{"id":16647,"date":"2019-09-06T12:12:41","date_gmt":"2019-09-06T10:12:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16647"},"modified":"2019-09-06T12:15:25","modified_gmt":"2019-09-06T10:15:25","slug":"jesus-der-ueberirdische-kol-115-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16647","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber Kol. 1,15-20: Jesus, der \u00dcberirdische"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Heute wollen wir einmal der Frage nachgehen: \u201eWer ist Jesus?\u201c Er ist ja ein Mann, der in kein Schema passt. Schon zu seiner Zeit war er f\u00fcr viele nur ein Zimmermann oder ein Fresser und Weins\u00e4ufer, dann wieder ein Brotk\u00f6nig oder Wunderheiler. Im 17. und 18. Jhd. Hatten wir dann in der Theologie die Leben Jesu Forschung, da hat man gedacht, wenn wir nur den historischen Jesus entdecken k\u00f6nnten, so wie er wirklich gelebt hat, dann w\u00fcssten wir genau, wer Jesus ist, doch auch von dort kamen keine echten Impulse zur Beantwortung der Frage: \u201eWer ist Jesus?\u201c<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja dann schauen wir doch mal, was heute so zu Jesus gesagt wird:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hanna Wolf (Psychologin) sagt auf unsere Frage: <em>\u201eJesus ist der erste richtige Mann, denn so sagt sie, Jesus w\u00fcrde das m\u00e4nnliche wie das weibliche vereinen.\u201c <\/em>Oder Mahatma Gandhi, der gro\u00dfe indische Staatsmann, sagte \u00fcber Jesus: <em>\u201e<\/em><em>Jesus nimmt in meinem Herzen den Platz eines der gro\u00dfen Menschheitslehrers ein&#8230;\u201c <\/em>Walter Hartmann schreibt: \u201e&#8230; <em>Wir m\u00fcssen klipp und klar sagen, dass Jesus Mensch war und nichts als Mensch.<\/em>\u201c (H. Grosch\/K. Wegenast\/W. Hartmann: Wundergeschichten der Bibel in der Grundschule. In: Evangelische Unterweisung, Febr. 1966, S.44). Jesus, nur ein Mensch? Dann k\u00f6nnten wir heute morgen auch miteinander Grimms M\u00e4rchen hier lesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben vorhin in der Lesung geh\u00f6rt: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. So haben wir es als Zeugnis der Hl. Schrift, so haben wir das Zeugnis der Kirchenv\u00e4ter und so haben wir das Zeugnis der Gemeinde Jesu bis heute: Sohn Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und jetzt beginnt meine Verlegenheit heute morgen, weil wir \u00fcber einen Bibeltext nachdenken wollen, wo wir geh\u00f6rig an unsere Verstehensgrenzen kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer ist Jesus? Wir alle kennen die TV Sendung von ET, dem netten hilfsbereiten Au\u00dferirdischen, oder den Starwarshelden Anakin Skywalker, mit dem freundlichen R2D2 gegen Dark Fader gek\u00e4mpft hat. Schwach gegen \u00fcberm\u00e4chtig, gut gegen b\u00f6se, unbedarft gegen abgekl\u00e4rt. Die Gefahr wie die Hilfe kam von au\u00dfen, den Au\u00dferirdischen. Ist Jesus etwa auch so ein Au\u00dferirdischer?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Kolosserbrief entfaltet Paulus in einzigartiger Weise, wer Jesus ist. Die Gemeinde der Kolosser ist nicht durch ihn gegr\u00fcndet worden, er hat aber von einigen Dingen in der Gemeinde geh\u00f6rt, die ihm Kummer gemacht haben. Paulus geht gar nicht argumentativ auf die Verirrungen (Christus +) sondern er entfaltet ihnen zuerst, wer Jesus ist, bevor er ein wenig auf die Verirrungen eingeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt wollen wir den Text einmal lesen:<\/p>\n<div