{"id":16797,"date":"2019-11-18T10:24:34","date_gmt":"2019-11-18T09:24:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16797"},"modified":"2019-11-18T10:24:34","modified_gmt":"2019-11-18T09:24:34","slug":"monotheismus-als-quelle-fuer-gewalt-jan-assmanns-monotheismus-these-in-mose-der-aegypter-kritisch-beleuchtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16797","title":{"rendered":"Monotheismus als Quelle f\u00fcr Gewalt? Jan Assmanns Monotheismus-These in \u201eMose, der \u00c4gypter\u201c kritisch beleuchtet"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Dass Gewaltakte im Laufe der Geschichte immer wieder im Zusammenhang mit Religion und Gottesglauben aufgetreten sind, ist nicht zu bestreiten. Uns stehen heute vor allem solche mit islamistischem Hintergrund vor Augen: etwa die religionsamtliche Morddrohung gegen Salman Rushdie von 1989 (Satanische Verse), der Terroranschlag auf das World Trade Center durch El Kaida, zahllose Selbstmordattentate und die Schreckensherrschaft des Islamischen Staates und anderer islamistischer Terror-Organisationen im Nahen Osten, Afrika und Asien (El Schabab, Ansar el Islam, Abu Sajaf, Hamas, Hisbollah).<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch christliche Fanatiker haben Menschenleben vernichtet: Am 27. Juli 1996 wurde ein Bombenanschlag auf die Olympischen Spiele in Atlanta ver\u00fcbt. T\u00e4ter war Eric Rudolph, ein Aktivist der christlich-extremistischen Terrororganisation Army of God. \u2013 Anders Breivik ver\u00fcbte am 22. Juli 2011 Anschl\u00e4ge in Oslo und auf der Insel Ut\u00f8ya, bei denen 77\u00a0Menschen ums Leben kamen. Er bezeichnet sich selbst als Mitglied angeblich neugegr\u00fcndeter Tempelritter, die das christliche Abendland gegen kulturelle \u00dcberfremdung sch\u00fctzen wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich dr\u00e4ngt sich die Frage auf: Wie kommt es zu solchen entsetzlichen Erscheinungen? M\u00fcssten Menschen, die an Gott glauben, nicht anders handeln? Und doch finden wir durch alle Jahrhunderte Kriege, die mit der Religionsfrage eng verbunden waren: die Islamische Expansion (7.\/8. Jahrhundert), die Kreuzz\u00fcge (11.-13. Jahrhundert), die T\u00fcrkenkriege (14.-17. Jahrhundert), die Konfessionskriege des 16. und 17. Jahrhunderts (Schmalkaldischer und Drei\u00dfigj\u00e4hriger Krieg) und der konfessionell aufgeladene Nordirlandkonflikt (1969 bis 1998).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4ngen Gewalt und Religion zusammen? Steckt in der Religion bereits ein Keim zu Mord und Totschlag? Zu diesem Ergebnis kam nach 11. September der SPIEGEL: \u201eGott will es. Mord und Terror geh\u00f6ren nicht zur Morallehre der monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam. Doch immer wieder t\u00f6ten Gl\u00e4ubige aus religi\u00f6sem Wahn \u2013 aufgehetzt von fanatischen Priestern.\u201c<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a> Hier wurde im Monotheismus der N\u00e4hrboden f\u00fcr Gewalt und Terror ausgemacht. Das aber war nicht blo\u00df die Ansicht von einigen Journalisten. Diese These hatte Jan Assmann, ein namhafter \u00c4gyptologe, bereits 1998 mit wissenschaftlichem Anspruch aufgestellt und damit eine breite Diskussion ausgel\u00f6st, deren Ausl\u00e4ufer bis in unsere Tage reichen.<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a><\/p>\n<p><strong>1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Jan Assmann: Monotheismus &#8211; Gefahr von Gewalt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jan Assmann, Emeritus der Ruprecht-Karls-Universit\u00e4t Heidelberg, ist nicht Theologe, sondern ausgewiesener \u00c4gyptologe, Religions- und Kulturwissenschaftler. Das tritt sofort vor Augen, betrachtet man das Inhaltsverzeichnis seines Buches \u201eMoses der \u00c4gypter: Entzifferung einer Ged\u00e4chtnisspur\u201c.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[iii]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich wollte Assmann hier gar nicht die Frage von Religion und Gewalt untersuchen. Ihm ging es um die Analyse von Texten, die Mose als \u00c4gypter behandeln. In diesem Zusammenhang stellte er allerdings u.a. die Behauptung auf, dass im Bund mit dem einen Gott einerseits \u2013 und andererseits in der Unterscheidung zwischen \u201ewahr\u201c und \u201efalsch\u201c bei den monotheistischen Religionen der Keim zur Gewalt liegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese These hat nat\u00fcrlich seitens der Theologie Widerspruch gefunden. Hier ist vor allem der Berliner Theologe Rolf Schieder mit seinem Buch \u201eSind Religionen gef\u00e4hrlich\u201c<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[iv]<\/a> zu nennen. Nachdem Assmann und seine Kritiker im Kulturmagazin \u201eperlentaucher.de\u201c ins Gespr\u00e4ch gekommen waren, hat Rolf Schieder die Ergebnisse dieses konstruktiven Diskurses auf Initiative Assmanns in einem Aufsatzband<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[v]<\/a> dokumentiert. Ich beziehe mich im Folgenden auf den Beitrag Assmanns \u201eMonotheismus und Gewalt. Eine Auseinandersetzung mit Rolf Schieders Kritik an \u201aMoses der \u00c4gypter\u2019\u201c.<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[vi]<\/a> Dabei beschr\u00e4nke ich mich ganz auf solche Punkte, die f\u00fcr uns als Christen von Interesse sind.<\/p>\n<p><strong>1.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mose und Echnaton<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Interesse Jan Assmanns gilt \u2013 wie gesagt \u2013 Mose und dem Weiterwirken seiner Gestalt in der Geschichte. Er folgt seiner \u201eGed\u00e4chtnisspur\u201c, wobei er erl\u00e4utert: \u201eEine ged\u00e4chtnisgeschichtliche Diskursanalyse erforscht [die]<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[vii]<\/a> Verkettung von Texten als eine vertikale Erinnerungsspur und findet die verbindenden F\u00e4den heraus, die hinter den Texten wirksam sind: die Intertextualit\u00e4t, Ideenrevolution, R\u00fcckgriffe auf vergessene Quellen, Fokusverschiebungen usw.\u201c<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[viii]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als \u00c4gyptologe nimmt Assmann neben Mose, der ja von einer Pharaonentochter adoptiert und erzogen wurde, Pharao Echnaton in den Blick. Dabei sieht er allerdings einen Unterschied zwischen Mose und Echnaton. Echnaton sei wohl eine Person der Geschichte, \u2013 aber ohne Ged\u00e4chtnisgeschichte. Mose dagegen sei eine Gestalt, die im Ged\u00e4chtnis geblieben und weitergewirkt hat. Hier sei \u00fcber solche Fragen hinaus, wie sie die Redaktions- und Rezeptionsgeschichte der biblischen Hermeneutik an Texte stellt, auch \u201edie Dynamik der Erinnerung mit den Vorg\u00e4ngen des Vergessens, der Verformung, Verdr\u00e4ngung, und der Wiederkehr des Verdr\u00e4ngten\u201c methodisch einzubeziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Assmanns Interesse gilt der kurzen Epoche des Monotheismus, die von Echnaton in \u00c4gypten begr\u00fcndet wurde. Unter ihm stieg Aton, die Sonnengottheit, zur h\u00f6chsten Gottheit auf. Die \u00fcbrigen Tempel dagegen verfielen. Eine Parallele dazu will Assmann in der Einf\u00fchrung des Monotheismus bei Mose ausmachen, ohne dabei \u201eeinen historischen Zusammenhang zwischen Echnaton\u2026 und Mose [zu sehen], der \u2026 als eine Figur der Erinnerung erst in den im 7. und 6. Jh. entstehenden B\u00fcchern der Tora und einigen Psalmen entgegentritt\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dieser Zusammenschau von Mose und Echnaton ist Assmann nicht der Erste. In der \u201eGed\u00e4chtnisgeschichte sind seit alter Zeit bereits Mose und Echnaton zusammengebracht worden: so bei Manetho (3. Jh. v.Chr.) und Josephus (1. Jh. n.Chr.) oder sp\u00e4ter bei Sigmund Freud (1856-1939). Dieser meinte sogar, Mose habe den Monotheismus von Echnaton \u00fcbernommen.<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[ix]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Kritiker von Assmanns \u201eMoses der \u00c4gypter\u201c \u2013 und da vor allem die Theologen \u2013 nahmen Ansto\u00df an der These, dass monotheistische Religionen latent gewaltt\u00e4tig seien. Dieser Frage wollen wir im Blick auf das Christentum nachgehen.<\/p>\n<p><strong>1.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Assmanns Monotheismus-These<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese lautet: \u201eDie sogenannten monotheistischen Religionen sind intrinsisch<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[x]<\/a> gewaltt\u00e4tig, die sogenannten polytheistischen Religionen sind intrinsisch friedfertig.\u201c<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[xi]<\/a> Dazu erl\u00e4utert er:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der von ihm behaupteten \u201eGewalt\u201c wolle er nicht unterstellen, \u201epolytheistische Gesellschaften seien friedfertig gewesen und die Gewalt sei erst mit den monotheistischen Religionen in die Welt gekommen\u201c. Mit den monotheistischen Religionen sei vielmehr nur eine ganz bestimmte Form von Gewalt in die Welt gekommen, die \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c. Dabei verkenne er jedoch auch nicht, dass gro\u00dfe Pers\u00f6nlichkeiten in Judentum, Christentum und Islam bem\u00fcht waren, dieser Art von Gewalt entgegen zu wirken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bezeichnung \u201eintrinsisch gewaltt\u00e4tig\u201c sagt aus, \u201edass die Gewalt den monotheistischen Religionen (und nur ihnen) inh\u00e4rent ist\u201c. Innewohnend sei dabei \u201enur im Sinne einer Implikation, einer angelegten M\u00f6glichkeit zu verstehen und nicht im Sinne einer logischen Konsequenz, die fr\u00fcher oder sp\u00e4ter mit Notwendigkeit eintreten muss\u201c. Die Wurzel solcher \u201epotenziellen Gewalt\u201c liege in dem, was er die \u201emosaische Unterscheidung\u201c nennt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der \u201emosaischen Unterscheidung\u201c geht es um die Unterscheidung zwischen \u201ewahr\u201c und \u201efalsch\u201c im Bereich der Religion, \u2013 im Sinn von letzter, un\u00fcberbietbarer Wahrheit. \u201eWas als wahr gelten soll, schlie\u00dft alles aus, was damit unvereinbar ist. So ist mit der Vorstellung eines wahren Gottes die Verehrung von anderen G\u00f6ttern und deren Bildern unvereinbar. Die Unterscheidung schlie\u00dft [allerdings] keineswegs aus, dass andere Religionen andere G\u00f6tter weiterhin anbeten.\u201c Dadurch bilde sich zwangsl\u00e4ufig eine \u201eOrthodoxie\u201c heraus, die f\u00fcr die eigene Gruppe das Falsche festlegt und ausmerzt. Im Kern handelt es sich also um eine Gewalt, die nach innen wirkt und sich gegen die Abtr\u00fcnnigen aus den eigenen Reihen richtet.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Assmanns Erl\u00e4uterungen zur Monotheismus-These<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Ergebnis des erw\u00e4hnten Diskurses pr\u00e4zisiert Assmann seine These, indem er auf die Argumente der Kritiker eingeht. Dabei betreffen die Einw\u00e4nde im Wesentlichen zwei<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[xii]<\/a> Punkte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im zweiten Buch Mose stellte sich f\u00fcr Israel nicht die Frage von \u201ewahr\u201c und \u201efalsch\u201c, sondern (1) die Frage \u201eB\u00fcndnis mit Gott\u201c oder kein B\u00fcndnis, bzw. (2) \u201efrei\u201c oder unfrei sein. Auf diese Einw\u00e4nde antwortet Assmann folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu (1): \u201eDer Gottesbund, der am Sinai geschlossen werden soll, konfrontiert das Volk [tats\u00e4chlich] mit der Entscheidung f\u00fcr oder gegen das B\u00fcndnis. Entscheiden kann man sich [aber] nur, wo eine Unterscheidung vorliegt. Das B\u00fcndnis zieht [damit] eine Grenze und definiert Zugeh\u00f6rigkeit.\u201c &#8211; Diese Grenze nennt Assmann die \u00bbmosaische Unterscheidung\u00ab. Im Laufe der Jahrhunderte habe diese Unterscheidung in der Ged\u00e4chtnisgeschichte dann im Christentum die Gestalt von \u201ewahr\u201c und \u201efalsch\u201c angenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu (2): Auch diesen Einwand greift Assmann positiv auf: \u201eIn der Exodusgeschichte geht es [zun\u00e4chst einmal tats\u00e4chlich] nicht um Wahrheit und L\u00fcge, sondern um Unterdr\u00fcckung und Befreiung. Die \u00c4gypter werden nicht mit Plagen geschlagen, weil sie falsche G\u00f6tter anbeten, sondern weil sie die Kinder Israels nicht freilassen.