{"id":17209,"date":"2020-04-25T08:22:12","date_gmt":"2020-04-25T06:22:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17209"},"modified":"2020-04-24T16:23:05","modified_gmt":"2020-04-24T14:23:05","slug":"gibt-es-in-israel-verfolgung-aus-glaubensgruenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17209","title":{"rendered":"Gibt es in Israel Verfolgung aus Glaubensgr\u00fcnden?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben uns in Israel alle an die Bedrohung durch Raketenbeschuss und Bombenattentate auf Busse gew\u00f6hnt; es geh\u00f6rt zu unserem Leben, das aggressive Leute etwas dagegen haben, dass es uns gibt. Aber dennoch muss ich einen Moment innehalten und mir bewusst machen \u2013 nur weil wir uns daran gew\u00f6hnt haben, ist Verfolgung aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden noch lange nicht in Ordnung. Und wenn man nichts dagegen unternimmt, kann es nur noch schlimmer werden.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eSind noch mehr P\u00e4ckchen in der Post?\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So fragte ich, als ich ins Auto einstieg und einen Stapel Umschl\u00e4ge durchging. Es war im Jahr 1992 und als Jude an Yeschua zu glauben war immer noch eines der abartigsten Dinge, von denen die meisten Israelis je geh\u00f6rt hatten. Wir hatten ein spezielles Postfach f\u00fcr Israelis eingerichtet, die mehr \u00fcber unseren Glauben erfahren, ihre Identit\u00e4t aber nicht preisgeben wollten. Wir konnten ihre anf\u00e4ngliche Scheu gut verstehen und wir vermittelten sie f\u00fcr pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che an einen Gl\u00e4ubigen, der in ihrer N\u00e4he wohnte. Nat\u00fcrlich kam nicht alle eingehende Post von interessierten Leuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWow, eines der P\u00e4ckchen enthielt s\u00e4mtliche Seiten des evangelistischen B\u00fcchleins, die der Absender offensichtlich vor der R\u00fccksendung als Toilettenpapier verwendet hatte.\u201c Ich st\u00f6berte durch den Stapel Umschl\u00e4ge und fand noch ein P\u00e4ckchen. Als ich es vorsichtig \u00f6ffnete, um nachzusehen, was es enthielt, kam mir feiner Aschestaub entgegen. Sie hatten das B\u00fcchlein vor dem Zur\u00fccksenden verbrannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich war damals noch zu jung und so kann ich nicht sagen, ob jemals irgendwelche Israelis durch dieses Geheimpostfach zum Herrn gekommen sind. Woran ich mich aber durchaus erinnere, sind die nie enden wollenden Feindseligkeiten gegen uns als messianisch Gl\u00e4ubige.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da waren die orthodoxen Juden, die uns am liebsten in der Luft zerrissen h\u00e4tten, als sie herausgefunden hatten, wer wir waren. Ich wei\u00df noch gut, wie die Regierung Gesetze erlassen hat, die besagten, dass der Glaube an den j\u00fcdischen Rabbi Yeschua einen Verrat an allem bedeutet, was j\u00fcdisch ist. Und ich erinnere mich an s\u00e4kulare Israelis, die uns ansahen, als w\u00fcrden wir an die Existenz Au\u00dferirdischer glauben. Sie waren nicht unbedingt feindselig gesinnt, aber wir waren f\u00fcr sie ein seltsamer Haufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich erinnere mich auch an die Sommer, die wir in den USA verbrachten; dort traf ich dann Christen. Mit einem breiten L\u00e4cheln war es ihnen ein Vergn\u00fcgen, uns zu versorgen. Sie liebten jeden. Sie gingen auch \u00fcber alles hinweg, was sie nicht verstanden. Ich erinnere mich noch daran, wie ich in Gemeindegeb\u00e4uden und Unterrichtsr\u00e4umen unterwegs war und die Karte mit dem 10\/40-Fenster \u00fcber die W\u00e4nde ausgebreitet sah. F\u00fcr jedes Land in diesem \u201eFenster\u201c gab es bunte Kennzeichnungen von Einwohnerzahl, Wirtschaftsleistung, Aufteilung der religi\u00f6sen Gruppierungen und so weiter. F\u00fcr jedes Land au\u00dfer Israel. Israel war grau dargestellt, so als ob wir gar nicht existierten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Teenager waren mir die Auswirkungen dessen nicht bewusst, dass Christen theologisch nicht viel mit Israel anfangen konnten. Die Tatsache, dass das Volk Israel jahrhundertelang nicht Teil der christlichen Theologie war und die Bedeutung seines pl\u00f6tzlichen Wiederauftauchens auf der Weltb\u00fchne war vielen Theologen schleierhaft und f\u00fcr das Kirchenvolk irrelevant.