{"id":17160,"date":"2020-04-12T08:57:53","date_gmt":"2020-04-12T06:57:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17160"},"modified":"2020-04-12T08:57:53","modified_gmt":"2020-04-12T06:57:53","slug":"osterpredigt-ueber-matth-281-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17160","title":{"rendered":"Osterpredigt \u00fcber Matth. 28,1-10"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Am Abend aber des Sabbats, welcher anbricht am Morgen des ersten Feiertages der Sabbate, kam Maria Magdalena und die andere Maria, das Grab zu besehen. Und siehe, es geschah ein gro\u00dfes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und w\u00e4lzte den Stein von der T\u00fcr und setzte sich darauf. Und seine Gestalt war wie der Blitz und sein Kleid wei\u00df wie der Schnee. Die H\u00fcter aber erschraken vor Furcht und wurden, als w\u00e4ren sie tot. Aber der Engel antwortete und sprach zu den Weibern: F\u00fcrchtet euch nicht; ich wei\u00df, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten suchet. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat.<\/em><!--more--> <em>Kommt her und sehet die St\u00e4tte, da der Herr gelegen hat! Und gehet eilend hin und saget es seinen J\u00fcngern, dass er auferstanden sei von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galil\u00e4a; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich hab&#8217;s euch gesagt. Und sie gingen eilend zum Grabe hinaus mit Furcht und gro\u00dfer Freude und liefen, dass sie es seinen J\u00fcngern verk\u00fcndigten, siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegr\u00fc\u00dft! Und sie traten zu ihm und griffen an seine F\u00fc\u00dfe und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: F\u00fcrchtet euch nicht! Gehet hin und verk\u00fcndigt es meinen Br\u00fcdern, dass sie gehen nach Galil\u00e4a; daselbst werden Sie mich sehen. &#8220; (Mt 28,1-10)<\/em><br \/>\nWeil das heutige Fest den tr\u00f6stlichen und fr\u00f6hlichen Artikel unseres Glaubens uns vorh\u00e4lt, wie wir bekennen, Christus ist am dritten Tag wieder auferstanden von den Toten; so ist es n\u00f6tig, dass man zuerst die Geschichte auf das einf\u00e4ltigste fasse und wisse, und danach auch lerne, wozu solches geschehen und wie wir es genie\u00dfen k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Geschichte hat sich so zugetragen. Christus ist, als er am Abend des Donnerstag, da er vom Abendmahl aufgestanden und in den Garten gegangen, von Judas verraten und von den Juden gefangen worden, und von einem Hohenpriester zum anderen gef\u00fchrt, bis sie endlich beschlossen, und ihn dem Pilatus, als dem Landpfleger, dem das Gericht befohlen, \u00fcberantwortet haben. Da nun drei Stunden dieser Tag alt war, ist das Urteil \u00fcber ihn ergangen, und er ist zum Gericht gef\u00fchrt worden und gekreuzigt. Um die sechste Stunde, das ist, um Mittag, oder eine Stunde dar\u00fcber, ist das Erdbeben und die Finsternis der Sonne gekommen. Danach um die neunte Stunde, das ist ungef\u00e4hr drei Stunden vor Sonnenuntergang, ist Christus am Kreuz gestorben. Denn so teilt Markus die Stunden und die Zeit; die anderen Evangelisten zeigen dieses nicht an.