\u201c &#8211; Das Begriffspaar wahr und falsch \u201eergibt sich erst im weiteren Horizont der in die Jahrhunderte ausgreifenden Ged\u00e4chtnisgeschichte, in der die Unterscheidung zwischen wahrer und falscher Religion, wahrem Gott und falschen G\u00f6tzen immer sch\u00e4rfer hervortritt\u201c. Angelegt sieht Assmann das allerdings bereits im Dekalog. Im Dekalog \u201egeht es nicht mehr um politische Befreiung, sondern um die ethischen Grunds\u00e4tze der wahren Religion: keine anderen G\u00f6tter, keine Bilder, kein Missbrauch des Namens, den Sabbat heiligen, Vater und Mutter ehren [usw.] \u2026 Von jetzt an geht es nicht mehr um Freiheit, sondern um Bindung und Treue.\u201c Demnach sei es \u201ekein Anachronismus, damit den Begriff der Glaubenswahrheit und der Offenbarung zu verbinden\u201c.<\/p>\n<p><strong>1.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Monotheismus und Wahrheitsanspruch<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.4.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wahrheit \u2013 Orthodoxie \u2013 Gewalt nach innen (\u201eintrinsische Gewaltt\u00e4tigkeit\u201c)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier bezieht sich Assmann auf den Bericht vom \u201egoldenen Kalb\u201c und auf das darauffolgende Strafgericht (2Mose 32). An einem Tag kommen da im Auftrag Moses 3.000 Israeliten durch die Hand der Leviten um. Assmann kommentiert: \u201eDamit setzt Mose ein Zeichen der Abschreckung, das die mit dem Bund gezogene Grenze zwischen Bundestreue, der wahren Religion, und Abfall (zu falschen G\u00f6ttern) drastisch unterstreicht.\u201c Und f\u00e4hrt fort: \u201eErst im Rahmen des Gottesbundes, der am Sinai gestifteten, auf Treue gegr\u00fcndeten Religion, kommt es zu religi\u00f6ser Gewalt, Gewalt im Namen Gottes.\u201c Denn Voraussetzung daf\u00fcr ist die \u201eUnterscheidung zwischen wahrer und falscher Religion bzw. Treue und Abfall\u201c. \u2013 Assmann legt gro\u00dfen Wert darauf, dass sich die \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c nach innen richtet, auf die eigene Gemeinschaft. Hingerichtet werden auf Moses Gehei\u00df die Abtr\u00fcnnigen des eigenen Volkes, nicht aber Au\u00dfenstehende.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit stellt sich f\u00fcr Assmann die Frage, warum in Israel und sp\u00e4ter in der Kirchengeschichte trotzdem immer wieder religi\u00f6s begr\u00fcndet Gewalt nach au\u00dfen gerichtet wurde.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a name=\"_Toc11167429\"><\/a><a name=\"_Toc9697543\"><\/a>1.4.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Universelle Wahrheit \u2013 mit Tendenz zur Gewalt auch nach au\u00dfen (\u201eGegenreligion\u201c)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Assmann besteht im Charakter monotheistischer Religionen aufgrund ihrer \u201eintrinsischen Gewaltt\u00e4tigkeit\u201c ein \u201eRisiko\u201c, \u201edass das Gef\u00fchl der Unvereinbarkeit unter bestimmten Umst\u00e4nden (aber nicht notwendig) in Intoleranz, und Intoleranz in Gewalt umschlagen kann\u201c \u2013 und zwar in eine Gewalt nach au\u00dfen. Deshalb kennzeichnet Assmann den Religionstyp Monotheismus als \u201eGegenreligion\u201c. Er schreibt: \u201eWas ich mit dem Begriff \u201aGegenreligion\u2018 bezeichnen will, ist die Negationskraft oder antagonistische Energie der neuen Religion, wie sie etwa im Ersten Gebot mit dem Verbot der Verehrung anderer G\u00f6tter zum Ausdruck kommt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier sieht er eine Parallele zu Echnaton und dessen Monotheismus: \u201eBei Echnaton \u00e4u\u00dfert sich diese antagonistische Energie in der Verfolgung der traditionellen G\u00f6tterwelt und ihrer Kulte, in der Bibel dazu auch in expliziter sprachlicher Ablehnung. Diese antagonistische Energie findet ihren konkretesten, handgreiflichsten Ausdruck im Bilderverbot und dessen Umsetzung, im Ikonoklasmus<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[xiii]<\/a>\u201c. In der radikalen Ablehnung der Bilder sieht Assmann \u201eeinen der entscheidenden Punkte der alttestamentlichen Theologie\u201c. Die Charakterisierung als \u201eGegenreligion\u201c soll \u2013 so Assmann \u2013 aber nicht hei\u00dfen, dass die Wende zum Monotheismus grunds\u00e4tzlich ablehne. Ihm gehe es vielmehr darum, eine diesem innewohnende Tendenz aufzuzeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kosmotheismus<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\"><sup>[xiv]<\/sup><\/a> bzw. Monismus<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\"><sup>[xv]<\/sup><\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.5.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zwei unterschiedliche Religionstypen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Assmann hat in diesem Zusammenhang den Begriff \u201eKosmotheismus\u201c in die Debatte eingef\u00fchrt. Darunter versteht er eine monistische Weltsicht, die bei aller Vielgestaltigkeit am Ende alles auf einen \u201eeinzigen ur-g\u00f6ttlichen Ursprung\u201c der religi\u00f6sen Vielheit zur\u00fcckf\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Monotheismus gingen nach Assmann \u201enat\u00fcrliche Religionen\u201c voraus. Diese entstanden \u201eaus dem Bewusstsein der symbiotischen Einbettung der menschlichen Existenz in eine als \u00fcberm\u00e4chtig und insofern verehrungsw\u00fcrdig empfundene Welt und Umwelt, die zwar in einer differenzierten Vielheit wie den Himmelsk\u00f6rpern, Tieren, B\u00e4umen, Fl\u00fcssen und Quellen Gestalt gewinnt, aber von einem einzigen ur-g\u00f6ttlichen Ursprung dieser Vielheit ausgeht und schon in der Antike in der Idee einer einzigen alles durchwaltenden Gottheit aufgeht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Monotheismus hat dieses alte monistische Verst\u00e4ndnis aufgesprengt, wo Gott und Welt noch als Einheit empfunden wurden. Er unterscheidet jetzt scharf zwischen Gott und Welt und befreie so \u201eGott aus seinen innerweltlichen Manifestationen sowie den Menschen aus seiner symbiotischen Weltabh\u00e4ngigkeit\u201c. In diesen Zusammenhang stellt Assmann nun das biblische Bilderverbot, \u201edas sich ja auf die Abbildung von Tieren bezieht, und des damit verbundenen Gebots des dominium terrae<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">[xvi]<\/a>, das fordert, sich die Erde untertan zu machen, anstatt sie anzubeten\u201c. \u201eDer Gegensatz von Monotheismus ist also, so gesehen, nicht Polytheismus, sondern Monismus.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Unterschied dieser Religionstypen \u2013 Kosmotheismus\/Monismus und Monotheismus \u2013 spiegelt sich in der Art wider, wie das jeweilige Weltverst\u00e4ndnis bzw. die jeweilige Glaubenssicht erlangt wird. Assmann schreibt: \u201eHinter dem Gegensatz von Monotheismus und Polytheismus steht also in letzter Instanz der Gegensatz von scriptum (im Sinne von schriftlich kodifizierter Offenbarung) und natura (im Sinne von religi\u00f6s gedeuteter Natur). Die Kategorie der emphatischen, d.h. ein Drittes zwischen wahr und falsch ausschlie\u00dfenden, Wahrheit h\u00e4ngt in ihrem religi\u00f6sen Verst\u00e4ndnis unmittelbar mit dem Begriff der Offenbarung zusammen. In der nat\u00fcrlichen Religion gibt es diesen Wahrheitsbegriff nicht, hier herrscht das Prinzip des \u201aSowohl-Als auch\u2018.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das veranschaulicht er dann folgenderma\u00dfen: \u201eDie \u00c4gypter konnten in ein und demselben Text die Weltentstehung als Sch\u00f6pfung und als Emanation oder Selbstverwandlung Gottes ansehen. Der Himmel erscheint als Kuh, Frau oder Wasserfl\u00e4che, die Sonne in Falken-, K\u00e4fer-, Widder- oder Menschengestalt.\u201c Das \u2013 so Assmann \u2013 sei der glatte Gegensatz zur \u201emosaischen Unterscheidung\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.5.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eSowohl-als auch\u201c \u2013 Von Unvereinbarkeit zur Vereinbarkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die monistische Weltsicht kennt das \u201eEntweder-Oder\u201c monotheistischer Religionen nicht. \u201eZur \u00e4gyptischen, babylonischen oder griechischen Religion konnte man nicht konvertieren. Die Gottheiten waren ineinander \u00fcbersetzbar, hier gab es kein \u201aZeus oder Amun\u2018. Hier gab es jene Unterscheidung nicht, die eine Entscheidung fordert und die Menschen mit einem \u201aEntweder-Oder\u2018 konfrontiert.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit stellt sich Frage, ob das Gegeneinander der monotheistischen Religionen \u00fcberwindbar ist, bzw. ob die \u201emosaischen Unterscheidung\u201c entsch\u00e4rft werden kann. Dabei gehe es nicht darum, so Assmann, \u201esowohl Jahwe als auch Marduk anzubeten, sowohl Christ als auch Muslim zu sein, sowohl dem eigenen als auch fremden G\u00f6ttern zu folgen, sowohl die eigene als auch andere Religionen zu praktizieren.\u201c Vielmehr gehe es um eine Relativierung des Wahrheitsanspruchs der jeweiligen monotheistischen Religion. K\u00f6nnte es vielleicht gelingen, \u201esowohl die eigene Religion zu praktizieren als auch die anderen Religionen in ihrem je eigenen Wahrheitsbezug anzuerkennen und zu respektieren\u201c? Wie k\u00f6nnte die Vorstellung von Offenbarung \u201eals einer schriftlich kodifizierten Wahrheit, die exklusiv, einem einzigen Volk, einer einzigen Gruppe gegeben\u201c ist, \u201eund doch zugleich von universaler, alle Menschen angehender Geltung sein soll\u201c so modifiziert werden, dass sich das \u201eGegeneinander\u201c in ein \u201esowohl-als auch\u201c aufl\u00f6st? Assmann sieht diese M\u00f6glichkeit bereits in den Gedanken der Aufkl\u00e4rung angelegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So f\u00fchrt er etwa Moses Mendelssohn (1729-1786) an. Nach ihm geh\u00f6ren Menschen wohl \u201eeiner bestimmten (partikularen) Religion wie Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus usw. an\u201c damit aber zugleich \u201eeiner universalen, nat\u00fcrlichen \u201aMenschenreligion\u2019\u201c. Gott habe danach in Wort und Schrift den Juden eine \u201ahistorische Wahrheit\u2019 offenbart, die ewigen oder \u201aVernunftwahrheiten\u2019 aber allen Menschen in \u201aNatur und Sache\u2019, also [in] Sch\u00f6pfung und Geschichte.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein anderer Kronzeuge f\u00fcr Assmanns Idee vers\u00f6hnter monotheistischer Religionen ist Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) mit seiner Ringparabel. Danach soll jeder \u201eseine bestimmte Religion praktizieren, als ob sie die wahre w\u00e4re, in voller Anerkennung der M\u00f6glichkeit, dass die Wahrheit bei einer anderen liegt oder vielmehr: dass die Wahrheit verborgen ist und alle Religionen sie auf ihre Weise anstreben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die L\u00f6sung der Konflikte, die monotheistische Religionen mit sich bringen k\u00f6nnen, liegt f\u00fcr Assmann demnach in einem \u201eSowohl-als auch\u201c \u2013 \u201esowohl Treue zum Eigenen als auch Respekt vor dem Anderen\u201c. So w\u00fcrden Differenzen nicht abgeschafft, sondern respektiert \u201eim Hinblick auf etwas \u00dcbergreifendes, das man im 18. Jh. \u201anat\u00fcrliche Religion\u2019 nannte und das sich heute in erster Linie mit dem Begriff der Menschenrechte verbindet\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei aller Kritik setzt er am Ende sogar seine Hoffnung auf die durch den Geist der Aufkl\u00e4rung modifizierten Religionen: \u201eWarum Wahrheit in Gewalt umschlagen und was Religion \u00fcberhaupt mit Gewalt zu tun haben sollte, ist nicht einzusehen. Im Gegenteil scheint Religion das einzige Mittel zu sein, das dem Menschen gegeben wurde, Gewalt \u2013 soziale und politische \u2013 einzud\u00e4mmen und sich gegen sie zur Wehr zu setzen.\u201c<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[xvii]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Assmanns Monotheismus-These auf dem Pr\u00fcfstand<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eine These \u2013 die dem Geist der Zeit folgt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier geht es weder um eine umfassende Kritik von Assmanns Gedanken, noch um die Pr\u00fcfung seiner These im Blick auf nichtchristliche Religionen. Nur hinsichtlich des christlichen Glaubens wollen wir seiner These nachgehen: Der Monotheismus bringt die Gefahr von Gewalt mit sich \u2013 f\u00fcr die Religionsgemeinschaft selbst, wie auch f\u00fcr ihr religi\u00f6ses Umfeld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche Gedanken finden sich ja nicht nur in Assmanns Arbeit, sondern generell in unserer Zeit und Gesellschaft. Hier nur einige Beispiele: Erinnert sei nur an den Artikel im SPIEGEL aus Anlass des 11. September 2001. Unter dem Titel \u201e\u201aGott will es\u2018. Mord und Terror geh\u00f6ren nicht zur Morallehre der monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam. Doch immer wieder t\u00f6ten Gl\u00e4ubige aus religi\u00f6sem Wahn\u2026\u201c hei\u00dft es u.a.: \u201eReligi\u00f6sen Wahn hat es zu allen Zeiten in allen Glaubensrichtungen gegeben, er ist gleichsam die dunkle Seite jeder Religion, die nur schwer zu erkl\u00e4ren ist. Solcher Wahn, der sich meist in Gewalt gegen Andersdenkende austobt\u2026\u201c<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">[xviii]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wieder begegnet man auch dem Gedanken, eine in den Religionen lauernde Gefahr durch Dialog zu entsch\u00e4rfen, indem man auf h\u00f6herer Warte zu einer Art Vers\u00f6hnung der sich ausschlie\u00dfenden monotheistischen Religionen kommt. Diese Idee liegt auch hinter der \u00dcberzeugung, Christen d\u00fcrften nicht bestrebt sein, Angeh\u00f6rige fremder Religionen zum christlichen Glauben zu bekehren. Vielmehr gehe es \u201eum eine gemeinsame Suche nach der Wahrheit\u201c. So auch der evangelische Altbischof Dr. Wolfgang Huber.