{"id":16873,"date":"2019-12-30T15:34:34","date_gmt":"2019-12-30T14:34:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16873"},"modified":"2019-12-30T15:34:34","modified_gmt":"2019-12-30T14:34:34","slug":"jesus-das-licht-der-welt-predigt-ueber-joh-812","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16873","title":{"rendered":"Jesus &#8211; das Licht der Welt (Predigt \u00fcber Joh 8,12)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Vor einigen Monaten hatten wir die Geschichte, wie Jesus zu der Ehebrecherin sich stellt, die gesteinigt werden soll und direkt im nachfolgenden Vers spricht Jesus: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. Ich kann mir kein armseligeres oder elenderes Unternehmen \u00fcberhaupt in dieser Welt denken als das Werk der Weltmission. In den Kirchen gibt es viel Glanz, viel Macht und Geld. Mission war immer am Sterben, war immer ein ganz ersch\u00fctternd mickriges Unternehmen. Der erste Missionar der Neuzeit Justinian von Welz ist hinausgezogen und er fand nicht einen einzigen, der hinter ihm stand. Theologen aus Giessen haben neulich ein Gutachten erstellt, dass die Weltmission gegen den Willen Jesu w\u00e4re und gegen das Wort der Bibel. Das sei nicht n\u00f6tig. Das w\u00fcrde Gott ganz allein tun. Das sei Menschenwerk.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Davor beh\u00fct uns lieber Herre Gott! Und wenn Sie es dann durch die Jahrhunderte weiter verfolgen, wenn Zinzendorf seine Boten geschickt hat. Wie hatte der eine gesagt, der nach Gr\u00f6nland sollte? Dann muss ich mir ja erst noch Schuhe besorgen! Und Sie m\u00fcssen es einmal in den Tageb\u00fcchern lesen, Zinzendorf konnte nicht einmal seinen Missionsboten das Schiffsgeld, das Ticket bezahlen. Und dann kamen sie nach Amsterdam und warteten wie Gott die T\u00fcr \u00f6ffnet, ob sie irgendwo einen Gratistrip kriegen. Und wie sie bei den Leuten gefragt haben, wo sie in Amsterdam schlafen k\u00f6nnten und schlie\u00dflich auf dem Deich geschlafen haben in der kalten Nacht, weil sie kein Geld hatten f\u00fcr die billigste Herberge. Das ist Mission.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei uns ist das ja alles sozial abgesichert, wir k\u00f6nnen uns diesem modernen Kram gar nicht mehr entziehen. Das will auch niemand \u00e4ndern. Es w\u00e4re auch vermessen, wenn wir anders handeln wollten, wo wir doch alle unsere eigenen Sicherheiten haben, die die wir ausschicken wenn auch mit einem Minimum an Sicherheit, aber ich denke an die vielen zehntausende der Missionare, die von den jungen Gemeinden in der dritten Welt ausgesandt sind, die gar nichts haben und gar nichts wissen, was werden wird. Vor ein paar Tagen war eine liebe Mitarbeiterin da aus \u00c4thiopien, die noch einmal erz\u00e4hlt hat, wie da unter den Konso im Oktober im S\u00fcden \u00c4thiopiens in einem wilden Stamm ein Evangelist erschlagen wurde. Da gibt es keine Witwenrente und keine Versorgung. Und sofort haben sie f\u00fcnf andere gerade noch geweiht und eingesetzt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr sollt Missionsboten Jesu sein! Ihr sollt hinausgehen! Das ist euer Auftrag! Zu den Unerreichten, die Jesus noch nicht kennen. Es ist ja auch ganz merkw\u00fcrdig, dass die Kirchenorganisationen nie mit vollem Herzen Mission getrieben haben. Sie fanden