{"id":16703,"date":"2019-10-01T10:05:08","date_gmt":"2019-10-01T08:05:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16703"},"modified":"2019-10-01T10:05:08","modified_gmt":"2019-10-01T08:05:08","slug":"erntezeit-auf-der-arabischen-halbinsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16703","title":{"rendered":"Erntezeit auf der Arabischen Halbinsel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Als hingebungsvoller Muslim war Ibrahim immer bereit, den Koran zu verteidigen. Eines Tages, es war im Jahr 1997, betrat ein Mann sein kleines Gesch\u00e4ft. Doch anstatt etwas zu kaufen, stellte er ihm eine befremdliche Frage: &#8222;Haben Sie jemals die Bibel gelesen?&#8220; \u00dcberheblich wies Ibrahim den Mann darauf hin, dass die Bibel voller Irrt\u00fcmer und Verzerrungen sei. Doch sie unterhielten sich noch kurz. Am Ende ihres Gespr\u00e4chs gab der Mann Ibrahim ein Neues Testament und forderte ihn auf, es zu lesen. Ibrahim stimmte zu &#8211; in der festen Absicht, sich jeden problematischen Vers, den er fand, zu merken. Aber je mehr er in der Bibel las, desto mehr Probleme bekam er pl\u00f6tzlich mit dem Koran. &#8222;Ich wollte dem Mann helfen, ein Muslim zu werden. Aber das fiel mir immer schwerer&#8220;, erinnert sich Ibrahim.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem er Jesu Aufforderung gelesen hatte, Feinde zu lieben und diejenigen zu segnen, die einen verfluchen, zog Ibrahim ernsthaft in Betracht, den Islam zu verlassen. Aber damit w\u00fcrde er Schande \u00fcber seine Familie bringen und sich selbst in Lebensgefahr begeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch fuhr er fort, die Heilige Schrift zu studieren, und bat Gott, ihm den richtigen Weg zu zeigen. Ungef\u00e4hr ein Jahr sp\u00e4ter traf er schlie\u00dflich eine Entscheidung und setzte sein Vertrauen in Christus. &#8222;Es war ein Monat vor dem Ramadan, als ich Jesus als meinen Herrn annahm&#8220;, erz\u00e4hlt Ibrahim, &#8222;und tiefer Friede erf\u00fcllte pl\u00f6tzlich mein Herz.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein Abtr\u00fcnniger<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Friede, den Ibrahim empfand, wurde bald von extremer Angst begleitet. Vier Jahre lang versteckte er seine Bibel im Hinterhof und las sie heimlich, immer in der Bef\u00fcrchtung, dass er jeden Tag von seiner Frau oder einer anderen Person erwischt werden k\u00f6nnte. Und Ibrahim hatte tats\u00e4chlich allen Grund, Angst zu haben: Auf der Arabischen Halbinsel k\u00f6nnen Konvertiten ganz offiziell zum Tode verurteilt werden. Extremistische Gruppen wie al-Qaida und anhaltende politische Konflikte erschweren das Leben der Gl\u00e4ubigen zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber eines Tages, so berichtet er, entschied er sich gegen diese Angst: &#8222;Ich hatte keine Lust mehr, Angst zu haben, und fragte mich: &#8218;Wenn ich an Jesus glaube und daran, dass er mir ewiges Leben schenkt &#8211; warum sollte ich mich dann noch f\u00fcrchten?&#8216; Wenn sie kommen, um mich zu t\u00f6ten, dann sollen sie kommen &#8211; ich war bereit. So hat Gott meine gro\u00dfe Angst in gro\u00dfen Mut verwandelt.