{"id":17012,"date":"2020-03-06T13:30:20","date_gmt":"2020-03-06T12:30:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17012"},"modified":"2020-03-06T13:41:10","modified_gmt":"2020-03-06T12:41:10","slug":"ausserwissenschaftliche-vorannahmen-denkvoraussetzungen-von-wissenschaftlern-und-theologen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=17012","title":{"rendered":"Au\u00dferwissenschaftliche  Vorannahmen:  Denkvoraussetzungen von  Wissenschaftlern  und Theologen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-align: left; color: #3a3a3a; text-transform: none; text-indent: 0px; letter-spacing: normal; font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt; font-style: italic; font-variant: normal; font-weight: 400; text-decoration: none; word-spacing: 0px; display: inline !important; white-space: normal; orphans: 2; float: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; background-color: #ffffff;\">\u201eWas war der gr\u00f6\u00dfte Fehler Ihres Lebens?\u201c, fragte der Journalist. Der alte Kunstkritiker lachte. \u201eAls ich einmal unser Kind im Kindergarten abholte, baten mich die Betreuerinnen, einen Blick auf die gesammelten Kunstwerke des Kindergartens zu werfen. Leider fiel mir nicht auf, dass zwischen den Kinderbildern ein abstraktes Werk eines bekannten K\u00fcnstlers hing. Das brachte mir noch f\u00fcr lange Zeit ein sp\u00f6ttisches Grinsen ein \u2013 und lehrte mich viel dar\u00fcber, wie leicht man durch Vorurteile etwas Wunderbares \u00fcbersehen kann.\u201c<\/span><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><span style=\"text-align: left; color: #3a3a3a; text-transform: none; text-indent: 0px; letter-spacing: normal; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; text-decoration: none; word-spacing: 0px; display: inline !important; white-space: normal; orphans: 2; float: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; background-color: #ffffff;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-17032\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Kinderbilder-1024x565.jpg\" alt=\"\" width=\"306\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Kinderbilder-1024x565.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Kinderbilder-300x165.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Kinderbilder-768x423.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Kinderbilder.jpg 1919w\" sizes=\"(max-width: 306px) 100vw, 306px\" \/>Vorannahmen wirken wie eine Brille. Sie beeinflussen unsere Sichtweise. Sie tauchen die Wirklichkeit in ein bestimmtes Licht. Das kann erhellend sein. Das kann uns aber auch auf eine v\u00f6llig falsche F\u00e4hrte f\u00fchren \u2013 so wie bei diesem Kunstkritiker. Fehleinsch\u00e4tzungen aufgrund falscher Vorerwartungen ereignen sich st\u00e4ndig in unserem Alltag. Sie kommen aber auch in der Wissenschaft vor, und zwar in sehr viel st\u00e4rkerem Ma\u00dfe, als es oft vermittelt wird. Tendenziell wird heute oft der Eindruck erweckt: Anders als die Religion ist die Wissenschaft objektiv. Wir k\u00f6nnen uns darauf verlassen, dass sie uns ein verl\u00e4sslich richtiges Bild von der Welt und von der Wirklichkeit zeichnet, das bewiesen werden kann und in jeder Hinsicht vern\u00fcnftig ist. Aber inwieweit stimmt das? Gibt es nicht auch in der Wissenschaft das Ph\u00e4nomen, dass Sichtweisen und Darstellungen von au\u00dferwissen\u00adschaftlichen Vorannahmen gepr\u00e4gt werden? Welche Folgen hat das f\u00fcr unser Weltbild? Und was m\u00fcssen wir tun, um uns selbst und unseren Mitmenschen die Chance zu geben, sich auf einer realistischen Faktenbasis ein eigenes Bild von der Wirklichkeit zu machen? Wie k\u00f6nnen wir den Einfluss von au\u00dferwissen\u00adschaftlichen Vorannahmen erkennen, kritisch bewerten und dadurch echte <\/span>Fakten von ideologisch gef\u00e4rbten Interpretationen unterscheiden? Tats\u00e4chlich ist das oft gar nicht so einfach.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>Au\u00dferwissenschaftliche Vorannahmen verstecken sich oft hinter den darauf aufgebauten Denkgeb\u00e4uden!<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Au\u00dferwissenschaftliche Vorannahmen kommen selten auf dem Pr\u00e4sentierteller daher. Sie bleiben oft verborgen hinter einer Fassade von klugen, schl\u00fcssigen und v\u00f6llig richtigen Argumentationsketten. Die Gedankengeb\u00e4ude, die auf au\u00dferwissenschaftlichen Denkvoraussetzungen aufgebaut werden, k\u00f6nnen \u00e4u\u00dferst beeindruckend sein und deshalb viele Menschen beeinflussen. Das Problem ist nur: Wenn die Denkvoraussetzung falsch ist, dann ist auch das ganze hochintelligente Gedankengeb\u00e4ude falsch.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>Falsche au\u00dferwissenschaftliche Vorannahmen k\u00f6nnen gewaltige Konsequenzen haben!<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Falsche au\u00dferwissenschaftliche Vorannahmen k\u00f6nnen ganze Nationen auf eine falsche F\u00e4hrte f\u00fchren \u2013 mit katastrophalen Folgen. Ganze Gesellschaften wurden zum Beispiel auf der Idee aufgebaut, dass der Mensch kein Problem mit b\u00f6sen, ungerechten Gedanken und Grundhaltungen hat, sondern dass er tief im Herzen eigentlich ein guter Mensch ist, der nur Erl\u00f6sung von b\u00f6sen und ungerechten Umst\u00e4nden braucht, damit dieser gute Kern zum Vorschein kommt. Daraus entstand die Idee: Wenn wir allen alles wegnehmen und dann ganz gerecht alles an alle verteilen, sodass allen alles gleicherma\u00dfen geh\u00f6rt und es keine Ungerechtigkeit mehr gibt, dann werden alle Menschen zufrieden sein und sich gerne f\u00fcr die Allgemeinheit engagieren. Diese Idee hat aber nicht nur nicht funktioniert. Sie hat gewaltiges Leid mit Millionen von Toten \u00fcber viele Gesellschaften gebracht und sie tut das bis heute. Erstaunlich ist, wie sehr diese Idee trotz der durchg\u00e4ngig negativen Erfahrungen in der Geschichte bis heute immer wieder in Mode kommt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Im nationalsozialistischen Reich wurden andere Vorannahmen ins Spiel gebracht: Die Rassenideologie hat die Vorstellung vermittelt, dass es st\u00e4rkere und schw\u00e4chere menschliche Rassen g\u00e4be und dass es f\u00fcr die Weiterentwicklung der Menschheit geradezu die Pflicht der besseren, h\u00f6her entwickelten Rasse sei, sich durchzusetzen und die unterentwickelten Rassen zu verdr\u00e4ngen. Vor dem Hintergrund der aufkommenden Evolutionstheorie konnte der Eindruck vermittelt werden, dass dieser Gedankengang auch sachlich, ja geradezu wissenschaftlich begr\u00fcndet werden k\u00f6nnte. Wer heute nachforscht und sieht, wie stark solche Ideen sogar in intellektuellen und akademischen Kreisen verfingen, der kann nur staunen und erschrecken, mit welcher Kraft Vorrannahmen ganze Gesellschaften im Extremfall zu absurden und grauenvollen Schlussfolgerungen bringen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Es geht also um enorm viel, wenn wir \u00fcber die Denkvoraussetzungen nachdenken, die unsere Gesellschaft pr\u00e4gen. Und es ist von enormer Bedeutung, dass wir uns diese Grundannahmen und ihren Einfluss auf unser Denken bewusst machen.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>Vier weltanschauliche Grundannahmen<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Im Folgenden werden vier verschiedene weltanschauliche Grundannahmen als au\u00dferwissenschaftliche Denkvoraussetzungen zum Verst\u00e4ndnis der Welt vorgestellt, die heute weit verbreitet sind und weltweit pr\u00e4gende Kraft entwickelt haben. Diese vier weltanschaulichen Grundannahmen unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihre unterschiedlichen Antworten auf drei verschiedene Grundfragen. Die erste Frage lautet:<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>Gibt es etwas \u00dcbernat\u00fcrliches jenseits der physischen Welt?<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;\">Die Frage nach der Transzendenz ist f\u00fcr unser Weltbild ganz grundlegend und entscheidend. Wenn wir diese Frage mit \u201enein\u201c beantworten, dann m\u00fcndet unser Denken im sogenann<\/span><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;\">ten \u201e<strong>Naturalismus<\/strong>\u201c. Diese Weltanschauung behauptet: Es gibt keinen Gott und keine \u00fcbernat\u00fcrlichen Ph\u00e4nomene. Alle Vorg\u00e4nge lassen sich auf naturgesetzlich festgelegte Ursache-Wirkungs-Beziehungen zur\u00fcckf\u00fchren.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Wenn wir die Frage nach dem \u00dcbernat\u00fcrlichen aber mit \u201eja\u201c beantworten, kommen wir zu einer zweiten Grundfrage:<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>Greift das \u00dcbernat\u00fcrliche direkt in die nat\u00fcrlichen Vorg\u00e4nge dieser Welt ein?