{"id":16887,"date":"2020-01-10T15:42:28","date_gmt":"2020-01-10T14:42:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16887"},"modified":"2020-01-10T15:42:28","modified_gmt":"2020-01-10T14:42:28","slug":"paulus-fluestert-es-uns-leise-mensch-wohin-geht-deine-reise-2-kor-51-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16887","title":{"rendered":"Paulus fl\u00fcstert es uns leise, Mensch, wohin geht deine Reise? (2. Kor. 5,1-10)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Vor langer Zeit sah sich ein gro\u00dfer Feldherr zu einer Entscheidung gezwungen, die deinen eigenen Untergang und die v\u00f6llige Vernichtung seiner Armee bedeuten konnte, musste er seine Truppen doch gegen eine zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcberlegenen Feind antreten lassen. Er schiffte seine Soldaten ein. Nach der Landung auf feindlichem Gebiet befahl er ihnen, alles Kriegsmaterial ausladen zu lassen und die Schiffe zu verbrennen. Dadurch hat er seinen Soldaten jeden Gedanken und jede M\u00f6glichkeit der Heimkehr abgeschnitten und sie so an sich gekettet, auf Leben und Tod. Vor der Schlacht rief er dann seine K\u00e4mpfer zusammen und sagte: \u201eSeht Ihr, wie das Feuer unsere Schiffe verzehrt? Wenn wir unterliegen, werden wir diese K\u00fcste nicht lebend verlassen. Wir haben keine Wahl als zu siegen \u2013 oder zu sterben!\u201d Sie siegten.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und heute wird diese Taktik von einem sehr klugen Feldherrn, vom F\u00fcrsten dieser Welt angewandt. Der F\u00fcrst dieser Welt will seine Anh\u00e4nger fest an diese Welt ketten, um ihnen jeden Gedanken an etwas \u00dcberirdisches, Unverg\u00e4ngliches abzuschneiden, \u2013 so hat er ihnen auch die Schiffe verbrannt, die Heimkehr abgeschnitten. Das hei\u00dft mit andern Worten: der Welt- und Zeitgeist hat dem Volk, das ihm anh\u00e4ngt, den Glauben ans Jenseits, die Hoffnung des ewigen Lebens, den Gedanken an seine g\u00f6ttliche Herkunft vollst\u00e4ndig abgeschnitten und hat ihm eingepr\u00e4gt: Es gibt kein Jenseits; keine Auferstehung des Leibes, keine Unsterblichkeit der Seele, keinen Himmel, keine H\u00f6lle, kein Gericht und keine Ewigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Erde seid ihr, auf der Erde wohnt ihr, f\u00fcr die Erde lebt ihr, zur Erde werdet ihr; was dr\u00fcber hinausgeht, das ist Lug und Trug oder Tr\u00e4umerei, lasset uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot. Wer an kein Jenseits mehr glaubt, der ist dem Welt- und Zeitgeist verfallen wie ein willenloser Sklave, der ist an die Erde gekettet mit Leib und Seele.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde, wir lassen uns die Hoffnung nicht nehmen: \u201eich darf einmal heim.\u201c Keiner hat das Wohnrecht hier f\u00fcr immer, keiner hat einen Wohnplatz hier f\u00fcr ewig, jeder hat doch die K\u00fcndigung hier schon in der Tasche. Du magst ein Apartment besitzen alles ist abbezahlt, aber Du musst gehen. Du magst ein wundersch\u00f6nes Haus haben mit der H\u00e4nde Arbeit erbaut, aber Du musst gehen, Du kannst stolzer Besitzer einer Villa sein mit Swimming Pool, aber Du musst gehen. Sicher, Du kannst \u00fcber den Tod diskutieren, und darauf hinweisen, dass Du erst 30 bist, das diese Terminsache f\u00fcr Dich noch gar nicht dran ist. Du magst \u00fcber den Tod philosophieren und dieses Problem ganz cool und distanziert betrachten, weil es ja ein uraltes Problem sei, Du kannst den Tod bagatellisieren und ihm versuchen die Fratze vom Gesicht zu rei\u00dfen, weil Dir da doch nur der Gevatter Tod oder der Freund Hein begegnet. Aber Du musst gehen, nur wohin? Es ist die Frage, wohin geht es, wohin! Nur wohin ziehen wir denn? Der kritische Geist, Nietzsche hat gesagt in seinem Kr\u00e4hen Gedicht:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Welt \u2013 ein Tor<br \/>\nZu tausend W\u00fcsten stumm und kalt!