{"id":1695,"date":"2007-10-13T15:00:21","date_gmt":"2007-10-13T13:00:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1695"},"modified":"2009-09-14T10:17:17","modified_gmt":"2009-09-14T08:17:17","slug":"ein-offener-brief-und-aufruf-von-muslimischen-religiosen-fuhrern-teil-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1695","title":{"rendered":"&#8222;Ein gemeinsames Wort zwischen uns und euch&#8220; (Teil I)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><strong>\u201eEin Gemeinsames Wort zwischen Uns und Euch\u201c<\/strong><br \/>\nEin offener Brief und Aufruf von muslimischen religi\u00f6sen F\u00fchrern &#8211; Teil <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Anla\u00df von Eid al-Fitr al-Mubarak 1428 A.H. \/ Oktober 13. 2007 n. Chr. und zum Ersten Jahrestag des Offenen Briefes von 38 muslimischen Gelehrten an S.H. Papst Benedikt XVI<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An: Seine Heiligkeit Papst Benedict XVI, Seine All-Heiligkeit Bartholom\u00e4us I, Patriarch von Konstantinopel, Neu Rom, Seine Seligkeit Theodoros II, Pope und Patriarch von Alexandria und ganz Afrika, Seine Seligkeit Ignatius IV, Patriarch von Antiochien und dem gesamten Osten, Seine Seligkeit Theophilos III, Patriarch der Heiligen Stadt Jerusalem, Seine Seligkeit Alexy II, Patriarch von Moskau und ganz Russland, Seine Seligkeit Pavle, Patriarch von Belgrad und Serbien, Seine Seligkeit Daniel, Patriarch von Rum\u00e4nien, Seine Seligkeit Maxim, Patriarch von Bulgarien, Seine Seligkeit Ilia II, Erzbischof von Mtskheta-Tbilisi, Katholischer-Patriarch von ganz Georgien, Seine Seligkeit Chrisostomos, Erzbischof von Cypern, Seine Seligkeit Christodoulos, Erzbischof von Athen und ganz Griechenland, Seine Seligkeit Sawa, Metropolitan von Warschau und ganz Polen, Seine Seligkeit Anastasios, Erzbischof von Tirana, Duerres und ganz Albanien, Seine Seligkeit Christvonoros, Metropolit der Tschechischen und Slowakischen Republiken, Seine Heiligkeit Pope Shenouda III, Papst von Alexandrien und Patriarch von ganz Afrika des Apostolischen Stuhles des Heiligen Markus, Seine Seligkeit Karekin II, Oberster Patriarch und Katholikos von ganz Armenien, Seine Seligkeit Ignatius Zakka I, Patriarch von Antiochien und des ganzen Ostens, Oberhaupt der Universellen Syrischen Orthodoxen Kirche, Seine Heiligkeit Mar Thoma Didymos I, Katholicos des Ostens auf dem Apostolischen Stuhl des Heiligen Thomas und Metropolit von Malankara, Seine Heiligkeit Abune Paulos, F\u00fcnfter Patriarch und Katholicos von \u00c4thiopien, Tekle Haymanot, Erzbischof von Axium, Seine Seligkeit Mar Dinkha IV, Patriarch der Heiligen Apostolischen Katholischen Assyrischen Kirche des Ostens, Seine Gnaden Rowan Williams, Erzbischof von Canterbury, Hochw\u00fcrden Mark S. Hanson, Vorsitzender Bischof der Lutherischen Evangelischen Weltbundes, Leitender Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika Hochw\u00fcrden George H. Freeman, General Sekret\u00e4r, Methodistischer Weltrat, Hochw\u00fcrden David Coffey, Pr\u00e4sident des Baptistischen Weltbundes, Hochw\u00fcrden Setri Nyomi, General Sekret\u00e4r des Weltrates der Reformierten Kirchen, Hochw\u00fcrden Dr. Samuel Kobia, General Sekret\u00e4r, Kirchen Weltbundes, und F\u00fchrer Christlicher Kirchen, \u00fcberall.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Barmherzigen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein Gemeinsames Wort zwischen Uns und Euch<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Zusammengefa\u00dfte Kurzform)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>http:\/\/www.acommonword.com\/index.php?lang=en&amp;page=option1 http:\/\/www.acommonword.com\/lib\/downloads\/CW-Total-Final-v-12g-Eng-9-10-07.pdf<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcbersetzung: M.M.Hanel (1)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Muslime und Christen machen gemeinsam mehr als die H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung aus. Ohne Frieden und Gerechtigkeit zwischen diesen beiden religi\u00f6sen Gemeinschaften kann es keinen Frieden von Bedeutung auf der Welt geben. Die Zukunft dieser Welt h\u00e4ngt vom Frieden zwischen Muslimen und Christen ab. Die Grundlage f\u00fcr diesen Frieden und dieses Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander gibt es bereits. Sie ist Bestandteil der absolut grundlegenden Prinzipien beider Glaubensrichtungen: Liebe zu dem Einen Gott, und die Liebe gegen\u00fcber dem Nachbarn (dem N\u00e4chsten; M.M.H.) Diese beiden Prinzipien finden sich immer wieder und wieder in den geheiligten Schriften des Islams und Christentums. Die Einheit Gottes ist wesentlich um Ihn zu lieben, und das Erfordernis den Nachbarn zu lieben ist somit das Gemeinsame zwischen Islam und Christentum. Nur einige Beispiele: Zu Gottes Einheit sagt Gott im Heiligen Qur\u2019an: Sprich: &#8222;Er, Gott, ist ein Einziger, Gott, der [Absolute,] Ewige Unabh\u00e4ngige, [von Dem alles abh\u00e4ngt]. (Al- Ikhlas, 112:1-2). Zum Erfordernis Gott zu lieben, sagt Gott im Heiligen Qur\u2019an: Und gedenke des Namens deines Herrn und wende dich Ihm von ganzem Herzen zu. (Al-Muzzammil, 73:8). Vom Erfordernis den Nachbarn zu lieben sagte der Prophet Muhammad: \u201cKeiner von euch hat den Glauben erlangt, solange er f\u00fcr seinen Nachbarn nicht w\u00fcnscht, was er f\u00fcr sich selbst w\u00fcnscht.