{"id":16236,"date":"2019-02-11T13:49:17","date_gmt":"2019-02-11T12:49:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16236"},"modified":"2019-02-11T13:56:48","modified_gmt":"2019-02-11T12:56:48","slug":"cdl-bayern-offener-brief-an-kristina-haenel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16236","title":{"rendered":"CDL Bayern: Offener Brief an Kristina H\u00e4nel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Sehr geehrte Frau Dr. H\u00e4nel,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ich habe Sie in der Sendung \u201eAnne Will\u201c am 03. Februar 2019 gesehen, in der um den \u00a7 219a StGB, um Abtreibungen, das Selbstbestimmungsrecht der Frauen und leider nicht \u00fcber die Rechte der ungeborenen Kinder debattiert wurde. Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich festhalten, dass es wohl auch f\u00fcr Sie unstrittig ist, dass eine Abtreibung einen schutzlosen ungeborenen Menschen t\u00f6tet. Nach der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle hat jeder von uns seine einzigartige DNA, ob Junge oder M\u00e4dchen steht ebenfalls fest, genauso wie die Haarfarbe und wenn alles gut geht, kommt nach 9 Monaten dieser neue Mensch zur Welt. Jeder von uns hat genau so sein eigenes Leben begonnen. Das ist weltweiter wissenschaftlicher Konsens.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir alle wissen, dass ein Embryo bereits in der 6. Schwangerschaftswoche so gro\u00df ist wie ein Gummib\u00e4rchen mit H\u00e4nden, Fingern, F\u00fc\u00dfen und aussieht wie ein Mensch im Miniformat und in der 12. Schwangerschaftswoche die Gr\u00f6\u00dfe einer Feige hat. Zu sehen ist das auf Ultraschallbildern oder wenn nach einer Abtreibung der (meist zerst\u00fcckelte) Embryo in der Nierenschale auf Vollst\u00e4ndigkeit untersucht wird. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich staunte, als ich zum ersten Mal im Ultraschall mein erstes Baby sah.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wussten Sie, dass an jedem Werktag in Deutschland etwa 400 Abtreibungen stattfinden? Selbstverst\u00e4ndlich geht es dabei auch um Geld. Etwa 500 Euro kann f\u00fcr eine Abtreibung abgerechnet werden. Ihr Kollege Friedrich Stapf in M\u00fcnchen berichtete dem Magazin Der Spiegel, dass er bis zu 20 Abtreibungen am Tag durchf\u00fchrt. Bei einem Umsatz von 10.000 Euro am Tag ist die von Ihnen initiierte Streichung des \u00a7 219a StGB und die Erlaubnis f\u00fcr einen Hinweis auf der Homepage sicherlich nicht nur altruistisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einigkeit wird auch dar\u00fcber bestehen, dass Abtreibungen in Deutschland keinesfalls einfach ein \u201eFrauenrecht\u201c sind, sondern immer noch eine geduldete Straftat. Der Gesetzgeber legt in \u00a7 218 und \u00a7 219 StGB Wert darauf, dass das Lebensrecht des ungeborenen Kindes ein eigenes ist, jedoch dem Selbstbestimmungsrecht der Frau bei bestimmten Indikationen untergeordnet werden kann. Deswegen die Beratungspflicht, bei der die Beraterinnen aufgefordert sind, f\u00fcr das Lebensrecht des Kindes zu beraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn der Preis f\u00fcr jede Abtreibung ist der Tod des ungeborenen Kindes. Und die Gef\u00e4hrdung der Gesundheit der Frau. Das kam in der Runde bei Frau Will leider nicht zur Sprache und auch Sie als \u00c4rztin haben dazu nichts gesagt, obwohl Ihnen doch die Frauen nach eigenen Worten so am Herzen liegen. Als Lebenssch\u00fctzerin stehe ich gemeinsam mit Millionen anderer B\u00fcrger fest auf dem Boden unserer Rechtsprechung und der Wissenschaft. Wenn Frau Will meint, sie m\u00fcsse Menschen wie mir, die sich gleichzeitig f\u00fcr das Lebensrecht der