immer ein Haar in der Suppe und haben das immer ein wenig umfunktioniert. Es ist auch gut so, denn eine Kirchenorganisation w\u00fcrde immer viel mehr Wert auf Mitgliederwerbung legen oder auf Glanzentfaltung. Und so waren es immer freie Freundeskreise, die Mission getrieben haben, weil ihnen das so wunderbar war, was Jesus ihnen geschenkt hat. Das wollten sie weiter tragen und weitergeben. Ich kann es Ihnen nicht erz\u00e4hlen, wie das war: Peter Cameron Scott, nur ein Beispiel. Vor knapp \u00fcber hundert Jahren wollte er seinen Bruder, der Missionar war im Kongo, ihn besuchen, ihm zu helfen. Als er kommt, kann er gerade noch den Sarg zimmern und ihn beerdigen. Da geht er wieder zur\u00fcck nach England und findet dort diese Grabplatte in der Westminster Abbey von Livingstone das Wort Jesu: Ich habe noch andere Schafe. Die will ich auch herf\u00fchren. Das war die Berufung f\u00fcr ihn. Und dann zog er aus mit sechzehn Freunden nach Ostafrika. Und noch einmal: Wie elend, wie k\u00fcmmerlich. Schon der Konsul in Mombasa hat ihnen nicht erlaubt zu missionieren. Wissen Sie, wie die Kolonialregierungen mit allen Tricks das zu verhindern wollten, dass Jesusboten in ihre L\u00e4nder kommen. Ja nat\u00fcrlich, weil sie die dunklen Machenschaften der Kolonialm\u00e4chte immer aufdecken. Mission und Kolonialmacht waren fast immer ein Spannungsverh\u00e4ltnis. Vierzehn Monate hat Peter Cameron Scott Zeit gehabt, dann war er tot. Und wenig sp\u00e4ter war von den sechzehn keiner mehr \u00fcbrig geblieben. Und heute ist es die gr\u00f6\u00dfte christliche Kirche in Ostafrika, hundert Jahre sp\u00e4ter, die Afrika-Inland-Kirche. Das ist Gottes Weg, wie er arbeitet. Peter Cameron Scott schrieb in sein Tagebuch mit letzter Kraft: K\u00f6nnen wir den Menschen, die in der Finsternis sind, das Licht des Lebens vorenthalten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also das ist jetzt zuerst meine Frage: Was ist die Kraft der Mission? Was ist ihre Durchschlagskraft? Nur ihr Zeugnis von Jesus. Nichts anderes. Mission lebt nicht von der Macht der Freunde, die hinter ihnen stehen; Mission lebt nicht von der Unterst\u00fctzung und vom Geld. Es ist ein Geheimnis, dass das Jesus-Zeugnis Frucht wirkt. Heute ist ja bei uns gar kein Geheimnis. In allen christlichen Kirchen ist Mission ein Witzwort geworden, ein Spottwort. Nat\u00fcrlich, es war schon immer so. Es ist gar nicht neu. Mit dem Wort Missionar kann man alle sp\u00f6ttischen Witze und Bemerkungen verbinden. Das ist immer der Sache Jesu zueigen, dass die Menschen die Nase dar\u00fcber r\u00fcmpfen. Jetzt einmal Hand aufs Herz: Sind Sie denn so arg \u00fcberzeugt, dass es unsere Pflicht ist den Ungl\u00e4ubigen um uns her Jesus zu bezeugen? Wir sind ja auch immer wieder stumme Hunde und reden nicht und bellen nicht, sondern schweigen. Und dann kommt immer schnell bei uns das Argument: Aber die anderen sind doch auch gl\u00fccklich und zufrieden. Ist das die Frage, gl\u00fccklich und zufrieden? Und dann kennen wir das ganze Problem, das klingt doch so arrogant, wenn ich den anderen Wahrheit vermitteln k\u00f6nnte. Das geht doch nicht. Ich will doch dem anderen seinen Glauben nicht absprechen. Der hat zwar eine andere Erkenntnis, eine andere Religion. Kann man denn einem anderen das so bringen. Also alle Gedanken, die auch