{"id":16749,"date":"2019-10-19T10:44:29","date_gmt":"2019-10-19T08:44:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16749"},"modified":"2019-10-18T12:54:14","modified_gmt":"2019-10-18T10:54:14","slug":"der-reiche-mann-ein-armer-mann-schau-wie-man-sich-doch-verrechnen-kann-lk-1215-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16749","title":{"rendered":"Der reiche Mann \u2013 ein armer Mann;  Schau, wie man sich doch verrechnen kann! (Lk. 12,15-21)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Von dem Tod wird nichts mehr berichtet, von dem Herzstillstand, von dem Herzinfarkt, vom Hirnschlag oder was es war, heute h\u00e4tte man wahrscheinlich das RK benachrichtigt, die Sanit\u00e4ter w\u00e4ren mit der Sauerstoffmaske gekommen, der Notarzt h\u00e4tte vielleicht noch gesagt: \u201eDem Mann kann vielleicht noch geholfen werden\u201a\u201c und h\u00e4tte den Defibrillator angesetzt. Aber, das h\u00e4tte alles nichts mehr gen\u00fctzt, er war tot. Die Witwe sagt: \u201eDu Liebster,\u201c die Tochter sagt, \u201eDu Treuster,\u201c die Oma sagt, \u201eDu Bester,\u201c und der Text sagt: \u201eDu Narr. Du Dummkopf. Du Bl\u00f6dian.\u201c Warum? An dem bin ich h\u00e4ngen geblieben. Warum war der eigentlich ein Narr? Ein Dummkopf? Wir wollen uns auf Spurensuche begeben. Welchen Fehler hat er gemacht? Warum war er ein Narr? Warum?<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008cWar er wirklich dumm? Ein einf\u00e4ltiger Typ, der nicht auf 3 z\u00e4hlen konnte? War er ein Bauer, der eine pr\u00e4chtige Ernte auf sich zukommen sieht. Es ist ja gerade seine Pflicht nicht einfach alles zu vergraben, sondern er muss einbringen, er muss planen, er muss rechnen, er muss bauen. Und \u00fcberhaupt, hat es Joseph in \u00c4gypten anders gemacht? Er machte auch den Vorschlag von Vorratsh\u00e4usern und er wurde sogleich damit Vizekanzler. Hier sagen wir der kluge Joseph und hier sagen wir: der dumme Mann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008dDann fragen wir: war er ein Wirtschaftstyp? Vielleicht will er nur Getreide horten, einen Milchsee und einen Butterberg anlegen, auf Halde alles stapeln, um sie dann, wenn die Preise wieder anziehen auf den Markt zu schmei\u00dfen. Ist er hinter jedem Pfennig her, so wie Teufel hinter jeder armen Seele. War er ein knickriger Geizhals? Von dem steht hier \u00fcberhaupt nichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u008eMan k\u00f6nnte dann noch fragen, war er ein Managertyp? Immer hektisch, der nie ruhe gab, nie relaxte, nie joggte, nie nachgab, einer der immer durchgearbeitet hat, Sonntag und Weihnachten. Ja, bei dem ist der Herzinfarkt vorprogrammiert. Ein raffgieriger Karrieretyp, aber auch davon steht hier keine Silbe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mann kann einem ja fast sympathisch werden. \u201eLiebe Seele, mach mal Pause, trink mal ne Cola, iss und trink.\u201c Und das soll ein Narr sein?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir m\u00fcssen n\u00e4her, noch n\u00e4her ran auf unserer Spurensuche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der reiche Mann hat ja in seinem Monolog nur eine Frage: Was mache ich mit meinem \u00dcberfluss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht ist es gerade deswegen ein Wort f\u00fcr unsere Zeit, weil der irdische Sinn, der uns hier vorgestellt wird in der Person des habs\u00fcchtigen Bauers, eigentlich der Zeitgeist und die Zeitkrankheit ist in unserer fleischlichen, materiellen Zeit; weil auch am heutigen Sonntag Tausende in unserer Stadt\u00a0 und in unserem Land anderes im Sinn haben als eine Sonntagsbetrachtung und mit dem reichen Mann sagen: \u201eLiebe Seele, habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut;\u201c ja vielleicht ist hier in diesem Hause heute auch jemand mit einer \u00e4hnlichen Herzensstellung wie jener reiche Bauer, dem es nur um Irdisches geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sollte dieser reiche Kornbauer im Gleichnis in der Tat Schicksalsgenossen auch unter uns haben? Sollte sich auch unter uns Einer im irdischen Streben diese Rechenfehler erlauben, alles auf sein Hab und Gut zu setzen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der reiche Mann \u2013 ein armer Mann; Schau, wie man sich doch verrechnen kann!