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folgende theologische Erkl\u00e4rungsversuche schafften es ins Rampenlicht: Israel ist schon gerettet; Israel wird nach der Entr\u00fcckung gerettet; Israel hat Gott abgelehnt und bekommt daher kein weiteres Angebot der Errettung. Das letzte Argument ist die \u00e4lteste Erkl\u00e4rung \u2013 darauf einigten sich die Christen anscheinend sehr bald nachdem die urspr\u00fcnglich j\u00fcdischen Apostel gestorben waren und Gl\u00e4ubige aus den Heiden die j\u00fcdischen Gl\u00e4ubigen zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcbertrafen. Mit eben dieser Theorie konnten Unmengen von Christen davon \u00fcberzeugt werden, Gott dabei zu \u201ehelfen\u201c, diese Volksgruppe zu beseitigen, welche \u201eGott get\u00f6tet\u201c hatte. Mit beseitigen war gemeint, sie zu t\u00f6ten oder sie dazu zu zwingen, ihrem gottlosen Erbe abzuschw\u00f6ren und zum Christentum \u00fcberzutreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die meisten Christen heute sind Juden gegen\u00fcber nicht feindselig eingestellt, aber viele von ihnen haben noch immer diesen alten Gedanken verinnerlicht, dass alle Juden zum Christentum konvertieren sollten. Andererseits ist die israelische Regierung verbl\u00fcfft \u00fcber die unersch\u00fctterliche Unterst\u00fctzung des modernen Staates Israel durch evangelikale Gruppen. Das Konzept Israel wird sprichw\u00f6rtlich \u00fcberschwemmt mit Gruppenreisen, Gebeten, politischer Unterst\u00fctzung und Milliarden von Dollars. Diese Art von Unterst\u00fctzung hat viel bei den Juden bewirkt und zur Heilung von Wunden aus der Vergangenheit beigetragen. Die Unterst\u00fctzung Israels von evangelikaler Seite k\u00f6nnte jedoch so viel effektiver sein, wenn sie sich einen Augenblick Zeit nehmen w\u00fcrden und nachdenken, wie und was sie da genau unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es stimmt schon, was der Apostel Paulus in R\u00f6mer 15 schreibt, dass Christen Israel unterst\u00fctzen sollen, als nat\u00fcrliche Reaktion der Dankbarkeit daf\u00fcr, dass von Israel geistlicher Segen f\u00fcr die ganze Welt ausgegangen ist. Paulus bezog sich dabei jedoch nicht auf Israel als Ganzes. Er meinte damit die messianisch Gl\u00e4ubigen in Israel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDenn die Gemeinden in Mazedonien und Achaja haben beschlossen, etwas f\u00fcr die Armen unter den Gl\u00e4ubigen in Jerusalem zusammenzulegen. Sie haben das gern getan und stehen ja auch in ihrer Schuld. Denn wenn die V\u00f6lker Anteil an den geistlichen G\u00fctern der Jerusalemer Gl\u00e4ubigen bekommen haben, so sind sie auch verpflichtet, ihnen mit irdischen G\u00fctern zu dienen.\u201c<br \/>\n(R\u00f6. 15, 26-27)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">K\u00f6nnen Sie sich vorstellen, dass die Christen zu Paulus Zeiten Spenden von Christen gesammelt haben, um die Pharis\u00e4er mit neuer Kleidung und einer neuen Synagoge auszustatten? Oder dass sie es j\u00fcdischen Jungs erm\u00f6glichten unter der Anleitung der Sadduz\u00e4er ausgebildet zu werden? Aber das ist genau das, was Christen aus der ganzen Welt heutzutage machen. Wenn da ein Davidsstern drauf ist, wird es unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Es ist nicht auf den ersten Blick erkennbar<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich werde manchmal nach Verfolgung in Israel gefragt und meine erste Reaktion darauf ist ein Schulterzucken. Wie gesagt, wir sind in Israel ja an die verschiedensten Bedrohungen gew\u00f6hnt, aber