<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">[xix]<\/a> \u00c4hnliches findet sich in der Empfehlung der Fink-Verlages f\u00fcr seine Publikation in der Reihe \u201eDiskurs der Weltreligionen\u201c. Da kann man lesen: \u201eDurch die Globalisierung [geraten die Weltreligionen] auch miteinander in Konflikt in ihren Anspr\u00fcchen auf globale G\u00fcltigkeit. Wie ist der Konflikt der Religionen zu entsch\u00e4rfen? \u2026 Der philosophische Zugang zur Religion vermag als Grundlage des Gespr\u00e4chs der Weltreligionen zu dienen, ohne ihre Wahrheitsanspr\u00fcche aufzul\u00f6sen. Er kann dogmatische Anspr\u00fcche reduzieren und zur \u00dcberwindung des Fundamentalismus beitragen.\u201c<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">[xx]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch ein Hinweis im Vorfeld. Er betrifft die Frage, wie Assmann zur Heiligen Schrift steht. Er geht offensichtlich von der \u00dcberzeugung aus, dass an die Bibel wie an jedes andere Buch historisch-kritische Ma\u00dfst\u00e4be anzulegen sind. Das zeigt seine Bemerkung zu den in der historisch-kritischen Exegese \u00fcblichen Verfahren der Redaktions- und Rezeptionsgeschichte. Diese stellt er nicht infrage. Er regt lediglich eine Erg\u00e4nzung an: \u201eDie Frage, mit der die Ged\u00e4chtnisgeschichte z.B. an die Exodusgeschichte herangeht, ist nicht \u00bbWas ist wann wirklich geschehen?\u00ab, sondern \u00bbwie, wann, warum, von wem und in welcher Form wird die Geschichte erz\u00e4hlt?\u00ab. Das klingt zun\u00e4chst vielleicht nach altvertrauten Fragestellungen der Redaktions- und Rezeptionsgeschichte, geht aber in dem entscheidenden Punkt dar\u00fcber hinaus, dass die Dynamik der Erinnerung mit den Vorg\u00e4ngen des Vergessens, der Verformung, Verdr\u00e4ngung, und der Wiederkehr des Verdr\u00e4ngten methodisch einbezogen wird.\u201c<a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\">[xxi]<\/a> Auch die Tatsache, dass Assmann den Monotheismus in Israel erst durch Mose am Sinai konstituiert sieht, zeigt deutlich, dass er die biblischen Texte historisch-kritisch bearbeitet.<a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\">[xxii]<\/a> Aber Assmann irrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Historische Kritik wird der Heiligen Schrift nicht gerecht, weil sie deren Charakter nicht ernst nimmt. Die Bibel Gottes geoffenbartes Wort, dass den Schreibern vom Heiligen Geist eingegeben wurde. So versteht sie sich selbst. Hier nur einige Hinweise: Paulus erkl\u00e4rt f\u00fcr das Alte Testament: \u201eAlle Schrift, von Gott eingegeben, ist n\u00fctze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt\u201c (2Tim 3,16-17). Oder Petrus: \u201eEs ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben vom Heiligen Geist\u201c (1Petr 1,21). Gleiches gilt f\u00fcr das Wort der Apostel im Neuen Testament. Paulus erkl\u00e4rt: \u201eDavon reden wir<a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\">[xxiii]<\/a> auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge f\u00fcr geistliche Menschen\u201c (1Kor 2,13). Deshalb lobt er auch die Gemeinde in Thessalonich. Denn sie hat \u201edas Wort der g\u00f6ttlichen Predigt\u201c nicht \u201eals Menschenwort\u201c aufgenommen, sondern als \u201edas, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort\u201c (1Thess 2,13). Dem Selbstzeugnis der Schrift wird nur dem\u00fctiges H\u00f6ren gerecht, nicht aber kritisches Hinterfragen. Das soll als Begr\u00fcndung gen\u00fcgen, warum im Folgenden die Heilige Schrift in allen ihren Aussagen als wahr und zuverl\u00e4ssig vorausgesetzt wird.<a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\">[xxiv]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eine These \u2013 die beim Ursprung des Monotheismus irrt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Assmann spielen das zweite Buch Mose und in diesem vor allem die Gesetzgebung und die Ereignisse um das goldene Kalb eine wichtige Rolle. Er wertet diese Texte aber nicht als Berichte von historischen Ereignissen, sondern als \u201eNarrative\u201c<a href=\"#_edn25\" name=\"_ednref25\">[xxv]<\/a>, die etwas vermitteln wollen. Ihren Gehalt beschreibt er so: \u201eDas am Sinai geschlossene B\u00fcndnis mit Gott ist offenkundig gemeint als Befreiung von menschlicher Dienstbarkeit.\u201c<a href=\"#_edn26\" name=\"_ednref26\">[xxvi]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr ihn spielt dabei die Kopplung von staatlich politischer-sozialer Unterdr\u00fcckung und religi\u00f6sem Anspruch der Herrschenden eine Schl\u00fcsselrolle. Aus diesem Grund musste nach Assmann das Ringen um politisch-soziale Befreiung mit dem Ringen um religi\u00f6se Befreiung verbunden werden. Die aber geschah durch die Deklaration des Monotheismus, d.h. der Entmachtung derjenigen \u201eG\u00f6tter\u201c, die als St\u00fctze der Unfreiheit dienten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Assmann schreibt: \u201eDieser antistaatliche Impuls inszeniert sich in der Erz\u00e4hlung als Widerstand gegen \u00c4gypten. \u00c4gypten ist als Inbegriff der Staatlichkeit das Haus der Knechtschaft, nicht das Haus des G\u00f6tzendienstes. Nicht die falsche Religion, sondern die falsche Politik ist das, wogegen sich Israel durch den Auszug aus \u00c4gypten und das B\u00fcndnis mit Jahweh abgrenzt. Falsche Politik ist pharaonische Hybris, Herrschaft als Unterdr\u00fcckung, Versklavung, Entrechtung, Misshandlung. \u2026 In der narrativen Inszenierung als Auszug aus \u00c4gypten erscheint die Gr\u00fcndung des Monotheismus als eine gottgest\u00fctzte Widerstandsbewegung. Indem die Menschen aus der Hand Pharaos und seiner entw\u00fcrdigenden Unterdr\u00fcckung befreit werden, emanzipiert sich im gleichen Zug auch das G\u00f6ttliche oder das Heil aus seiner politischen Repr\u00e4sentation und wird zur ausschlie\u00dflichen Sache Gottes, der hier erstmals das Szepter geschichtlichen Handelns in die Hand nimmt und das Heil ein f\u00fcr alle Mal der Verf\u00fcgung weltlicher Gewalt entzieht.\u201c<a href=\"#_edn27\" name=\"_ednref27\">[xxvii]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Assmanns Deutung des Auszugs aus \u00c4gypten und der Gesetzgebung als zweckdienlich gestalteten Narrativ im Dienst der Befreiung von sozialer und politischer Unterdr\u00fcckung, \u2013 wobei der Schwenk zum Monotheismus eine eher sekund\u00e4re Rolle spielt, \u2013 steht das Zeugnis der Heiligen Schrift gegen\u00fcber, das Zeugnis von dem einen und einzigen Gott.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bereits vor Mose \u2013 andere G\u00f6tter verworfen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das liegt unausgesprochen in der Forderung, die Abraham an Elieser richtet, als dieser f\u00fcr Isaak eine Frau suchen soll: \u201eSchw\u00f6re mir bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und der Erde, dass du meinem Sohn keine Frau nehmest von den T\u00f6chtern der Kanaaniter, unter denen ich wohne, sondern dass du ziehest in mein Vaterland und zu meiner Verwandtschaft und nehmest meinem Sohn Isaak dort eine Frau\u201c (1Mose 24,3f). Expressis verbis fordert Jakob seine Familie auf, fremde G\u00f6tter aus dem Leben zu verbannen: \u201eTut von euch die fremden G\u00f6tter, die unter euch sind, und reinigt euch und wechselt eure Kleider, und lasst uns aufbrechen und nach Bethel ziehen, dass ich dort einen Altar errichte dem Gott, der mich erh\u00f6rt hat zur Zeit meiner Tr\u00fcbsal und mit mir gewesen ist auf dem Wege, den ich gezogen bin\u201c (1Mose 35,2f). Das alles ist kein Wunder. Denn bereits die ersten Seiten der Bibel zeugen von dem einen und einzigen Gott, der alles erschaffen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der dreieinige Gott \u2013 Sch\u00f6pfer der Welt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im ersten Kapitel der Bibel lesen wir: \u201eAm Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war w\u00fcst und leer, und es war finster auf der Tiefe\u2026\u201c (1Mose 1,1 &#8211; 2,3). Dabei schwebte der Geist Gottes \u00fcber der Tiefe bzw. \u00fcber dem Wasser, w\u00e4hrend Gott Himmel und Erde durch sein m\u00e4chtiges Wort in sechs Tagen aus Nichts ins Dasein rief. Von diesem Wort spricht Johannes zu Beginn seines Evangeliums: \u201eIm Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist\u201c (Joh 1,1-3).<a href=\"#_edn28\" name=\"_ednref28\">[xxviii]<\/a> Das zeigt: Gott der Vater \u2013 eins mit dem Walten des Heiligen Geistes \u2013 erschuf die Welt durch das ewige Wort, seinen Sohn.<a href=\"#_edn29\" name=\"_ednref29\">[xxix]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit ist klar: Nicht die Gottheit einer heidnischen Religion oder eine vermeintlich hinter all ihren G\u00f6ttern sich verbergende Macht hat Himmel und Erde erschaffen. Einzig und allein der dreieinige Gott: Vater, Sohn und Geist ist Sch\u00f6pfer und Herr der Welt. Das hei\u00dft aber auch, dass keiner den wahren Gott verehrt, der eine der drei Personen leugnet. Jesus selbst macht darauf aufmerksam: \u201eAlle [sollen] den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat\u201c (Joh 5,23). Wer Jesus Christus nicht als ewigen Sohn des Vaters anerkennt, hat damit auch Gott den Vater verworfen. Eine Gottesvorstellung, die an Jesus Christus vorbeigeht, ist ein leerer Traum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Andere G\u00f6tter \u2013 Gaukelwerk des Teufels<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon damit ist klar, dass durch die Forderung des ersten Gebotes, keine \u201eanderen\u201c G\u00f6tter zu haben, keinesfalls das bedeutet, was Assmann meint: Zwar werde damit die Verehrung fremder G\u00f6tter verboten, nicht aber deren Existenz geleugnet: \u201eDie Existenz der anderen G\u00f6tter wird [bei Mose], anders als bei Echnaton, durchaus anerkannt. Anders h\u00e4tte die Forderung der Treue ja auch keinen Sinn. Diese anderen G\u00f6tter werden nicht geleugnet, aber sie werden verboten. Sie anzubeten, soll nicht nur als Irrtum, sondern als schlimmste S\u00fcnde gelten.\u201c<a href=\"#_edn30\" name=\"_ednref30\">[xxx]<\/a> Anders als Assmann vorgibt, bezeugt der Ausdruck \u201ekeine anderen G\u00f6tter haben\u201c nicht deren Existenz. Er bezieht sich vielmehr auf die Behauptung fremder Religionen, existente Gottheiten zu verehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine solche Behauptung enth\u00fcllt die Heilige Schrift als teuflische Verblendung. Paulus schreibt im Zusammenhang mit dem Essen von G\u00f6tzenopferfleisch in Korinth: \u201eWas nun das Essen von G\u00f6tzenopferfleisch angeht, so wissen wir, dass es keinen G\u00f6tzen gibt in der Welt und keinen Gott als den einen\u201c (1Kor 8,4). Im gleichen Brief \u2013 nur etwas sp\u00e4ter \u2013 warnt er davor, sich durch die Teilnahme am G\u00f6tzenopfer in widerg\u00f6ttliche Gemeinschaft zu begeben (1Kor 10,14). Um nicht missverstanden zu werden, f\u00fcgt er hinzu: \u201eWas will ich nun damit sagen? Dass das G\u00f6tzenopfer etwas sei? Oder dass der G\u00f6tze etwas sei? Nein, sondern was man da opfert, das opfert man den b\u00f6sen Geistern und nicht Gott. Nun will ich nicht, dass ihr in der Gemeinschaft der b\u00f6sen Geister seid\u201c (1Kor 10,19f).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201eb\u00f6sen Geister\u201c, die D\u00e4monen, das sind die abgefallen Gottesengel, der Teufel und sein Anhang. Damit wird deutlich, dass es sich bei den Religionen der Heiden nicht um harmlose, alternative religi\u00f6se Ansichten handelt, sondern um Verf\u00fchrung des Teufels, der Menschen an sich binden und ins Verderben f\u00fchren will. Von solchen \u201efalschen G\u00f6ttern\u201c gilt es umzukehren und dem \u201elebendigen Gott\u201c zu dienen.