{"id":16960,"date":"2020-02-03T11:04:34","date_gmt":"2020-02-03T10:04:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16960"},"modified":"2020-02-04T13:34:21","modified_gmt":"2020-02-04T12:34:21","slug":"die-partei-steht-ueber-der-religion-12-jahre-haft-fuer-ausuebung-ihres-glaubens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16960","title":{"rendered":"Die Partei steht \u00fcber der Religion. 12 Jahre Haft f\u00fcr Aus\u00fcbung ihres Glaubens."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Peking \/ Frankfurt am Main, 03. Februar 2020 \u2013 <strong>Die Kommunistische Partei Chinas duldet keine andere Autorit\u00e4t neben sich und schon gar nicht Gott.<\/strong> Christen und Angeh\u00f6rige anderer Glaubensgemeinschaften werden drangsaliert, verfolgt und willk\u00fcrlich verhaftet. So erging es auch Ouyang Qiuping, die das erste Mal mit 24 Jahren wegen ihres Glaubens inhaftiert wurde. Im September 2019 wurde sie zu einer erneuten Haftstrafe von 12 Jahren verurteilt und verb\u00fc\u00dft diese bis heute an einem unbekannten Ort, wie die Internationale Gesellschaft f\u00fcr Menschenrechte (IGFM) berichtet. \u201eReligionsfreiheit existiert in der Volksrepublik China nicht. Die Partei steht \u00fcber der Religion. Uns erreichen immer wieder Berichte von verzweifelten Christen, die um ihre Sicherheit f\u00fcrchten\u201c, erkl\u00e4rt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das erste Mal wurde Ouyang Qiuping kurz vor Weihnachten, am 20. Dezember 2012, zusammen mit anderen Christen beim Gottesdienst von der Polizei von Bole City in Xinjiang festgenommen, weil sie Anh\u00e4ngerin der Kirche des Allm\u00e4chtigen Gottes ist. Die Polizeibeamten misshandelten sie auf Anweisung der Regierung \u2013 ihr wurde eiskaltes Wasser \u00fcber den Kopf gesch\u00fcttet, sie wurde gefesselt, angekettet und drohte beinahe zu ersticken. Die Polizisten wollten dadurch den Aufbewahrungsort des Kirchengeldes erfahren. Ein Jahr sp\u00e4ter, am 28. Oktober 2013, erhielt die damals 24-J\u00e4hrige wegen ihres Glaubens an Gott eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten, die sie im Frauengef\u00e4ngnis von Xinjiang absitzen musste<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Kommunistische Partei ist das Gesetz.<\/strong> Im Gef\u00e4ngnis ging das Leiden von Ouyang Qiuping weiter: Zwei Wochen lang wurde sie einer Zwangsindoktrination durch die Beh\u00f6rden der Kommunistischen Partei unterzogen. In vier Erkl\u00e4rungen sollte sie ihren Glauben widerrufen \u2013 in einer Erkl\u00e4rungen der Reue, der Lossagung, der Blasphemie und der Selbstkritik. Als sie sich weigerte, bedrohte sie der Direktor der Abteilung f\u00fcr Indoktrination und Umerziehung mit einer Verl\u00e4ngerung der Haftstrafe. Er sagte ihr, dass die Kommunistische Partei ihren Glauben nicht toleriere und sie ihn daher nicht praktizieren k\u00f6nne. Au\u00dferdem k\u00f6nnen Anh\u00e4nger der Kirche des Allm\u00e4chtigen Gottes gem\u00e4\u00df einem neuen Gesetz zu einer lebenslangen Haftstrafe und zur Todesstrafe auf Bew\u00e4hrung verurteilt werden, so der Direktor weiter. Als Strafe musste sie im Anschluss die Gef\u00e4ngnisregeln t\u00e4glich von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr in der Nacht abschreiben. \u201eDieser tragische Fall verdeutlicht wieder einmal, dass in der Volksrepublik China die Kommunistische Partei das Gesetz ist und dieses willk\u00fcrlich ausgelegt wird. Neben Christen werden auch Anh\u00e4nger anderer Glaubensrichtungen oder dem Regime nicht genehmer Gruppen, wie zum Beispiel Mitglieder der Falun Gong Bewegung, verfolgt\u201c, berichtet Lessenthin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Als R\u00fcckfallt\u00e4terin erneut verurteilt<\/strong>. Nachdem Ouyang Qiuping am 19. Juni 2016 aus dem Gef\u00e4ngnis entlassen wurde, floh sie von zu Hause, um einer weiteren Verhaftung zu entgehen. Im Dezember 2017 befragten Polizeibeamte ihre Familie und brachten ihren Vater zum Verh\u00f6r aufs Revier, um ihren Aufenthaltsort zu erfahren. Wegen ihres Glaubens wurde sie im November 2018 erneut von Beamten des B\u00fcros f\u00fcr \u00f6ffentiche Sicherheit in Yining in Xinjiang festgenommen. Am 18. Juli 2019 klagte die Volksanwaltschaft von Kuitun sie an, eine \u201exie jiao\u201c-Organisation zu organisieren \u2013 damit bezeichnet die Regierung jegliche religi\u00f6se Bewegungen, die in der Volksrepublik verboten sind. Angeblich soll Qiuping behauptet haben, als eine wichtige KAG-F\u00fchrerin f\u00fcr die Arbeit der Ortsgemeinden in Yining zust\u00e4ndig gewesen zu sein. Am 4. September 2019 wurde sie wegen ihres Glaubens an Gott erneut verurteilt \u2013 gem\u00e4\u00df Artikel 300 des chinesischen Strafgesetzes zu 12 Jahren Haft und einer Geldstrafe von umgerechnet etwa 6.450 Euro. Die h\u00f6here Strafe des Volksgerichtes von Kuitun in Xinjiang resultiert daraus, dass sie als \u201eR\u00fcckfallt\u00e4terin\u201c innerhalb von f\u00fcnf Jahren erneut gegen das Gesetz versto\u00dfen habe. Die IGFM wei\u00df aus sicherer Quelle, dass sich Ouyang Qiuping bis heute im Gef\u00e4ngnis befindet. Ihr Aufenthaltsort ist allerdings unbekannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peking \/ Frankfurt am Main, 03. Februar 2020 \u2013 Die Kommunistische Partei Chinas duldet keine andere Autorit\u00e4t neben sich und schon gar nicht Gott. 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