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vier grobe Rechenfehler begeht der reiche Mann im Gleichnis in seinem Trachten nach irdischem Hab und Gut:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Rechenfehler: Er vergisst den Geber bei der Gabe;<\/li>\n<li>Rechenfehler: Er vergisst die fremde Not bei eigner Habe;<\/li>\n<li>Rechenfehler: Er vergisst bei sattem Leib das Seelenbrot;<\/li>\n<li>Rechenfehler: Er vergisst beim Weltgetriebe den drohnden Tod.<\/li>\n<\/ol>\n<p><em><strong>1. Rechenfehler: Er vergisst den Geber bei der Gabe<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht wahr, diese Lage ist uns doch wohl bekannt. Genau so sind wir ja im Grunde auch dran. Wir haben genug zum Leben. Und viele haben sogar mehr als das. Auch unsere Arbeit hat viel eingebracht. Nicht nur unsere G\u00e4rten. Es gibt ja noch andere Felder, die Industrie, die Gesch\u00e4ftswelt, das Versicherungswesen, der Geldverkehr. Man muss nur im Wirtschaftsteil der Zeitungen die Berichte lesen \u00fcber die Messen in K\u00f6ln und Frankfurt, in Hannover und Leipzig und anderswo, um zu wissen, wie gut die Felder des industriellen und technischen Fortschritts in diesem Jahr getragen haben. Neue M\u00e4rkte wurden erschlossen f\u00fcr unsere Produkte, neue Handelsvertr\u00e4ge mit der ganzen Welt kamen zustande. Ja, es ist so: Unsere Felder haben gut getragen, in jeder Hinsicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dagegen wendet Jesus nicht das Geringste ein. Er beanstandet in keiner Weise, dass es dem Bauern so gut geht und dass er reich und verm\u00f6gend ist. Er g\u00f6nnt uns, dass wir Lebensm\u00f6glichkeiten haben, soviel wir brauchen. Und auch das steht keinesfalls unter dem Vorwurf Jesu, dass dieser Mann nun angestrengt \u00fcberlegt, wie er seinen \u00dcberfluss bew\u00e4ltigen kann, dass er plant, seine Pl\u00e4ne verwirft, neue Pl\u00e4ne fertigt und dann zu dem Entschluss kommt: ich muss bauen, erweitern, vergr\u00f6\u00dfern. Kein Wort dagegen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur eines ist hier bedenklich: die Gesinnung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00f6rst du, was der Mann sagt in seinem Selbstgespr\u00e4ch? hast du gez\u00e4hlt wie oft das \u201eich\u201c und das \u201emein\u201c drin vorkommt? Mein Feld hat mir getragen, was soll ich tun?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was du tun sollst, reicher Mann, auf deine gesegnete Ernte? Siehe, das h\u00e4tten dir die Psalmen sagen k\u00f6nnen im 50. Psalm: \u201eOpfere Gott Dank und bezahle dem H\u00f6chsten deine Gel\u00fcbde!\u201c und im 106. Psalm: \u201eDanket dem Herrn, denn Er ist freundlich und Seine G\u00fcte w\u00e4hret ewiglich.\u201c Aber daran denkt der Mann mit keinem Gedanken; \u00fcber der Gabe vergisst er den Geber. Da h\u00f6ren wir nichts als \u201eich\u201c und wieder \u201eich\u201c und \u201emein\u201c und wieder \u201emein.\u201c Von einer Segenshand, die ihm das alles gegeben hat, von einem Danke, den er ihr schuldet, wei\u00df sein Herz nichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gibt\u2019s irgendwo einen Gewinn einzuziehen: wie machen\u2019s die Leute? Der Eine lobt seine solide Arbeit, womit er\u2019s verdient, der Andere seine klugen Berechnungen, womit er\u2019s erzwungen, der Dritte sein gutes Gl\u00fcck, das ihm gel\u00e4chelt, der Vierte sagt achselzuckend: h\u00e4tte k\u00f6nnen noch besser ausfallen, der F\u00fcnfte plagt sich gleich mit der Sorge: was ist nun zu tun, das Gewonnene zu erhalten und zu mehren? Aber kaum einer gibt Gott die Ehre, dem g\u00fctigen Gott, von dem alle gute und vollkommene Gabe kommt. \u2013 Ein grober Rechenfehler, meine Lieben!