<br \/>\nWer das verlor<br \/>\nWas du verlorst, macht nirgends Halt.<br \/>\nAm Ende \u2026: Weh dem, der keine Heimat hat<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wohin gehst Du, wenn Du gehen musst? Wohin ziehst Du, wenn Du ziehen musst? Wohin fliehst Du, wenn Du aus diesem Leben entfliehen musst, wo verbringst Du Deine Ewigkeit? Neue Wohnung gesucht! Dringend! Wir h\u00f6ren auf das, was hier Paulus bekannt gibt: Wohnung gefunden! Ehrlich! Wohnung gefunden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span id=\"v_416369\" class=\"verse scroll-elem v1 v47005001\" data-vid=\"416369\"><span class=\"verse-content\"><span class=\"verse-content--hover\">&#8222;Denn wir wissen: Wenn unser irdisches Haus, diese H\u00fctte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit H\u00e4nden gemacht, das ewig ist im Himmel.<\/span><\/span><\/span> <span id=\"v_416370\" class=\"verse scroll-elem v2 v47005002\" data-vid=\"416370\"><span class=\"verse-number\"><span class=\"verse-number__group\">2<\/span>\u00a0<\/span><span class=\"verse-content\"><span class=\"verse-content--hover\">Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, \u00fcberkleidet werden,<\/span><\/span><\/span> <span id=\"v_416371\" class=\"verse scroll-elem v3 v47005003\" data-vid=\"416371\"><span class=\"verse-number\"><span class=\"verse-number__group\">3<\/span>\u00a0<\/span><span class=\"verse-content\"><span class=\"verse-content--hover\">weil wir dann bekleidet und nicht nackt befunden werden.<\/span><\/span><\/span> <span id=\"v_416372\" class=\"verse scroll-elem v4 v47005004\" data-vid=\"416372\"><span class=\"verse-number\"><span class=\"verse-number__group\">4<\/span>\u00a0<\/span><span class=\"verse-content\"><span class=\"verse-content--hover\">Denn solange wir in dieser H\u00fctte sind, seufzen wir und sind beschwert, weil wir lieber nicht entkleidet, sondern \u00fcberkleidet werden wollen, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben.<\/span><\/span><\/span> <span id=\"v_416373\" class=\"verse scroll-elem v5 v47005005\" data-vid=\"416373\"><span class=\"verse-number\"><span class=\"verse-number__group\">5<\/span>\u00a0<\/span><span class=\"verse-content\"><span class=\"verse-content--hover\">Der uns aber dazu bereitet hat, das ist Gott, der uns als Unterpfand den Geist gegeben hat.<\/span><\/span><\/span> <span id=\"v_416374\" class=\"verse scroll-elem v6 v47005006\" data-vid=\"416374\"><span class=\"verse-number\"><span class=\"verse-number__group\">6<\/span>\u00a0<\/span><span class=\"verse-content\"><span class=\"verse-content--hover\">So sind wir denn allezeit getrost und wissen: Solange wir im Leibe wohnen, weilen wir fern von dem Herrn;<\/span><\/span><\/span> <span id=\"v_416375\" class=\"verse scroll-elem v7 v47005007\" data-vid=\"416375\"><span class=\"verse-number\"><span class=\"verse-number__group\">7<\/span>\u00a0<\/span><span class=\"verse-content\"><span class=\"verse-content--hover\">denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.<\/span><\/span><\/span> <span id=\"v_416376\" class=\"verse scroll-elem v8 v47005008\" data-vid=\"416376\"><span class=\"verse-number\"><span class=\"verse-number__group\">8<\/span>\u00a0<\/span><span class=\"verse-content\"><span class=\"verse-content--hover\">Wir sind aber getrost und begehren sehr, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn.