{"id":16227,"date":"2019-02-07T14:26:59","date_gmt":"2019-02-07T13:26:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16227"},"modified":"2019-02-07T17:25:24","modified_gmt":"2019-02-07T16:25:24","slug":"grosser-konsens-gegen-gottes-wort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16227","title":{"rendered":"Gro\u00dfer Konsens gegen Gottes Wort?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Segnung homophiler Paare &#8211; ein kirchlicher Konflikt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird kr\u00e4ftig in der Kirche gestritten und gleichzeitig die Einheit angemahnt. Die Diskussion um die kirchliche Segnung bzw. Trauung gleichgeschlechtlicher Partner ist daf\u00fcr ein aktuelles Beispiel. Unter dem Druck der \u00f6ffentlichkeitswirksamen Homosexuellenlobby haben nahezu alle Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland die Einf\u00fchrung solcher Amtshandlungen beschlossen. Gegen\u00fcber Kritikern verweist man gerne auf den &#8222;magnus consensus&#8220;, d.h. die gro\u00dfe \u00dcbereinstimmung, die es in dieser Frage gibt. Und wenn eine breite Mehrheit das so beschlie\u00dft, kann eine synodale Minderheit nicht das Gegenteil durchsetzen. Die Mehrheit bestimmt nun einmal &#8211; so ist das in der Demokratie.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber ganz so einfach ist die Sache nicht. Die Verfassungen der Landeskirchen haben sich an Schrift und Bekenntnis gebunden. Inhalte und Gesetze, die im Widerspruch zur Bibel und den reformatorischen Bekenntnissen stehen, k\u00f6nnen nicht durch Mehrheitsentscheidungen durchgesetzt werden. Hier ist sowohl die Kirche als Ganze wie auch der einzelne Christ seinem Gewissen verpflichtet. Bei Gewissensfragen haben wir die unverf\u00fcgbaren Rechte des Einzelnen zu achten. Im Blick auf die Kirchengemeinschaft geht es dabei um das biblische Fundament des Glaubens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Ist die Segnung homophiler Paare nur ein Randthema?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bef\u00fcrworter der Segnung homophiler Partnerschaften wenden ein, es gehe bei dieser Frage lediglich um ein spezielles Problem der Ethik, das keinesfalls die Schrift- und Bekenntnisbindung der Kirche ber\u00fchrt. Deshalb k\u00f6nnten auch kirchliche Gremien wie Presbyterien bzw. Kirchengemeinder\u00e4te oder auf Landesebene Synoden mit einfachen Mehrheiten solche Trauungen einf\u00fchren. Wer das nicht akzeptiert &#8211; so wird gesagt &#8211; der stelle den &#8222;gro\u00dfen Konsens&#8220;, d.h. das hohe Gut der Kircheneinheit in Frage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Einheit der Christen stellt ohne Zweifel eine zentrale Verpflichtung dar. Das Neue Testament mahnt an vielen Stellen zur Einheit; z.B. &#8222;Seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens.&#8220; (Eph 4,3) Also muss &#8211; so argumentiert man &#8211; um der Einheit in Christus willen auf den magnus consensus geachtet werden. Eine Minderheit, die davon abweicht, wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter disziplinarisch abgestraft. Zun\u00e4chst mag es f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit noch Gewissensschutz f\u00fcr die Pfarrer und Gemeinden geben, die keine Trauungen f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare durchf\u00fchren. Aber der Druck durch die \u00f6ffentliche Diskussion, durch kirchenamtliche Anordnungen und die Isolation von Abweichlern etc. wird zunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei \u00fcbersieht man geflissentlich, dass die Forderung nach Einheit nicht absolut gilt. Das Neue Testament ruft auch zur Trennung auf, wenn Gottes Gebot missachtet und falsche Lehre verk\u00fcndigt wird (vgl. 1. Kor 11,10; Gal 1,8).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Wenn Gottes Wort Nein sagt, darf die Kirche nicht Ja sagen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier kann nur die R\u00fcckbesinnung auf das helfen, was in der Sache eine \u00dcbereinstimmung in der evangelischen Kirche erst m\u00f6glich macht, n\u00e4mlich die Bindung an Schrift und Bekenntnis. Und in diesem Punkt ist die Bibel klar und eindeutig. Alle Bibelstellen, in denen das Thema Homosexualit\u00e4t angesprochen wird, lehnen deren Praxis strikt ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott hat Menschen in der Polarit\u00e4t von Mann und Frau geschaffen und segnet ihre Liebesbeziehung, aus der Kinder hervorgehen sollen. Diese Gemeinschaft der Ehe wird nirgends aufgehoben, sie ist ein Grundpfeiler der Sch\u00f6pfungsordnung \u00fcberhaupt. Jesus hat sie mit Nachdruck best\u00e4tigt (Mk 10,6-9).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Blick auf das von Gott erw\u00e4hlte Volk Israel gilt das Heiligkeitsgesetz nicht zuletzt f\u00fcr Fragen der Sexualethik. Israel soll den Willen Gottes demonstrativ gegen\u00fcber den Heidenv\u00f6lkern erf\u00fcllen: &#8222;Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der Herr euer Gott.&#8220; (3. Mo 19,2) Im 18. Kapitel des 3. Mosebuches wird das hinsichtlich verschiedener Aspekte des sexuellen Umgangs durchgekl\u00e4rt. Ehebruch, Inzest, Sodomie und eben auch homophile Beziehungen werden kategorisch verboten: &#8222;Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gr\u00e4uel.