{"id":16493,"date":"2019-06-15T07:00:11","date_gmt":"2019-06-15T05:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16493"},"modified":"2019-06-15T17:14:16","modified_gmt":"2019-06-15T15:14:16","slug":"predigt-ueber-jer-291-14-der-trostbrief-in-der-diplomatenpost-jer-291-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16493","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber Jer 29,1-14: Der Trostbrief in der Diplomatenpost"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 597 v. Chr. hatte der babylonische K\u00f6nig Nebukadnezar Abertausende von Juden aus Jerusalem und dem K\u00f6nigreich Juda nach Babylon im heutigen Irak deportiert. Sie mussten die \u00fcber 1.000 Kilometer lange Strecke in Fu\u00dfm\u00e4rschen unter schwerster Bewachung zur\u00fccklegen. V\u00f6llig ersch\u00f6pft mussten die \u00dcberlebenden dieses Gewaltmarsches dann unter den Spott- und Jubelrufen der Babylonier durch die imposante &#8211; immerhin 16 Meter breite und 300 Meter lange &#8211; Prozessionsstra\u00dfe durch das m\u00e4chtige Ischtar-Tor in die Stadt Babylon ziehen. In Babylon lebten damals rund 100.000 Menschen. In mehr als 40 Tempeln wurden Ischtar, Marduk, Schemosch und andere G\u00f6tzen angebetet.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Versklavt an Babylon<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Babylon war die Stadt des Feindes und die Stadt der G\u00f6tzen. Die Juden waren die Verlierer. Die Babylonier lie\u00dfen den Juden zwar gewisse Freiheiten &#8211; der Bau von H\u00e4usern, das Anlegen von G\u00e4rten, Eheschlie\u00dfung und Familiengr\u00fcndung waren m\u00f6glich-, aber sie durften nicht zur\u00fcck in ihre Heimat und sie mussten den Babyloniern als Sklaven dienen. Die Juden Babylons hatten Heimat und Freiheit verloren. Versklavt, entrechtet, verachtet, voller Trauer und Verzweiflung schufteten sie f\u00fcr das babylonische Weltreich. Im ber\u00fchmten \u201eGefangenenchor\u201c von Verdis Oper Nabucco wird die Sehnsucht der Juden nach der fernen Heimat besungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Alles sinnlos?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Brennende Fragen in den Herzen der Juden: Wie geht es weiter? Hat uns Gott verlassen? Warum l\u00e4sst Gott so viel Leid zu? Warum haben die Feinde Gottes gesiegt? Gibt es noch eine Hoffnung? Wird unser Elend je ein Ende haben? Haben wir noch eine Zukunft? Gibt es noch etwas, wof\u00fcr es sich zu leben lohnt? Hat unser Leben noch Sinn und Perspektive?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Trostbrief in der Diplomatenpost<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Prophet Jeremia erh\u00e4lt in Jerusalem von Gott den Auftrag, den deportierten Juden im Exil einen Brief zu schreiben. Dieser Brief wurde einer hochrangigen Regierungs-Delegation mitgegeben, die von Jerusalem nach Babylon reiste. In der Diplomatenpost ein Brief von Gott. Der Wortlaut dieses Briefes ist bis auf den heutigen Tag erhalten und wir finden ihn in Jeremia 29,1-14.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit diesem Brief will ich euch heute eine vierfache Botschaft mit auf den Weg geben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Der Auftrag \u2013 Sei ein Friedensbringer!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSo spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Weggef\u00fchrten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegf\u00fchren lassen: 5\u00a0Baut H\u00e4user und wohnt darin; pflanzt G\u00e4rten und esst ihre Fr\u00fcchte; 6\u00a0nehmt euch Frauen und zeugt S\u00f6hne und T\u00f6chter, nehmt f\u00fcr eure S\u00f6hne Frauen und gebt eure T\u00f6chter M\u00e4nnern, dass sie S\u00f6hne und T\u00f6chter geb\u00e4ren; mehrt euch dort, dass ihr nicht weniger werdet. 7\u00a0Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegf\u00fchren lassen, und betet f\u00fcr sie zum HERRN; denn wenn&#8217;s ihr wohlgeht, so geht&#8217;s euch auch wohl.