<br \/>\nNun steht aber in unserem Glauben also, Christus sei am dritten Tage auferstanden. Das ist etwas anders geredet denn: nach drei Tagen. Denn der Herr Christus ist nicht drei ganze Tage und N\u00e4chte tot gewesen; sondern am Freitag, ungef\u00e4hr drei Stunden vor der Nacht, ist er gestorben, wie gesagt. Diese drei Stunden nennt man den ersten Tag. Danach die ganze Nacht und den ganzen Tag des Sabbats ist er auch tot gewesen im Grab; und nach dem Sabbat die Nacht bis an den folgenden Morgen. Diese Nacht z\u00e4hlt man auch f\u00fcr einen Tag. Denn die Juden fangen den Tag mit der Nacht an, und ist ihnen Nacht und Tag ein ganzer Tag. Wir kehren es um und machen aus Tag rund Nacht einen ganzen Tag. In unserer Kirche h\u00e4lt man es auch so, und nicht wie die Juden.<br \/>\nDa es nun am Sonntag (der der dritte Tag von dem Freitag ist, da Christus gekreuzigt ist) sehr fr\u00fch ist, und die Kriegsknechte um das Grab herum liegen, da erhebt sich der gestorbenen Christus in ein neues und ewiges Leben, und steht von den Toten auf, dass die Kriegsknechte, die um das Grab liegen, dieser Auferstehung nicht gewahr werden. Denn bei Matth\u00e4us ist es zu lesen, dass der Herr Christus nicht im Erdbeben auferstanden, sondern das das Erdbeben angefangen hat, da der Engel vom Himmel herab gekommen und den Stein vom Grab weg getan hat. Christus aber ist durch das geschlossene Grab, und ohne alle Verletzung der Siegel, welche an das Grab gedr\u00fcckt, hindurch gekommen. Eben wie er am selben Abend durch verschlossene T\u00fcren zu den J\u00fcngern gekommen ist.<br \/>\n\u00dcber das Erdbeben und den Engel erschrecken die Kriegsknechte so, dass sie wie tot da liegen. Als sie aber wieder zu sich kommen, laufen sie mit Haufen vom Grab, einer da, der andere dort hinaus. Denn der Engel war darum nicht da, dass sie dar\u00fcber froh werden sollten; sondern erschrecken sollten sie vor ihm und sich f\u00fcrchten. Es waren aber andere Leute, die der Engel tr\u00f6sten und freundlich zu ihnen sprechen sollte.<br \/>\nWie nun die Kriegsknechte vom Grab weglaufen, in dieser Zeit kommen Maria Magdalena, und die andere Maria und wollen zum Grabe schauen. Da tr\u00f6stet und unterrichtet der Engel die Weiber, Christus sei nicht mehr da, er sei auferstanden, und sie sollten ihn in Galil\u00e4a sehen. Und befehlen, dass sie eilends hingehen und seinen J\u00fcngern solches verk\u00fcndigen sollen. Wie sie nun auf dem R\u00fcckweg sind, begegnet der Herr Christus der Magdalena in der Gestalt eines G\u00e4rtners. Also, wie Johannes meldet, erscheint er Petrus auch. Und gegen den Abend kommt er zu den zwei J\u00fcngern, die nach Emmaus gingen, und offenbart sich ihnen, da er das Brot brach, und ihnen auf den Tisch vorlegt. Da nun dieselben zwei J\u00fcnger eilends wieder nach Jerusalem rennen, und den anderen sagen wollen, was sie ihnen begegnet ist, wie sie den Herrn gesehen haben, und sich dar\u00fcber verwundern, und doch nicht alle glauben k\u00f6nnen, kommt Jesus durch die verschlossene T\u00fcr, und steht mitten unter ihnen, Johannes 20.<br \/>\nDieses hat sich auf dem Heiligen Osterfest mit der Offenbarung unseres lieben Herrn Christi zugetragen, wie man aus den Evangelisten sp\u00fcren kann. Und es ist deshalb n\u00f6tig, dass man es wisse; denn es ist ein Artikel unseres Glaubens, da sehr viel, wie wir h\u00f6ren werden, daran gelegen ist.<br \/>\nNun ist es aber nicht genug, die Geschichte wissen: man soll auch lernen, wozu es uns diene und wir es gebrauchen sollen. Von diesem wollen wir jetzt auch ein wenig sagen. Denn wenn man es auch t\u00e4glich und das ganze Jahr davon predigt, so kann es doch niemand auspredigen, noch gen\u00fcgend lernen, weil es eine reiche Geschichte ist.