das hei\u00dft nicht, dass man alles tolerieren und nichts dagegen tun soll, da sich die Lage dann noch verschlimmern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den meisten F\u00e4llen habe ich in meinem Leben die Verfolgung messianisch Gl\u00e4ubiger in Israel als subtil und wenig offensichtlich erlebt. Unsere Regierung rei\u00dft niemandem den Kopf ab, wenn er behauptet, ein Nachfolger des j\u00fcdischen Messias zu sein; so l\u00e4uft das nicht in unserem Land. Man tut allerdings auch nicht viel daf\u00fcr, uns als israelische messianisch Gl\u00e4ubige zu sch\u00fctzen, wenn andere Gruppen ausschlie\u00dflich aufgrund unseres Glaubenszeugnisses gegen uns vorgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Regierungsseite ist es f\u00fcr messianisch Gl\u00e4ubige nicht verboten, an bestimmten Arbeitspl\u00e4tzen zu arbeiten; ein explizites Verbot ist auch gar nicht n\u00f6tig. Die kulturellen Vorbehalte vor messianischen Juden sind schon ausreichend, um manche Arbeitgeber davon abzuhalten messianisch Gl\u00e4ubige einzustellen, obwohl es Gesetze gegen Diskriminierung gibt. Die Regierung verbietet es messianischen Juden nicht, eine Halle zu mieten und eine Lobpreisveranstaltung zu organisieren; das ist wiederum gar nicht n\u00f6tig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Betreiber der Halle haben viel zu viel Angst vor einem Boykott durch orthodoxe Juden (von denen viele Touristen sind), wenn sie ihre R\u00e4umlichkeiten an Juden vermieten, die an Yeschua glauben. Demzufolge m\u00fcssen messianische Juden oft auf R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr Konferenzen oder Sommercamps \u201eam Ende der Welt\u201c ausweichen oder die Veranstaltungen k\u00f6nnen gar nicht erst stattfinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Davon habe ich noch nie etwas geh\u00f6rt<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht warst du auf einer wunderbaren und inspirierenden Israelreise. In den Augen der Israelis macht es jedoch einen riesigen Unterschied, ob du ein christlicher Tourist aus dem Ausland bist, der vor\u00fcbergehend hierhergekommen ist, um sein Geld da zu lassen, oder ob du ein israelischer Staatsb\u00fcrger bist, der sein Leben lang daf\u00fcr einsteht, dass Juden Yeschua nachfolgen sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Israel ist eine Demokratie und garantiert Religionsfreiheit. Doch jeder, der sich mit Geschichte besch\u00e4ftigt wei\u00df, dass Gesetze immer nur so gut sind wie die M\u00e4nner und Frauen, die den Auftrag haben, diese durchzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einer der bekanntesten F\u00e4lle von religi\u00f6ser Verfolgung ist der von Pnina Pie, einer koscheren B\u00e4ckerei, die von Pnina und ihrer Familie betrieben wird. Sie wurde zur Zielscheibe religi\u00f6ser Aktivisten, nur weil die Familie messianisch gl\u00e4ubig ist. Es ist dabei wichtig klarzumachen, dass es kein Gesetz gibt, das es christlichen oder muslimischen Arabern verbietet, koscheres Essen zu verkaufen \u2013 das war definitiv ein Angriff auf Juden, die sich zum Glauben an Yeschua bekannten. Die Aktivisten waren w\u00fctend, als sie herausgefunden hatten, dass die Besitzer der B\u00e4ckerei messianisch Gl\u00e4ubige waren und sie standen vor dem Gesch\u00e4ft und verteilten Flugbl\u00e4tter, auf denen sie vor den schrecklichen Folgen warnten, wenn man ein k\u00f6stliches Croissant verspeist, das diese gottverdammten Missionare hergestellt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da durch diese Aktivit\u00e4ten nur ein Teil der Kundschaft vom Einkauf abgehalten wurde, rannte ein Aktivist in den Laden und riss das Koscher-Zertifikat von der Wand. F\u00fcr ein Gesch\u00e4ft ist es in manchen Stadtvierteln ein Todesurteil, wenn man kein Koscher-Zertifikat hat, da nicht nur ultraorthodoxe, sondern auch viele praktizierende Juden solch ein Gesch\u00e4ft nicht unterst\u00fctzen w\u00fcrden. Die Loyalit\u00e4t