{"id":16465,"date":"2019-06-01T07:58:48","date_gmt":"2019-06-01T05:58:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16465"},"modified":"2019-06-01T07:58:48","modified_gmt":"2019-06-01T05:58:48","slug":"sonne-mond-und-sterne-predigt-ueber-ps-104-und-hiob-38","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16465","title":{"rendered":"Sonne. Mond und Sterne (Predigt \u00fcber Ps 104 und Hiob 38)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Haben Sie so schon mal die Sch\u00f6pfung betrachtet?\u00a0 Wie ein gro\u00dfes Fest, zu dem wir eingeladen sind? Ein Fest voller Farben und Formen, Vielfalt und Leben und Licht und Luft und Lachen, voller Staunen, Schauen, Sch\u00f6nheit, Singen und Schwingen in allen Dingen. Und Gott, der Sch\u00f6pfer, ist unser Gastgeber, der Wirt, der sagt: Ich habe euch eingeladen!\u00a0<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir \u00fcber die Sch\u00f6pfung nachdenken, dann ist das einfach nur faszinierend! Alle Lieder heute an diesem Sonntag Kantate sind ein einziger Lobpreis auf den Sch\u00f6pfer und die Sch\u00f6nheit in der Natur. Und ich erlebe viele Menschen, die sagen: In der Natur bin ich Gott am n\u00e4chsten. Manche sind allerdings so von der Sch\u00f6pfung fasziniert, dass sie dar\u00fcber den Sch\u00f6pfer ganz vergessen. Darum m\u00f6chte ich heute mal auf Spurensuche gehen: Was ist der tiefere Sinn der ganzen Sch\u00f6pfung? Klingt vielleicht etwas ambitioniert\u2026 Ja, wenn man sich dieser Frage philosophisch oder naturwissenschaftlich n\u00e4hern wollte, vielleicht. Viele Gelehrte haben sich da den Kopf zerbrochen. \u201cWarum gibt es \u00fcberhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?\u201d Aber ich m\u00f6chte mich heute einfach mal in der Bibel auf Spurensuche begeben. Und da finde ich mindestens einen dreifachen Sinn der Sch\u00f6pfung, einen Sinn, der uns neu zur Freude, zum Staunen und zum Loben bringen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201cEinmal wird uns gewiss die Rechnung pr\u00e4sentiert f\u00fcr den Sonnenschein und das Rauschen der Bl\u00e4tter, die sanften Maigl\u00f6ckchen und die dunklen Tannen, f\u00fcr den Schnee und den Wind, den Vogelflug und das Gras, und die Schmetterlinge, f\u00fcr die Luft, die wir geatmet haben und den Blick auf die Sterne und f\u00fcr all die Tage, die Abende und die N\u00e4chte.\u00a0 <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Einmal wird es Zeit, dass wir aufbrechen und bezahlen. Bitte die Rechnung! Doch wir haben sie ohne den Wirt gemacht: Ich habe euch eingeladen, sagt der und lacht, soweit die Erde reicht: Es war mir ein Vergn\u00fcgen!\u201d (Lothar Zenetti)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1) Zur Freude<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Diese verschwenderische Pracht in der Natur, die Millionen und Abermillionen Sterne, die bunten Farben der Papageien, das Schwirren der Kolibrifl\u00fcgel, der in regenbogenfarben schimmernde Glanz des kleinen K\u00e4fers, der s\u00fc\u00dflich-erfrischende Fr\u00fchlingsduft des Flieders und nicht zuletzt die leuchtenden Augen und das Lachen im Gesicht des kleinen Kindes. Neben all den biologischen und physikalischen Zweckm\u00e4\u00dfigkeiten, die darin schlummern, kann uns diese wunderbare Welt einfach Freude machen! Kennen Sie den Song von Luis Armstrong: \u201cWhat a wonderful world\u201d? Da singt einer, der sich einfach freut, begeistert ist an der Sch\u00f6nheit der Sch\u00f6pfung. Oder Paul Gerhardt: \u201cGeh aus mein Herz und suche Freud\u201d, darin hei\u00dft es doch: \u201cSchau an der sch\u00f6nen G\u00e4rten Zier und siehe, wie sie <em>mir<\/em> und <em>dir<\/em> sich ausgeschm\u00fccket haben.