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der reiche Kornbauer vergisst seinen Gott und nimmt sein Gut als sein Eigentum hin, \u00fcber das er sich vor niemand zu verantworten h\u00e4tte. Es hat einmal jemand gesagt, wenn man die Menschen kennen lernen wolle, m\u00fcsse man nur darauf achten, wie viel mal sie in einer Viertelstunde \u201eich\u201c sagten \u2013 dann h\u00f6re einmal hier den reichen Toren: siebenmal ist nur von ihm, von Gott aber gar nicht die Rede. Weder das Wort \u201eGott\u201c noch das W\u00f6rtlein \u201eDank\u201c steht in seinem Lexikon. Das ist die Grundmelodie seines Denkens und Handelns: ich, meiner, mir, mich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer ist reicher, der hochm\u00fctige Kornbauer im Gleichnis, der mit geschwollener Brust stolz seine Getreides\u00e4cke z\u00e4hlt, als w\u00e4re das alles sein, oder der fromme Erzvater Jakob, der dem\u00fctig beim Blick auf seinen Reichtum ausruft: Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die Du an Deinem Knechte getan hast? (1. Mose 32,10) \u2013 O gewiss Jakob; denn mit dem Geschenk, das er in Empfang genommen, ergreift er zugleich die Vaterhand, den Vaterarm der ihn segnet, das Vaterherz, das ihn liebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">O das macht erst recht froh an guten wie in b\u00f6sen Tagen, wenn man wei\u00df und bekennt: vom Himmel kommt mir der Segen, der Herr ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln! Dann haben wir bei der Einnahme unseres irdischen Guts die rechte Antwort auf die Frage: was soll ich tun? Am guten Tag hei\u00dft die Antwort: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und Seine G\u00fcte w\u00e4hret ewiglich. Und am b\u00f6sen Tag hei\u00dft die Antwort: Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf Ihn, er wird\u2019s wohl machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>2. Rechenfehler: Er vergisst die fremde Not bei eigener Habe.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen zweiten Rechenfehler begeht der reiche Mann im Gleichnis bei der Verwaltung seines Verm\u00f6gens: er vergisst die fremde Not bei eigener Habe. \u201eWas soll ich tun? ich habe nicht, wo ich meine Fr\u00fcchte hintun kann. Ich will meine Scheunen abbrechen und gr\u00f6\u00dfere bauen . . .\u201c O du armer Mann! Wer an Gott denkt, der ihm alles gegeben hat, der wird dann auch des armen Bruders gedenken, der auf Hilfe wartet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daran hat der reiche Kornbauer so wenig gedacht wie an seinen Gott. Was f\u00fcr Sorgen und Verlegenheiten bereitet ihm sein \u00fcberreicher Erntesegen! Wo soll ich hin damit? Wohin? Ach, wie vielen ist die Unterbringung ihres Kapitals eine dauernde Sorge und Frage: wo sind die sichersten Banken und besten Hypotheken? Wie schwankt da das Herz mit dem Steigen und Fallen der Papiere hinauf und hinunter! Wo sind die diebes- und feuerfesten Schr\u00e4nke, die keine Diebe aufbrechen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAlles, was mir gewachsen ist: meine G\u00fcter, meine Fr\u00fcchte will ich sammeln\u201c \u2013 sehet, da steckt schon ein gro\u00dfer Irrtum. \u2013 Meinst du, das alles Gewachsene: deine Fr\u00fcchte und deine G\u00fcter dir geh\u00f6ren? \u2013 \u201eUnd warum nicht? Ist\u2019s nicht mein Acker, darauf sie gewachsen sind? Ist\u2019s nicht mein Schwei\u00df, der dar\u00fcber geflossen ist? Ist\u2019s nicht meine Ernte, die ich eingeholt habe?