{"id":16869,"date":"2019-12-23T21:46:22","date_gmt":"2019-12-23T20:46:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16869"},"modified":"2019-12-23T21:46:52","modified_gmt":"2019-12-23T20:46:52","slug":"biete-luxuxvilla-suche-bretterbude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16869","title":{"rendered":"Biete Luxusvilla, suche Bretterbude"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ein Inserat in der Tageszeitung, Rubrik Wohnungstausch: \u201eBiete Luxusvilla mit allem Komfort in sch\u00f6nster Lage, suche Bretterbude in Israel, m\u00f6glichst Slumgegend. Kriegsschauplatz angenehm.\u201c Wer das liest, sagt sich: \u201eWenn das kein Witz ist, ist es Wahnsinn. Der Mann, der diesen Wohnungstausch anbietet, tickt offenbar nicht ganz richtig. Das macht doch kein normaler Mensch, freiwillig aus seiner Traumvilla mit Swimmingpool und Schaukelstuhl ausziehen in eine Bretterbude ohne Wasser und Strom. Sowas gibt\u2019s doch nicht!\u201c<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch, sowas gibt\u2019s. Allerdings kann man das nicht in der Zeitung lesen, das gebe ich zu. Aber im Nachrichtenmagazin Gottes, in der Bibel, da kann man es nachlesen: In der Weihnachtsgeschichte, Lukasevangelium Kapitel 2. Der Unterschied besteht darin, dass die Weihnachtsgeschichte keine Anzeige f\u00fcr einen geplanten Wohnungswechsel ist, sondern der Bericht \u00fcber dessen Vollzug. Der Umzug hat bereits stattgefunden. Gott, der f\u00fcr uns Menschen ferner und unerreichbarer ist als ein Multimillion\u00e4r in seiner Luxusvilla, dieser unsichtbare, unbegreifliche und gro\u00dfe Gott ist umgezogen. Aus dem Jenseits in das Diesseits. Aus dem Himmel auf die Erde. Aus dem Reichtum in die Armut. Und noch nicht einmal in einer Bretterbude, die immerhin noch als menschliche Behausung gelten k\u00f6nnte. Nein, in einen Stall bei den Tieren hat er sich einquartiert, ist Erdenb\u00fcrger geworden, Mensch. Warum das alles?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenige Wochen, bevor Gott als Kind in Bethlehem zur Welt kam, hat er noch einmal klar definiert, warum diese Geburt stattfindet, warum es Weihnachten wird., was der Sinn der ganzen Aktion ist: \u201eEr (der Sohn der Maria, Jesus) wird sein Volk retten von ihren S\u00fcnden\u201c (Matth 1,21).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Keine Pfefferkuchenparty<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht also nicht um eine harmlose Pfefferkuchenparty, sondern um eine Rettungskation. Christ. Der Retter, ist da! Wenn von einem Retter die Rede ist, muss auch davon geredet werden, wovor der Retter rettet. Eben: \u201eVon ihren S\u00fcnden\u201c. Viele fragen: \u201eKann man denn nicht wenigstens mal zu Weihnachten aufh\u00f6ren mit dem S\u00fcndengerede? Kann man uns denn nicht wenigstens mal zum Fest der Liebe in der Kirche mit dem leidigen Thema S\u00fcnde in Ruhe lassen?\u201c Eben nicht! Weihnachten findet ja gerade wegen der S\u00fcnde statt. G\u00e4be es die nicht, g\u00e4be es auch kein Weihnachten. Aber die S\u00fcnde, den Widerspruch gegen Gott, gibt es seit Adam. Seitdem ist die T\u00fcr zum Paradies verschlossen und bewacht. Und Gott hat sich etwas ausgedacht, wie er uns den Zugang zum Paradies wieder erm\u00f6glichen k\u00f6nnte \u2013 durch Jesus, der sp\u00e4ter von sich gesagt hat: \u201eIch bin die T\u00fcr\u201c (Joh 10,9). Durch ihn geht es in Gottes Reich! Damit das funktionieren konnte, musst er erst einmal in unser Fleisch: \u201eDas Wort wurde Fleisch\u201c (Joh 1,14). Gott wurde Mensch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieso ging Gott diesen Weg? Als Kind, als Mensch, als Gekreuzigter? Ging es denn nicht auch anders? Weniger \u00e4rmlich, weniger blutig, weniger anst\u00f6\u00dfig? Denn die Ungeheuerlichkeit des Anfangs, dass der gro\u00dfe Gott ein kleiner Mensch wird, als dessen einiges Erkennungszeichen ja ein paar Windeln genannt werden, findet ja ihre Fortsetzung in weiteren Ungeheuerlichkeiten: Von der eigenen Familie wird er f\u00fcr verr\u00fcckt erkl\u00e4rt, Theologen halten ihn f\u00fcr Beelzebub. Seine Richter erkl\u00e4ren ihn zum Gottesl\u00e4sterer. Er endet als Verbrecher am Galgen auf der M\u00fcllkippe von Jerusalem. Nur als sie ihn f\u00fcr tot erkl\u00e4rt haben, hat es dann nicht mehr hingehauen, denn nach drei Tagen war er wieder da und gab seine Regierungserkl\u00e4rung ab: \u201eMir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf der Erde\u201c (Matth 18,18).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eVern\u00fcnftig\u201c, also unserem realen Zustand als verlorene S\u00fcnder angemessen, ist doch nur eins: dem gro\u00dfen Gott staunend dankbar zu sein. Denn hie, zu Weihnachten, geht es um nichts anderes als um Liebe, also um etwas, was mit der Vernunft weder etwas zu tun hat noch zu beschreiben oder zu fassen ist. Denn wenn es einen einzigen denkbaren Grund gibt, der die Ungeheuerlichkeit erkl\u00e4rt, warum Gott Mensch wurde und den ganzen Stress von der Geburt bis zum Tod auf sich genommen hat, dann gibt es nur eine Antwort: Liebe. \u201eso sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben\u201c (Joh 3,16).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gott hat alles zu unserer Rettung eingesetzt!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir auch manchmal nicht erkennen, worin unsere Schuld vor Gott besteht \u2013 aus der riesenhaften Rettungsaktion Gottes k\u00f6nnen wir erkennen, wie schlimm es um uns steht. Um uns zu retten, musste Gott, der Sch\u00f6pfer der Welt, ein Kind werden. Musste Gott, der Herr der Welt gekreuzigt werden. Musste Gott, der Erl\u00f6ser der Welt, verbluten. Aus der Gr\u00f6\u00dfe dieser Rettungsaktion k\u00f6nnen wir die Gr\u00f6\u00dfe unserer Schuld und die Gr\u00f6\u00dfe von Gottes Liebe ermessen. Wir sind von Gott geliebt. Er hat alles zu unserer Rettung eingesetzt, was er hatte: seinen einzigen Sohn Jesus. Jesus ist die Rettungsaktion Gottes f\u00fcr eine verungl\u00fcckte Welt. Welt ging verloren. Christ ist geboren. Freue dich, Christenheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfr. Dr. Theo Lehmann<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Inserat in der Tageszeitung, Rubrik Wohnungstausch: \u201eBiete Luxusvilla mit allem Komfort in sch\u00f6nster Lage, suche Bretterbude in Israel, m\u00f6glichst Slumgegend. Kriegsschauplatz angenehm.\u201c Wer das liest, sagt sich: \u201eWenn das kein Witz ist, ist es Wahnsinn. Der Mann, der diesen Wohnungstausch anbietet, tickt offenbar nicht ganz richtig. 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