<\/span><\/span><\/span> <span id=\"v_416377\" class=\"verse scroll-elem v9 v47005009\" data-vid=\"416377\"><span class=\"verse-number\"><span class=\"verse-number__group\">9<\/span>\u00a0<\/span><span class=\"verse-content\"><span class=\"verse-content--hover\">Darum setzen wir auch unsre Ehre darein, ob wir daheim sind oder in der Fremde, dass wir ihm wohlgefallen.<\/span><\/span><\/span> <\/em><span id=\"v_416378\" class=\"verse scroll-elem v10 v47005010\" data-vid=\"416378\"><em><span class=\"verse-number\"><span class=\"verse-number__group\">10<\/span>\u00a0<\/span><\/em><span class=\"verse-content\"><span class=\"verse-content--hover\"><em>Denn wir m\u00fcssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, auf dass ein jeder empfange nach dem, was er getan hat im Leib, es sei gut oder b\u00f6se.&#8220; (2 Korinther 5,1-10)<\/em><br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Unsere H\u00fctte bricht in St\u00fccke, Glaub\u2018 und Erwartung bleibt zur\u00fccke.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gegensatz zum leer gefegten Wohnungsmarkt im Diesseits scheint das Wohnungsangebot f\u00fcr das Jenseits betr\u00e4chtlich. Anbieter machen sich geradezu Konkurrenz. Die Esoterik l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Die einen denken an ein Nirvana, dass man dann erreicht, wenn man in einem immer edleren Mutterscho\u00df wiederkehrt, und schlie\u00dflich gereinigt dort einzieht. Die anderen hoffen auf ein Elysium, dass der erreicht, der beim Tode die Fesseln abstreift und dann schmetterlingsgleich die Freiheit genie\u00dft und die dritten vermuten ein Walhalla eine ewige Heimat, die denen Heimat bietet, die K\u00e4mpfe gefochten und Siege errungen haben. Aber das denken sie nur, das hoffen sie nur, das vermuten sie nur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber sie haben keinen Gew\u00e4hrsmann daf\u00fcr und Paulus sagt: \u201eWir wissen aber, so unser irdisch Haus dieser H\u00fctte zerbrochen wird, dass wir einen Bau haben von Gott erbauet, ein Haus, nicht mit H\u00e4nden gemacht, das ewig ist im Himmel.\u201c Nein das spinnt er sich nicht zusammen, das tr\u00e4umt er nicht vor sich her, das ist nicht in seinem Herzen entstanden. Die Wohnungsangebote von gierigen Jenseitsspekulanten sind Luftschl\u00f6sser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir wissen,\u201c sagt Paulus. Und woher wissen wir es denn? Ist er vielleicht schon dr\u00fcben gewesen und hat einen Blick ins Jenseits getan? Oder ist schon ein Verstorbener her\u00fcbergekommen und hat uns erz\u00e4hlt wie\u2019s dr\u00fcben aussieht? Nein. \u201eWir wissen,\u201c sagt Paulus. Nein, seufzt der Zweifler, wir wissen nichts vom Jenseits; wir w\u00fcnschen, wir ahnen, wir hoffen, wir m\u00f6chten wissen, aber leider wir wissen nichts. \u201eWir wissen,\u201c sagt Paulus. Nein, lacht der Sp\u00f6tter, wir wissen das Gegenteil. Wir wissen, dass unser irdisch Haus dieser H\u00fctte zerbrochen wird; dass wir sterben, dass wir begraben werden, dass wir verwesen und in Staub zerfallen, das wissen wir, das sehen wir mit Augen und greifen es mit H\u00e4nden, also, woher der neue Bau, woher der andre Leib, woher ein k\u00fcnftiges Leben? Es ist Unsinn, es ist unm\u00f6glich, es ist nichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und doch sagt Paulus, und auch wir: \u201ewir wissen.\u201c Wir k\u00f6nnen dem Zweifler nicht Brief und Siegel geben \u00fcber unserm B\u00fcrgerrecht im himmlischen Vaterland; wir k\u00f6nnen niemand den Glauben aufzwingen an eine Auferstehung des Leibes; aber wir bleiben getrost dabei: \u201eWir wissen!