\u201c \u2013 Ja, so denkt freilich Walter Weltmensch. Aber Gottes Kinder, die denken anders. Die denken: ich bin Gottes Haushalter auf Erden, und alles, was ich habe, das geh\u00f6rt nicht mir, sondern das geh\u00f6rt zuerst Ihm, der mir\u2019s geliehen hat. Und dann geh\u00f6rt es auch den Br\u00fcdern, denen ich mit meinen Gaben dienen soll, denen ich aushelfen soll mit meinem \u00dcberfluss. So haben die ersten Christen gedacht, von denen es hei\u00dft: \u201eKeiner sagte von seinen G\u00fctern, dass sie sein w\u00e4ren.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Antwort auf das Wohin h\u00e4tte er leicht finden k\u00f6nnen. \u201eBrich dem Hungrigen dein Brot und f\u00fchre die, so im Elend sind, in dein Haus.\u201c Seine vollen Scheunen sollen ihn an die leeren seiner Br\u00fcder erinnern. Gott gab, damit er aus seinem \u00dcberfluss geben sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heinrich Kemner hat auf die Frage, wie viel wir geben sollen eine gute Antwort: \u201eSo jetzt nimmt jeder einmal sein Portmonee heraus und holt da 5 Mark heraus.\u201c Nachdem die Zuh\u00f6rer das getan hatten sagte er: \u201eUnd die k\u00f6nnt ihr jetzt behalten, alles andere in die Opferschale.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun, da schlucken wir ganz sch\u00f6n, aber wie viel sollen wir denn jetzt geben? Die Bibel ist ja voller praktischer Anweisungen, und wir lesen da in Mal. 3,10: \u201eBringt den 10. in mein Kornhaus&#8230;\u201c Du wirst vielleicht wieder sagen: \u201eMan, ich komme ja schon mit dem was ich so habe kaum aus, dann noch 10%, das ist zu viel.\u201c Ich will Dir eine kleine Geschichte erz\u00e4hlen, die einer unserer Jungens beim FSJ Jahr in Ecuador erlebt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er war ein Jahr mit der LM in Ecuador und hat dort Gemeindearbeit gemacht. Als FSJler bekommt man ca 100 \u20ac Taschengeld, uns davon m\u00fcssen sie, die FSJler, sich auch noch die Verpflegung kaufen. Wie wir uns einmal \u00fcber Skype unterhalten haben, da fragte er mich, ob er auch den 10. geben solle, sie h\u00e4tten dar\u00fcber in einer Bibelarbeit nachgedacht. Er sagte, dass dies f\u00fcr sie doch nicht gelten w\u00fcrde, da sie ja auf Spendenbasis arbeiten w\u00fcrden und \u00fcberhaupt mit 100 \u20ac k\u00e4men sie nur knapp \u00fcber die Runden und dann nur noch 90 \u20ac! Wie sollte das gehen? Ich ermutigte ihn doch dem biblischen Worte gem\u00e4\u00df zu handeln, was sie dann wohl auch getan haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wochen sp\u00e4ter skypten wir wieder und er erz\u00e4hlte, dass sie Au\u00dfergew\u00f6hnliches erlebt h\u00e4tten: Sie w\u00e4ren in einem gro\u00dfen Supermarkt zum w\u00f6chentlichen Einkauf gewesen, der Einkaufswagen war randvoll und nun standen sie in einer Schlange an einer Kasse. Sorgenvoll haben sie alle in ihre Geldbeutel geschaut um einen \u00dcberblick zu bekommen, ob das wohl reichen k\u00f6nnte. Als sie als n\u00e4chste ihre Waren auf das F\u00f6rderband legen wollten ert\u00f6nte eine Lautsprecherdurchsage, dass gerade an der Kasse, wo sie jetzt standen, der n\u00e4chste Kunde, der bezahlen wollte den ganzen Inhalt des Einkaufswagen umsonst bekommen w\u00fcrden, dies w\u00e4re gerade eine besondere Aktion des Hauses.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So hat sich Gott zu dem Glaubensgehorsam der FSJler gestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, so lang es noch Arme gibt, soll kein Christ in Verlegenheit kommen: wohin mit meinem \u00dcberfluss?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum, liebe Freunde, wenn Gott dir einmal ein \u00dcbriges gibt, dann mach nicht den Rechenfehler und vergiss die fremde Not bei eigener Habe; denk nicht blo\u00df an dich, an das neue Kapital, das du anlegen, oder an das neue Haus, das du herrichten, oder an den neuen Acker, den du kaufen, oder an das neue Kleid, das du dir anschaffen willst, sondern denk auch an den armen Bruder: Wer sich des Armen erbarmet, der leihet dem Herrn, der wird ihm wieder Gutes vergelten. (Spr. 19,17)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>3. Rechenfehler: Er vergisst bei sattem Leib das Seelenbrot.