{"id":1628,"date":"2009-08-10T19:00:19","date_gmt":"2009-08-10T17:00:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1628"},"modified":"2009-09-01T11:31:52","modified_gmt":"2009-09-01T09:31:52","slug":"was-halt-wenn-alles-zerbricht-der-kleine-krisenratgeber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1628","title":{"rendered":"Was h\u00e4lt, wenn alles zerbricht? Der kleine Krisenratgeber"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was h\u00e4lt, wenn alles zerbricht? Der kleine Krisenratgeber<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>0.1 Zeiten der Krise<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wohl noch nie haben wir das Wort Krise so h\u00e4ufig geh\u00f6rt und vielleicht auch selbst gebraucht, wie in den vergangenen 12 Monaten. Was bedeutet eigentlich das Wort Krise? Es stammt vom griechischen Wort \u201ckrinein\u201d, das \u00fcbersetzt wird mit: aussondern, scheiden, entscheiden, richten und urteilen. Im Neuen Testament wird das Wort Krisis gebraucht, um das Gericht Gottes zu bezeichnen (Joh 5,28.29; 1Joh 4,17).<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im deutschen Sprachgebrauch bezeichnet es eine (Ent-)Scheidung, eine \u201centscheidende Wendung\u201d und bedeutet eine \u201cschwierige Situation, Zeit, die den H\u00f6he- und Wendepunkt einer gef\u00e4hrlichen Entwicklung darstellt\u201d (Duden). Dass es sich hierbei um einen Wendepunkt handelt, kann jedoch oft erst konstatiert werden, nachdem die Krise abgewendet oder beendet wurde. Nimmt die Entwicklung einen dauerhaft negativen Verlauf, so spricht man von einer Katastrophe (www.wikipedia.de)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die derzeitige Weltwirtschafts- und Finanzkrise hat die gesamte Weltwirtschaft und Weltpolitik an einen Wendepunkt gef\u00fchrt. Es stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Wird es eine Wende zu wirtschaftlicher Erholung geben oder einen katastrophalen Niedergang?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>0.2 Die Krise aus geistlicher Perspektive<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte bewusst keine Prognosen zum weiteren Verlauf abgeben. Wenn unser Thema heute Morgen hei\u00dft: Was h\u00e4lt, wenn alles zerbricht?, will ich damit nicht sagen, dass die derzeitige Krise in eine Katastrophe m\u00fcnden wird, in der alles zerbrechen wird. Und doch fordert uns eine solche globale Krise regelrecht heraus, die Frage zu stellen: Was wird denn halten, wenn alles zerbrechen sollte? Was wird Bestand haben, wenn alles zu Grunde geht? Unsere Vorfahren mussten sich diese Frage immer wieder stellen, sei es am Ende des 30-j\u00e4hrigen Krieges oder am Ende des zweiten Weltkrieges. Diese Frage stellt sich auch immer da, wo wir pers\u00f6nlich und privat in schwere Krisenzeiten greaten. Ich werde im ersten Teil zeigen, dass auch diese Krise geistliche Hintergr\u00fcnde hat und jeder f\u00fcr sich durch eine solche Krise herausgefordert wird, geistliche Antworten auf die Frage zu finden: Auf was kann ich mich verlassen? Was h\u00e4lt auch in Krisenzeiten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1 Menschheitsgeschichte ist Krisengeschichte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.1 Die Mutter aller Krisen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Blick in die Weltgeschichte f\u00fchrt uns zwar einerseits die Sternstunden der Menschheit vor Augen, andererseits ist nicht zu \u00fcbersehen, dass die Menschheitsgeschichte vor allem von Krisen, Kriegen und Katastrophen durchzogen ist. Die Geschichtswissenschaft gibt uns keine Antwort dar\u00fcber, wieso Menschheitsgeschichte zugleich Krisengeschichte ist. Die Bibel sieht die Weltgeschichte dagegen aus dem Blickwinkel der Ewigkeit, sie stellt die Menschheitsgeschichte in den Zusammenhang der Heilsgeschichte Gottes. Auf den ersten Seiten der Bibel wird gewisserma\u00dfen der Ursprung oder die Mutter aller Krisen beschrieben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cUnd Gott der Herr lie\u00df aufwachsen aus der Erde allerlei B\u00e4ume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen\u2026.Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen B\u00e4umen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen sollst du nicht essen; denn an dem Tage an dem du von ihm isst, musst du des Todes sterben.\u201d (1Mose 2,16.17)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem Adam und Eva das Gebot Gottes \u00fcbertreten und damit gegen Gott ges\u00fcndigt hatten und von dem Baum der Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen gegessen hatten, setzte Gott die angek\u00fcndigte Strafe in Kraft:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cMit M\u00fchsal sollst du dich von ihm n\u00e4hren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schwei\u00dfe deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst wieder zu Erde werden.\u201d (1Mose 3,17.18.19)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott verflucht als Folge des S\u00fcndenfalls den Acker Adams und damit seine Lebens- und Wirtschaftsgrundlage. Er und seine Frau Eva werden unter das Gericht (Krisis) des Todes und der Verg\u00e4nglichkeit gestellt. Adam und Eva haben durch den Ungehorsam gegen\u00fcber Gott eine Beziehungskrise ausgel\u00f6st, die zur Mutter aller Krisen der Menschheitsgeschichte geworden ist. Diese Beziehungskrise zwischen Gott und Mensch, ausgel\u00f6st durch den S\u00fcndenfall des ersten Menschenpaares, steht am Anfang aller Krisen: Aus dieser ersten Krise speisen sich Ehekrisen, Beziehungskrisen, Wirtschaftskrisen und die katastrophalen Beziehungskrisen der V\u00f6lker, die in ungez\u00e4hlten Kriegen und zwei weltumfassenden Kriegen ihren Ausdruck fanden. Keine Krise der Menschheit und auch unsere eigenen ganz pers\u00f6nlichen Lebenskrisen werden nicht recht verstanden, wenn sie nicht im Zusammenhang mit dieser Mutter aller Krisen gebracht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2 Die geistliche Dimension der Weltwirtschaftskrise<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die aktuelle Wirtschaftskrise ist selbstverst\u00e4ndlich ein ungeheuer komplexes Ph\u00e4nomen, das selbst die Chef\u00f6konomen von Banken und Wirtschaftsunternehmen nicht voraussagen konnten, noch umfassend erkl\u00e4ren, geschweige denn beheben k\u00f6nnen. Aus biblischer Perspektive f\u00e4llt jedoch auf, dass auch diese Krise eine geistliche Dimension hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1 Auf dem Acker liegt ein Fluch<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Acker, den der Mensch bebaut, steht unter dem Fluch Gottes. Da wo gute Frucht wachsen soll, sprie\u00dfen pl\u00f6tzlich Dornen und Disteln. Da wo ein mittelst\u00e4ndischer Hersteller von Auspuffanlagen f\u00fcr die Autoindustrie in Anlagen investiert hat, um einen gro\u00dfen schw\u00e4bischen Automobilhersteller zu beliefern, bricht pl\u00f6tzlich die Nachfrage weg. Statt Ertrag, steht unversehens der Verlust in den B\u00fcchern. Disteln statt Weizen. Auch ein Investmentbanker oder ein B\u00f6rsenmakler muss sein Brot mit M\u00fchsal und im Schwei\u00dfe seines Angesichts verdienen und sei es auch nur der Angstschwei\u00df, der austritt, wenn die Kurse ins Bodenlose fallen. Der Investor Warren Buffet sagte im Herbst 2008: Er habe noch nie so viele Wirtschaftsleute in Angst und Schrecken gesehen. Gottes Fluch, der auf dem Acker Adams lag, wird auch durch Roboter- und Computertechnik nicht \u00fcberwunden und kann auch Menschen in teuren Anz\u00fcgen hinter gl\u00e4sernen Fassaden in Frankfurt, London oder New York zur Verzweiflung treiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2 Weltwirtschaft in der Vertrauenskrise<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mutter aller Krisen war eine Beziehungs- und Vertrauenskrise. Anstatt Gott zu vertrauen, vertrauten