der Kunden endet hier, da sie nicht guten Gewissens \u201enicht koschere\u201c Backwaren kaufen und anderen zu essen anbieten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man sollte die Auswirkungen auf die messianisch Gl\u00e4ubigen \u00fcberall im Land bedenken, sollten Vertreter der Orthodoxen es zulassen, dass es nicht geahndet wird, wenn die Gesch\u00e4fte messianisch\u00a0\u00a0 Gl\u00e4ubiger derma\u00dfen angegriffen werden. Wir konnten dann mit Hilfe von unseren Partnern von Maoz eine umfassende rechtliche Klage finanzieren und den Fall bis vor den Obersten Gerichtshof Israels bringen. Der Oberste Gerichtshof urteilte zugunsten von Pnina Pie und gab ihnen das Recht, koscheres Essen anzubieten, unabh\u00e4ngig von der Glaubensrichtung des Inhabers. Wenn der Fall dabei belassen worden w\u00e4re, w\u00e4ren alle Bem\u00fchungen umsonst gewesen, da die rabbinischen Beh\u00f6rden in Israel die Rechtsprechung des Obersten Gerichts grunds\u00e4tzlich nicht \u00fcber ihre religi\u00f6sen Entscheidungen anerkennen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es waren noch mehrere Anl\u00e4ufe n\u00f6tig, bis das Gericht Strafen verh\u00e4ngte und so die rabbinische Beh\u00f6rde zum Einlenken brachte. Aktuell k\u00f6nnen gl\u00fcckliche Kunden an zwei Standorten von Pnina Pie einkaufen. Pnina hat jedoch nur gewonnen, weil messianische Juden und Christen aus der ganzen Welt sich f\u00fcr sie eingesetzt haben. Messianische Juden in Israel haben jedoch wenig Hoffnung, dass Christen in Zeiten der Not zu ihnen stehen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Entscheidend ist nicht die Regierung. Es kommt darauf an, wer das Sagen hat.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die israelische Regierung besteht aus vielen Ressorts; es wird angenommen, dass einige davon von ultraorthodoxen Aktivisten infiltriert wurden. Jahrzehntelang wurde es messianischen Gl\u00e4ubigen durch die bestehenden Machtverh\u00e4ltnisse sehr erschwert die israelische Staatsb\u00fcrgerschaft zu erhalten. Dabei war nicht immer klar, woher die Regierung \u00fcber das Privatleben messianischer\u00a0 Juden Bescheid wusste, die vorhatten einzuwandern. Es gab Ger\u00fcchte, dass Regierungsmitglieder \u201eDetektive\u201c vor allem von der Organisation Yad L&#8217;Achim einsetzten, die Leute dahingehend ausspionieren sollten, ob sie Nachfolger von Yeschua sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war schlimm genug, dass die Regierung Entscheidungen aufgrund von Informationen treffen konnte, die sie von selbsternannten, inoffiziellen Spionen erhalten hatte. Doch dann kamen Bef\u00fcrchtungen auf, dass innerhalb des von Ultraorthodoxen kontrollierten Innenministeriums auch Informationen weitergegeben wurden. Es l\u00e4sst sich nicht beweisen, weil wir nicht heimlich in Regierungsgeb\u00e4ude eindringen; aber wir und Gl\u00e4ubige im ganzen Land erhielten aus heiterem Himmel pl\u00f6tzlich \u201eevangelistische\u201c Literatur an unsere Privatadressen, wo Artikel enthalten waren, die sich mit unseren irrigen religi\u00f6sen Vorstellungen auseinandersetzten und uns dazu aufriefen, zum \u201ewahren\u201c Judaismus zu konvertieren. Adressiert waren die Magazine an unsere offiziellen Adressen, die wir in dieser Form nur f\u00fcr Regierungsbeh\u00f6rden verwenden. Da wir jedoch niemals von offizieller Seite zu unserem Glauben befragt worden waren, sieht es so aus, als ob dort eine Akte \u00fcber jeden von uns existiert, zu der dieser Nicht-Regierungsorganisation Zugang gew\u00e4hrt wurde und somit pers\u00f6nliche Details \u00fcber uns, wie z.B. unsere Postadresse weitergegeben wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein anderes wichtiges Ereignis war, dass vor einigen Jahren ein ultraorthodoxer Mob die Adresse meiner Mutter herausgefunden hatte. Sie warfen daraufhin einen Molotowcocktail vor ihre T\u00fcr und dann war sie in ihrer Wohnung im dritten Stock eingeschlossen, da der Hausgang