimen zu reden, sondern soll umgekehrt jedem Christen Mut machen, Muslime einzuladen und zu besuchen, auf Muslime zuzugehen und auch gemeinsame Begegnungen in gr\u00f6\u00dferen Gruppen zu unterst\u00fctzen, und zwar gerade ganz unabh\u00e4ngig davon, ob man sich als Dialogexperte oder Islamkenner f\u00fchlt. Die wichtigste Voraussetzung f\u00fcr ein gelingendes Gespr\u00e4ch sind Andere liebende Menschen, die gerne helfen, gerne zuh\u00f6ren und gerne \u00fcber ihre pers\u00f6nlichen Erfahrungen mit Gott und Kirche reden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist auch neben theologischen Anfragen und Anfragen an die Fairness des Argumentationsstils meine grundlegende Kritik: Anstatt dass das Gespr\u00e4chspapier alle Mitglieder der eigenen Kirche zum Dialog durch praktische Erfahrungen, Beispiele und Ideen zum Dialog ermuntert oder erst einmal erfragt, aus welchen Gr\u00fcnden der Dialog oft nicht stattfindet, wird aus der politischen Debatte die Unterstellung \u00fcbernommen, Grund f\u00fcr den fehlenden Dialog seien Islamophobie und \u00c4ngste. Sodann wird der Dialog mit der teilweise komplizierten Darstellung einer recht speziellen theologischen Position befrachtet, die zur Voraussetzung des Dialogs gemacht wird. Diese Forderung nach Spezialwissen schreckt aber eher vom Dialog ab. Zudem ist nicht erwiesen, dass man mit dieser Position tats\u00e4chlich dialogbereiter oder dialogf\u00e4higer ist als Vertreter anderer Sichtweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur ein Beispiel: L\u00e4dt man Muslime zu sich nach Hause ein oder besucht ihre Familien, stellt man schnell fest, dass Gott und Familie ihre Lieblingsthemen sind. Es d\u00fcrfte Christen nicht schwerfallen, darauf einzugehen. Das ist meist viel einfacher, als sich die meisten vorher denken. Doch warum wird das im Gespr\u00e4chspapier nirgends gesagt? Umgekehrt fehlt auch der Hinweis, Muslime im Gespr\u00e4ch nicht f\u00fcr alles und jedes in der muslimischen Welt verantwortlich zu machen, sondern erst einmal zuzuh\u00f6ren, wie sie selbst die Lage sehen. Der praktische Ertrag des Gespr\u00e4chspapiers f\u00fcr den Nichttheologen ist jedenfalls sehr d\u00fcnn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>A.\u00a0\u00a0\u00a0 Was erstaunlicherweise fehlt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etlichen positiven Aspekten, die in der Langfassung dieses Gutachtens ausf\u00fchrlicher dargelegt sind, stehen folgende Punkte gegen\u00fcber, die bei einer Kl\u00e4rung des Verh\u00e4ltnisses der Kirche zu den Muslimen wichtig gewesen w\u00e4ren, aber erstaunlicherweise im Gespr\u00e4chspapier <em>v\u00f6llig fehlen<\/em>:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Folgende Themen fehlen im Gespr\u00e4chspapier v\u00f6llig oder fast v\u00f6llig (Details dazu in der <a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gutachten-Baden-final-2019-lang.pdf\">Langfassung<\/a>)<\/em><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Jeglicher praktische Ratgeberteil: Welche Arten von Dialog es gibt? Wie f\u00fchrt man sie durch und welche praktischen Erfahrungen hat man in Jahrzehnten gesammelt, wie Dialog am besten gelingt?<\/li>\n<li>Die Argumente jedweder Gegenpositionen; Andersdenkende werden immer nur kurz in einem Halbsatz erw\u00e4hnt.<\/li>\n<li>Die Migration von Muslimen nach Deutschland, alles rund um das Thema Asyl \u2013 obwohl der gesellschaftlich-politische Dialog mit Muslimen das zentrale Thema ist.<\/li>\n<li>Eine Differenzierung des Islam nach theologischen Richtungen bzw. islamische Sonderbewegungen wie den Aleviten oder Ahmadiyyas.<\/li>\n<li>Eine Differenzierung der Muslime nach Herkunftskultur und L\u00e4ndern.<\/li>\n<li>Die Scharia.<\/li>\n<li>Religi\u00f6ser Terrorismus.<\/li>\n<li>Der islamistische Extremismus.<\/li>\n<li>Wie soll man damit umgehen, dass die DITIB, die im Dialog von muslimischer Seite zahlenm\u00e4\u00dfig f\u00fchrend ist, vom t\u00fcrkischen Staat gelenkt wird?<\/li>\n<li>Die zunehmende Zahl von Taufen von ehemaligen Muslimen \u2013 auch in der badischen Kirche.<\/li>\n<li>Eine Stellungnahme zu den EKD-Papieren rund um das Thema Islam, Religionsfreiheit und interreligi\u00f6ser Dialog, die eine andere Position als das Gespr\u00e4chspapier vertreten.<\/li>\n<li>Irgendein Hinweis auf die lange, wechselhafte Geschichte zwischen Islam und Christentum.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>F\u00fcr folgende christliche Lehren findet sich bestenfalls das Wort, aber kein vollst\u00e4ndiger Satz:<\/em><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Die Vers\u00f6hnung mit Gott.<\/li>\n<li>Dass Werke und Taten nicht erretten.<\/li>\n<li>Vergebung der S\u00fcnden.<\/li>\n<li>Die Bedeutung des Kreuzestodes.<\/li>\n<li>Das Abendmahl.<\/li>\n<li>Die Frage nach dem Heil der Muslime.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>B.\u00a0\u00a0\u00a0 F\u00fcnf Kernthesen des \u201eGespr\u00e4chspapiers\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun m\u00f6chte ich f\u00fcnf Kernthesen benennen und diskutieren, die ich im Gespr\u00e4chspapier finde. Da die Kernpunkte des Gespr\u00e4chspapiers nirgends systematisch dargestellt werden, sondern sich \u00fcber das Schreiben verteilt finden, ist es nicht einfach, sie herauszukristallisieren, aber nur wenn man dies tut, kann man wirklich in eine Diskussion einsteigen. Wie sich zeigen wird, beurteile ich alle f\u00fcnf Kernthesen als theologisch sehr problematisch. Die ausf\u00fchrlichen Textbelege f\u00fcr die einzelnen Thesen finden sich in der Langfassung dieses Gutachtens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die f\u00fcnf von mir aus dem Gespr\u00e4chspapier herausdestillierten problematischen Kernthesen<\/strong><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Kernthese: Die liturgische Beteiligung von Muslimen an Gottesdiensten einschlie\u00dflich des Vortragens von Koranversen ist das Normalste von der Welt.