\u201c Dieses Angebot des Paulus hat ja einen realistischen Hintergrund, er hat es von Jesus geh\u00f6rt und der ist von der Ewigkeit zu uns gekommen. Er hat doch die himmlische Wohnung verlassen und hat bei uns Wohnung bezogen. Das Weihnachtsevangelium von Johannes sagte sogar so: Er zeltete unter uns. Und so, wie ein Zelt etwas Verg\u00e4ngliches hat, etwas, was verschlei\u00dft, wenn es nicht sogar weggeworfen wird. So \u00fcbernahm dieser Herr unser Leben in seiner ganzen \u00c4rmlichkeit und Gebrechlichkeit und Verg\u00e4nglichkeit. Jesus Christus, das Zelt Gottes bei uns. Und an Karfreitag ist dieses Zelt abgebrochen worden. Der scheu\u00dflichsten und furchtbarsten Abriss dieser Erde, den es je gegeben hat. Nichts ist mehr \u00fcbrig geblieben. Kein einziger Zeltpfosten, nur ein einziger Holzpfahl, an den sie ihn hinkn\u00fcpften und an dem er schrie: \u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!\u201c Aber Gott hat ihn nicht verlassen, sondern Gott hat dann alles wieder aufgebaut, nicht als H\u00fctte oder Zelt, sondern als gewaltigen Bau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist es was wir wissen, durch Gottes Wort und durch Gottes Geist, wissen vom Jenseits, von der zuk\u00fcnftigen Wohnung. Das lassen wir uns nicht ausreden. Wir wollen die Ewigkeitsleugner fragen, kommt euch nicht oft im tiefsten Herzensgrund der unheimliche Gedanke: Aber wenn doch etwas dran w\u00e4re? Wenn es doch nicht aus w\u00e4re mit diesem Leben? Wenn es doch eine Auferstehung g\u00e4be und eine Unsterblichkeit, einen Himmel und eine H\u00f6lle, eine Ewigkeit und ein Gericht? Doch nein, es darf nicht sein, sonst ginge es mir zu schlimm, sonst w\u00e4re ich ja verloren, darum hinweg mit diesen finstern Gedanken; sie d\u00fcrfen nicht aufkommen! \u2013 Aber sie kommen eben doch auf; sie lassen sich nicht vernichten. Ja liebe Gemeinde, wir wissen es durch den Geist Gottes, der es den Einen zum Schrecken ins Ohr fl\u00fcstert, den Andern zum Trost ins Herze sagt: es gibt ein Jenseits, und darum blicken wir hin\u00fcber mit zuversichtlichem Glauben. Aber freilich auch mit dem\u00fctiger Erwartung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie wird es nun dr\u00fcben sein? Dicht und undurchdringlich h\u00e4ngt der Vorhang hernieder vor dem Allerheiligsten, und keine sterbliche Hand hat ihn gel\u00fcftet.<br \/>\nWir leben hier im Glauben und nicht im Schauen. Aber soviel ist klar, dass es sich nicht um ein Reihenh\u00e4uschen handelt, das nur mir geh\u00f6rt und wo ich die Ewigkeit auf dem Schaukelstuhl und mit der Gartenpflege verbringe. Sein Haus ist gro\u00df und sch\u00f6n, und er sagte deshalb: \u201eIch gehe hin um euch die St\u00e4tte zu bereiten!\u201c Und an Himmelfahrt hat er es wahr gemacht. Er ist dorthin gegangen und Johannes sah schon dieses neue Quartier, im neuen Jerusalem. Liebe Freunde es wird kein Schmerz mehr sein, und es wird keine Krankheit mehr sein, und es wird keine Trauer mehr sein, und es wird keine Tr\u00e4ne mehr sein, es wird keine Nacht mehr sein! Freunde h\u00f6rt ihr das, es wird keine Nacht mehr sein. Die Leuchte ist das Lamm am Kreuz, die Leuchte ist das Lamm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Der neue Bau in ferner Zeit, Sehnsucht und Geduld macht mich bereit.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Apostel Paulus sagt: \u201eUnd \u00fcber demselbigen sehnen wir uns auch nach unsrer Behausung die vom Himmel ist. \u2013 Denn dieweil wir in der H\u00fctte sind, sehnen wir uns und sind beschweret.