\u201c Im Neuen Testament sprach Jesus Christus: &#8222;H\u00f6re, O Israel, der Herr, euer Gott ist Ein Gott und ihr sollt den Herrn, euren Gott lieben aus ganzem Herzen, mit all eurer Seele, mit eurem Verstand und mit all eurer Kraft. Dies ist das erste Gebot. Und das zweite gleich ihm ist dies: \u201cIhr sollt euren Nachbarn gleich euch selbst lieben.&#8220; Und es ist kein anderes Gebot gr\u00f6\u00dfer als diese. (Markus 12:29, 30-31)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Heiligen Qur\u2019an, gebietet der \u00fcber alles erhabene Gott den Muslimen, folgenden Aufruf an die Christen (und die Juden \u2013 den V\u00f6lkern der Schrift) zu richten: Sprich: &#8222;O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, da\u00df wir n\u00e4mlich Gott allein dienen und nichts neben Ihn stellen und da\u00df nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen au\u00dfer Gott.&#8220; Und wenn sie sich abwenden, so sprecht: &#8222;Bezeugt, da\u00df wir (Ihm) ergeben sind.&#8220; (Aal \u2018Imran 3:64) Die Worte: \u201eda\u00df wir nichts (keine Partner) neben Ihn stellen\u201c, beziehen sich auf die Einheit Gottes, und die Worte, \u201eda\u00df wir n\u00e4mlich Gott allein (in Anbetung) dienen\u201c beziehen sich auf die vollkommen alleinige Hingabe an Gott. Damit bezieht sich all dies auf das Erste und H\u00f6chste Gebot. Gem\u00e4\u00df einem der \u00e4ltesten und ma\u00dfgeblichen Kommentaren des Heiligen Qur\u2019ans, bedeuten die Worte: \u201eda\u00df nicht die einen von uns die anderen zu Herren neben Gott nehmen\u201c, da\u00df \u201ekeiner dem anderen gehorchen solle, in Ungehorsam gegen das, was Gott geboten hat\u201c. Dies steht in Bezug zum Zweiten Gebot, da Gerechtigkeit und Religionsfreiheit ein unverzichtbarer Bestandteil in der Liebe zum Nachbarn sind. Im Gehorsam gegen\u00fcber dem Qur\u2019an laden wir als Muslime die Christen ein, mit uns auf der Grundlage dessen zusammen zu kommen, was uns gemeinsam ist, dem Wesentlichen unseres Glaubens und dessen Praxis: den Zwei Geboten der Liebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Barmherzigen. Und m\u00f6ge Frieden und Segen mit dem Propheten Muhammad sein. Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Barmherzigen Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und sch\u00f6ner Ermahnung auf, und streite mit ihnen auf die beste Art. Siehe, wahrlich, dein Herr wei\u00df am besten, wer von Seinem Wege abgeirrt ist; und Er kennt jene am besten, die rechtgeleitet sind. (Heiliger Qur\u2019an, Al-Nahl, 16:125)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>(I) GOTTESLIEBE IM ISLAM<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Glaubensbekenntnisse<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Zentrale im Glauben des Islams besteht aus den beiden Glaubensbekenntnissen oder Shahadahs, (2). die bekr\u00e4ftigen: Es gibt keinen Gott au\u00dfer Gott, Muhammad ist der Gesandte Gottes. Diese beiden Bekenntnisse sind das sine qua non im Islam. Wer dies bezeugt ist ein Muslim oder Muslimin; wer diese leugnet ist kein Muslim oder Muslimin. Dar\u00fcber hinaus hat Prophet Muhammad gesagt: \u201eDas beste Gedenken (Gottes) ist: \u201eEs gibt keinen Gott au\u00dfer Gott\u201c\u2026(3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Beste aller Propheten Worte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Erkl\u00e4rung des besten Gedenkens, sagte Prophet Muhammad auch: Das Beste das ich gesagt habe \u2013 ich selbst und alle Propheten die vor mir waren \u2013 ist: \u201eEs gibt keinen Gott au\u00dfer Gott, Er Alleine, Er hat keine Teilhaber, Sein ist die Herrschaft, Sein ist aller Lobpreis und Er hat die Macht \u00fcber alle Dinge\u201c(4). Alles was dem Ersten Glaubensbekenntnis folgt, ist aus dem Qur\u2019an; jedes beschreibt eine Art der Gottesliebe und Seiner Verehrung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Worte: Ihn Alleine, erinnert die Muslime daran, da\u00df ihre Herzen (5). Gott alleine geweiht sein sollen, da Gott im Heiligen Qur\u2019an spricht: Gott hat keinem Menschen zwei Herzen in seinen K\u00f6rper gelegt (Al-Ahzab, 33:4). Gott ist absolut und daher mu\u00df die Ihm gewidmete Verehrung vollkommen aufrichtig sein. Die Worte: Er hat keine Teilhaber, erinnert die Muslime daran, da\u00df sie Gott auf einzigartige Weise zu lieben haben, ohne Rivalit\u00e4t in ihren Herzen, denn Gott sagt im Qur\u2019an: Und es gibt unter den Menschen einige, die sich au\u00dfer Gott Seinesgleichen (zum Anbeten) nehmen und lieben, wie man (nur) Gott lieben soll. Die aber, die glauben, lieben Gott noch mehr \u2026(Al-Baqarah, 2:165). Wahrlich, Ihre Haut und ihr Herz erweichen beim Gedenken Gottes \u2026 (Al-Zumar, 39:23). Die Worte: Sein ist die Herrschaft, erinnert die Muslime, da\u00df ihre Gedanken und ihr Verstehen vollst\u00e4ndig auf Gott hingerichtet sein sollen, denn Herrschaft ist genau das \u2013 und alles in der Sch\u00f6pfung oder in deren Existenz, was der Verstand zu verstehen vermag. Und da\u00df alles in Gottes Hand ist, da Gott im Heiligen Qur\u2019an spricht: Segensreich ist Der, in Dessen Hand die Herrschaft ruht; und Er hat Macht \u00fcber alle Dinge (Al-Mulk, 67:1). Die Worte: Sein ist aller Lobpreis erinnert die Muslime, da\u00df sie dankbar Gott gegen\u00fcber zu sein haben und Ihm in all ihren Auffassungen und Gef\u00fchlen vertrauen m\u00fcssen. Gott spricht im Heiligen Qur\u2019an: Und wenn du sie fragst: &#8222;Wer hat die Himmel und die Erde geschaffen und euch die Sonne und den Mond dienstbar gemacht?