in meinem Kopf sind, sprechen geben Mission. Ich verstehe alle Kritiker der Mission sehr, sehr gut, die sagen, es sei arrogant und anma\u00dfend, einem anderen den Glauben zu vermitteln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun Mission hat nie mit Machtmitteln gearbeitet. Im Mittelalter, wo die Kirche Zwangsmissionierung machte, das hat mit Mission nichts zu tun gehabt. Das hat auch mit der gro\u00dfen Missionsbewegung der letzten 300 Jahre nichts zu tun gehabt. Ich kenne auch kein Beispiel, wo mit \u00e4u\u00dferen Verg\u00fcnstigungen Menschen geworben wurden. Das hebt ja gar nicht lang, wenn man Menschen k\u00f6dert \u2013 das wissen Sie doch auch. Es muss ja aus dem Herzen kommen. Man muss die Bibel aufschlagen und im Wort Gottes hat man die richtige Basis auf einmal wieder. Und da steht so drin, dass man\u2019s kaum zitieren will und man sich geniert, wenn man das bei uns so sagt. Was steht denn drin? Dass es keinen anderen Weg gibt zum Heil und keine andere Erkenntnis und so wie wir es am Sonntag gehabt haben, dass es keinen anderen Weg gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Sie Ihre Bibeln gerade dahaben; die Stelle ist mir ganz neu wieder wichtig geworden: 1. Korinther 10. Paulus klipp und klar, einfach und unkompliziert, Vers 20. Da spricht er von den anderen Religionen, was man opfert, das opfert man den b\u00f6sen Geistern und den D\u00e4monen und nicht Gott. Das kann nur der lebendige Gott tun, absprechen, dass diese Wege zum Heil f\u00fchren. In den Religionen steht ein gro\u00dfes Erkennen. Wir wollen Religionen nie abwerten oder l\u00e4cherlich machen oder verspotten. Das Evangelium sagt. Es gibt keinen Menschen und keine Erkenntnis, die uns vor Gott retten kann. Der einzige Name ist der Name Jesus. Es ist auch bei uns wenigen Menschen bewusst, wie andere Religionen \u00fcberhaupt reden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Konfuzius hat Gott \u00fcberhaupt nie gekannt, das wollte er auch nie. Der Buddhismus will gar nicht zu Gott leiten. Der Buddhismus will nur, dass die Erscheinung meines Ichs verschwindet im Unendlichen. Buddhismus will nicht zu Gott leiten. Es sind wichtige Erkenntnisse \u00fcber die menschliche Existenz, die fl\u00fcchtig ist. Aber das Entscheidende ist aber, wie kann man denn zu Gott kommen? Und dann haben Religionen ein gro\u00dfes Wissen um die Macht der Finsternis. Bei uns in Europa wei\u00df man wenig von Teufel und D\u00e4monen. Da m\u00fcssen Sie einmal in die Mythenwelt, auch in die Kunst, Bildnisse der Weltreligionen hineinblicken. Wenn Sie auf die Tempel sehen, mit diesen furchtbaren Fratzen und Gesichtern, und dann lassen Sie sich\u2019s einmal von Menschen erz\u00e4hlen, wie ihr Leben von einer unheimlichen Angst vor einer schrecklichen Furcht vor der schwarzen Magie beherrscht wird. Die haben ja etwas von der Wirklichkeit der Welt erfasst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann h\u00f6ren wir noch einmal die Berichte, wie ein Ludwig Nommensen zu den Bataks kommt und wie sie ihm ganz schnell sagen, wie er unter ihnen wohnt und versucht die Kontakte zu kn\u00fcpfen. Da sagen sie zu ihm: Wir werden dein Leben ausl\u00f6schen. Ein Zauberer versucht ihn zu vergiften. Und dann eines Tages machen sie dieses gro\u00dfe Fest mit Zehntausenden von Menschen in der Ekstase