{"id":16201,"date":"2019-01-29T13:11:36","date_gmt":"2019-01-29T12:11:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16201"},"modified":"2019-01-29T13:12:55","modified_gmt":"2019-01-29T12:12:55","slug":"holocaust-gedenktag-27-januar-2019-ein-leeres-politisches-ritual-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16201","title":{"rendered":"Holocaust-Gedenktag 27. Januar 2019 &#8211; Ein leeres politisches Ritual in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Am 27. Januar 1945 hatten Spitzen der Sowjetarmee auf ihrem Weg nach Berlin das Lager Auschwitz erreicht und der Nazi-Massenmordaktion ein Ende gesetzt. Dass hernach und auch anderenorts weiter gestorben und gemordet wurde, ist hier nicht das Thema. Vielmehr ist es die Frage nach Bedeutung dieses inzwischen zum weltweiten Gedenktag erhobenen Termins f\u00fcr Deutschland. Au\u00dfenminister Heiko Maas fand klagende Worte \u00fcber das angebliche Unwissen der jungen Deutschen \u00fcber Nazi-Herrschaft und Holocaust. Manchem stellt sich die Frage: Wer regierte denn und bestimmte in den vergangenen Jahren (und zum Teil Jahrzehnten) die Bildung im Bund und in den L\u00e4ndern? Sozialdemokraten! Waren und sind es nicht vor allem Sozialisten, die mit hunderten Millionen Euro den Kampf gegen \u201eRechts\u201c auf allen Ebenen finanzieren? Wobei doch heute alles, was nicht stramm links ist sofort das Etikett \u201eNazi\u201c erh\u00e4lt. So, dass manche Mitmenschen fragen: Wenn das alles \u201eNazi\u201c ist, k\u00f6nnen die Nationalen Sozialisten wohl gar nicht so schlimm gewesen sein. Oder ist das alles nur partei-politischer Kampf gegen Andersdenkende? Und noch mehr, nur bla-bla?<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits im Nachgang zum Gedenken \u201e80 Jahre Kristallnacht\u201c am 9. November 2018 hatte sich der j\u00fcdische Schriftsteller Chaim Noll auf achgut.de gewundert: \u201eAngela Merkel, offenbar im Vorgef\u00fchl ihrer eigenen Historisierung, reist dieser Tage von Gedenkfeier zu Gedenkfeier. Eine davon, am 9. November, galt auch den deutschen Juden. Den toten. Sie spielen eine ungleich gr\u00f6\u00dfere Rolle im offiziellen deutschen Bewusstsein als die lebenden. Doch auch f\u00fcr diese hatte die Kanzlerin einige Trostformeln, zumindest f\u00fcr gen\u00fcgsame Anspr\u00fcche. <em>\u201aDer Rechtsstaat darf keine Toleranz zeigen, wenn Menschen aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Hautfarbe angegriffen werden\u2018<\/em>,\u00a0sagte sie in der Berliner Synagoge Rykestra\u00dfe in gekonnter, alle Unterschiede und Gegens\u00e4tze verwischender Verallgemeinerung. \u2026Genau das nennt man \u201aRelativierung\u2018. Diese Haltung wurde aber der einzigen Partei zugeschoben, die nicht an der Gedenkfeier teilnehmen durfte. Denn der Gedenktag f\u00fcr die Zerst\u00f6rung der deutschen Synagogen wurde instrumentiert, um deutsche Parteipolitik zu machen. Eine Partei wurde von der Gedenkfeier ausgeschlossen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wo steht das politische Deutschland heute? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau das ist die Frage an diesem Tag. Hatte nicht bereits vor Jahren der j\u00fcdische Autor Henryk M. Broder gefordert und geschrieben \u201eVergesst Auschwitz\u201c? Er notierte vor allem den Politikern ins Stammbuch: \u201eDie Deutschen leiden an Hitler wie andere an der Schuppenflechte. Aus dem Versuch, sich gegen die eigene Geschichte zu immunisieren, ist eine Autoimmunerkrankung geworden. Ob es um den Einsatz in Jugoslawien oder in Afghanistan geht, um Atom- oder Gentechnik, Stammzellen, Sterbehilfe \u2013 immer steht das Nazi-Menetekel an der Wand und fordert seinen Tribut. Das ritualisierte Gedenken verschafft keine Erleichterung, es ist nicht mehr als ein leere Geste, eine Ablenkung von der Gegenwart \u2013 oder sogar noch Schlimmeres.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4ren die Millionen Euro gegen angeblich \u201eRechts\u201c nicht besser <strong>f\u00fcr<\/strong> Juden und <strong>f\u00fcr<\/strong> Israel ausgegeben? Statt Schulklassen nach Auschwitz zu karren, um ihnen leere Todesbaracken zu zeigen, sollten die ein Flugticket nach Israel bekommen, um lebenden Juden zu begegnen. Dort im heutigen Israel k\u00f6nnen Jugendliche entdecken, wie drei Jahre nach dem Ende der Katastrophe (\u201eShoa\u201c) von Auschwitz 1948 die Geschichte des modernen Staates Israel begann. Dort k\u00f6nnen Freundschaften und Partnerschaften entstehen, kann wirklich die Vergangenheit bew\u00e4ltigt werden. Und die Kirchen k\u00f6nnten ihre Steuer-Summen gegen \u201eRechtspopulisten\u201c besser einsetzen, um Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern im Heiligen Lande etwas von den Wundern Gottes zu erz\u00e4hlen. Wunder, die ER vor den Augen der Welt heute gerade in Israel zeigt, denn das Volk Israel lebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Heiko? Der Heiko h\u00e4tte heute der Welt sagen k\u00f6nnen, dass der derzeit amtierende Deutsche Bundespr\u00e4sident das falschen Zeichen setzte, als er 2017 am Grab Arafats einen Kranz niederlegte und im Namen Deutschlands einen erkl\u00e4rten Israelfeind ehrte. Und Heiko h\u00e4tte vor der Welt erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, dass die Bundesrepublik wie die USA Ihre Millionen-\u00dcberweisungen an die Pal\u00e4stinenser k\u00fcrzen werde, wenn deren Ziel weiterhin die F\u00f6rderung des Judenhasses und die Vernichtung Israels bleibt. Und ein deutsches Bekenntnis zu Jerusalem als der Hauptstadt des Staates Israel w\u00e4re ein Zeichen gewesen. US-Pr\u00e4sident Trump war der erste in der Welt, der Israels Hauptstadt anerkannte. Bundeskanzlerin Angela Merkel h\u00e4tte die erste in Europa sein k\u00f6nnen. Weil eine solche Ansage fehlte, sind auch Merkels Worte nicht viel mehr als das \u00fcbliche bla-bla-bla, oder?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Egmond Prill, Januar 2019, <\/em><em><a href=\"http:\/\/www.egmond-prill.de\">www.egmond-prill.de<\/a> (Alle Rechte vorbehalten)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 27. Januar 1945 hatten Spitzen der Sowjetarmee auf ihrem Weg nach Berlin das Lager Auschwitz erreicht und der Nazi-Massenmordaktion ein Ende gesetzt. Dass hernach und auch anderenorts weiter gestorben und gemordet wurde, ist hier nicht das Thema. Vielmehr ist es die Frage nach Bedeutung dieses inzwischen zum weltweiten Gedenktag erhobenen Termins f\u00fcr Deutschland. 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