{"id":1619,"date":"2009-04-04T16:46:05","date_gmt":"2009-04-04T14:46:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1619"},"modified":"2009-09-01T16:13:53","modified_gmt":"2009-09-01T14:13:53","slug":"eine-biblische-beurteilung-des-kapitels-%e2%80%9ebiblische-grundlinien-zur-stellung-von-mann-und-frau%e2%80%9c-in-dem-buch-%e2%80%9efrauen-verandern-diese-welt%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1619","title":{"rendered":"Eine biblische Beurteilung des Kapitels \u201eBiblische Grundlinien zur Stellung von Mann und Frau\u201c in dem Buch \u201eFrauen ver\u00e4ndern diese Welt\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine biblische Beurteilung des Kapitels \u201eBiblische Grundlinien zur Stellung von Mann und Frau\u201c in dem Buch \u201eFrauen ver\u00e4ndern diese Welt\u201c, Brunnen Verlag, Gie\u00dfen, 2005 von Elke Werner<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1 Der Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frau Werner n\u00e4hert sich dem Thema von der Erfahrungsseite her. Sie hat erlebt, dass sie in einer Aufbruchs- und Erweckungssituation mit aller Selbstverst\u00e4ndlichkeit Leitungs\u00e4mter \u00fcbernahm, als Frau predigen durfte und Autorit\u00e4t aus\u00fcben durfte (S.124). Bei der Br\u00fcdergemeinde lernte sie einen von der Bibel begr\u00fcndeten Ansatz kennen, der sie positiv beeindruckte, der aber die bisherige Praxis in Frage stellte. Durch ihren Mann Roland Werner lernte sie dann eine Sichtweise kennen, nach der Mann und Frau gleiche Gaben, gleiche Aufgaben und gleiche Rechte und Pflichten haben (S. 126). In der Folgezeit suchte sie nun nach Belegen in der Schrift, um eine eigene Position zu finden. (S. 126).<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2 Das \u201eGaben-Argument\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Frage, die sie bewegte: Wieso hat Gott mir die Gabe gegeben, zu predigen, wenn ich sie nicht einsetzen darf? (S. 126). Diese Frage beantwortet sie dann sp\u00e4ter, indem sie sagt, dass der Heilige Geist M\u00e4nnern und Frauen gegeben wird und mit Blick auf 1Kor 12 der Geist die Gaben gibt, wie er und wem er will (S. 161\/162).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier m\u00f6chte ich einhaken: Ist es nicht so, dass immer wieder Gaben gegeben werden, die einer Beschr\u00e4nkung oder Auflage unterliegen? So gibt Gott schon im Garten Eden die Gabe eines Baumes mit einer sehr sch\u00f6n anzusehenden Frucht und beschr\u00e4nkt doch den Zugang zu dieser Frucht. So schenke ich meinen Kindern ein Fahrrad, gestatte Ihnen das Fahrradfahren auf dem Hof, untersage aber das Radfahren auf der angrenzenden Bundesstra\u00dfe. Gott kann Gaben geben und den Gebrauch der Gabe einschr\u00e4nken. Gott gibt die Gabe der Lehre auch an die Frauen. Ausdr\u00fccklich wird den Frauen gesagt, sie sollten die jungen Frauen lehren (Titus 2,3.4), wir erleben Priszilla und ihren Mann Aquila im evangelistischen Gespr\u00e4ch, wo die Gabe ebenfalls gebraucht wird und auch Kinder und Jugendliche profitieren von der Lehrgabe, die Frauen in der Gemeindearbeit selbstverst\u00e4ndlich einbringen sollen. Und doch ist Gott frei, die Gabe auf bestimmte Gebiete zu beschr\u00e4nken und den Gebrauch f\u00fcr andere Gebiete zu untersagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3 Das Argument der Einheit in Christus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweimal bezieht sich Frau Werners Argumentation auf den Paulusvers: Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. (Gal 3,28) Sie f\u00fchrt diesen Vers an, um sagen zu k\u00f6nnen, dass in Christus eine v\u00f6llige Gleichheit der Geschlechter in Bezug auf die Rangordnung der Geschlechter in der Familie, in der Gemeinde und auch in den Aufgaben und \u00c4mtern der Gemeinde herrscht. Ein Vers muss aber immer in seinem Gesamtzusammenhang gesehen werden, um ihn richtig auszulegen und die Intention des Verses zu treffen. Worum geht es im Zusammenhang? Geht es um die Rangordnung der Geschlechter in Ehe und Gemeinde? Nein, denn es geht Paulus darum, dass Gottes Heilswillen allen Menschen unabh\u00e4ngig von Geschlecht, Nationalit\u00e4t und sozialem Stand gilt. Alle werden in Christus mit Gott vers\u00f6hnt und zu einer Einheit zusammengef\u00fcgt. Wie dieser geeinte Leib geleitet wird und wer darin welche Aufgaben \u00fcbernehmen soll und wie das Verh\u00e4ltnis