<br \/>\nWir m\u00fcssen aber, so wir den Brauch der Auferstehung unseres Herrn Christi fassen wollen, zwei unterschiedliche Bilder uns machen. Dass eine ist das traurige, elende, j\u00e4mmerliche, blutige Bild, von welchem wir am Karfreitag geh\u00f6rt haben, dass Christus da h\u00e4ngt mitten unter den M\u00f6rdern, und stirbt in gro\u00dfem Schmerz. Dieses Bild, wie ihr geh\u00f6rt habt, sollen wir ansehen mit einem Herzen welches nicht zweifelt, dass es alles um unserer S\u00fcnden willen geschehen ist, dass er, der rechte und ewige Priester, sich zum Opfer f\u00fcr unsere S\u00fcnde geben und mit seinen Tod daf\u00fcr bezahlt hat. Denn das solle ein jeder Mensch wissen, dass seine S\u00fcnden Christus also verwundet und so elendiglich zugerichtet haben, und dass sein Leiden anderes nichts ist, denn deine und meine S\u00fcnde. Darum, so auf wir an solch ein trauriges, blutiges Bild denken, oder es sehen, sollen wir anders nicht davon denken, denn das wir unsere S\u00fcnde da sehen. Wo nun solches Trauerbild immer bleiben sollte, so w\u00e4re es sehr schrecklich.<br \/>\nAber wie wir im Glauben diese zwei Artikel auf einander fassen: Christus ist gekreuzigt, gestorben, begraben, zur H\u00f6lle hinunter gefahren, und am dritten Tage wieder auferstanden vom Tode: also sieht man, dass dies Trauerbild nicht lange bleibt. Denn bevor drei ganze Tage um sind, bringt unser lieber Herr Christus ein anderes, sch\u00f6nes, gesundes, freundliches, fr\u00f6hliches Bild mit sich: auf das wir den Trost gewiss lernen und fassen, dass nicht allein unsere S\u00fcnde durch das Sterben Christi vertilgt ist; sondern das wir durch seine Auferstehung sollen gerecht und ewig selig werden; wie Paulus zu den R\u00f6mern im vierten Kapitel Vers 25 sagt: \u00abChristus ist um unserer S\u00fcnde willen dahin gegeben, und um unsere Gerechtigkeit willen wieder auferweckt; und 1. Korinther 15,17-19.: \u00abso Christus nicht auferstanden ist, so ist euer Glaube eitel, so seid ihr noch in euren S\u00fcnden, so sind auch die, so in Christus entschlafen sind, verloren. Und wir sind die aller elendesten Menschen, so wir allein in diesem Leben auf Christus hoffen.\u00bb Denn wie zuvor die S\u00fcnden ihm am Halse gehangen, und ihn an das Kreuz geheftet haben: so siehst du jetzt in diesem ein anderes Bild, dass keine S\u00fcnde mehr an ihm ist, sondern nur lauter Gerechtigkeit, kein Schmerz oder Traurigkeit, sondern nur Freude, kein Tod, sondern nur Leben, und ein ewiges Leben, das weit, weit \u00fcber dies zeitliche Leben ist. \u00dcber dieses Bild sollten wir uns einfach freuen.<br \/>\nDas erste Bild anzusehen ist wohl etwas schrecklich; aber man sehe die Ursache an, so sollten wir uns anderes nicht w\u00fcnschen. Denn da siehst du, das Gott deine S\u00fcnde von dir genommen hat, die dir alle zu schwer waren, dass du darunter h\u00e4ttest m\u00fcssen zu Boden gehen, und hat sie auf seinem Sohn aufgelegt, der ewiger Gott und der S\u00fcnde stark genug ist. Da la\u00df nun deine S\u00fcnde liegen. Denn besser wirst du deine S\u00fcnde nicht legen k\u00f6nnen, wo sie dich nicht dr\u00fccken und beschweren soll. Danach nimm dies andere Bild auch vor dich, an welchem du siehst, wie dein Herr Christus, der zuvor um deiner S\u00fcnden willen so schrecklich und