\u201c (Jeremia 29,4-7)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gott sitzt im Regiment<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Brief stellt erst einmal etwas richtig. Die Juden dachten, Nebukadnezzar habe sie aus Jerusalem weggef\u00fchrt. Der Gott Israels sagt: \u201eNein, nicht Nebukadnezar, sondern ich habe euch aus Jerusalem wegf\u00fchren lassen. Weil ihr meinen Bund gebrochen habt, habe ich euch die Babylonier geschickt. Nebukadnezar ist nur ein Werkzeug. Ich bin der souver\u00e4ne Herr der Geschichte.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine wichtige Lektion auch f\u00fcr uns: Was immer geschieht! Vergiss nie, dass Gott im Regiment sitzt! Selbst wenn schlimme Dinge geschehen, dann musst du wissen: Gott hat die F\u00e4den der Weltgeschichte und deines Lebens ganz fest in der Hand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paul Gerhardt hat das so sch\u00f6n in seinem Lied \u201eBefiehl du deine Wege\u201c zum Ausdruck gebracht\u201c: <em>\u201eAuf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, lass fahren, was dein Herzen betr\u00fcbt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der alles f\u00fchren soll. Gott sitzt im Regimente und f\u00fchret alles wohl.<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><strong>1.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Betet f\u00fcr den Frieden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSuchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegf\u00fchren lassen, und betet f\u00fcr sie zum Herrn; denn wenn&#8217;s ihr wohlgeht, so geht&#8217;s euch auch wohl.\u201c Hier steht im hebr\u00e4ischen Urtext dreimal der Begriff \u201eSchalom\u201c \u2013 der allumfassende Friede. Also muss es eigentlich lauten: \u201eSuche den \u201eSchalom\u201c (Frieden) der Stadt. Bete f\u00fcr sie zum Herrn, denn wenn sie \u201eSchalom\u201c hat, dann wirst auch du \u201eSchalom\u201c haben. \u201eSchalom\u201c \u2013 das ist der allumfassende Friede, den es nur durch die Herrschaft Gottes und unter seinem heilsamen Segen kann. Ohne Gott und seinen Messias kann es keinen Schalom geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das Gebet f\u00fcr die Feinde<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Babylonier hatten den Nahen Osten nicht friedlich, sondern mit grausamer Milit\u00e4rmacht unterworfen. Die sp\u00e4tere Zerst\u00f6rung Jerusalems im Jahr 586 v. Chr. geschah mit \u00e4u\u00dferster Brutalit\u00e4t gegen\u00fcber den Bewohnern der Stadt. Die Stadt wurde ausgehungert und vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt. Aus Sicht der Juden waren die Babylonier Todfeinde und unreine G\u00f6tzenanbeter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und was sagt Gott den Juden? \u201eBetet f\u00fcr Babylon. Betet f\u00fcr die Stadt, das Land und die Menschen. Betet f\u00fcr eure Feinde! Betet f\u00fcr die, die euch deportiert und versklavt haben. Betet f\u00fcr eure Unterdr\u00fccker. Betet f\u00fcr die, die euch versklavt haben und ausnutzen!\u201c Das war absolut revolution\u00e4r! Die von Jesus in der Bergpredigt geforderte Feindesliebe leuchtet hier bereits hell auf. So wie die Juden damals f\u00fcr ihre Todfeinde beten sollten, so sollen auch wir Christen f\u00fcr die beten und die segnen, die uns hassen und verfolgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Sei ein Friedensbringer<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Du erh\u00e4ltst hier heute einen ganz klaren Auftrag: \u201eSuche der Stadt Bestes, in der du lebst, und bete f\u00fcr sie zum HERRN; denn wenn&#8217;s ihr wohlgeht, so geht&#8217;s euch auch wohl.\u201c Wo immer der Unfrieden, Streit, Neid, Eifersucht, Zorn, Missgunst, Egoismus und Feindschaft sich ausbreiten wollen, da schreite ein mit der m\u00e4chtigsten Waffe \u00fcberhaupt: dem Gebet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deine Ehe ist in Gefahr: Bete, dass Gottes Schalom sich ausbreitet!<br \/>\nDie Ehe deiner Eltern versinkt im Streit: Bete, dass Gottes Schalom sich ausbreitet!<br \/>\nDas ist Mobbing in deiner Klasse oder am Arbeitsplatz! Bete, dass Gottes Schalom sich ausbreitet!<br \/>\nDu wirst wegen deines Glaubens angefeindet: Bete, dass Gottes Schalom sich ausbreitet!