von Mann und Frau gelebt werden soll, ist in dieser Stelle nicht behandelt. Hier missachtet Frau Werner ein Grundprinzip der Bibelauslegung: Kontext beachten. Verse nicht aus dem Zusammenhang l\u00f6sen und eigenwillig in neue Zusammenh\u00e4nge hineinsetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4 Die sch\u00f6pfungstheologische Argumentation<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.1 Gleicher Segen, gleicher Auftrag<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frau Werners Argumentation basiert insbesondere auch auf einer Auslegung des Sch\u00f6pfungsberichts. Das Kapitel \u201eGleicher Segen, gleicher Auftrag\u201c (S. 138) bemerkt zu Recht, dass Gottes urspr\u00fcnglicher Auftrag an das Menschenpaar derselbe war. Beide sollten bebauen, sich mehren und herrschen. Doch daraus l\u00e4sst sich nicht ableiten, in welcher Stellung Mann und Frau zueinander stehen und welche Aufgaben, Mann und Frau in der Gemeinde wahrnehmen sollten. Bis heute haben sowohl Mann und Frau in gleicher Weise diesen Sch\u00f6pfungsauftrag Gottes gemeinsam zu gestalten, wobei jeder innerhalb dieses Gestaltungsauftrages selbstverst\u00e4ndlich unterschiedliche Aufgaben \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.2 Die Gleichheit von Frau und Mann<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frau wird aus der Seite des Mannes erschaffen. Daraus ergibt sich auch die Gleichheit von Mann und Frau. Doch die Gleichheit von Mann und Frau, ihre Gleichwertigkeit und das gemeinsame Vorrecht der Ebenbildlichkeit werden auch von den Auslegern nicht bestritten, die das von Frau Werner abgelehnte \u201eUnterordnungsmodell\u201c lehren (S. 128). Ihrer Auslegung zur Frau als Hilfe ist zuzustimmen (S. 140). Das Wort \u201eHilfe\u201c erlaubt keine abwertende Sichtweise der Frau, ich bin aber noch bei keinem Bibelausleger auf solch eine Sicht gesto\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.3 Vorherrschaft durch zeitliche Abfolge<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eManche Ausleger leiten aus der Tatsache, dass Adam zuerst geschaffen wurde, eine Rangfolge ab.\u201c So leitet Frau Werner das Kapitel ein, um das Argument dann gleich zur\u00fcckzuweisen mit der Frage, ob etwa auch die W\u00fcrmer \u00fcber Adam herrschen sollten, denn diese seien ja vor Adam erschaffen worden. Ihr Fazit: \u201eNicht die zeitliche Reihenfolge bestimmt die Rangfolge.\u201c (S. 143). Hier ist es nun bezeichnend, dass Frau Werner mit keinem Wort auf die Herkunft dieser Auslegung \u201emancher Ausleger\u201c eingeht. Sie verschweigt, dass sie im Kern vom Apostel Paulus stammt: Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau gestatte ich nicht, da\u00df sie lehre, auch nicht, da\u00df sie \u00fcber den Mann Herr sei, sondern sie sei still. Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva. (1Tim 2,12.13). Kein Ausleger wird aufgrund dieser Stelle der Stelle der Frau eine erniedrigte Stellung zuweisen. Und doch geht es hier um klare Anweisungen der Schrift, wie das Verh\u00e4ltnis von Mann und Frau im Kontext des Lernens und Lehrens in der Gemeinde gestaltet werden soll. Die Argumentation des Apostels basiert auf eben diesem sch\u00f6pfungstheologischen Argument, dass Frau Werner ablehnt: Adam wurde zuerst erschaffen, danach Eva. Es ist mindestens verwunderlich, dass Frau Werner hier von \u201emanchen Auslegern\u201c spricht, die Argumentation des ersten Timotheusbrief noch nicht einmal erw\u00e4hnt und das von Paulus stammende Argument der zeitlichen Abfolge mit dem \u201eWurmargument\u201c vom Tisch wischt. Sp\u00e4testens an dieser Stelle werden der exegetische Ansatz und die Argumentation des Buches\/Kapitels unglaubw\u00fcrdig und irref\u00fchrend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.4 Der Ungehorsam Evas<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne Frage hat Frau Werner Recht, dass in der Kirchengeschichte Frauen aufgrund von Fehlinterpretationen Unrecht getan wurde (Hexenprozesse; Inquisition) (S. 150). Und doch ist es nicht statthaft und auch unfair, wenn sie dann dieses schreckliche Unrecht im selben Abschnitt mit der Aussage verbindet, dass auch der Ausschluss von Frauen aus Lehr- und Predigt\u00e4mtern zu den traurigen Folgen dieser Interpretationen geh\u00f6rt. Denn auch hier sind es nicht irgendwelche Ausleger oder besonders konservative Theologen, sondern