<a href=\"#_edn31\" name=\"_ednref31\">[xxxi]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 G\u00f6tter der Heiden \u2013 ohne Kraft und Leben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Propheten des alten Bundes haben das unmissverst\u00e4ndlich klargemacht. Hier nur der Hinweis auf die Worte des Propheten Jesaja. Zun\u00e4chst beschreibt er die Torheit aller heidnischen Religion: \u201eWer sind sie, die einen Gott machen und einen G\u00f6tzen gie\u00dfen, der nichts n\u00fctze ist? \u2026 Der Schmied macht ein Messer in der Glut und formt es mit Hammerschl\u00e4gen. Er arbeitet daran mit der ganzen Kraft seines Arms; dabei wird er hungrig, so dass er nicht mehr kann, und trinkt auch kein Wasser, so dass er matt wird. Der Zimmermann spannt die Schnur und zeichnet mit dem Stift. Er behaut das Holz und zirkelt es ab und macht es wie eines Mannes Gestalt, wie einen sch\u00f6nen Menschen; in einem Hause soll es thronen. Er haut Zedern ab und nimmt Kiefern und Eichen und w\u00e4hlt unter den B\u00e4umen des Waldes. Er hatte Fichten gepflanzt, und der Regen lie\u00df sie wachsen. Das gibt den Leuten Brennholz; davon nimmt er und w\u00e4rmt sich; auch z\u00fcndet er es an und b\u00e4ckt Brot; aber daraus macht er auch einen Gott und betet&#8217;s an; er macht einen G\u00f6tzen daraus und kniet davor nieder. Die eine H\u00e4lfte verbrennt er im Feuer, auf ihr br\u00e4t er Fleisch und isst den Braten und s\u00e4ttigt sich, w\u00e4rmt sich auch und spricht: Ah! Ich bin warm geworden, ich sp\u00fcre das Feuer. Aber die andere H\u00e4lfte macht er zum Gott, dass es sein G\u00f6tze sei, vor dem er kniet und niederf\u00e4llt und betet, und spricht: Errette mich, denn du bist mein Gott!\u201c (Jes 44,10-17).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem stellt Jesaja das Werk und die F\u00fcrsorge des lebendigen Gottes gegen\u00fcber. Im Unterschied zu den G\u00f6tzen der Heiden ist der voller Kraft und Leben: \u201eGedenke daran, Jakob, und du, Israel\u2026 Ich habe dich bereitet, dass du mein Knecht seist. Israel, ich vergesse dich nicht! \u2026 So spricht der HERR, dein Erl\u00f6ser, der dich von Mutterleibe bereitet hat: Ich bin der HERR, der alles schafft, der den Himmel ausbreitet allein und die Erde festmacht ohne Gehilfen; der die Zeichen der Wahrsager zunichtemacht und die Weissager zu Narren; der die Weisen zur\u00fccktreibt und ihre Kunst zur Torheit macht; der das Wort seiner Knechte wahr macht und den Ratschluss vollf\u00fchrt, den seine Boten verk\u00fcndigt haben; der zu Jerusalem spricht: Werde bewohnt! und zu den St\u00e4dten Judas: Werdet wieder aufgebaut!, und ihre Tr\u00fcmmer richte ich auf\u201c (Jes 44,21-26). <a href=\"#_edn32\" name=\"_ednref32\">[xxxii]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2.5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Quelle des Monotheismus \u2013 falsch gesehen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Assmann entstammt der Gedanke des Monotheismus eigentlich nicht dem Bereich der Religion, sondern der Sph\u00e4re des Politischen. Urs\u00e4chlich daf\u00fcr sei eine politische Befreiungsinitiative, die sich des Religi\u00f6sen bediente \u2013 und bedienen musste, \u2013 um Erfolg zu haben, weil die bedr\u00fcckenden Herrscher sich selbst religi\u00f6s \u00fcberh\u00f6ht hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er schreibt: \u201eDer Monotheismus w\u00e4chst nicht aus der Religionsgeschichte hervor, sondern kommt von au\u00dfen. Dieses Au\u00dfen m\u00f6chte man in weltlich\u00adhistorischer Perspektive, nach dem Prinzip <em>etiamsi daremus non esse Deum <\/em>[als wenn Gott nicht existieren w\u00fcrde] als die Sph\u00e4re des Politischen identifizieren; in den biblischen Texten sowie in allen anderen Offenbarungsreligionen wird dieser Einbruch von au\u00dfen als Offenbarung dargestellt. Im Monotheismus steckt eine antagonistische Kraft, die im Kern politisch ist. Diese Kraft hat die urspr\u00fcngliche ungeschiedene Einheit von Herrschaft und Heil aufgesprengt. Sie hat das Heil der Verf\u00fcgung weltlicher Gewalten entzogen und zur Sache Gottes gemacht.\u201c <a href=\"#_edn33\" name=\"_ednref33\">[xxxiii]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das aber ist eine v\u00f6llig andere Sicht vom Ursprung des Monotheismus als die Heilige Schrift zeigt. F\u00fcr sie liegt der Ursprung des Monotheismus in der Realit\u00e4t des einen Gottes. Den Unterschied kann man auf folgenden Nenner bringen: F\u00fcr Assmann ist der Monotheismus eine geistig-kulturelle Leistung des Menschen, die prinzipiell auch weiterentwickelt werden kann. Nach der Schrift dagegen gr\u00fcndet der Monotheismus im dreieinigen Gott, der in Zeit und Ewigkeit unver\u00e4nderlich Herr ist. Dieser erkl\u00e4rt: \u201eDu sollst keine anderen G\u00f6tter haben neben mir\u201c (2Mose 20,3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eine These \u2013 die bei \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c irrt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Je nach Auffassung von Ursprung bzw. Quelle des Monotheismus tritt auch der Charakter von Unrecht und Gewalt anders ins Blickfeld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Assmanns \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c \u2013 vermeintlich Folge eines ausgrenzenden Wahrheitsbegriffs<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Assmann nimmt ausdr\u00fccklich nur eine bestimmte Form von Gewalt in den Blick, \u201edie Gewalt im Namen Gottes\u201c, nicht aber andere Erscheinungen von Krieg und Gewalt, \u2013 auch nicht solche polytheistischer \u201eReligionen mit ihren blutigen Opferbr\u00e4uchen und grausamen Initiationsfoltern\u201c. Wie eigenwillig Assmann \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c abgrenzt, zeigt sein Begriff von \u201epolitischer Gewalt\u201c. Darunter fasst er nicht nur Moses Totschlag an dem \u00e4gyptischen Aufseher, sondern auch die g\u00f6ttlichen Plagen in \u00c4gypten und den Untergang Pharaos im Schilfmeer.<a href=\"#_edn34\" name=\"_ednref34\">[xxxiv]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen\u00fcber solchen Formen von Gewalt hebt Assmann \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c hervor. Diese illustriert er mit dem biblischen Bericht vom Goldenen Kalb: \u201eWogegen die erst im Rahmen des Gottesbundes denkbare spezifisch religi\u00f6se Gewalt sich richtet, wird mit der Episode des Goldenen Kalbes (Ex 32) deutlich gemacht. Hier tritt erstmals in der Exodusgeschichte die Vorstellung des G\u00f6tzendienstes als der falschen Religion in den Vordergrund. Die Strafaktion, die Mose daraufhin durchf\u00fchrt, indem er von den Leviten 3.000 Mann niedermetzeln l\u00e4sst, ist der (nicht historisch, sondern narratologisch) erste Fall religi\u00f6ser Gewalt. Damit setzt Mose ein Zeichen der Abschreckung, das die mit dem Bund gezogene Grenze zwischen Bundestreue, der wahren Religion, und Abfall (zu falschen G\u00f6ttern) drastisch unterstreicht.\u201c<a href=\"#_edn35\" name=\"_ednref35\">[xxxv]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c bringe nur der Monotheismus hervor \u2013 und zwar als eine in ihm \u201eangelegte M\u00f6glichkeit\u201c, \u2013 obwohl diese nicht immer und nicht mit Notwendigkeit ausbrechen m\u00fcsse. Quelle dieser potentiellen Gewalt sei die \u201emosaische Unterscheidung\u201c, die Unterscheidung \u201ezwischen wahr und falsch im Bereich der Religion\u201c. Diese beruhe \u201eauf einem emphatischen Wahrheitsbegriff, der die Kategorie der Unvereinbarkeit\u201c impliziere. Was als wahr gelten soll, \u201eschlie\u00dft alles aus, was damit unvereinbar ist\u201c. \u201eMit der Vorstellung eines wahren Gottes\u201c sei zwangsl\u00e4ufig \u201edie Verehrung von anderen G\u00f6ttern und deren Bildern unvereinbar\u201c. Das f\u00fchre zu einer \u201eOrthodoxie\u201c, \u201edie f\u00fcr die eigene Gruppe das Falsche festlegt und ausmerzt\u201c. Damit bekomme der Monotheismus \u2013 zumindest historisch gesehen \u2013 den Charakter einer \u201eGegenreligion\u201c. Mit diesem Begriff kennzeichnet Assmann \u201edie Negationskraft oder antagonistische Energie\u201c des Monotheismus, \u201ewie sie etwa im Ersten Gebot mit dem Verbot der Verehrung anderer G\u00f6tter zum Ausdruck kommt\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Assmann geht offenbar davon aus, dass es in der Macht des Menschen liegt, \u201ewahr\u201c und \u201efalsch\u201c zu definieren \u2013 auch hinsichtlich des Gottesglaubens. Damit l\u00f6st er diese Kriterien von dem in der Realit\u00e4t Vorhandenen und macht sie zu frei definierbaren Gr\u00f6\u00dfen, je nach Sicht des Menschen. Dementsprechend hat auch \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c f\u00fcr Assmann ihre Ursache in einer religi\u00f6s-geistigen Entscheidung. \u2013 Die Heilige Schrift redet anders: Der dreieinige Gott allein ist Gott. Das ist die Realit\u00e4t. Er duldet keine Konkurrenz durch die Trugbilder der G\u00f6tzen: \u201eIch, der HERR, das ist mein Name, ich will meine Ehre keinem andern geben noch meinen Ruhm den G\u00f6tzen\u201c (Jes 42,8). Nicht der Zorn menschlich irregeleiteter fundamentalistischer Religiosit\u00e4t spiegelt sich in den Geschehen um das goldene Kalb, sondern der Zorn des heiligen Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Assmanns \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c \u2013 den Zorn des heiligen Gottes leugnend<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier ist nicht der Raum, die biblische Botschaft in Gesetz und Evangelium ausf\u00fchrlich darzustellen.<a href=\"#_edn36\" name=\"_ednref36\">[xxxvi]<\/a> Im Blick auf das Geschehen am Sinai ist jedoch anzumerken:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(a) Der Bereich des heiligen Gottes war f\u00fcr S\u00fcnder gesperrt. Als Gott am Sinai zum Volk Israel herabkommt, tr\u00e4gt er Mose auf: \u201eGeh hin zum Volk und heilige sie heute und morgen, dass sie ihre Kleider waschen und bereit seien f\u00fcr den dritten Tag; denn am dritten Tage wird der HERR vor allem Volk herabfahren auf den Berg Sinai. Und zieh eine Grenze um das Volk und sprich zu ihnen: H\u00fctet euch, auf den Berg zu steigen oder seinen Fu\u00df anzur\u00fchren; denn wer den Berg anr\u00fchrt, der soll des Todes sterben\u201c (2Mose 19,10-12).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbst Mose kann er nicht gestatten, ihn unverh\u00fcllt zu sehen: \u201eMein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht\u201c (2Mose 33,20). Die Begegnung mit dem heiligen Gott w\u00e4re t\u00f6dlich. Denn seit der \u00dcbertretung von Gottes Willen von Adam und Eva im Paradies<a href=\"#_edn37\" name=\"_ednref37\">[xxxvii]<\/a> hat die S\u00fcnde das Herz aller Menschen verdorben.<a href=\"#_edn38\" name=\"_ednref38\">[xxxviii]<\/a> Damit kamen Tod und ewige Verdammnis in diese Welt. Wie er ein \u201everzehrendes Feuer\u201c ist der heilige Herr f\u00fcr alle, die nicht so vollkommen gut sind wie er.<a href=\"#_edn39\" name=\"_ednref39\">[xxxix]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denken wir nur an den Propheten Jesaja, der bei seiner Berufung Gott in einer Vision schauen darf. Ersch\u00fcttert ruft er aus: \u201eWeh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den K\u00f6nig, den HERRN Zebaoth, gesehen mit meinen Augen\u201c (Jes 6,5). Aber er erf\u00e4hrt Hilfe: \u201eDa flog einer der Serafim zu mir und hatte eine gl\u00fchende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm, und r\u00fchrte meinen Mund an und sprach: Siehe, hiermit sind deine Lippen ber\u00fchrt, dass deine Schuld von dir genommen werde und deine S\u00fcnde ges\u00fchnt sei\u201c (Jes 6,6f).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(b) Rettung vor Gottes Zorn gibt es nur da, wo S\u00fcnde getilgt ist. Und genau das ist die tr\u00f6stliche Botschaft, die unmittelbar nach dem S\u00fcndenfall laut wird. Da hat Gott den Heiland angek\u00fcndigt, der dem Teufel den Kopf zertreten wird: \u201eIch will Feindschaft setzen zwischen dir [dem Teufel] und dem Weibe und zwischen wischen deinem Samen und ihrem Samen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen\u201c (1Mose 3,15). Damit stand das Evangelium als leuchtende Verhei\u00dfung \u00fcber der in S\u00fcnde gefallenen Welt. Der gro\u00dfe und heilige Gott erbarmt sich lieber, als dass er straft und verdammt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das zeigt sich auch in der Gesetzgebung am Sinai. Die angedrohte Strafe f\u00fcr die S\u00fcnde der V\u00e4ter reicht bis in die dritte und vierte Generation, der Segen frommer Eltern dagegen \u201ein tausend Glied\u201c<a href=\"#_edn40\" name=\"_ednref40\">[xl]<\/a>. Das spiegelt sich auch in den Worten, mit denen er Mose sein Wesens enth\u00fcllt: \u201eHERR, HERR, Gott, barmherzig und gn\u00e4dig und geduldig und von gro\u00dfer Gnade und Treue, der da Tausenden Gnade bewahrt und vergibt Missetat, \u00dcbertretung und S\u00fcnde, aber ungestraft l\u00e4sst er niemand, sondern sucht die Missetat der V\u00e4ter heim an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Glied\u201c (2Mose 34,6).