die ersten Menschen der verf\u00fchrerischen Stimme der Schlange. Aus dem Misstrauen gegen\u00fcber dem Wort des Sch\u00f6pfers, kam der Ungehorsam und der Bruch der Beziehung. Krisen des menschlichen Miteinanders sind immer auch Vertrauenskrisen. Da wo der eine Mensch dem Wort des Anderen kein Vertrauen mehr schenkt, w\u00e4chst Misstrauen, was bis zum Beziehungsbruch f\u00fchrt und am Ende in der Krise eskaliert. Es ist kein Geheimnis, dass die derzeitige Weltwirtschaftskrise eine Vertrauenskrise ist. In dem Artikel \u201cDie Grundlage von fast allem\u201d (FAZ v. 20.12.2008) wird aufgezeigt, dass das Vertrauen die Grundlage des gesamten Weltwirtschafts- und Finanzwesen ist. Ein weiterer Artikel stellt fest: \u201cEs geht um das Vertrauen ins System\u201d (FAZ v. 03.02.09). Eine weitere \u00dcberschrift \u201cDas Vertrauen (ins Bankensystem) ist ersch\u00fcttert.\u201d (FAZ v. 16.03.2008). Die Krise legt die Fundamente der Wirtschaft frei: Ohne Vertrauen k\u00f6nnen Volkswirtschaften nicht existieren und erfolgreich zum Vorteil aller wirtschaften. Eine Weltwirtschaft, in der kein Vertrauen mehr herrscht, ist vergleichbar mit dem Fahren eines Sportwagens, dessen Motor kein \u00d6l mehr hat. Die rasante Fahrt wird irgendwann mit einem Kolbenfresser j\u00e4h beendet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3 Die Dimension der S\u00fcnde<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wie die Ursprungskrise der Menschheit durch das s\u00fcndhafte Verhalten des ersten Menschenpaares ausgel\u00f6st wurde, so finden wir auch in den Krisen unserer Zeit die Kraft der S\u00fcnde am Werk. Es ist unbestritten, dass menschliche Gier, Habsucht, und Ma\u00dflosigkeit ma\u00dfgeblich an der Weltwirtschaftskrise beteiligt sind. Allein der Titel eines gerade erschienenen Buches macht das deutlich: Die Gier war grenzenlos. Eine deutsche B\u00f6rsenh\u00e4ndlerin packt aus, Econ-Verlag, 2009. Die Bibel warnt den Menschen vor der Gier nach dem gro\u00dfen Geld:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cDenn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung, und in viele t\u00f6richte und sch\u00e4dliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis. Denn Geldgier ist eine Wurzel alles \u00dcbels, danach hat einige gel\u00fcstet und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen. Du aber Gottesmensch, fliehe das! Jage aber nach der Gerechtigkeit, der Fr\u00f6mmigkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut!\u201d (1Tim 6,9.10.11)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sind nicht nur die offensichtlichen F\u00e4lle, wie die des Milliardenbetr\u00fcgers Madoff, sondern auch die Millionen von kleinen und gro\u00dfen gierigen und ma\u00dflosen Einzelentscheidungen, die eine riesige Blase entstehen lie\u00df, die dann platzen musste. Gier und Ma\u00dflosigkeit lassen den Menschen in Verderben und Verdammnis versinken. Das s\u00fcndhafte Verhalten der unz\u00e4hligen Marktteilnehmer ist im Gef\u00fcge der Weltwirtschaft eine gef\u00e4hrliche und zerst\u00f6rerische Kraft, die ohne Frage wesentlich an den jetzigen Krise beteiligt ist. Die Geschichte Israels macht deutlich, dass die S\u00fcnde, das Missachten der Gebote Gottes, immer auch wirtschaftliche Auswirkungen haben wird:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn du aber nicht gehorchen wirst der Stimme des HERRN, deines Gottes, und wirst nicht halten und tun alle seine Gebote und Rechte, die ich dir heute gebiete, so werden alle diese Fl\u00fcche \u00fcber dich kommen und dich treffen: Verflucht wirst du sein in der Stadt, verflucht wirst du sein auf dem Acker. Verflucht wird sein dein Korb und dein Backtrog. Verflucht wird sein die Frucht deines Leibes, der Ertrag deines Ackers, das Jungvieh deiner Rinder und Schafe.