{"id":16047,"date":"2018-12-21T06:33:10","date_gmt":"2018-12-21T05:33:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16047"},"modified":"2019-01-08T10:01:58","modified_gmt":"2019-01-08T09:01:58","slug":"wer-die-jungfrauengeburt-bestreitet-betet-zum-geschoepf-statt-zum-schoepfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=16047","title":{"rendered":"Wer die Jungfrauengeburt bestreitet, betet zum Gesch\u00f6pf statt zum Sch\u00f6pfer"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Niemand ist gen\u00f6tigt, dem biblischen Zeugnis von der Jungfrauengeburt zu glauben. Wer jedoch als bekennender Christ die Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria bestreitet und vielmehr glauben will, dass Jesus von Josef durch Beischlaf mit Maria gezeugt wurde, muss wissen, dass er in Jesus das Gesch\u00f6pf statt den Sch\u00f6pfer ehrt, selbst wenn er meint, Jesus sei der Christus.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Die Diskussion ist sehr alt<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn wer die Jungfrauengeburt leugnet, geht davon aus, dass Jesus ein blo\u00dfer Mensch, also ein Gesch\u00f6pf Gottes gewesen ist. So neu ist diese \u00dcberzeugung nicht. Schon die judenchristliche Sekte der Ebioniten (1. Jahrhundert) vertrat diese Auffassung: Sie glaubten, dass Jesus der Messias sei, widersprachen aber dem Zeugnis, dass er von einer Jungfrau geboren wurde. Die Kirchenv\u00e4ter haben die Lehre der Ebioniten als H\u00e4resie zur\u00fcckgewiesen. Auch der judenchristliche Gnostiker Cerinth (um 100 n. Chr.) sowie der christliche Gnostiker Karpokrates bestritten die Jungfrauengeburt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits die Kirchenv\u00e4ter kannten also die Auseinandersetzung um die Jungfrauengeburt. Sie ist eben kein neuzeitliches, \u201emodernes\u201c Ph\u00e4nomen. Der Kirchenvater Iren\u00e4us von Lyon (um 135\u2013200) hat pointiert formuliert, was es f\u00fcr den christlichen Glauben bedeutet, wenn die Jungfrauengeburt geleugnet wird: \u201eEbenso verharren auch die in der Knechtschaft des alten Ungehorsams und sterben darin, die da sagen, er (Jesus) stamme als blo\u00dfer Mensch von Josef ab. Da sie mit dem Worte Gottes des Vaters noch nicht vereint sind, empfangen sie durch den Sohn auch nicht die Freiheit, wie er selbst gesagt hat: Wenn der Sohn euch wird aus der Knechtschaft befreit haben, werdet ihr recht frei sein. Kennen sie nicht den Immanuel aus der Jungfrau, so berauben sie sich des Geschenkes, welches das ewige Leben ist, und empfangen nicht das Wort der Unverweslichkeit, sondern verharren in dem sterblichen Fleische und sind Schuldner des Todes, weil sie die Arznei des Lebens nicht nehmen (Iren\u00e4us, vs. H\u00e4resien III, 19). Iren\u00e4us macht hier deutlich, dass jene, die die Jungfrauengeburt leugnen und glauben, dass Jesus als blo\u00dfer Mensch von Josef abstammt, im Grunde unerl\u00f6ste Menschen sind und bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Streng genommen ist es G\u00f6tzendienst<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle Christen, die die Jungfrauengeburt bestreiten, praktizieren streng genommen G\u00f6tzendienst: Sie verehren in Jesus Christus das Gesch\u00f6pf statt den Sch\u00f6pfer. Das aber ist Paulus zufolge kein harmloser Irrtum, sondern hat erhebliche ethische Verwilderungen zur Konsequenz (vgl. R\u00f6mer 1,25\u201332). Wenn der Mensch Jesus (biologischer Nachkomme Josefs) sich zu Lebzeiten g\u00f6ttliche Anbetung gefallen lie\u00df, angefangen von den Weisen aus dem Morgenland (Matth\u00e4us 2,11) bis hin zu dem geheilten Blindgeborenen (Johannes 11,38), h\u00e4tte er sich einer schweren, ja satanischen S\u00fcnde schuldig gemacht, denn wir Menschen sollen, wie Jesus in der Versuchungsgeschichte selbst deutlich macht, allein Gott anbeten und ihm dienen (vgl. Matth\u00e4us 4,10). Wenn Jesus sich selbst aber g\u00f6ttliche Anbetung gefallen lie\u00df, dann war er entweder ein Verf\u00fchrer oder eben tats\u00e4chlich nicht blo\u00df Mensch (Sohn des Josef), sondern Gottes Sohn, der durch Maria in der Kraft des Heiligen Geistes unser Fleisch und Blut angenommen hat. Nur die Jungfrauengeburt legitimierte Jesus, g\u00f6ttliche Anbetung von Menschen anzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Nur der Gottessohn kann das<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man muss die Jungfrauengeburt nicht glauben, sollte sich aber nicht l\u00e4nger als Christ bekennen, wenn man sie bestreitet. Ich pers\u00f6nlich finde es wenig attraktiv, einen blo\u00dfen Menschen, also ein gesch\u00f6pfliches Wesen, wie Gott selbst, den Sch\u00f6pfer, zu verehren. Ein blo\u00dfer Mensch kann in den vielen N\u00f6ten meines Lebens nicht wie Gott eingreifen und helfen, darum macht es keinen Sinn, den Sohn des Josef im Gebet anzurufen und anzubeten. Schon gar nicht traue ich dem Sohn des Josef meine Erl\u00f6sung von meinen S\u00fcnden und meiner Schuld zu \u2013 dem fleischgewordenen Gottessohn schon! Au\u00dferdem m\u00f6chte ich nicht die S\u00fcnde begehen und Gott damit entehren, neben ihm noch ein anderes, irdisches, rein menschliches Gesch\u00f6pf wie Gott selbst zu verehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Thomas Capelle ist Pfarrer der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden des Pfarrverbands Hordorf-Essehof-Wendhausen bei Braunschweig.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ver\u00f6ffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Verfassers.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: ideaSpektrum, 1. Februar 2017<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Niemand ist gen\u00f6tigt, dem biblischen Zeugnis von der Jungfrauengeburt zu glauben. 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