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach seiner Taufe im Jahr 2002 hatte Ibrahim den Eindruck, er solle eine Gemeinde gr\u00fcnden. Daraufhin beschloss er, seinen Glauben und seine Vision mit seiner Frau Fatima zu teilen. Als er es ihr erz\u00e4hlte, wurde sie w\u00fctend, dass er den Islam verlassen hatte und ein &#8222;Kafir&#8220; &#8211; ein Ungl\u00e4ubiger &#8211; geworden war. Neben ihrer Wut machte sich Ibrahims Frau aber auch Sorgen darum, wie ihre islamische Gemeinschaft und ihre Familie reagieren w\u00fcrden. &#8222;Jesus war f\u00fcr mich jemand, der mein Zuhause und meine Familie ruiniert hatte&#8220;, sagt sie. Fatima forderte die Scheidung. Doch Ibrahim lehnte ab, weil das gegen seinen christlichen Glauben verstie\u00df. Fatima konnte die Ver\u00e4nderungen im Verhalten ihres Mannes nicht leugnen. Er hatte aufgeh\u00f6rt, mit anderen Frauen zu flirten und brachte ihr mehr Respekt entgegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Preis der Nachfolge<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich erfuhr die Verwandtschaft von Ibrahims Glauben an Jesus Christus und beide Familien verstie\u00dfen sie. Sie konnten und wollten nicht mit der Schande leben, dass ihr Sohn ein Ungl\u00e4ubiger geworden war. Ibrahims Familie erz\u00e4hlte ihren Nachbarn sogar, dass er bei einem Unfall ums Leben gekommen sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz alledem begann Ibrahim verst\u00e4rkt damit, das Land zu bereisen und Neubekehrte im christlichen Glauben zu unterrichten, bis er 2009 ins Visier von Extremisten geriet. Islamisten verbreiteten Ibrahims Namen und den Standort seines Gesch\u00e4fts im Internet. Sie behaupteten, er habe die Menschen gezwungen, auf den Koran zu trampeln. &#8222;Das stimmte einfach nicht&#8220;, erkl\u00e4rt Ibrahim. &#8222;Sie sagten das nur, um mir zu schaden.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ibrahim hatte Todesangst und beschloss, zu fliehen. Nachdem er wochenlang um Gottes Weisung gebetet hatte, hatte er das Gef\u00fchl, er solle sich in einem Nachbarland niederlassen. Er lie\u00df seine Frau mit ihren beiden S\u00f6hne in der Heimat zur\u00fcck &#8211; und eine Gemeinde, die inzwischen auf mehr als 60 Gl\u00e4ubige angewachsen war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Nachbarland angekommen, betete Ibrahim intensiv f\u00fcr die Bekehrung seiner Familie. Wenn er gerade nicht einer Arbeit bei einem muslimischen Ladenbesitzer nachging, teilte er das Evangelium mit Migranten aus seiner Heimat auf dem Markt. Im Laufe der Zeit f\u00fchrte er drei von ihnen zum Glauben an Christus. Sie gr\u00fcndeten eine Hauskirche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unterdessen hatte Fatima angefangen, Englischunterricht bei einer Ausl\u00e4nderin zu nehmen. Diese forderte sie auf, die Bibel zu lesen, um etwas \u00fcber die Religion ihres Mannes zu lernen. Fatima verglich die Lehren des Korans \u00fcber Rache mit den Aussagen Jesu \u00fcber Liebe, Vergebung und Barmherzigkeit. Mehr und mehr f\u00fchlte sie sich zu Gottes Wort hingezogen. Doch sie z\u00f6gerte, Christin zu werden. &#8222;Es war schrecklich&#8220;, sagt sie. &#8222;Ich hatte das Gef\u00fchl, meine Familie und meine Herkunft zu verraten.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eines Nachts im Februar 2010 \u00e4nderte sich f\u00fcr Fatima jedoch alles. Sie tr\u00e4umte von einem Mann in Wei\u00df, der sie mit den Worten &#8222;Hab keine Angst&#8220; beruhigte. Zitternd erwachte sie und wusste, dass der Traum nur von Gott kommen konnte. Fatima akzeptierte Christus als ihren Retter. Als sie Ibrahim anrief und ihm die Neuigkeiten mitteilte, \u00fcberschlugen sich die &#8222;Halleluja&#8220;-Rufe am anderen Ende der Leitung. Zwei Monate sp\u00e4ter gelangten Fatima und ihre Kinder zu Ibrahim ins Nachbarland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Ibrahim und seine Familie wiederholt heftig von Islamisten angegriffen wurden, flohen sie in ein anderes Land nach Afrika. In den ersten Monaten erlebte die Familie in diesem neuen Land viele Anfechtungen. Sie kannten niemanden. Sie sprachen die Sprache nicht. Sie hatten Probleme, Arbeit zu finden. Ihr Sohn Yousef erhob schwere Vorw\u00fcrfe gegen seine Eltern. &#8222;Das waren die schwersten zwei Monate, die ich durchgemacht habe&#8220;, sagt Ibrahim.