elend war, jetzt sch\u00f6n, rein, herrlich und fr\u00f6hlich ist, und alle S\u00fcnden an ihm verschwunden sind. Dann mach deine Rechnung weiter: So deine S\u00fcnden an dir nichts sind um des Leidens Christi willen, sondern von Gott selbst dir genommen und auf Christus gelegt, und sind heute an diesen Tag nach seiner Auferstehung an Christus nicht mehr: wo werden Sie denn sein? Ist es nicht wahr, wie Micha sagt, sie sind in die Tiefe des Meeres versenkt, dass sie weder Teufel noch eine andere Kreatur finden soll?<br \/>\nDas ist nun der herrliche, fr\u00f6hliche Artikel unseres Glaubens, der allein Christen macht, und doch aller Welt ein Spott ist, und von jedermann gesch\u00e4ndet und verl\u00e4stert wird. Denn selbst der Papst und Kardin\u00e4le sind meist von der Art, dass sie diese Geschichte selbst f\u00fcr ein Gel\u00e4chter und f\u00fcr ein M\u00e4rchen halten, die dar\u00fcber lachen, wenn man von einem anderen und ewigen Leben, nach diesem Leben, sagt. So sieht man es an unserem Adel, an B\u00fcrger und Bauern auch, dass sie es mehr aus einer Gewohnheit glauben, denn dass es ihnen ein Ernst w\u00e4re, dass noch ein anderes Leben ist. Sonst w\u00fcrden sie sich danach halten, und nicht so sehr dieses zeitliche Leben, der Nahrung, Ehre und anderes sich annehmen; sondern mehr nach dem Ewigen trachten. Aber man predige und sage, was man will, so h\u00e4lt es die Vernunft f\u00fcr eine Narrheit. Also wehrt sich dieser Artikel, und will nicht zur Tiefe in die Herzen fallen, wie es n\u00f6tig w\u00e4re.<br \/>\nAber wir, wenn wir rechte Christen sein wollen, sollen diesen Artikel in unserem Herzen fein und gewiss machen, dass Christus, der unsere S\u00fcnde am Kreuz getragen und daf\u00fcr mit seinen Tod bezahlt hat, ist von den Toten wieder auferstanden um unserer Gerechtigkeit willen. Je fester wir nun solches in unserem Herzen glauben, je mehr Freude und Trost werden wir darin finden. Denn unm\u00f6glich ist es, dass dies Bild dich nicht freuen sollte, das du an Christus jetzt so einen sch\u00f6nen, reinen, gesunden Menschen siehst, der zuvor deiner S\u00fcnden wegen so elend und j\u00e4mmerlich war. Denn da bist du gewiss, dass deine S\u00fcnden weg und nicht mehr vorhanden sind.<br \/>\nDas ist der sch\u00f6ne Gesang, von den alten Christen; die da singen: Christ ist erstanden von seiner Marter allen, des sollen wir alle froh sein, Christ sollen unser Trost sein. Das unschuldige Lamm Christus hat uns armen irrenden Schafe mit seinem Vater vers\u00f6hnt, und ist ja ein wunderbarer Krieg, dass Tod und Leben mit einander k\u00e4mpfen, und der Herr des Lebens stirbt, aber dennoch wieder lebt und regiert.<br \/>\nEs habe den Gesang gemacht, wer da wolle, so muss er einen hohen und christlichen Verstand gehabt haben, dass er dies Bild so fein malen konnte, wie der Tod das Leben angegriffen, und der Teufel auch mit auf das Leben gestochen hat. Nun, dass Leben, unser Herr Jesus Christus, litt und lie\u00df sich t\u00f6ten. Aber der Tod traf nicht richtig. Denn das Leben war ewig. Solches sah der Tod nicht, dass hinter dem sterblichen Leibe eine ewige Macht und g\u00f6ttliche Kraft vorhanden sein sollte. Verliert also das Spiel, und vergreift sich an der Person, die nicht sterben konnte; und starb doch. Da geschah es so, dass der Leichnam tot und begraben wurde, die Person aber blieb lebendig. Denn man muss es fassen, dass diese Person zugleich leiblich Tod und doch ewig lebendig ist. Da hat der Tod ausgerichtet, wieviel er konnte, und kann doch nicht weiter. Weil nun die Person lebendig ist und im Tode nicht bleiben kann, dringt sie wieder hervor, und wirft den Tod, und alles, was dem Tod geholfen hat, S\u00fcnde und Teufel, unter sich, und herrscht in einem ewigen, neuen Leben, welchem weder S\u00fcnde, Teufel noch Tod etwas anhaben kann.