\u201c (5Mose 28,15-18)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4 Die Krise der Verg\u00e4nglichkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der weltwirtschaftlichen Krise zeigt sich auch die Krise der menschlichen Verg\u00e4nglichkeit, der seit dem S\u00fcndenfall die gesamte Sch\u00f6pfung unterworfen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cIm Schwei\u00dfe deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst wieder zu Erde werden.\u201d (1Mose 3,17.18.19)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cD\u00ede Sch\u00f6pfung ist ja unterworfen der Verg\u00e4nglichkeit &#8211; ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat, doch auf Hoffnung.\u201d (R\u00f6 8,20)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mensch und mit ihm die gesamte Sch\u00f6pfung ist gekennzeichnet von Zerfall und Verg\u00e4nglichkeit. Der Mensch stirbt, Brot schimmelt, Autos rosten, Geld wird entwertet, Kurse fallen und Systeme brechen in sich zusammen. Wir k\u00f6nnen der ungebrochenen Macht der Verg\u00e4nglichkeit nicht entrinnen. Dabei sucht der Mensch intensiv und fieberhaft nach Auswegen aus dem Zerfall. In der Medizin ist man bereit \u00fcber die Leichen von Embryonen zu gehen, um den menschlichen Zerfall aufzuhalten. In der Wirtschaft wird alles getan, um das Geld vor dem unerbittlichen Zugriff des Werteverfalls zu sch\u00fctzen. Ein Verm\u00f6gensberater berichtete mir, wie er den Oktober 2008 erlebte. Er machte deutlich, dass er Vorg\u00e4nge miterlebt hat, die er so noch nicht kannte. Anleger auf der panikartigen Suche nach sicheren Wertanlagen. Goldbest\u00e4nde, die innerhalb eines Tages restlos ausverkauft waren. Wir haben es alle in den Zeitungen nachlesen k\u00f6nnen. Der Goldpreis stieg im M\u00e4rz 2008 erstmals auf 1.000 US-Dollar pro Unze. Auf die letzten 6 Jahre bezogen, hatte sich der Goldpreis damit vervierfacht. Der Mensch ist auf der Suche nach Werthaltigkeit, er ist auf der Suche nach Unverg\u00e4nglichkeit, er verlangt nach stabilen Werten, auch und gerade wenn alles zerbricht. Er \u00fcbertr\u00e4gt diese an sich geistliche Sehnsucht auf sein irdisches Leben (Gesundheit) und sein irdisches Verm\u00f6gen (Geld) und ist bereit dieses Verm\u00f6gen unter hohen Kosten zu verteidigen, zu sch\u00fctzen und zu erhalten. Der Verm\u00f6gensberater beendete seine Schilderung mit folgender Bemerkung: Er h\u00e4tte den Eindruck gehabt, dass die Leute am Ende bereit w\u00e4ren, sich gegenseitig aus den B\u00e4umen zu schie\u00dfen, um ihr eigenes Hab und Gut vor dem Zugriff des Anderen zu retten. Der Vergleich schien mir etwas sehr makaber und doch spiegelt sie eine Realit\u00e4t wieder: Der Mensch ist bereit, \u00fcber Leichen zu gehen, wenn er seine ganze Sehnsucht und Hoffnung an irdische Werte bindet und in der Katastrophe diese irdischen Werte mit allen Mitteln zu verteidigen sucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3 Mit Gott durch Krisenzeiten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.1 Orientiert am prophetischen Wort<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine der gr\u00f6\u00dften nationalen Krisen Israels war die Zerst\u00f6rung des Jerusalemer Tempels und die Deportation des j\u00fcdischen Volkes nach Babylonien durch den babylonischen K\u00f6nig Nebukadnezzar. Der Prophet Daniel, der diese nationale Katastrophe des Volkes miterlebte und durchlitt, hat uns in seinem Buch Hinweise hinterlassen, was in Krisenzeiten ganz oben auf der Tagesordnung stehen sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cIm ersten Jahr des Darius, des Sohnes des Ahasveros, aus dem Stamm der Meder, der \u00fcber das Reich der Chald\u00e4er K\u00f6nig wurde, in diesem ersten Jahr seiner Herrschaft achtete ich, Daniel, in den B\u00fcchern auf die Zahl der Jahre, von denen der Herr geredet hatte zum Propheten Jeremia, dass n\u00e4mlich Jerusalem siebzig Jahre w\u00fcste liegen sollte.