&#8220; (3. Mo 18,22) Wer Homosexualit\u00e4t praktiziert, verl\u00e4sst den Bund mit Gott und stellt sich au\u00dferhalb der Rechtsgemeinschaft Israels. Diese Anweisung gilt so grunds\u00e4tzlich, dass Homophilie im pal\u00e4stinischen Judentum zurzeit Jesu kein Streitthema war. Sie wurde schlicht abgelehnt. Deshalb war Jesus auch nicht gen\u00f6tigt, dazu Stellung zu nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz anders verhielt es sich in der antiken Welt des r\u00f6mischen Reiches, in dem Paulus als Missionar unterwegs war. Vor allem hatten die alten Griechen aus homosexuellen und lesbischen Lebensweisen ein Ideal gemacht. Der Apostel sieht in diesen Verh\u00e4ltnissen eine Perversion (Verkehrung) der Sexualit\u00e4t. Mit scharfen Worten gei\u00dfelt Paulus die heidnische Praxis als schwere S\u00fcnde (R\u00f6m 1,18-28), um dann in einem Lasterkatalog (Verse 29-32) noch weitere Verhaltensweisen, die Gott verwirft und bestraft, anzuf\u00fcgen. Beim R\u00f6merbrief handelt es sich um eine besonders bedeutsame Schrift f\u00fcr die Reformation &#8211; speziell f\u00fcr Martin Luther. Die Frage stellt sich, wie die Reformationskirchen heute mit dem apostolischen Wort umgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Wer verl\u00e4sst hier den gro\u00dfen consensus?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Zusammenhang mit der Segnung\/Trauung gleichgeschlechtlicher Paare wird &#8211; wie gezeigt &#8211; vorrangig mit der Einheit der Kirche argumentiert. Doch wer verl\u00e4sst hier den &#8222;magnus consensus&#8220;? In der gesamten Heiligen Schrift und durch die Geschichte der christlichen Kirche aller Jahrhunderte und aller Konfessionen hindurch hat selbstverst\u00e4ndlich der Konsens gegolten, dass die Kirche nicht segnen darf, was Gott verworfen und verboten hat. Man muss deshalb den Spie\u00df umdrehen und die protestantischen Gruppen in der Weltchristenheit auffordern, zur gro\u00dfen \u00dcbereinstimmung zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil es bei diesem Thema um einen eindeutigen biblischen Befund geht, erweist sich der magnus consensus innerhalb der weltweiten Christenheit als eindeutig. Hierin sind sich die r\u00f6misch-katholische Kirche, die orthodoxen Kirchen, viele evangelische Freikirchen und nicht zuletzt die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Gemeinden in Afrika, Lateinamerika und Asien einig. Der liberale Protestantismus ist nicht autorisiert, einseitig gegen Gottes Wort die globale Kirchengemeinschaft zu verlassen. Vor allem darf niemand gen\u00f6tigt werden, gegen sein Gewissen zu handeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Man muss schon auf breiter Front der Bibel widersprechen, wenn man Homosexuelle und Lesben segnet<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht bei diesem Konflikt darum, ob im konkreten Fall die Bibel noch Grundlage f\u00fcr ethische Entscheidungen ist. Man muss, wenn man die Segnung homophiler Paare durchsetzt, schon behaupten, dass Gott sich mit seiner Sch\u00f6pfungsordnung vertan hat und dass Jesus daneben lag, wenn er sich auf diese Ordnung berief. Des Weiteren wird mit der Trauung homosexueller Paare das alttestamentliche Heiligkeitsgesetz au\u00dfer Kraft gesetzt. Im Blick auf seine sexualethischen Weisungen hat n\u00e4mlich das Apostelkonzil (Apg 15,28+29) diese ausdr\u00fccklich f\u00fcr die neutestamentliche Gemeinde best\u00e4tigt. Darf das mit einem Federstrich zur Seite gewischt werden? Und schlie\u00dflich lag Paulus, wenn man homophile Trauungen einf\u00fchrt, mit seinem Urteil im R\u00f6merbrief v\u00f6llig daneben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer die kirchliche Trauung Homophiler demokratisch beschlie\u00dft, hebt massiv die G\u00fcltigkeit des Wortes Gottes auf. Daf\u00fcr kann niemand legitim die Einheit der Kirche in Anspruch nehmen. Im Gegenteil, die Kirche verspricht in solchen gottesdienstlichen Handlungen den Segen Gottes f\u00fcr ein Verhalten, das Gott ausdr\u00fccklich verboten hat. Damit f\u00fchrt die Kirche Menschen in die Irre, denn sie verspricht etwas zu segnen, was Gott nicht segnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit ist keineswegs der respektvolle Umgang mit Homosexuellen und Lesben aufgek\u00fcndigt. Sie werden vielmehr als Menschen in ihrer W\u00fcrde ernst genommen. Sie haben in der Gemeinde &#8211; gemeinsam mit allen anderen S\u00fcndern &#8211; ihren Platz und ein volles Recht auf Seelsorge und Vergebung. Aber das bedeutet eben keinen Segen f\u00fcr eine Lebenspraxis, die Gottes Wort ungehorsam ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Prof. Dr. Rolf Hille, 28.1.2019<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: www.bibelundbekenntnis.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Segnung homophiler Paare &#8211; ein kirchlicher Konflikt Es wird kr\u00e4ftig in der Kirche gestritten und gleichzeitig die Einheit angemahnt. Die Diskussion um die kirchliche Segnung bzw. 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