id=\"b1ref51001015\" class=\"v51001015 verse highlight\" style=\"text-align: justify;\"><em>Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Sch\u00f6pfung. <span class=\"verseNumber\"><a id=\"b1ref51001016_vno\"><\/a>16\u00a0<\/span>Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder M\u00e4chte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. <span class=\"verseNumber\"><a id=\"b1ref51001017_vno\"><\/a>17\u00a0<\/span>Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. <span class=\"verseNumber\"><a id=\"b1ref51001018_vno\"><\/a>18\u00a0<\/span>Und er ist das Haupt des Leibes, n\u00e4mlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allem der Erste sei. <span class=\"verseNumber\"><a id=\"b1ref51001019_vno\"><\/a>19\u00a0<\/span>Denn es hat Gott gefallen, alle F\u00fclle in ihm wohnen zu lassen <span class=\"verseNumber\"><a id=\"b1ref51001020_vno\"><\/a>20\u00a0<\/span>und durch ihn alles zu vers\u00f6hnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz. <\/em>(Kol. 1,15-20)<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorhin h\u00f6rten wir von Johannes: du bist Gottes Sohn. Wenn wir das jetzt gelesen haben, dann ist das wie bei einem Babuschka-P\u00fcppchen, das sich nach innen immer weiter entfaltet. Paulus verr\u00e4t uns hier, was sich alles unter dem Begriff Sohn Gottes verbirgt, und er packt das Babuschka-P\u00fcppchen, wenn man das so sagen darf, kr\u00e4ftig aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>1. Freundlich sagt der Vater zum Sohn, ich kenne dich doch ewig schon.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt weist Paulus die Kolosser nicht an zur\u00fcckzusehen nach Golgatha, er weist sie nicht an hinunterzusehen auf ihre Schuld und Unverm\u00f6gen, sondern er weist sie an hinauf zu sehen und dort sehen sie erst einmal das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, da gibt es etwas zu gucken, das Ebenbild des unsichtbaren Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie gewaltig spricht Paulus hier von Jesus! Das ist ja unsere Not: Gott ist unsichtbar. Die Religionen in der Welt sind ja auf der Suche nach ihm. In der Menschheit liegt das Ahnen um einen Gott, und das l\u00e4sst uns nicht los. Jetzt kommt Paulus uns sagt: Wer Jesus anschaut, der schaut Gott an \u2013 wer Gott finden will, der muss zu Jesus kommen. Jesus sagt: \u201eWer mich sieht, der sieht den Vater.\u201c und weiter: \u201eIch und der Vater sind eins!\u201c In Jesus betritt Gott selbst die B\u00fchne der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luther sagt zu der Frage in seiner Kirchenpostille: \u201eDiese Worte wollen mehr mit dem Herzen verstanden, denn mit der Zunge ausgedr\u00fcckt werden, sie sind klarer als alle Kommentare (Glossen) und je mehr man sie kommentiert (glossiert), je finsterer werden sie. Hier ist Glaube Not und nicht viel spekulieren.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem Thema wollen wir also nicht spekulieren, aber recherchieren, n\u00e4mlich im Urtext. Hier steht das Wort <em>eikon<\/em> f\u00fcr den Begriff Ebenbild,\u00a0 Jesus ist kein billiger Abklatsch, keine lumpige Kopie, sondern er ist so gn\u00e4dig, dass er uns in seinem Sohn eine genaue Kopie seiner Selbst zum Anschauen gibt. Genau dasselbe Wort finden wir in der griechischen \u00dcbersetzung des Alten Testamentes in Bezug auf die Sch\u00f6pfung: <em>Zum Bilde Gottes schuf er sie.