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott will den Frieden. Der Teufel ist Gottes Gegenspieler &#8211; er will unsere Beziehungen zerst\u00f6ren und er s\u00e4t Feindschaft, um uns zu entzweien. Die effektivste Waffe gegen die Saat der Feindschaft ist das Gebet f\u00fcr den Frieden Gottes und seines Messias.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn meine Frau und ich merken, dass sich schlechte Gedanken in unseren Herzen und sich Streit in der Ehe und in unserer Familie breit machen, dann gehen wir ins Gebet. Und wir stellen immer wieder fest, dass der Friede wiederkommt und sich ausbreitet in unseren Herzen, in der Ehe und in der Familie. Je mehr Menschen in unseren Ehen, Familien, Schulen, Firmen und in der Gesellschaft f\u00fcr den Frieden Gottes beten, desto mehr wird sich dieser Frieden ausbreiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSo ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, F\u00fcrbitte und Danksagung f\u00fcr alle Menschen, 2\u00a0f\u00fcr die K\u00f6nige und f\u00fcr alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben f\u00fchren k\u00f6nnen in aller Fr\u00f6mmigkeit und Ehrbarkeit. 3\u00a0Dies ist gut und wohlgef\u00e4llig vor Gott, unserm Heiland, 4\u00a0welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 5\u00a0Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, n\u00e4mlich der Mensch Christus Jesus, 6\u00a0der sich selbst gegeben hat als L\u00f6segeld f\u00fcr alle, als sein Zeugnis zur rechten Zeit.\u201c (1 Timotheus 2,1-6)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Friede kann nur durch Jesus Christus, den einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen, zu uns kommen. Darum m\u00fcssen wir beten, dass die Menschen in Jesus Christus Gottes Wahrheit und seinen Schalom erkennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deine Ehe, deine Familie, deine Schule, deine Gemeinde, dein berufliches Umfeld, dein Land braucht dein Gebet! Bete, dass der Schalom Gottes sich durch Jesus Christus ausbreitet und die Herzen erobert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Die Warnung \u2013 Folge nicht den L\u00fcgenpropheten!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDenn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Lasst euch durch die Propheten, die bei euch sind, und durch die Wahrsager nicht betr\u00fcgen, und h\u00f6rt nicht auf die Tr\u00e4ume, die sie tr\u00e4umen! 9\u00a0Denn sie weissagen euch L\u00fcge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR. 10\u00a0Denn so spricht der HERR: Wenn f\u00fcr Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gn\u00e4diges Wort an euch erf\u00fcllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe.\u201c (Jeremia 29,8-10)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott hatte angeordnet und durch Jeremia prophezeit, dass die Juden 70 Jahre lang im babylonischen Exil bleiben sollten. Die Botschaft der L\u00fcgenpropheten lautete: \u201eIn zwei Jahren ist Babylon am Ende. In zwei Jahren d\u00fcrfen wir wieder zur\u00fcck nach Jerusalem und Juda.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Geschichte hat dem Propheten Jeremia Recht gegeben und die L\u00fcgen der falschen Propheten entlarvt. So wie Jeremia es angek\u00fcndigt hatte, wurden Jerusalem und der Tempel zerst\u00f6rt. Im Jahr 586 v. Chr. folgte eine weitere gro\u00dfe Deportation der Juden. Und erst ab dem Jahr 539 v. Chr., nachdem Babylon von den Persern erobert wurde, konnten die Juden aus dem Exil zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus diesem Grund muss Jeremia den Juden in Babylon mitteilen: \u201eBaut H\u00e4user, pflanzt G\u00e4rten, gr\u00fcndet Familien\u201c &#8211; Ihr seid nicht zwei Jahre, sondern 7 Jahrzehnte in Babylon. Genauso ist es auch gekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Botschaft der L\u00fcgenpropheten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch heute treten diese L\u00fcgenpropheten auf. Sie sind meist in der Mehrzahl und sie sind \u00fcberall vertreten: In den Medien, in der Politik und besonders gerne auch mit dem frommen M\u00e4ntelchen versehen in Kirchen und Gemeinden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die L\u00fcgenpropheten sagen dir, dass es keinen Gott gibt.<br \/>\nDie L\u00fcgenpropheten sagen dir, dass es kein Weltgericht gibt.