&#8220; &#8211; dann werden sie gewiss sagen: &#8222;Gott.&#8220; Wieso lassen sie sich dann (von Gott) abwenden? Gott erweitert und beschr\u00e4nkt die Mittel zum Unterhalt dem von Seinen Dienern, den Er will. Wahrlich, Gott besitzt volle Kenntnis von allen Dingen. Und wenn du sie fragst: &#8222;Wer sendet Wasser vom Himmel nieder und belebt damit die Erde nach ihrem Tod?&#8220; &#8211; dann werden sie gewiss sagen: &#8222;Gott.&#8220; Sprich: &#8222;Aller Preis geb\u00fchrt Gott.&#8220; Jedoch die meisten von ihnen begreifen es nicht. (Al-\u2018Ankabut, 29:61-63) (6)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">All dieser Gaben und mehr wegen, m\u00fcssen die Menschen wirklich stets dankbar sein: Gott ist es, der die Himmel und die Erde erschuf und Wasser aus den Wolken niederregnen lie\u00df und damit Fr\u00fcchte zu eurem Unterhalt hervorbrachte; und Er hat euch die Schiffe dienstbar gemacht, damit sie auf dem Meer auf Seinen Befehl fahren, und Er hat euch die Fl\u00fcsse dienstbar gemacht. Und Er machte euch die Sonne und den Mond dienstbar, die voller Eifer sind. Und dienstbar machte Er euch die Nacht und den Tag. Und Er gab euch alles, was ihr von Ihm begehrtet; und wenn ihr Gottes Wohltaten aufz\u00e4hlen wolltet, w\u00fcrdet ihr sie nicht vollst\u00e4ndig erfassen k\u00f6nnen. Siehe, der Mensch ist wahrlich frevelhaft, undankbar. (Ibrahim, 14:32-34) (7)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wahrlich, die Fatihah \u2013 das erhabenste Kapitel im Heiligen Qur\u2019an (8) \u2013 beginnt mit dem Lobpreis Gottes: Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen Alles Lob geb\u00fchrt Gott, dem Herrn der Welten, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen, dem Herrscher am Tage des Gerichts! Dir (allein) dienen wir, und Dich (allein) bitten wir um Hilfe. F\u00fchre uns den geraden Weg, den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht (den Weg) derer, die (Deinen) Zorn erregt haben, und nicht (den Weg) der Irregehenden. (Al-Fatihah, 1:1-7) Die Fatihah, die von den Muslimen mindestens siebzehn mal in ihren vorgeschriebenen Gebeten rezitiert wird, erinnert uns an die Verherrlichung und Dankbarkeit, die Gott aufgrund Seiner Eigenschaften des Allerbarmens und Barmherzigkeit zukommen, einer Barmherzigkeit und einem Allerbarmen uns gegen\u00fcber, nicht nur in diesem Leben, sondern letztlich am Tag des J\u00fcngsten Gerichts, (9) an dem wir diese am aller Dringendsten ben\u00f6tigen, an dem wir auf die Vergebung unserer S\u00fcnden hoffen. Und so endet sie im Gebet um Gnade und Rechtleitung, soda\u00df wir durch das \u2013 was mit Lobpreis und Dankbarkeit beginnt \u2013 zur Erl\u00f6sung und Liebe gelangen m\u00f6gen, denn Gott sagt im Heiligen Qur\u2019an: Diejenigen, die da glauben und gute Werke tun &#8211; ihnen wird der Allerbarmer Liebe zukommen lassen. (Maryam, 19:96) Die Worte: Er hat Macht \u00fcber alle Dinge, erinnert Muslime daran, da\u00df sie Gottes Allmacht stets gew\u00e4rtig sein und deshalb Gottesfurcht haben sollen (10). Gott sagt im Heiligen Qur\u2019an: \u2026 und f\u00fcrchtet Gott und wisset, da\u00df Gott mit den Gottesf\u00fcrchtigen ist. Und spendet auf dem Weg Gottes und st\u00fcrzt euch nicht mit eigenen H\u00e4nden ins Verderben und tut Gutes! Wahrlich, Gott liebt diejenigen, die Gutes tun \u2026. (Al-Baqarah, 2:194-5)\u2026 Und seid gottesf\u00fcrchtig und wisset, da\u00df Gott streng ist im Strafen (Al-Baqarah, 2:196) In Gottesfurcht sollten die Handlungen, die Macht und Kraft der Muslime vollst\u00e4ndig Gott gewidmet sein. Gott sagt im Heiligen Qur\u2019an: \u2026 und wisset, da\u00df Gott mit denjenigen ist, die Ihn f\u00fcrchten. (Al-Tawbah, 9:36) \u2026. O ihr, die ihr glaubt, was ist mit euch, da\u00df ihr euch schwer zur Erde sinken lasst, wenn euch gesagt wird: &#8222;Zieht aus auf Gottes Weg&#8220;? W\u00fcrdet ihr euch denn mit dem diesseitigen Leben statt mit jenem im Jenseits zufrieden geben? Doch der Genu\u00df des irdischen Lebens ist gar gering, verglichen mit dem des Jenseits. Wenn ihr nicht auszieht, wird Er euch mit schmerzlicher Strafe bestrafen und wird an eurer Stelle ein anderes Volk erw\u00e4hlen, und ihr werdet Ihm gewiss keinen Schaden zuf\u00fcgen. Und Gott hat Macht \u00fcber alle Dinge. (Al-Tawbah, 9:38-39)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Worte: Sein ist die Herrschaft und Sein ist der Lobpreis und Er hat Macht \u00fcber alle Dinge, alle zusammen genommen, erinnern