<\/em> Doch dieses Ebenbild Gottes ist bei uns durch den S\u00fcndenfall entstellt, durch die S\u00fcnde zu einem Zerrbild geworden. Aus der orthod. Kirche kennen wir diesen Begriff ja auch f\u00fcr die Ikonen. Das sind solche Abbilder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber ich m\u00f6chte noch einen anderen Vergleich wagen, um uns die Ausma\u00dfe dieser Ebenbildlichkeit Jesu mit dem Vater zu verdeutlichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Begriff Icon kommt auch in deinem Handy oder Computer vor. Das sind die kleinen Bildchen, die auf jedem Bildschirm zu sehen sind. Und wenn man auf eines dieser Bildchen (Icons) draufklickt, dann \u00f6ffnet sich das Programm, das sich dahinter verbirgt. Wer schon mal mit einem gro\u00dfen Bildbearbeitungsprogramm oder einem Office-Programm gearbeitet hat, der wei\u00df, wie lange es dauert, bis man sich da dann einigerma\u00dfen damit auskennt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich will im Bild bleiben: Jesus ist das eikwn zum Programm Gottes. Wenn wir da draufdr\u00fccken, dann \u00f6ffnet sich auf einmal die ganze Welt Gottes. Diese Welt Gottes wird uns in der Bibel pr\u00e4sentiert. Jesus sagt: \u201eWer mich liebt, der h\u00e4lt mein Wort.\u201c Jesus f\u00fchrt uns dann in das Wort der Bibel und durch das Wort der Bibel, denn anders k\u00f6nnen wir von Jesus oder von Gott nichts wissen, hier hat er sich geoffenbart. Und er f\u00fchrt uns dann durch die verschiedensten Bereiche: S\u00fcnde, Vergebung, Gerechtigkeit, Mitarbeit in der Gemeinde, um nur einige Punkte zu nennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus kommt aus der anderen Welt, um uns den Vater zu zeigen und uns den Weg wieder dahin zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus f\u00e4hrt fort: \u201eder Erstgeborene vor aller Sch\u00f6pfung.\u201c Es ist ein Geheimnis, wie Jesus als Sohn Gottes aus dem Vater hervorgegangen ist. Paulus bezeichnet ihn hier als den Erstgeborenen, den <em>prototokos<\/em>. Hier geht es nicht um ein Ereignis in Raum und Zeit, hier ist von der Abkunft Jesu vom Vater die Rede, wie sie von Ewigkeit her bestand hat. Hier ist nicht gemeint, dass Jesus in der Abfolge der Erste ist, sondern der \u201eErstgeborene\u201c bedeutet einen Titel, der die Rangfolge angibt, die Jesus hat. Jesus ist von oberster Wichtigkeit. Jenseits der Zeit ist Jesus schon da und lebt zusammen mit seinem Vater und dem Heiligen Geist in der \u00fcberirdischen Wirklichkeit. Jesus ist Gott und somit wesensm\u00e4\u00dfig geschieden von allem, was nur Sch\u00f6pfung ist. Er steht wie der Vater \u00fcber allem und deswegen ist auch in Jesus die ganze F\u00fclle der Gottheit zu finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>2. Die Sch\u00f6pfung jauchzt ihm nun entgegen, der Du uns riefst im Wort des Lebens.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu dieser \u00fcberragenden Stellung Jesu geh\u00f6rt jetzt auch, dass er der Sch\u00f6pfer aller Dinge ist. Zu ihm hin ist die ganze Sch\u00f6pfung geschaffen. Die ganze Sch\u00f6pfung ist sein Eigentum und die Existenzberechtigung, ihren Wert und ihre W\u00fcrde liegt allein in diesem Sch\u00f6pfungsakt Jesu begr\u00fcndet. Bedenken wir das, wenn wir nachts einmal den Sternenhimmel betrachten? Alles durch Jesus geschaffen. Aber auch die kleine Blume im Wald, die niemand sieht und beachtet \u2013 durch Jesus und f\u00fcr Jesus bl\u00fcht sie. Das Schaffen Jesu endet nicht bei dem Sichtbaren, sondern er schuf auch alles Unsichtbare und belebt auch die Himmel mit unz\u00e4hligen Gesch\u00f6pfen und erh\u00e4lt dies alles.