\u201d Machen Sie doch heute mal einen Spaziergang durch die \u201cwonderful world\u201d und denken dabei diesen Gedanken: Das alles ist mir zur Freude gemacht! \u201cIch habe euch eingeladen\u201d, sagt Gott, \u201ces war mir ein Vergn\u00fcgen!\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch nicht nur uns zur Freude ist die Sch\u00f6pfung da. Sondern auch Gott selbst hat seine Freude daran. Vielleicht ist das f\u00fcr manch einen ein ganz neuer Gedanke: Gott hat die Welt geschaffen, um selber Freude daran zu haben! Wir haben es vorhin geh\u00f6rt. Psalm 104,31: \u201cDie Herrlichkeit des Herrn bleibe ewiglich, der Herr freue sich seiner Werke!\u201d Er freue sich daran!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann kommt noch etwas Spannendes in dem Psalm 104 vor: V. 25: \u201cDa ist das Meer, das so gro\u00df und weit ist, da wimmelt\u2019s ohne Zahl, gro\u00dfe und kleine Tiere. Da sind gro\u00dfe Fische (w\u00f6rtlich: \u00a0\u201cLeviathan\u201d, man wei\u00df nicht genau, welches gro\u00dfe Meerestier damit gemeint ist), die du gemacht hast, um damit zu spielen.\u201d Ja, richtig, da steht: spielen. Gott spielt mit den Fischen im Meer, wie ein Kind einfach nur zur Freude spielt! Es muss nicht alles immer nur zweckm\u00e4\u00dfig sein, einen Ertrag erbringen, eine Leistung\u2026 Nein, zum Leben geh\u00f6rt auch einfach die Freude, wie sie etwa im Spiel zum Ausdruck kommt oder in einem Spaziergang oder in der Liebe oder in der Musik. Wozu um alles in der Welt gibt es Musik? Wenn nicht zur Freude! Wir sind heute so darwinistisch gepr\u00e4gt, dass wir meinen, alles muss einem Zweck dienen, muss f\u00fcr irgendwas anderes da sein, irgendeinen Nutzen f\u00fcr den Kampf ums \u00dcberleben haben. Nein! Das ist meiner \u00dcberzeugung nach falsch! Es gibt auch einfach die Freude! Und Gott macht es vor. Er freut sich an seinen Werken und spielt mit. Doch das ist nicht der einzige Sinn der Sch\u00f6pfung. Sie bringt uns auch<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2) Zum Staunen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Staunen \u00fcber Gottes Gr\u00f6\u00dfe und Macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201cSonne, Mond und Sterne, Wellen, Meer und Sand sind Zeugen seiner Herrlichkeit, seiner Sch\u00f6pferhand. Jeder kleine Kieselstein, jeder Tropfen Tau preist Gottes Gr\u00f6\u00dfe und Macht!\u201d<\/em> \u2013 so hat der Chor vorhin gesungen. Es ist wirklich zum Staunen, wie alles aufeinander im Mikrokosmos und im Makrokosmos abgestimmt ist. Auch dass es einen Planeten Erde gibt, wo alles stimmt, damit hier Leben existieren kann: z.B. exakt der richtige Abstand zur Sonne von 150 Millionen Kilometern. Weniger und wir w\u00fcrden verbrennen, mehr w\u00fcrde uns erfrieren lassen. Das l\u00e4sst mich staunen. Und auch wenn es unter den Naturwissenschaftlern auch viele Agnostiker oder sogar \u00fcberzeugte Atheisten gibt, gibt es doch nicht wenige, die durch ihre Forschungen, durch ihr Staunen zu tiefgl\u00e4ubigen Menschen wurden. Wie etwa Isaak Newton, der gro\u00dfe Forscher und Begr\u00fcnder der klassischen, theoretischen Physik. Kein ganz Geringer unter den Gelehrten! Der sagt voller Staunen: \u201cDie wunderbare Einrichtung und Harmonie des Weltalls kann nur nach dem Plane eines allwissenden und allm\u00e4chtigen Wesens zustande gekommen sein. Dies ist und bleibt meine letzte und h\u00f6chste Erkenntnis.