{"id":16793,"date":"2019-11-13T15:23:40","date_gmt":"2019-11-13T14:23:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16793"},"modified":"2019-11-13T15:25:00","modified_gmt":"2019-11-13T14:25:00","slug":"us-studie-assistierter-suizid-wird-als-kostenguenstige-option-angeboten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16793","title":{"rendered":"US-Studie: Assistierter Suizid wird als \u201ekosteng\u00fcnstige\u201c Option angeboten"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\" style=\"text-align: justify;\">Eine aktuelle Studie des US-amerikanischen <a href=\"https:\/\/www.ncd.gov\/newsroom\/2019\/federal-study-assisted-suicide-laws\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><i>National Council on Disability<\/i><\/a> (NCD) hat die Auswirkungen der Gesetze zum assistierten Suizid in den USA auf Menschen mit Behinderungen untersucht. Das Ergebnis ist beunruhigend: Die h\u00e4ufigsten Gr\u00fcnde, warum Menschen mit Behinderung Beihilfe zum Suizid beantragen, sind nicht Schmerzen, sondern stehen in direktem Zusammenhang mit unzureichender Unterst\u00fctzung und Dienstleistung zur Bew\u00e4ltigung ihres Alltags. Die Legalisierung des assistierten Suizids f\u00fchre offenbar dazu, dass \u00c4rzte die \u201ekosteng\u00fcnstigste Option\u201c anbieten w\u00fcrden \u2013 n\u00e4mlich Beihilfe zum Suizid \u2013 anstelle von medizinischen Behandlungen oder Unterst\u00fctzungen zur Lebensverbesserung, kritisiert angesichts der Studien-Ergebnisse der NCD-Vorsitzende Neil Romano (<a class=\"external-link-new-window\" title=\"Opens external link in new window\" href=\"https:\/\/www.globenewswire.com\/news-release\/2019\/10\/09\/1927432\/0\/en\/Federal-study-finds-nation-s-assisted-suicide-laws-rife-with-dangers-to-people-with-disabilities.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">online, 9.10.2019<\/a>).<!--more--><\/p>\n<p class=\"bodytext\" style=\"text-align: justify;\">Derzeit haben acht US-Bundesstaaten und der <i>District of Columbia<\/i> Suizidgesetze verabschiedet, die es \u00c4rzten erlauben, t\u00f6dliche Medikamente an Patienten mit einer unheilbaren Krankheit und einer Lebenserwartung von h\u00f6chstens sechs Monaten zu verschreiben, wenn bestimmte Verfahrensschritte befolgt werden. Allerdings: Missbr\u00e4uche oder Fehlanwendungen der Suizid-Gesetze w\u00fcrden nicht verfolgt und Sicherheitsvorkehrungen w\u00fcrden nicht greifen, so der <a class=\"external-link-new-window\" title=\"Opens external link in new window\" href=\"https:\/\/ncd.gov\/publications\/2019\/bioethics-report-series\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><i>NCD-Bericht<\/i><\/a>. Im US-Bundesstaat Oregon, wo die Praxis seit 20 Jahren legal ist, merkt der NCD kritisch an, dass die Liste der Bedingungen zur Erlaubnis f\u00fcr einen \u00e4rztlich assistierten Suizid im Laufe der Zeit erheblich erweitert wurde und inzwischen Erkrankungen einschlie\u00dft, die bei richtiger Behandlung nicht zum Tode f\u00fchren \u2013 wie etwa Arthritis, Diabetes und Nierenversagen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\" style=\"text-align: justify;\">Auch gab es bereits F\u00e4lle, wo Versicherungen Patienten teure, lebenserhaltende medizinische Behandlungen (wie etwa eine Krebstherapie) verweigerten, ihnen daf\u00fcr aber Beihilfe zum Suizid anboten. Au\u00dferdem w\u00fcrden \u00c4rzte nur \u00e4u\u00dferst selten zu einer psychologischen Beurteilung \u00fcberweisen, bevor sie Rezepte f\u00fcr t\u00f6dliche Medikamente ausstellen \u2013 obwohl sehr h\u00e4ufig \u00c4ngste und Depressionen Ursache f\u00fcr den Wunsch nach einem assistierten Suizid sind. Nicht zuletzt k\u00f6nnten Patienten, wenn ihnen ihr Arzt die Beihilfe zum Suizid aus guten Gr\u00fcnden verweigert, einen anderen Arzt finden, der f\u00fcr die Verschreibung einer t\u00f6dlichen Medikamentendosis zu haben ist (\u201adoctor-shopping\u2018).<\/p>\n<p class=\"bodytext\" style=\"text-align: justify;\">Als Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr ihren Entschluss zur vorzeitigen Lebensbeendigung gaben Suizidwillige in Oregon 2018 an: Angst vor einem \u201eVerlust von Autonomie\u201c und damit Sorge, zur Last f\u00fcr andere zu werden (92 Prozent); \u201eweniger in der Lage zu sein, an Aktivit\u00e4ten teilzuhaben, die dem Leben Freude geben\u201c (90 Prozent); Furcht vor einem \u201eVerlust an W\u00fcrde\u201c (67 Prozent) (vgl. dazu <a class=\"internal-link\" title=\"Opens internal link in current window\" href=\"http:\/\/www.imabe.org\/index.php?id=2118\"><i>IMABE-Stellungnahme 2019: \u201eKlares Nein zu \u00e4rztlicher Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung &#8211; F\u00fcr eine Kultur des Beistandes\u201c<\/i><\/a>).<\/p>\n<p class=\"bodytext\" style=\"text-align: justify;\">\u201eDort, wo assistierter Suizid legal wird, gehen Menschenleben verloren \u2013 durch Fehleinsch\u00e4tzungen, Missbrauch, Informationsmangel oder mangels besserer Optionen. Keine der bestehenden oder vorgeschlagenen Sicherheitsvorkehrungen kann dies \u00e4ndern\u201c, betont Romano. In den USA hatten sich nationale Behindertenrechtsorganisationen klar gegen eine Legalisierung des assistierten Suizids ausgesprochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>IMABE &#8211; Institut f\u00fcr medizinische Anthropologie und Bioethik, November 2019<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine aktuelle Studie des US-amerikanischen National Council on Disability (NCD) hat die Auswirkungen der Gesetze zum assistierten Suizid in den USA auf Menschen mit Behinderungen untersucht. Das Ergebnis ist beunruhigend: Die h\u00e4ufigsten Gr\u00fcnde, warum Menschen mit Behinderung Beihilfe zum Suizid beantragen, sind nicht Schmerzen, sondern stehen in direktem Zusammenhang mit unzureichender Unterst\u00fctzung und Dienstleistung zur [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":481,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8,24],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16793"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/481"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16793"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16793\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16794,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16793\/revisions\/16794"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16793"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16793"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16793"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}