{"id":1630,"date":"2008-12-15T19:00:46","date_gmt":"2008-12-15T17:00:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1630"},"modified":"2009-09-02T10:24:06","modified_gmt":"2009-09-02T08:24:06","slug":"der-blick-hinter-die-kulissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1630","title":{"rendered":"Der Blick hinter die Kulissen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Blick hinter die Kulissen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt gesch\u00e4tzt w\u00fcrde. Und diese Sch\u00e4tzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich sch\u00e4tzen lie\u00dfe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galil\u00e4a, aus der Stadt Nazareth, in das j\u00fcdische Land zur Stadt Davids, die da hei\u00dft Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich sch\u00e4tzen lie\u00dfe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger<\/em>. (Lukas 2,1-5)<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gottes Eintritt in die Geschichte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus Christus wird in ein ganz bestimmtes geschichtliches Zeitfenster hineingeboren: Kaiser Augustus regierte das r\u00f6mische Reich von 31. v. Chr. bis 14. n. Chr. Doch das Zeitfenster ist noch enger gefasst. Die Geburt Christi geschah in der Zeit als Quirinius Statthalter Syriens war. Ein enger Zeitraum von wenigen Jahren um das Jahr 0 herum. Diese Zeit- und Personenangaben sind sehr wichtig: Gottes Erl\u00f6sungshandeln ist geschichtliches Handeln. Gottes Ankunft auf dieser Erde ist nicht irgendeine erhabene \u00fcberzeitliche religi\u00f6se Idee, sondern Gott kommt tats\u00e4chlich, datierbar, als geschichtliche Person in diese unsere Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein Eindruck, der t\u00e4uscht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist es nicht erstaunlich? Maria und Josef und mit ihnen Jesus m\u00fcssen sich ganz dem Gesetz des r\u00f6mischen Kaisers beugen. So wie Jesu Geburtsort durch kaiserliches Gesetz bestimmt wurde, so wird ca. 35 Jahre sp\u00e4ter auch sein Todesurteil im Namen eines r\u00f6mischen Kaisers unterschrieben. Eintritt in die Geschichte und Austritt aus der Geschichte stehen scheinbar in der Macht r\u00f6mischer Kaiser. Doch dieser Eindruck t\u00e4uscht gewaltig. In Jesus Christus tritt ein H\u00f6herer und M\u00e4chtiger in die Weltgeschichte ein. Nichts kann das besser veranschaulichen als ein Blick in den weiteren Verlauf der Geschichte: Nur 312 Jahre sp\u00e4ter beugt sich der erste r\u00f6mische Kaiser unter die K\u00f6nigsherrschaft Christi. W\u00e4hrend heute nur noch ein Monat unseres Jahres an Kaiser Augustus erinnert, wird die Menschheitsgeschichte eingeteilt in die Zeit vor Christi Geburt und in die Zeit nach Christi Geburt. Wer war wohl der H\u00f6here? Nicht mehr lange und alle Knie werden sich beugen im Namen Jesu und alle Zungen werden bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes des Vaters (Phil 2,10.11).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00c4rger mit dem Finanzamt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die r\u00f6mische Steuersch\u00e4tzung griff tief in den Alltagsablauf der Menschen ein und noch tiefer in ihre Geldbeutel. Viele mussten weite Strecken auf sich nehmen, um sich in ihrer Geburtsstadt oder in der Stadt, in der sie noch Besitz hatten, in Steuerlisten eintragen zu lassen. Die Steuerlast machte den Menschen das t\u00e4gliche Leben und Arbeiten noch schwerer als es schon war. Nicht ohne Grund wird es gerade in den Tagen der Volksz\u00e4hlung einen gro\u00dfen Aufruhr unter der F\u00fchrung eines Judas aus Gallil\u00e4a gegeben haben (Apg 5,37). So wie man sich heute \u00fcber die Steuerlast und den Unsinn mancher Steuergesetze \u00e4rgert, so war auch damals der \u00c4rger gro\u00df. Warum in aller Welt konnte man nicht an seinem Wohnort veranlagt werden? Die 170 km lange Reise von Nazareth nach Bethlehem konnte weder von der Steuer abgesetzt werden noch gab es Entsch\u00e4digung f\u00fcr den erlittenen Verdienstausfall.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gottes Handeln verborgen hinter kaiserlichen Gesetzen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir den kaiserlichen Erlass und die damit verbundenen Folgen aus heilsgeschichtlicher Perspektive betrachten, dann kommen wir allerdings aus dem Staunen nicht mehr heraus. Kaiser Augustus ordnete in scheinbar freier Souver\u00e4nit\u00e4t als Herrscher des r\u00f6mischen Weltreiches die Z\u00e4hlung seiner Untertanen an. Die Realit\u00e4t sah anders aus. Ganz im Verborgenen, vordergr\u00fcndig verdeckt durch die kaiserliche Finanzgesetzgebung, verfolgte und verwirklichte Gott seine ewigen Ziele und Ratschl\u00fcsse. Bereits 700 Jahre vor der Volksz\u00e4hlung des Augustus hatte Gott durch den Propheten Micha folgende Voraussage gemacht: Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den St\u00e4dten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. (Micha 5,1) Der Messias sollte aus Bethlehem kommen. Doch wie sollte Jesus Christus in Bethlehem zur Welt kommen, wenn seine Mutter in Nazareth wohnhaft war? Gott gebrauchte die Geldgier des r\u00f6mischen Kaisers, um auf dem Wege einer reichsweiten Steuersch\u00e4tzung Maria und Josef p\u00fcnktlich zum Zeitpunkt der Niederkunft von Nazareth nach Bethlehem zu bringen. Der gigantische r\u00f6mische Verwaltungsapparat wurde angeworfen, Millionen mussten sich in Steuerlisten eintragen lassen, Unz\u00e4hlige reisten in ihre Geburtsst\u00e4dte, damit Gottes Wort erf\u00fcllt wurde. Das ganze r\u00f6mische Weltreich wird in Bewegung gesetzt, damit im kleinen Bethlehem der Retter der Welt geboren werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! 34 Denn \u00bbwer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen?\u00ab 35 Oder \u00bbwer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass Gott es ihm vergelten m\u00fcsste?\u00ab 36 Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. (R\u00f6mer 11,33ff)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rein \u00e4u\u00dferlich mag die Welt in Finanz- und Wirtschaftskrisen st\u00fcrzen, unser pers\u00f6nliches Leben mag von H\u00f6hen und Tiefen, Erfolgen, Misserfolgen und schmerzhaften Einschnitten gekennzeichnet sein. Doch in all dem kommt der allm\u00e4chtige Gott, der Vater Jesu Christi zum Ziel. Meist im Verborgenen, verdeckt durch \u00e4u\u00dfere Umst\u00e4nde, dem nat\u00fcrlichen Auge nicht sichtbar, handelt Gott in voller freier Souver\u00e4nit\u00e4t und erf\u00fcllt sein Verhei\u00dfungswort im Lauf der Weltgeschichte und auch in Ihrer ganz pers\u00f6nlichen Lebensgeschichte. Diesen Blick hinter die Kulissen in das verborgene Handeln Gottes w\u00fcnsche ich Ihnen f\u00fcr das diesj\u00e4hrige Weihnachtsfest und das vor uns liegende Jahr 2009.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>15.12.2008<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Blick hinter die Kulissen Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt gesch\u00e4tzt w\u00fcrde. Und diese Sch\u00e4tzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich sch\u00e4tzen lie\u00dfe, ein jeder in seine Stadt. 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