\u201c (Dan 9,1.2)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Prophet Daniel studierte die Heiligen Schriften und orientierte sich an den Verhei\u00dfungen des prophetischen Wortes. Dem Volk war zu diesem Zeitpunkt alles genommen worden: Die Heimat, die Freiheit, der Tempel. Hier war wirklich alles zerbrochen, zerst\u00f6rt und vernichtet. Was blieb? Was hielt? Was hatte Bestand auch mitten in dieser nationalen Katastrophe? Daniel studierte das prophetische Wort Gottes. Was Gott geredet hat, bleibt in Ewigkeit und hat auch in der Krise Bestand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cDenn alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit ist wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume abgefallen; aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit.\u201d (1Petr 1,24.25; Jes 40,6-8)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cHimmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.\u201d (Lk 21,33)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurse st\u00fcrzen in den Keller, Banken verschwinden \u00fcber Nacht, Volkswirtschaften sind von der Existenz bedroht, Menschen verlieren ihre Existenzgrundlage, ja ganze Kulturen k\u00f6nnen untergehen. Es ist alles verg\u00e4nglich und hat keinen Bestandsschutz, das Wort Gottes aber bleibt in dieser Zeit und dar\u00fcber hinaus in Ewigkeit. Die Prophetie an der sich Daniel orientierte, erf\u00fcllte sich, als Israel aus dem Exil zur\u00fcckkehren durfte. Gottes Wort h\u00e4lt, was es verspricht, das Angek\u00fcndigte erf\u00fcllt sich und es bietet eine verl\u00e4ssliche Orientierung auch und gerade da, wo alles andere zerbricht. Deshalb wollen wir in Zeiten der Krise das Wort Gottes suchen, uns daran orientieren, daran festhalten und andere auf den festen Halt des Wortes Gottes hinweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2 Nur den Betern kann es noch gelingen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cUnd ich kehrte mich zu Gott, dem Herrn, um zu beten und zu flehen unter Fasten und in Sack und Asche. Ich betete aber zu dem Herrn, meinem Gott, und bekannte und sprach: Ach, Herr, du gro\u00dfer und heiliger Gott, der du Bund und Gnade bewahrt hast denen, die dich lieben und deine Gebote halten! Wir haben ges\u00fcndigt, Unrecht getan, sind gottlos geworden und abtr\u00fcnnig geworden; wir sind von deinen Geboten und Rechten abgewichen\u2026Neige dein Ohr, mein Gott, und h\u00f6re, tu deine Augen auf und sieh an unsere Tr\u00fcmmer und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist. Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine gro\u00dfe Barmherzigkeit.\u201d (Dan 9,3-5.18) Wir haben gesehen, dass auch die derzeitige Krise in mehrfacher Hinsicht eine geistliche Dimension hat. Sie l\u00e4sst sich nur mit geistlichen Mitteln bew\u00e4ltigen und \u00fcberwinden. Daniel kehrt um und tut Bu\u00dfe. In der westlichen Welt haben wir alle Grund genug Bu\u00dfe zu tun. Unsere Gesellschaften waten im Blut vieler Millionen get\u00f6teter Kinder, wir haben Geld und G\u00fcter zu unseren G\u00f6tzen gemacht und haben den \u00fcbergro\u00dfen \u00dcberfluss nur selten mit denen geteilt, die wenig oder gar nichts haben. Erstaunlich wie passend die prophetischen Worte Reinhold Schneiders auch gerade in diesen Zeiten wieder klingen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eAllein den Betern kann es noch gelingen, das Schwert ob unsern H\u00e4uptern aufzuhalten und diese Welt den richtenden Gewalten durch ein geheiligt Leben abzuringen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Denn T\u00e4ter werden nie den Himmel zwingen: Was sie vereinen wird sich wieder spalten, was sie erneuern \u00fcber Nacht veralten, und was sie stiften Not und Unheil bringen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Jetzt ist die Zeit, da sich das Heil verbirgt, und Menschenhochmut auf dem Markte feiert, indes im Dom die Beter sich verh\u00fcllen. Bis Gott aus unsern Opfern Segen wirkt und in den Tiefen, die kein Aug&#8216; entschleiert, die trocknen Brunnen sich mit Leben f\u00fcllen.