und pl\u00f6tzlich spricht eine Prophetin \u2013 es gibt ja das alles im Heidentum, diese Prophetenstimme, ganz echt \u2013 die in Trance redet und sagt: Nun muss zur Vers\u00f6hnung der G\u00f6tter das Blut des wei\u00dfen Mannes flie\u00dfen. Und Nommensen ging trotzt aller Warnungen hin und er tritt ganz ruhig vor \u00fcber zehntausend Speere der K\u00e4mpfer und sagt: Was ihr redet ist die Macht der Finsternis. Gott ist ein Gott der Liebe und will nicht, dass Blut flie\u00dft, weil er das Opfer gebracht hat. Und das war der Durchbruch bei den wilden Kopfj\u00e4gern der Bataks. In dieser furchtbaren Todesangst lebten und einen um den anderen ermordeten und dann die K\u00f6pfe als Schmuckzeichen trugen ihres Sieges. Und auf einmal kommt das Evangelium: das Licht, das die Finsternis \u00fcberwindet. Das ist so gro\u00df, dass Jesus das Licht ist. Mission war immer nur stark, wo sie wehrlos und kraftlos Zeugnis Jesu Christ war, ganz allein. Und er hat die Finsternis \u00fcberwunden und hat Menschen verwandelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist immer wieder eindrucksvoll, wenn man das dann h\u00f6rt den L\u00e4ndern wie dort bei den Nagas in Ostindien, die auch solche Kopfj\u00e4ger waren, wie es auf einmal eine Befreiung gibt in einem Volk. Man spricht ja heute viel, dass man die Kultur zerst\u00f6rt. Ist es eigentlich schlimm gewesen, dass die Menschenfresser immer Menschen fressen? Oder h\u00e4tte man die Kultur erhalten sollen? Die Angst im Totenkult und unheimlich viele magische Zauberriten, die die Menschen krank machen mit unreinem und schmutzigem Wasser? Es gibt ja heute noch B\u00fccher, die der Mission vorwerfen, sie w\u00fcrde gegen die Beschneidung der Frau k\u00e4mpfen. Wir wissen, welch ein Unheil das bringt \u00fcber Millionen in Afrika heute, die letztlich aus der Finsternis kommt. Aber jetzt ist bei uns in Europa und in unserem eigenen Herzen genau so viel Finsternis. Darum ist Mission bei uns geboten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und noch einmal: Mission ist keine organisatorische Frage, sondern ob wir Jesus das Licht bezeugen k\u00f6nnen, ob Jesus in unserem Leben diese Wandlungen gemacht hat, bei uns die Finsternis durchbrochen hat, die Finsternis meines Denkens, die Finsternis meines Hasses, meiner Ichsucht \u2013 durchbrochen hat und so hell hineinleuchtet. Jesus hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben. Hat er das? Dass durch uns andere Menschen auch dieses Licht entdecken k\u00f6nnen. Wenn wir heute immer davon reden, die Kultur m\u00fcsse erhalten bleiben, stellen Sie sich einmal vor, wenn man die Kultur der alten Germanen erhalten h\u00e4tte, g\u00e4be es dann in unserer Welt eine moderne Wissenschaft, die diese Welt behandelt. Schon ein Massai in Afrika weigert sich Gem\u00fcse anzubauen, weil er sagt, er will der Mutter Erde nicht auf dem Bauch herumkratzen. Das ist f\u00fcr ihn eine g\u00f6ttliche Begegnung. Er hat gar keine Offenheit, die Erde als Erde zu nehmen und damit zu arbeiten. Das ist ja erst durch das Evangelium gekommen, die Befreiung aus all diesen Mythen, dass ich die Welt gebrauchen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur was jetzt so furchtbar ist in Europa: Wir haben Menschenrechte. Ich kann die Menschenrechte, die Geltung etwa der Gleichberechtigung