<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Wenn wir diese Frage mit \u201enein\u201c beantworten, dann glauben wir zwar, dass es etwas \u00dcbernat\u00fcrliches gibt. Aber unser Denken bewegt sich trotzdem im Rahmen eines \u201e<strong>schwachen oder methodischen Naturalismus<\/strong>\u201c, der in etwa besagt: Es gibt einen Gott bzw. eine \u00fcbernat\u00fcrliche Realit\u00e4t, die aber nur auf geheimnisvolle Weise ins Weltgeschehen eingreift, ohne dabei die Naturgesetze zu verletzen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Wenn wir hingegen die Frage nach dem Eingreifen des \u00dcbernat\u00fcrlichen mit \u201eja\u201c beantworten, stellt sich die dritte grunds\u00e4tzliche Frage:<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>Ist das \u00dcbernat\u00fcrliche von der physischen Welt getrennt?<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Wenn wir diese Frage mit \u201enein\u201c beantworten, dann gelangen wir zu einer Weltanschauung, die man als \u201e<strong>Pantheismus<\/strong>\u201c bezeichnen kann und die in etwa besagt: Es gibt einen Gott bzw. eine \u00fcbernat\u00fcrliche Realit\u00e4t, die aber von der nat\u00fcrlichen Welt nicht wesensm\u00e4\u00dfig getrennt, sondern untrennbar mit ihr verwoben ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Wenn wir die Frage nach der Trennung des \u00dcbernat\u00fcrlichen von der physischen Welt hingegen mit \u201eja\u201c beantworten, kommen wir auf die Spur einer Weltanschauung, die wir in diesem Artikel als <strong>\u201ebiblischen Supernaturalismus\u201c<\/strong><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> bezeichnen werden. Diese Weltanschauung sagt: Es gibt einen Sch\u00f6pfergott und eine \u00fcbernat\u00fcrliche Realit\u00e4t. Diese ist wesensm\u00e4\u00dfig vom Geschaffenen verschieden. Sie greift zwar bei der Weltentstehung, sonst aber nur punktuell in Naturvorg\u00e4nge ein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-17024\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/3-Grundfragen-und-4-weltanschauliche-Denkmodelle1-1024x563.jpg\" alt=\"\" width=\"513\" height=\"282\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/3-Grundfragen-und-4-weltanschauliche-Denkmodelle1-1024x563.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/3-Grundfragen-und-4-weltanschauliche-Denkmodelle1-300x165.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/3-Grundfragen-und-4-weltanschauliche-Denkmodelle1-768x422.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 513px) 100vw, 513px\" \/><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Die Frage ist nun: Was kann uns die heutige Wissenschaft zu diesen drei Grundfragen und den vier weltanschaulichen Grundannahmen sagen? Oft wird heute der Eindruck erweckt, dass die Naturwissenschaft diese Fragen gekl\u00e4rt habe. Deshalb ist es besonders wichtig, dass wir uns genauer mit den M\u00f6glichkeiten und Grenzen naturwissenschaftlicher Forschung befassen.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>M\u00f6glichkeiten und Grenzen der Naturwissenschaft<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Die grunds\u00e4tzliche Frage ist: Sind die Werkzeuge der Wissenschaft denn \u00fcberhaupt geeignet, um auf die oben genannten drei Grundfragen Antworten geben zu k\u00f6nnen? Daf\u00fcr m\u00fcssen wir uns genauer anschauen, mit welchen Methoden die Naturwissenschaft die Wirklichkeit erfasst. Sie benutzt daf\u00fcr im Wesentlichen zwei Werkzeuge:<\/span><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>Beobachtung:<\/strong> Im Lauf der Zeit hat die Wissenschaft immer ausgekl\u00fcgeltere Instrumente und Methoden entwickelt, um auch fernste Welten des Kosmos und die winzig kleinen Elemente in unserem Mikrokosmos exakter beobachten zu k\u00f6nnen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>Experiment:<\/strong> In der Wissenschaft werden \u00fcberschaubar gro\u00dfe Systeme mit m\u00f6glichst kontrollierbaren Bedingungen und wenig Variablen geschaffen. Darin kann dann m\u00f6glichst exakt getestet werden, wie sich die Wirklichkeit verh\u00e4lt.<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Ein zentral wichtiges Element in der Wissenschaft ist die <strong>Wiederholbarkeit oder Reproduzierbarkeit<\/strong>. Ein Experiment ist erst dann aussagekr\u00e4ftig, wenn es \u00fcberall auf der Welt nachgestellt werden kann und wenn alle Wissenschaftler unter den gleichen Bedingungen die gleichen Beobachtungen machen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-17025\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Beobachtung-und-Experiment-1024x384.jpg\" alt=\"\" width=\"563\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Beobachtung-und-Experiment-1024x384.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Beobachtung-und-Experiment-300x113.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Beobachtung-und-Experiment-768x288.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 563px) 100vw, 563px\" \/><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Gerade die Reproduzierbarkeit ist aber ein gro\u00dfes Problem bei der Frage nach dem \u00dcbernat\u00fcrlichen. Selbst wenn in Einzelf\u00e4llen etwas \u00dcbernat\u00fcrliches stattfindet, k\u00f6nnte das niemals reproduzierbar in einem Experiment nachgestellt und wiederholt werden. Das \u00dcbernat\u00fcrliche zeichnet sich gerade dadurch aus, dass es sich systematischen Regeln und Gesetzen entzieht. Die naturwissenschaftliche Methode ist deshalb prinzipiell ungeeignet, um \u00fcbernat\u00fcrliche Vorg\u00e4nge systematisch erfassen zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Das bedeutet aber nicht, dass es etwas \u00dcbernat\u00fcrliches prinzipiell nicht geben kann. Das bedeutet nur, dass die naturwissenschaftliche Methodik nicht aussagekr\u00e4ftig ist zu dieser allerersten und wichtigsten Grundfrage! Das hei\u00dft aber auch: Wenn wir uns entscheiden, unser Denken und unsere Forschung auf einer dieser Weltanschauungen aufzubauen, dann ist das eine au\u00dferwissenschaftliche Vorannahme.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Insgesamt gilt somit: <strong>Bei den vier weltanschaulichen Grundannahmen handelt es sich um au\u00dferwissenschaftliche Denkvoraussetzungen, die naturwissenschaftlich weder bewiesen noch widerlegt werden k\u00f6nnen. <\/strong>Wer die Ablehnung des \u00dcbernat\u00fcrlichen mit Naturwissenschaft begr\u00fcndet, der verh\u00e4lt sich wie ein Fischer, dessen Netze eine Netzweite von 5 cm haben und der auf Basis seines Fangs behauptet: Es existieren nur Fische, die gr\u00f6\u00dfer als 5 cm sind! Wenn die Untersuchungsmethode nur einen Teil der Wirklichkeit erfasst, darf daraus niemals auf die gesamte Wirklichkeit geschlossen werden.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>Warum die Wissenschaft trotzdem Position bezieht<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Obwohl naturwissenschaftliche Methoden die Frage nach dem \u00dcbernat\u00fcrlichen gar nicht beantworten k\u00f6nnen, hat die Wissenschaft trotzdem eine starke Meinung zu den oben dargestellten Grundfragen und Grundannahmen entwickelt. Denn auch wenn das \u00dcbernat\u00fcrliche naturwissenschaftlich weder bewiesen noch ausgeschlossen werden kann, kann man nat\u00fcrlich trotzdem die Frage stellen: Welche der vier Grundannahmen bew\u00e4hrt sich in der Praxis? Auf welcher Basis kann man fruchtbar wissenschaftlich arbeiten und forschen?<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>Auf der Suche nach nat\u00fcrlichen Ursachen<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Seit jeher hatten Menschen Naturph\u00e4nomene vor Augen, die sie zun\u00e4chst einmal nicht verstanden haben und bei denen sie daher auch nicht wussten: Gibt es daf\u00fcr eine nat\u00fcrliche Erkl\u00e4rung? Steckt etwas \u00dcbernat\u00fcrliches dahinter?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Um das herauszufinden, haben wir Menschen nur eine M\u00f6glichkeit: Wir m\u00fcssen nach einer nat\u00fcrlichen Erkl\u00e4rung suchen! Sobald eine nat\u00fcrliche Erkl\u00e4rung gefunden wird, k\u00f6nnen wir definitiv sagen: Eine Erkl\u00e4rung mit nat\u00fcrlichen Mechanismen reicht bei diesem Naturph\u00e4nomen aus! Wenn sich bestimmte Erkl\u00e4rungsl\u00fccken aber dauerhaft nicht schlie\u00dfen oder wenn diese L\u00fccken bei bestimmten Fragen im Lauf der Zeit sogar immer gr\u00f6\u00dfer werden, dann m\u00fcsste sich eigentlich die Frage stellen: Existiert vielleicht kein nat\u00fcrlicher Mechanismus? Steckt vielleicht etwas \u00dcbernat\u00fcrliches, etwas G\u00f6ttliches dahinter? Dann m\u00fcssten wir uns f\u00fcr ein supernaturalistisches Denkmodell \u00f6ffnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-17031\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/F\u00fchren-fehlende-nat\u00fcrliche-Erkl\u00e4rungen-zu-Gott-1024x599.jpg\" alt=\"\" width=\"540\" height=\"316\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/F\u00fchren-fehlende-nat\u00fcrliche-Erkl\u00e4rungen-zu-Gott-1024x599.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/F\u00fchren-fehlende-nat\u00fcrliche-Erkl\u00e4rungen-zu-Gott-300x175.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/F\u00fchren-fehlende-nat\u00fcrliche-Erkl\u00e4rungen-zu-Gott-768x449.