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus nennt hier besonders: Throne, Herrschaften, M\u00e4chte und Gewalten. Und das bezieht sich auf zwei Dinge: auf sichtbare M\u00e4chte und Gewalten, also Regierungen und K\u00f6nigreiche, auf Politiker und K\u00f6nige \u2013 aber auch auf unsichtbare M\u00e4chte und Gewalten, und dabei denkt Paulus an Engel, aber auch an D\u00e4monen. Und er sagt hier: Alles ist durch Jesus und f\u00fcr Jesus geschaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen uns einmal ein solches Gesch\u00f6pf Gottes n\u00e4her anschauen und ich kann dann nur staunen, wie genial die Sch\u00f6pfermacht Jesu daran deutlich wird. Goldregenpfeifer ppt dazu. Vgl. Gitt Werner, &#8222;Wenn Tiere reden k\u00f6nnten&#8220;. (Clv -Verlag 9. Auf. 1995, S. 105 f.) Wenn Jesus schon f\u00fcr den Goldregenpfeifer so genau alles geplant hat, wie viel mehr wird es der Sch\u00f6pfer aller Dinge bei uns an nichts fehlen lassen. Gar nichts ist dann jemals au\u00dferhalb der Macht Jesu. Egal, was kommt. Es gibt nichts, was au\u00dferhalb der Macht Jesu als Sch\u00f6pfer w\u00e4re. Er ist der Herr \u00fcber alles.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht ein Es, nicht ein Fluidum, nicht irgendein Geist, nicht ein fremder Gott, sondern der Sohn des unsichtbaren Gottes, der schon damals dem Statthalter Pontius Pilatus ins Gesicht sagte: \u201eDu h\u00e4ttest keine Macht \u00fcber mich, wenn sie dir nicht von meinem Vater gegeben w\u00e4re.\u201c Man sieht ihn in dem Schiff, auf dem Meer das da tobte, und Jesus gebietet dem Sturm, und der Sturm war still. \u00dcber aller unsrer Ohnmacht steht die Allmacht dieses Herren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Machtfrage ist gekl\u00e4rt und ich frage Dich diesen morgen: Warum siehst Du eigentlich immer wieder zur\u00fcck und f\u00fcrchtest Dich vor den M\u00e4chtigen dieser Erde oder vor andern Menschen? Warum schaust Du immer zur\u00fcck? Warum schaust Du immer wieder nach vorne auf das was noch kommen k\u00f6nnte, morgen und \u00fcbermorgen. Warum siehst Du immer wieder voraus und hast Angst? Warum zitterst du, warum hast du Tr\u00e4nen in den Augen und Schwei\u00df auf der Stirn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Du schau doch endlich wieder dorthin. Schau auf den, der alle Macht hat, der gesagt hat, \u201emir ist gegeben alle Macht.\u201c Wir haben es in allem immer nur mit Jesus zu tun. Er sagt es denen, die meinen, gegen die Krankheit sei kein Kraut gewachsen. Mir ist gegeben alle Gewalt. Er sagt es denen die meinen, der Tod sei die Gro\u00dfmacht schlechthin. Er sagt Ihnen \u201eFreunde, mir ist gegeben alle Macht auch \u00fcber den Tod.\u201c Seit ich die Macht habe, sind Friedh\u00f6fe nur noch Kleiderablagen f\u00fcr die Ewigkeit, mehr nicht. Mir ist gegeben alle Gewalt. Deswegen haben wir es in allem nur mit Jesus zu tun. Sieh doch auf die Allmacht unseres Herrn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Geschwister, immer ist einer mehr als man K\u00f6pfe z\u00e4hlt. Wir sind keinen Tag auf uns gestellt, weil der mit uns ist, der alle Tage bei uns ist. Und es gibt keinen Quadratmeter Erde, auf dem wir allein w\u00e4ren, weil er bei uns ist, bis an das Ende der Welt. Wenn du morgen zur Arbeit gehst, ins Krankenhaus kommst oder in schwierigen Verh\u00e4ltnisse bist, \u00fcberall haben wir es nur mit Jesus zu tun und stehen unter der Schutzmacht dieses Herren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>3. Die Gemeinde nimmt ihn wahr, als den Ersten, das ist klar.