\u201d Oder aus unserer Zeit \u2013 ganz aktuell: Vielleicht haben Sie mitbekommen, dass es vor ein paar Wochen eine astronomische Sensation gegeben hat: das erste echte, also nicht computersimulierte Foto eines Schwarzen Lochs. An diesem Foto mitbeteiligt war der deutsche Astrophysiker Prof. Heino Falcke, der es auch der staunenden Welt\u00f6ffentlichkeit mit pr\u00e4sentiert hat. Er ist bekennender Christ und er sagt, dass f\u00fcr ihn Glaube und Naturwissenschaft zusammengeh\u00f6ren:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn ich Naturwissenschaft betreibe, ist das nichts, was von Gott losgel\u00f6st ist, sondern ich entdecke etwas \u00fcber die Sch\u00f6pfung selber. Und die erz\u00e4hlt auch etwas \u00fcber den Sch\u00f6pfer. Wir [Physiker] gestehen uns zu, dass wir hinausschauen und sagen: \u201aMan ist das sch\u00f6n, ist das gro\u00df, ist das \u00fcberw\u00e4ltigend, ist das wunderbar\u2018!\u201d An diesem Punkt aber blieben viele Wissenschaftler aber stehen und w\u00fcrden sich \u201enicht trauen noch weiterzugehen\u201c, so Falcke. \u201eIch glaube, dass Gott nicht nur etwas ist, sondern jemand. Ich glaube, dass ER noch mehr ist, dass das, was uns so ausmacht mit Glaube, Liebe und Hoffnung, dass das keine Illusion ist, die wir uns so ausdenken, sondern das Glaube, Liebe, Hoffnung von Anfang an da waren in diesem Urknall, im Anfang dieser Welt, in der Sch\u00f6pfung dieser Welt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sch\u00f6pfung bringt uns zum Staunen \u00fcber Gott.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch hierzu Paul Gerhardt: \u201cMein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Verm\u00f6gen sei m\u00e4chtig und gro\u00df.\u201d (EG 449,2)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dieses Staunen \u00fcber Gottes Gr\u00f6\u00dfe kann uns in den Krisen unseres Lebens helfen. Es gibt ja so viel, was wir an Gottes Handeln nicht verstehen k\u00f6nnen. So viel Leid, was auch da ist, denn diese Sch\u00f6pfung ist ja nicht mehr die urspr\u00fcngliche, wie Gott sie erdacht und gemacht hat, sondern eine gebrochene und gefallene Sch\u00f6pfung, an der wir auch leiden. Leiden an Gewalt, an Krankheit, an Sterben, an nicht erh\u00f6rten Gebeten. Wie Hiob. Hiob, der verzweifelt mit Gott ringt. Und fragt: Warum? Warum muss ich so viel Schlimmes erleiden? Warum bin ich \u00fcberhaupt geboren worden? Und nach schier endlosen Gebeten, Gedanken und Gespr\u00e4chen mit seinen Freunden ist er immer noch nicht weiter. Und ganz am Schluss, in den letzten Kapiteln, nimmt Gott ihn an die Hand und f\u00fchrt ihn zum Staunen \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe seiner Sch\u00f6pfung (Hiob 38):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>1\u00a0Und der HERR antwortete Hiob aus dem Sturm und sprach: 4\u00a0Wo warst du, als ich die Erde gr\u00fcndete? Sage mir\u2019s, wenn du so klug bist! 5\u00a0Wei\u00dft du, wer ihr das Ma\u00df gesetzt hat oder wer \u00fcber sie die Messschnur gezogen hat? 6\u00a0oder wer hat ihren Eckstein gelegt, 7\u00a0als die Morgensterne miteinander jauchzten? 8\u00a0Wer hat das Meer mit Toren verschlossen, als es herausbrach wie aus dem Mutterscho\u00df, 9\u00a0als ich\u2019s mit Wolken kleidete und in Dunkel einwickelte wie in Windeln?12\u00a0Hast du zu deiner Zeit dem Morgen geboten und der Morgenr\u00f6te ihren Ort gezeigt, 16\u00a0Bist du zu den Quellen des Meeres gekommen und auf dem Grund der Tiefe gewandelt? 