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/F\u00fchren-fehlende-nat\u00fcrliche-Erkl\u00e4rungen-zu-Gott.jpg 1921w\" sizes=\"(max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">In der Praxis passiert das aber nicht! Und daf\u00fcr gibt es auch nachvollziehbare Gr\u00fcnde. In der Geschichte des Denkens und Forschens wurden zwei wichtige Beobachtungen gemacht, die unser heutiges Denken stark gepr\u00e4gt haben:<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>1.\u00a0\u00a0 Nichtnaturalistische Modelle erweisen sich als \u201eWissenschaftskiller\u201c<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Lange Zeit hatten die Menschen keine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, warum es Lichtpunkte (Sterne) am Himmel gibt und warum der Himmel sich verdunkeln kann und es pl\u00f6tzlich blitzt und donnert. Deswegen haben sie sich auf \u00fcbernat\u00fcrliche Erkl\u00e4rungen eingelassen. So wurde vermutet: Hinter den Sternen stecken G\u00f6tter. Wenn es blitzt, dann sind es die G\u00f6tter, die zornig sind und unter krachendem Get\u00f6se Blitze auf die Erde werfen. Solche Erkl\u00e4rungsmuster kann man in vielen alten Legenden und Mythen nachlesen.<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Das Problem an dieser Sichtweise ist: Es h\u00e4lt uns von der wissenschaftlichen Suche nach nat\u00fcrlichen Erkl\u00e4rungen ab! Wer glaubt, dass in einem Gewitter G\u00f6tter am Werk sind, der forscht nicht mehr nach einer nat\u00fcrlichen Ursache. Das ist ein wichtiger Grund, warum sich die Wissenschaft und der technische Fortschritt in pantheistischen Kulturen und Denkweisen oft schwertut. Deshalb sagen die meisten Naturwissenschaftler heute zu Recht: Wir d\u00fcrfen auf keinen Fall vorschnell von Ph\u00e4nomenen, die wir nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, auf \u00fcbernat\u00fcrliche Ursachen schlie\u00dfen! Das w\u00fcrde die Wissenschaft blockieren. Es lohnt sich, hartn\u00e4ckig nach nat\u00fcrlichen Ursachen zu suchen.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>2.\u00a0\u00a0 Forschung auf Basis des \u201eUrsache-Wirkungs-Prinzips\u201c hat gewaltige Erfolge erzielt!<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Die Entscheidung, grunds\u00e4tzlich immer eine nat\u00fcrliche Ursache zu vermuten, hat eine gewaltige Erfolgsgeschichte ausgel\u00f6st. Elektrisches Licht, Radio, viele Durchbr\u00fcche in der Medizin: All das hat zu Recht riesigen Eindruck auf die Menschen gemacht. Jeder hat gemerkt: Dieses Prinzip bew\u00e4hrt sich! Es lohnt sich, hinter den Naturph\u00e4nomenen keine Geisterwelt zu vermuten, sondern von ganz rational erkl\u00e4rbaren Mechanismen auszugehen. Den Theologen Rudolf Bultmann hat das zu dem bekannten Ausspruch veranlasst: <em>\u201eMan kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsf\u00e4llen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben.\u201c<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><strong>[3]<\/strong><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Die allgemeine Beobachtung war also: Die L\u00fccken schlie\u00dfen sich! Wir entdecken immer mehr nat\u00fcrliche Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die Naturph\u00e4nomene. Deshalb brauchen wir immer weniger spekulieren, ob da vielleicht irgendein Gott am Werk ist. Diese Sachlage hat auch den Theologen Dietrich Bonhoeffer umgetrieben, als er schrieb: <em>\u201eEs ist mir wieder ganz deutlich geworden, dass man Gott nicht als L\u00fcckenb\u00fc\u00dfer unserer unvollkommenen Erkenntnis figurieren lassen darf; wenn n\u00e4mlich dann \u2013 was sachlich zwangsl\u00e4ufig ist \u2013 sich die Grenzen der Erkenntnis immer weiter herausschieben, wird mit ihnen auch Gott immer weiter weggeschoben und befindet sich demgem\u00e4\u00df auf einem fortgesetzten R\u00fcckzug.\u201c<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><strong>[4]<\/strong><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Gott als L\u00fcckenb\u00fc\u00dfer, dem mit fortschreitender wissenschaftlicher Erkenntnis immer mehr der Boden unter den F\u00fc\u00dfen weggezogen wird: Dieses Szenario wurde zu einem Schreckgespenst in der Theologie. Und deshalb hat man auch unter Theologen immer \u00f6fter gesagt: Das ist der falsche Weg. Man darf nicht aus Erkl\u00e4rungsl\u00fccken auf Gott schlie\u00dfen! Der richtige Weg ist: Wenn es Erkl\u00e4rungsl\u00fccken gibt, dann ist das kein Hinweis auf Gott, sondern nur darauf, dass wir noch nicht gen\u00fcgend geforscht haben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Erkl\u00e4rungsl\u00fccken sind demnach also kein Anlass, von der Naturwissenschaft in die Theologie \u00fcberzugehen, sondern sich wieder an die naturwissenschaftliche Arbeit zu machen, um noch gr\u00fcndlicher, noch intensiver zu forschen, bis eines Tages die nat\u00fcrliche Erkl\u00e4rung gefunden wird. Wenn nur gen\u00fcgend Zeit, gen\u00fcgend Ressourcen und gen\u00fcgend kluge K\u00f6pfe zur Verf\u00fcgung stehen, dann werden die nat\u00fcrlichen Erkl\u00e4rungen irgendwann gefunden werden.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>Die naturwissenschaftliche Selbstbeschr\u00e4nkung auf nat\u00fcrliche Ursachen<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Aus diesen Gr\u00fcnden hat sich die Naturwissenschaft f\u00fcr eine Selbstbeschr\u00e4nkung entschieden: Sie geht grunds\u00e4tzlich davon aus, dass bei den beobachteten Naturph\u00e4nomenen ausschlie\u00dflich nat\u00fcrliche Vorg\u00e4nge ablaufen. Die Betrachtung der Welt ist somit kein Weg mehr, um in ihr in irgendeiner Weise Gott zu finden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-17033\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Strikte-Beschr\u00e4nkung-auf-nat\u00fcrliche-Mechanismen-1024x580.jpg\" alt=\"\" width=\"321\" height=\"182\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Strikte-Beschr\u00e4nkung-auf-nat\u00fcrliche-Mechanismen-1024x580.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Strikte-Beschr\u00e4nkung-auf-nat\u00fcrliche-Mechanismen-300x170.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Strikte-Beschr\u00e4nkung-auf-nat\u00fcrliche-Mechanismen-768x435.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Strikte-Beschr\u00e4nkung-auf-nat\u00fcrliche-Mechanismen.jpg 1984w\" sizes=\"(max-width: 321px) 100vw, 321px\" \/><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-align: left; color: #3a3a3a; text-transform: none; text-indent: 0px; letter-spacing: normal; font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; text-decoration: none; word-spacing: 0px; display: inline !important; white-space: normal; orphans: 2; float: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; background-color: #ffffff;\">Daraus ergibt sich eine Situation, in der nur noch zwei der vier eingangs vorgestellten Denkmodelle als wissenschaftlich gelten d\u00fcrfen: Der Naturalismus oder der schwache, methodische Naturalismus, der zwar damit rechnet, dass es einen Gott oder etwas \u00c4hnliches gibt, der aber zugleich davon ausgeht, dass dieser Gott nicht direkt innerhalb von Raum und Zeit in das Weltgeschehen eingreift. Die supernaturalistischen Modelle sind somit in der wissenschaftlichen Welt heutzutage weitestgehend vom Tisch.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-17036\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Welche-Denkmodelle-d\u00fcrfen-als-wissenschaftlich-gelten-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"531\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Welche-Denkmodelle-d\u00fcrfen-als-wissenschaftlich-gelten-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Welche-Denkmodelle-d\u00fcrfen-als-wissenschaftlich-gelten-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Welche-Denkmodelle-d\u00fcrfen-als-wissenschaftlich-gelten-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Welche-Denkmodelle-d\u00fcrfen-als-wissenschaftlich-gelten.jpg 1876w\" sizes=\"(max-width: 531px) 100vw, 531px\" \/><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Wichtig ist aber zu verstehen: Die Durchsetzung des naturalistisch gepr\u00e4gten Wissenschaftsbegriffs resultiert nicht etwa daraus, dass der Supernaturalismus wissenschaftlich widerlegt w\u00e4re. Die Vorherrschaft naturalistischer Denkmodelle resultiert vielmehr auf dem Eindruck, dass naturalistisch gepr\u00e4gte Forschung erfolgreich ist sowie auf dem Wunsch, den weiteren Fortschritt in den Wissenschaften und in der technischen Entwicklung auf keinen Fall behindern zu wollen. Die Frage ist allerdings:<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>Inwieweit treffen die Argumente gegen den Supernaturalismus zu?