aller Menschen nur durchs Evangelium von Jesus verstehen. In vielen Religionen gibt\u2019s das nicht. Aber wir haben heute die ganzen Errungenschaften, soziales Denken, den Solidarit\u00e4tsgedanken, die alle aufs Evangelium zur\u00fcckgehen, aber haben das Licht, dass das alles geschaffen hat, vergessen, das Licht Jesus. Und unsere Kultur braucht dieses Licht, denn sonst werden all diese Errungenschaften f\u00fcr uns wieder unheimliche Dinge, wenn wir sie nicht wieder vom Licht Jesu her sehen und anwenden k\u00f6nnen. So wie eine reine Humanit\u00e4t ohne Jesus sehr schnell in die Bestialit\u00e4t f\u00fchrt. Die herrliche Erkenntnis, was das Humanum ist, kann ich nur durchs Evangelium sehen, was ein Mensch bedeutet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist die Kraft der Weltmission? Das Licht, das leuchtet. Und jetzt das andere: Die Finsternis k\u00e4mpft dagegen. Das wird im Evangelium immer gesagt: Die Finsternis, die hat\u2019s nicht begriffen oder man kann vielleicht sagen, die hat\u2019s sofort begriffen, was los war. Darum hat sie sich gegen das Licht gestellt. Wie ist das bei Ihnen, wenn Sie schlafen und pl\u00f6tzlich blinzelt Ihnen einer mit einer strahlend hellen Lampe in die Augen? Das ist \u00e4rgerlich. Da wacht man auf. Da zuckt man zur\u00fcck. Da will man sich die Augen zuhalten. Man will im Finsteren bleiben. Es geh\u00f6rt zur Weltmission, dass alle Widerst\u00e4nde mobil sind und der Teufel alles alarmiert gegen die Weltmission. Vor vielen Jahren, als wir an einer Missionarskonferenz von Indianermissionaren waren, da lag eine junge Mutter im Sterben und sie holten mich noch vor dem Fr\u00fchst\u00fcck. Wir sollten noch einmal beten. Und wie ich sehe, wie der Zustand dieser Frau ist, sagte ich: Da m\u00fcsst ihr schnell den Notarzt holen und die Frau ins Krankenhaus bringen. Und ihr Mann war Arzt. Und der lag auf den Knien und sagte: Wir wissen, was das f\u00fcr M\u00e4chte sind: das ist kein medizinischen Ph\u00e4nomen, das sind dunkle M\u00e4chte. Die Mutter wurde gesund. Und sie sagten: Wir k\u00e4mpfen Tag f\u00fcr Tag mit unheimlichen Hindernissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb brauchen Sie sich auch nicht wundern, wenn b\u00f6ses Gerede \u00fcber Missionen entsteht und wenn manches Ver\u00e4chtliche gesprochen wird. Ich habe das oft auch erlebt. Hier in unserem Land: Wenn Menschen die ersten Schritte mit Jesus gingen. Und auf einmal kamen andere und die haben ihr gesagt: Was, du l\u00e4sst dich dort beeinflussen? Und dann kamen ein paar b\u00f6se Worte und dann wurden die Jungbekehrten unsicher und dann wurden sie in manche Br\u00e4uche wieder hineingef\u00fchrt. Ich denke an eine junge, psychisch etwas labile Frau. Und da hat einer aus der christlichen Gemeinde gesagt: Lass dich doch von diesen Pietisten nicht so beeinflussen. Sie zog in eine Wohngemeinschaft, wurde schwanger, musste abtreiben und versank zum Schluss in v\u00f6lliger Dunkelheit, Selbstvorw\u00fcrfen. Das kann einen so bitter machen: Warum hat die Finsternis so viel Raum in einem Menschen, der so wunderbar einmal das Licht sah, so fr\u00f6hlich sein Christsein lebte? In der Apostelgeschichte wird erz\u00e4hlt, wie der Paulus nach Zypern kam und der Landpfleger dort das Evangelium von Paulus h\u00f6ren will. Und da ist ein Zauberer. Das