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine neue Aufgabe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil sie keine M\u00f6glichkeit zur Gemeinschaft mit anderen Christen hatten, gr\u00fcndete die Familie eine eigene Kirche. Jeden Donnerstag a\u00dfen sie gemeinsam, lasen die Bibel und beteten den Gott an, der sie bis hierher durchgebracht hatte. Sie vertrauten darauf, dass er weiterhin eine Aufgabe f\u00fcr sie hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Ibrahims Visum beinahe abgelaufen war, beantragte er den Fl\u00fcchtlingsstatus, der ihm sp\u00e4ter gew\u00e4hrt wurde. Dadurch traf er auf andere Fl\u00fcchtlinge von der Arabischen Halbinsel. Er betete: &#8222;Danke, Herr. Jetzt verstehe ich, warum Du mich hierher geschickt hast!&#8220; Ibrahims &#8222;Familienkirche&#8220; entwickelte sich bald zu einer Hauskirche, als einige ihrer Landsleute und sogar eine Handvoll sudanesischer Fl\u00fcchtlinge begannen, sich ihren arabischen Gottesdiensten anzuschlie\u00dfen. Die Familie von Ibrahim durchlebte teilweise Zeiten, die finanziell \u00e4u\u00dferst knapp waren. Immer wieder erlebten sie aber auch, wie Jesus sie durch seine weltweite Gemeinde versorgte. So konnten sie mit anderen Gl\u00e4ubigen teilen, was sie hatten. &#8222;Das alles kommt Gott&#8220;, bekennt Ibrahim. &#8222;Ich wusste, Jesus w\u00fcrde f\u00fcr uns sorgen, weil ich sein Werk tue.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis heute arbeitet Ibrahims Gemeinde treu unter Fl\u00fcchtlingen aus seiner Heimat, bezeugt den Glauben an Christus und verteilt Bibeln. Ein Raum in Ibrahims Haus dient als Aufbewahrungsort f\u00fcr Lebensmittel, die er w\u00f6chentlich an 50 Einwanderer-Familien verteilt. Au\u00dferdem ist Ibrahim sehr stolz auf eine junge Fu\u00dfballmannschaft seiner Gemeinde, die er mit Uniformen und Ausr\u00fcstung ausstatten konnte. &#8222;Aber \u00fcber allem steht unser gro\u00dfes Ziel, Jesus zu verherrlichen&#8220;, sagt Ibrahim. Von Widerst\u00e4nden und Verleumdungen l\u00e4sst er sich nicht entmutigen. &#8222;Wir m\u00f6chten den Muslimen unsere Verbundenheit ausdr\u00fccken, auch wenn wir Christen sind. Wir wollen ihnen Liebe zeigen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erntezeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit 2013 hat Ibrahims Team 13 Fl\u00fcchtlinge aus seiner Heimat getauft, und sie rechnen damit, bald drei weitere zu taufen. Vor etwa einem Jahr hat sich Ibrahims Sohn Yousef dem Dienst seines Vaters angeschlossen. Er setzt sich f\u00fcr gefl\u00fcchtete Landsleute ein und hilft bei der Gr\u00fcndung von Kirchen. Yousef ist inzwischen Mitte zwanzig, hat ein Bibelstudium absolviert und studiert jetzt Film und soziale Medien. Diese Werkzeuge m\u00f6chte er nutzen, um das Evangelium zu verbreiten und auf Angebote der Gemeinde aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ibrahim sieht die jetzige Situation als &#8222;Erntezeit&#8220;. Er sagt, er habe bei seinen Landsleuten noch nie so eine Offenheit f\u00fcr das Evangelium gesehen. &#8222;Momentan ist es nicht schwer, ihnen von Jesus zu erz\u00e4hlen. Ich bin \u00fcberzeugt, dass es gerade an der Zeit ist, zu reden und aktiv zu sein.&#8220;<\/p>\n<p><em>Hilfsaktion M\u00e4rtyrerkirche (www.verfolgte-christen.de)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als hingebungsvoller Muslim war Ibrahim immer bereit, den Koran zu verteidigen. Eines Tages, es war im Jahr 1997, betrat ein Mann sein kleines Gesch\u00e4ft. 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