<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Entscheidend wichtig zur Beantwortung dieser Frage ist eine notwendige Differenzierung: Unzweifelhaft richtig ist, dass sich pantheistische Vorstellungen tats\u00e4chlich als ein \u201eWissenschaftskiller\u201c erwiesen haben. Wer hinter heute beobachtbaren Naturph\u00e4nomenen \u00fcbernat\u00fcrliche Kr\u00e4fte vermutet, verliert tats\u00e4chlich den naturwissenschaftlichen Antrieb. Die oben genannten Gr\u00fcnde, die zur Selbstbeschr\u00e4nkung auf naturalistische Sichtweisen gef\u00fchrt haben, greifen also tats\u00e4chlich, um pantheistische Vorstellungen und Denkmodelle zur\u00fcckzuweisen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Die Frage ist jedoch: Gelten diese Argumente auch f\u00fcr den biblischen Supernaturalismus?<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>Ist der biblische Supernaturalismus tats\u00e4chlich ein \u201eWissenschaftskiller\u201c?<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Erinnern wir uns: Der biblische Supernaturalismus trennt strikt zwischen Sch\u00f6pfer und Sch\u00f6pfung. Wir k\u00f6nnen uns das besonders eindr\u00fccklich anhand der Betrachtung der Sterne verdeutlichen: Der biblische Sch\u00f6pfungsbericht kennt \u2013 anders als alle anderen damaligen Sch\u00f6pfungsmythen \u2013 keine G\u00f6tter und keine \u00fcbernat\u00fcrlichen Kr\u00e4fte hinter den Sternen. Er sagt vielmehr: Die Sterne sind ganz einfach \u201eLichter\u201c, die den Menschen zur Orientierung dienen sollen!<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><em><strong>[5]<\/strong><\/em><\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Auch sonst wird die Natur in der Bibel g\u00e4nzlich entg\u00f6ttlicht. Folgerichtig ist das ganze Alte Testament voll von Anweisungen, auf keinen Fall die Sch\u00f6pfung anzubeten, sondern Gott allein, von dem wir uns kein gesch\u00f6pfliches Bild machen sollen.<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><em><strong>[6]<\/strong><\/em><\/a> Die Br\u00fcder Hansj\u00f6rg und Wolfgang Hemminger haben deshalb zu Recht notiert:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><em>\u201eDie Sch\u00f6pfungsgeschichte bringt eine vollst\u00e4ndige Entg\u00f6ttlichung und Entzauberung der Welt, so vollst\u00e4ndig, wie sie au\u00dferhalb des Judentums auch nicht ann\u00e4hernd erreicht wurde \u2026 Jeder Zeitgenosse, der an sein Horoskop glaubt, f\u00e4llt in ein Denken zur\u00fcck, das in 1. Mose 1 bereits \u00fcberwunden ist.\u201c<\/em> <a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Ein Blick in die Wissenschaftsgeschichte zeigt: Es war genau diese Sichtweise einer von Gott wohlgeordneten, aber von ihm g\u00e4nzlich getrennten Sch\u00f6pfung, die die Pioniere der Naturwissenschaft angetrieben haben. So lesen wir z. B. bei Isaac Newton<em>: \u201eDie wunderbare Einrichtung und Harmonie des Weltalls kann nur nach dem Plan eines allwissenden und allm\u00e4chtigen Wesens zustande gekommen sein.\u201c<\/em><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Dieser Wissenschaftspionier war ein tief gl\u00e4ubiger Christ. Er hat sich gerade nicht gegen das Sch\u00f6pfungsdenken gewandt, ganz im Gegenteil: Das Sch\u00f6pfungsdenken war die Basis seiner Forschungsarbeit! Newton war nicht der einzige, der so dachte. \u00c4hnliche \u00dcberlegungen lassen sich bei vielen bekannten Wissenschaftspionieren finden, wie z. B. bei Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler, Galileo Galilei oder Blaise Pascal. Ein Blick auf einen Zeitstrahl zeigt: Diese gl\u00e4ubigen Naturwissenschaftler haben die Erfolgsgeschichte der Wissenschaft gestartet, schon lange bevor das Denken der Aufkl\u00e4rung aufkam.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-17034\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Timeline-Wissenschaftler-Aufkl\u00e4rung-1024x181.jpg\" alt=\"\" width=\"520\" height=\"92\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Timeline-Wissenschaftler-Aufkl\u00e4rung-1024x181.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Timeline-Wissenschaftler-Aufkl\u00e4rung-300x53.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Timeline-Wissenschaftler-Aufkl\u00e4rung-768x136.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Prof. Peter Gerdsen schreibt deshalb zu Recht: <em>\u201eAuch ist festzustellen, dass die Entwicklung der Naturwissenschaft die Dynamik und Schwungkraft, die sie auszeichnet, bereits erhielt, als die Philosophie der Aufkl\u00e4rung von ihrem H\u00f6hepunkt in Form der Philosophie Kants noch weit entfernt war.\u201c<\/em> <a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Das weit verbreitete Narrativ, dass die Erfolgswelle der Naturwissenschaft eine Frucht der Aufkl\u00e4rung gewesen sei, stimmt also nicht. Das best\u00e4tigt auch der englische Literat C. S. Lewis, wenn er schreibt: Diese Leute wurden nicht Wissenschaftler, weil sie alles \u00dcbernat\u00fcrliche ablehnten sondern <em>\u201edie Menschen wurden Wissenschaftler, weil sie Gesetze in der Natur erwarteten, und sie erwarteten Gesetze in der Natur, weil sie an einen Gesetzgeber glaubten.\u201c<\/em><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Und Carl Friedrich von Weizs\u00e4cker erg\u00e4nzt: Die moderne Wissenschaft ist <em>\u201eein Geschenk, ich h\u00e4tte auch sagen d\u00fcrfen, ein Kind des Christentums.\u201c<\/em> <a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Ist der biblische Supernaturalismus also ein \u201eWissenschaftskiller\u201c? Nein, keinesfalls! Tatsache ist viel mehr:<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Dass wir die Natur wohlgeordnet und mathematisch fassbar vorfinden, ist in einem naturalistischen Denkmodell gar nicht zu erwarten und dar\u00fcber hinaus kaum erkl\u00e4rbar!<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Der Glaube an einen Sch\u00f6pfergott war in Wahrheit ein \u201eWissenschaftsgeb\u00e4rer\u201c, weil er die Wissenschaftspioniere erwarten lie\u00df, dass in der Natur Regelhaftigkeit und Ordnung vorgefunden wird, die der Mensch ergr\u00fcnden und erforschen kann!<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Was wir in der Welt vorfinden, passt also viel besser zum biblischen Supernaturalismus als zu einem naturalistischen Weltbild. Der massive Erfolg der Naturwissenschaften l\u00e4sst sich deshalb sehr gut auf die Denkgrundlagen des biblischen Supernaturalismus zur\u00fcckf\u00fchren.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>Ist Wissenschaft auf Basis des biblischen Supernaturalismus weniger erfolgreich?<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Dabei m\u00fcssen wir bedenken: Auch der biblische Supernaturalismus erwartet Erfolg bei Anwendung des Ursache-Wirkungsprinzips in der Erforschung der Naturvorg\u00e4nge. Denn er trennt zwischen Sch\u00f6pfer und Sch\u00f6pfung. Bei der Untersuchung des Geschaffenen geht er davon aus, dass in aller Regel alles mit nat\u00fcrlichen und nicht mit \u00fcbernat\u00fcrlichen Dingen vor sich geht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;\">Nur bei der Erforschung der Weltentstehung erwartet er etwas anderes. Hier erwartet er Anzeichen von absichtsvoller Planung und von Zielgerichtetheit statt absichts- und zielloser Ursache-Wirkungsketten als Ursache f\u00fcr die Entstehung. Die zentrale Frage lautet deshalb: War denn die Beschr\u00e4nkung auf absichtslose Ursache-Wirkungsketten bei der Erforschung der Weltentstehung tats\u00e4chlich erfolgreicher? Diese Fragestellung kann im Fachunterricht aus verschiedensten Blickwinkeln thematisiert werden. Entscheidend ist jedoch eine grundlegende Differenzierung:<\/span><\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-17038\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Wie-funktioniert-es-Woher-kommt-es-1024x809.jpg\" alt=\"\" width=\"255\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Wie-funktioniert-es-Woher-kommt-es-1024x809.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Wie-funktioniert-es-Woher-kommt-es-300x237.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Wie-funktioniert-es-Woher-kommt-es-768x606.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Wie-funktioniert-es-Woher-kommt-es.jpg 1274w\" sizes=\"(max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/>Der grundlegende Unterschied zwischen der Erforschung des Geschaffenen und der Erforschung der Weltentstehung<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Der grunds\u00e4tzliche Unterschied zwischen der Erforschung des Geschaffenen und der Erforschung der Weltentstehung wird leider oft \u00fcbersehen. F\u00fcr die Beurteilung der Fruchtbarkeit des Denkmodells des biblischen Supernaturalismus ist diese Unterscheidung jedoch grundlegend wichtig: Bei der Erforschung des Geschaffenen fragt die Wissenschaft nach dem \u201eWie\u201c. <u>Wie<\/u> funktioniert es, was ich da sehe? Bei der Frage nach der Weltentstehung geht es aber um die Frage: <u>Woher<\/u> kommt es? Wie ist das entstanden?<\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><strong>Ein Beispiel: Der Translationsprozess der Zelle<\/strong><\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-17029\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Der-Translationsprozess-der-Zelle-961x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"296\" height=\"315\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Der-Translationsprozess-der-Zelle-961x1024.jpg 961w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Der-Translationsprozess-der-Zelle-281x300.jpg 281w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Der-Translationsprozess-der-Zelle-768x818.