waren diese Magier, die dort gehalten wurden an den H\u00f6fen. Und der hat das verhindern wollen. Und Paulus tritt auf ihn zu und sagt: Du sollst blind sein. Der Herr straft dich. Wir haben nicht die Vollmacht, andere Menschen so zu strafen wie es Paulus konnte. Aber wir m\u00fcssen wissen: Das ist ein gro\u00dfer Geisteskampf, der angebrochen ist in dem Augenblick wo einer sich Jesus zuwendet und das Heil erkennt. Da ist in der H\u00f6lle Gro\u00dfalarm. Und deshalb braucht es viel Sorgfalt und viel F\u00fcrbitte, um Menschen dort auch zum Durchhalten zu bewegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen hinter unseren jungen Leuten stehen, wenn sie die ersten Schritte im Glauben gehen. Wir wissen welche Einfl\u00fcsse dann kommen, von ihren Kameraden. Und wie schwer das oft ist, wenn man allein seinen Weg geht, weil die Finsternis alles tut, um das zu verhindern. Die Finsternis hat\u2019s nicht begriffen. Sie wollte es nicht begreifen, was das Licht ist. Das Licht Jesus, das scheidet ja Licht und Finsternis. Wir vergleichen das Licht gern mit der Sonne, aber im Sch\u00f6pfungsbericht hei\u00dft es: Bevor Gott die Sonne geschaffen hat, hat er Licht und Finsternis geschieden, dass \u00fcberhaupt ein Mensch wieder erkennt, was gut und was b\u00f6se ist, was recht und unrecht ist, was wahr und was unwahr ist. Und das ist ein Prozess, wo man sich zun\u00e4chst dagegen sperrt, wenn das Wort uns trifft und dieses aufdeckt. Aber es ist herrlich, wenn dieses geschieht. Und wir w\u00fcnschen uns das. Wir w\u00fcnschen uns auch wieder unruhige Zeiten, wo wir in diesen Kampf um die Vormacht der Geister hineingerissen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt blo\u00df noch ein Letztes: Lass doch das Licht Jesu hell leuchten! Wenn man die Kirchenfenster oft sieht, mit ihren Farben und dann, wenn man dahinter eine Lampe stellt oder wenn gar die Sonne durchleuchtet, wie auf einmal die Farben anfangen zu leuchten. So ist es ja bei uns auch. Es w\u00e4re immer ein Missverst\u00e4ndnis, wenn man meint: Ich m\u00fcsste leuchten. Es gibt bei Christen immer wieder die Verkrampfung, die dann etwas Frommes als Theater vorspielen wollen. Das ist ja nicht gemeint. Herr, lass durch meine menschliche Schw\u00e4che hindurch, durch meine Pr\u00e4gung hindurch, dein Licht leuchten. Und dann ist es eine ganz wunderbare Vielfalt: Frauen und M\u00e4nner, Alte und Junge, so Veranlagte mit ganz verschiedene Ansichten: Durch alle scheint das helle Licht Jesus hindurch. Darum gibt\u2019s eine gro\u00dfe Vielfalt unter Christen. Und keiner braucht den anderen kopieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber dieses Licht, das durchleuchtet, macht das so sch\u00f6n. Ich bin immer traurig, wenn manche meinen: Christentum w\u00fcrde Uniformierung bedeuten. Nein, \u00fcberhaupt nicht. Vielfalt der Formen und der Ansichten und der Meinungen. Und das betrifft auch die V\u00f6lker und die Nationen. Die denken anders als wir, die haben andere Eigenarten. Aber da wo Jesus hindurch leuchtet und das B\u00f6se und S\u00fcndige weggenommen wird, so ist es eine ganz wunderbare Vielfalt. Es ist immer ein ganz pers\u00f6nliches Geschehen, dass Jesus uns erleuchtet, dass ich das Licht Jesus entdecke, in meinem Leben breche mit der Finsternis. Da steht da vom Wandeln. Das hei\u00dft