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(c)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Angesichts dieser Ausgangslage sieht sich Israel vor eine Wahl gestellt. Will es im Bund mit diesem heiligen Gott leben? Oder will es sich von ihm abwenden und fremden G\u00f6ttern folgen? Je nachdem, wie seine Entscheidung ausf\u00e4llt, bedeutet das f\u00fcr Israel Fluch oder Segen. Mose erkl\u00e4rt: \u201eSiehe, ich lege euch heute vor den Segen und den Fluch: den Segen, wenn ihr gehorcht den Geboten des HERRN, eures Gottes, die ich euch heute gebiete; den Fluch aber, wenn ihr nicht gehorchen werdet den Geboten des HERRN, eures Gottes, und abweicht von dem Wege, den ich euch heute gebiete, dass ihr andern G\u00f6ttern nachwandelt, die ihr nicht kennt\u201c (5Mose 11,26-28).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil das Volk diesen Gottesbund immer wieder bricht, zieht Gottes Zorn sp\u00e4ter immer wieder in dunklen Wolken \u00fcber dem Volk herauf und entl\u00e4dt sich in schweren Strafgerichten. Und doch zeigt sich auch da immer wieder, dass Gottes Erbarmen gr\u00f6\u00dfer ist als sein Zorn. Vor allem die Opfer im Tempel halten die Hoffnung auf den kommenden Heiland wach. Jesu Opfer am Kreuz schafft schlie\u00dflich vollkommene Vers\u00f6hnung und ewigen Frieden f\u00fcr die ganze Welt. Bewegt von Gottes Erbarmen mit uns S\u00fcndern, jubelt Johannes: \u201eGott ist die Liebe. Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen\u201c (1Joh 4,8f).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das alles bekommt Assmann nicht in den Blick. Er ist blind daf\u00fcr. F\u00fcr ihn h\u00e4ngt die Frage \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c einzig und allein daran, welcher Wahrheitsbegriff auf das Narrativ von Sinai und Goldenem Kalb angewandt wird. F\u00fcr das reale Geschehen am Sinai zeigt Assmann kein Interesse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0<\/strong><a name=\"_Toc11167444\"><\/a><strong>Assmanns \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c \u2013 unhistorisch auf blo\u00dfes Narrativ verweisend<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Assmann geh\u00f6rt Moses Strafaktion an den Verehrern des Goldenen Kalbes zu einem Narrativ, das lediglich eine politische Botschaft transportieren soll. Die Frage nach der historische Faktenlage spielt f\u00fcr ihn dabei keine Rolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die biblische Wahrheit sieht anders aus. Bei dem Strafgericht im Auftrag des Mose, dem 3.000 Israeliten zum Opfer fielen, handelt es sich um eine historische Begebenheit. Ihr ging Entscheidendes voraus. Das Volk war von Gott abgefallen, und hatte den Bund verlassen, den zu schlie\u00dfen Mose zu Gott auf den Berg gestiegen war. Damit hatte es Gottes Zorn auf sich gezogen. Nicht nur die 3.000 Israeliten, die auf Moses Befehl zu Tode kamen, hatten in Gottes Augen den Tod verdient, sondern das ganze Volk. Das erkl\u00e4rt Gott Mose unmissverst\u00e4ndlich: \u201eGeh, steig hinab; denn dein Volk, das du aus \u00c4gyptenland gef\u00fchrt hast, hat sch\u00e4ndlich gehandelt. Sie sind schnell von dem Wege gewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben&#8217;s angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus \u00c4gyptenland gef\u00fchrt hat. Und der HERR sprach zu Mose: Ich sehe, dass es ein halsstarriges Volk ist. Und nun lass mich, dass mein Zorn \u00fcber sie entbrenne und sie vertilge\u201c (2Mose 32,7-10).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit steht Moses Strafgericht in einem ganz anderen Licht. Nicht Mose hatte \u00fcber das Volk entschieden. Das hatte Gott getan. Mose dagegen versuchte nun alles, um seinem Volk in dieser schrecklichen Lage zu helfen. Er ruft zur Entscheidung auf \u2013 f\u00fcr oder gegen Gott: \u201eHer zu mir, wer dem HERRN angeh\u00f6rt!\u201c (2Mose 32,25). Dann erst schreitet er zur Tat, und auch das nicht eigenm\u00e4chtig, wie er bezeugt: \u201eSo spricht der HERR, der Gott Israels: Ein jeder g\u00fcrte sein Schwert um die Lenden und gehe durch das Lager hin und her von einem Tor zum andern und erschlage seinen Bruder, Freund und N\u00e4chsten. Die S\u00f6hne Levi taten, wie ihnen Mose gesagt hatte; und es fielen an dem Tage vom Volk dreitausend Mann\u201c (2Mose 32,27f). Dann steigt Mose zu Gott hinauf und bittet f\u00fcr sein Volk um Gnade. Nach langem Gebetsringen willigt Gott ein, dem Volk nicht nur das Leben zu schenken, sondern ihm auch die Treue zu halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer kann angesichts dieser Tatsachen noch meinen, das Strafgericht des Mose an seinem g\u00f6tzendienerischen Volk sei \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c in Assmanns Sinne? Nein, im biblischen Zeugnis handelt der heilige Gott souver\u00e4n an seinem Volk \u2013 in Zorn und Gnade. Mose ist dabei nur sein Werkzeug. \u2013 Das alles geschah aber in Israel zur Zeit des Alten Bundes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Assmanns \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c \u2013 im Neuen Bund f\u00fcr Gl\u00e4ubige undenkbar<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch heute noch ist Gott der Herr, der seine Ehre keinem anderen gibt. Vieles hat sich aber auch ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Zeit vor Christus, hatte Gott ein bestimmtes Volk, die Israeliten, zu seinem Eigentum erw\u00e4hlt.<a href=\"#_edn41\" name=\"_ednref41\"><sup>[xli]<\/sup><\/a> F\u00fcr sie wollte er ganz besonders da sein. Diesem Volk hatte er sein Gesetz gegeben \u2013 nicht nur die 10 Gebote, sondern Regelungen f\u00fcr das gesamte staatliche, b\u00fcrgerliche und kirchliche Leben. So eng hatte sich Gott an dieses Volk gebunden, dass er jeden Angriff auf dieses Volk als Angriff auf sich selbst ansah: \u201eWer euch antastet, der tastet meinen Augapfel an\u201c (Sach 2,12). Denken wir an die Plagen, die Gott \u00fcber \u00c4gypten kommen lie\u00df, oder an Pharaos Untergang im Schilfmeer (2Mose 5-15).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem aber hatte Gott sich dieses Volk erw\u00e4hlt, weil dort der Heiland zur Welt kommen sollte. Dieses Volk bereitete er vor, seinen Sohn zu empfangen. Von diesem Volk sollte die wunderbare Botschaft das Evangeliums dann auch in die ganze Welt hinausgehen. \u2013 Das war die Zeit des Alten Bundes. Da \u00fcbte Gott durchaus auch Gewalt und lie\u00df in seinem Namen Gewalt \u00fcben \u2013 um sein Volk zu sch\u00fctzen, dessen Abfall zu strafen und den Frevel anderer V\u00f6lker zu ahnden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Zeit des Neuen Bundes ist Gottes Wahl nicht auf eine Nation beschr\u00e4nkt. Durch das Evangelium ruft er Menschen aus aller Welt zu sich. Durch den Glauben an Christus treten sie in seinen Bund und geh\u00f6ren zum geistlichen Israel des Neuen Bundes. Die Liebe, die Gott an den Tag legte, als er seinen Sohn vom Himmel sandte, um f\u00fcr die S\u00fcnde der ganzen Welt zu sterben, die gewinnt Menschen das Herz ab. Sie wenden sich ihm von Herzen zu und nehmen auch ihre Mitmenschen in Liebe an: \u201eDarin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. Darin besteht die Liebe: nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Vers\u00f6hnung f\u00fcr unsre S\u00fcnden. Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben\u2026 Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt\u201c (1Joh 4,9-11.19).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Neuen Bund wird Gottes Heiligkeit nicht angegriffen, indem einer bestimmten Nation Unrecht zugef\u00fcgt wird, sondern dadurch, dass sein Name gel\u00e4stert wird. Das aber geschieht da, wo sein Wort und seine Sakramente verachtet und in den Schmutz getreten werden. Das geschieht da, wo ihm seine Leute Schande machen, indem sie seine Gebote \u00fcbertreten und ihren Heiland verleugnen. Umgekehrt ehren ihn die Gl\u00e4ubigen, wenn sie nach seinem Willen leben (1Petr 2,15f).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gottes Wille, den die Gl\u00e4ubigen befolgen sollen, ist aber das glatte Gegenteil von Assmanns \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c. Das macht Jesus deutlich, als zwei seiner J\u00fcnger am liebsten \u201eFeuer vom Himmel\u201c fallen lassen wollten.<a href=\"#_edn42\" name=\"_ednref42\">[xlii]<\/a> Ein Dorf in Samaria hatte ihm Jesus und den J\u00fcngern die Gastfreundschaft verweigert, als diese auf dem Weg nach Jerusalem waren. Man lie\u00df Jesus sp\u00fcren, dass zwischen Samaritern und Juden religi\u00f6se Differenzen bestanden. Aber anstatt Feuer vom Himmel regnen zu lassen, weist er seine J\u00fcnger zurecht: \u201eWisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid?\u201c Den Geist, der Jesus bewegt, der auch seine J\u00fcnger leiten soll, ist ein anderer: \u201eDer Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.\u201c<a href=\"#_edn43\" name=\"_ednref43\">[xliii]<\/a> Als Richter \u00fcber seine Feinde wird Jesus erst am J\u00fcngsten Tag wiederkommen.<a href=\"#_edn44\" name=\"_ednref44\">[xliv]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie steht es aber dann mit dem Jesuswort: \u201eIhr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert\u201c (Mt 10,34)? Das wird ja oft als Beleg angef\u00fchrt, dass auch Jesus zur Gewalt aufgerufen habe. Die Antwort ist leicht, wenn man den Zusammenhang beachtet.<a href=\"#_edn45\" name=\"_ednref45\">[xlv]<\/a> Da k\u00fcndigt Jeus an, dass die Gl\u00e4ubigen mit Verachtung, Hass, Verfolgung \u2013 ja mit dem Tod rechnen m\u00fcssen, weil sie an Jesus glauben und ihn bekennen. Das muss sie aber nicht wundern. Ihrem Herrn ist es nicht anders ergangen. Wenn dann der Satz folgt: \u201eIhr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein\u201c, dann ruft Jesus nicht dazu auf, Unfrieden zu stiften oder Gewalt anzuwenden. Er zeigt damit vielmehr, dass sein Kommen, getragen von selbstloser Liebe, Feindschaft ausl\u00f6st. Das werden auch seine Anh\u00e4nger sp\u00fcren. Wo sie Frieden verk\u00fcnden, schl\u00e4gt ihnen Hass entgegen. Man wird sie sogar umbringen. Diese Feindschaft reicht bis in die Familien hinein. Gehen Hass, Unrecht und Gewalt also von Christen aus? Im Gegenteil. Christen w\u00fcrden ihren Herrn verleugnen, wenn sie nicht B\u00f6ses mit Gutem, Hass mit Liebe, Unrecht mit Vergebung beantworten wollten.<a href=\"#_edn46\" name=\"_ednref46\">[xlvi]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit ist eigentlich deutlich, dass Assmanns These von der Gewalt, die auch dem Christentum innerwohnen soll, haltlos ist. Wo Christen B\u00f6ses mit B\u00f6sem vergolten haben, erwuchs das gerade nicht aus dem Glauben, sondern stand im Widerspruch dazu. Bei staatlicher Gewalt, die von christlich gepr\u00e4gten Nationen ausging oder ausgeht, ist immer zu bedenken, dass die Obrigkeit von Gott die Pflicht hat, ihre B\u00fcrger vor Angriffen zu sch\u00fctzen.<a href=\"#_edn47\" name=\"_ednref47\">[xlvii]<\/a> Aber ganz sicher dienten gewaltsame Auseinandersetzungen in der Vergangenheit nicht immer nur dem Schutz des eigenen Landes. Vielf\u00e4ltige Motive konnten damit verwoben sein: berechtigte, verst\u00e4ndliche, \u2013 aber auch sehr fragw\u00fcrdige. Keinesfalls aber konnte oder kann von der Heiligen Schrift her \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c im Sinne Assmanns begr\u00fcndet oder gerechtfertigt werden. \u2013 Abschlie\u00dfend soll noch einmal auf die Tragweite von Assmanns Gedanken hingewiesen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eine These \u2013 die Gottes Wort angreift<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rekapitulieren wir Assmanns Auffassung: Nach ihm bildet das biblische Zeugnis vom Auszug aus \u00c4gypten, von der Gesetzgebung am Sinai, vom goldenen Kalb und von Moses Handeln danach nur ein Narrativ, das von politisch-sozialer Befreiung redet \u2013 verbunden mit der L\u00f6sung aus religi\u00f6sen Vorstellungen, die bedr\u00fcckende Herrschaftsverh\u00e4ltnisse st\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kritisch sieht Assmann dabei, dass sich im Laufe der Religionsgeschichte aufgrund der \u201emosaischen Unterscheidung\u201c, bei der es urspr\u00fcnglich um \u201efrei\u201c oder \u201eunfrei\u201c gegangen sei, zu einem \u201ewahr\u201c oder \u201efalsch\u201c geworden sei \u2013 und dieses wiederum Grundlage f\u00fcr die daraus entstehende \u201eOrthodoxie\u201c geworden sei. Weil diese \u201eOrthodoxie\u201c dann einen absoluten Wahrheitsbegriff benutze, der abweichenden Ansichten \u00fcber Gott und Religionen verwarf, sei die \u201eOrthodoxie\u201c selbst zur Quelle latenter Gewalt \u2013 und der Monotheismus zur \u201eGegenreligion\u201c geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu \u00fcberwinden sei diese Erscheinung nur durch den Geist der Aufkl\u00e4rung. Dazu sei die \u201emosaische