<\/li>\n<li>Kernthese: Der Islam kann auch Wahrheit enthalten, wenn er dem christlichen Glauben widerspricht.<\/li>\n<li>Kernthese: Man kann von der \u00d6kumene zwischen Kirchen auf eine Gemeinsamkeit zwischen Christentum und Islam schlie\u00dfen.<\/li>\n<li>Kernthese: Man kann die Ergebnisse des Dialogs mit dem Judentum direkt auf den Dialog mit dem Islam \u00fcbertragen, ohne die besondere Stellung des Judentums f\u00fcr das Christentum in Frage zu stellen.<\/li>\n<li>Kernthese: Wer die Sichtweise des Gespr\u00e4chspapiers nicht teilt, verweigert automatisch den Dialog mit Muslimen.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Problematische Kernthese: Die liturgische Beteiligung von Muslimen an Gottesdiensten einschlie\u00dflich des Vortragens von Koranversen ist das Normalste von der Welt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich w\u00e4hle diese Formulierung, weil eigentlich nirgends ausf\u00fchrliche Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Sicht geliefert werden, sondern sie einfach durchgehend als selbstverst\u00e4ndlich vorausgesetzt wird. Nirgends wird dargestellt, <em>welche Gr\u00fcnde<\/em> Christen und Christinnen, Theologen und Theologinnen haben, f\u00fcr die das nicht so selbstverst\u00e4ndlich ist. Ihre Existenz wird nur am Rande rein negativ erw\u00e4hnt. (43)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Beteiligung von Muslimen an der Gottesdienstliturgie wird aus ihrer Anwesenheit und der Gastfreundschaft geschlossen. Doch m\u00fcsste dieses Angebot dann nicht auch den Zeugen Jehovas \u2013 mit denen Christen doch mehr gemeinsam haben als mit Muslimen \u2013, allen anwesenden s\u00e4kularen Mitb\u00fcrgern \u2013 mit denen Christen oft mehr Werte teilen \u2013 und allen anderen G\u00e4sten gelten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Neue am Gespr\u00e4chspapier ist also, dass es eine einschr\u00e4nkungslose Zulassung muslimischer Beteiligung an der Liturgie, auch im Hauptgottesdienst mit Abendmahl oder bei \u201eTaufen vormals muslimischer Konvertiten\u201c (43!), als normal erkl\u00e4rt. Erstaunlich dabei ist, dass die Grenze einer gemeinsamen Gottesdienstfeier dort gezogen wird, wo der Eindruck einer \u201egemeinsamen Religion\u201c entsteht. (45) Aber darum geht es doch gerade!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Problematische Kernthese: Der Islam kann auch Wahrheit enthalten, wenn er dem christlichen Glauben widerspricht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wahrheit und Offenbarung finden sich laut Gespr\u00e4chspapier im Islam auch dort, wo er den christlichen Glaubens\u00fcberzeugungen entgegensteht. Dies steht von Anfang an fest, etwa wenn es hei\u00dft, \u201edass die wahre Gotteserkenntnis des Islam nicht einfach nur dort gegeben ist, wo sie unseren Glaubens\u00fcberzeugungen entspricht, sondern sie kann gerade auch in dem bestehen, was uns fremd ist und unseren eigenen Glaubens\u00fcberzeugungen widerspricht\u201c (13).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gespr\u00e4chspapier listet zahlreiche Themen auf, bei denen sich Islam und Christentum widersprechen, etwa wer Jesus Christus ist, ob Gott der Dreieine ist oder ob Gott sein Wesen offenbart hat oder nicht. Das Gespr\u00e4chspapier l\u00e4sst es aber offen, ob hier die widersprechende Sicht des Islam doch auch Wahrheit sein kann oder ob damit andere, eventuell weniger wichtige Themen gemeint sind. Das kann aber nur so verstanden werden, dass der Islam auch dann Wahrheit enth\u00e4lt, wenn er \u201edie DNA\u201c des christlichen Glaubens radikal in Frage stellt. Nur woran soll man diese Wahrheit dann erkennen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird auch nirgends darauf hingewiesen, dass es zwei Paar Schuhe sind, ob ich Wahrheit im Islam als Religion und Lehrsystem an sich finde \u2013 so das letzte Zitat \u2013 oder bei konkreten Muslimen und Musliminnen. Dass das Gespr\u00e4chspapier das aber vermischt, zeigt sich immer wieder. So hei\u00dft es nachvollziehbar im Schlusswort: \u201eDer Gott der Bibel wirkt \u00fcber die Grenzen unserer Heiligen Schriften hinaus; sein Geist weht, wo er will \u2013 und wir h\u00f6ren seinen Widerhall auch in der Glaubensgeschichte <em>muslimischer Menschen<\/em>.\u201c (61). Das aber ist doch etwas ganz Anderes, als davon auszugehen, dass der Islam an sich \u2013 und zwar scheinbar aller Richtungen \u2013 die Wahrheit widerspiegelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Problematische Kernthese: Man kann von der \u00d6kumene zwischen Kirchen auf eine Gemeinsamkeit zwischen Christentum und Islam schlie\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gespr\u00e4chspapier vertritt diese These immer wieder. \u201eDas Ziel eines m\u00f6glichen gemeinsamen Weges ist jedenfalls das gegenseitige Wertsch\u00e4tzen und Annehmen in einer \u2013 nun von der innerchristlichen \u00d6kumene ins christlich-islamische Gespr\u00e4ch gewandten \u2013 \u201avers\u00f6hnten Verschiedenheit\u2018 zur Ehre des einen Gottes und zum Wohl der ganzen Welt.