Muslime, da\u00df genau so, wie alles in Seiner Sch\u00f6pfung Ihn verherrlicht, alles in ihren Seelen Gott gewidmet sein mu\u00df: Es preist Gott, alles was in den Himmeln und auf der Erde ist; Sein ist die Herrschaft und Sein ist das Lob, und Er hat Macht \u00fcber alle Dinge. (Al-Taghabun, 64:1) Denn wahrlich, alles in des Menschen Seele ist Gott bekannt und Ihm gegen\u00fcber rechenschaftspflichtig: Er wei\u00df, was in den Himmeln und auf Erden ist, und Er wei\u00df, was ihr geheimhaltet und was ihr offenkundig tut; und Gott kennt alles, was in den Herzen (der Menschen) ist. (Al-Taghabun, 64:4) Wie wir aus allen oben zitierten Abschnitten erkennen k\u00f6nnen, wird die Seele als mit drei Haupteigenschaften behaftet im Qur\u2019an dargestellt: Vernunft oder Intelligenz, erschaffen, um die Wahrheit zu erfassen; Wille, gemacht, um die freie Entscheidung zu \u00fcben, und das Gem\u00fct (denken und f\u00fchlen M.M.H.); erschaffen, um das Gute und Sch\u00f6ne zu lieben (11).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit anderen Worten k\u00f6nnte gesagt werden, da\u00df des Menschen Seele durch das Verst\u00e4ndnis die Wahrheit kennt, durch den Willen das Gute, und durch tugendhafte Gef\u00fchle und Empfinden die Gottesliebe versp\u00fcrt. Der Qur\u2019an f\u00e4hrt im gleichen Kapitel, wie dem oben zitierten fort, den Menschen zu gebieten, Ihn so stark wie nur m\u00f6glich zu f\u00fcrchten, und auf Seine Wahrheit zu h\u00f6ren (und somit sie zu verstehen); zu gehorchen (indem das Gute gewollt wird), und auszugeben (somit Liebe und Tugendhaftigkeit in die Praxis umzusetzen), was, wie Er sagt, f\u00fcr unsere Seelen besser ist. Durch das Bem\u00fchen all unserer seelischen Eigenschaften \u2013 der F\u00e4higkeit zu Wissen, zu Wollen und zur Liebe \u2013 verm\u00f6gen wir gereinigt zu werden und zum letztendlichen Erfolg gelangen: So f\u00fcrchtet Gott, soviel ihr nur k\u00f6nnt, und h\u00f6rt und gehorcht und spendet; es wird f\u00fcr euch selbst besser sein. Und wer vor seiner eigenen Habsucht bewahrt ist &#8211; das sind die Erfolgreichen. (Al-Taghabun, 64:16) Alles zusammen dann, wenn die ganze Phrase Er Allein, Er hat keine Teilhaber, Sein ist die Herrschaft und Sein ist alle Verherrlichung und Er hat Macht \u00fcber alle Dinge dem Glaubenbekenntnis \u2013 Es gibt keinen Gott au\u00dfer Gott &#8211; hinzugef\u00fcgt wird, gemahnt die Muslime daran, da\u00df ihre Herzen, ihre pers\u00f6nliche Seele und all die F\u00e4higkeiten und Verm\u00f6gen ihrer Seelen (oder einfach ihr ganzen Herzen und Seelen) vollst\u00e4ndig Gott hingegeben und Ihm verhaftet sein m\u00fcssen. Dazu spricht Gott zu Muhammad im Heiligen Qur\u2019an: Sprich: &#8222;Mein Gebet und meine Opfer und mein Leben und mein Tod geh\u00f6ren Gott, dem Herrn der Welten. Er hat niemanden neben Sich. Und so ist es mir geboten worden, und ich bin der Erste der Gottergebenen.&#8220; Sprich: &#8222;Sollte ich einen anderen Herrn als Gott suchen, wo Er doch der Herr aller Dinge ist?&#8220; Und keine Seele wirkt, es sei denn gegen sich selbst, und keine lasttragende (Seele) soll die Last einer anderen tragen &#8230; (Al-An\u2019am, 6:162-164) Diese Verse stellen in aller K\u00fcrze die vollst\u00e4ndige und \u00e4u\u00dferste Hingabe Muhammads an Gott dar. Somit gebietet Gott im Heiligen Qur\u2019an den Muslimen, die Gott aufrichtig lieben, diesem Beispiel zu folgen (12), um im Gegenzug daf\u00fcr, von Gott geliebt (13) zu werden: Sprich (O Muhammad zu allen Menschen): &#8222;Wenn ihr Gott liebt, so folgt mir. Lieben wird euch Gott und euch eure S\u00fcnden vergeben; denn Gott ist Allvergebend, Barmherzig.&#8220; (Aal \u2018Imran, 3:31) Gottesliebe ist somit ein Teil der vollst\u00e4ndigen, allumfassenden Verherrlichung Gottes; es ist nicht blo\u00df ein fl\u00fcchtiger Bestandteil des Gef\u00fchls. Wie man oben sehen kann, gebietet Gott im Heiligen Qur\u2019an: Sprich: &#8222;Mein Gebet und meine Opfer und mein Leben und mein Tod geh\u00f6ren Gott, dem Herrn der Welten. Er hat niemanden neben Sich. Der Aufruf, sein Herz und seine Seele g\u00e4nzlich Gott zu widmen, weit davon entfernt, ein blo\u00dfer Aufruf an die Emotion eines kurzen Gef\u00fchls wegen zu sein, ist tats\u00e4chlich ein Gebot, welches eine stets allumfassende aktive Gottesliebe gebietet. Er verlangt nach einer Liebe, in welcher das innerste, spirituelle Herz und die ganze Seele \u2013 mit all ihrem Verstand, Willen und Gef\u00fchl \u2013 an dieser Verherrlichung teilzunehmen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Niemand kommt mit etwas Besserem<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben gesehen, inwiefern der gesegnete Wortlaut: Es gibt keinen Gott, au\u00dfer Gott, Ihn Alleine; Er hat keine Teilhaber (an Seiner G\u00f6ttlichkeit; M.M.H.), Sein ist die Herrschaft, und Sein ist aller Lobpreis und Er hat Macht \u00fcber alle Dinge &#8211; das Beste, was alle Propheten je gesagt haben \u2013 zum Ausdruck bringt, was im besten Gedenken (Es gibt keinen Gott, au\u00dfer Gott) inne liegt, indem gezeigt wird, was dazu erforderlich ist und das \u00fcber den Gottesdienst mit eingeschlossen