<br \/>\nDas ist eine seltsame, unerh\u00f6rte Predigt, welche die Vernunft nicht fassen kann, sie muss geglaubt sein, dass Christus lebe, und dennoch Tod sei, und so tot, dass doch der Tod in ihm sterben muss und alle seine Macht verlieren. Es wird aber solches und zum Trost gepredigt, dass wir glauben und lernen sollen, der Tod habe seine Macht verloren. Denn da findet sich, Gott habe ewig Lob! ein solcher Mensch, welchen der Tod angreift, wie alle anderen Menschen, und w\u00fcrgt ihn: aber im W\u00fcrgen muss er selbst sterben und verschlungen werden, und der gew\u00fcrgte Christus soll ewig leben.<br \/>\nSolches r\u00fchmt der Heilige Paulus mit sehr feinen Worten, Kolosser 2,14-15.: \u00abChristus hat ausgetilgt die Handschrift, welche durch das Gesetz entstanden, und wieder uns war. Dieselbe hatte er weggetan, und an das Kreuz geheftet; und hat ausgezogen die F\u00fcrstent\u00fcmer und die Gewaltigen, und sie Schau getragen \u00f6ffentlich, und einen Triumph aus ihnen gemacht, durch sich selbst.<br \/>\nDieser Spruch fast zwei Dinge. Erstens sagt er, dass Christus mit seinem Leiden die Handschrift ausgetilgt habe, welche wir des Gesetzes wegen von uns haben geben m\u00fcssen. Das meint Paulus also: wir alle wissen durch das Gesetz, was Gott von uns fordert, dass wir tun und lassen sollen. Wo wir uns nun vergreifen, entweder das wir es lassen, dass uns befohlen ist, oder tun, dass uns verboten ist, da k\u00f6nnen wir nicht vorbei; unser Gewissen steht da, und \u00fcberzeugt uns, wir haben Unrecht getan. Das also unser Gewissen gleich als ein Schuldbuch ist, wo wir \u00fcber uns selbst ein Zeugnis geben, dass wir ungehorsam gewesen sind, und m\u00fcssen darum Gottes Zorn und Ungnade tragen. Die Handschrift, spricht Paulus, entsteht durch das Gesetz; denn wenn das Gesetz nicht w\u00e4re, so w\u00e4re keine \u00dcbertretung. Also ist nun beides da, die S\u00fcnde und die Handschrift, die uns beweist, dass wir nicht leugnen k\u00f6nnen, wir m\u00fcssen uns schuldig bekennen; wie ein Kaufmann, dem seine eigene Handschrift ein Siegel ist. Da sagte nun Paulus, genie\u00dfen wir unseres lieben Herrn Christi; denn er nimmt solche Handschrift und heftet sie an das Kreuz, das ist, er macht ein Loch dadurch, und zerrei\u00dft sie, dass sie nicht mehr gilt, und uns beschuldigen kann. Ursache: Er, der Herr Christus, h\u00e4ngt darum am Kreuz, dass er in unsere S\u00fcnde getreten, und mit seinem Leibe f\u00fcr unsere S\u00fcnde bezahlen will. Das ist das erste.