{"id":16848,"date":"2019-12-09T09:31:42","date_gmt":"2019-12-09T08:31:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16848"},"modified":"2019-12-09T09:31:42","modified_gmt":"2019-12-09T08:31:42","slug":"das-handy-ist-wie-kokain-in-der-tasche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16848","title":{"rendered":"&#8222;Das Handy ist wie Kokain in der Tasche&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Diskussion l\u00e4uft schon seit Monaten, Leitmedien wie Spiegel, S\u00fcddeutsche \u00e4u\u00dfern sich besorgt: Immer mehr Kinder und Jugendliche konsumieren wie selbstverst\u00e4ndlich pornographisches Material auf ihren Smartphones. Auch die Politik wacht langsam auf, seit Ende Oktober ein Ring von 12 &#8211; bis 25j\u00e4hrigen aufgedeckt wurde, der solches Material gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfig vertrieb. Niemand, kein Kind ist davor gefeit, weil es \u00fcber Smartphone und Internet eben einfach geworden ist wie ein Kinderspiel. Denn seit 2012, dem Jahr, in dem das Smartphone technisch so weit war, da\u00df es im Konsumverhalten den Computer abl\u00f6ste und weltweit zum &#8222;handlichen Artikel&#8220;, also auch in Kinder-und Jugendhand wurde, erlebt die Porno-Industrie einen nahezu unkontrollierten Aufschwung.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste Welle war mit dem Aufkommen des Internet schon Anfang der neunziger Jahre sp\u00fcrbar, aber mit dem internetf\u00e4higen Handy, so erkl\u00e4ren Experten (sie wollen wegen der Skrupellosigkeit dieser Mafia lieber unerw\u00e4hnt bleiben), &#8222;erfolgte ein Quantensprung. Heute haben 85 Prozent der Jungen und 71 Prozent der M\u00e4dchen zwischen 14 und 16 Jahren bereits pornografisches Material gesehen&#8220;. Das Einstiegsalter liege bei 12 Jahren, unabh\u00e4ngig von Familiensituation und Schulform. Das Datenvolumen, das hier weltweit bewegt werde, sei vergleichbar mit dem von Google, schon weil es viele Fotos und Filme umfasse. Die sich explosionsartig vergr\u00f6\u00dfernde Industrie reiche in Deutschland mit ihren Ums\u00e4tzen an die Autoindustrie heran. Man k\u00f6nne durchaus von einer drohenden Suchtepidemie sprechen. Allerdings werde Pornografie-Abh\u00e4ngigkeit offiziell nicht als Sucht anerkannt, &#8222;obwohl sie s\u00e4mtliche Kriterien psychischer Krankheiten erf\u00fcllt&#8220;. Es sei wegen der raschen Zunahme der S\u00fcchtigenzahl auch durchaus Thema bei internationalen Kongressen und Veranstaltungen gewesen, ob man Porno-Sucht im Internationalen Kompendium f\u00fcr Krankheiten (ICD) auff\u00fchre, das alle sechs Jahre aktualisiert werde. &#8222;Aber man wollte nicht, obwohl die Kriterien 1:1 zu anderen S\u00fcchten passten. Das betrifft sowohl die neurologischen Prozesse als auch die Dosis-Steigerung wie bei stoffgebundenen Drogen, es gilt f\u00fcr die Symptome wie sozialer R\u00fcckzug bis hin zum Zerfall der Pers\u00f6nlichkeit&#8220;. Die derzeitigen Trends der Psychotherapie haben derzeit ein anderes Verst\u00e4ndnis von Krankheit. Man fragt: Was will der Kranke? Und nicht: Was heilt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Sinn wird Pornografie verharmlost, auch Kinderpornographie, und der P\u00e4dophilie wieder eine T\u00fcr ge\u00f6ffnet. Es kommt darauf an, wie man Pornografie