ist. Es bleibt noch zu sagen, da\u00df diese gesegnete Formel in sich selbst eine geheiligte Anrufung ist \u2013 eine Art Erweiterung des Ersten Glaubensbekenntnisses (es gibt keinen Gott au\u00dfer Gott) \u2013 eine rituelle Wiederholung, die durch die Gnade Gottes einige jener frommen Gesinnungen hervorzurufen vermag, welcher es bedarf, n\u00e4mlich Gott mit allem Herzen, aus ganzer Seele, mit allem Verstand, aus reinem Wille und aller Kraft und mit allem Gef\u00fchl zu lieben und Ihm ergeben zu sein. Deshalb gebot Prophet Muhammad r dieses Gedenken in seinem Ausspruch: Wer hundert Mal am Tag sagt: \u201cEs gibt keinen Gott au\u00dfer Gott, Er allein, Er hat keinen Teilhaber, Sein ist die Herrschaft und Sein ist aller Lobpreis und Er hat die Macht \u00fcber alle Dinge\u201c, dem werden hundert gute Taten gut geschrieben und hundert schlechte Taten gel\u00f6scht, und es gereicht ihnen an dem Tag bis zum Abend zum Schutz gegen den Teufel. Und niemand kann besseres bringen, au\u00dfer dem, der mehr als dies vollbringt.(14) In anderen Worten, macht es dieses gesegnete Gedenken, Es gibt keinen Gott au\u00dfer Gott, Er Alleine, Er hat keinen Teilhaber, Sein ist die Herrschaft und Sein ist aller Lobpreis und Er hat die Macht \u00fcber alle Dinge f\u00fcr alle Muslime nicht nur erforderlich, g\u00e4nzlich Gott ergeben zu sein und Ihn mit ihren ganzen Herzen, Seelen und allem, was sie in sich tragen, zu lieben, sondern stellt ihnen auch einen Weg bereit, wie auch dessen Beginn (das Glaubensbekenntnis) und dessen h\u00e4ufige Wiederholung (15) \u2013 diese Liebe mit all dem, was sie selbst ausmacht, zu verwirklichen. Gott sagt in einer Seiner aller ersten Offenbarungen im Heiligen Qur\u2019an: Und gedenke des Namens deines Herrn und wende dich Ihm von ganzem Herzen zu. (Al-Muzzammil, 73:8)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>GOTTESLIEBE ALS DAS ERSTE UND H\u00d6CHSTE GEBOT<br \/>\nIN DER BIBEL<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Shema im Deuteronomium (6:4-5), einem Zentralst\u00fcck des Alten Testaments und der J\u00fcdischen Liturgie, wird gesagt: H\u00f6re, O Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist allein einer. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.(16) \u00c4hnlich auch im Neuen Testament, als Jesus Christus, der Messias, \u00fcber das h\u00f6chste Gebot befragt wird, antwortet: Als aber die Pharis\u00e4er h\u00f6rten, da\u00df er den Sadduz\u00e4ern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und fragte: Meister, welches ist das h\u00f6chste Gebot im Gesetz? Jesus aber antwortete ihm: \u00abDu sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gem\u00fct\u00bb. Dies ist das h\u00f6chste und gr\u00f6\u00dfte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: \u00abDu sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst\u00bb. An diesen beiden Geboten h\u00e4ngt das ganze Gesetz und die Propheten.\u201d (Matth\u00e4us 22:34-40) Und auch: Und es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugeh\u00f6rt hatte, wie sie miteinander stritten. Und als er sah, da\u00df er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das h\u00f6chste Gebot von allen? Jesus aber antwortete ihm: Das h\u00f6chste Gebot ist das: \u00abH\u00f6re, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein alleiniger Herr, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gem\u00fct und von allen deinen Kr\u00e4ften\u00bb Das andre ist dies: \u00abDu sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst\u00bb). Es ist kein anderes Gebot gr\u00f6\u00dfer als diese.\u201d (Markus 12:28-31)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gebot Gott umfassend zu lieben, ist somit das Erste und H\u00f6chste Gebot der Bibel. Und wirklich wird es an zahlreichen Stellen in der Bibel gefunden: Deuteronomium 4:29, 10:12, 11:13 (auch Teil des Shema), 13:3, 26:16, 30:2, 30:6, 30:10; Joshua 22:5; Markus 12:32-33 und Lukas 10:27-28. Auch in leicht abge\u00e4nderter Form und Versionen kommt es die ganze Bibel hindurch vor. Zum Beispiel in Matth\u00e4us 22:37 (Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gem\u00fct), das griechische Wort f\u00fcr \u201eHerz\u201c ist kardia, das Wort f\u00fcr \u201eSeele\u201c ist psyche und das Wort f\u00fcr \u201eGem\u00fct\u201c (Denken und F\u00fchlen\u201c M.M.H.) ist dianoia. In der Version von Markus 12:30 (und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gem\u00fct und von allen deinen Kr\u00e4ften) ist das Wort \u201eKraft\u201c den anderen drei, oben angef\u00fchrten Worten hinzugef\u00fcgt, im Griechischen ischys. Im Shema des Deuteronomium 6:4-5 (H\u00f6re, O Israel, der HERR ist unser Gott, der einzige HERR. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.) Das hebr\u00e4ische Wort f\u00fcr \u201eHerz\u201c ist lev, das Wort f\u00fcr \u201eSeele\u201c ist nefesh, das Wort f\u00fcr \u201eKraft\u201c ist me\u2019od. In Joshua 22:5, wird den Israeliten durch Joshua folgenderma\u00dfen geboten, Gott zu lieben und sich Ihm hinzugeben: \u201cAchtet aber nur genau darauf, da\u00df ihr tut nach dem Gebot und Gesetz, das euch Mose, der Knecht des HERRN, geboten hat, da\u00df ihr den HERRN, euren Gott, liebt und wandelt in allen seinen Wegen und seine Gebote haltet und ihm anhangt und ihm dient von ganzem Herzen und von ganzer Seele.