<br \/>\nDie L\u00fcgenpropheten sagen dir, dass es keinen Teufel gibt.<br \/>\nDie L\u00fcgenpropheten sagen dir, dass es weder Himmel noch H\u00f6lle gibt.<br \/>\nDie L\u00fcgenpropheten sagen dir, dass Gott unsere S\u00fcnden auch ohne den blutigen Opfertod Jesu vergeben w\u00fcrde.<br \/>\nDie L\u00fcgenpropheten sagen dir, dass Jesus nicht auferstanden ist.<br \/>\nDie L\u00fcgenpropheten sagen dir, dass Jesus nicht wiederkommen wird.<br \/>\nDie L\u00fcgenpropheten sagen dir, dass du die Wahrheit nicht erkennen kannst.<br \/>\nDie L\u00fcgenpropheten sagen dir, dass es gar keine objektive Wahrheit gibt.<br \/>\nDie L\u00fcgenpropheten sagen dir, dass es egal ist, was du glaubst.<br \/>\nDie L\u00fcgenpropheten sagen dir, dass die Bibel ein Buch voller Mythen und Legenden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zweite wichtige Botschaft dieser Predigt: Folge nicht den L\u00fcgenpropheten! \u201eLasst euch durch die Propheten, die bei euch sind, und durch die Wahrsager nicht betr\u00fcgen, und h\u00f6rt nicht auf die Tr\u00e4ume, die sie tr\u00e4umen!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gott erf\u00fcllt sein Wort in Gericht und Gnade<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDenn so spricht der HERR: Wenn f\u00fcr Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gn\u00e4diges Wort an euch erf\u00fcllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott hat sein Wort erf\u00fcllt. Israel durfte zur\u00fcckkehren. Im Jahr 539 v. Chr. eroberte der Perserk\u00f6nig Kyros Babylon. Die Perser erlie\u00dfen ein Edikt. Die Juden durften Jerusalem und den Tempel wiederaufbauen. Gott hat sein gn\u00e4diges Wort erf\u00fcllt. Darum lohnt es sich, den prophetischen Aussagen der Bibel zu vertrauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Israel musste lernen, dass Gott sein Volk richtet, aber dass er sich seinem Volk auch wieder gn\u00e4dig zuwendet. Und auch wir m\u00fcssen dies heute lernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><strong>2.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gott wird diese Welt richten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Propheten der Bibel und Jesus der Sohn Gottes k\u00fcndigen f\u00fcr die Zukunft einen Tag des Gerichts an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0<\/em>\u201eAuch ihr Silber und Gold wird sie nicht erretten k\u00f6nnen am Tage des Zorns des HERRN. Die ganze Erde soll durch das Feuer seines Grimmes verzehrt werden; denn er wird ein schreckliches Ende machen mit allen, die auf Erden wohnen.\u201c (Zefanja 1,18)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDu aber, mit deinem verstockten und unbu\u00dffertigen Herzen, h\u00e4ufst dir selbst Zorn an f\u00fcr den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes.\u201c (R\u00f6m 2,5)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus sagt: \u201eUnd sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.\u201c (Mt 25,46)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0<\/em>Die L\u00fcgenpropheten sagen dir, dass das alles nicht wahr sei. Ich sage dir heute: Folge ihnen nicht! Das Gericht kommt! Du stehst heute vor der Wahl zwischen Leben und Tod, Himmel oder H\u00f6lle, Weltgericht oder Freispruch. Das ist die Wahl, vor die Gott uns stellt. Das ist die Warnung, die Jesus und alle Propheten der Bibel ausgesprochen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a03. Die Perspektive \u2013 Lebe mit Zukunft und Hoffnung!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0<\/em>\u201eDenn ich wei\u00df wohl, was ich f\u00fcr Gedanken \u00fcber euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.\u201c (Jeremia 29,11)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><strong>3.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gottes gn\u00e4diges Wort an Israel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott sagt hier zun\u00e4chst \u00fcber Israel, aber dann auch \u00fcber uns: \u201eSo denke ich \u00fcber dich! Ich habe Gedanken des Friedens (Schalom), der Vergebung und der Gnade! Ich gebe dir Zukunft und Hoffnung. Hier finden wir im Urtext das hebr\u00e4ische Wort \u201eHatikvah\u201c \u2013 die Hoffnung. So lautet der Name der Nationalhymne Israels.