ungeborenen Kinder und das langfristige Wohlergehen der M\u00fctter einsetzen, mit dem Beiwort \u201esogenannte\u201c bezichtigen, dann ist das willk\u00fcrliche Diffamierung. Das entspricht nicht den Grunds\u00e4tzen eines \u00f6ffentlich-rechtlichen Senders und Qualit\u00e4tsjournalismus und nicht nur ich bin versucht, Frau Will k\u00fcnftig als \u201esogenannte Journalistin\u201c zu bezeichnen. Meine Beschwerde \u00fcber die Sendung ist bereits bei Intendanten des NDR eingegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frau Dr. H\u00e4nel, Sie sind \u00c4rztin und sagen, dass Sie den Frauen helfen wollen. Indem Sie beispielsweise k\u00fcnftig auf Ihrer Homepage ausf\u00fchrlich Informationen ver\u00f6ffentlichen wollen, beispielsweise mit welcher Methode Sie abtreiben. Vielleicht wenden auch Sie die Absaug-Methode an, das ist ja die h\u00e4ufigste Form der Abtreibung. In Deutschland werden ca. 80% aller Abbr\u00fcche mit ihr durchgef\u00fchrt. Dann k\u00f6nnten Sie nach \u00c4nderung der Rechtslage in etwa so auf ihrer Homepage schreiben: \u201cDer Muttermund wird mit gyn\u00e4kologischen Kugelzangen festgehalten und die \u00d6ffnung des Muttermundes mit feinen Metallstiften gedehnt. Dann wird mit einem R\u00f6hrchen das Fruchtwasser, die Plazenta, das ungeborene Kind, sowie die Schleimhaut der Geb\u00e4rmutter abgesaugt.\u201c Vielleicht ersetzen Sie aber auch wie von Ihnen in einem flyer dargelegt den Ausdruck \u201eungeborenes Kind\u201c durch \u201eSchwangerschaftsgewebe\u201c, was sachlich zwar falsch ist, aber deutlich angenehmer klingt. Wie auch immer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun frage ich mich, welche Vorteile \u2013 au\u00dfer vielleicht den einer Abschreckung- solche Informationen h\u00e4tten. Selbstverst\u00e4ndlich k\u00f6nnen Sie das alles auch weglassen und berichten, wie liebevoll Sie sich um die Frauen k\u00fcmmern und dass es den Frauen bei Ihnen danach wirklich \u201egut\u201c gehe. Nur sehr geehrte Frau Dr. H\u00e4nel, das Resultat wird immer das gleiche sein: Die junge Mutter geht ohne ihr Kind aus ihrer Praxis \u2013 denn das ungeborene Kind ist nach Ihrer \u201eHilfe\u201c tot. Unwiederbringlich. Indem Sie nun f\u00fcr die Streichung des \u00a7 219a StGB sind, riskieren Sie, dass sich jede Frau im Internet direkt ihre Abtreibungspraxis aussuchen kann. Ohne zuvor zu einer neutralen und dennoch f\u00fcr das Lebensrecht des Kindes beratenden Beratungsstelle zu gehen, die immerhin kein Geld an der Beratung verdient. Das Abholen des Beratungsscheines ist dann nur noch Formsache. F\u00fcr \u00c4rzte ist aber jede Abtreibung ein schnelles lukratives Gesch\u00e4ft mit mehreren hundert Euro. Weshalb sollten diese dann ein engagierter Vertreter des Kindeslebens sein? Oft braucht die Frau wegen der Abtreibung auch noch weitere \u00e4rztliche Nachsorge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schw\u00e4chsten zu sch\u00fctzen und Ihnen zu helfen \u2013 das ist doch die Aufgabe eins Arztes und die Pflicht von uns allen. Das Beratungskonzept und die \u00a7\u00a7 218 und 219a StGB sind schwer errungene Kompromisse zwischen dem Selbstbestimmungsrecht der Frau und zu Lasten des eigenen Lebensrechts der Ungeborenen. Eine Streichung des \u00a7 219a StGB, wie von Ihnen und Ihren Mitstreitern gew\u00fcnscht, wird die Diskussion um eine komplette Streichung des \u00a7 218 StGB zur Folge haben. Dass die T\u00f6tung eines ungeborenen Kindes keine medizinische Dienstleistung ist, wie eine Lungenfunktionspr\u00fcfung oder ein EKG, war die Grundlage f\u00fcr den \u00a7 219a. Deshalb ist es falsch, sie in das Angebotsspektrum eines Arztes einzureihen. Sie ist eine Straftat, die nur durch den