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Der-Translationsprozess-der-Zelle.jpg 989w\" sizes=\"(max-width: 296px) 100vw, 296px\" \/>Der grundlegende Unterschied zwischen der Frage nach dem \u201eWie\u201c und dem \u201eWoher\u201c kann zum Beispiel sehr anschaulich anhand des Translationsprozesses in lebenden Zellen verdeutlicht werden. Bei der Erforschung dieses Prozesses hat die Naturwissenschaft in den letzten Jahrzehnten gewaltige Fortschritte bei der Frage nach dem \u201eWie\u201c erzielt. Translation bedeutet: \u00dcbersetzung! Im Translationsprozess wird die biologische Information, die auf der DNA gespeichert ist, in biologisches Material (genauer gesagt in ein \u201eProtein\u201c) \u201e\u00fcbersetzt\u201c.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">F\u00fcr diesen Prozess wird zun\u00e4chst von einem Abschnitt der DNA eine Kopie in Form einer RNA-Kette erzeugt. Auf der RNA ist also genau wie auf der DNA biologische Information codiert gespeichert. Aber wie kann diese biologische Information in ein Protein \u00fcbersetzt werden?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">In den letzten Jahrzehnten wurde deutlich: Die Maschinerie, die diesen Translationsprozess leistet, ist atemberaubend komplex. Entdeckt wurde eine ausgekl\u00fcgelt arbeitende molekulare Maschine, das sogenannte \u201eRibosom\u201c. Dieses hat die F\u00e4higkeit, die RNA-Kette zu binden und sie in Verbindung mit den sogenannten \u201eTransport-RNA-Molek\u00fclen\u201c zu bringen. Diese k\u00f6nnen auf der einen Seite an die RNA-Kette andocken. Auf der anderen Seite tragen sie eine von 20 m\u00f6glichen sogenannten \u201eAminos\u00e4uren\u201c, und zwar immer genau die Aminos\u00e4ure, die durch den Code der RNA vorgegeben wird. Die Aminos\u00e4uren werden vom Ribosom zu einer wachsenden Kette zusammengef\u00fcgt. Die Reihenfolge der Aminos\u00e4uren entscheidet wiederum dar\u00fcber, wie sich die Kette nach ihrer Bildung faltet und welche Funktion somit das entstehende Protein \u00fcbernehmen kann (ein Protein ist letztlich nichts anderes als eine gefaltete Kette aus Aminos\u00e4uren).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Dieser ausget\u00fcftelte Translationsmechanismus ist ein beeindruckendes Beispiel daf\u00fcr, wie weit uns die Forschung nach dem \u201eWie\u201c gebracht hat. Aber wie hat sich die Situation entwickelt bei der Frage: Woher kommt dieser komplexe und ausgekl\u00fcgelte Apparat? Wie ist das entstanden? Dazu stellen sich heute gewaltige Fragen:<\/span><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Wie entstanden die gro\u00dfen und sehr komplexen Makromolek\u00fcle der Zelle (DNA, RNA, Proteine, Fette, Zucker)?<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Woher kommt die Information der DNA? Dazu muss man wissen: DNA ist ein Informationstr\u00e4ger mit einem unregelm\u00e4\u00dfigen, nach grammatischen Gesetzen angeordneten zielgerichtet funktionierenden Code! Nach allem, was wir heute wissen, kann ein derartiger Code nur von einem intelligenten Geist programmiert werden.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Wie entstanden solche komplexen zellul\u00e4ren molekularen Maschinen?<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Das allergr\u00f6\u00dfte R\u00e4tsel ist das Henne-Ei-Problem: Gab es zuerst die Information oder zuerst den \u00dcbersetzungsapparat? Das Problem ist: Das eine macht ohne das andere keinen Sinn. Man kann mit dem \u00dcbersetzungsapparat nichts anfangen, solange die Information nicht da ist. Und man kann mit der Information nichts anfangen, solange es den \u00dcbersetzungsapparat nicht gibt. Beides f\u00fcr sich genommen ist komplex und kann nach allem, was wir wissen, nicht durch blinde und absichtslose Prozesse von selbst entstehen. Erst recht kann nicht beides parallel entstehen. Oder doch?<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\"><span style=\"text-align: left; color: #3a3a3a; text-transform: none; text-indent: 0px; letter-spacing: normal; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; text-decoration: none; word-spacing: 0px; display: inline !important; white-space: normal; orphans: 2; float: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; background-color: #ffffff;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-17028\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Das-Miller-Urey-Experiment-803x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"340\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Das-Miller-Urey-Experiment-803x1024.jpg 803w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Das-Miller-Urey-Experiment-235x300.jpg 235w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Das-Miller-Urey-Experiment-768x980.jpg 768w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Das-Miller-Urey-Experiment.jpg 846w\" sizes=\"(max-width: 340px) 100vw, 340px\" \/>Bei dieser Frage wird h\u00e4ufig auf das Miller\/Urey-Experiment verwiesen, das im Jahr 1952 mit dem <\/span><span style=\"text-align: left; color: #3a3a3a; text-transform: none; text-indent: 0px; letter-spacing: normal; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; text-decoration: none; word-spacing: 0px; display: inline !important; white-space: normal; orphans: 2; float: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; background-color: #ffffff;\">Nobelpreis belohnt wurde. Bis heute findet man dieses Experiment in vielen Schulb\u00fcchern, wenn es um die Frage nach der Entstehung des Lebens geht. Die Anordnung in diesem Experiment soll eine Atmosph\u00e4re simulieren, wie sie auf einer angenommenen Urerde einst existiert haben k\u00f6nnte. Man nahm an, dass es Orte mit hei\u00dfen Quellen gab, wo Wasser verdampfte sowie Orte, an denen Gase wieder kondensieren und sich als Fl\u00fcssigkeit sammeln konnten. Zudem ging man vom Einwirken von Blitzen aus.\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">In diesem Versuchsaufbau entstand mit der Zeit ein schwarzes, \u00f6liges Gemisch. Als Sensation wurde damals die Tatsache gehandelt, dass dieses Gemisch auch einige Aminos\u00e4uren enthielt, also die Grundsubstanzen von Proteinen. Die Schlussfolgerung war: Auf einer angenommenen Urerde k\u00f6nnten von selbst ohne Einwirkung von \u00e4u\u00dferer Intelligenz Aminos\u00e4uren entstanden sein. Das weckte die Hoffnung, dass dies nur ein erster Schritt sein w\u00fcrde hin zur Kl\u00e4rung der Frage, wie Leben ohne \u00fcbernat\u00fcrliche Einwirkungen von au\u00dfen durch rein nat\u00fcrliche Mechanismen entstanden sein k\u00f6nnte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Dazu muss man sich aber klar machen: Der Unterschied zwischen einer Aminos\u00e4ure und einer lebens- und fortpflanzungsf\u00e4higen Zelle ist noch wesentlich gr\u00f6\u00dfer als der Unterschied zwischen einem Backstein und dem Petersdom. Bis zur Erkl\u00e4rung der Entstehung des Lebens war also immer noch ein gigantischer Weg zur\u00fcckzulegen. Die Frage ist: Wie ist es nach 1952 weiter gegangen?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Zu dieser Frage \u00e4u\u00dferte sich im Jahr 2019 Prof. James M. Tour, einer der weltweit f\u00fchrenden Forscher im Bereich der Biomolek\u00fclsynthese, wie folgt:<em> \u201eWas geschah in den zwei Dritteln eines Jahrhunderts seit Miller \/ Urey in anderen Wissenschaftsfeldern? Wir sind ins Weltall geflogen. Wir haben Satellitenkommunikation, Internet und Mikrochips. In den gleichen 66 Jahren sind wir immer noch genau da, wo Miller und Urey waren.\u201c<\/em> <a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Prof. Tour sagt also: Bei der Frage nach dem \u201eWie\u201c sind wir seit 1952 in vielen Feldern extrem weitergekommen! Aber bei der Frage nach dem \u201eWoher\u201c des Lebens herrscht absoluter Stillstand. Bis heute haben wir noch nicht einmal verstanden, wie das Leben wirklich funktioniert, geschweige denn, dass wir in der Lage w\u00e4ren, Leben in unseren Labors k\u00fcnstlich nachzubauen. Im Gegenteil deuten alle Experimente darauf hin: Komplexe, biologisch wirksame Makromolek\u00fcle und lange Molek\u00fclketten entstehen nicht von selbst. Viel eher zerfallen sie, als dass sie sich bilden. Und vollkommen unvorstellbar ist die selbst\u00e4ndige Bildung von komplexen molekularen Maschinen, wie wir sie reihenweise in unseren Zellen beobachten und ohne die auch das einfachste denkbare Leben nicht m\u00f6glich w\u00e4re.