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den dritten Rechenfehler macht der reiche Mann im Text beim beabsichtigten Genuss seiner Habe. Er vergisst bei sattem Leib das Seelenbrot, die hungernde Seele. \u2013 Wie? die eigene Seele vergisst er? Aber wie freundlich meint er\u2019s mit der! \u201eUnd will sagen zu meiner Seele: liebe Seele, du hast einen gro\u00dfen Vorrat auf viele Jahre! habe nun Ruhe, iss, trink, und habe guten Mut.\u201c Da ist wieder jedes Wort ein Irrtum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ob Essen und Trinken das Einzige w\u00e4re, was zum guten Mut geh\u00f6rt, als ob volle K\u00fchlschr\u00e4nke eine Seele satt machen k\u00f6nnten! Ich sehe sie vor mir, die Weltmenschen von heute, deren Leben ganz aufgeht im Trachten nach irdischen Dingen: ihr Gott der Bauch, ihr Schatz der Mammon, ihr Schmuck sch\u00f6ne Kleider, ihr Gesetz: du musst reich werden, ihr Evangelium: gut Essen und Trinken, ihre Sonntagsfeier: lasst uns feiern und entspannen, ihr Paradies und Himmelreich sind die Vergn\u00fcgungspal\u00e4ste dieser Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">O j\u00e4mmerliche Rechnung: den Leib m\u00e4sten und die Seele verderben lassen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lasset euch vom Herrn mahnen: \u201eNiemand lebet davon (wird davon wahrhaft gl\u00fccklich, hier oder dort), dass er viele G\u00fcter hat.\u201c Wir brauchen eine gewisse Hoffnung des ewigen Lebens, nach dem Spruch Christi: trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das \u00dcbrige alles zufallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seele, was erm\u00fcdst du dich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Dingen dieser Erde,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die doch bald verzehren sich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und zu Staub und Asche werden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Suche Jesus und sein Licht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles andre hilft dir nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>4. Rechenfehler: Er vergisst beim Weltgetriebe den drohnden Tod.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber das ist der vierte Rechenfehler des Kornbauern. Er vergisst beim Weltgetriebe den drohenden Tod. \u2013 Er hat ja auf Jahre hinaus klug gerechnet. Schon sieht er im Geiste die neuen Scheunen dastehen, da greift eine gewaltige Hand in seine Tr\u00e4ume herein und macht ihm einen schwarzen Strich durch seine Rechnung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Zeitrechnungen und sein Zeitpunkt, die prallen hier hart aufeinander. Wer nicht mit dem Tode rechnet, der verrechnet sich gr\u00fcndlich liebe Freunde. Wer die Tatsache des Todes nicht einkalkuliert ist ein kompletter Narr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die mittelalterlichen M\u00f6nche sagten zu einander: Memento mori. Gedenke, dass Du sterben musst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo der reiche Mann Gottes Mahnung verachtet, f\u00fcr Seine Stimme kein Ohr und keine Zeit gehabt hatte in seinem Weltgetriebe, spricht Jesus jetzt markdurchdringend: \u201eDu Narr! Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern!\u201c Du Narr &#8211; das ist eine harte Rede. Und dabei hatte dieser Mann nichts anderes getan, als umsichtig sein Kapital angelegt und seine G\u00fcter gesichert. Auf den ersten Blick hat er keines der g\u00f6ttlichen Gebote \u00fcbertreten. Und dennoch war das entscheidende Gottesgebot verletzt: Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine andern G\u00f6tter, keine irdischen H\u00f6chstwerte neben mir haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mann wollte sein Leben sichern, weil man ja nicht wissen kann, was die Zukunft bringt, und hatte doch das Allergewisseste, das auf uns zukommt, au\u00dfer acht gelassen: den Tod. Diese Nacht, diese Nacht! Verkehrsunfall. Mord. Blitzschlag. Herzinfarkt. Gehirntumor. Krebs&#8230; Diese Nacht! Und wer bekommt dann, das du gerafft hast? Wird er seine Scheunen mitnehmen? Nichts davon als 6 Bretter zum Sarg!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Niemand lebt davon, dass er viele G\u00fcter hat, ein volles Bankkonto, Aktien, krisensichere Wertpapiere, Grundst\u00fccke, Mietsh\u00e4user, Eigentumswohnungen, Fabrikgeb\u00e4ude oder auch nur das regelm\u00e4\u00dfig auf dem Konto erscheinende Monatsgehalt. Niemand lebt davon, niemand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luther hat f\u00fcr solche Menschen zwei Formulierungen: Erstens sagt Luther: sie h\u00e4ngen am Geschaffenen. Es ist wie ein Insekt im Spinnennetz man versucht sich zu l\u00f6sen und verstrickt sich immer mehr. Wer Jesus nicht kennt muss an irgendetwas anderem h\u00e4ngen und verstrickt sich an irgendetwas anderem und kommt nicht mehr raus, ob es Drogen sind, Sexualit\u00e4t ist, Musik ist, Literatur, wer Gott vergisst der h\u00e4ngt in einem Netz. Und der Mann hat nur noch Getreide und Silos und sein Geld im Kopf. Luther sagt zweitens: Er ist verkr\u00fcmmt in sich selbst. Er dreht sich nur noch um sich selbst und dann kommt der Sturz. \u201eDiese Nacht wird man deine Seele, dein Leben von dir fordern.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dein Leben ist verfehlt, und st\u00fcrzt dann ins Bodenlose. Daf\u00fcr hat die Bibel ein Wort, die H\u00f6lle. Es ist nicht gut wenn wir dieses Wort verdr\u00e4ngen. Da brauchen wir nicht an eine Folterkammer denken und kleinen Teufelchen. Das Leben, das ich auf dieser Erde f\u00fchre wird dann ewig von Gott getrennt sein. Und dann bekommt es den Stempel der Unendlichkeit nach dem Tod. H\u00f6lle hei\u00dft einmal nichts anderes als an das gebunden sein, was wir auf Erden verg\u00f6ttert haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Freunde, das Gleichnis gipfelt ja in der Frage Jesu: Wof\u00fcr leben wir eigentlich? Leben wir von dem und f\u00fcr das, was wir an irdischen G\u00fctern haben? Wenn das unser ganzer Besitz ist, dann sind wir arm bei allem Wohlstand. Es geht ja im letzten und tiefsten Grunde um das Leben selbst. Reich in Gott hei\u00dft nichts anderes als das was Jesu sagt: \u201eIch bin das Leben, bei mir ist volle Gen\u00fcge zu haben!\u201c \u201eIch selbst\u201c sagt Jesus \u201ebin das Leben.\u201c Der ist reich in Gott, der durch Wort und Sakrament aus Jesu guter Hand lebt, der unter der Weisung des g\u00f6ttlichen Wortes durch seine Tage geht und begleitet von diesem Wort die Pforte des Todes durchschreitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So lassen sich die 4 Rechenfehler des reichen Mannes umgehen.<\/p>\n<p>Alles, alles, was wir sehen,<br \/>\nDas muss fallen und vergehen;<br \/>\nWer Jesus hat, bleibt ewig stehen.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><em>Pr\u00e4dikant Thomas Karker, St. Markus Gemeinde Bremen den 06.10.2019<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von dem Tod wird nichts mehr berichtet, von dem Herzstillstand, von dem Herzinfarkt, vom Hirnschlag oder was es war, heute h\u00e4tte man wahrscheinlich das RK benachrichtigt, die Sanit\u00e4ter w\u00e4ren mit der Sauerstoffmaske gekommen, der Notarzt h\u00e4tte vielleicht noch gesagt: \u201eDem Mann kann vielleicht noch geholfen werden\u201a\u201c und h\u00e4tte den Defibrillator angesetzt. 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