\u201d (Joshua 22:5) Was alle diese Versionen also gemeinsam haben \u2013 trotz ihrer sprachlichen Unterschiede zwischen dem hebr\u00e4ischen Alten Testament, den originalen Worten Christi im Aram\u00e4ischen und dem tats\u00e4chlich \u00fcberlieferten Griechischen im Neuen Testament \u2013 ist das Gebot, Gott aus ganzem Herzen und ganzer Seele zu lieben und Ihm g\u00e4nzlich ergeben zu sein. Dies ist das Erste und H\u00f6chste Gebot f\u00fcr alle Menschen. Im Lichte dessen was wir als notwendigerweise den gesegneten Worten des Propheten Muhammads eingeschrieben erkannt haben: \u201eDas Beste das ich gesagt habe \u2013 ich selbst und alle Propheten vor mir \u2013 ist: \u201eEs gibt keinen Gott, au\u00dfer Gott, Ihn Alleine; Er hat keine Teilhaber (an Seiner G\u00f6ttlichkeit; M.M.H.), Sein ist die Herrschaft, und Sein ist aller Lobpreis und Er hat Macht \u00fcber alle Dinge\u201c\u201c(17), k\u00f6nnen wir vielleicht nun die Worte \u201eDas Beste das ich gesagt habe \u2013 ich selbst und alle Propheten vor mir\u201c als der gesegneten Formel \u201eEs gibt keinen Gott, au\u00dfer Gott, Er Alleine; Er hat keine Teilhaber (an Seiner G\u00f6ttlichkeit; M.M.H.), Sein ist die Herrschaft, und Sein ist aller Lobpreis und Er hat Macht \u00fcber alle Dinge den \u201eErsten und H\u00f6chsten Geboten\u201c Gott aus ganzem Herzen und Seele zu lieben, wie dies an vielen Stellen in der Bibel gefunden wird, gleichgesetzt ansehen. In anderen Worten, gesagt, da\u00df der Prophet Muhammad vielleicht durch Inspiration, das Biblische Erste Gebot bekr\u00e4ftigte und darauf anspielte. Gott wei\u00df dies am Besten, doch ganz gewi\u00df haben wir deren tats\u00e4chlich gleiche Bedeutung erkannt. Dar\u00fcber hinaus wissen wir auch (siehe die Fu\u00dfnoten), da\u00df beide Formeln eine andere bemerkenswerte Parallele aufweisen: da\u00df beide in leicht ver\u00e4nderter Form, in verschiedenen Versionen, in verschiedenen Zusammenh\u00e4ngen vorkommen und dennoch stets den Vorrang der vollkommenen Gottesliebe und der Hingabe an Ihn hervorheben (18).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>(II) LIEBE ZUM NACHBARN (N\u00c4CHSTENLIEBE) IM ISLAM<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zahlreiche Vorschreibungen im Islam betonen das Erfordernis und die h\u00f6chste Bedeutung der Liebe \u2013 und der Barmherzigkeit &#8211; dem Nachbarn gegen\u00fcber. N\u00e4chstenliebe ist ein wesentlicher und integraler Bestandteil des Glaubens an Gott und der Gottesliebe, da es im Islam keinen wahren Glauben und keine Rechtschaffenheit ohne N\u00e4chstenliebe gibt. Prophet Muhammad sagte: \u201eNiemand von euch hat den Glauben erlangt, solange er nicht f\u00fcr seinen Bruder liebt, was er f\u00fcr sich selbst liebt\u201c (19). Und: \u201eKeiner von euch hat den Glauben erlangt, solange ihr f\u00fcr euren Nachbarn nicht liebt, was ihr f\u00fcr euch selbst liebt.\u201c (20). Wie viel Mitgef\u00fchl oder Sympathie man f\u00fcr den Nachbarn auch empfinden mag \u2013 oder selbst formales Gebet \u2013 es ist nicht genug. Sie m\u00fcssen von Gro\u00dfz\u00fcgigkeit und Selbstaufopferung begleitet werden. Gott sagt im Heiligen Qur\u2019an: Es ist keine Fr\u00f6mmigkeit, wenn ihr eure Angesichter (21) in Richtung Osten oder Westen wendet; Fr\u00f6mmigkeit ist vielmehr, da\u00df man an Gott glaubt, den J\u00fcngsten Tag, die Engel, das Buch und die Propheten und vom Besitz &#8211; obwohl man ihn liebt &#8211; den Verwandten gibt, den Waisen, den Armen, dem Sohn des Weges, den Bettlern und (f\u00fcr den Freikauf von) Sklaven, da\u00df man das Gebet verrichtet und die Zakah entrichtet. Es sind diejenigen, die ihr Versprechen einhalten, wenn sie es gegeben haben; und diejenigen, die in Elend, Not und in Kriegszeiten geduldig sind; sie sind es, die wahrhaftig und gottesf\u00fcrchtig sind. (Al-Baqarah 2:177) Und auch: Ihr werdet das G\u00fctigsein nicht erlangen, solange ihr nicht von dem spendet, was ihr liebt; und was immer ihr spendet, seht, Gott wei\u00df es. (Aal \u2018Imran, 3:92) Ohne den Nachbarn von dem, was wir selbst lieben, zu geben, lieben wir nicht Gott wirklich und auch nicht unsere Nachbarn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>LIEBE ZUM NACHBARN (N\u00c4CHSTENLIEBE) IN DER BIBEL<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben schon die Worte des Messias, Jesus Christus, \u00fcber die vorrangige Bedeutung, gleich nach der Gottesliebe, der Liebe zum N\u00e4chsten zitiert: Dies ist das erste und h\u00f6chste Gebot und das andre ist dies: \u201eDu sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst\u201c. In diesen beiden Geboten h\u00e4ngt das ganze Gesetz und die Propheten. (Matth\u00e4us 22:38-40) Und: Das andre ist dies: \u201eDu sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst\u00bb). Es ist kein anderes Gebot gr\u00f6\u00dfer als diese.\u201d (Markus 12:31) Es bleibt noch anzumerken, da\u00df dieses Gebot auch im Alten Testament zu finden ist. Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen N\u00e4chsten zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich ladest. Du sollst dich nicht r\u00e4chen noch Zorn bewahren gegen die Kinder deines Volks. Du sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst; ich bin der HERR. (Leviticus 19:17-18) Somit verlangt das Zweite Gebot, wie auch das Erste, Gro\u00dfz\u00fcgigkeit und Selbstopfer, und an diesen beiden Geboten h\u00e4ngt alles Gesetz und die Propheten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>(III) KOMMT AUF EIN GEMEINSAMES WORT<br \/>\nZWISCHEN UNS UND EUCH<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein gemeinsames Wort<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn auch der Islam und das Christentum offensichtlich zwei verschiedene Religionen sind \u2013 und es keinen Grund gibt, einige ihrer formaler Unterschiede herunterzuspielen \u2013 ist es klar, da\u00df die Zwei H\u00f6chsten Gebote ein Gemeinsames und eine Verbindung zwischen dem Qur\u2019an, der Torah und dem Neuen Testament darstellen. Was den beiden Geboten voran steht und sich aus ihnen ergibt, ist die Einheit Gottes \u2013 da\u00df es nur einen Gott gibt. Denn das Shema in der Torah (Deuteronomium 6:4) beginnt mit: H\u00f6re, O Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer allein. Gleicherweise sprach Jesus: (Markus 12:29) \u201eDas erste Gebot ist: \u201eH\u00f6re, O Israel, der Herr, unser Gott, ist ein alleiniger Herr.\u201c\u201c Gleicherweise spricht Gott im Heiligen Qur\u2019an: \u201eSprich, Er, Gott, ist Einer &#8211; der [Absolute,] Ewige, von allem Unabh\u00e4ngige\u201c (Al-Ikhlas, 112:1-2). Somit ist die Einund Einzigkeit Gottes, Gottesliebe und N\u00e4chstenliebe etwas, auf dem der Islam und das Christentum (und Judentum) gemeinsam gr\u00fcndet. Das kann gar nicht anders sein, da Jesus u sagte: (Matth\u00e4us 22:40) \u201eAn diesen beiden Geboten h\u00e4ngt das ganze Gesetz und die Propheten.\u201c Dar\u00fcber best\u00e4tigt Gott im Heiligen Qur\u2019an, da\u00df der Prophet Muhammad r nichts grundlegend oder wesentlich Neues brachte: Nichts anderes wird dir gesagt, als was schon den Gesandten vor dir gesagt wurde. (Fussilat 41:43) Sprich: &#8222;Ich bin kein neuer Erfinder unter den Gesandten, und ich wei\u00df nicht, was mit mir oder mit euch geschehen wird. Ich folge nur dem, was mir offenbart wird; und ich bin nur ein deutlicher Warner.&#8220; (Al-Ahqaf, 46:9). Somit best\u00e4tigt Gott die gleichen ewigen Wahrheiten, der Ein- und Einzigkeit Gottes, das Erfordernis der allumfassenden Gottesliebe und Hingabe (und somit die Ablehnung falscher G\u00f6tter) und das Erfordernis, den N\u00e4chsten zu lieben (und ihm somit Gerechtigkeit widerfahren zu lassen), ebenfalls im Heiligen Qur\u2019an, als aller wahrhaften Religion zugrunde liegend: Und in jedem Volk erweckten Wir einen Gesandten (,der da predigte): &#8222;Dient Gott und meidet die G\u00f6tzen.&#8220; Dann waren unter ihnen einige, die Gott leitete, und es waren unter ihnen einige, die das Schicksal des Irrtums erlitten. So reist auf der Erde umher und seht, wie das Ende der Leugner war! (Al-Nahl, 16:36) Wahrlich, Wir schickten Unsere Gesandten mit klaren Beweisen und sandten mit ihnen das Buch und die Waage herab, auf da\u00df die Menschen Gerechtigkeit \u00fcben m\u00f6gen \u2026 (Al-Hadid, 57:25)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kommt auf ein gemeinsames Wort!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Heiligen Qur\u2019an tr\u00e4gt Gott, der \u00fcber alles Erhabene, den Muslimen auf, folgenden Aufruf an die Christen (und Juden \u2013 an die V\u00f6lker der Schrift) zu richten: Sprich: &#8222;O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, da\u00df wir n\u00e4mlich Gott allein dienen und nichts neben Ihn stellen und da\u00df nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen au\u00dfer Gott.&#8220; Und wenn sie sich abwenden, so sprecht: &#8222;Bezeugt, da\u00df wir (Ihm) ergeben sind.&#8220; (Aal \u2018Imran 3:64) Klar und deutlich beziehen sich diese gesegneten Worte: da\u00df wir keine anderen Herren nehmen au\u00dfer Gott, auf die Ein und Einzigkeit Gottes. Deutlich verweist auch, Gott allein dienen wir, auf die ausschlie\u00dfliche Hinwendung zu Gott und somit auf das Erste und H\u00f6chste Gebot. Gem\u00e4\u00df einem der \u00e4ltesten und bedeutendsten Kommentaren (Tafsir) des Heiligen Qur\u2019ans \u2013 dem Jami\u2019 Al-Bayan fi Ta\u2019wil Al-Qur\u2019an von Abu Ja\u2019far Muhammad bin Jarir Al-Tabari (gest.. 310 n.H. \/ 923 n.Chr.) &#8211; da\u00df nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen au\u00dfer Gott \u2013 bedeutet, \u201eda\u00df keiner im Ungehorsam gegen Gottes Gebote gehorchen solle, noch ihn durch gleiche Niederwerfung wie vor Gott, verherrlichen solle.\u201c In anderen Worten, da\u00df Muslime, Christen und Juden frei in dem sein sollten, was Gott ihnen geboten hat, und sich nicht vor \u201eK\u00f6nigen oder dergleichen nieder zu werfen haben sollten\u201c, (22) denn Gott sagt anderswo im Heiligen Qur\u2019an: \u201eLa\u00dft in der Religion keinen Zwang sein &#8230;\u201c (Al-Baqarah, 2:256).