\u201c (16)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass man von der wachsenden \u00d6kumene unter Kirchen und Konfessionen auf die Notwendigkeit von gleichlaufenden Gemeinsamkeiten zwischen Christentum und Islam schlie\u00dfen kann, ist ein ungew\u00f6hnliches Argument, dass man gerne diskutiert h\u00e4tte. Aber es erfolgt keine n\u00e4here Begr\u00fcndung. Es wird einfach nur mehrfach statuiert (z. B. 6, 13, 16). So erweckt das Gespr\u00e4chspapier den Eindruck, als sei der Islam einfach eine weitere Variante der christlichen Konfessionen, die nun in den \u00f6kumenischen Reigen aufgenommen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Problematische Kernthese: Man kann die Ergebnisse des Dialogs mit dem Judentum direkt auf den Dialog mit dem Islam \u00fcbertragen, ohne die besondere Stellung des Judentums f\u00fcr das Christentum in Frage zu stellen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird immer wieder betont, dass man zugleich vertreten kann, dass das Judentum f\u00fcr das Christentum einzigartig ist und dass die \u00dcbertragung der Ergebnisse auf den Dialog mit dem Islam m\u00f6glich sei, so dass von der Beziehung zum Judentum her \u201eLicht\u201c auf den Dialog mit Muslimen \u201ef\u00e4llt\u201c (4) und ein \u201evergleichbarer Prozess\u201c (8) mit dem Islam geschehen soll, wie er mit dem Judentum bereits geschehen ist. Auf einer Linie damit liegt, dass man die islamische bzw. koranische Ethik in Parallele zur Ethik der hebr\u00e4ischen Bibel setzt. (z. B. 5, 34-35). Eine solche Quasi-Gleichsetzung ist jedoch nicht m\u00f6glich. Denn bei aller Betonung der Gebote in der Torah ist ihr Zentrum nicht der durch Tun Gerechte, sondern der Gro\u00dfe Vers\u00f6hnungstag und die Opfer im Tempel, in denen Gott von seiner Seite und auf seine Initiative hin die Ungerechtigkeit und Schuld des Volkes s\u00fchnt und vergibt. Dazu gibt es aber keine Entsprechung im Islam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer Grundstrukturen des Verh\u00e4ltnisses von Christentum und Judentum auf das Verh\u00e4ltnis von Christentum und Islam \u00fcbertr\u00e4gt, beendet <em>nat\u00fcrlich<\/em> die Einzigartigkeit des Judentums f\u00fcr das Christentum. Die Offenbarungsgeschichte war \u00fcber Jahrtausende eine J\u00fcdische. Jesus und die Apostel waren Juden. Es mag banal klingen: Aber das Christentum fu\u00dft nirgends auf dem <em>nach ihm<\/em> entstandenen Islam, sondern allein auf dem Judentum. Kein Apostel war Muslim, und der Islam umfasst keine Heilsgeschichte, die Christen als Teil ihrer Heilsgeschichte sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Problematische Kernthese: Wer die Sichtweise des Gespr\u00e4chspapiers nicht teilt, verweigert automatisch den Dialog mit Muslimen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wieder wird behauptet, dass man sicher nur dann f\u00fcr Dialog ist, wenn man die Sichtweise des Gespr\u00e4chspapiers teilt, und dass alle Andersdenkenden Gegner des Dialogs sind und ihn nicht praktizieren. So hei\u00dft es etwa: \u201eAus einer solch strikt exklusivistischen Position heraus k\u00f6nnte ein Dialog mit Musliminnen und Muslimen dann nur den einzigen Sinn haben, sie \u00fcber den wahren Glauben zu belehren und sie zum Christentum zu f\u00fchren\u201c (10).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist ein theoretischer Schluss vom Schreibtisch aus. Das hat mit der Realit\u00e4t wenig zu tun. Auch wenn ich selbst kein Vertreter einer rein exklusivistischen Sicht bin, muss man doch sagen: Man kann mit dieser Sicht <em>erstens<\/em> den immer wieder angesprochenen gesellschaftlichen Dialog gut f\u00fchren, <em>zweitens<\/em> einen theologischen Dialog f\u00fchren, um sich besser kennen und verstehen zu lernen und um zuzuh\u00f6ren, und <em>drittens<\/em> diesen Dialog auf Gegenseitigkeit trotzdem missionarisch nutzen und sich ebenso vom anderen \u201amissionieren\u2018 lassen. Hier wird ein Pappkamerad aufgebaut, statt die Position gestandener, andersdenkender Theologen und Theologinnen \u2013 auch in der badischen Kirche \u2013 darzustellen und ernstzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im \u00dcbrigen wurde der gesamte Dialog von Christen mit Muslimen w\u00e4hrend der Kirchengeschichte, so er denn stattfand, von Christen gef\u00fchrt, die missionarisch gesinnt waren. Und auch heute finden sich im christlich-islamischen Dialog weltweit am h\u00e4ufigsten Christen, die keinen Gegensatz zwischen Mission und Dialog sehen. Das gilt f\u00fcr Papst Franziskus ebenso wie etwa f\u00fcr die orthodoxen und die altorientalischen Kirchen oder die Weltweite Evangelische Allianz, die alle intensiv am Dialog beteiligt sind. Das eingangs erw\u00e4hnte \u00f6kumenische Papier \u201eChristliches Zeugnis in einer multireligi\u00f6sen Welt\u201c (2011) macht das deutlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>E.\u00a0\u00a0\u00a0 Generelle Kritik zur Darstellung von Islam und Christentum<\/strong><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><strong>[*]<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vorbemerkung: Die Verschiedenheit der islamischen Positionen fehlt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gutachten-Baden-final-2019-lang.pdf\"><em>Siehe Langfassung.