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus ist von Gott zum Haupt der Gemeinde eingesetzt worden. Manche denken, er sei nur der Fu\u00df auf dem die Gemeinde steht. Es gebe ja so einen christlichen Grund und Boden, so einen abendl\u00e4ndischer Humus auf dem manches ins Kraut schie\u00dft, aber Jesus ist nicht nur der Fu\u00df, er ist das Haupt der Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manche meinen, er sei nur die Hand, er sei die Hand, die sich ausstreckt. Eine Gemeinde m\u00fcsse nur die Hand ausstrecken und der ganze Glaube ersch\u00f6pfe sich in N\u00e4chstenliebe. Mehr als eine Diakoniestation sei ohnehin nicht n\u00f6tig, aber er ist nicht nur die Hand. Er ist das Haupt der Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andere meinen, er sei nur der Mund, der Mund der Gemeinde, den man kr\u00e4ftig aufrei\u00dfen m\u00fcsse, die Gemeinde als Vormund f\u00fcr Entrechtete und Kaputte, aber Jesus ist nicht nur der Mund, er ist das Haupt der Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieder andere meinen, er sei nur ein Teil der Gemeinde, auch in anderen Religionen gebe es Teile dieses Christus. Alle h\u00e4tten ihre Wahrheiten. Und deshalb komme es nicht darauf, zu missionieren, sondern zu dialogisieren. Es ist wie bei einem Pussel, der kosmische Christus soll wieder zusammengesetzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber er ist nicht nur ein Teil, er ist das Haupt der Gemeinde. Ohne Christus als Haupt der Gemeinde ist die Gemeinde kopflos. Ohne Haupt, ohne Jesus als Haupt der Gemeinde ist die Gemeinde enthauptet und reif zur Schlachtung, ohne Jesus als Haupt der Gemeinde ist die Gemeinde tot und deshalb, und deshalb redet dieser Herr. Er beauftragt mit Vollmacht: Gehet hin und sagt den Leuten in der Welt, wer in der Welt das Sagen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Glaube ich doch keine Geschmackssache, die dem einem das Leben vers\u00fc\u00dft und dem andern die Suppe versalzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Glaube ist doch keine Ansichtssache, die der Hochintellektuelle so sieht, anders als der einfach Gestrickte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Glaube ist doch keine Privatsache, die man mit sich und seinem Herzen allein abmacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Glaube ist Eilsache, Glaube ist Eilsache, weil sie mit Wahrheit zu tun hat: Wo verbringe ich meine Ewigkeit? Deshalb gibt das Haupt der Gemeinde nicht den Sozialbefehl: \u201eGehet hin und helfet allen zu einem besseren Leben,\u201c sondern er gibt den Missionsbefehl und der ist immer Marschbefehl, da es um Leben und Tod geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lass dich da nicht verunsichern. Auch heute nicht. Lass dich nicht verunsichern. Er schickt seine Leute auf die Stra\u00dfen und Gassen, an die Hecken und Z\u00e4une als Botschafter. Sie soll deshalb missionieren, weil seine Herrschaft schon weltweit ist. Die Welt will von dem eingenommen sein, dem sie heute schon geh\u00f6rt, Menschen warten doch darauf. Vielleicht geh\u00f6rst Du dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mission ist sein Auftrag, ist Bringeschuld, ist Rettungseinsatz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>4. Der Tod konnt ihn nicht fassen, als den Ersten musst er ihn lassen.