definiert. Die noch g\u00e4ngige Definition lautet: Bei Pornografie handelt es sich um Material \u00fcber sexuelle Handlungen, das darauf abzielt, sexuell zu stimulieren. In der Stimulierung liegt die Gefahr. Sie verlangt bei anhaltendem und dauerhaftem Konsum eine immer h\u00f6here Dosierung und endet in der Ausschaltung des freien Willens, eben in der Sucht. Warum Porno-Konsum \u00fcberhaupt attraktiv ist, wird in Expertenkreisen erkl\u00e4rt mit drei A&#8217;s: accessibility affordability, anonymity &#8211; leichter Zugang, man kann es sich leisten, man bleibt anonym. Ein Bestreben, den reinen Lustaspekt von Sexualit\u00e4t (neben den Aspekten Beziehung und Fruchtbarkeit) zu erleben, hat es schon immer gegeben, zum Beispiel in Form von Prostitution. Dieses Bestreben ist aber noch nie so einfach (accessibility) und kosteng\u00fcnstig (affordabilty) und zu so geringen sozialen Risiken (anonymity) zu befriedigen gewesen wie durch Pornografie auf einem mobilen Endger\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Porno-Sucht hat selbstverst\u00e4ndlich Auswirkungen auf die Beziehungswelt des S\u00fcchtigen. Sie verringert die Bindungs-und Empathief\u00e4higkeit, erh\u00f6ht den sexuellen Leistungsdruck und f\u00fchrt auf Dauer zu aggressivem Verhalten, vor allem von M\u00e4nnern gegen\u00fcber Frauen. Die Langzeit-Nutzung von Pornografie lasse M\u00e4nner Vergewaltigungen als weniger schwere Verbrechen sehen, was auch durch die #Metoo-Bewegung nicht signifikant beeintr\u00e4chtigt wurde. Zugute kommt der Porno-Industrie, da\u00df dieser Bereich gesellschaftlich stark tabuisiert ist, man redet kaum noch \u00fcber Werte, Schamgef\u00fchl und sexuelle Grenzen. Hier ist ein Bereich, wo Familien und Schulen, die den Anspruch haben, Werte, Moral und menschliches Verhalten zu vermitteln, pr\u00e4ventiv wirken k\u00f6nnen. Pr\u00e4vention ist besser als Abschottung. Es ist besser, das Problem zu kennen und mit ihm umzugehen. Die Sprachlosigkeit in diesem Bereich sei in christlichen Familien nach der Erfahrung von Experten &#8222;leider immer noch weit verbreitet. \u00dcber Sexualit\u00e4t redet man nicht, \u00fcber Pornografie schon gar nicht&#8220;. Das sei im Zeitalter vor dem Internet noch machbar gewesen. &#8222;Vor 1990 musste man sich f\u00fcr Pornografie entscheiden, wenn man sie konsumieren wollte. Heute ist sie omnipr\u00e4sent. Heute muss man sich dagegen entscheiden, wie bei jeder Sucht&#8220;. Zwar gibt es technische M\u00f6glichkeiten wie Kindersicherungen. Aber die k\u00f6nnten junge Leute heute leicht umgehen oder einfach beim Klassenkameraden auf den Schirm schauen. &#8222;Das Handy ist wie Kokain in der Tasche&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufkl\u00e4ren ist das Gebot der Stunde. Das kann in der Familie geschehen, das kann auch systematisch in der Schule gehandhabt werden. Es gibt Vereine und Initiativen, die den Schulen entsprechende Programme anbieten, auch nach Geschlechtern getrennt, auch f\u00fcr Eltern. Diese Programme seien modern und altersgerecht, das Personal gut ausgebildet und deutschlandweit einsatzbereit. Zu erw\u00e4hnen w\u00e4re hier beispielsweise die &#8222;return gemeinn\u00fctzige GmbH&#8220; (www.return-to-reality.de). Es geht darum, das Bewu\u00dftsein f\u00fcr diese Gefahr zu sch\u00e4rfen. Immerhin steht die Bindungs-und Liebesf\u00e4higkeit junger Generationen auf dem Spiel. Das betrifft auch junge Menschen, die selber nicht Pornografie konsumieren. Denn die Wahrscheinlichkeit ist gro\u00df, da\u00df sie einen Freund oder Partnerin kennenlernen, der\/die bereits konsumiert hat (85 Prozent der Jungen, 71 Prozent der M\u00e4dchen bis 16 Jahren).