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia,palatino,serif; font-size: 12pt;\">Das Feld der Lebensentstehung ist nicht der einzige Bereich mit diesem Trend. \u00dcberall in der Ursprungsforschung ist zu beobachten: Beim \u201eWie\u201c nimmt das Wissen, beim \u201eWoher\u201c nehmen die Fragen zu:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Im Feld der <strong>Genetik<\/strong> hat der US-amerikanische Biochemiker Michael Behe 2019 ein Buch ver\u00f6ffentlicht<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>, in dem er darlegt, wie rasant sich die Erkenntnisse in der Molekularbiologie gerade in den letzten beiden Jahrzehnten weiterentwickelt haben. Aber in Bezug auf die Frage nach der Evolution zeigt sich aus seiner Sicht immer klarer, dass die klassischen darwinschen Evolutionsmechanismen, also Mutation und Selektion, bei der Frage nach der Entstehung komplexer biologischer Systeme nicht weiterhelfen. Ja, mehr noch: Er zeigt, dass die darwinschen Mechanismen die Entstehung neuer biologischer Systeme sogar aktiv behindern! Mit anderen Worten: Wir erleben einen rasanten Fortschritt bei der Entschl\u00fcsselung der biologischen Systeme. Aber wir erleben einen R\u00fcckschritt bei der Frage, wie diese Systeme mit nat\u00fcrlichen Mechanismen entstehen konnten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Das gleiche Bild scheint sich zunehmend in der <strong>Pal\u00e4ontologie<\/strong> herauszusch\u00e4len. Seit langem steht das Problem im Raum, dass die im Rahmen einer Evolutionstheorie erwarteten \u00dcbergangsformen weitgehend fehlen. Die Hoffnung war, dass bei zuk\u00fcnftigen Fossilfunden die \u00dcbergangsformen noch gefunden werden. Die Frage ist: Hat sich diese Hoffnung best\u00e4tigt? Der Pal\u00e4ontologe Dr. G\u00fcnter Bechly hat dazu j\u00fcngst berichtet<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a>, dass wir inzwischen eine Situation haben, in der wir wissen k\u00f6nnen, dass der Fossilbericht ein gutes, aussagekr\u00e4ftiges Bild der Vergangenheit liefert. Und wie sieht dieses Bild aus? Wir finden immer wieder explosionsartig eine F\u00fclle neuer biologischer Baupl\u00e4ne, die pl\u00f6tzlich auftauchen und dann \u00fcber lange Zeit vergleichsweise unver\u00e4ndert bleiben. Aber wir finden keine belastbaren Hinweise auf eine schrittweise H\u00f6herentwicklung \u00fcber die Grenzen von Familien hinaus. Sein Fazit ist: Der Fossilbericht widerspricht fundamental den Erwartungen und Vorhersagen, die die naturalistische Evolutionstheorie aufgestellt hat.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Ganz \u00e4hnlich sieht es auch im Feld der <strong>Mathematik, Chemie und Physik<\/strong> aus. Hierzu hat Dr. Markus Widenmayer zusammen mit Kollegen 2019 das Buch \u201eDas geplante Universum\u201c ver\u00f6ffentlicht<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a>. Darin wird aufgezeigt: Die mathematisch elegant beschreibbaren physikalischen und chemischen Eigenschaften des Universums sind exakt so eingestellt, dass Leben m\u00f6glich ist. Wir k\u00f6nnen mit gutem Grund von einer Feinabstimmung des Universums sprechen. Und die gro\u00dfe Frage ist: Woher kommt diese Feinabstimmung? Wer hat die Naturkonstanten so fein aufeinander abgestimmt? Die Erkl\u00e4rungsnot ist so gro\u00df, dass inzwischen mit fantastischen Annahmen operiert wird. Eine Idee ist zum Beispiel, dass es in Wahrheit nicht nur ein Universum gibt, sondern ein Multiversum, also unz\u00e4hlige Universen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Ausgerechnet bei unserem Universum sei der extrem unwahrscheinliche Zufall eingetreten, dass alles haargenau so passt, dass Leben existieren kann. Aber selbst bei diesem fantastischen Modell ergeben sich grunds\u00e4tzliche Fragen: Woher k\u00e4me dieser Universumsgenerator, der permanent neue Universen produziert und dabei die Bedingungen st\u00e4ndig variiert? Und man darf durchaus die Frage stellen: Sind solche fantastischen und nicht widerlegbaren Gedankengeb\u00e4ude denn tats\u00e4chlich wissenschaftlicher als die schlichte Annahme eines Sch\u00f6pfers?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Eines der gr\u00f6\u00dften R\u00e4tsel ist und bleibt der <strong>menschliche Geist<\/strong>. Wie konnte unpers\u00f6nliche, dumme, planlose Materie einen menschlichen Geist hervorbringen, der denkt, plant, f\u00fchlt, der seiner selbst bewusst ist und \u00fcber sich und \u00fcber Gott nachdenkt? Auch bei dieser grundlegenden Frage ist die Forschung nicht weitergekommen. Vor wenigen Jahren brachte der bekannte atheistische Philosoph Thomas Nagel das Buch \u201eGeist und Kosmos\u201c heraus<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a>. Darin macht er deutlich: Der Naturalismus ist unf\u00e4hig, Bewusstsein, Vernunft und Wertvorstellungen auf physikalische oder chemische Prozesse zu reduzieren. Er geht deshalb davon aus, dass <em>\u201edie materialistische neodarwinistische Konzeption der Natur so gut wie sicher falsch ist\u201c<\/em> (so der Untertitel seines Buches).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Aus diesem kleinen \u00dcberblick \u00fcber die verschiedenen Forschungsfelder ergibt sich ein deutliches Gesamtbild:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>\u00dcberall gibt es rasante Fortschritte bei der Frage \u201eWie funktioniert es?\u201c. Aber bei der Frage \u201eWoher kommt es?\u201c gibt es grundlegende, wachsende ungel\u00f6ste Probleme im naturalistischen Modell<\/strong>:<\/span><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Wie kam es zur Feinabstimmung des Universums und seiner Elemente?<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Wie entstanden das Leben und die komplexen molekularen Maschinen?<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Woher kommt die auf der DNA gespeicherte Information?<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Wie entstand die Vielfalt der komplexen biologischen Baupl\u00e4ne?<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Woher kommt der Geist und das Selbst-Bewusstsein?<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Diese und noch mehr derartige Fragen zeigen: Es geht bei der Frage nach dem \u201eWoher\u201c l\u00e4ngst nicht mehr nur um \u201eL\u00fccken\u201c, die noch offen sind. Nein, es geht um die grundlegenden Fragen zur Entstehung der heutigen Realit\u00e4t, und zwar in allen Bereichen. <strong>Der rasante Erkenntnisgewinn hat keine nat\u00fcrlichen Entstehungsmechanismen zutage gef\u00f6rdert, sondern im Gegenteil immer mehr Hinweise auf absichtsvolles Design, dessen Entstehung nicht nat\u00fcrlich erkl\u00e4rbar ist.<\/strong><\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Was sagt dieser Trend aus \u00fcber die vier weltanschaulichen Grundannahmen?<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Im starken sowie im schwachen Naturalismus wird erwartet, dass immer mehr nat\u00fcrliche Erkl\u00e4rungen gefunden werden \u2013 sowohl bei der Frage nach dem \u201eWie\u201c als auch bei der Frage nach dem \u201eWoher\u201c. Denn auch der schwache Naturalismus r\u00e4umt vielleicht die Option eines \u00fcbernat\u00fcrlichen Anfangs ein (z.B. vor dem Urknall), der aber definitiv lange vor der Entstehung des Lebens auf der Erde anzusetzen ist. Aber nach diesem Anfang rechnet er nicht mehr mit \u00fcbernat\u00fcrlichen Eingriffen von au\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Im Pantheismus wird erwartet, dass die nat\u00fcrlichen Erkl\u00e4rungen weder beim \u201eWie\u201c noch bei der Frage nach dem \u201eWoher\u201c auf dem Vormarsch sind, weil ja \u00fcberall mit g\u00f6ttlichen Kr\u00e4ften gerechnet wird, die die Reproduzierbarkeit durcheinanderbringen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Aber beim biblischen Supernaturalismus wird genau das erwartet, was wir heute immer deutlicher vorfinden: Bei der Erforschung des Geschaffenen tauchen immer mehr nat\u00fcrliche Erkl\u00e4rungen auf. Das wird im biblischen Supernaturalismus erwartet, weil es sich um Geschaffenes handelt, das nach nat\u00fcrlichen Gesetzen funktioniert. Aber bei der Frage nach dem \u201eWoher\u201c wird in diesem Denkmodell nicht die Entdeckung von immer mehr nat\u00fcrlichen Entstehungsmechanismen erwartet, sondern eine Zunahme von Hinweisen auf einen Designer. Denn gem\u00e4\u00df der Aussage der Bibel ist die Welt das Produkt eines weisen, intelligenten Designers, eines Sch\u00f6pfers.<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Genau das zeigen auch die wissenschaftlichen Trends:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Wer von den vorgefundenen Fakten auf einen Sch\u00f6pfer schlie\u00dft, tut das also nicht aufgrund von Dingen, die wir nicht wissen (also auf der Basis von L\u00fccken), sondern aufgrund von Dingen, die wir wissen: Zielorientiert angeordnete und zu komplexen Systemen absichtsvoll zusammengef\u00fcgte Teile sowie verschl\u00fcsselte codierte Informationen sind immer ein Resultat der T\u00e4tigkeit eines absichtsvoll handelnden Geistes. Das wissen wir nicht nur intuitiv aus unserem Alltag, das best\u00e4tigt sich auch st\u00e4ndig empirisch in der wissenschaftlichen Forschung und wird zudem durch den zweiten thermodynamischen Hauptsatz gest\u00fctzt.<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-17037\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Welches-Denkmodell-best\u00e4tigt-sich-in-der-wissenschaftlichen-Praxis-1024x574.jpg\" alt=\"\" width=\"519\" height=\"291\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Welches-Denkmodell-best\u00e4tigt-sich-in-der-wissenschaftlichen-Praxis-1024x574.