Beratungsschein einer anerkannten Beratungsstelle zu einer medizinischen Dienstleistung wird. Ich gehe davon aus, dass Ihnen das bewusst ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unabh\u00e4ngig von einer Glaubens\u00fcberzeugung muss eine demokratische Gesellschaft, die in Artikel 1 des Grundgesetzes aus guten Gr\u00fcnden stehen hat \u201eDie W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar\u201c die Verteidigung des Lebens als Grundstein des Gemeinwohls achten. Jeder \u2013 und vor allem jeder Arzt- sollte hierf\u00fcr in der Gesellschaft eintreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am meisten schockiert haben mich aber Ihre Aussagen am Schluss der Sendung. Sie sagten, Sie \u201ek\u00f6nnen die Frauen nicht alleine lassen\u201c. Sie m\u00f6chten, \u201e\u2026 dass Kinder, die auf die Welt kommen gewollt sind, dass sie geliebt sind\u2026.\u201c Und weiter: \u201eDas ist das, wof\u00fcr ich mich einsetze. Das ist mein Traum, und wer Tr\u00e4ume hat der gibt niemals auf\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und da stockte mir der Atmen. Habe ich Sie richtig verstanden, dass Sie allen Ernstes der Meinung sind, dass ein Mensch nicht geboren werden soll, wenn seine Mutter oder seine Eltern wegen einer meist vor\u00fcbergehenden \u00dcberforderung mit der \u201e\u00dcberraschung Baby\u201c ein Problem haben? Woher wollen Sie wissen, dass die Mutter oder der Vater dieses Kind nicht doch lieben werden und k\u00f6nnen? Wieso soll das Kind mit seinem Leben f\u00fcr eine \u201eVerh\u00fctungspanne\u201c bezahlen? Was ist mit der Verantwortung bei der Zeugung des Kindes? Die haben eindeutig die Eltern des Kindes. Und kommen Sie mir bitte jetzt nicht mit Vergewaltigungen, die machen zum Gl\u00fcck nur etwa 2 Prozent der Abtreibungen aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist Ihr Kriterium \u201egeliebt und gewollt\u201c nun eine weitere Indikation f\u00fcr Selektion und Rechtfertigung f\u00fcr Abtreibung? Schlimm genug, dass in Deutschland 9 von 10 Kindern mit der Diagnose Down-Syndrom abgetrieben werden. Aber dass ein \u201egewollt bzw. geliebt\u201c nun ein weiteres offizielles Kriterium f\u00fcr ein Todesurteil eines unschuldigen, ungeborenen und wehrlosen Menschenkindes (und nichts anderes ist eine Abtreibung) sein soll, das \u00fcbersteigt meine Vorstellungskraft. Wenn ich das zu Ende denke, dann sagen Sie dem ungeborenen Kind sinngem\u00e4\u00df: \u201eIm Namen der Liebe und eines gl\u00fccklichen Lebens hilft Dir nur noch die Abtreibung \u2013 nicht zu leben ist besser f\u00fcr Dich als zu leben \u2013 wir, die St\u00e4rkeren helfen Dir, indem wir Dich jetzt als Embryo t\u00f6ten\u201c. Damit sprechen Sie ja auch der Mutter die F\u00e4higkeit und Verantwortung ab, ihr Kind annehmen und lieben zu k\u00f6nnen. Damit sprechen Sie uns allen die Verpflichtung ab, dass Staat, soziale Einrichtungen und jeder sich um den N\u00e4chsten zu bem\u00fchen hat. Eine Selektion Ungeborener nach Liebensf\u00e4higkeit der Mutter bzw. der Eltern ist perfide. Es w\u00e4re die Aufk\u00fcndigung von Solidarit\u00e4t, reine Willk\u00fcr und Diskriminierung. Wer m\u00f6chte ernsthaft in so einer entmenschlichten Gesellschaft leben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr \u201eTraum\u201c ist in echt ein unmenschlicher und zynischer Alptraum. Mit t\u00f6dlichen Folgen f\u00fcr einen wehrlosen ungeborenen Menschen. Und f\u00fcr die Mutter f\u00fcr ein Leben ohne ihrem Kind, mit einem Gesundheitsrisiko und der lebenslangen Erinnerung an die Abtreibung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Traum ist es, dass der Alptraum Abtreibung undenkbar wird. Dass jede schwangere Frau