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ist der Pr\u00e4ventionskampf bereits im Gange. In Frankreich finden Tagungen zu diesem Thema statt und formieren sich Gruppen zum Kampf gegen die Porno-Gefahren. In Spanien meldet sich auch die Kirche zu Wort. Der Bischof von San Sebastian, Jose Ignacio Munilla, ergreift jede Gelegenheit, um vor der &#8222;Invasion in unsere Kultur&#8220; zu warnen&#8220;. Selbst linksliberale Medien wie die Tageszeitungen &#8222;El Pais&#8220; w\u00fcrden von den Suchtgefahren sprechen, &#8222;der Westen sei von der freien Liebe der 68er in der Sklaverei des 21.Jahrhunderts gelandet&#8220;. Msgr. Munilla nennt sieben Gr\u00fcnde, weshalb man den Kampf aufnehmen m\u00fcsse: Es gehe um den Menschen als Person; Pornografie t\u00f6te die Liebe der Ehepaare (25 Prozent der Scheidungen erfolgten wegen Porno-Sucht); Porno zerst\u00f6re die wahre Sexualit\u00e4t, verzerre die Sicht von Mann und Frau f\u00fcreinander, mache egoistisch und raube die F\u00e4higkeit zur Freude; Pornografie &#8222;versklave und verhindere, da\u00df der Geist Gottes Wohnung im Herzen der Menschen nehmen k\u00f6nne&#8220;. Munilla bietet eine Reihe von praktischen Ma\u00dfnahmen und Verhaltensregeln an, wie etwa das Schlafzimmer frei zu halten von Bildschirmen, denn die seien eine Versuchung. Von deutschen Bisch\u00f6fen wird man zu dem Thema vermutlich kaum etwas h\u00f6ren. Die anhaltende Mi\u00dfbrauchsdebatte hat ihre Glauw\u00fcrdigkeit in diesem Bereich stark besch\u00e4digt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Tat geh\u00f6rt die Kontrolle \u00fcber den Bildschirm zu den besten Methoden der Pr\u00e4vention. Das geht allein schon aus den Daten zum Medienkonsum hervor. Die 12- bis 19j\u00e4hrigen in Deutschland sind t\u00e4glich drei Stunden und 20 Minuten online. Vor zehn Jahren war es mit 99 Minuten nicht mal die H\u00e4lfte. Insgesamt verbringen die Jugendlichen mit der Nutzung von Massenmedien, also Radio, Fernsehen, Zeitungen plus Smartphone knapp acht Stunden pro Tag. 1970 waren es drei Stunden und 27 Minuten. Das sind Ergebnisse der sogenannten Jim-Studie aus dem Jahr 2016. Nach einer in diesem Jahr ver\u00f6ffentlichten Studie der DAK und des Hamburger Uni-Klinikums verbringen die 12- bis 17j\u00e4hrigen im Schnitt f\u00fcnf Stunden mit WhatsApp, Facebook, Instagram und anderen sogenannten sozialen Medien. Die Nutzungszeiten f\u00fcr Computerspiele kommen noch hinzu. Weitere Studien best\u00e4tigen den steigenden Konsum des Internets.