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Reinhold Schneider<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich will es nicht hoffen, aber es k\u00f6nnte sein, dass wir in Zukunft die Bitte im Vater Unser um das t\u00e4gliche Brot sehr viel intensiver beten werden und mancher wird vielleicht in diesen Tagen unter dem Druck der wirtschaftlichen Not das Beten lernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3 Gott versorgt gerade in Zeiten der Krise<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist eine wiederkehrende Erfahrung, dass Menschen Gottes Eingreifen und Durchhelfen besonders in Grenzsituationen erleben. Wer satt und zufrieden ist, vergisst, dass er in allen Lebensbez\u00fcgen von Gottes Versorgung und Zuwendung abh\u00e4ngig ist. Ein sch\u00f6nes Beispiel f\u00fcr Gottes F\u00fcrsorge in Zeiten der Not finden wir im Alten Testament zur Zeit des Propheten Elisa: Die Witwe eines Prophetenj\u00fcngers kommt in gro\u00dfe wirtschaftliche Not. Kurz vor der Zwangsvollstreckung, die beiden S\u00f6hne sollen vom Gl\u00e4ubiger in die Leibeigenschaft verkauft werden, wendet sich die verzweifelte Frau an Elisa. Elisa fragt die Frau: Sage mir, was hast du im Hause? Sie sprach: Deine Magd hat nichts im Hause als einen \u00d6lkrug. Er sprach: Geh hin und erbitte drau\u00dfen von allen deinen Nachbarinnen leere Gef\u00e4\u00dfe, aber nicht zu wenig. (2K\u00f6n 4,2.3) Nach der Sammelaktion und zur\u00fcck zu Hause soll die Witwe ihr \u00d6l in die gesammelten Kr\u00fcge gie\u00dfen. Und hier erlebt die Witwe pl\u00f6tzlich das Eingreifen Gottes: Der \u00d6lfluss will nicht enden, bis auch der allerletzte Krug mit \u00d6l gef\u00fcllt ist. Wenn man bedenkt, dass \u00d6l in diesen Zeiten sehr wertvoll war, dann geschah hier mitten in der Krise ein kleines himmlisches Wirtschaftswunder. Wir werden in einer kommenden Notlage nicht leere Kanister sammeln, aber wir d\u00fcrfen vertrauen, dass Gott seine Kinder auch in kommenden Notlagen versorgt und ihnen auf wunderbare Weise das t\u00e4gliche Brot zukommen lassen wird, denn diese Wahrheit wankt nicht: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit (Hebr 13,8).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.4 Ich wei\u00df, dass mein Erl\u00f6ser lebt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hiob war nicht nur der ein frommer (Hiob 1,8), sondern auch ein schwerreicher Mann. Er nannte siebentausend Schafe, dreitausend Kamele, f\u00fcnfhundert Joch Rinder und f\u00fcnfhundert Eselinnen sein eigen, hatte sehr viele Angestellte. Er war wohlhabender als die Meisten seiner Zeitgenossen (Hiob 1,3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.4.1 Auch Christen kommen in die Krise<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Leben Hiobs zeigt unmissverst\u00e4ndlich auf, dass es das sogenannte Wohlstandsevangelium nicht gibt. Christen werden genauso in Notzeiten geraten wie andere Menschen auch. Hiob hat nicht nur sein gesamtes Verm\u00f6gen verloren, sondern dazu noch seine 10 Kinder und seine Gesundheit. Auch uns kann alles genommen werden, Frau und Kinder, Ehre und Ansehen, Gesundheit und Lebensqualit\u00e4t, Haus und Auto. Wir w\u00fcnschen uns das nicht und w\u00fcnschen das keinem Menschen und doch sollten wir wissen, dass auch ein Christ f\u00fcr alles das, was er hier sch\u00e4tzt und liebt keine Gottesgarantie hat. Hiob hat die unfassbaren Hiobsbotschaften mit der \u00e4u\u00dferst n\u00fcchternen und doch glaubensvollen Aussage beantwortet: Der Herr hat\u2019s gegeben, der Herr hat\u2019s genommen; der Name des Herrn sei gelobt (Hiob 1,21). Hiob ist danach noch in schwerste Anfechtungen und in tiefe Verzweiflung geraten. Der Glaube wurde bis aufs tiefste ersch\u00fcttert. Auch wir m\u00fcssen damit rechnen, dass eine Zeit existentieller wirtschaftlicher Not uns in tiefe Ersch\u00fctterungen, Anfechtungen und Glaubensk\u00e4mpfe f\u00fchren wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.4.2 Schwere Zeiten werden kommen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus hat seine J\u00fcnger gelehrt, dass die Endzeit von schweren Zeiten gepr\u00e4gt sein werden. Frieden und Wohlstandsperioden sind nicht an der Tagesordnung: Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein K\u00f6nigreich gegen das andere; und es werden Hungersn\u00f6te sein und Erdbeben hier und dort. Das alles aber ist der Anfang der Wehen (Mt 24,7). Mit dem dritten apokalyptischen Reiter, der eine Waage in seiner Hand h\u00e4lt, verk\u00fcndigt eine himmlische Stimme: Ein Ma\u00df Weizen f\u00fcr ein Silbergroschen und drei Ma\u00df Gerste f\u00fcr einen Silbergroschen; aber dem \u00d6l und Wein tu keinen Schaden. (Offb 6,6) Die Preise f\u00fcr Luxusg\u00fcter bleiben stabil, w\u00e4hrend die Preise f\u00fcr Lebensmittel steigen. F\u00fcr viele Menschen weltweit sind diese steigenden Preise heute lebensbedrohliche Realit\u00e4t. Wir bekommen heute die Flasche Wein im Aldi f\u00fcr 1,99 \u20ac, w\u00e4hrend ein Familienvater mit seinem Wochenlohn die Kinder nicht mehr mit Brot oder Reis versorgen kann. Das ist die perverse Realit\u00e4t der Endzeit. Doch Christen m\u00fcssen sich zum Ende hin auch auf das \u00c4u\u00dferste gefasst machen. Unter dem Antichristen wird Christen der Zugang zu Waren und Dienstleistungen verwehrt werden. Wer das Mal des Tieres nicht tr\u00e4gt, wird weder kaufen noch verkaufen k\u00f6nnen (Offb 13,16).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.4.2 Mein Erl\u00f6ser lebt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles irdische Gl\u00fcck, was Hiob in dieser Welt besessen hatte, war ihm genommen worden. Es ist das gro\u00dfe Wunder, dass dieser Mann Gottes, in dieser katastrophalen und scheinbar v\u00f6llig aussichtslosen Lage zu einer wunderbaren Erkenntnis kommt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Aber ich wei\u00df, dass mein Erl\u00f6ser lebt, und als der Letzte wird er \u00fcber dem Staub sich erheben. Und ist meine Haut noch so zerschlagen und mein Fleisch dahingeschwunden, so werde ich doch Gott sehen.&#8220; (Hiob 19,25.26)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles war ihm zerbrochen, alles war ihm genommen worden. Doch mitten in diesen katastrophalen Lebensumst\u00e4nden erwuchs Hiob durch Gottes Gnade und Geist eine unverbr\u00fcchliche Wahrheit: \u201cMein Erl\u00f6ser lebt.\u201d Diese Wahrheit hat in Ewigkeit Bestand, auch dann noch wenn dem Menschen alles genommen wird. Hiob hat hier mit prophetischem Blick den auferstandenen und wiederkommenden Herrn vor Augen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus Christus spricht: &#8222;F\u00fcrchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkkeit und habe die Schl\u00fcssel des Todes und der H\u00f6lle.&#8220; (Offb 1,17.18)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter auf Erden. Ja, Amen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen hoffen, dass die d\u00fcsteren Prognosen der Wirtschaftswissenschaftler f\u00fcr die Weltwirtschaft nicht in Erf\u00fcllung gehen. Als Christen wissen wir aber auch darum, dass diese Welt eine verg\u00e4ngliche Welt ist, die dem Weltgericht entgegengeht. Wir wissen auch um die Realit\u00e4t schwerer pers\u00f6nlicher Notlagen, von den unl\u00f6sbaren wirtschaftlichen Problemen der Endzeit und von gewaltigen kommenden Bedr\u00e4ngnissen. Doch in alldem tragen wir dieses gro\u00dfe Geschenk der Gnade Gottes in unseren Herzen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Aber ich wei\u00df, dass mein Erl\u00f6ser lebt, und als der Letzte wird er \u00fcber dem Staub sich erheben. Und ist meine Haut noch so zerschlagen und mein Fleisch dahingeschwunden, so werde ich doch Gott sehen.&#8220; (Hiob 19,25.26)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was h\u00e4lt, wenn alles zerbricht? 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