<\/em><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Islam wird aus christlicher Sicht zurechtgemacht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zurechtgemacht: Koran als Gottes Wort durch eine christliche Brille<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gespr\u00e4chspapier steht in der Gefahr, sich den Islam \u201azurechtzumachen\u2018, statt die Dialogpartner so zu nehmen, wie sie sind. Ein typisches Beispiel zu Beginn: \u201eDie Fokussierung auf die jeweiligen heiligen Schriften Bibel und Koran stellt einen ersten elementaren Zugang christlicherseits dar; mit der Einschr\u00e4nkung, dass die Sunna, vor allem die \u00dcberlieferungen zum Leben Mohammeds (Hadithe) nicht thematisiert werden. Dies kann und muss im theologischen Dialog erweitert werden.\u201c (15)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist ein christlicher Zugang, wie er seit Jahrhunderten gew\u00e4hlt wurde, ja eigentlich sogar ein rein evangelischer, aber nicht unbedingt ein muslimischer Zugang zum Dialog. F\u00fcr die islamische Theologie ist ein Koranverst\u00e4ndnis ohne die nachfolgende \u00dcberlieferung vor allem zum Leben Mohammeds nicht denkbar und nicht existent.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wieder will das Gespr\u00e4chspapier erkl\u00e4ren, was wirklich im Koran steht. Im Dialog z\u00e4hlt aber, was mein Gegen\u00fcber tats\u00e4chlich glaubt. Wir sollten zuh\u00f6ren, was unsere Gespr\u00e4chspartner sagen und glauben und von dort aus argumentieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was zum Koran gesagt wird ist:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>eine zutiefst christliche Sicht des Koran als \u201aWort Gottes\u2018;<\/li>\n<li>eine zutiefst christliche, ja im Grunde protestantische Sicht, dass das Heilige Buch den Ausschlag gibt und die Theologie sich immer wieder daran reformiert;<\/li>\n<li>eine uralte Vorgehensweise, die schon seit Beginn des Islam bei den mittelalterlichen Theologen \u00fcblich war;<\/li>\n<li>eine immer missionarisch genutzte Vorgehensweise \u2013 und genauso wird sie von Muslimen bis heute verstanden.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer den Dialog derart stark Wert auf Texte \u00fcber Jesus oder die Barmherzigkeit oder andere typisch christliche Themen legt, wie das Papier, wird von Muslimen als missionarisch wahrgenommen. Er wird so verstanden, dass er seine christliche Sicht anhand des Korans belegen will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das w\u00e4re ja nicht weiter problematisch, wenn man nicht genau das Andersdenkenden vorwerfen und f\u00fcr sich selbst verneinen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zurechtgemacht: Barmherzigkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein gutes Beispiel ist die Einordnung von Jesus und Mohammed als Zeichen der Barmherzigkeit (28): Einmal ganz abgesehen davon, dass die Begrifflichkeit, die mit demselben deutschen Wort \u201eBarmherzigkeit\u201c \u00fcbersetzt wird, in Christentum und Islam ganz unterschiedlich gef\u00fcllt ist, kenne ich kein nennenswertes islamisches Werk, dass Mohammed als \u201ezeichenhafte Vergegenw\u00e4rtigung der Barmherzigkeit Gottes\u201c in den Mittelpunkt stellt. Im Koran ist das \u201eZeichen\u201c Jesu, dass er Wunder und Zeichen tut, das Zeichen, dass f\u00fcr Mohammed steht und spricht, ist dagegen der Koran.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei diesem Thema l\u00e4sst das Gespr\u00e4chspapier Grundkenntnisse \u00fcber die Entstehung des Korans vermissen. Vor allem wird die Sure 5,69 \u2013 f\u00e4lschlich als sp\u00e4teste Sure bezeichnet \u2013 aus einem gegen Juden und Christen gerichteten Zusammenhang zu einer Sure umfunktioniert, die vermeintlich Christen das ewige Heil zuspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zurechtgemacht: N\u00e4he Gottes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201eN\u00e4he Gottes\u201c im Islam wird aus einer typisch christlichen Sicht heraus definiert (26) und es wird so getan, als wenn beide Religionen unter der N\u00e4he Gottes mehr oder weniger dasselbe verstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass l\u00e4sst den Umstand au\u00dfer Acht, dass sich Gott im Mehrheitsislam gerade nicht selbst offenbart. Im christlichen Glauben kommt Gott in seiner Offenbarung den Menschen \u201enahe\u201c (Eph 2,13+17; vgl. Hebr 4,16). Gott spricht die Sprache der Menschen. Die Offenbarung Gottes dr\u00e4ngt deswegen auf ihre Erf\u00fcllung in einer Weise, in der uns Gott von sich aus <em>noch n\u00e4her<\/em> kommt: Gott wird in Christus Mensch und \u201ewohnt unter uns\u201c (Joh 1,14; Mt 1,23). Deswegen hebt die Fleischwerdung Gottes in Jesus die schriftliche Offenbarung nicht auf, sondern erf\u00fcllt sie als das eigentliche Wort Gottes. Doch auch damit nicht genug! Gott will uns noch n\u00e4her kommen, indem der Heilige Geist seit Pfingsten in den Gl\u00e4ubigen wohnt und ihnen die innere Kraft gibt, nach Gottes Willen zu leben (R\u00f6m 8,3\u20134). N\u00e4her kann uns Gott nicht kommen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr einen <em>Muslim<\/em> ist es schon sehr schwer nachzuvollziehen, dass die Bibel <em>Menschenwort<\/em> und Gotteswort zugleich ist. Noch schwerer f\u00fcr ihn nachzuvollziehen ist, dass in Jesus Christus Gott und Mensch zusammenkommen, denn das ist G\u00f6tzendienst. Endg\u00fcltig gesprengt wird die Vorstellungskraft eines Muslims jedoch bei dem Gedanken, dass Christen glauben, dass Gottes Geist als dritte Person des einen Gottes in den Gl\u00e4ubigen wohnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zurechtgemacht: Gewalt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein christliches Zurechtmachen des Korans findet sich auch bei der Frage der Zul\u00e4ssigkeit von oder der Verpflichtung zur Gewalt. Sie wird mit dem Argument neutralisiert, es handele sich um Beschreibungen von historischen Situationen, nicht um universal g\u00fcltige Gebote. (40) Das aber ist eine typisch christliche Unterscheidung, im Mehrheitsislam spielt n\u00e4mlich das verbindliche Vorbild Mohammeds eine entscheidende Rolle und seine Lebensgeschichte wird gerade nicht als rein historischer Bericht betrachtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interessanterweise schlie\u00dft das Gespr\u00e4chspapier andersdenkende Muslime de facto vom Dialog aus. \u201eEine Weggemeinschaft wird nur dort gelingen k\u00f6nnen, wo die Gewaltnarrative in ihrer historischen Bedingtheit eingehegt werden und das prinzipielle Friedensmotiv die Richtung bestimmt. Deutlich ist allerdings auch, dass der Koran selbst die so sehr an die Bibel erinnernden Gebotsreihen in Sure 9 dezidiert mit den Begriffen Gerechtigkeit, Rechtleitung und Barmherzigkeit verbindet. <em>Eine Ethik im Sinne sozusagen einer \u201aRechtleitung zur Barmherzigkeit und Gerechtigkeit\u2018 wird eine willkommene Orientierung sein auf einem gemeinsamen Weg.<\/em>\u201c (37, Hervorhebung hinzugef\u00fcgt) M\u00f6glich wird das, weil man den Muslimen erkl\u00e4rt, wie sie den Koran in dieser Sache zu verstehen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christen aber suchen den Dialog mit allen Menschen und wollen gerade auch Menschen, die Gewalt f\u00fcr g\u00f6ttlich legitimiert halten, Jesus Christus als Friedensstifter nahebringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zurechtgemacht: Der Dschihad<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch der Dschihadbegriff wird christlich zurechtgemacht, aber dazu auch an den Haaren herbeigezogene Kritik am Christentum vollzogen, indem der Apostel Paulus mit seinen Worten, er habe den guten \u201eKampf\u201c gek\u00e4mpft, als Beispiel f\u00fcr einen religi\u00f6sen Begriff angef\u00fchrt wird, der in \u201eeiner physisch-wehrhaften Auffassung einerseits und einer geistig-spirituellen Bedeutung andererseits\u201c (37) besteht. Paulus hat mit seiner Bekehrung aber gerade auch dem religi\u00f6sen Extremismus, der Andersglaubenden t\u00f6tet, abgeschworen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zurechtgemacht: Religionsfreiheit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gespr\u00e4chspapier zeichnet eine rein christliche Sicht des Menschenrechts auf Religionsfreiheit, wie es die Weltchristenheit in \u201eChristliche Zeugnis in einer multireligi\u00f6sen Welt\u201c (2011) festgeschrieben hat. Aber ist das auch eine islamische Sicht? Oder wir die Muslimen in den Mund gelegt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferdem verschweigt das Gespr\u00e4chspapier v\u00f6llig, dass Religionsfreiheit auch den Atheismus und Religionen mit vielen G\u00f6ttern sch\u00fctzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Christliche Lehren werden zurechtgemacht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Umgekehrt finden sich auch viele Beispiele, wo christliche Lehren so zurechtgeschnitten werden, dass sie zum Islam passen, oder aber christliche Lehren, die mit dem Islam nicht vereinbar sind, wie die Vergebung der Schuld und die Vers\u00f6hnung mit Gott, ganz ausgelassen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rechtfertigung aus Glauben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Rechtfertigung aus Glauben kommt an zwei Stellen vor. Sie wird aber in den Zusammenhang einer gemeinsamen Sicht zu Barmherzigkeit und Gerechtigkeit gestellt (5, 32). Dabei wird die islamische Sicht, dass am Ende die Taten z\u00e4hlen, das hei\u00dft ob die guten die b\u00f6sen \u00fcberwiegen, als zumindest f\u00fcr Christen inspirierend beschrieben. Fortan bleibt das so. Dass es evangelische Lehre ist, dass noch so viele gute Taten b\u00f6se Taten nicht aufheben k\u00f6nnen, sondern sie der Vergebung und Vers\u00f6hnung bed\u00fcrfen, und am Ende niemand errettet w\u00fcrde, wenn Gott die Taten z\u00e4hlen w\u00fcrde, wird nirgends thematisiert oder der islamischen Sicht entgegengestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Christliche Lehren werden ausgeblendet.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eng verkn\u00fcpft mit dem Zurechtmachen von christlichen Lehren, so dass sie scheinbar eher zum Islam passen, ist das Ausblenden solcher Lehren, die nur schwer zurechtgemacht werden k\u00f6nnen oder die f\u00fcr das Christentum zentral sind, aber kaum eine oder gar keine Entsprechung im Islam haben. Einige Beispiele:<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Werke und Taten erretten nicht.<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Mal wird im Gespr\u00e4chspapier kurz die \u201eRechtfertigung des S\u00fcnders allein durch Gottes Gnade\u201c erw\u00e4hnt, etwa 20 Mal dagegen die Errettung durch Taten im Islam. Die Errettung nicht aus Werken, sondern aufgrund dessen, was Gott in Jesus Christus f\u00fcr uns getan hat, ist ja nicht nur die evangelische Grundbotschaft schlechthin, sondern grunds\u00e4tzlich auch Kern der katholischen und orthodoxen Theologie.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Die Bedeutung des Kreuzestodes, die Vers\u00f6hnung mit Gott, die Vergebung der S\u00fcnden.