<br \/>\nZum anderen hat Christus die F\u00fcrstent\u00fcmer \u00abausgezogen\u00bb, das ist, er hat dem Teufel seine Macht genommen, dass der Teufel die Christen zu S\u00fcnden nicht mehr treiben und n\u00f6tigen soll, wie zuvor, ehe sie zu Christus gekommen sind. Denn sie k\u00f6nnen durch die Hilfe des heiligen Geistes dem b\u00f6sen Geist Widerstand tun, und sich durch das Wort und den Glauben erwehren, dass er sie zufrieden lassen muss. Denn darum gibt uns Christus seinen heiligen Geist. Wie nun der Teufel ausgezogen und seiner Gewalt erledigt ist; also sind die Gewaltigen auch ausgezogen, das ist, der Tod, der uns alle d\u00e4mpft, den hat Christus auch gew\u00fcrgt. Das also die Christen k\u00fcnftig dem Teufel und dem Tod ein Gel\u00e4chter machen k\u00f6nnen. Denn ob sie schon beide b\u00f6se und zornig sind, und alle ihre Macht wieder die Christen wenden, so k\u00f6nnen Sie doch nichts ausrichten, wie Paulus zu den R\u00f6mern 8,1. Sagte: \u00abdie in Christus Jesu sind, an denen ist nichts Verdammliches.\u00bb<br \/>\nEben nun, wie der Herr Christus den Tod \u00fcberwunden hat, also hatte er die S\u00fcnde auch \u00fcberwunden. Denn seiner Person wegen ist er gerecht; aber weil er sich fremder S\u00fcnden annimmt, wird er ein S\u00fcnder, wie er klagt, Psalm 41,5.: \u00abIch sprach, Herr, sei mir gn\u00e4dig, heile meine Seele, denn ich habe an dir ges\u00fcndigt.\u00bb Das ist Ursache, dass die S\u00fcnde ihn angreift. Und er, der Herr Christus, l\u00e4sst sich gern greifen und an das Kreuz bringen, dass er stirbt, nicht anders, denn als h\u00e4tte er den Tod selber verwirkt und selbst ges\u00fcndigt. Wie Jesaja sagt, 53,12. \u00abEr ist den \u00dcbelt\u00e4tern gleich gerechnet\u00bb, so doch er nicht ges\u00fcndigt hat, sondern wir haben ges\u00fcndigt; und er tut nicht mehr, denn dass er sich Fremder annimmt und unsere Missetat auf sich l\u00e4dt. Aber da ist die Heiligkeit, die unter fremder S\u00fcnde verborgen ist, so gro\u00df, dass die S\u00fcnde Sie nicht \u00fcberwinden kann. So kommt die S\u00fcnde und trifft den falschen Mann, wie der Tod; wird darum matt, und stirbt in seinem Leibe, wie Paulus sagt.<br \/>\nDer Teufel wollte seine Herrschaft an Christus beweisen, braucht deswegen seine Macht gegen ihn und will ihn unter sich bringen. Aber er findet eine h\u00f6here Gewalt, die kann er nicht \u00fcberw\u00e4ltigen. Denn obwohl sich der Herr Jesus Christus schwach stellt, und tut nichts anderes, denn als m\u00fcsste er ganz und gar zu Boden gehen und dem Teufel weichen; dennoch in solcher Schwachheit ist eine un\u00fcberwindliche Gewalt verborgen. Dass sieht der Teufel nicht, verliert darum alle seine Macht, dass unser Herr Christus r\u00fchmen kann, ob er gleich unten und oben gelegen; und m\u00fcssen darum diese drei gewaltigen Feinde, Tod, S\u00fcnde und Teufel, ihm zu den F\u00fc\u00dfen liegen.<br \/>\nDiesen herrlichen Sieg begehen wir heute. Nun liegt alle Macht daran, dass wir solches wohl zu Herzen nehmen und fest glauben, dass in Christus Gott mit dem Teufel, Gerechtigkeit mit der S\u00fcnde, das Leben mit dem Tode, das Gute mit dem B\u00f6sen, Ehre mit L\u00e4sterung gek\u00e4mpft und gesiegt habe. Dieses Bild ist uns befohlen, dass wir es auch anschauen. Denn gleich wie im ersten Bild am stillen Freitag, sehen wir unsere S\u00fcnde, unseren Fluch und Tod auf Christus gelegt, und einen elenden erb\u00e4rmlichen Menschen aus ihn machen: also sehen wir am Ostertag ein anderes Bild, da keine S\u00fcnde, kein Fluch, keine Ungnade, kein Tod, sondern nur lauter Leben, Gnade, Seligkeit und Gerechtigkeit ist. Mit solchem Bild sollen wir unsere Herzen aufrichten. Denn es ist uns vorgestellt und geschenkt, dass wir uns nichts anderes annehmen sollen, denn als h\u00e4tte uns selbst heute Gott mit Christus auferweckt. Denn wie wenig S\u00fcnde du, Tod und Fluch an Christus siehst, so sollst du glauben, dass Gott auch so wenig an dir, um Christus willen, auch sehen will, wenn du dieser seine Auferstehung dich annimmst und tr\u00f6stest. Solche Gnade bringt uns der Glaube. An jenem Tage aber wird man es nicht mehr glauben, sondern sehen, greifen und f\u00fchlen.