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als am ersten Ostermorgen die Frauen an\u2019s Grab des Auferstandenen kamen, da sa\u00df auf dem weggew\u00e4lzten Grabstein ein Engel, ein himmlischer Gast. Noch heute sitzt auf dem Grabstein des Erstandenen ein Engel und weist uns nach oben; zu den himmlische Hoffnungen, alle Verhei\u00dfungen ruhen auf der Auferstehung Christi, ohne die es traurig ist zu leben und schrecklich w\u00e4re zu sterben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es w\u00e4re traurig zu leben, selbst f\u00fcr eine Christen. Wenn du dem Christen sein Jenseits nimmst, seinen Himmel absprichst, so hast du ihm sein Bestes geraubt; wenn auf das Glauben kein Schauen, auf das Hoffen keine Erf\u00fcllung, auf das selbsts\u00fcchtige Wesen dieser Zeit keine Ewigkeit folgt, war er noch elender als der, der ohne Jesus lebt, der nichts Besseres will, als diese Welt heute. Wir aber sehnen uns danach im innersten Seelengrund, wir tr\u00f6sten uns damit unter tausend Leiden, wir versagen uns darum tausend Weltgen\u00fcsse \u2013 sollten wir nur tr\u00e4umende Narren sein? \u2013 Ohne Auferstehung Jesu w\u00e4re es traurig zu leben, vor allem f\u00fcr die Christen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und es w\u00e4re schrecklich zu sterben, vor allem f\u00fcr die Christen. \u201eIst Christus nicht auferstanden, so sind auch die, so in Christo entschlafen sind, verloren.\u201c (Paulus) \u201eVerloren,\u201c das ist ein schreckliches Wort. Auf ewig im Grabe verloren sein, getilgt aus Gottes Weltall f\u00fcr ewige Zeiten, nichts \u00fcbrig von mir nach ein paar Jahren oder Jahrzehnten, als der Staub, der sich mit der Erde vermischt hat, \u2013 o das ist ein entsetzlicher Gedanke, gegen den jede Faser meines Herzens sich str\u00e4ubt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch verloren w\u00e4ren die gl\u00e4ubigen Seelen, denen Jesus ihr Leitstern war im Leben und ihr Trostlicht im Sterben, ihr letzter Gedanke, ihr letzter Seufzer, ihr letztes L\u00e4cheln, ihre letzte Hoffnung im Todeskampf. Verloren, die in Hoffnung eines ewigen Lebens ihr Kreuz hier ihrem Jesus nachgetragen haben; verloren auch alle Lieben, die im Herrn Jesus entschlafen sind. Verloren die edlen Freunde, verloren alle die Millionen Menschenseelen, in denen einst auch Gottes Abbild gelebt hat. \u2013 Nein, das ist ein Gedanke, den wir nicht fassen k\u00f6nnen, g\u00e4be es keine Auferstehung der Toten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Gott sei Dank, wir brauchen ihn auch nicht zu fassen. Wie klingt das so tr\u00f6stlich, so friedlich, so verhei\u00dfungsvoll \u00fcber die Sterbebetten der Christen, \u00fcber die Grabh\u00fcgel der Erde hin. Christus, das Urbild der Menschheit, das Ebenbild Gottes, der Sch\u00f6pfer des Weltalls, das Haupt der Gemeinde, Er ist wieder auferstanden aus dem Grabe; an Ihm, dem Erstlinge hat Gott der Allm\u00e4chtige und Ewiglebende gezeigt, was Er an allen Seinen Kindern tun will, n\u00e4mlich Leib und Seele durch\u2019s dunkle Todestor einf\u00fchren in eine himmlische Heimat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dieser Jesus soll in allem der Erste sein. <strong>Jetzt \u00fcberleg Dir: Eins, zwei, drei, ob er auch bei dir der Erste sei?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Amen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pr\u00e4dikant Thomas Karker, Bremen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute wollen wir einmal der Frage nachgehen: \u201eWer ist Jesus?\u201c Er ist ja ein Mann, der in kein Schema passt. 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