<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus hei\u00dft dreimal \u201eder Gekreuzigte\u201c, einmal wird \u201eKreuzestod\u201c gesagt, jeweils ohne n\u00e4here Ausf\u00fchrung, alle anderen Verwendungen der Begriffe behandeln die islamische Theologie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie aber will man den christlichen Glauben darstellen, wenn man in so einem umfangreichen Papier nichts dazu sagt, welche Bedeutung der Kreuzestod Jesu hat? Damit entf\u00e4llt nat\u00fcrlich auch, dass die Vergebung der S\u00fcnden nicht durch unsere in Zukunft vermeintlich besseren Werke geschieht \u2013 als k\u00f6nnten wir die dauerhaft leisten \u2013, sondern Gott uns unverdient mit sich selbst vers\u00f6hnt. Das Zentrum des christlichen Glaubens wird wohl ausgeblendet, weil es die schwierigste Thematik zwischen Christentum und Islam ist?<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Die Frage nach dem Heil der Muslime<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dass damit die ganze Frage nach dem Heil generell und dem Heil der M<\/em>uslime einfach \u00fcbergangen wird, wurde schon oben unter Punkt C.6. deutlich.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Der S\u00fcndenfall \u2013 in der Sicht von Genesis 3<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Beispiel daf\u00fcr, dass das Gespr\u00e4chspapier sehr wohl wei\u00df, wie tiefgreifend selbst in Koran und Bibel gleicherma\u00dfen vorkommende Geschichten und Lehrinhalte doch zu tiefgreifenden Unterschieden gerade rund um das Verh\u00e4ltnis zu Gott f\u00fchren, ist der S\u00fcndenfall.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Koran findet sich auch Adams S\u00fcndenfall. Aber Adam hat nur gegen sich selbst ges\u00fcndigt, nicht gegen Gott, und beschlie\u00dft nach seiner Einsicht kurzerhand in Zukunft nicht mehr zu s\u00fcndigen. Zweimal deutet das Gespr\u00e4chspapier an, dass sich hier gewaltige Unterschiede auftun, ohne aber weiter zu fragen oder eine Hilfestellung zu geben, wie man damit im Gespr\u00e4ch umgeht: \u201eDie kritische Sicht auf die menschliche Fehlbarkeit und Verstrickung in S\u00fcnde, auf die die biblischen Texte hinweisen, findet sich nicht in gleicher Sch\u00e4rfe in der koranischen Sicht des Menschen.\u201c (30) \u201eDagegen hat die christliche Anthropologie eine spannungsvolle Sicht auf den Menschen, die dem Menschen einerseits in der Gottesebenbildlichkeit und in seiner Bestimmung zur Statthalterschaft \u00fcber die irdische Sch\u00f6pfung eine einzigartige W\u00fcrde zuspricht und andererseits eine Verkehrung der menschlichen Einsicht und Fehlbarkeit des menschlichen Strebens konstatiert, die der Mensch nicht aus eigener Kraft \u00fcberwinden kann. Die Barmherzigkeit Gottes besteht nach biblischem Zeugnis darin, dass Gott seine Treue dem S\u00fcnder nicht entzieht, sondern auf Rettung aus ist.\u201c (31)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist alles richtig, verliert sich jedoch in vagen Andeutungen. An dem Strick h\u00e4tte man weiter ziehen m\u00fcssen, statt die oben genannten Themen auszublenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>C.\u00a0\u00a0\u00a0 Zur Frage des Dialogs<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das Gespr\u00e4chspapier verquickt Kirche, Staat, Gesellschaft und theologischen Dialog<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gespr\u00e4chspapier verquickt unevangelisch Kirche, Mission und theologischen Dialog einerseits und Staat, Gesellschaft und gesellschaftlichen Dialog andererseits.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das aber sind zwei Paar Schuhe. Den gesellschaftlichen Dialog zum Aufbau einer demokratischen, freien, gerechten und friedlichen Gesellschaft f\u00fchren Christen mit anderen Christen, mit allen religi\u00f6sen Menschen, mit s\u00e4kularen Mitb\u00fcrgern und Atheisten, mit jedermann. Warum sollten die Muslime davon ausgenommen sein? Diesen Dialog kann und sollte die Kirche ansto\u00dfen und erm\u00f6glichen. Aber diesen Dialog k\u00f6nnen auch Christen als B\u00fcrger des Landes ohne die Kirchen f\u00fchren. In ihm muss es auch nicht immer und automatisch um die Lehrunterschiede gehen, denn das Ziel ist ein friedliches Zusammenarbeiten zum Guten der Gesellschaft. Die Frage, inwieweit man beim Dialogpartner Wahrheit anerkennt, ist hier eigentlich nicht wichtig. Christen k\u00f6nnen und haben mit Atheisten zusammen Gesellschaften aufgebaut, auf die Frage dagegen, ob es Gott gibt oder nicht, gibt jede Seite nur eine \u2013 eindeutige \u2013 Antwort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein theologischer Dialog dagegen nimmt bewusst die Besonderheiten des christlichen Glaubens und des jeweiligen Gespr\u00e4chspartners in den Blick und will besonders Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Glaube und Weltanschauung in Kauf nehmen. Nur hier ist die Frage nach dem Wahrheitsverst\u00e4ndnis eigentlich wirklich relevant. Und nur hier gibt es eigentlich eine Diskussion f\u00fcr und wider den Dialog, will aber hei\u00dfen, f\u00fcr und wider eine bestimmte Sicht des Dialogs. Denn einen Dialog ohne Verzicht auf Wahrheitsanspr\u00fcche hat es immer gegeben. Die Diskussion dreht sich um die Frage, ob Dialog nur dann Dialog ist, wenn die christliche Seite ihren Wahrheitsanspruch zur\u00fcckf\u00e4hrt \u2013 der anderen Seite k\u00f6nnen Christen das ja schlecht vorschreiben, und die andere Seite hat meist auch keine diesbez\u00fcgliche Tradition, auf die sie aufbauen