<br \/>\nNichtsdestoweniger, weil wir noch hier auf Erden sind, bleibt in unserem alten Sack S\u00fcnde, Tod, Schande und Schmach, und allerlei Mangel und Gebrechen; die m\u00fcssen wir leiden. Sie gehen aber doch nicht weiter denn in das Fleisch; denn dem Glauben nach zu rechnen sind wir schon selig. Und eben wie Christus von den Toten auferstanden, ohne S\u00fcnde und Tod, in einem ewigen Leben ist; also sind wir auch im Glauben. Denn die S\u00fcnde ist weg, und wir sind durch Christus Kinder Gottes geworden. Darum fehlt es an nichts, denn das wir den Kopf legen und uns gefallen lassen, da wird dann auch unser Leib zum ewigen Leben auferstehen oder alle S\u00fcnde rein und heilig sein; obwohl wir jetzt noch gebrechlich und S\u00fcnder sind, wie andere Leute, ohne dass wir durch die Hilfe des heiligen Geistes dem Fleisch seine Lust nicht abgewinnen k\u00f6nnten um die gro\u00dfen S\u00fcnden zu meiden. Denn obwohl die Christen auch einmal fallen, bleiben Sie doch in den S\u00fcnden nicht liegen, sondern stehen durch die rechte Bu\u00dfe wieder auf und erlangen durch den Glauben Vergebung aller S\u00fcnden.<br \/>\nDarum kann man einen Christen nach dem \u00e4u\u00dferlichen Leben nicht beurteilen. Denn sein Leben ist wohl unrein und bauf\u00e4llig, als das Leben der Unchristen, darum Sie auch t\u00e4glich beten: Vergib uns unsere Schuld. Wer aber einen Christen recht ansehen und beurteilen will, der tue es nach dem Glauben. Denn nach unserem Fleisch und Blut sind wir S\u00fcnder, und m\u00fcssen sterben wie andere, und allerlei Ungl\u00fcck hier auf Erden erwarten, und wohl mehr, denn andere Leute, die Unchristen sind. Besonders weil wir die S\u00fcnde f\u00fchlen, denn die Welt, die in aller Sicherheit dahinlebt, und sich um die S\u00fcnde nicht k\u00fcmmert.<br \/>\nJa, sprichst du, wie k\u00f6nnen wir uns denn r\u00fchmen, dass wir heilig und ohne S\u00fcnde sind? Also, dass wir durch Christus, der unsere S\u00fcnde getragen und von den Toten auferstanden ist, Glauben an Vergebung der S\u00fcnden und bitten auch darum. Solches kann niemand sonst tun, denn als die Christen. Denn Vergebung der S\u00fcnden glauben und darum bitten, ist des Heiligen Geistes Werk. Wo der Heilige Geist nicht ist, da wird man es langsam tun. Wie man an den Feinden des Evangeliums, am Papst und seinem Haufen sieht; die sind gro\u00dfe, schreckliche S\u00fcnder, aber sie f\u00fchlen es nicht, bitten darum auch nicht daf\u00fcr. Kommt es aber einmal dazu, dass sie es f\u00fchlen m\u00fcssen, da werden sie nicht stehen k\u00f6nnen, sondern m\u00fcssen verzweifeln. Besonders weil sie von diesem Bild nichts wissen, dass Christus auferstanden und keine S\u00fcnde mehr an sich hat. Ein Christ aber, soviel er von diesem Bilde mit dem Glauben fasst, so viel hat er Seligkeit in Christus Jesus, der von den Toten auferstanden, nicht mehr blutig, sondern sch\u00f6n, lieblich und herrlich ist. Denn eben wie er zuvor um unsere S\u00fcnden willen blutig gewesen und am Kreuz gehangen ist: also ist er jetzt uns zum Trost sch\u00f6n, rein und in einem ewigen Leben, dass wir uns \u00fcber ihn freuen und tr\u00f6sten sollen; denn es ist auch um unseretwillen geschehen.