doch herumlaufen, spazieren gehen im Licht Jesus. Ich erlebe auf einmal: Wie ist das, wie sind meine Ansichten mit Jesus \u00fcber diese Welt und \u00fcber das Geld und \u00fcber meinen Beruf und \u00fcber die Mitmenschen? Und ich entdecke immer mehr vom Licht und lasse dieses Licht durch mein Leben hindurch leuchten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird erz\u00e4hlt, als Mose von dem Berg Sinai kam, dass die Leute sein Angesicht nicht anschauen konnten. Was war denn das f\u00fcr ein Glanz? Es war nur das Widerspiegeln des Lichtes. Und je mehr wir im Licht leben, umso werden wir Kinder des Lichts, wird das Licht uns durch und durch pr\u00e4gen. Und nun kann man eben nicht Missionsdienst machen, ohne selbst im Licht zu stehen. Das ist auch f\u00fcr unsere Missionsmitarbeiter die schwerste Anfechtung, weil man oft auf einsamem Posten steht, da ist die Ehe etwas angekr\u00e4nkelt und etwas spannungsreich oder mit den Kindern sind die Probleme riesengro\u00df. Es kommt zum Streit mit den Mitarbeitern. Ich werde in dem Augenblick unbrauchbar, wenn ich mich das Licht nicht dauernd reinigt und heiligt und in den Dienst nimmt. Ich kann nicht predigen und von dem Licht Zeugnis ablegen, wenn ich nicht selber dieses Licht lebe und habe. Wir haben die Jahreslosung, die uns soviel Mut macht, wo Jesus sagt: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden und ich bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Und da wird ganz vergessen, dass diese Gegenwart Jesu versprochen ist gerade da, wo wir eine bekennende, weltweit missionierende Gemeinde sind, die das Zeugnis Jesu weiter tragen. Und noch einmal: Dann k\u00f6nnen wir sagen: Verwechsele das nicht. Bei uns gibt es viele menschliche Eigenheiten, die noch nicht weggeputzt sind und viel auch was uns st\u00f6rt, aber blick doch auf dieses Licht Jesus, das uns so fasziniert. Und dass wir in unserem Leben als die gro\u00dfe Erneuerung und Wende erlebt haben, das war Jesus wichtig. Mit seinem Kreuzestod hat er ein Testament uns hinterlassen, dass alle Menschen, die Kraft seiner Erl\u00f6sung erfahren. Zu einer Erl\u00f6sung f\u00fcr viele. Es ist ein Verbrechen, dass die Christen das f\u00fcr sich behalten und im eigenen Saft schmoren. Die Erl\u00f6sung Jesu muss in der Welt bekannt werden. Ich habe es oft nicht verstehen k\u00f6nnen, warum Gott diesen Auftrag uns anvertraut hat, wo wir doch so nachl\u00e4ssig damit umgehen. Es w\u00e4re wirklich besser gewesen, er h\u00e4tte selbst es getan oder seine Engel beauftragt. Er hat es in die H\u00e4nde seiner Nachfolger, seiner J\u00fcnger gelegt. Und das ist Mission so schlecht aufbewahrt worden. Es ist das Bekennen des Lichtes Jesu vor denen, die noch nichts davon wissen. Mit der Auferstehung, mit der Himmelfahrt noch einmal ganz deutlich der Befehl: Geht hin in alle Welt und verk\u00fcndigt das allen Menschen. Nun hei\u00dft das nicht blo\u00df, dass man in ferne L\u00e4nder geht, aber das hei\u00dft, dass wir hier reden. Dass wir Menschen das in aller Freude bezeugen und weitersagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird im n\u00e4chsten Jahr f\u00fcnfzig Jahre her sein, dass unser Kirchgeb\u00e4ude eingeweiht wurde. Und mit dem m\u00f6chte ich schlie\u00dfen. Ich habe Ihnen immer wieder erz\u00e4hlt, dass Pr\u00e4lat Karl Hartenstein