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Folgen sind dramatisch. Junge Menschen treffen weniger Freunde und verlassen seltener das Haus. Sie stehen im Dauerkontakt mit gleichaltrigen Online-Freunden. Man nennt sie POPC, permanently online &#8211; permanently connected. Mittlerweile sind nach der Hamburger Studie 2,6 Prozent der POPC-Jugendlichen von den sozialen Medien abh\u00e4ngig. Jugendpsychologen und -psychiater best\u00e4tigen, da\u00df die Internetsucht heute die h\u00e4ufigste Krankheit ist, mit der sie in ihren Praxen zu tun haben. H\u00e4ufig geht sie mit anderen Krankheiten einher, man spricht vom ISO-Syndrom. I steht f\u00fcr Internetsucht, S f\u00fcr Schulschw\u00e4nzen, O f\u00fcr Obesitas, krankhaftes \u00dcbergewicht. Die Betroffenen haben ein Symptom und die beiden anderen kommen dann dazu, meist steht am Anfang die Internetsucht. Sie zeigt sich auch in der Nomophobie, der Angst ohne Handy zu sein. An dieser Angst leiden nach einer PISA-Studie 41 Prozent der Digital Natives, also jene Generation, die mit Online-Ger\u00e4ten aufgewachsen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch ohne Sucht sind die Folgen gravierend. Die &#8222;Kultur des gesenkten Blicks&#8220; f\u00fchrt zu Konzentrationsm\u00e4ngeln und zu einer geringen Aufmerksamkeitsspanne. 95 Prozent der Jugendlichen haben ein Smartphone und schauen alle sieben Minuten drauf. Nicht nur Schulleistungen leiden darunter, auch ganz elementare F\u00e4higkeiten wie das Lesen. Jeder f\u00fcnfte Viertkl\u00e4ssler verfehlt die Mindeststandards im Bereich Lesen. Das betrifft, so das Institut f\u00fcr Qualit\u00e4tsentwicklung im Bildungswesen (IQB), vor allem Jugendliche in Gro\u00dfst\u00e4dten, \u00fcberproportional ist der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Entscheidend ist aber nicht die Herkunft, sondern das soziale Setting (Milieu, Medienkonsum in der Familie, Stellenwert von B\u00fcchern, Haltung gegen\u00fcber Bildung und Bildungssystem). Vietnamesische Sch\u00fcler zum Beispiel lernen schneller und besser lesen als deutsche, islamisch gepr\u00e4gte Sch\u00fcler haben hier deutliche Nachteile.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Daten sind kein deutsches Ph\u00e4nomen. Weltweit hat sich die &#8222;screen-time&#8220;, die Zeit, in der Jugendliche auf einen gro\u00dfen oder kleinen Bildschirm schauen, in den letzten zwanzig Jahren dramatisch erh\u00f6ht. Die screen-time ist das Einfallstor auch f\u00fcr Pornographie. Sie zu begrenzen und den Schirm zu kontrollieren ist wie das &#8222;Kokain in der Tasche&#8220; wegzuwerfen. Eine Studie der amerikanischen San Diego State University mit mehr als einer Million Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren konnte einen engen Zusammenhang erkennen zwischen Medienkonsum und Wohlbefinden. Mit anderen Worten: Die Laune sinkt proportional zur Dauer des Medienkonsums, wer lange glotzt wird \u00fcbellaunig und aggressiv. Das ist zwar nicht neu, Eltern stellen das bei ihren Kindern immer wieder fest. Aber der wissenschaftliche Nachweis dient als Argument, um den Medienkonsum einzuschr\u00e4nken &#8211; \u00fcbrigens nicht nur bei Kindern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei deutlichen Krankheitssymptomen (Nomophobie) wie dem Starren auf das Handy alle drei, vier Minuten, sollten Eltern sich ernsthaft Gedanken machen, ob sie nicht psychologische Hilfe suchen. Viele P\u00e4dagogen, Psychologen und Verhaltensforscher empfehlen die Einschr\u00e4nkung des Medienkonsums, zum Beispiel eine &#8222;screen-time&#8220; von weniger als zwei Stunden pro Tag, so die Psychologie-Professorin J.M. Twenge, die die Studie der San Diego-University leitete. Zu