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies verweist klar auf das Zweite Gebot und darauf, den N\u00e4chsten zu lieben, wobei Gerechtigkeit (23) und Religionsfreiheit unverzichtbar sind. Gott sagt im Heiligen Qur\u2019an: Gott verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht des Glaubens wegen bek\u00e4mpft haben und euch nicht aus euren H\u00e4usern vertrieben haben, g\u00fctig zu sein und redlich mit ihnen zu verfahren; wahrlich, Gott liebt die Gerechten. (Al-Mumtahinah, 60:8)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daher laden wir als Muslime die Christen ein, sich der Worte Jesu im Evangelium zu erinnern (Markus 12:29-31): \u00ab\u2026 der Herr, unser Gott, ist ein alleiniger Herr, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gem\u00fct und mit allen deinen Kr\u00e4ften\u00bb Dies ist das h\u00f6chste Gebot und das andre ist dies: \u00abDu sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst\u00bb. Es ist kein anderes Gebot gr\u00f6\u00dfer als diese.\u201d Als Muslime sagen wir zu den Christen, da\u00df wir nicht gegen sie sind und da\u00df der Islam nicht gegen sie ist \u2013 solange sie nicht aufgrund deren Religion Krieg gegen die Muslime f\u00fchren, sie nicht unterdr\u00fccken oder aus ihrer Heimat vertreiben (in \u00dcbereinstimmung mit den Versen des Heiligen Qur\u2019ans [Al- Mumtahinah, 60:8], wie oben zitiert. Dar\u00fcber hinaus sagt Gott im Heiligen Qur\u2019an: Sie sind aber nicht (alle) gleich. Unter den Leuten der Schrift gibt es (auch) eine Gemeinschaft, die stets die Verse Gottes zur Zeit der Nacht verlesen und sich dabei niederwerfen. Diese glauben an Gott und an den J\u00fcngsten Tag und gebieten das, was Rechtens ist, und verbieten das Unrecht und wetteifern in guten Werken; und diese geh\u00f6ren zu den Rechtschaffenen. Und was sie an Gutem tun, wird ihnen niemals bestritten; und Gott kennt die Gottesf\u00fcrchtigen (welche das \u00dcble zur\u00fcckweisen). (Aal-\u2018Imran, 3:113-115) Ist das Christentum zwangsl\u00e4ufig gegen die Muslime? Im Evangelium sagt Jesus Christus: Der, welcher nicht mit mir ist, ist gegen mich, und der, welcher sich nicht bei mir versammelt, geht verloren. (Matth\u00e4us 12:30) Denn der, welcher nicht gegen uns ist, ist auf unserer Seite. (Markus 9:40) \u2026 denn der, welcher nicht gegen uns ist, ist auf unserer Seite. (Lukas 9:50) Nach der gesegneten Auslegung des Neuen Testaments nach Theophylact\u2019s (24) , widersprechen sich dies Aussagen nicht, denn die erste Feststellung (im aktuellen griechischen Text des Neuen Testaments) bezieht sich auf D\u00e4monen, wohingegen die zweite und dritte Feststellung sich auf Leute bezog, die Jesus anerkannten, doch keine Christen waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Muslime anerkennen Jesus Christus den Messias nicht auf gleiche Weise, wie Christen dies tun, (doch selbst die Christen waren nie g\u00e4nzlich einer Meinung in Bezug auf die wahre Natur Jesu Christi), doch auf folgende Art und Weise: \u2026 Wahrlich, der Messias, Jesus, Sohn der Maria, ist ein Gesandter Gottes und Sein Wort, das Er Maria entboten hat, und von Seinem Geist \u2026 (Al-Nisa\u2019, 4:171). Daher laden wir die Christen ein, die Muslime nicht als gegen sie, sondern als mit ihnen, im Sinne oben zitierter Worte Christi anzusehen. Schlie\u00dflich bitten wir als Muslime im Gehorsam dem Heiligen Qur\u2019an gegen\u00fcber, die Christen, sich mit uns in diesen gemeinsamen wesentlichen Bestandteilen unser beider Religion zu treffen \u2026 da\u00df wir niemanden au\u00dfer Gott anbeten, und da\u00df wir Ihm keine Teilhaber zuschreiben, und sich keiner von uns, andere zu Herren neben Gott nimmt \u2026 (Aal \u2018Imran, 3:64). M\u00f6gen diese Gemeinsamkeiten die Grundlage f\u00fcr all unseren k\u00fcnftigen interreligi\u00f6sen Dialog zwischen uns sein, als Gemeinsamkeit, an welcher alles Gesetz und alle Propheten h\u00e4ngen (Matth\u00e4us 22:40). Gott spricht im Heiligen Qur\u2019an: Sprecht (O Muslime): &#8222;Wir glauben an Gott und an das, was uns herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den St\u00e4mmen (Israels) herabgesandt wurde, und was Moses und Jesus gegeben wurde, und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben worden ist. Wir machen zwischen ihnen keinen Unterschied, und Ihm sind wir ergeben.&#8220; Wenn sie so glauben, wie ihr glaubt, dann werden sie rechtgeleitet sein; wenn sie sich aber abwenden, so sind sie nur in Abspaltung geraten. Doch Gott wird dir wider sie gen\u00fcgen, und Er ist der Allh\u00f6rende, der Allwissende. (Al-Baqarah, 2:136-137)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEin Gemeinsames Wort zwischen Uns und Euch\u201c Ein offener Brief und Aufruf von muslimischen religi\u00f6sen F\u00fchrern &#8211; Teil Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen Zum Anla\u00df von Eid al-Fitr al-Mubarak 1428 A.H. \/ Oktober 13. 2007 n. Chr. und zum Ersten Jahrestag des Offenen Briefes von 38 muslimischen Gelehrten an S.H. 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