k\u00f6nnte, wie das Christentum, dass immer schon die eigentlich Wahrheit in der Person Jesu Christi findet und immer schon wusste, dass wir die Wahrheit in G\u00e4nze erst erkennen, wenn wir ihm sichtbar begegnen und wir bis dahin wie in einen (antiken) Spiegel schauen (1Kor 13,12). Allerdings sei daran erinnert, dass Paulus mit diesem Bild nicht sagen will, dass er die Wahrheit oder Jesus Christus nicht erkennen kann, sondern nur, dass er sie nicht in ihrer ganzen F\u00fclle erkennen kann. Und er l\u00e4sst keinen Spielraum daf\u00fcr, dass die F\u00fclle kommt, wenn wir Jesus Christus begegnen \u2013 nicht irgendjemandem sonst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem das Gespr\u00e4chspapier aber diese beiden Aspekte nicht auseinanderh\u00e4lt und unter Dialog nur einen Dialog in seinem Sinne versteht, wirkt es so, als wenn alle Kritiker der theologischen Position des Gespr\u00e4chspapiers \u00fcberhaupt gegen Dialog sind und deswegen vermeintlich auch gegen einen gesellschaftlichen Dialog, \u00fcberhaupt nicht mit Muslimen sprechen und mit ihnen als Mitb\u00fcrgern in einer Demokratie nicht zum Guten zusammenarbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das Gespr\u00e4chspapier vertritt eine kaum vertretene Position zum Dialog, ohne das an irgendeiner Stelle klar zu artikulieren.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folglich findet auch keine ernsthafte Auseinandersetzung mit anderen Dialog-Modellen statt. Das Bekenntnis zum \u201eInklusivismus auf Gegenseitigkeit\u201c als Gegenposition zum nicht n\u00e4her definierten \u201eExklusivismus\u201c ist eher verwirrend als aufkl\u00e4rend. Es w\u00e4re w\u00fcnschenswert gewesen, dass Sachverhalte f\u00fcr den nichttheologischen Leser klar beschrieben werden. Stattdessen werden Behauptungen aufgestellt und Schlagworte gebraucht, die dann aber nicht klar erkl\u00e4rt, definiert oder beschrieben werden. Diese mangelnde Klarheit findet sich auch beim Gebrauch des Wahrheitsbegriffes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das Gespr\u00e4chspapier setzt sich von \u00c4u\u00dferungen und Positionen der EKD ab<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gespr\u00e4chspapier w\u00e4hlt bewusst einen anderen Weg als andere Kirchen und als die EKD und andere evangelische Landeskirchen, ohne dies aber deutlich zu artikulieren, so dass dies eigentlich nur Insidern auff\u00e4llt. So ist sie weitherziger als die Evangelisch-Lutherische Kirche in W\u00fcrttemberg, aber folgt der Rheinischen Kirche nicht darin, Mission und Konversionsabsicht gegen\u00fcber Muslimen grunds\u00e4tzlich in Frage zu stellen. Deutlich ist auch die Abgrenzung von der EKD, etwa von der Position des 2018 ver\u00f6ffentlichten Positionspapiers der EKD zum christlich-islamischen Dialog (Hannover, 24.09.2018). In einer Fu\u00dfnote wird ein EKD-Text als Beispiel f\u00fcr die exklusivistische Position angef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">All das ist das gute Recht der Evangelischen Kirche in Baden, nur wundert man sich, dass dieses Gespr\u00e4ch nirgends skizziert und argumentativ aufgegriffen wird, sondern der Eindruck entsteht, als sei die badische Position alternativlos. Die Texte der EKD sind nat\u00fcrlich kirchenrechtlich allesamt nicht verbindlich, dennoch h\u00e4tte man sich gew\u00fcnscht, mehr Gr\u00fcnde zu erfahren, warum man so deutlich anders vorgeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>D.\u00a0\u00a0\u00a0 Zur Argumentationsweise des Gespr\u00e4chspapiers<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Oft wird aus einem Kann still und leise ein deutliches Muss<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Mehrfach findet sich folgendes Schema:<\/em><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Kritiker behaupten etwas.<\/li>\n<li>Man kann es aber auch anders sehen.<\/li>\n<li>Daraus folgt: Man muss es anders sehen, die Kritiker liegen v\u00f6llig falsch.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etliche Beispiele daf\u00fcr werden im Gutachten dargestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eine unheilvolle psychologische und moralische Einordnung der Andersdenkenden ersetzt oft die Argumentation<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In meinem Exemplar habe ich mir farbig angestrichen, wann immer das Gespr\u00e4chspapier andersdenkende Christen erw\u00e4hnt oder \u00fcber Andere spricht \u2013 mit Ausnahme der Muslime. \u00dcberwiegend sind es nur einzelne Worte, Charakterisierungen, Schlagworte und Negativa. Zwei ausf\u00fchrliche S\u00e4tze am St\u00fcck \u00fcber die beanstandeten Positionen finden sich nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liest man sich alle S\u00e4tze durch, mit denen die beschrieben werden, die anders als die Autoren des Gespr\u00e4chspapiers denken, finden sich vor allem negative psychologische und charakterliche Beurteilungen und Einsortierungen. Das ist Psychologie statt Theologie, Verunglimpfung statt Argumente.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Irgendwie wird man bei der h\u00e4ufigen Erw\u00e4hnung nicht das Empfinden los, dass das Papier alle anders denkenden Mitchristen als verunsichert, \u00e4ngstlich, mutlos und islamophob, unwissend, ungebildet usw. ansieht und die M\u00f6glichkeit, dass man auch ohne solche Beschreibungen zu erf\u00fcllen anders denken kann, gar nicht erst zul\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gutachten findet sich eine umfangreiche Auflistung negativer psychologischer und moralischer Einordnungen Andersdenkender.