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Welches-Denkmodell-best\u00e4tigt-sich-in-der-wissenschaftlichen-Praxis-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Welches-Denkmodell-best\u00e4tigt-sich-in-der-wissenschaftlichen-Praxis-768x430.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 519px) 100vw, 519px\" \/><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Noch nie wussten wir so viel \u00fcber die unglaubliche Komplexit\u00e4t und Feinabstimmung der Natur wie heute. Es wirkt deshalb inzwischen wie ein eigenartiges Paradoxon, dass wir trotz dieses Wissenszuwachses heute annehmen, dass eine Gie\u00dfkanne grunds\u00e4tzlich das Werk von Designern und Ingenieuren ist, ein Schmetterling aber das Ergebnis von plan- und ziellosen Ursache-Wirkungsketten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Vor dem Hintergrund der heutigen naturwissenschaftlichen Entwicklungen m\u00fcssten wir eigentlich mehr denn je konstatieren, dass Paulus absolut recht hatte mit seiner Aussage: <em>\u201eSeit Erschaffung der Welt haben die Menschen die Erde und den Himmel und alles gesehen, was Gott erschaffen hat, und k\u00f6nnen daran ihn, den unsichtbaren Gott, in seiner ewigen Macht und seinem g\u00f6ttlichen Wesen klar erkennen.\u201c<\/em> (R\u00f6mer 1,20a). Daher d\u00fcrfen sich auch moderne, aufgekl\u00e4rte Menschen selbstbewusst zum biblischen Supernaturalismus bekennen, denn dieser ist weder wissenschafts- noch technikfeindlich, sondern er wird im Gegenteil von aktuellen naturwissenschaftlichen Trends klar gest\u00fctzt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-17035\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Vater-Sohn-Gie\u00dfkanne-1024x579.jpg\" alt=\"\" width=\"523\" height=\"296\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Vater-Sohn-Gie\u00dfkanne-1024x579.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Vater-Sohn-Gie\u00dfkanne-300x170.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Vater-Sohn-Gie\u00dfkanne-768x434.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 523px) 100vw, 523px\" \/><\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Der biblische Supernaturalismus: Nach wie vor \u201everboten\u201c in der <\/strong><strong>akademischen Welt<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Trotz dieser Situation ist es bis heute so, dass der biblische Supernaturalismus bleibt in weiten Teilen der akademischen Welt \u201everboten\u201c, weil er dem vorherrschenden rationalistisch gepr\u00e4gten Wissenschaftsbegriff widerspricht. Praktisch erleben musste das zum Beispiel der bereits erw\u00e4hnte Pal\u00e4ontologe Dr. G\u00fcnter Bechly. Bechly war noch bis vor wenigen Jahren beim Naturkundemuseum in Stuttgart besch\u00e4ftigt. Im Jahr 2009 war er Kurator der weltweit beachteten Evolutionsausstellung in Stuttgart anl\u00e4sslich des 150. \u201eGeburtstags\u201c von Darwins Buch \u201e\u00dcber den Ursprung der Arten\u201c. Er war damals noch Atheist und nahm sich vor, den Glauben an die Entstehung der Natur durch einen intelligenten Designer in der Ausstellung m\u00f6glichst l\u00e4cherlich zu machen. Er bestellte deshalb einige B\u00fccher, die die These eines intelligenten Designers vertreten, und legte sie auf die eine Seite einer Waage. Auf die andere Seite der Waage legte er Darwins Buch \u201e\u00dcber den Ursprung der Arten\u201c. Nat\u00fcrlich neigte sich in seiner Installation die Waage auf der Seite von Darwins Buch. Damit wollte Bechly zeigen: Alle diese B\u00fccher \u00fcber den intelligenten Designer sind Leichtgewichte. Als belastbares Schwergewicht hat sich allein Darwins Buch erwiesen, das uns bis heute den richtigen Weg weist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-17026\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Biblischer-Supernaturalismus-Trotzsdem-verboten1-1024x547.jpg\" alt=\"\" width=\"522\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Biblischer-Supernaturalismus-Trotzsdem-verboten1-1024x547.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Biblischer-Supernaturalismus-Trotzsdem-verboten1-300x160.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Biblischer-Supernaturalismus-Trotzsdem-verboten1-768x410.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 522px) 100vw, 522px\" \/><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Aber Bechly machte einen \u201eFehler\u201c: Er nahm die B\u00fccher \u00fcber das intelligente Design in die Hand und begann, darin zu lesen. Die Inhalte \u00fcberraschten ihn v\u00f6llig. Denn er fand darin nicht den erwarteten religi\u00f6s-funda\u00admenta\u00adlistischen \u201eD\u00fcnnpfiff\u201c, sondern vielmehr starke Argumente, auf die er keine Antwort wusste und auf die er auch von Kollegen keine Antwort bekam. Aber Bechly blieb hartn\u00e4ckig. Er begann, seine Fragen auf einer eigenen Homepage zu ver\u00f6ffentlichen. Das blieb nicht ohne Konsequenzen. Man strich ihm zuerst die Forschungsmittel. Schlie\u00dflich hat sich das Museum von ihm getrennt.<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Es ist also bis heute so: In Bezug auf den Supernaturalismus gibt es ein Denkverbot in unserer akademischen wissenschaftlichen Welt. Wer dieses Denkverbot \u00fcbertritt, wird nicht selten ausgeschlossen. Entsprechend \u00e4u\u00dfert auch z. B. der Theologe Patrick Becker<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftn20\" name=\"_ftnref20\"><em><strong>[20]<\/strong><\/em><\/a>: <em>\u201eWeil das duale Denken<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftn21\" name=\"_ftnref21\"><strong>[21]<\/strong><\/a> inzwischen nicht mehr viele Freundinnen und Freunde findet, darum hat auch diese Intelligent-Design-Richtung zumindest in Europa eher einen Au\u00dfenseitercharakter.\u201c <\/em>Drastischer noch formuliert der Theologe Prof. Siegfried Zimmer: <em>\u201eMan kann intelligent-design-m\u00e4\u00dfig Gottes Schaffen nicht analysieren. \u2026 Aus der Analyse der Welt kann man erkennen: Das hat ein Sch\u00f6pfer gemacht. \u2026 So einfach ist es nicht. \u2026 Die lieben Christlein legen es sich so h\u00fcbsch naiv zurecht.\u201c<\/em> <a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Wer also aus der Komplexit\u00e4t der Welt auf einen intelligenten Designer schlie\u00dft, muss sich hier als \u201enaives Christlein\u201c bezeichnen lassen. Diese Grundskepsis und sogar Verachtung gegen\u00fcber der Annahme einer \u00fcbernat\u00fcrlich wirkenden Kraft innerhalb von Raum und Zeit gilt erstaunlicherweise sogar in der Theologie. So schreibt Prof. Tapio Puolimatka: <em>\u201eWenn Theologen zum Ausgangspunkt ihrer Forschung nehmen w\u00fcrden, dass Gott gesprochen habe und dass man Gottes Sprechen erkennen und verstehen k\u00f6nne, dann w\u00fcrden sie in einen Konflikt mit der breiten wissenschaftlichen \u00d6ffentlichkeit geraten.\u201c<\/em> <a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a><\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Naturalismus und biblischer Supernaturalismus: Gemeinsamkeiten und ein wichtiger Unterschied<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Ein Vergleich zwischen dem Naturalismus und dem biblischen Supernaturalismus zeigt somit wichtige \u00dcbereinstimmungen: Beide Denkmodelle gehen davon aus, dass Naturph\u00e4nomene in aller Regel eine nat\u00fcrliche Ursache haben. Deshalb sind f\u00fcr beide Denkmodelle die Instrumente der Beobachtung und der experimentellen Wiederholbarkeit sinnvolle wissenschaftliche Methoden zur Erforschung der Welt. Das hei\u00dft auch: Bei der Frage nach dem \u201eWie\u201c betreiben bibelgl\u00e4ubige Christen und Naturalisten die gleiche Art von erfolgreicher Wissenschaft.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Worin sich diese Denkmodelle aber nicht einig sind, ist die Frage: K\u00f6nnen g\u00f6ttliche Eingriffe in Raum und Zeit m\u00f6glicherweise die beste Erkl\u00e4rung bei Fragen nach dem \u201eWoher\u201c sein? Und sind punktuelle, singul\u00e4re g\u00f6ttliche Eingriffe ins Weltgeschehen denkbar, z. B. bei der Auferstehung Jesu, bei biblischer Prophetie oder bei sonstigen Wundern?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Die Frage, welches Denkmodell der Wahrheit entspricht, kann die Wissenschaft nicht abschlie\u00dfend beantworten. Hier muss es deshalb Denkfreiheit geben f\u00fcr konkurrierende Modelle. Hier braucht es offenen Wettbewerb und respektvollen Dialog. In diesem Wettbewerb brauchen sich Christen, die der Bibel vertrauen, in keiner Weise zu sch\u00e4men. Denn die biblischen Grundannahmen sowie das biblische Welt- und Menschenbild haben sich nach allem, was wir heute wissen, in beeindruckender Weise best\u00e4tigt.