in Flammen stand. Gott sei Dank kam die Feuerwehr und l\u00f6schte das Feuer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein paar Jahre sp\u00e4ter, nachdem meine Eltern geheiratet hatten und in der N\u00e4he von Tel Aviv wohnten, wurde unter ihrem Fahrzeug eine Autobombe platziert. Zum Gl\u00fcck bemerkten sie das verd\u00e4chtig aussehende P\u00e4ckchen und riefen die Bombenentsch\u00e4rfer, die es entfernten und in die Luft jagten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der wohl bekannteste \u2013 weil brutalste \u2013 Fall, bei dem messianische Juden auf diese Weise zur Zielscheibe wurden, war der von Ami Ortiz, Sohn eines \u00f6rtlichen Pastors. Er wurde Opfer einer Bombe, die als Purim-Geschenk f\u00fcr seinen Vater getarnt an der Veranda abgelegt worden war. Ami war zu dem Zeitpunkt 15 Jahre alt und es dauerte mehr als zwei Jahre und 14 Operationen lang, um seinen hochgradig verbrannten K\u00f6rper wiederherzustellen. Dank einer Sicherheitskamera \u2013 und immensen juristischen Druckmitteln \u2013 war dies einer der wenigen F\u00e4lle, in denen der T\u00e4ter seiner Strafe zugef\u00fchrt wurde und nun den Rest seines Lebens im Gef\u00e4ngnis verbringen wird. Obgleich dieser Angriff einem religi\u00f6sen Juden als Einzelt\u00e4ter zugerechnet wurde, kann man doch klar sagen, dass monatelange, gezielte Demonstrationen gegen den Pastor dazu gef\u00fchrt hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine weniger bekannte, aber ziemlich beunruhigende Situation ereignete sich auch vor einigen Jahren, als eine Familie von messianisch Gl\u00e4ubigen berichtete, wie ihre Tochter in der Schule in das B\u00fcro des Rektors gerufen und dort von einer Gruppe von religi\u00f6sen M\u00e4nnern \u00fcber die religi\u00f6sen Aktivit\u00e4ten ihrer Familie befragt wurde. Sie sollte \u00fcber das Gespr\u00e4ch Stillschweigen bewahren und so hatte sie es gegen\u00fcber niemandem erw\u00e4hnt, bis dann der Van der Familie direkt vor ihrem Haus explodierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott sei Dank gibt es etliche Leute mit Prinzipien in unserer Regierung. Wenn Unrecht geschieht, kann ein messianischer Jude n\u00f6tigenfalls seinen Fall bis vor den Obersten Gerichtshof bringen. Das Oberste Gericht ist daf\u00fcr bekannt, die Durchsetzung des Rechts \u00fcber pers\u00f6nliche Meinungen zu stellen. Ungl\u00fccklicherweise dringt man bis zum Richterstuhl des Obersten Gerichts nur durch, wenn man die n\u00f6tigen Mittel aufbringen und Massen von Leuten mobilisieren kann. Die kleine Gruppe von messianisch Gl\u00e4ubigen in Israel steht nicht gerade f\u00fcr Massen von Leuten. Wenn einer von ihnen versucht, sich f\u00fcr andere einzusetzen, riskiert er damit selbst zur Zielscheibe zu werden. Und so stellt sich die Frage, wer setzt sich f\u00fcr die messianisch Gl\u00e4ubigen in Israel ein?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu einer Zeit, wo sich Israel einer Flut permanenter diplomatischer Verurteilungen und Sanktionen ausgesetzt sieht, wird zunehmend klar, dass die Evangelikalen seine vielleicht st\u00e4rksten Verb\u00fcndeten in der Welt sind; genau wie Esther, die ihre einflussreiche Stellung dazu benutzte, um f\u00fcr Gottes Volk einzutreten und es so vor einem Massaker zu bewahren. Wer wei\u00df, vielleicht ist das genau Ihre Aufgabe in dieser gegenw\u00e4rtigen Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Autor: Shani Ferguson<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Aus: Philippus-Dienst &#8211; Rundbrief vom 21.4.2020<\/em><\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschien urspr\u00fcnglich in Maoz Israel Report, April 2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben uns in Israel alle an die Bedrohung durch Raketenbeschuss und Bombenattentate auf Busse gew\u00f6hnt; es geh\u00f6rt zu unserem Leben, das aggressive Leute etwas dagegen haben, dass es uns gibt. 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