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach 70 Jahren kehrten die Juden aus Babylon nach Israel zur\u00fcck, wie wir bereits gesehen hatten. Und im Jahr 1948 erlebte Israel das noch einmal &#8211; nach einem 2.000-j\u00e4hrigen Exil. Gott hat f\u00fcr sein Volk immer Gedanken und Pl\u00e4ne der Zukunft und Hoffnung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das babylonische Weltreich ist untergegangen. Das Volk, seine Sprache, seine Kultur, seine Lebensweise, seine G\u00f6tter \u2013 das alles ist nicht mehr da. Es sei denn du gehst ins Pergamonmuseum in Berlin. Und Israel? Seine Schrift, seine Sprache, seine Kultur, sein Volk, sein Gott \u2013 sie sind lebendiger denn je. Wenn du nach Babylon gehst, findest du viel Sand, W\u00fcstentiere und arch\u00e4ologische Ausgrabungen. Wenn du nach Jerusalem kommst, findest du eine quicklebendige Stadt, auf den Stra\u00dfen wird hebr\u00e4isch gesprochen und auf dem Platz vor der Klagemauer wird die \u201eHatikvah\u201c angestimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Friedrich d. Gro\u00dfe General von Ziethen nach einem Beweis f\u00fcr die Existenz Gottes fragte, da sagte dieser: <em>\u201eEure Majest\u00e4t \u2013 die Juden\u201c.<\/em> Er hat Recht. Wenn du genau hinsiehst, wirst du in der Geschichte Israels die Spuren des lebendigen Gottes sehen. Von Israel geht eine Hoffnungs- und Zukunftsbotschaft aus an die V\u00f6lker der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gottes Gedanken \u00fcber dich: Schau auf den gekreuzigten Christus!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn du Gottes Gedanken \u00fcber dich wissen willst, dann blicke auf das Kreuz, wo Jesus f\u00fcr dich litt und starb. Blicke in das blut\u00fcberstr\u00f6mte Angesicht Jesu. Gott will nicht, dass du in das Weltgericht und in die H\u00f6lle kommst. Gott will nicht, dass du in den S\u00fcnden umkommst. Darum nimmt er deine S\u00fcnde. Darum geht Jesus Christus in das Zorngericht f\u00fcr dich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSiehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt S\u00fcnde tr\u00e4gt.\u201c (Joh 1,29)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott will nicht dein Leid; er will nicht deinen Tod. Gott will nicht, dass du in die H\u00f6lle, sondern in den Himmel kommst. Das sind Gottes Gedanken \u00fcber dich: Er denkt an dich mit Gedanken der Liebe, der Gnade und der Vergebung &#8211; Gedanken der Vers\u00f6hnung zwischen dir und Gott. Er will das Kaputte heilen; er will deinen Schalom in Ewigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gottes Gedanken \u00fcber dich: Schau auf den auferstandenen Christus!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eben standen wir unter dem Kreuz. Jetzt gehen wir zu dem Grab. Es ist leer! Er ist nicht hier! Er ist auferstanden von den Toten! Jesus Christus lebt! In dem auferstandenen Christus ist Zukunft und Hoffnung! Hier in Jesus ist der Anfang einer neuen und unzerst\u00f6rbaren Welt; einer Welt, in der Gottes Schalom in Ewigkeit herrscht und in der du einen Platz haben sollst. Hier in Jesus Christus sagt Gott: \u201eSiehe, ich mache alles neu!\u201c Gott will deinem Leben eine ewige Zukunft und eine ewige Hoffnung geben. Gott will dich bei sich im Himmel haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort h\u00f6rt und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.\u201c\u00a0 (Joh 5,24)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a03.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Du hast Zukunft und Hoffnung!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df nicht, mit welchen Gedanken du heute hierhergekommen bist. Verzweifelt? Entt\u00e4uscht? Traurig? Heimatlos? Versklavt an Gedanken, S\u00fcchte, Sorgen, S\u00fcnden? Wo ist der Sinn? Gibt es noch Hoffnung? Habe ich eine Zukunft? Meint Gott es \u00fcberhaupt gut mit mir? Wohin mit all meinen Sorgen? Wohin mit meinen Fragen? Wie geht es weiter mit mir? Ich kenne deine Gedanken nicht. Aber ich kenne Gottes Gedanken \u00fcber dich. Sie stehen hier in diesem wunderbaren Brief, der vor 2.600 Jahren von Jerusalem nach Babel geschickt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDenn ich wei\u00df wohl, was ich f\u00fcr Gedanken \u00fcber euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Das Angebot! \u2013 Suche, dann wirst du finden!