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Warum dieses Thema so wichtig ist: Die Wahrheit wird euch frei machen<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Auf einem zentralen Geb\u00e4ude der Universit\u00e4t Freiburg haben die Erbauer auf der Fassade einen Bibelvers eingepr\u00e4gt, der eine Aussage Jesu wiedergibt: <em>\u201eDie Wahrheit wird euch frei machen.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-17030\" src=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Die-Wahrheit-wird-euch-frei-machen-1024x563.jpg\" alt=\"\" width=\"506\" height=\"278\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Die-Wahrheit-wird-euch-frei-machen-1024x563.jpg 1024w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Die-Wahrheit-wird-euch-frei-machen-300x165.jpg 300w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Die-Wahrheit-wird-euch-frei-machen-768x422.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 506px) 100vw, 506px\" \/>Diese Inschrift zeigt drei Dinge:<\/strong><\/span><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Die Suche nach der Wahrheit war schon immer ein Antrieb der Wissenschaft.<\/strong> Heute gibt es aber die Gefahr, das Konzept der Wahrheit zu verlieren. In der Postmoderne wurde vielfach ein alternatives Denkmodell kultiviert: Es g\u00e4be \u00fcberhaupt keine objektive Wahrheit sondern nur subjektive Wahrheiten. Das Problem daran ist: Wenn die Wahrheit stirbt, stirbt auch die Wissenschaft.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Ganz offensichtlich haben die damaligen Leiter der Universit\u00e4t noch gewusst: Die Wissenschaft kann zwar die Sch\u00f6pfung erforschen. Sie kann die Gedanken Gottes in der Sch\u00f6pfung nach-denken. Aber f\u00fcr die letzten Fragen sind wir Menschen auf andere Wahrheitsquellen angewiesen. <strong>Auf die letzten Fragen finden wir nur Antworten, wenn dieser Jesus, der gesagt hat \u201eIch bin die Wahrheit\u201c, sie uns offenbart.<\/strong><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Die damaligen Leiter haben offenbar geahnt, dass es Konsequenzen hat, wenn Gesellschaften wahren oder falschen Denkans\u00e4tzen folgen.<strong> Die Entscheidung f\u00fcr die richtigen Denkvoraussetzungen ist nicht eine Frage des Geschmacks sondern von Freiheit oder Knechtschaft.<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Die Auseinandersetzung um die au\u00dferwissenschaftlichen Vorannahmen ist deshalb viel mehr als Denkakrobatik. In dieser Auseinandersetzung geht es um ungeheuer viel. Es ist deshalb von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung, dass Christen verstehen, dass es in jeder Hinsicht vern\u00fcnftig und gut begr\u00fcndet ist, der Bibel zu vertrauen, dass sie uns eine solide Grundlage gibt f\u00fcr unser Denken, f\u00fcr unser Forschen, f\u00fcr unsere Ethik und f\u00fcr unser gesellschaftliches Zusammenleben. Es lohnt sich, daf\u00fcr gemeinsam offen einzustehen.<\/span><\/p>\n<p><em>Quelle: Dr. Markus Till, Aufatmen in Gottes Gegenwart (<a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930\">http:\/\/blog.aigg.de<\/a>)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Der Supernaturalismus wird oft auch als \u201eSupranaturalismus\u201c bezeichnet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Zusammengefasst in Wikipedia unter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/AstralgottheitE\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Astralgottheit<\/a> und\u00a0 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Donner#Mythologie\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Donner#Mythologie<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Rudolf Bultmann: Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verk\u00fcndigung, in: Hans W. Bartsch (Hg.): Kerygma und Mythos, Bd. 1 (Theologische Forschung, Bd. 1), Hamburg 41960, S. 15\u201348, hier: S. 18.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Brief vom 29. Mai 1944, Widerstand und Ergebung: Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, zit. n.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Berta Moritz: Sch\u00f6pfung und Evolution, reloaded, 3.3.2016, http:\/\/www.kath.net\/news\/54251<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> 1. Mose 1,14: \u201eUnd Gott sprach: Am Himmel sollen Lichter entstehen, um den Tag von der Nacht zu unterscheiden.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Z. B. 2. Mose 20,4: \u201eDu sollst dir kein G\u00f6tterbild machen.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Hans-J\u00f6rg und Wolfgang Hemminger: Jenseits der Weltbilder. Naturwissenschaft, Evolution, Sch\u00f6pfung. Quell-Verlag Stuttgart 1991, S. 145f.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Ernst Frankenberger: Gottbekenntnisse gro\u00dfer Naturforscher, Johannes-Verlag Einsiedeln 1994; S. 8<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Peter Gerdsen: Das Christentum in seiner Bedeutung f\u00fcr die moderne Wissenschaft, Professorenforum-Journal 2004, Vol. 5, No. 3, S. 46<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Clive S. Lewis, C.S. (1960) Miracles. Collins, Fontana; zitiert von Uwe Zerbst: Die Bibel vor der Wahrheitsfrage, online unter <a href=\"http:\/\/www.academia.edu\/31864040\/Die_Bibel_vor_der_Wahrheitsfrage\">www.academia.edu\/31864040\/Die_Bibel_vor_der_Wahrheitsfrage<\/a>, S. 142<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Carl F.v. Weizs\u00e4cker: Die Tragweite der Wissenschaft, Band. I: Sch\u00f6pfung und Weltentstehung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Die Geschichte zweier Begriffe, 4. Aufl., Hirtzel-Verlag Stuttgart 1973, S. 179-180<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> James M. Tour: The Origin of Life Has Not Been Explained, online unter <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=r4sP1E1Jd_Y&amp;t=683s\">www.youtube.com\/watch?v=r4sP1E1Jd_Y&amp;t=683s<\/a>, ab 10:50<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Michael J. Behe: Darwin Devolves, HarperOne New York, 2019<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> G\u00fcnter Bechly: Wissenschaft ohne Scheuklappen \u2013 Einw\u00e4nde gegen Darwins Evolutionstheorie, Vortrag vom 7.5.2018 beim Evangelischen Arbeitskreis der CDU Stuttgart, online unter <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PLwBfDPNE4CobU4KVWs2hPdFtHYIIhBUg9\">https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PLwBfDPNE4CobU4KVWs2hPdFtHYIIhBUg9<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Markus Widenmayer (Hrsg.): Das geplante Universum, SCM H\u00e4nssler Holzgerlingen 2019<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Thomas Nagel: Geist und Kosmos: Warum die materialistische neodarwinistische Konzeption der Natur so gut wie sicher falsch ist, Suhrkamp Berlin 2016<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> \u201eAm Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.\u201c (1. Mose 1,1)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Der zweite thermodynamische Hauptsatz besagt unter anderem, dass in einem geschlossenen System die Entropie (die man umgangssprachlich als ein Ma\u00df der Unordnung beschreiben kann) nicht abnimmt, sondern in der Regel zunimmt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Das berichtet G\u00fcnter Bechly im Video \u201eZweifel an Darwin\u201c, online unter <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LWVIzw0mTOw&amp;t=5s\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LWVIzw0mTOw&amp;t=5s<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Patrick Becker: Wo bleibt der Sinn? Zu den Einseitigkeiten naturwissenschaftlicher Weltdeutung, Vortrag vom 20.5.2018 in Weimar, online in der Worthaus-Mediathek unter: <a href=\"https:\/\/worthaus.org\/worthausmedien\/wo-bleibt-der-sinn-zu-den-einseitigkeiten-naturwissenschaftlicher-weltdeutung-8-3-1\/\">https:\/\/worthaus.org\/worthausmedien\/wo-bleibt-der-sinn-zu-den-einseitigkeiten-naturwissenschaftlicher-weltdeutung-8-3-1\/<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> \u201eDual\u201c im Sinne einer Wechselwirkung zwischen dem Nat\u00fcrlichen und dem \u00dcbernat\u00fcrlichen<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Siegfried Zimmer: Die erste Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung (1. Mose 1,1-2,4a) \u2013 Teil 2, Vortrag vom 21.5.2018 in Weimar, online in der Worthaus-Mediathek unter: <a href=\"https:\/\/worthaus.org\/worthausmedien\/die-erste-schoepfungserzaehlung-1-mose-11-24a-teil-2-8-4-2\/\">https:\/\/worthaus.org\/worthausmedien\/die-erste-schoepfungserzaehlung-1-mose-11-24a-teil-2-8-4-2\/<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/blog.aigg.de\/?p=4930#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Tapio Puolimatka: Glaube, Wissenschaft und die Bibel, Ruhland Verlag Bad Soden 2018, S. 28<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWas war der gr\u00f6\u00dfte Fehler Ihres Lebens?\u201c, fragte der Journalist. Der alte Kunstkritiker lachte. \u201eAls ich einmal unser Kind im Kindergarten abholte, baten mich die Betreuerinnen, einen Blick auf die gesammelten Kunstwerke des Kindergartens zu werfen. 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