erh\u00f6hen sei dagegen die Zeit f\u00fcr Sport und f\u00fcr Treffen mit Freunden ohne Handy oder Computerspiel. Schon fr\u00fcher hat eine Freiburger Gruppe von Verhaltensforschern empfohlen, da\u00df Kinder und Jugendliche mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen kein Fernsehen sehen sollten. Bewegte Bilder gehen im Kopf nach und beeintr\u00e4chtigen den Schlaf. Das gilt freilich auch f\u00fcr das Smartphone, dessen Licht allein schon das Hirn fesselt. Was aber tun in dieser Zeit? Die Antwort hei\u00dft: Lesen. Auf Papier lesen, nicht auf dem Bildschirm. Das Gehirn verarbeitet anders, memorisiert anders. Ideal ist, vor allem bei kleinen Kindern, das Vorlesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Antwort kann auch, je nach Alter der Kinder, lauten: Gemeinsam spielen. Gesellschaftsspiele pr\u00e4gen emotional und intellektuell. Sie k\u00f6nnen Erlebnisse werden, an die man sich sehr viel l\u00e4nger und intensiver erinnert als an einen Film. Sie vermitteln, anders als die Medien, echte und reale Gl\u00fccksmomente. Und sie f\u00f6rdern, so ganz nebenbei, eine Tugend, die in der Hektik der Welt immer st\u00e4rker gesucht wird: Ausdauer. Der Autor hat einmal in einem Doppelinterview den Kopf der Pisa-Studien, Andreas Schleicher, und den Nobelpreistr\u00e4ger Gary Becker, der seinen Preis daf\u00fcr bekam, weil er den Begriff des Humanverm\u00f6gens in die Wirtschaftswissenschaften eingef\u00fchrt hatte, gefragt, welche Eigenschaft man in der Familie lerne, die Gesellschaft und Wirtschaft nicht vermitteln k\u00f6nnten, aber dringend br\u00e4uchten. Beide antworteten wie aus der Pistole geschossen: Ausdauer. Ausdauer ist wie jede Tugend auch eine Frage des Willens und der \u00dcbung. \u00dcberm\u00e4ssiger Online-Konsum aber ist dieser F\u00e4higkeit abtr\u00e4glich, er fesselt die Aufmerksamkeit, schw\u00e4cht die Willenskraft und \u00f6ffnet das Tor zu S\u00fcchten &#8211; und zum Mi\u00dfbrauch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der nordrhein-westf\u00e4lische Innenminister Herbert Reul bezeichnet die Szene mit Kinderpornografie im Internet als &#8222;ungeheuerlich&#8220;. Es werde zu wenig dagegen getan, schon auf der Seite der Legislative. Kinderpornografie und Kindesmi\u00dfbrauch sei ein &#8222;grenz\u00fcberschreitendes Massenph\u00e4nomen&#8220;, sagte er im Deutschlandfunk. Je intensiver man hier ermittle umso umfassender w\u00fcrden die Erkenntnisse. Das Netz biete den Verbrechern immense M\u00f6glichkeiten. &#8222;Es ist ungeheuer, was da los ist&#8220;. Umso dringender ist die Pr\u00e4vention &#8211; gerade in den Netzmedien und ihren Empfangsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;\"><em>J\u00fcrgen Liminski, IDAF-Aufsatz 4 \/ 2019<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Diskussion l\u00e4uft schon seit Monaten, Leitmedien wie Spiegel, S\u00fcddeutsche \u00e4u\u00dfern sich besorgt: Immer mehr Kinder und Jugendliche konsumieren wie selbstverst\u00e4ndlich pornographisches Material auf ihren Smartphones. Auch die Politik wacht langsam auf, seit Ende Oktober ein Ring von 12 &#8211; bis 25j\u00e4hrigen aufgedeckt wurde, der solches Material gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfig vertrieb. 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