19\u00a0Welches ist der Weg dahin, wo das Licht wohnt, und welches ist die St\u00e4tte der Finsternis? <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und viele weiter Fragen stellt Gott, die ein einziges Staunen \u00fcber seine unendliche Gr\u00f6\u00dfe und Macht und Weisheit ausl\u00f6sen. Und am Ende erkennt Hiob: Eine Antwort auf die Frage nach meinem Leid, habe ich nicht bekommen, aber ich habe neu entdeckt: Gott, du bist unendlich gro\u00df, viel gr\u00f6\u00dfer als mein Verstand, aber ich bin in deiner Hand, du hast mich lieb, ich bin bei dir geborgen, was auch immer geschieht. Trotz deiner Gr\u00f6\u00dfe bin ich dir nicht zu klein!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sch\u00f6pfung ist zum Staunen da. Aber dieses Staunen ist zugleich ein Trost, dass Gott immer noch gr\u00f6\u00dfer ist! Und schlie\u00dflich noch: Die Sch\u00f6pfung ist da<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3) Zum Lob seiner Herrlichkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Psalm 19: Die Himmel erz\u00e4hlen die Ehre Gottes, und die Feste verk\u00fcndigt seiner H\u00e4nde Werk. 3\u00a0Ein Tag sagt\u2019s dem andern, und eine Nacht tut\u2019s kund der andern, 4\u00a0ohne Sprache und ohne Worte; unh\u00f6rbar ist ihre Stimme. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Und so k\u00f6nnen wir selber auch unsere Bestimmung erkennen: Paulus sagt in Epheser 1,14 sagt, dass wir da sind \u201czum Lobe seiner Herrlichkeit\u201d. Dass wir einstimmen k\u00f6nnen in den gro\u00dfen Jubel und den Lobgesang der Sch\u00f6pfung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, ich wei\u00df, oft ist dieser Lobgesang verstimmt oder verstummt. Manchmal ist er eher ein Klagelied. Auch das wei\u00df die Bibel. Paulus spricht vom Seufzen der Kreatur. Die Sch\u00f6pfung ist gefallen. Es gibt Fressen und Gefressen werden, Jagen und Gejagtwerden. Und der Mensch, dessen Auftrag es war, diese Erde zu bebauen und zu bewahren, ist selbst gefallen und hat Gefallen an Egoismus und Selbstsucht. Der gro\u00dfe S\u00fcndenfall \u2013 den kann man nicht leugnen. Und doch sehen wir auch in dieser kaputten und gefallenen Welt inmitten aller Zerst\u00f6rung noch so viel Spuren der urspr\u00fcnglichen Sch\u00f6nheit und Gr\u00f6\u00dfe der Sch\u00f6pfung, k\u00f6nnen immer noch deren unaufh\u00f6rliches Loblied auf den Sch\u00f6pfer und seine Weisheit und Herrlichkeit vernehmen, dass wir darin mit Freude und Staunen einstimmen wollen. Denn es ist gut zu wissen: Gott macht einmal alles neu! Er wird auch diese Sch\u00f6pfung erl\u00f6sen. Auch dazu ist Jesus Christus gekommen. Um uns Menschen zu erl\u00f6sen von unserer Verlorenheit, aber auch um die Sch\u00f6pfung zu erl\u00f6sen von der Verg\u00e4nglichkeit. Die Johannesoffenbarung zeigt es uns: Einmal wird Gott Himmel und Erde neu machen. Und das, was jetzt noch in unserm Leben zerbrochen ist, und auch, was in der Sch\u00f6pfung kaputt ist, was da ist an Gewalt und Leid, Gott wird es heilen und erneuern. Bis dahin sollten wir uns nat\u00fcrlich auch einsetzen f\u00fcr den Erhalt und die Bewahrung von Gottes guter Sch\u00f6pfung, wie es unser Auftrag ist. Und einst werden wir einstimmen in das gro\u00dfe Loblied der Erl\u00f6sten: \u201cGro\u00df und wunderbar sind deine Werke, allm\u00e4chtiger Gott.\u201d (Offb. 15,3ff). So l\u00e4dt uns ein Blick in die Sch\u00f6pfung ein zur Freude, zum Staunen, zum Loben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Predigt wurde am 19.5.2019 in der Martins-Kirche in Hohnhorst gehalten.<br \/>\nQuelle: www.martins-gemeinde.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Haben Sie so schon mal die Sch\u00f6pfung betrachtet?\u00a0 Wie ein gro\u00dfes Fest, zu dem wir eingeladen sind? 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