wiederum Paulus selbst, der so argumentiert: Und Adam wurde nicht verf\u00fchrt, die Frau aber hat sich zur \u00dcbertretung verf\u00fchren lassen. (1Tim 2,14) Der \u201eAusschlu\u00df\u201c von Frauen aus dem Lehr- und Predigtdienst ist keine Fehlentwicklung der Kirchengeschichte vergleichbar mit den Hexenprozessen, sondern das ernsthafte Bem\u00fchen von Christen, das Wort Gottes an mehren entscheidenden Stellen in den paulinischen Briefen (1Tim 2; 1Kor 14,33.34) wirklich ernst zu nehmen. Ich kann in Frau Werners Argumentation dieses ernsthafte Bem\u00fchen und Ringen um Wahrheit nicht entdecken, da sie die Schriftstellen weder zitiert, noch sich ernsthaft mit ihren Aussagen auseinandersetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.5 Frauen im AT und in Begegnungen mit Jesus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne Zweifel hat es im Alten Testament herausragende Frauengestalten gegeben, wie Frau Werner betont (S. 156). Auch hatte Jesus selbstverst\u00e4ndlich ein v\u00f6llig unvoreingenommes und positives Verh\u00e4ltnis zu Frauen (S. 158). Beides ist richtig und doch widerlegen sie nicht die Tatsache, dass im Neuen Testament allein M\u00e4nner mit der Verantwortung des \u00c4ltestenamt beauftragt werden (1Tim 3,2; Titus 2,5-6)) und Paulus ausdr\u00fccklich die Frau aus dem Verantwortung der Lehre herausnimmt und damit ausschlie\u00dflich den M\u00e4nnern \u00fcberantwortet (1Tim 2; 1Kor 14)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.6 Die negative Sicht der Unterordnung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mehrfach wird deutlich, dass Frau Werner das \u201eUnterordnungsmodell\u201c mancher Gemeinden ablehnt und in Anspielungen negativ darstellt, indem sie davon spricht, man wolle mit Bibelauslegungen die Herrschaft des Mannes \u00fcber die Frau legitimieren (S. 142). Doch auch hier erw\u00e4hnt sie nicht, dass das \u201eUnterordnungsmodell\u201c gute neutestamentliche Lehre ist, die von Paulus mehrfach und auch von Petrus gelehrt wird (1Kor 11,3; Eph 5,24; Titus 2,5; 1Petr 3,1) und die Gottes guter Plan f\u00fcr unsere Ehen und Familien ist. So beruht die Lehre der Unterordnung auf der Unterordnung Christi unter das Haupt Gottes des Vaters (1Kor 11,3). So wie sich Christus dem Haupt des Vaters unterordnet, soll sich der Mann dem Haupt Christus unterordnen und die Frau dem Haupt des Mannes (1Kor 11,3). Der Begriff Unterordnung ist aus neutestamentlicher Sicht nicht negativ, sondern ausgesprochen positiv besetzt. Die Unterordnung der Frau unter das Haupt des Mannes wird dann im Epheserbrief noch weiter ausgef\u00fchrt und mit Inhalt gef\u00fcllt. Hier wird sichtbar, dass der Mann als Haupt sich in f\u00fcrsorglicher und liebender Hingabe (Eph 5,25), um seine Frau k\u00fcmmert und die Frau sich mit Gottes Hilfe der f\u00fcrsorglichen und geistlich ausgerichteten Leitung des Mannes unterordnet (Eph 5,22). Es ist schade, dass Frau Werner noch nicht einmal den Versuch unternimmt, dieses positiv besetzte und mit Liebe gef\u00fcllte \u201eUnterordnungsmodell\u201c aus den neutestamentlichen Texten herauszuarbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5 Fazit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne Frage schreibt Frau Werner in den beiden Kapiteln \u201eAuf dem Weg der Ver\u00e4nderung\u201c und \u201eBiblische Grundlinien zur Stellung von Mann und Frau\u201c viel Gutes und Richtiges. Allerdings ist es mehr als verwunderlich, wie Frau Werner \u00fcber die \u201ebiblischen Grundlinien zur Stellung von Mann und Frau\u201c schreiben kann, dabei sowohl das biblische \u201eUnterordnungsmodell\u201c ablehnt, als auch gegen den Apostel Paulus die v\u00f6llige Predigt- und Lehrfreiheit f\u00fcr die Frau in der Gemeinde einfordert, ohne dabei die klassischen entscheidenden Bibelstellen (Eph 5,21ff und 1Tim 2,8ff) zu diesen beiden Themen weder zu zitieren, noch sich mit ihnen inhaltlich auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">04.04.2009<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine biblische Beurteilung des Kapitels \u201eBiblische Grundlinien zur Stellung von Mann und Frau\u201c in dem Buch \u201eFrauen ver\u00e4ndern diese Welt\u201c, Brunnen Verlag, Gie\u00dfen, 2005 von Elke Werner 1 Der Hintergrund Frau Werner n\u00e4hert sich dem Thema von der Erfahrungsseite her. 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