Unterscheidung\u201c mit einem relativen Wahrheitsbegriff zu verbinden. Dadurch bliebe die eigene Religion f\u00fcr deren Vertreter durchaus wahr und richtig, bestreite anderen Religionen aber nicht deren Anspruch in ihrem Bereich ebenfalls wahr und richtig zu sein. Dadurch w\u00fcrden die unterschiedlichen Religionen auf h\u00f6herer Ebene in einem gemeinsamen Weltverst\u00e4ndnis aufgehoben, das f\u00fcr Assmann letztlich in den allgemeinen Menschenrechten liegt. \u2013 Dass diese Gedanken in Gottes Wort fundamental widersprechen, liegt auf der Hand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Bibel \u2013 geoffenbarte Wahrheit \u2013 auch bei historischen Angaben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was im zweiten Buch Mose berichtet wird, ist nicht ein in seinem historischen Gehalt fragw\u00fcrdiges Narrativ, sondern Gottes irrtumsloses Wort. Das ist auch da wahr und zutreffend, wo es in seiner Botschaft historische Ereignisse erw\u00e4hnt. Zur Erinnerung hier einige Hinweise:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Blick auf die Heilige Schrift bittet Jesus den Vater seine J\u00fcnger und alle Gl\u00e4ubigen im Glauben festzumachen, indem er sie bei Gottes Wort festh\u00e4lt: \u201eHeilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit\u201c (Joh 17,17). Damit greift er Worte des 119. Psalm auf: \u201eDein Wort ist nichts als Wahrheit, alle Ordnungen deiner Gerechtigkeit w\u00e4hren ewiglich\u201c (Ps 119,160). Weil die heiligen Schriften Gottes Wort sind, enthalten sie auch weder Irrtum, noch Fehler. Was sie sagen ist wahr, was sie verhei\u00dfen, tritt ein. So sagt Jesus: \u201eDie Schrift kann doch nicht gebrochen werden\u201c (Joh 10,35). \u201eEs ist aber leichter, dass Himmel und Erde vergehen, als dass ein T\u00fcpfelchen vom Gesetz f\u00e4llt\u201c (Lk 16,17). Deshalb bekennt Paulus schlie\u00dflich vor dem r\u00f6mischen Statthalter Felix: \u201eDas bekenne ich dir aber, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, dem Gott meiner V\u00e4ter so diene, dass ich allem glaube, was geschrieben steht im Gesetz und in den Propheten\u201c (Apg 24,4).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was f\u00fcr die ganze Heilige Schrift gilt, trifft nat\u00fcrlich auch auf die Berichte vom Auszug aus \u00c4gypten, dem Durchzug durch Schilfmeer, der Gesetzgebung am Sinai und dem Goldene Kalb zu. Diese Ereignisse stellt Stephanus seinen Ankl\u00e4gern im Hohen Rat ausdr\u00fccklich als historisch vor Augen: [Mose] \u201eist&#8217;s, der in der Gemeinde in der W\u00fcste stand zwischen dem Engel, der mit ihm redete auf dem Berge Sinai, und unsern V\u00e4tern. Dieser empfing Worte des Lebens, um sie uns weiterzugeben. Ihm wollten unsre V\u00e4ter nicht gehorsam werden, sondern sie stie\u00dfen ihn von sich und wandten sich in ihrem Herzen wieder \u00c4gypten zu\u2026 Und sie machten zu der Zeit ein Kalb und opferten dem G\u00f6tzenbild und freuten sich \u00fcber das Werk ihrer H\u00e4nde\u201c (Apg 7,38-53). \u00c4hnlich der Hebr\u00e4erbrief, der Mose und das von ihm Berichtete in eine Reihe mit Abel, Henoch, Noah, Abraham, Sara, Isaak, Jakob und Joseph stellt (Hebr 11,23-30).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem widerspricht Assmann, der die Berichte \u00fcber den Auszug aus \u00c4gypten, den Durchzug durch Schilfmeer, die Gesetzgebung und das Goldene Kalb als Narrativ einstuft, dessen Historizit\u00e4t zumindest zweifelhaft \u2013 vor allem aber unwichtig ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Bibel \u2013 geoffenbarte Wahrheit \u2013 unverr\u00fcckt festzuhalten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Assmanns Sicht widerspricht Gottes Wort aber noch weiter. Nach ihm gilt es ja, das Christentum so umzuformen, dass er zu anderen Religionen nicht mehr in ausschlie\u00dfendem Gegensatz steht. Sein Wahrheitsanspruch solle in einen relativen \u00fcberf\u00fchrt werden, so dass fremde Religionen in deren Geltungsbereich durchaus auch als wahr und richtig gelten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch da redet Gottes Wort anders. Eine Vers\u00f6hnung mit anderen Religionen w\u00e4re Frevel gegen Gott. Dieser Gefahr erlag Israel in der Zeit des alten Bundes immer wieder. Man wollte den Gott der V\u00e4ter nicht verlassen, wohl aber den G\u00f6tter der umliegenden V\u00f6lker auch ihr Recht lassen. Dazu zwei Beispiele:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst die Ereignisse im Nordreich zur Zeit Elias.<a href=\"#_edn48\" name=\"_ednref48\">[xlviii]<\/a> Unter Ahab und Isebel wurde der Baalskult so stark, dass Gottes Priester versteckt werden mussten, weil man sie sonst ermordet h\u00e4tte. Der rechte Gottesdienst dagegen war fast erloschen. Dar\u00fcber wurde Gott so zornig, dass es eine dreij\u00e4hrige D\u00fcrre und mit folgender Hungersnot \u00fcber das Land kommen lie\u00df. schlie\u00dflich stellte er das Volk vor die Entscheidung: \u201eWie lange hinket ihr auf beiden Seiten? Ist der HERR Gott, so wandelt ihm nach, ist&#8217;s aber Baal, so wandelt ihm nach.\u201c<a href=\"#_edn49\" name=\"_ednref49\">[xlix]<\/a> Erst als sich das Volk bekehrt und Baal verworfen hatte, kam der ersehnte Regen. Die Baalspriester aber wurden nach Gottes Willen<a href=\"#_edn50\" name=\"_ednref50\">[l]<\/a> gerichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein anderes Beispiel finden wir im S\u00fcdreich bei Josia.<a href=\"#_edn51\" name=\"_ednref51\">[li]<\/a> Zu seiner Zeit liegt der wahre Gottesdienst auch dort am Boden. Die Bauten des Tempels sind dem Verfall preisgegeben. Daf\u00fcr bl\u00fcht der G\u00f6tzendienst im Land. Bis hinein in den Tempel reichen Baalskult und Verehrung der Aschera. Der junge K\u00f6nig Josia findet sich damit jedoch nicht ab. Den G\u00f6tzendienst rottet er aus und zerst\u00f6rt dessen Heiligt\u00fcmer. Dem Gesetzbuch Gottes, dass im Tempel aufgefunden wird, verschafft er Geltung. Den wahren Gottesdienst richtet er auf und ruft das Volk zur Umkehr. Unter ihm wird das Passa nach langen Jahren wieder so begangen, wie Gott geboten hat. F\u00fcr diese durchgreifende Abkehr vom G\u00f6tzendienst und R\u00fcckkehr zum Gottesdienst wird Josia von der Heiligen Schrift nicht ger\u00fcgt, sondern gelobt.<a href=\"#_edn52\" name=\"_ednref52\">[lii]<\/a> \u2013 Das allein schon macht deutlich, wie entschieden das Alte Testament die Anerkennung heidnischer Religion neben dem Gottesglauben ausschlie\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Neuen Testament \u00e4ndert sich an dieser grunds\u00e4tzlichen Haltung nichts.<a href=\"#_edn53\" name=\"_ednref53\">[liii]<\/a> Es gilt klar zu bekennen. Paulus warnt, den Unterschied zum G\u00f6tzendienst gering zu sch\u00e4tzen, \u2013 etwa in dem Sinn: \u201eIm Grunde wei\u00df ich ja, dass es nur den einen Gott gibt. Aber aus diesem oder jenem Grund ist es doch n\u00f6tig, den andren nicht durch Ablehnung seiner G\u00f6tter vor den Kopf zu sto\u00dfen.\u201c In Korinth neigte mancher in der Gemeinde dazu, ggf. an G\u00f6tzenopfern teilzunehmen \u2013 m\u00f6glicherweise aus R\u00fccksicht auf Freundschaften oder Gesch\u00e4ftspartner. Dagegen nimmt Paulus mit Hinweis auf den Bekenntnischarakter des heiligen Abendmahls mit Nachdruck Stellung: \u201eMeine Lieben, flieht den G\u00f6tzendienst! \u2026 Oder wollen wir den Herrn herausfordern?<a href=\"#_edn54\" name=\"_ednref54\">[liv]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Aufforderung, der g\u00f6ttlichen Botschaft treu zu bleiben und diese nicht dem Zeitgeist anzupassen, zieht sich durch das gesamte Neue Testament. Jesus sagt zu den Juden, die an ihn glaubten: \u201eWenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine J\u00fcnger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.\u201c<a href=\"#_edn55\" name=\"_ednref55\">[lv]<\/a> In die Welt hinaus sendet er seine Gemeinde mit den Worten: \u201eGehet hin und machet zu J\u00fcngern alle V\u00f6lker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.\u201c<a href=\"#_edn56\" name=\"_ednref56\">[lvi]<\/a> \u00c4hnlich Johannes: \u201eWer nicht in der Lehre Christi bleibt, der hat Gott nicht; wer in dieser Lehre bleibt, der hat den Vater und den Sohn.\u201c<a href=\"#_edn57\" name=\"_ednref57\">[lvii]<\/a> Paulus schreibt an Timotheus: \u201eDu aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du wei\u00dft ja, von wem du gelernt hast und dass du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus.\u201c<a href=\"#_edn58\" name=\"_ednref58\">[lviii]<\/a> An die Gemeinde in Rom schreibt er: \u201eIch ermahne euch aber, liebe Br\u00fcder, dass ihr euch in acht nehmt vor denen, die Zwietracht und \u00c4rgernis anrichten entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, und euch von ihnen abwendet.\u201c<a href=\"#_edn59\" name=\"_ednref59\">[lix]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit ist die Sorge um das Bewahren der biblischen Lehre, d.h. das Bem\u00fchen um Orthodoxie und um eine Verk\u00fcndigung, die fremde Religionen verwirft, nicht bedenklich \u2013 wie Assmann suggeriert, sondern von Jesus aufgetragen. Schl\u00e4gt man das in den Wind, bringt man sich und andere geistlich in Lebensgefahr. Darauf machen Jesus und die Apostel aufmerksam, wenn sie \u201efalsche Propheten\u201c als \u201eW\u00f6lfe in Schafskleidern\u201c<a href=\"#_edn60\" name=\"_ednref60\">[lx]<\/a> bezeichnen, und falsche Lehre als \u201eSauerteig\u201c<a href=\"#_edn61\" name=\"_ednref61\">[lxi]<\/a>, der den ganzen Teig durchdringt, oder als \u201eKrebs\u201c,<a href=\"#_edn62\" name=\"_ednref62\">[lxii]<\/a> der um sich greift und zum Tode f\u00fchrt. Weil das Abweichen von Gottes Wort so gef\u00e4hrlich ist, nimmt Jesus alles falsche Verhalten in dieser Sache pers\u00f6nlich. Wer ihn \u201evor den Menschen\u201c nicht bekennt, zu dem wird er sich auch \u201evor dem himmlischen Vater\u201c nicht bekennen.<a href=\"#_edn63\" name=\"_ednref63\">[lxiii]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Bibel \u2013 geoffenbarte Wahrheit \u2013 in Gesetz und Evangelium<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Assmanns Infragestellung der Heilige Schrift wirkt sich am verh\u00e4ngnisvollsten beim Kern der biblischen Botschaft aus, den Jesus so benennt: \u201eSie ist&#8217;s, die von mir zeugt\u201c (Joh 5,39). Die Botschaft von Jesus Christus dem Retter der S\u00fcnderwelt ist das Zentrum der biblischen Botschaft Alten und Neuen Testamentes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4.3.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u2026 offenbart S\u00fcnde als Abfall vom dreieinigen Gott<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit Menschen \u00fcberhaupt erkennen, dass sie einen Heiland brauchen, m\u00fcssen sie ihre S\u00fcndenverlorenheit erkennen. Aber gerade dieses Zeugnis der Heiligen Schrift verdunkelt Assmanns Gedankenwelt. Er meint ja, die G\u00f6tter fremder Religionen h\u00e4tten in ihrem Bereich das gleiche Recht auf Anerkennung wie der dreieinige Gott im Christentum. Das steht aber im Widerspruch zum biblischen Zeugnis, dass die Haupts\u00fcnde aller Menschen darin besteht, dass sie sich gegen den dreieinigen Gott vers\u00fcndigen. Aus diese Grunds\u00fcnde aber flie\u00dft alles andere Unrecht dieser Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von dieser Gottlosigkeit spricht David: \u201eDie Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts; ihr Treiben ist ein Gr\u00e4uel; da ist keiner, der Gutes tut. Der HERR schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage. Aber sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer\u201c (Ps 14,1-3). Deshalb betet David dann auch: \u201eGeh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht\u201c (Ps 143,2).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz gleich, ob Christ, Atheist, Moslem, Hindu, Buddhist oder sonst religi\u00f6s eingestellt, wir alle verdienen Gottes Zorn und Strafe. Das kann man wohl bestreiten. Aber damit ist diese Wahrheit nicht aus der Welt zu schaffen. Aber Assmanns Gedanken sind geeignet, Menschen \u00fcber den Ernst ihrer Lage hinwegzut\u00e4uschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber nicht dem biblischen Zeugnis im Blick auf unsere S\u00fcndenverlorenheit entzieht Assmann den Boden. Gleiches gilt von Gottes Heilsbotschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4.3.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u2026 offenbart das Heil allein in Jesus Christus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Rettung kommt allein vom dreieinigen Gott. Er sandte seinen Sohn in die Welt. An unserer Stelle erf\u00fcllte er Gottes Willen und b\u00fc\u00dfte unsere Schuld durch seinen Tod am Kreuz. Nun sieht uns der himmlische Vater um Jesu willen als gerecht und heilig an. Darauf wies Johannes der T\u00e4ufer hin, als Jesus zu ihm an den Jordan kam: \u201eSiehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt S\u00fcnde tr\u00e4gt!