hier einen Vortrag anl\u00e4sslich der Einweihung unserer Kirche vor neunundvierzig Jahren gehalten hat, der mir so programmatisch ist, wo er das auch so deutlich sagt, dass es keine andere Existenz mehr gibt f\u00fcr eine christliche Gemeinde in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg als eine missionarische Gemeinde. Wo er den Mut hatte 1950 offen zu sagen, dass Israel das Zeichen der Weltmission sei, die Sammlung Israels. Aber dann redet er sehr ernst von der Kraft des Antichristen. Und er sagt: Ihr d\u00fcrft euch in W\u00fcrttemberg nicht t\u00e4uschen, aber die Zeiten sind unwiederbringlich vorbei, wo das Christentum die Gesellschaft beherrscht. Es steigt in dieser Generation eine neue Zeit herauf, nicht eine heidnische \u2013 die Geschichte geht nie zur\u00fcck \u2013 , sondern es wird eine antichristliche Zeit sein, wo die Gemeinde der Zukunft lebt. Die erste Welle ging \u00fcber uns im dritten Reich hinweg, die zweite Welle bereitet sich vor. Er kam ganz stark von dem Denken her, des antichristlichen Denkens in Europa. Und dann spricht er davon, wie der Mensch sich an die Stelle Gottes setzt und sich selbst erl\u00f6st und Gott nicht mehr braucht, wo die Kirchen\u00fcberfl\u00fcssig werden und dann sagt er: Die Urgemeinde hat sich einst versammelt als eine lebendige Gemeinde im Angesicht der r\u00f6mischen Herrscher von Nero \u00fcber Trajan bis Decius und Diokletian, die damals nichts anderes wollten als Gemeinde Jesu ausrotten. Und gerade in dieser Zeit hat Gott das sch\u00f6nst Wachstum geschenkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nun lese ich einfach: Mich d\u00fcnkt, je mehr das Dach des gro\u00dfen Christentums abgedeckt und die Zeit dieses christlichen Abendlandes zu Ende geht, umso mehr kann Gott uns wieder das Geheimnis der wahren Christusgemeinde schenken. Es war der Wunsch des Pr\u00e4laten auf dieser Kanzel. Das hei\u00dft: Jetzt Christ sein, nicht einfach in der Tradition unserer V\u00e4ter als selbstverst\u00e4ndliche Sitte und Erbgut. Jetzt hei\u00dft Christsein wieder, den Sprung wagen, von dem Ludwig Hofacker in jeder Predigt sprach: Die pers\u00f6nliche Christusentscheidung und die pers\u00f6nliche Christusnachfolge, es wird \u2013 und davon ist auch diese neu erbaute Kirche ein Zeichen \u2013 es wird in einer antichristlichen Welt wieder Kirche Christi geboren. Senkrecht und n\u00fcchtern als die Gemeinde der Christusgl\u00e4ubigen. Mich d\u00fcnkt, dass in diesem Augenblick, da das christliche Abendland zu versinken beginnt, Gott uns neu das Geheimnis der Christusgemeinde sehen l\u00e4sst und schenken wird in aller Schw\u00e4che, in aller Ohnmacht. Ich freue mich so, dass Gott uns die Erf\u00fcllung dieser Verhei\u00dfung auch hat sehen lassen auch an diesem Platz. Und dann wird niemand das ausl\u00f6schen k\u00f6nnen, wo wir nur dies Eine sein wollen, dass Christus Menschen erleuchten kann. Amen.<\/p>\n<p><em>Quelle: www.sermon-online.de<\/em><br \/>\n<em>Die Predigt wurde im Januar 1999 gehalten<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Monaten hatten wir die Geschichte, wie Jesus zu der Ehebrecherin sich stellt, die gesteinigt werden soll und direkt im nachfolgenden Vers spricht Jesus: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. 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