\u201c Manche scheinen da \u00fcberhaupt kein Problem zu haben. Sie denken beim Sterben an eine Schiebet\u00fcr, wenn einer die Augen zumacht, dann geht die T\u00fcr auf. Jenseits und diesseits sind wie zwei aneinander verbundene R\u00e4ume, so wie Esszimmer und Wohnzimmer. Die anderen denken beim Sterben an einen Umzug, beim Tod wird alles eingepackt und eine himmlische Spedition \u00fcbernimmt die gute Fahrt, hinein bis in die Ewigkeit. Die dritten denken an einen Grenz\u00fcbertritt. Beim Sterben geht der Schlagbaum hoch, die Ampel schaltet auf Gr\u00fcn, wer Taufpapiere dabei hat, wird \u00fcberhaupt keine Probleme bekommen. F\u00fcr Paulus ist dieses Sterben aber nicht nur ein paar Schritte oder ein harmloser Grenz\u00fcbergang f\u00fcr ihn ist es ein herber Gang. Zwischen alter Wohnung und neuer Heimat liegt das Gericht, liebe Gemeinde und kein Weg geht links oder rechts daran vorbei. Deshalb seufzt dieser Mann, deshalb w\u00fcnscht sich Paulus eine Direktissima, direkt von hier nach dort. Deshalb w\u00fcnscht er sich das \u00dcberkleidet-werden der alten, schwitzigen Klamotten durch die wei\u00dfen Kleider der Gerechtigkeit. Und wir k\u00f6nnen dieses Sehnen verstehen, diese Sehnen nach einer Direktissima, und wir m\u00fcssen alles hergeben, es wird uns ausgezogen, St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck. Wir sehen schon schlechter, das h\u00f6ren wird schlechter, und dann l\u00e4sst die Gesundheit nach und das Herz, und es wird uns St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck ausgezogen. Und dann m\u00fcssen wir hergeben, St\u00fcck um St\u00fcck den Vater und dann die Mutter, deinen Sohn vielleicht auch noch die Frau (vgl. Christians Scrivers) jeder von uns muss alles hergeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber dennoch, meine Freunde, m\u00fcssen wir den, der mit schmerzlicher Sehnsucht nach der Erl\u00f6sung seufzt, zur Geduld mahnen. \u201eDaheim zu sein bei dem Herrn.\u201c das hei\u00dft zwar freilich zun\u00e4chst: wir sind noch ferne von ihm und sehnen uns nach innigerer Vereinigung mit ihm. Aber es hei\u00dft auch: wir sind hier, weil er es will und solang er es will, und d\u00fcrfen noch nicht heimkommen. Es hei\u00dft auch: wir sind hier in seinem Dienst, wir sollen hier noch seine Auftr\u00e4ge ausf\u00fchren, f\u00fcr sein Reich arbeiten wo und wie wir k\u00f6nnen. Wie ein Paulus, der so gern daheim gewesen w\u00e4re beim Herrn, dennoch unerm\u00fcdlich im Dienst seines Herrn \u00fcber Land und Meer wanderte und sprach nie: Es ist genug, spanne mich aus. Es hei\u00dft auch: Wir sollen ihm immer n\u00e4her kommen mit jedem Schritt und Tritt unsrer Leidensbahn und mit jedem Tag und jeder Stunde noch besser zubereitet werden f\u00fcr sein himmlisches Reich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn.\u201c Das lass auch du dir zum Trost und zur Ermahnung gesagt sein, lieber Bruder, liebe Schwester: Er wird dich rufen, wenn es Zeit ist; darum halte stille.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Daheim wird lauter Freud und Licht, wer hier dem Sohn vertraute, kommt dort aus dem Gericht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daheimsein \u2013 o was ist das ein s\u00fc\u00dfer Klang! Welche F\u00fclle von Frieden und Freude ist eingeschlossen in diesem W\u00f6rtlein \u201eDaheim.\u201c<br \/>\nDaheimsein \u2013 das hei\u00dft am Ziele sein, angekommen sein, ausruhen d\u00fcrfen von allen M\u00fchen und Beschwerden der Wanderschaft.<br \/>\nDaheimsein \u2013 das hei\u00dft geborgen sein; geborgen vor allen St\u00fcrmen, errettet von allen Feinden, die unterwegs uns bange gemacht.