\u201c (Joh 1,29). Das stellvertretende Opfer des Heilandes hatte bereits Jesaja angek\u00fcndigt, indem er den leidenden Gottesknecht beschreibt: \u201eF\u00fcrwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn f\u00fcr den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert w\u00e4re. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer S\u00fcnde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden h\u00e4tten, und durch seine Wunden sind wir geheilt\u201c (Jes 53,4.5). Und Paulus bezeugt: \u201eWie durch einen Menschen die S\u00fcnde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die S\u00fcnde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen\u2026 Wie nun durch die S\u00fcnde des Einen die Verdammnis \u00fcber alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen f\u00fcr alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben f\u00fchrt\u201c (R\u00f6m 5,12.18 vgl. Eph 2).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Kreuzesopfer Jesu gilt aber nicht nur bestimmten Menschengruppen, etwa Juden oder Christen, sondern der ganzen Welt und da jedem Einzelnen. Einen anderen Weg zur Rettung gibt es nicht. Jesus selbst weist darauf hin: \u201eIch bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich\u201c (Joh 14,6). Und nach ihm auch seine Boten: \u201eIn keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden\u201c (Apg 4,12 &#8211; vgl. 1Joh 2,2). Damit erf\u00fcllt sich das Wort, das Gott \u00fcber den kommenden Heiland durch Jesaja verk\u00fcndigen lie\u00df: \u201eEs ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die St\u00e4mme Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, dass du seist mein Heil bis an die Enden der Erde\u201c (Jes 49,6).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil es in Jesus \u2013 und nur in ihm \u2013 Rettung f\u00fcr uns S\u00fcnder gibt, ist es verh\u00e4ngnisvoll, wenn wir die biblische Botschaft wie Assmann relativierten wollten: als sei diese Botschaft nur f\u00fcr Juden und Christen wahr und richtig. Menschen anderer Kulturen und Religionen k\u00f6nnten auf anderen Wegen Gl\u00fcck und Heil finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schrift zeigt nun aber auch, wie der Einzelne dieses Heil erlangt. Und widersprechen Assmanns Gedanken dem biblischen Zeugnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4.3.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u2026 offenbart den Heilsempfang allein durch den Glauben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Genuss der Rettung, die Jesus am Kreuz f\u00fcr alle Menschen erworben hat, kommt der Einzelne durch den Glauben. Wer Jesus und sein Opfer im Glauben annimmt, tritt ein in Gottes Frieden und erbt das ewige Leben. Auch das sagt Jesus selbst: \u201eWer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt \u00fcber ihm\u201c (Joh 3,36). Das geht auch aus dem Auftrag hervor, mit dem er die Gl\u00e4ubigen aussendet: \u201eGehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden\u201c (Mk 1,15.16 vgl. Mt 28,18-20).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von diesem Auftrag spricht auch Paulus, wenn er sagt: \u201eGott war in Christus und vers\u00f6hnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre S\u00fcnden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Vers\u00f6hnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasst euch vers\u00f6hnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner S\u00fcnde wusste, f\u00fcr uns zur S\u00fcnde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit w\u00fcrden, die vor Gott gilt\u201c (2Kor 7,19-21 vgl. Apg 13,46.47). Wo ein Mensch in Gottes Friedenshand einschl\u00e4gt, da hat er, was Jesus f\u00fcr ihn erworben hat \u2013 Vergebung, Leben und Seligkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So h\u00e4ngt das ewige Heil f\u00fcr die Menschen aller Nationen und Religionen daran, dass diese Botschaft bekannt gemacht wird und Glauben findet. Das aber stuft Assmann nicht nur als unwichtig sein. Er fordert sogar, dass man den biblischen Anspruch \u00fcberwinden m\u00fcsse. Jesus d\u00fcrfe nur als Heiland f\u00fcr die Christen, nicht aber f\u00fcr Menschen anderer Religion bzw. Weltanschauung verk\u00fcndigt werden.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">3. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zusammenfassung und Ausblick<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bedenken wir das alles, dann stehen wir ersch\u00fcttert vor dem Tr\u00fcmmerhaufen, der nach Assmanns Monotheismus-These vom Christentum \u00fcbrigbleiben w\u00fcrde, wollte man seinen Gedanken folgen.<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Der dreieinige Gott, der Herr der Welt, wird so vom Thron gesto\u00dfen und zum Inhalt einer religi\u00f6sen Theorie degradiert und den Gottesvorstellungen anderer Religionen an die Seite gestellt.<\/li>\n<li>Die Verlorenheit der S\u00fcnderwelt ohne Jesus wird geleugnet, weil man ja erkl\u00e4rt, genauso wahr seien die Heilswege anderer Religionen, die den dreieinigen Gott und das Opfer Jesu nicht kennen.<\/li>\n<li>Der Auftrag zur Verk\u00fcndigung des Evangeliums unter den V\u00f6lkern wird \u00fcberfl\u00fcssig, wenn andere Religionen in ihrem Bereich doch auch alles N\u00f6tige zum Heil f\u00fcr die Menschen bereithalten.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fragen wir nun, ob Assmanns Monotheismus-These Anklang findet, dann kann man sicher feststellen: Au\u00dfer Religionswissenschaftlern, Philosophen und Theologen hat kaum jemand davon Kenntnis genommen. Doch der Geist dieses Denkens begegnet uns auf Schritt und Tritt, bis hinein in Theologie und \u00d6kumene. Dabei ist es m\u00fc\u00dfig zu untersuchen, wie weit Assmanns These dem allen Vorschub geleistet hat, bzw. ob Assmanns These aus diesem Geist erwachsen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das alles k\u00f6nnte uns mutlos machen, wenn wir nicht w\u00fcssten, wer Herr der Geschichte ist und bleibt. Das ist der dreieinige Gott. Er h\u00e4lt das Zepter auch dann in der Hand, wenn Menschen ihn leugnen und die Wahrheit seines Wortes bestreiten. Zu seiner Zeit wird er der Gottlosigkeit ein Ende machen. Noch aber hat er Geduld. Die Botschaft von Jesus Christus soll noch weiter hinausgehen in alle Welt, damit noch immer Menschen gerettet werden. Als Boten des Evangeliums sendet der Herr aber nicht nur Pastoren und Missionare aus. Wir alle d\u00fcrfen und sollen seine Zeugen sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Lauf des Evangeliums wird der Teufel mit all seinen Verf\u00fchrungsk\u00fcnsten nicht aufhalten k\u00f6nnen. Schon durch Jesaja hat Gott versprochen, dass Menschen aus aller Welt seinem Volk zustr\u00f6men werden. Ihm ruft er zu: \u201eMache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf \u00fcber dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die V\u00f6lker; aber \u00fcber dir geht auf der HERR und seine Herrlichkeit erscheint \u00fcber dir. Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die K\u00f6nige zum Glanz, der \u00fcber dir aufgeht\u201c (Jes 60,1-3).<a href=\"#_edn64\" name=\"_ednref64\">[lxiv]<\/a> Am Ende \u2013 wenn Jesus wiederkommt \u2013 wird die Schar der Geretteten un\u00fcbersehbar sein. Das durfte Johannes in der Offenbarung bereits schauen: \u201eDanach sah ich, und siehe, eine gro\u00dfe Schar, die niemand z\u00e4hlen konnte, aus allen Nationen und St\u00e4mmen und V\u00f6lkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit wei\u00dfen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren H\u00e4nden, und riefen mit gro\u00dfer Stimme: Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm! Und alle Engel standen rings um den Thron und um die \u00c4ltesten und um die vier Gestalten und fielen nieder vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und St\u00e4rke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen\u201c (Offb 7,9-12). Das darf auch uns tr\u00f6sten, wenn wir schrecken, wie viel Anklang t\u00f6richte Gedanken wie von Assmann bei vielen Menschen finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfarrer Martin Hoffmann, im Juni 2019<\/em><\/p>\n<p><em>Aus: Theologische Handreichung und Information f\u00fcr Lehre und Praxis der lutherischen Kirche, 37. Jahrgang, November 2019, Nr. 4<\/em><\/p>\n<p>Hinweis: Im Oktober 2018 erhielten Jan Assmann und seine Frau Aleida den Friedenspreis des deutschen Buchhandels!<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a> SPIEGEL 2001\/41, S. 160-178.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a> Davon zeugt ein Artikel von Harald Seubert mit dem Titel \u201eMonotheismus und Gewalt? Jan Assmanns These auf dem Pr\u00fcfstand. Eine systematische \u00dcberlegung\u201c (Diakrisis 2019\/1, S. 17-25). Seit 2012 lehrt er als Ordentlicher Professor f\u00fcr Philosophie, Religions- und Missionswissenschaft an der Staatsunabh\u00e4ngigen Theologischen Hochschule Basel.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[iii]<\/a> Jan Assmann: Moses der \u00c4gypter: Entzifferung einer Ged\u00e4chtnisspur, Darmstadt <sup>1<\/sup>1998, Fischer Frankfurt <sup>3<\/sup>2001. \u2013 Inhaltsverzeichnis: Vorwort \u2013 I. Ged\u00e4chtnisgeschichte und das Bild \u00c4gyptens \u2013 II. Unterdr\u00fcckte Geschichte, verdr\u00e4ngte Erinnerung: Moses und Echnaton \u2013 III. Sinn und Ursprung des Gesetzes: John Spencer als \u00c4gyptologe \u2013 IV. Wahrheit und Mysterium: William Warburton \u2013 VI. Sigmund Freud: Die Wiederkehr des Verdr\u00e4ngten \u2013 VII. Symbole und Wandlungen der Mosaischen Unterscheidung<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[iv]<\/a> Rolf Schieder: Sind Religionen gef\u00e4hrlich? Berlin <sup>1<\/sup>2008, <sup>2<\/sup>2011.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[v]<\/a> Rolf Schieder (Hg.): Die Gewalt des einen Gottes. Die Monotheismusdebatte zwischen Jan Assmann, Micha Brumlik, Rolf Schieder, Peter Sloterdijk und anderen, Berlin 2014.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[vi]<\/a> Ebd., S. 36-55.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[vii]<\/a> Erl\u00e4uternde Einf\u00fcgungen in eckigen Klammern hier und sp\u00e4ter von mir.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[viii]<\/a> Moses der \u00c4gypter, Frankfurt 2001, S. 35.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[ix]<\/a> Das allerdings \u2013 so muss man sagen \u2013 ist noch gar nicht ausgemacht. Hier w\u00e4re zu beachten, dass der Zeitpunkt von Israels Auszugs aus \u00c4gypten umstritten ist (vgl. Hans M\u00f6ller, Alttestamentliche Bibelkunde, Zwickau <sup>3<\/sup>2013, S. 73; und Gottfried Herrmann, Arch\u00e4ologie kontra biblische Chronologie? in: THI, 2004\/4, S. 2-6.). Heute geht man meist von einer Sp\u00e4tdatierung aus. Danach l\u00e4ge der Auszug in der Zeit der 19. Dynastie. Pharao des Auszugs w\u00e4re Merenptah (1224-1204 v.Chr.). Damit k\u00f6nnte Mose, bibelkritisch gedacht, den Monotheismus durchaus von Echnaton (ca. 1351\u20131335 v.Chr.) \u00fcbernommen haben. \u2013 Geht man jedoch, wie herk\u00f6mmlich und biblisch mit gutem Grund, von der Fr\u00fchdatierung aus, l\u00e4ge der Auszug Israels bereits in der 18. Dynastie. Pharao des Auszugs w\u00e4re dann Thutmosis (1525-1508 v.Chr.). Auf diese Weise k\u00f6nnte die monotheistische Phase in \u00c4gypten Folge der traumatischen Ereignisse beim Auszug der Israeliten sein (die zehn Plagen und Pharaos Untergang im Schilfmeer).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[x]<\/a> In Psychologie bzw. P\u00e4dagogik bedeutet das: von innen her, aus eigenem Antrieb; durch in der Sache liegende Anreize bedingt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[xi]<\/a> Alle Zitate von Assmann \u2013 hier und im Folgenden \u2013 stammen aus Assmanns Aufsatz im Sammelband von Schieder: Monotheismus und Gewalt. Eine Auseinandersetzung mit Rolf Schieders Kritik an \u201eMoses der \u00c4gypter\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[xii]<\/a> Einen dritten Einwand gegen seine These, dass es eigentlich nicht \u201emosaische Unterscheidung\u201c hei\u00dfen m\u00fcsste, wenn der Monotheismus erstmals bei Echnaton auftrat, beantwortet Assmann so: \u201eMit Echnaton hat sich keine Ged\u00e4chtnisgeschichte verbunden. Daher eignet sich sein Name nicht zur Identifizierung einer ged\u00e4chtnisgeschichtlichen Kategorie.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[xiii]<\/a> Wikipedia: Unter Ikonoklasmus versteht man die Zerst\u00f6rung heiliger Bilder oder Denkm\u00e4ler.