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erh\u00f6ren. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.\u201c (Jeremia 29,12-14)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Juden in Babylon hatten zun\u00e4chst keine Gottesbeziehung. Sie hatten den Gott Israels bereits in ihrer Heimat verlassen und waren G\u00f6tzen hinterhergelaufen. Das Exil war ja Gottes Gericht f\u00fcr den Abfall von Gott und den Bruch der Bundesbeziehung. Doch M\u00e4nner wie Hesekiel oder Daniel suchten Gott und fanden ihn. Immer mehr machten sich auf die Suche und folgten dem Versprechen, das hier in diesem Brief steht: \u201eWer mich sucht, der wird mich finden\u201c. Gott lud sein Volk\u00a0 zur Umkehr ein und viele folgten dieser Einladung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df nicht, wie es in deinem Herzen aussieht. Eines aber wei\u00df ich: Dieses Angebot gilt auch dir. Gott l\u00e4dt dich heute ein, heute umzukehren zu ihm. Er will mit dir in einer Beziehung leben. Wenn du ihn suchst, so wird er sich finden lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0&#8211; egal, ob du schon lange Christ bist und schon lange mit ihm lebst\u2026<br \/>\n&#8211; egal, ob deine Gottesbeziehung stark oder schwach ist\u2026<br \/>\n&#8211; egal, ob du Gott noch gar nicht kennst und bisher nicht glauben konntest\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott l\u00e4dt uns alle heute ein, ihn heute und t\u00e4glich im Gebet zu suchen. Gott erf\u00fcllt dieses Versprechen immer dann, wenn wir zu Jesus kommen. Jesus l\u00e4dt uns heute ein und sagt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eKommt her zu mir, alle, die ihr m\u00fchselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftm\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig; so werdet ihr Ruhe finden f\u00fcr eure Seelen.\u00a0Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.\u201c (Mt 11,28-30)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer zu Jesus kommt, der findet Frieden, Zukunft, Hoffnung und ewiges Leben. Sein Angebot gilt: \u201e<em>Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.\u201c<\/em><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Der Auftrag \u2013 Sei ein Friedensbringer!<\/li>\n<li>Die Warnung \u2013 Folge nicht den L\u00fcgenpropheten!<\/li>\n<li>Die Perspektive \u2013 Lebe mit Zukunft und Hoffnung!<\/li>\n<li>Das Angebot \u2013 Suche, dann wirst du finden!<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong>Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Johann Hesse, Predigt in der Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes in Walsrode und in der EFG Verden\/Aller am 2. Juni 2019<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 18pt;\"><a href=\"https:\/\/www.gemeindehilfsbund.de\/index.php?id=17\"><strong>Die Predigt kann hier angeh\u00f6rt werden.<\/strong><\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 597 v. Chr. hatte der babylonische K\u00f6nig Nebukadnezar Abertausende von Juden aus Jerusalem und dem K\u00f6nigreich Juda nach Babylon im heutigen Irak deportiert. Sie mussten die \u00fcber 1.000 Kilometer lange Strecke in Fu\u00dfm\u00e4rschen unter schwerster Bewachung zur\u00fccklegen. V\u00f6llig ersch\u00f6pft mussten die \u00dcberlebenden dieses Gewaltmarsches dann unter den Spott- und Jubelrufen der Babylonier durch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[12],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16493"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16493"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16493\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16502,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16493\/revisions\/16502"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16493"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16493"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16493"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}