<br \/>\nDaheimsein \u2013 das hei\u00dft bei den Seinigen sein, wieder vereinigt mit denen, an die man in der Ferne so oft mit Sehnsucht gedacht und die man nun wiederfindet im Vaterhaus.<br \/>\nDaheimsein bei dem Herrn \u2013 das hei\u00dft in seinem Elemente sein, zur\u00fcckgekehrt zu seinem Ursprung, befriedigt in allen W\u00fcnschen und Bed\u00fcrfnissen eines Lebens aus Gott!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDaheim sein bei dem Herrn!\u201c ja freue dich, freue dich \u00fcber diese ungeheuerliche Aussicht und lass sie dir nicht rauben. Und es bleibt dabei, was jener fromme Heinrich Stilling sagt: &#8222;Selig sind, die da Heimweh haben, denn sie sollen nach Hause kommen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz aller Sehnsucht und Freude schauen wir aber auch mit Furcht hin\u00fcber ins Jenseits. Dann stehen wir alle vor dem Richter! Alle, alle, jeder hier, wir m\u00fcssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi. Und zwischen dem alten Haus und der neuen Heimat steht das Gerichtsgeb\u00e4ude. Zum Aufruf kommt mein Fall. Sieh doch wie es beim Gericht zugeht, entweder standest Du selbst schon einmal vor einem Gericht oder hast es im Fernsehen gesehen, dann wei\u00dft Du es. Zum Aufruf kommt der Fall x, ein gr\u00fcnbefrackter Gerichtsdiener f\u00fchrt den Angeklagten vor die Schranke und dann liest der Staatsanwalt die Anklageschrift vor. Dann beginnt der Richter mit dem Verh\u00f6r: \u201eWarum haben sie es getan, warum sind sie darin verwickelt, wie konnte so etwas in ihrem Leben passieren.\u201c Und jede Frage macht den Angeklagten kleiner, zitternder, bl\u00e4sser. Ein Bild von erb\u00e4rmlicher Hilflosigkeit. Da kommt alles auf den Tisch, da wird nichts unter der Teppich gekehrt, was Du gedacht, getan, gesagt, unterlassen hast, alles!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde wohl dem, der dann nicht nur vor dem Gesetz, sondern hier bei Jesus steht. Der Bannstrahl g\u00f6ttlichen Zornes trifft ihn, er stirbt und ich bin frei. Freispruch, nicht mangels, sondern trotz Beweisen. Als Luther das kapierte, da schrieb er: \u201eDa ging mir der ganze Himmel auf.\u201c Dir kann heute morgen der ganze Himmel aufgehen, wenn Du das einmal begriffen hatten. Wenn Gott f\u00fcr mich ist, wer mag noch gegen mich sein? Wenn Gott f\u00fcr mich ist, wer will mir dann noch was antun? Wer heute seine Rettung bei diesem Jesus sucht, der wird morgen nicht am Gericht vorbei, sondern durchs Gericht hindurch gerettet werden. So wie es Johannes Calvin gesagt hat der Schweizer Reformator: Der J\u00fcnger Jesu wird vor keinem anderen sich vor Gericht wiederfinden als vor dem, der sein Retter ist, und der seine Sache in die Hand genommen hat um mich zu verteidigen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Halleluja singst auch du,<br \/>\nwenn du Jesus siehst,<br \/>\nunter Jubel ein zur Ruh,<br \/>\nin den Himmel ziehst.<br \/>\nGelobt sei Er!<br \/>\nDer vom Kreuz zum Throne stieg,<br \/>\nhilft auch dir zu deinem Sieg.<br \/>\nGelobt sei Er! Amen (Lied: Himmelan Joh. Gottf. Sch\u00f6ner 1749-1818)<\/p>\n<p><em>Pr\u00e4dikant Thomas Karker, Christusgemeinde Bremen, 17.11.2019<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor langer Zeit sah sich ein gro\u00dfer Feldherr zu einer Entscheidung gezwungen, die deinen eigenen Untergang und die v\u00f6llige Vernichtung seiner Armee bedeuten konnte, musste er seine Truppen doch gegen eine zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcberlegenen Feind antreten lassen. Er schiffte seine Soldaten ein. 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