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Andersdenkende Christen und ihre Sichtweise werden nur fl\u00fcchtig erw\u00e4hnt, nicht gediegen und fair dargestellt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt keine begr\u00fcndete Darstellung der Sicht andersdenkender Christen. Ihre Sicht wird nur gestreift und sofort verworfen. Ein typisches Beispiel: \u201eBei interreligi\u00f6sen Feiern kann der Eindruck einer \u201agemeinsamen Religion\u2018 entstehen. <em>Aus diesen Gr\u00fcnden wird dieses Modell in der theologischen und kirchlichen Diskussion meist kritisch gesehen.<\/em> Seine Chance liegt darin, dass es den Willen der Beteiligten zur Gemeinschaft zum Ausdruck bringt und \u00f6ffentlich darstellt\u201c (45, Hervorhebung hinzugef\u00fcgt). Es wird also nur gestreift, dass es Gr\u00fcnde gibt, aber nicht gesagt welche, und dann gleich amtlich die eigene Position gutgehei\u00dfen. Irgendeine respektvolle Auseinandersetzung mit Argumenten anderer findet nicht statt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Es findet im Gespr\u00e4chspapier kein Gespr\u00e4ch statt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gespr\u00e4chspapier wirbt f\u00fcr ein genaues Hinh\u00f6ren, ein wohlwollendes Verstehen. Das gilt aber offensichtlich nicht f\u00fcr die Mitchristen, gegen deren Sicht das Dokument gerichtet ist. Sie werden nicht geh\u00f6rt, verzerrt dargestellt, mit negativen und psychologisierenden Schlagworten belegt. Auf einen ihre Sicht einseitig und sehr verk\u00fcrzt darstellenden Satz kommen jeweils mehrere Seiten \u201aGegendarstellung\u2018. So gewinnt man nat\u00fcrlich \u2013 zumindest vermeintlich \u2013 jede Diskussion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gespr\u00e4chspapier gibt sich mehr M\u00fche, muslimische Mitb\u00fcrger zu verstehen als andersdenkende Mitchristen in ihren eigenen Reihen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist das dann noch ein \u201eGespr\u00e4chspapier\u201c, wenn die andere Seite gar nicht zu Wort kommt und das Ergebnis von vornherein \u00fcberaus deutlich feststeht? Und ist im Anschluss an die Ver\u00f6ffentlichung ein echtes Gespr\u00e4ch (Dialog!) zu erwarten, bei dem wirklich auf die Argumente, die man bisher ausgelassen hat, trotzdem geh\u00f6rt wird?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gespr\u00e4chspapier hat auch eine enorm missionarische Komponente andersdenkenden Christen \u2013 auch und gerade in der eigenen Kirche \u2013 gegen\u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das umfangreiche Gespr\u00e4chspapier zu einer theologischen Wegbestimmung der Evangelischen Landeskirche in Baden versteht sich als wegweisend f\u00fcr den Dialog zwischen Muslimen und Christen. Doch bei genauem Hinsehen muss festgestellt werden, dass die im Papier vertreten Position sehr speziell und theoretisch ist. Dabei bleiben grundlegende Begriffe, wenn sie \u00fcberhaupt fassbar sind, undifferenziert. Die Auseinandersetzung mit dem Islam wirkt einseitig und die Darstellung der Lehre von Islam und Christentum \u201ezurechtgemacht\u201c. Konkrete Hilfen f\u00fcr den Dialog innerhalb der Gemeinden fehlen ebenso wie die Kl\u00e4rung konkreter Dialogfragen \u2013 etwa der Frage nach dem Heil des Gl\u00e4ubigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zugleich geht das Gespr\u00e4chspapier nirgends auf die Argumente anderer Sichtweisen ein, sondern setzt die eigene Position absolut. Das schlie\u00dft erhebliche Teile der Evangelischen Landeskirche in Baden vom Gespr\u00e4ch aus. So bleibt zu hoffen, dass das Gespr\u00e4chspapier nochmals grundlegend \u00fcberdacht wird, es zu einem ernsthaften Gespr\u00e4ch aller theologischen Richtungen in der Kirche kommt und all das dann auf die tats\u00e4chlichen Bed\u00fcrfnisse in Sachen Dialog der Kirchengemeinden vor Ort zugeschnitten wird.<\/p>\n<p><em>Prof. Dr. Thomas Schirrmacher<\/em><\/p>\n<p><em>Aus: Evangelische Verantwortung &#8211; Magazin des Ev. Arbeitskreises der CDU\/CSU (EAK), Heft 3+4\/2020, S. 6-12)<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gutachten-Baden-final-2019-lang.pdf\"><em>Gutachten Baden (Langfassung)<\/em><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Ausgangspunkt ist das vom Vatikan, vom \u00d6kumenischen Rat der Kirchen (\u00d6RK) und von der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) 2011 verabschiedete und 2014 von allen Kirchen in Deutschland angenommene Papier zur Ethik der Mission \u201eChristliches Zeugnis in einer multireligi\u00f6sen Welt\u201c. Das Papier wurde von den drei Dialogabteilungen der drei globalen christlichen K\u00f6rperschaften erarbeitet und betont, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":69,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,13,4,9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17290"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/69"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17290"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17290\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17300,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17290\/revisions\/17300"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17290"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17290"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17290"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}