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[xiv]<\/a> Wikipedia: \u201eDer Kosmotheismus ist ein Begriff der Religionsphilosophie. Im Kosmotheismus spielt, im Gegensatz zum Theismus, die Welt selbst eine zentrale Rolle als ordnende und sch\u00f6pfende Kraft. Sie ist nicht der willentliche Akt eines Sch\u00f6pfergottes, sondern ist von allein entstanden, bzw. es hat sie schon immer gegeben. Die Trennung von Nat\u00fcrlichem und \u00dcbernat\u00fcrlichem besteht nicht (Monismus)\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[xv]<\/a> Wikipedia: \u201eDer Monismus ist die philosophische oder metaphysische Position, wonach sich alle Vorg\u00e4nge und Ph\u00e4nomene der Welt auf ein einziges Grundprinzip zur\u00fcckf\u00fchren lassen. Der Monismus bezieht damit die Gegenposition zum Dualismus und Pluralismus, die zwei oder viele Grundprinzipien annehmen.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[xvi]<\/a> D.h. der \u201eHerrschaft \u00fcber die Erde\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[xvii]<\/a> Inzwischen hat Assmann seine Sicht auf den Monotheismus noch einmal modifiziert und weiterentwickelt. In \u201eExodus. Die Revolution der Alten Welt\u201c (M\u00fcnchen 2015) spricht er nicht mehr von \u201eMonotheismus der Wahrheit\u201c, sondern von \u201eMonotheismus der Treue\u201c. Das Gewaltproblem sieht er nun nicht mehr in der bisherigen \u201eMosaischen Unterscheidung\u201c zwischen wahr und falsch begr\u00fcndet, sondern in Treue bzw. Untreue des erw\u00e4hlten Volkes. In der Frage nach einer latent im Monotheismus liegenden Gewalt hat sich jedoch grunds\u00e4tzlich nichts ge\u00e4ndert. Nach innen ahndet nun der eifers\u00fcchtige Bundesgott Bundesbruch und Untreue gewaltsam. Dazu verweist Assmann auf die Geschehnisse im Zusammenhang mit dem Goldenen Kalb. Dass sich Gewalt aber auch nach au\u00dfen richten kann, sieht er durch Israels K\u00e4mpfe mit den V\u00f6lkern Kanaans belegt. Wo es um die Ehre des beleidigten Gottes geht, gibt es keine Toleranz. Gewalt ist f\u00fcr Assmann auch in heutiger Fassung seiner These nicht blo\u00df die Sache von einigen Extremisten, sondern ein Grundproblem des Monotheismus. \u2013 Einen guten Eindruck von Assmanns Sicht der Dinge, vermittelt das Interview, das Philipp Gessler und Thorsten Jantschek 2015 gef\u00fchrt haben (<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/aegyptologe-jan-assmann-exodus-ist-aufklaerung.1278.de.html?dram:article_id=314479\">https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/aegyptologe-jan-assmann-exodus-ist-aufklaerung.1278.de.html?dram:article_id=314479<\/a> (abgerufen 25.06.2019).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[xviii]<\/a> AaO., S. 160.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[xix]<\/a> In seiner Rede anl\u00e4sslich der Verleihung der Ehrenmedaille des Evangelischen Arbeitskreises der CDU\/CSU zum Gedenken an Hermann Ehlers zum Thema \u201eDialog der Religionen in einer pluralen Gesellschaft &#8211; \u00dcberlegungen aus evangelischer Perspektive\u201c f\u00fchrt Dr. Wolfgang Huber 2007 u.a. aus:\u00a0 \u201eIn einem guten Verst\u00e4ndnis schlie\u00dfen sich deshalb Dialog und Mission nicht aus. Das meint freilich nicht, dass der Dialog der Religionen sich in einer Art von gegenseitigem Bekehrungswettstreit vollzieht\u2026 Es geht vielmehr um eine gemeinsame Suche nach der Wahrheit.\u201c <a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/070616_huber_eak.htm\">https:\/\/www.ekd.de\/070616_huber_eak.htm<\/a> (24.05.2019).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[xx]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.fink.de\/katalog\/titel\/978-3-7705-3634-4.html\">https:\/\/www.fink.de\/katalog\/titel\/978-3-7705-3634-4.html<\/a> (24.05.2019) zu: Peter Koslowski (Hg.), Philosophischer Dialog der Religionen statt Zusammensto\u00df der Kulturen im Prozess der Globalisierung, Wilhelm Fink 2002, erschienen in der Reihe: Diskurs der Weltreligionen, Band 5.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[xxi]<\/a> Assmann in: Rolf Schieder (Hg.), Die Gewalt des einen Gottes, S. 40.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[xxii]<\/a> Dass die Heilige Schrift von der ersten Seite an nur einen einzigen Gott kennt, werden wir noch zeigen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">[xxiii]<\/a> Unter dem \u201ewir\u201c, versteht er nach dem Kontext sich und die \u00fcbrigen Apostel.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">[xxiv]<\/a> Um einem Missverst\u00e4ndnis vorzubeugen: Die Wahrheit von der Zuverl\u00e4ssigkeit der Heiligen Schrift ist sachgem\u00e4\u00df zu gebrauchen. (a) Sie spielt dort eine Rolle, wo theologischen Untersuchungen der Sachgehalt der biblischen Botschaft erkundet, begr\u00fcndet und verteidigt werden soll. (b) Falsch dagegen w\u00e4re es, wollte man einem Nichtchristen unter Hinweis auf die Irrtumslosigkeit der Bibel \u201ebeweisen\u201c, dass nun auch er an Jesus glauben m\u00fcsse. \u2013 Herzen bekehren kann und will nur der Heilige Geist \u2013 und zwar durch das biblische Zeugnis in Gesetz und Evangelium. Das Gesetz deckt S\u00fcnde auf und zeigt unsere Verlorenheit. Die Botschaft von Jesus Christus tr\u00f6stet erschrockene Herzen durch den Zuspruch g\u00f6ttlicher Gnade und weckt so rettenden Glauben. Ist ein Mensch aber so durch die Botschaft von Jesus Christus zum Glauben gekommen, dann freut er sich nicht nur \u00fcber solche Passagen in der Heiligen Schrift, die von Jesus reden. Dann h\u00f6rt er auch alles andere, was die Schrift sagt, mit offenen Ohren: auch ihr Selbstzeugnis. Beides ist doch f\u00fcr unserer Vernunft unfassbar: dass Gott seinen Sohn zu unserer Rettung gesandt hat ebenso, wie die Inspiration der Heiligen Schrift bis in den Wortlaut hinein durch Gottes Geist.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref25\" name=\"_edn25\">[xxv]<\/a> \u201eEin Narrativ ist eine sinnstiftende Erz\u00e4hlung, die Einfluss hat auf die Art, wie die Umwelt wahrgenommen wird. Es transportiert Werte und Emotionen, ist in der Regel auf einen bestimmten Kulturkreis bezogen und unterliegt dem zeitlichen Wandel. In diesem Sinne sind Narrative keine beliebigen Geschichten, sondern etablierte Erz\u00e4hlungen, die mit einer Legitimit\u00e4t versehen sind. Bekannte Beispiele sind der Mythos vom Tellerw\u00e4scher zum Million\u00e4r und der Aufruf zum Wettlauf zum Mond, der in den USA starke Kr\u00e4fte geb\u00fcndelt und die Nation hinter einer Idee versammelt hat. Bestimmendes Element hinter einem Narrativ ist weniger der Wahrheitsgehalt, sondern ein gemeinsam geteiltes Bild mit starker Strahlkraft. Weit verbreitet ist die Meinung, dass Narrative gefunden und nicht erfunden werden. Konsens ist, dass Narrative eine M\u00f6glichkeit zur gesellschaftlichen Orientierung geben und Zuversicht vermitteln k\u00f6nnen\u201c (Wikipedia).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref26\" name=\"_edn26\">[xxvi]<\/a> Jan Assmann: Die Monotheistische Wende, in: Klaus E. M\u00fcller (Hrsg.), Historische Wendeprozesse. Ideen, die Geschichte machten, Freiburg, Basel, Wien 2003, S. 67.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref27\" name=\"_edn27\">[xxvii]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref28\" name=\"_edn28\">[xxviii]<\/a> Dass dieses personhafte \u201eWort\u201c Jesus Christus ist, geht aus dem Zusammenhang hervor. Denn zuletzt hei\u00dft es: \u201eDas Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit\u201c (Joh 1,14).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref29\" name=\"_edn29\">[xxix]<\/a> Vgl. auch Kol 1,15-17.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref30\" name=\"_edn30\">[xxx]<\/a> Assmann: Monotheistische Wende, S. 64.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref31\" name=\"_edn31\">[xxxi]<\/a> Apg 14,15.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref32\" name=\"_edn32\">[xxxii]<\/a> Vgl. auch Jes 46,5-9; Jer 10,1-16; 51,14-17. Auch im NT wird kraftlosen G\u00f6tter-Bildern der lebendige Gott gegen\u00fcbergestellt: 1Thess 1,9.10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref33\" name=\"_edn33\">[xxxiii]<\/a> Assmann in: Rolf Schieder (Hrsg.), Die Gewalt des einen Gottes, S. 69; \u2013 von dort auch die folgenden Zitate.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref34\" name=\"_edn34\">[xxxiv]<\/a> Ursache dieser Einordnung ist sicher, dass Assmann den biblischen Bericht von den zehn \u00c4gyptischen Plagen und den Untergang des Pharao im Schilfmeer nicht als historischen Bericht ansieht, sondern als ein Narrativ im Dienst der Befreiung aus politischer Abh\u00e4ngigkeit und religi\u00f6ser Verbr\u00e4mung \u00fcbler Machtverh\u00e4ltnisse.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref35\" name=\"_edn35\">[xxxv]<\/a> Assmann in: Rolf Schieder (Hrsg.), Die Gewalt des einen Gottes, S. 45<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref36\" name=\"_edn36\">[xxxvi]<\/a> Vgl. Was wir glauben, Luthers Katechismus erkl\u00e4rt von Henry Schwan, Berlin 1987; oder David Valleskey: Wir glauben, darum reden wir, Zwickau 2009.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref37\" name=\"_edn37\">[xxxvii]<\/a> 1Mose 2,16.17.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref38\" name=\"_edn38\">[xxxviii]<\/a> Ps 14,2.3; Hi 14,4; R\u00f6m 3,10-12; 5,15; Eph 2,3.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref39\" name=\"_edn39\">[xxxix]<\/a> 2Mose 24,17; Hebr 12,29.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref40\" name=\"_edn40\">[xl]<\/a> 2Mose 20,5.6.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref41\" name=\"_edn41\">[xli]<\/a> 2Mose 19,5; 5Mose 7,6 u. a.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref42\" name=\"_edn42\">[xlii]<\/a> Lk 9,51-56.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref43\" name=\"_edn43\">[xliii]<\/a> Lk 19,10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref44\" name=\"_edn44\">[xliv]<\/a> Mt 25,31-46; Apg 17,31; 2Tim 4,1.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref45\" name=\"_edn45\">[xlv]<\/a> Mt 10,1-39.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref46\" name=\"_edn46\">[xlvi]<\/a> Lk 6,27-36.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref47\" name=\"_edn47\">[xlvii]<\/a> R\u00f6m 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref48\" name=\"_edn48\">[xlviii]<\/a> 1K\u00f6n 16,29-19,21.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref49\" name=\"_edn49\">[xlix]<\/a> 1K\u00f6n 18,21.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref50\" name=\"_edn50\">[l]<\/a> 5Mose 13,6; 18,20.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref51\" name=\"_edn51\">[li]<\/a> 2K\u00f6n 22-23<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref52\" name=\"_edn52\">[lii]<\/a> 2K\u00f6n 22,2: Er tat, was dem HERRN wohlgefiel, und wandelte ganz in dem Wege seines Vaters David und wich nicht davon ab, weder zur Rechten noch zur Linken. \u2013 Vgl. auch 2K\u00f6n 23,25.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref53\" name=\"_edn53\">[liii]<\/a> Wohl aber \u00e4ndert sich die Art und Weise, in der sich das klare Bekenntniss zu Gott und gegen die G\u00f6tzen ausdr\u00fcckt. Schloss die Verteidigung des rechten Gottesdienstes im Alten Bund ggf. auch \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c ein, das allerdingst immer nur im Gehorsam gegen Gottes Weisungen in dieser Sache. So ist \u201eGewalt im Namen Gottes\u201c im Neuen Bund grunds\u00e4tzlich ausgeschlossen, wie wir gesehen haben. Jetzt gilt nach wie vor, klar zu bekennen, Anfeindung und Verfolgung aber ggf. geduldig zu ertragen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref54\" name=\"_edn54\">[liv]<\/a> 1Kor 10,14-22.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref55\" name=\"_edn55\">[lv]<\/a> Joh 8,31.32.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref56\" name=\"_edn56\">[lvi]<\/a> Mt 28,19.20.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref57\" name=\"_edn57\">[lvii]<\/a> 2Joh 1,9.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref58\" name=\"_edn58\">[lviii]<\/a> 2Tim 3,14.15.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref59\" name=\"_edn59\">[lix]<\/a> R\u00f6m 16,17 vgl. Tit 3,10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref60\" name=\"_edn60\">[lx]<\/a> Mt 7,15 vgl. Apg 20,29.30.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref61\" name=\"_edn61\">[lxi]<\/a> Gal 5,9.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref62\" name=\"_edn62\">[lxii]<\/a> 2Tim 2,16.17.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref63\" name=\"_edn63\">[lxiii]<\/a> Mt 10,32.33.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref64\" name=\"_edn64\">[lxiv]<\/a> Vgl. Gal 3,7-14.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass Gewaltakte im Laufe der Geschichte immer wieder im Zusammenhang mit Religion und Gottesglauben aufgetreten sind, ist nicht zu bestreiten. 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