sich freuen kann und wei\u00df, dass auch ihr Mann, ihre Familie und Freunde, der Arbeitgeber und die ganze Gesellschaft sich auf ihr Baby freuen. Jedes Kind \u2013 ob gesund oder behindert- soll willkommen sein. Jeder Mensch ist einer von uns, ein Menschenkind aus der Menschheitsfamilie. Wir brauchen den Traum einer echten Willkommenskultur f\u00fcr Schwangere, f\u00fcr M\u00fctter und ihre Kinder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Traum hei\u00dft auch: Die Geburt eines Kindes bedeutet Zukunft und Hoffnung. Und Liebe und Freude. Denn sp\u00e4testens, wenn eine Mutter ihr Baby das erste Mal sieht und in den Armen h\u00e4lt, wird der Gedanke an Abtreibung undenkbar. Das hat mir k\u00fcrzlich wieder eine junge Frau erz\u00e4hlt, die sich zun\u00e4chst \u00fcberfordert f\u00fchlte und fast abgetrieben h\u00e4tte. Sie hielt dabei gl\u00fccklich ihr Baby im Arm und versteht r\u00fcckblickend nicht mehr, wie sie nur daran denken konnte, ihr Kind abzutreiben. Und das zeigt doch: Probleme kann man l\u00f6sen \u2013 ein abgetriebenes Kind aber nicht mehr lebendig machen. Selbst wenn eine Mutter ihr Kind nicht aufziehen m\u00f6chte, kann sie es zur Adoption freigeben. Ein sehr guter Freund von mir ist so ein \u201eungeliebtes\u201c und unerwartetes Kind gewesen \u2013 er und seine Frau danken heute noch seiner Mutter f\u00fcr deren \u201eJA\u201c und seinen Adoptiveltern. Ohne ihn w\u00fcrde es seine beiden reizenden Kinder nicht geben. Und der angehende Schwiegersohn h\u00e4tte nicht seine Traumfrau gefunden. Abtreibung ist au\u00dfer f\u00fcr die \u00c4rzte, die damit Geld verdienen, ein \u201eno win\u201c-Alptraum f\u00fcr alle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Traum ist, dass die Menschenrechte weltweit f\u00fcr alle Menschen gelten, vor allem f\u00fcr die Kleinsten, Schw\u00e4chsten und Hilfsbed\u00fcrftigen. Es darf keinen blinden Fleck mehr geben bei Menschenrechtsverletzungen. Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass es der nat\u00fcrlichen Intuition von uns Menschen entspricht weder zu selektieren oder einander zu t\u00f6ten. Ob ungeboren oder geboren. Abtreibung ver\u00e4ndert aber diese menschliche Grundsolidarit\u00e4t. Das merkt man, wenn die Jusos ein Abtreibungsrecht bis zur Geburt fordern, wenn nach behinderten Kindern per Bluttest regelrecht gefahndet wird oder wenn man der Runde und Ihnen bei Anne Will zuh\u00f6rte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich lade Sie ein, k\u00fcnftig diesen Traum einer Willkommenskultur und die vielen Tr\u00e4ume von den vielen noch ungeborenen Kindern und ihren Eltern mitzugestalten. Lassen Sie uns um jedes einzelne ungeboren Menschenkind ringen. Werden Sie eine echte Lebenssch\u00fctzerin und Frauensch\u00fctzerin. Lassen Sie uns gemeinsam die Schw\u00e4chsten unserer Gesellschaft sch\u00fctzen, uns f\u00fcr eine viel bessere Familienpolitik einsetzen und den M\u00fcttern im Schwangerschaftskonflikt in allen Fragen mit individuellen L\u00f6sungen und echter Hilfe beistehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen,<\/p>\n<p>Ihre<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Christiane Lambrecht<\/em><\/p>\n<p><em>Offener Brief von Christiane Lambrecht, Landesvorsitzende der Christdemokraten f\u00fcr das Leben (CDL) Bayern (7.2.2019)<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr geehrte Frau Dr. H\u00e4nel, ich habe Sie in der Sendung \u201eAnne Will\u201c am 03. Februar 2019 gesehen, in der um den \u00a7 219a StGB, um Abtreibungen, das Selbstbestimmungsrecht der Frauen und leider nicht \u00fcber die Rechte der ungeborenen Kinder debattiert wurde. 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