<br \/>\nAlso ist beides bei einander: dem Glauben nach an Christus sind wir rein und heilig; dem alten Adam nach sind wir unrein und S\u00fcnder. Solchen Unflat sollen wir in das Vater Unser werfen, so sind wir heilig, obwohl wir S\u00fcnder sind. Denn wir wissen, es fehle uns noch, was da wolle, so ist doch unser Herr und Haupt, Christus, von den Toten auferstanden; der hat keine S\u00fcnde, keinen Tod mehr an sich. Also haben wir durch den Glauben an ihn auch weder S\u00fcnde noch Tod. Wer aber nicht glaubt und Christus nicht hat, der muss bei allen seinen Werken und Gottesdienst ein S\u00fcnder sein und bleiben, da hilft nichts anderes.<br \/>\nDarum sollen wir solches fr\u00f6hliche, liebliche, tr\u00f6stliche Osterbild mit Flei\u00df ansehen und in uns bilden. Denn in diesem Bild ist weder S\u00fcnde noch Tod. So dich nun die S\u00fcnde anfechten will und das Gewissen dich betr\u00fcben, das du dies oder das getan und im Glauben schwach gewesen, so halte dich hier, und sprich: wahr ist es, ich bin ein S\u00fcnder, ich bin schwach im Glauben, das kann ich ja nicht leugnen; aber ich tr\u00f6ste mich dar\u00fcber, dass ich wei\u00df, Christus Jesus hat meine S\u00fcnde auf sich genommen und sie getragen. Aber am Ostertag ist er so auferstanden, dass alle S\u00fcnde und S\u00fcndenstrafe verschwunden ist. Da sage mir nun, du S\u00fcnde, du Tod, du Teufel, was hat dir der Mann getan, dass du ihn vor Pilatus verklagt und an das Kreuz gebracht hast? Hast du daran auch recht getan? Da wird S\u00fcnde, Tod und Teufel bekennen m\u00fcssen, sie haben Unrecht getan.<br \/>\nSo kannst du zu S\u00fcnde, Tod und Teufel sagen: So verschwinde und la\u00df mich auch zufrieden. Wer also den Teufel abweisen kann und auf den Herrn Christus, an welchem er sich das Maul verbrannt hat, der ist gesund.<br \/>\nDas ist die rechte Lehre vom Glauben da jedermann denken kann, er habe es und k\u00f6nne es. Aber es sind ihrer wahrlich wenig, die es recht k\u00f6nnen; denn es l\u00e4sst sich mit Worten weder ein- noch ausreden; der Heilige Geist muss es tun. So du nun diese Kunst kannst, so bist du ein Christ. Kannst du es aber noch nicht, so danke Gott, dass du unter dem Haufen bist, die doch solches gern h\u00f6ren und ungern l\u00e4stern wollen; wie T\u00fcrken, Juden und Katholiken tun: die wollen ihrer Person wegen so fromm sein, dass sie vor Gottes Gericht treten d\u00fcrfen, und ohne dieses Bild mit dem Tod, mit der S\u00fcnde und dem Teufel fechten. Da muss der Glaube ganz untergehen. Du aber lerne, dass du auf deiner Herrlichkeit nicht baust, und dieses Bild Christi dir also so einbildest, als wei\u00dft du nichts von dir; eben wie deine Augen sich selbst nicht sehen, wenn du gehst; auf das du allein Christus, der von den Toten auferstanden, S\u00fcnde und H\u00f6lle \u00fcberwunden hat, in deinem Herzen hast; so bist du genesen. Dazu helfe uns unser lieber Herr Christus Jesus, Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Am Abend aber des Sabbats, welcher anbricht am Morgen des ersten Feiertages der Sabbate, kam Maria Magdalena und die andere Maria, das Grab zu besehen. Und siehe, es geschah ein gro\u00dfes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und w\u00e4lzte den Stein von der T\u00fcr und setzte sich darauf. 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